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Pressemitteilungen
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28.01.2018 - 28.01.2018 RÜCKBLICK! Projektstipendium KunstKommunikation 17 – Kunst zum Mitmachen und Mitdenken | Finissage d
DA, Kunsthaus Kloster Gravenhorst (Hörstel)
Pressemitteilung
Die Stipendiaten präsentieren die Ergebnisse ihrer Kunstprojekte: „Social Bench/Bank Heat“ von Malte Bartsch, „Buchsbaumanalyse“ von Oliver Gather, „KunstVerzehr“ von Claudia Schmitz & Käthe Wenzel und „Das Gravenhorster MALBUCH“ von Dieter Call & Anja Voigt.

DA, Kunsthaus Kloster Gravenhorst (Hörstel)

16.12.2017 - 11.03.2018 Mut zur Freiheit. Informel aus der Sammlung Anna und Dieter Grässlin im Dialog
Städtische Galerie Karlsruhe (Karlsruhe)
Pressemitteilung
Krustige Oberflä­chen, verlau­fende Farbspuren, Chaos und Struktur: In der Kunst des In­for­mel, der Avantgarde der 1950er Jahre, war die Zerstö­rung ­des Krieges noch präsent.

Nach Jahren der na­tio­nal­so­zia­lis­ti­schen Mal- und Denkver­bote begann insbe­son­de­re ­für die deutschen Künstler eine Phase des Aufbruchs und der Neu­ori­en­tie­rung. Sie schöpften aus den Errun­gen­schaf­ten der klas­si­schen Moderne, vernetzten sich in Künstler­grup­pen und er­schlos­sen sich die zeitge­nös­si­sche Szene in Paris und den USA.

Die Ausstel­lung zeigt erstmals ­die bedeutende Sammlung infor­mel­ler Kunst des Un­ter­neh­mer­ehe­paars Anna und Dieter Grässlin aus St. Georgen. Die Sammlung reprä­sen­tiert mit hochka­rä­ti­gen Werken das breite ­Spek­trum der infor­mel­len Ausdrucks­for­men: Malerei, drei­di­men­sio­nale Objekte sowie Druck­gra­fik und Zeichnung.

Mit über hunder­t ­Ex­po­na­ten von zwölf Künstlern aus den Jahren 1946 bis 1974 veran­schau­licht ­die Ausstel­lung die Vielge­stal­tig­keit des Informel. Ausge­hen­d von Bildern Jean Fau­triers und Wols, die als Wegbe­rei­ter dieser künst­le­ri­schen Hal­tung in die Kunst­ge­schichte eingingen, präsen­tiert der Rund­gang Werke von Peter Brüning, Carl Buchheis­ter, K.F. Dahmen, K.O. Götz, Gerhard Hoehme, Erich Hauser, Emil ­Schu­ma­cher, Bernard Schultze, K.R.H. Sonderborg und Fred Thieler.

Im Dialog mit der Sammlung Anna und Dieter Grässlin werden ausge­wählte Exponate aus dem Bestan­d ­der Städti­schen Galerie Karlsruhe gezeigt.

Die Ausstel­lung ist eine ­Ko­ope­ra­tion mit dem Mittel­rhein-Museum Koblenz (23.06. - 1.10.2017), Karlsruhe ist die zweite Station mit erwei­ter­ter ­Kon­zep­tion. Es erscheint ein gemein­sa­mer Katalog.

Foto: Peter Brüning – Ohne Titel, 1960 | © VG Bild-Kunst, Bonn 2017

Städtische Galerie Karlsruhe (Karlsruhe)

09.12.2017 - 09.12.2017 Slam DA | In Kooperation mit dem TatWort e.V. (Münster) und dem Café im DA, Kunsthaus | Beginn: 19.3
DA, Kunsthaus Kloster Gravenhorst (Hörstel)
Pressemitteilung
Einmal im Jahr treffen preisverdächtige Poetry Slammer im DA, Kunsthaus Kloster Gravenhorst aufeinander und liefern sich einen wortgewandten Wettstreit – wer gewinnt, entscheidet das Publikum.

DA, Kunsthaus Kloster Gravenhorst (Hörstel)

09.12.2017 - 04.03.2018 Juden, Christen und Muslime
Martin-Gropius-Bau Berlin (Berlin)
Pressemitteilung
Im Dialog der Wissenschaften 500-1500

Unsere heutige wissenschaftliche Welt steht auch auf den Schultern jener jüdischen, christlichen und muslimischen Gelehrten, die im Mittelalter Schriften der Antike übersetzten, zuerst im Nahen Osten ins Arabische und dann in Europa – zu Beginn in Süditalien und Spanien – aus dem Arabischen ins Lateinische. Die Bedeutung des Wissenstransfers in dieser Epoche kann nicht überschätzt werden, auch wenn das nicht der einzige Überlieferungsstrang gewesen ist. So ist etwa die Rezeption der Schriften des Aristoteles im mittelalterlichen Europa im Wesentlichen dieser Übersetzertätigkeit zu verdanken.

Im 9. Jahrhundert war in Bagdad das „Haus der Weisheit“ begründet worden, von dem eine rege Übersetzungstätigkeit ausging: persische, aramäische, syrische, hebräische, indische (Sanskrit), und lateinische Schriften wurden dort ins Arabische übertragen, von jüdischen, christlichen und sabäischen Gelehrten. Dort unterrichtete auch der Universalgelehrte Al-Chwarizmi (780–850), dem wir einen heute sehr aktuellen Begriff verdanken, den des Algorithmus, entstanden aus einer Verballhornung seines Namens.

Die Ausstellung, erarbeitet von der Österreichischen Nationalbibliothek, widmet sich dieser überragenden Phase einer Begegnung der Kulturen. Vier große Schriftkulturen werden vorgestellt: die hebräische, die griechische, die arabische und die lateinische. Religiös motivierte Fragestellungen konnten zwar die Akzeptanz kulturübergreifender Erkenntnisse verhindern, gaben jedoch auch vielfach erst den Anstoß für wissenschaftliche Auseinandersetzungen.

Foto:
Detail Avicenna im Kreis disputierender Ärzte, Herbarium, Verona oder Venetien, spätes 15. Jh., Cod. 5264, fol. IVv
© Österreichische Nationalbibliothek

Martin-Gropius-Bau Berlin (Berlin)

08.12.2017 - 02.04.2018 Der Meister von Meßkirch Katholische Pracht in der Reformationszeit
Staatsgalerie Stuttgart (Stuttgart)
Pressemitteilung
Im Reformationsjahr 2017 widmet die Staatsgalerie Stuttgart dem Meister von Meßkirch erstmals eine umfassende monografische Ausstellung.
Der Meister von Meßkirch gehört zu den bedeutendsten Malern der frühen Neuzeit. Obwohl sich der ausschließlich im oberschwäbischen Raum tätige Künstler als historisch verbürgte Person bis heute nicht sicher fassen lässt, ist sein Rang als herausragender Kolorist seit langem unbestritten. Seine Altarbilder beanspruchen auch deshalb hohes historisches Interesse, da sie – entgegen der sich in Württemberg fast flächendeckend durchsetzenden Reformation – das regionale Festhalten am altgläubigen Bekenntnis dokumentieren. Von den frühen Porträts, Epitaphien und Hausaltären bis hin zu seinen im Auftrag der Grafen von Zimmern geschaffenen Altarbildern der 1530er-Jahre erschließt sich so ein Werk von unverwechselbarer Eigenart. Charakteristisch ist auch die Verbindung altertümlicher Elemente und fortschrittlicher Bildideen der Renaissance. Ein Großteil seiner heute verstreut in Museen und Privatsammlungen Europas und der USA befindlichen Tafelbilder und Zeichnungen sind in der Ausstellung vereint zu sehen. Sie werden in aufschlussreichen Gegenüberstellungen mit annähernd zeitgleich entstandenen Werken protestantischer Ausrichtung präsentiert. So wird ein differenzierter Eindruck von den künstlerischen Ausdrucksformen im Zeitalter der Reformation vermittelt.

Staatsgalerie Stuttgart (Stuttgart)

02.12.2017 - 25.02.2018 Winterlicht – lucid dreams | Betty Rieckmann | Lichtinstallationen | Eröffnung: 02.12. um 16.00 Uhr
DA, Kunsthaus Kloster Gravenhorst (Hörstel)
Pressemitteilung
Licht ist kein greifbares Medium wie Farbe oder Metall. Licht alleine kann nicht gesehen werden. Es braucht einen Träger, einen „Sichtbarmacher“. Gerade hier liegt die Herausforderung für die international arbeitende Lichtkünstlerin Betty Rieckmann.

DA, Kunsthaus Kloster Gravenhorst (Hörstel)

24.11.2017 - 02.04.2018 Rebecca Horn. Hauchkörper als Lebenszyklus
Lehmbruck Museum (Duisburg)
Pressemitteilung
Ausstellung der Wilhelm-Lehmbruck-Preisträgerin 2017

Die Werke Rebecca Horns nehmen uns unmittelbar gefangen, sie fesseln unsere Aufmerksamkeit und verankern sich in unserem Gedächtnis. Bewegliche Skulpturen bekommen ein Eigenleben und führen uns in Räume des Unbewussten jenseits der Alltagswelt.

Die Ausstellung zeigt erstmals die neuesten raumgreifenden Installationen der Künstlerin, die Hauchkörper: Überlebensgroße, spitze Stäbe aus Messing bewegen sich in präzise komponierten Choreographien aufeinander zu und voneinander weg. Die unendlich scheinende Bedächtigkeit ihrer Bewegungen wirkt meditativ: Sie verlangsamt uns und führt zur Versenkung in unser Inneres. Zyklische Bewegungen prägen viele der Werke Rebecca Horns von Performances der 1970er Jahre über ihre Spielfilme der 1980er bis hin zu aktuellen kinetischen und skulpturalen Werken. Im Zentrum steht der Mensch und seine Seele, der Mensch auch mit seinen dunklen Seiten, mit seinen Apparaturen, die er sich selbst geschaffen hat, der Mensch mit seiner Fähigkeit, seine eigenen Unzulänglichkeiten durch Schönheit zu überwinden.

Lehmbruck Museum (Duisburg)

18.11.2017 - 18.11.2017 KunstVerzehr | Claudia Schmitz und Käthe Wenzel | Projektstipendium KunstKommunikation 17 – Kunst zu
DA, Kunsthaus Kloster Gravenhorst (Hörstel)
Pressemitteilung

Das KunstVerzehr-Menü: Zum Abschluss des Projektes wird den Gewinnern der Verlosung vom Apfelfest (24.09.) im festlichen Ambiente des Kunsthauses die essbare Übersetzung eines Kunstwerkes aus der Ausstellung „kunST_bestand | abstrakt“ vor dem Original serviert.

DA, Kunsthaus Kloster Gravenhorst (Hörstel)

17.11.2017 - 18.02.2018 Rausch, Wonne und Verglühen Die Zukunft der Sammlung Frank Brabant
Staatliches Museum Schwerin / Ludwigslust / Güstrow (Schwerin)
Pressemitteilung
Ausstellung in der Galerie Alte & Neue Meister Schwerin

Frank Brabant, der in Schwerin geboren und aufgewachsen ist und sich später in Wiesbaden eine Existenz als erfolgreicher Geschäftsmann aufbaute, hat im Laufe seines Lebens eine beachtliche Kunstsammlung zusammengetragen. Die Sammlung umfasst das ganze 20. Jahrhundert angefangen von Bonnard und Toulouse-Lautrec bis zu Penck und Lüpertz, der Schwerpunkt liegt aber bei Werken des Expressionismus und der Neue Sachlichkeit.

Angefangen hat alles mit einem Holzschnitt von Max Pechstein, den Frank Brabant sich von dem Geld kaufte, das er eigentlich für seinen ersten VW-Käfer gespart hatte. Später kamen Werke von Alexej von Jawlensky, Ernst Ludwig Kirchner, August Macke Georg Tappert, Emil Nolde, Otto Dix, Max Beckmann und viele anderen hinzu. Über 500 Werke umfasst die Sammlung heute. Neben den „großen Namen“ sind viele Maler der „Verschollenen Generation“ vertreten – Künstler, die in der Nazizeit verfemt wurden und nach dem Krieg nicht mehr an frühere Erfolge anknüpfen konnten. Die Bilder spiegeln in vielen Fällen die sozialen Missstände in der Weimarer Republik und geben zugleich einen Überblick über das damalige Kunstgeschehen.

Frank Brabant will seine Kunstsammlung nach seinem Tod je zur Hälfte dem Museum Wiesbaden und der Galerie Alte & Neue Meister des Staatlichen Museums Schwerin schenken. Die Ausstellung zeigt heute schon die Werke, die die Sammlung des Schweriner Museums in Zukunft ergänzen werden. Bisher besitzt das Museum nur wenige Werke, die dem Expressionismus oder der Neue Sachlichkeit zu zurechnen sind, insofern schließt diese Schenkung eine Lücke. Besonders augenfällig wird die Bedeutung der Stiftung für die Sammlung des Museums an einem Gemälde von Heinrich Ehmsen. Bei dem Werk in der Sammlung Brabant handelt es sich um die Vorstudie zu dem Gemälde Der Angler von Cassis, das sich bereits seit 1968(?) im Bestand des Staatlichen Museums befindet.

Auch das Museum Wiesbaden stellt in einer Ausstellung im Sommer 2018 seinen Teil der Sammlung vor. Zu beiden Ausstellungen erscheint ein gemeinsamer Katalog, der die Sammlung Frank Brabant noch einmal als Ganzes würdigt. Anhand der Sammlung wird hier nicht nur die Kunst des Expressionismus und der Neuen Sachlichkeit, sondern auch die Vernetzung der Künstler und Gruppierungen untereinander vorgestellt.

Staatliches Museum Schwerin / Ludwigslust / Güstrow (Schwerin)

21.10.2017 - 28.01.2018 Buchsbaumanalyse | Oliver Gather | Projektstipendium KunstKommunikation 17 – Kunst zum Mitmachen und
DA, Kunsthaus Kloster Gravenhorst (Hörstel)
Pressemitteilung
Oliver Gather untersucht von Mai bis Juli mit Feder, Pinsel und Farbe die kreativen Vorstellungen Ibbenbürener Vorgartenbesitzer. Die ästhetischen Gestaltungsprinzipien aus Design und Kunst, die zeichnerisch dokumentiert werden, sind im Künstleratelier ausgestellt.

DA, Kunsthaus Kloster Gravenhorst (Hörstel)

21.10.2017 - 26.11.2017 Kunst in der Region – Gemeinschaftsausstellung zeitgenössischer Kunst | Eröffnung: 21.10. um 16.00 U
DA, Kunsthaus Kloster Gravenhorst (Hörstel)
Pressemitteilung
Zu sehen ist eine breite Vielfalt verschiedener künstlerischer Medien und aktueller Positionen der bildenden Kunst. Im Anschluss an die Eröffnung präsentiert der Kölner Jazzpianist Georg Ruby sein „Personal Songbook“.

DA, Kunsthaus Kloster Gravenhorst (Hörstel)

21.10.2017 - 28.01.2018 AUSBLICK! Projektstipendium KunstKommunikation 18 – Kunst zum Mitmachen und Mitdenken | Ausstellung
DA, Kunsthaus Kloster Gravenhorst (Hörstel)
Pressemitteilung
Gefördert werden gemeinschaftsorientierte Kunstprojekte, die von Handlung und Laienbeteiligung leben und gesellschaftsrelevante Themen mit partizipatorischen Aspekten aufgreifen. In der Ausstellung sind max.15 Projektideen zu sehen, die von einer Jury ausgewählt und zur Ideenwerkstatt eingeladen wurden.

DA, Kunsthaus Kloster Gravenhorst (Hörstel)

20.10.2017 - 07.01.2018 Stand der Dinge. Der Künstlerbund Baden-Württemberg zu Gast.
Kunstmuseum Singen (Singen)
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Der altehrwürdige, dabei runderneuerte Künstlerbund Baden-Württemberg blickt auf eine stolze 60jährige Geschichte zurück und vertritt heute mehr als 400 Mitglieder aus allen künstlerischen Sparten. Regelmäßig richtet er in Kooperation mit renommierten baden-württembergischen Kunstinstitutionen jurierte Ausstellungen aus, um den „Stand der Dinge“ zu zeigen. 2017 sind mit dem Kunstmuseum Singen und der Städtischen Galerie Bietigheim-Bissingen gleich zwei Häuser beteiligt – im Süden und im Norden des Bundeslandes. Und die beiden Museumsleiter tauschen ihre Plätze. Statt im eigenen werden sie die Ausstellung im jeweils anderen Haus kuratieren! Spannende Korrespondenzen, interessante Gewichtungen und Präsentationen, ein frischer Blick auf die aktuelle Kunstproduktion im deutschen Südwesten können versprochen werden.

Eröffnung: Sonntag, 22. Oktober 2017, 11 Uhr

Kunstmuseum Singen (Singen)

15.10.2017 - 15.10.2017 Das Gravenhorster MALBUCH | Dieter Call & Anja Voigt | Projektstipendium KunstKommunikation 17 – Kun
DA, Kunsthaus Kloster Gravenhorst (Hörstel)
Pressemitteilung
Letzte Gelegenheit das selbst gestaltete „Gravenhorster MALBUCH“ direkt bei den Künstlern im Atelier abzugeben. Dieter Call und Anja Voigt stehen für Gespräche zur Verfügung und laden dazu ein, noch in letzter Minute Teil der Ausstellung im Atelier des DA und im Netz zu werden.

DA, Kunsthaus Kloster Gravenhorst (Hörstel)

14.10.2017 - 21.01.2018 Werner Mantz. Architekturen und Menschen
Museum Ludwig (Köln)
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Werner Mantz (1901–1983) ist als einer der prominenten Fotografen des Neuen Bauens im Köln der 1920er Jahre bekannt. Geboren und aufgewachsen in Köln, eröffnete er 1921 ein Fotoatelier und porträtierte zunächst prominente Intellektuelle, Künstler und Politiker. Ab 1926 erhielt er auch Aufträge als Architekturfotograf für Wilhelm Riphahn, Peter Franz Nöcker, Caspar Maria Grod und anderer Vertreter der architektonischen Avantgarde, die Konrad Adenauers Siedlungspolitik für ein modernes Köln umsetzten. Architekturzeitschriften wie Bauwelt, Die Form oder Bauwarte publizierten häufig seine Werke. In ihrer sachlichen, schwarzweißen Strenge wirken die menschenleeren Gebäude und Straßenzüge in Mantz‘ Bildern wie monumentale Kulissen der Moderne. Diese Bilder sind es, die Kölns architektonische Moderne über die Stadtgrenzen hinaus bekannt machten.

1932 eröffnete Mantz in Maastricht ein zweites Atelier und siedelte 1938 ganz in die Niederlande über. In Maastricht kam er zurück zur Porträtfotografie und spezialisierte sich auf Kinderbildnisse. Er selbst empfand seine Porträts als gleichbedeutend zu seinen Architekturaufnahmen; ausgestellt wurden sie bislang nicht. Das Museum Ludwig führt diese beiden Aspekte seines Schaffens zusammen und ermöglicht es erstmals, Mantz‘ Werk in seiner historischen Breite und Diversität zu erfahren.

Die Ausstellung ist ein Gemeinschaftsprojekt mit dem Nederlands Fotomuseum in Rotterdam, das den umfangreichen Bestand von Mantz’ Fotografien aus den Niederlanden bewahrt.

Zur Ausstellung erscheint ein Katalog.

Kuratoren: Miriam Halwani (Museum Ludwig) und Frits Gierstberg (Nederlands Fotomuseum)

Die Ausstellung wird großzügig unterstützt durch das Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen, das Königreich der Niederlande, der GAG Immobilien AG, sowie der Werner Mantz Stiftung.

Bild
Werner Mantz
Kommunionsporträt eines Mädchens, Limburg, 1934-1938Museum Ludwig, Köln
Nederlands Fotomuseum, Rotterdam Bild
Foto: Nederlands Fotomuseum, Rotterdam Heinrich Böll mit Manuskript, 1953

Haus am Botanischen Garten, um 1929
Museum Ludwig, Köln
Foto: Rheinisches Bildarchiv, Köln

© VG Bild-Kunst, 2017

Museum Ludwig (Köln)

07.10.2017 - 07.01.2018 Land in Sicht Die Kunstankäufe des Landes Mecklenburg-Vorpommern 2015/2016
Staatliches Museum Schwerin / Ludwigslust / Güstrow (Schwerin)
Pressemitteilung
Ausstellungstermin nur voraussichtlich!!
Aktuelle Informationen unter: https://www.museum-schwerin.de/ausstellungen/vorschau/

Ausstellung auf Schloss Güstrow

Das Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur und das Staatliche Museum Schwerin?/?Ludwigslust?/?Güstrow präsentieren gemeinsam die Neuerwerbungen für die Kunstsammlung des Landes Mecklenburg-Vorpommern. In den Ateliers von 14 Künstlern wurden insgesamt 79 Arbeiten aus unterschiedlichen Gattungen und von großer stilistischer Bandbreite zusammengetragen: Malerei, Druckgrafik, Zeichnungen, Objekte, Fotoarbeiten und Videokunst von Martha Damus, Jacqueline Duhr, Friedrich Wilhelm Fretwurst, Jörg Hamann, Lars Lehmann, Annette Leyener, Margret Middell, Marcus Schramm, Holger Stark, Wolfgang Tietze, Iris Thürmer, Sven Ochsenreither, Matthias Wegehaupt und Marc Wiesel.

Staatliches Museum Schwerin / Ludwigslust / Güstrow (Schwerin)

06.10.2017 - 06.10.2017 Münsterland Festival part 9 | Offizielle Festivaleröffnung mit Doppelkonzert | Länderschwerpunkt „Gr
DA, Kunsthaus Kloster Gravenhorst (Hörstel)
Pressemitteilung

Offizielle Festivaleröffnung in Gravenhorst mit Künstlergesprächen und Auftaktkonzert mit griechischer und isländischer Band. Weitere Infos unter: www.muensterlandfestival.com und www.da-kunsthaus.de

DA, Kunsthaus Kloster Gravenhorst (Hörstel)

01.10.2017 - 12.11.2017 NORBERT HUWER - RETROSPEKTIV
Museum Schloss Ettlingen (Ettlingen)
Pressemitteilung
Sonderausstellung im 2. OG der Städtischen Galerie

Norbert Huwer entwickelte mit den Stegplattenbildern eine eigenständige Gattung zwischen flachem Tafelbild und dreidimensionalem Wandrelief. Die dreidimensionale Struktur industriell hergestellter Acrylglasplatten eröffnet dem Künstler die Möglichkeit, die Farben auf drei bis vier räumlichen Ebenen zu platzieren. Der Blickwinkel des Betrachters verändert den Eindruck, den das Werk auf der Netzhaut hinterlässt, so dass die Komplexität des Bildes nie auf einen Blick erfasst werden kann. Die Ausstellung zeigt eine umfangreiche Serie von Stegplattenbildern, die auch das erste entstandene Bild umfasst, sowie Objekte und Monochromien.

Museum Schloss Ettlingen (Ettlingen)

29.09.2017 - 10.12.2017 Ed Atkins Old Food
Martin-Gropius-Bau Berlin (Berlin)
Pressemitteilung
Ed Atkins (*1982, Oxford, GB) ist der Schöpfer einer forcierten Künstlichkeit, die in seinen computergenerierten Filmen Protagonisten zeigt, die ramponiert, entwaffnend nah und einsam gezeigt werden. Es sind vorfabriziert wirkende Animationen, die das Zeigen der neuen, digitalen Medien selbst zeigen, genauso wie das Synthetische der am Computer generierten Figuren und ihrer Welten. In Ed Atkins’ Arbeiten vergessen die Betrachter*innen nie ihr eigenes Betrachten eines Mediums – Bildstörungen und scheinbare Fehlfunktionen erinnern sie an den Vorgang der filmischen Repräsentation und ihrer Unzulänglichkeiten. Zugleich gehen Atkins’ Filme unmittelbar unter die Haut, genauso wie allein schon die Vorstellung von „altem Essen“ eine körperliche Reaktion hervorruft. Für seine Ausstellung im Martin-Gropius-Bau „Old Food“ kreiert der Künstler eine neue Folge von Arbeiten, die Begehren, Konflikt, Lernen und Verdummen allegorisieren. Als Serie von eigenständigen Video- und Soundarbeiten ebenso wie als synchrones Ganzes zeigt „Old Food“ sich wiederholende Sequenzen einer „Dark Age CGI Piano Performance; elaboriert explodierte Diagramme von Sandwiches; Essen, Weinen und Sabbern in Zeitlupe ebenso wie wogende Armeen choreografierter Idioten“ (Ed Atkins).

Atkins hatte in den letzten Jahren Einzelausstellungen u.a. im MMK Frankfurt (2017); Castello di Rivoli, Turin (2016); The Kitchen, New York (2016); Stedelijk Museum, Amsterdam (2015) und der Serpentine Gallery, London (2014). Der Künstler lebt und arbeitet in Berlin.

VERANSTALTER Berliner Festspiele / Immersion
KURATORIN Lisa Marei Schmidt

© Ed Atkins

Martin-Gropius-Bau Berlin (Berlin)

17.09.2017 - 07.01.2018 Reload! Tracht – Kunst – Mode
Museum Kunst der Westküste (Alkersum/Föhr)
Pressemitteilung
In unserer globalisierten Welt begeben sich viele Menschen auf die Suche nach ihren Wurzeln. Das Gefühl, zu wissen, woher man kommt, geht mancherorts – so auch auf den nordfriesischen Inseln – mit dem Tragen von Trachten einher, die früher Ausweis regionaler und sozialer Zugehörigkeit waren. Ausgehend von Gemälden und Grafiken des 19. Jahrhunderts aus der Sammlung Kunst der Westküste spannt die Ausstellung mit internationalen Leihgaben einen Bogen bis zur zeitgenössischen Kunst und zu aktuellem Modedesign. Als ein Synonym für Heimatverbundenheit, Identifikation und Traditionspflege scheint die Tracht gerade gegenwärtig ein in mehrfacher Hinsicht reizvolles Sujet zu sein, das auch in ironisierender oder kritischer Hinsicht Thema in den unterschiedlichsten künstlerischen Medien ist.

Künstler 19./20. Jahrhundert:
Oluf Braren, Otto Heinrich Engel, Johan Julius Exner, Carl Ludwig Jessen, Christian Carl Magnussen, Johan Gudmann Rohde, Valentin Wassner, August Westphalen, August Wilckens

KünstlerInnen 21. Jahrhundert:
Catharina Bond (AT), Nico Dams (DE), Sabine Dehnel, (DE), Sandra Heinz (DE), Hendrik Kerstens (NL, Abb.), Anja Luithle (DE), NOH NEE (DE), Annette Schröter (DE), Trine Søndergaard (DK), Mila Teshaieva (DE), Vivienne Westwood (GB) sowie AbsolventInnen der Studiengänge Modedesign und Fotografie der Hochschule Hannover (DE)

Zur Ausstellung erscheint ein Katalog.

Museum Kunst der Westküste (Alkersum/Föhr)

17.09.2017 - 05.11.2017 Richard Kalvar - Earthlings
KuK - Kunst- und Kulturzentrum der StädteRegion Aachen (Monschau)
Pressemitteilung
"Das ist es, was ich gerne mache: Spielen mit der ganz normalen Wirklichkeit, wobei sich meine "Akteure" ihrer Rolle nicht bewusst sind, sich also nicht in Pose werfen in dem "Drama", in dem ich sie einsetze."
Der 1944 in New York geborene Fotograf Richard Kalvar bringt seine Arbeit in dieser Beschreibung selbst auf den Punkt. So fokussieren seine Bilder Befindlichkeiten, die Menschen gewöhnlich für sich behalten, und machen ihr Verhalten mit hintersinnigem Humor sichtbar. Augenzwinkernd konstruiert er alltägliche Dramen, spielt mit der Wirklichkeit und ignoriert manche Konventionen. Das herausragende Können Kalvars honorierte die Agentur Magnum Photos in Paris, indem sie den Künstler 1977 als Vollmitglied aufnahm.

KuK - Kunst- und Kulturzentrum der StädteRegion Aachen (Monschau)

16.09.2017 - 31.10.2017 25 Jahre Rheinorange
Lehmbruck Museum (Duisburg)
Pressemitteilung
Die Studio-Ausstellung dokumentiert die Entstehung der Skulptur "Rheinorange" von Lutz Fritsch.

Leuchtend orange markiert die hohe Stahlstele den Ort, an dem die Ruhr in den Rhein fließt. Gegenüber von Ruhrort, dem Ursprung des heutigen größten Binnenhafen Europas steht seit 1992 die Skulptur „Rheinorange“ des Kölner Bildhauers Lutz Fritsch (*1955). Als gemeinsames Projekt der Duisburger Wirtschaftsjunioren, der Stadt Duisburg und des Lehmbruck Museums entstand so eine weithin sichtbare Landmarke mit überregionaler Strahlkraft. Heute ist das Werk fester Bestandteil der Stadtsilhouette und für die Kapitäne auf dem Rhein ein zentraler Orientierungspunkt auf ihrer Route zwischen Basel und Rotterdam.

Begleitend zur Ausstellung erscheint mit Unterstützung der Wirtschaftsjunioren das Buch „Rheinorange“ mit Fotos und Texten von Söke Dinkla, Bettina Böttinger, Jörg Mascherrek u.a. im Wienand Verlag, Köln, zum Preis von 29,80 EUR. 25 Bücher sind als Vorzugsausgabe mit einer Zeichnung von Lutz Fritsch zum Preis von 340 EUR erhältlich.

Lehmbruck Museum (Duisburg)

16.09.2017 - 04.02.2018 Auf unbekanntem Terrain. Landschaft in der Kunst nach 1945
Museum für Aktuelle Kunst – Sammlung Hurrle Durbach (Durbach)
Pressemitteilung
Nach den verstörenden Erfahrungen des 2. Weltkriegs wurde das Thema Landschaft, das bis dahin überwiegend festen Regeln und Traditionen folgte, in die abstrakte Malerei integriert und darin aufgelöst. Erst das Versiegen jeder gegenständlichen Tendenz und die anschließende Neubelebung Anfang der 60er Jahre brachten den nötigen Freiraum, um auch Natur und Landschaft im Rahmen einer neuen Auffassung und eines neuen Malereibegriffes wieder aufzugreifen, überlieferte Traditionen aufzusprengen und zu erweitern.
Die Ausstellung widmet sich der Auseinandersetzung mit den Themen Landschaft und Natur seit dem 2. Weltkrieg bis heute, wobei mit Blick auf die Kunst der DDR auch beleuchtet wird, inwiefern sich in den Landschaftsdarstellungen politische Veränderungen wiederspiegeln.

Museum für Aktuelle Kunst – Sammlung Hurrle Durbach (Durbach)

16.09.2017 - 15.10.2017 Münsterland Festival part 9 | MEETING HALFWAY – Treffen auf halber Strecke“ | Fotografie und Film vo
DA, Kunsthaus Kloster Gravenhorst (Hörstel)
Pressemitteilung
Die Ausstellung mit griechischen und isländischen Künstlern findet im Rahmen des Münsterland Festivals 2017 statt. Genau auf halber Strecke zwischen Athen und Reykjavik treffen sie sich zu einem künstlerischen Austausch.
Gefördert durch das Land NRW und die Kreissparkasse Steinfurt

DA, Kunsthaus Kloster Gravenhorst (Hörstel)

15.09.2017 - 15.10.2017 GEDOK FormART 2017 Elke und Klaus Oschmann Preis - Ulrike Scriba, Iris Merkle, Susanne Holzinger
GEDOK Künstlerinnenforum Karlsruhe (Karlsruhe)
Pressemitteilung
Preisverleihung und Vernissage am Freitag, 15.09. um 17 Uhr
im Meidingersaal
Grußworte: Regierungspräsidentin Nicolette Kressl
Prof. Ulrike Rosenbach, Präsidentin des GEDOK Bundesverbandes
Laudatio / Einführung: Barbara Sowa, Bundesfachbeirätin Angewandte Kunst
Preisverleihung: Anna Oschmann, Berta Rieder

Der bundesweit ausgeschriebene Kunstpreis für Angewandte Kunst/ArtDesign wird alle zwei Jahre von der GEDOK e.V. verliehen. Die Münchener Unternehmerin Elke G. Oschmann stiftete erstmals 2005 den mit insgesamt 10.000 Euro dotierten Preis „GEDOK FormART“ und benannte ihn im Gedenken an ihren verstorbenen Mann „Klaus Oschmann Preis“. Im Januar dieses Jahres verstarb Elke G. Oschmann, aber ihre Töchter Anna Oschmann und Berta Rieder führen diese Stiftung fort und widmen den Preis nun den
Eltern.

In der diesjährigen Ausstellung sind die Exponate der Preisträgerinnen sowie 27 weiterer Künstlerinnen zu sehen, die einen überraschend experimentellen Charakter haben, auch und gerade durch die Verknüpfung von Techniken und Bearbeitungen, wie sie in der Bildenden Kunst angewendet werden. Das Interdisziplinäre ist nicht nur ein Alleinstellungsmerkmal der GEDOK als spartenübergreifender Verband, sondern zeigt sich schon in der Verbindung der kleinsten Einheit, der Gewerke, indem es in dieser Ausstellung zwei Paarungen unterschiedlicher Gewerke zu sehen gibt.

Zur Ausstellung erscheint ein Katalog

GEDOK Künstlerinnenforum Karlsruhe (Karlsruhe)

10.09.2017 - 01.10.2017 Zeugen der Vergänglichkeit Peter Paul Buchta – Malerei und Zeichnung Martin Matschke – Stein und H
BBK Karlsruhe, Künstlerhaus Karlsruhe (Karlsruhe)
Pressemitteilung
Martin Matschke, Jahrgang 1932, wuchs in Ostdeutschland auf und ging 1950 in den Westen. Er studierte in Hannover Sozialpädagogik, gleichzeitig nahm er Unterricht bei einem bedeutenden Vertreter der Neuen Sachlichkeit, Erich Wegner.
1955 kam er nach Karlsruhe, wo erste großformatige Ölbilder entstanden. Zu einer eigenen künstlerischen Sprache kam er Anfang der Siebziger Jahre, indem er die ästhetischen und symbolischen Werte der Verkehrszeichen bildnerisch untersuchte. Zu dieser Zeit wandte er sich jedoch mehr und mehr der Bildhauerei zu, die sein eigentliches Metier wurde. In Zusammenarbeit mit der Gießerei Ochs in Ettlingen entstanden zahlreiche Aluminium- und Bronzeplastiken. Zentrales Thema seiner Arbeiten wurde der "Pflasterkopf", in der Sache der kubische Pflasterstein, als künstlerisches Objekt eine Chiffre für den Menschen, der im Laufe des Lebens und durch das Leben geformt und auch verletzt wird.
1985 erhielt er den Perron-Kunstpreis der Stadt Frankenthal, 1987 wurde er in den Künstlerbund Baden-Württemberg aufgenommen.
1997, 65-jährig also, brach er noch einmal zu neuen Ufern auf: Er zog er nach Piemont, in ein altes Bauernhaus, wo die weitläufigen Nebengebäude Raum boten für die Arbeit mit Marmor sowie für die zahllosen, in fünf Jahrzehnten entstandenen Zeichnungen, Gemälde, Holzschnitte, Collagen und Plastiken.

Peter Paul Buchta wurde 1935 in Karlsruhe geboren. Von 1954-1960
studierte er an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste in
Karlsruhe bei den Professoren Karl Hubbuch, Otto Laible sowie
Herbert Kitzel und Emil Wachter. Danach war er bis 1985 als
Kunsterzieher am Fichtegymnasium tätig.

"Meine Bilder male ich meist vor der Natur und überarbeite sie
dann im Atelier. Die realistische Darstellungsweise soll die
räumliche Situation zu einem ganz bestimmten Zeitpunkt
wiedergeben. Deswegen bezeichne ich meine Bilder auch gerne nach
Ort und Zeit. Oft bekommen diese Darstellungen einen gewissen
dokumentarischen Wert, denn das Bild der Stadt und der Landschaft
verändert sich ständig, Altes verschwindet, Neues wird gebaut,
alte Fahrzeuge werden verschrottet, neue werden angeschafft; der
Baum, der letztes Jahr noch grünte, wird heute gefällt." (P.P.
Buchta)

BBK Karlsruhe, Künstlerhaus Karlsruhe (Karlsruhe)

10.09.2017 - 07.01.2018 Vom Floh gebissen - Studioausstellung historischer Flohfallen
Museum Schloss Ettlingen (Ettlingen)
Pressemitteilung
Als kleinen Vorgeschmack auf die kulturgeschichtliche Ausstellung zur epochenübergreifenden Darstellung der Körperhygiene, die derzeit vorbereitet wird, zeigt das Museum 25 historische Flohfallen aus dem 18. und 19. Jahrhundert. Im 17. und 18. Jahrhundert kamen wegen der schlechten hygienischen Verhältnisse sogenannte Flohfallen zum Einsatz, um der Plage Herr (oder Frau) zu werden. Winzige Behältnisse aus Elfenbein, Holz, Metall oder der Coquilla-Nuss trug man unter der Kleidung oder in den Perücken. Wie das genau funktionerte zeigt die kleine Ausstellung in den barocken Salons des Schlosses.

Museum Schloss Ettlingen (Ettlingen)

08.09.2017 - 01.10.2017 Indian Summer - Lilo Maisch: Zeichnungen, Gemälde, Papierarbeiten und skulpturale Elemente
GEDOK Künstlerinnenforum Karlsruhe (Karlsruhe)
Pressemitteilung
„Indian Summer“ nennt sich ein vielgestaltiger Zyklus von Kunstwerken, welche die Künstlerin Lilo Maisch unter dem Eindruck einer USA-Reise fertigte. Die Gesamtheit der Arbeiten kann als Kondensationspunkt ihrer langjährigen und intensiven künstlerischen Tätigkeit verstanden werden: Hierbei treffen Philosophie auf Spiritualität, intensive Farbklänge auf klare Flächenkompositionen und kontemplative Ruhe auf Dynamik. Die Künstlerin lädt Sie auf eine Reise in den Indian Summer ein und zeigt Ihnen freundliche, totemartige Wesen, geheimnisvolle Bergriesen und vor allem unnachahmliche Farben. Die Ausstellung umfasst sowohl skulpturale Elemente als auch Zeichnungen, Gemälde und Papierarbeiten.

GEDOK Künstlerinnenforum Karlsruhe (Karlsruhe)

03.09.2017 - 19.11.2017 Es gibt nur ein Programm: Freiheit! Kirchner, Nolde, Heckel, Schmidt-Rottluff, Amiet und Hodler. Zum
Kunstsammlung Jena (Jena)
Pressemitteilung
Die Kunstsammlung Jena ehrt diesen Freund der Künste und Künstler mit einer Ausstellung, in deren Zentrum genau jene Kunst steht, für die er sich in besonderer Weise engagierte: der Expressionismus. Die Liste der Künstler unserer Ausstellung orientiert sich vor allem an den Rezensionen, die Graef zwischen 1904 und 1917 regelmäßig in der Tagespresse veröffentlicht hat und in denen viele der bedeutendsten Künstler seiner Zeit dargestellt werden. Zum Kreis dieser Künstler gehören Ernst Ludwig Kirchner und Emil Nolde, Erich Heckel, Karl Schmidt-Rottluff, Max Pechstein, Otto Müller, Adolf Erbslöh, Cuno Amiet, Ferdinand Hodler und viele andere. Graef wirbt mit einfühlsamen, klug gesetzten Worten für das „Geheimnis echter Kunst, die uns überzeugt, oder wenn man will, uns überwältigt“ und er wird nicht müde in seinem Streben, die Menschen für die Bilder der Expressionisten zu gewinnen.
Vieles von dem, was Kirchner, Nolde, Heckel oder Schmidt-Rottluff ausgestellt haben, war für die Betrachter so neu und fremd, dass der Rezensent Botho Graef in der Beschreibung ähnlich kreativ sein musste, wie das die Künstler in ihren Werken waren. Sein Ziel war die Vermittlung, die Anerkenntnis dessen, was er als neu und wegweisend erkannt hatte. Für Graef sind die Expressionisten jene „starken und tapferen Naturen, die das Wagnis lieben“ und die „Augenerlebnisse aus der Wirklichkeit“ – so gegenläufig diese auch sein mögen – in einer neuen, ungeahnten Harmonie vereinen.

Kunstsammlung Jena (Jena)

02.09.2017 - 14.01.2018 Wenzel Hablik – Expressionistische Utopien
Martin-Gropius-Bau Berlin (Berlin)
Pressemitteilung
Malerei, Zeichnungen, Architektur
Wiederentdeckte Moderne II

Utopische Architekturentwürfe, expressionistisches Interieur, fantastische Farbwelten – all dies ist nur ein Teil des Werkes von Wenzel Hablik (1881–1934), der sich als Universalkünstler dem Gesamtkunstwerk verschrieb. Hablik gilt als einer der wichtigen Vertreter der deutschen expressionistischen Architektur- und Gestaltungsavantgarde. Scheinen die Wege der Kunst der Moderne weitgehend erforscht, so bietet sein Werk immer noch Überraschendes. Im Fokus der Berliner Ausstellung stehen seine Architekturvisionen und sein 1923 farbig gestaltetes Meisterwerk eines Raumkonzepts als Rekonstruktion. Sie werden durch die Präsentation von Malerei und Design ergänzt, denn erst in der Kombination wird der Grundgedanke des Gesamtkunstwerkes, wie Hablik es verfolgte, nachvollziehbar. Es ist die erste umfassende Einzelausstellung seines Werkes in Berlin.

Foto: Freitragende Kuppel, 1919. Aquarell, Farbstift, Bleistift, 64,9 x 50 cm
© Wenzel-Hablik-Stiftung, Itzehoe

Martin-Gropius-Bau Berlin (Berlin)

01.09.2017 - 07.01.2018 Die humane Kamera. Heinrich Böll und die Fotografie
Museum Ludwig (Köln)
Pressemitteilung
Anlässlich des 100. Geburtstags von Heinrich Böll befragt das Museum Ludwig in seinen neuen Fotoräumen Bölls Verhältnis zur Fotografie und dem Fotografieren – als Person des öffentlichen Lebens, als Gegenstand seiner Betrachtung, als Hilfsmittel für sein literarisches Schaffen und als Motiv in seinen Schriften.

Ein Jahr nach Heinrich Bölls Tod, im Jahr 1986, eröffnete das Museum Ludwig im neu errichteten Gebäude. Die Adresse lautet: Heinrich-Böll-Platz. In der Sammlung Fotografie des Museum Ludwig befinden sich zahlreiche Werke, die Heinrich Böll zeigen. Denn als Autor war er selbst begehrtes Motiv der Fotografen. Zu Lebzeiten erschienen zwei Bildbände seiner Porträts, aufgenommen u.a. von Heinz Held. Zu ihm unterhielt Böll eine Freundschaft und ließ sich von ihm auch im privaten Umfeld ablichten, eine durchaus bemerkenswerte Ausnahme, da Böll eher kamerascheu war. Aus dem Nachlass Heinz Helds wird erstmals eine Auswahl seiner Porträts von Böll präsentiert.

In neun Fotobildbänden erschienen jedoch zu seinen Lebzeiten auch Texte von Heinrich Böll, neu verfasste oder wiederverwendete, so unter anderem zu Chargesheimers Unter Krahnenbäumen, Im Ruhrgebiet (beide 1958) oder Menschen am Rhein (1960). 1964 publizierte Böll im Katalog zur Weltausstellung der Photographie den Text „Die humane Kamera“. Darin formulierte er eine Moral der Fotografie: „Wo die Kamera zudringlich wird, ihr Instrument, das Objektiv, zum Instrument […] des Photographen wird, der darauf aus ist, den Menschen zu ertappen, zu denunzieren, zu entlarven, überschreitet die Photographie ihre ästhetische und gleichzeitig ihre moralische Grenze.“ Von „Verletzungen“ spricht er auch. Und eine solche Verletzung findet literarische Gestalt in Die verlorene Ehre der Katharina Blum (1974), wenn die Boulevardpresse Blum in Wort und Bild ihrer Würde beraubt. Das Humane, das Menschsein – darin liegt Bölls Interesse in der Literatur wie in der Fotografie. Denn eines sagt er klar: „Ich mache mir nicht viel aus Pracht-Fotobänden.“ Das Sehen war für ihn der zentrale Sinn, um sich die Welt zu erschließen: „(…) ein gutes Auge gehört zum Handwerkszeug des Schriftstellers“, heißt es im Bekenntnis zur Trümmerliteratur (1952). Für seinen Roman Frauen vor Flußlandschaft (1985) bat Böll seinen Sohn René um Fotografien ausgesuchter Orte in Bonn, die dann im Roman beschrieben werden. Aufnahmen und entsprechende Textstellen werden in der Präsentation zusammengeführt.

Bölls Verhältnis zur Fotografie kommt ebenso in seinen Romanen und Geschichten über Fotografen und Fotografien zum Ausdruck. Als Motiv und Metapher taucht die Fotografie wiederholt auf, besonders prägnant in Anekdote zur Senkung der Arbeitsmoral (1963). Anhand von etwa 50 Exponaten aus Bildern, Büchern und Texten wird die vielfältige Auseinandersetzung Bölls mit der Fotografie gezeigt.

Begleitend erscheint das erste Heft einer neuen Publikationsreihe zur Sammlung Fotografie Die humane Kamera. Heinrich Böll und die Fotografie mit 11 Abbildungen, Heinrich Bölls Text „Die humane und Kamera“ und einem Beitrag von Dr. Miriam Halwani. Preis 8 Euro. ISBN 987-3-9807903-6-9.

Bild
Chargesheimer
Heinrich Böll, um 1959
© Museum Ludwig, Köln
Foto: Rheinisches Bildarchiv Köln

Museum Ludwig (Köln)

29.07.2017 - 29.10.2017 Regina Schmeken: Bloody soil. Scenes of NSU crimes
Martin-Gropius-Bau Berlin (Berlin)
Pressemitteilung
Das Beklemmendste an diesen Fotografien ist, dass auf ihnen weder die Mörder noch die Mordopfer zu sehen sind. An Schmekens Aufnahmen wirkt gerade das Unauffällige, Banale und Gewöhnliche unheimlich.
Hans Magnus Enzensberger

Zehn von Rechtsradikalen getötete Menschen zwischen 2000 und 2007 – in Dortmund, Hamburg, Heilbronn, Kassel, Köln, München, Nürnberg, Rostock. Das erste Opfer, der Blumenhändler Enver ?im?ek, wurde am 9. September 2000 in Nürnberg ermordet, das letzte Opfer, die Polizistin Michèle Kiesewetter am 25. April 2007 in Heilbronn. Bei einem Nagelbomben-Attentat in Köln wurden 22 Menschen verletzt, vier davon schwer. Der Prozess am Oberlandesgericht in München gegen Beate Zschäpe, Ralf Wohlleben sowie weitere fünf mutmaßlich Beteiligte begann 2013, das Urteil steht noch aus, ebenso die restlose Aufklärung der Taten.

Regina Schmeken zählt zu den international vielbeachteten Fotografinnen Deutschlands. In ihrer Arbeit geht es ihr um die Wahrnehmung der Wirklichkeit, ihren verschiedenen Bedeutungsebenen und deren Verdichtung.

Regina Schmeken begann im Frühjahr 2013 damit, die Tatorte des NSU zu fotografieren. In ihrem Ausstellungsprojekt „Blutiger Boden. Die Tatorte des NSU“ geht es ihr auch um das Gedenken an die Ermordeten sowie eine Auseinandersetzung mit jenen Orten, die auf den ersten Blick keinerlei Spuren einer Gewalttat aufweisen. Zwischen 2013 und 2016 besuchte sie mehrmals die Tatorte. Es entstand ein Zyklus großformatiger Schwarzweiß-Fotografien, die verstörend wirken.

Die Ermordeten, acht türkischer, einer griechischer Herkunft und eine deutscher Herkunft wurden auf dem Boden liegend gefunden, brutal hingerichtet von rechtsradikalen Terroristen.

Feridun Zaimoglu nennt die Geschichte des NSU im Katalog zur Ausstellung „die Geschichte der großen Beschädigung“. Annette Ramelsberger schreibt „Die Reise an die Tatorte war eine Reise in ein Land von Schmerz und Tränen, von Gleichgültigkeit und klamm–heimlicher Freude über das, was geschehen ist. Als der NSU nach zehn Morden, zwei Sprengstoffattentaten und 15 Raubüberfällen aufflog, waren sich alle gewiss: So eine Terrorserie könne sich in Deutschland nicht wiederholen. Wer den NSU-Prozess verfolgt, der weiß: Dafür gibt es keine Garantie.“

Die Ausstellung richtet sich gegen das Vergessen. Sie gedenkt derer, die ermordet wurden und sie fordert auf zum Nachdenken über das Geschehene und das künftige Zusammenleben.

VERANSTALTER Berliner Festspiele / Martin-Gropius-Bau
Eine Ausstellung des Militärhistorischen Museums Dresden.

Foto: Enver ?im?ek (38), 09.09.2000 Nürnberg
© Regina Schmeken, 2015

Montags Eintritt frei!

Martin-Gropius-Bau Berlin (Berlin)

22.07.2017 - 22.10.2017 Otto Bartning (1883–1959). Architekt einer sozialen Moderne
Städtische Galerie Karlsruhe (Karlsruhe)
Pressemitteilung
Otto Bartning gilt als einer der bedeu­tends­ten Archi­tek­ten in der ersten Hälfte des 20. Jahrhun­derts. Hiervon zeugen sein ­Bei­trag zur Reform des protes­tan­ti­schen Kirchen­baus, seine ­Sied­lungs- und Sozial­bau­ten sowie seine theore­ti­schen Schriften. 1883 in Karlsruhe geboren, studierte Bartning in Berlin und in seiner Heimat­stadt. In den Folge­jah­ren sollte er mit dem Entwur­f ­der Stern­kir­che, von 1922, der Stahl­kir­che von 1928 sowie 1946 mit dem Notkir­chen­pro­gramm des Deutschen Evange­li­schen Hilfs­werks den Kirchenbau revolu­tio­nie­ren. Mit seiner radika­len ­Ab­wen­dung gegen den gängigen Histo­ris­mus, die Verwen­dung in­no­va­ti­ver Formen und Materia­lien und als Mitglied des zu­kunfts­wei­sen­den "Arbeits­ra­tes für Kunst", zählt er neben Wal­ter Gropius und Bruno Taut ab 1918 zu den Protago­nis­ten der Mo­derne. Bartning, der europaweit tätig war, konnte in Karls­ru­he ­die Markus­kir­che (1934-1935), das Franz-Rohde-Haus (1938), die Evan­ge­li­sche Friedens­kir­che (1949) als Notkirche und die Tho­mas­kir­che (1958-1960) errichten.

Das facet­ten­rei­che Oeuvre Bartnings und seine vielsei­ti­gen Ak­ti­vi­tä­ten werden in einer umfas­sen­den Werkschau anhand von o­ri­gi­na­len Zeich­nun­gen, Fotogra­fien und Archi­tek­tur­mo­del­len vor­ge­stellt. Die Ausstel­lung, kuratiert von Dr. Sandra Wag­ner-Conzelmann, ist ein Koope­ra­ti­ons­pro­jekt der Akademie der Künste, Berlin, und der Wüstenrot Stiftung in Zusam­men­ar­beit mit der Städti­schen Galerie Karlsruhe, dem Institut Mathil­den­hö­he Darm­stadt und der Techni­schen Univer­si­tät Darmstadt.

Es erscheint eine ausstel­lungs­be­glei­tende Publi­ka­tion.

Foto: Stahlkirche auf der Pressa in Köln, 1928, Außenansicht, Foto: Hugo Schmölz, Otto-Bartning-Archiv der TU Darmstadt

Städtische Galerie Karlsruhe (Karlsruhe)

22.07.2017 - 22.10.2017 Lucian Freud: Closer. Radierungen aus der UBS Art Collection
Martin-Gropius-Bau Berlin (Berlin)
Pressemitteilung
Lucian Freud (1922–2011) ist einer der bedeutendsten Maler Großbritanniens. Seine figurativen Arbeiten gehören zu den Meisterwerken des 20. Jahrhunderts. Berühmtheit erlangt er vor allem durch seine Porträts von Menschen und Tieren, die er nahezu wissenschaftlich sorgfältig beobachtet und auf Leinwand oder Papier bringt.

Seine Bilder sind Beispiele intensiver analytischer Betrachtungen. Sie sind zugleich bewegende Studien der Vergänglichkeit. Sie sind ungeschönt. Jede Falte, jede Narbe, jede Unregelmäßigkeit der Haut und jede Lebensspur hält er fest. Erstmals werden in seiner Geburtsstadt Berlin 51 seiner Radierungen gezeigt. Sie werden ergänzt durch ein Aquarell und zwei Gemälde, darunter das Meisterwerk „Doppelporträt“. Sie sind Leihgaben der UBS Art Collection, eine der international renommiertesten Unternehmenssammlungen.
Anhand des Ölgemäldes „Doppelporträt“, entstanden 1988–89, lässt sich Freuds künstlerische Fortentwicklung von der Malerei hin zur Radierung trefflich erläutern. Er arbeitet langsam und benötigt für seine Bilder je nach Größe und anderen Variablen zwischen drei bis achtzehn Monate. 1988 entsteht auch die Radierung „Pluto“. Zeigt das Doppelporträt in pastosen Farben seinen Jagdhund Pluto und eines seiner Lieblingsmodelle, Susanna Chancellor, wie sie eng und vertraut nebeneinanderliegen, so ist in der schwarz-weiß gehaltenen Radierung eine ähnliche Szene zu sehen. Doch hier zoomt der Künstler den Whippet-Hund heran, von Susanna sind lediglich wenige Zentimeter ihres Körpers zu sehen. Freud konzentriert sich ganz auf das ruhende Tier. Man könnte meinen, es sei eine Studie zum Gemälde. Doch das wäre zu kurz gegriffen. Sein malerisches und sein grafisches Werk stehen seit den 1980er Jahren nicht nur gleichberechtigt nebeneinander, sondern Freud wagt sich in der Radierung näher an sein Modell heran und findet darin eine weitere künstlerische Herausforderung. „Es kann sein“, sagt Freud einmal, „dass man durch Arbeit so viel Kenntnis und Fähigkeiten erwirbt, dass man vollkommen sorglos wird, wohingegen ich Dinge tun möchte, die wirklich anstrengend sind“. Der Radierung widmet er sich bis auf wenige Ausnahmen erst in seinem Spätwerk.

Detailreich und präzise ist sein grafisches Œuvre. Er fokussiert sich ganz auf sein Modell. Sitzmöbel oder Liegeflächen lässt er weg. Anstelle des Pinselstrichs und der Farbe erarbeitet sich Freud ein System aus Linien: feine, langgezogene, mehrfach wiederholte parallel gesetzte Linien, um Rundungen und Kurven darzustellen; breit geätzte Linien, um eine monumentale Größe und eine Wucht zu verdeutlichen und wilde Kreuzschraffuren für die plastische Körperlichkeit. Die Linien werden in Kupferplatten gekratzt, durch Säure vertieft und mit Tinte gefüllt auf Papier gedruckt. Das Bildthema wird seitenverkehrt angelegt und erst durch den Druck seitenrichtig auf das Papier gebracht. Das Ritzen und Kratzen macht Korrekturen fast unmöglich.

Meisterlich sind Lucian Freuds Kopfporträts der Mutter, die bis zu ihrem Tod 1989 eines seiner wichtigsten Modelle ist, ebenso wie die Porträts des australischen Performancekünstlers Leigh Bowery – zu sehen sind „Head of a Man“ (1992), „Large Head“ (1993) und „Reclining Figure“ (1994). Freud lernt ihn in den 1990er Jahren kennen und porträtiert ihn bis zu dessen Aids-Tod 1994 viele Male in Malereien, Zeichnungen und Radierungen. Bowerys körperliche Bulligkeit fasziniert ihn. Durch ihn lernt Lucian Freud auch Sue Tilley kennen, ebenso ein Modell von ungewöhnlicher Körperlichkeit. Ein Meisterwerk ist die Radierung „Large Sue“ (1995). Es ist mit den Maßen 82,5 x 67,3 cm außergewöhnlich groß, wie viele von Freuds Radierungen. Das Blatt zeigt Sue Tilley in selbstvergessener Unbekümmertheit schlafend mit zerknautschtem Gesicht, nackt und trotz ihrer körperlichen Fülle nahezu schwebend. Es ist eine Venusdarstellung. Eine Darstellung der Urfrau. Sie erinnert an die berühmte altsteinzeitliche Figurine „Venus von Willendorf“. Auch in der Radierung „Woman with Arm Tattoo“ (1996) ist sie in ähnlicher Pose nur als Kopfporträt zu sehen. Hier lässt der Künstler ihr Tattoo sichtbar. Tilley inspiriert ihn zu weiteren Akt-Arbeiten, die auf Auktionen, und das noch zu Freuds Lebzeiten, Rekordbeträge erzielen.

Freuds Radierungen haben alles, was auch sein malerisches Werk auszeichnet: ruhende Körper, Stoff- oder Hautfalten, sich wölbendes Fleisch, Rundungen, Lebensspuren. Freud betont gerne, er sei eigentlich Biologe. Er porträtiert alles was lebt – Pflanzen, Tiere und vor allem nackte Männer wie Frauen – in Situationen und in großer Lebendigkeit.

Lucian Freud wird am 8. Dezember 1922 in Berlin geboren, als Sohn des Architekten Ernst Ludwig Freud und Lucie Freud, geborene Brasch. Im Jahr der Machtübernahme der Nationalsozialisten 1933 war seine Familie gezwungen mit ihm nach England zu fliehen. Sein Großvater Sigmund Freud folgt 1938. Die Flucht hält er in den 1940er Jahren künstlerisch fest. 1939 wird Lucian Freud britischer Staatsbürger. Freud besucht von 1939 bis 1943 die Central School of Art (heute Central Saint Martins College of Art and Design) und das Goldsmith’s College in London sowie die East Anglian School of Painting and Drawing in Dedham, Essex, die von den Malern Cedric Morris und Arthur Lett-Haines geleitet wird. Cedric Morris wird eines seiner großen Vorbilder.

Freuds Modelle sind ausschließlich Menschen, die er kennt und die ihn neugierig machen. Er arbeitet fast immer in seinem Atelier; zu den wenigen Ausnahmen gehört das Porträtieren von Königin Elisabeth II. (2001). „Mein Werk ist rein autobiografisch“, so Freud in einem Interview aus Anlass seiner ersten Einzelausstellung 1974 im Art Council, der heutigen Hayward Gallery, in London. „Es geht darin um mich und meine Umgebung. Es ist der Versuch, etwas aufzuzeichnen. Ich male Menschen, die mich interessieren und die mir etwas bedeuten und über die ich nachdenke, in Räumen, in denen ich lebe und die ich kenne“. Auf die Frage, was er von einem Kunstwerk erwarte, schreibt Freud einmal: „Ich erwarte, dass es erstaunt, verstört, verführt, überzeugt“. Oder um mit dem französischen Schriftsteller Emile Zola (1840–1902) zu antworten: Ein Kunstwerk ist „ein Stück Natur, gesehen durch ein Temperament“.

VERANSTALTER Berliner Festspiele / Martin-Gropius-Bau.
In Zusammenarbeit mit der UBS Art Collection.
KURATORIN Mary Rozell

Foto:
Lucian Freud, Head and Shoulders of a Girl, 1990. Radierung, 78 x 63,5 cm
© The Lucian Freud Archive/Bridgeman Images, UBS Art Collection

Martin-Gropius-Bau Berlin (Berlin)

21.07.2017 - 03.10.2017 Jenseits des Dokumentarischen. Aktuelle Fotografie aus China und Deutschland
Staedtische Galerie Bietigheim-Bissingen ( Bietigheim-Bissingen)
Pressemitteilung
Im Mittelpunkt der Ausstellung Jenseits des Dokumentarischen stehen je sechs chinesische und deutschen Fotografen, welche die Möglichkeiten der zeitgenössischen Fotografie ausloten und dabei herkömmliche Vorstellungen von der Rolle der Fotografie kritisch unter die Lupe nehmen. Was heißt Dokumentation? Muss ein Foto einen realen Ausgangspunkt haben oder kann es eine reine Bilderfindung sein? Wie wird ein fotografisches Bild hergestellt? Braucht man dafür eine Kamera oder kann man das Bild am Computer „zusammenbauen“ – oder gar von der Natur erstellen lassen? Muss ein Foto „lesbar“ sein, um seiner Funktion als Dokumentation gerecht zu werden? Und umgekehrt – wie gehen wir damit um, dass präzise aufgenommene Bilder von Objekten und Räumlichkeiten diese weder dokumentieren noch kommentieren, sondern „lediglich“ präsentieren?

Die Stadtbilder von Andreas Gefeller (*1970) bewegen sich zwischen Dokumentation und Konstruktion. Die Nachtaufnahmen sind extrem überbelichtet, so dass die beleuchteten Stellen sich auflösen, während die dunklen Partien als Linienkonstruktionen gerade noch sichtbar sind. Die Dunkelheit der Nacht spielt ebenfalls eine entscheidende Rolle in den schwarzen Alpenlandschaften von Michael Schnabel (*1966), die er in stille Poesie verwandelt. Während es Shan Feiming (*1978) auch um einen meditativen Blick auf Naturphänomene geht, überlässt Jiang Pengyi (*1977) gar Glühwürmchen den kreativen Prozess: Das pulsierende Licht und die Flugbewegungen der Tiere hinterlassen Spuren, die im fotografischen Entwicklungsprozess sichtbar werden. Für die konkreten Kompositionen von Michael Reisch (*1964) hingegen gibt es keine real existierenden Vorlagen, denn die Kompositionen entstehen ausschließlich im Rechner. Xu Yong (*1954) konfrontiert die Betrachter mit weichen Farbwolken, die aber tatsächlich an biografisch bedeutsamen Orten aufgenommen wurden, auch wenn sie abstrakt erscheinen. Kris Scholz‘ (*1952) Fotografien von Böden und Arbeitsflächen muten wie abstrakt-expressive Gemälde an – eine Wirkung, die durch das große Format und die Verwendung von Leinen als Bildträger noch intensiviert wird.

Jiaxi Yang (*1989) und Samuel Henne (*1982) setzen sich konzeptuell mit der Wechselbeziehung zwischen Bild und Objekt auseinander. Durch ungewöhnliche Zusammenstellungen und Kontextverschiebungen werden banale Alltagsdinge bedeutsam und markant. Corina Gertz lenkt die Aufmerksamkeit auf traditionelle Kleidung und Kopfbedeckung als identitätsstiftendes Element nonverbaler Kommunikation. Um Kommunikation geht es ebenfalls bei Wang Ningde (*1972), der illegal gepostete „Kleinanzeigen“ in den Großstädten Chinas fotografiert, die von den Behörden patchworkartig übermalt werden. Diese kombiniert er dann mithilfe eines Bildbearbeitungsprogrammes zu malerischen Porträts. Genauso „komponiert“ sind auch die Bildnisse von Zhang Wei (*1977): Aus hunderten chinesischen Gesichtern montiert er täuschend echte Porträts berühmter Persönlichkeiten aus Politik, Wissenschaft, Wirtschaft und Popkultur.


Begleitprogramm


Öffentliche Führungen
Sonntag, 23. Juli 2017, 11.30 Uhr
Sonntag, 6. August 2017, 11.30 Uhr
Donnerstag, 17. August, 18.30 Uhr
Sonntag, 27. August 2017, 16.30 Uhr
Sonntag, 10. September 2017, 11.30 Uhr
Sonntag, 24. September 2017, 11.30 Uhr

Führung für Lehrkräfte
Montag, 24. Juli, 17 Uhr

Fotografische Grenzen ausloten
Expertenführung mit dem teilnehmenden Künstler Michael Schnabel
Donnerstag, 14. September, 18.30 Uhr


Workshops für Kinder und Jugendliche

Was ist das? Ist das ein Quiz oder ist das Kunst?
Donnerstag und Freitag, 27. und 28. Juli, 14.30–17.30 Uhr
für Kinder von 8–14 Jahren

Klick klick, Dein Bild lernt laufen...
Mittwoch und Donnerstag, 2. und 3. August
10.30–13.30 Uhr für Kinder von 6–10 Jahren
14.30–17.30 Uhr für Kinder von 8–12 Jahren

Anmeldung für alle Workshops unter: 07142 74-483

Wir laden Sie herzlich ein zur Eröffnung am Donnerstag, 20. Juli, 19 Uhr

Studioausstellung

Einblick in die Sammlung:
Malerbücher und Mappenwerke des 20. und 21. Jahrhunderts
bis 24. September
Aus dem eigenen Bestand zeigt die Städtische Galerie eine Auswahl an Malerbüchern und Mappenwerken von den 1960er Jahren bis zur Gegenwart: vom klassisch gebundenen Buch über üppig gestaltete Mappen bis hin zum aufwändig gefalteten Leporello.

Öffnungszeiten
Dienstag, Mittwoch, Freitag 14–18 Uhr
Donnerstag 14–20 Uhr
Samstag, Sonntag 11–18 Uhr
Feiertag 3. Oktober 11–18 Uhr


Eintritt frei
Öffentliche Führungen 3 €
Expertenführung 5 €
Private Gruppenführungen 55 € / 65 €
Führungen für Gruppen und Schulklassen nach telefonischer Vereinbarung

Katalog 29 €

Städtische Galerie Bietigheim-Bissingen
Hauptstraße 60–64
74321 Bietigheim-Bissingen
Telefon 07142 74-483
Telefax 07142 74-446
http://galerie.bietigheim-bissingen.de
galerie@bietigheim-bissingen.de

Staedtische Galerie Bietigheim-Bissingen ( Bietigheim-Bissingen)

20.07.2017 - 29.10.2017 Profile in der Kunst am Oberrhein: Ben Hübsch | Martin Kasper
Museum für Aktuelle Kunst – Sammlung Hurrle Durbach (Durbach)
Pressemitteilung
Ben Hübsch, geboren 1963 in Freiburg, studierte dort an der Außenstelle der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Karlsruhe bei Peter Dreher und lebt noch heute dort. Seine geometrischen Arbeiten reizen in ihrer leuchtenden, gewagten Farbigkeit und mit ihren unterschiedlichen Formgefügen das Auge und spielen mit den verschiedenen Raumtiefen im Bild, das zu einem ganz eigenen Raumerlebnis wird.

Martin Kasper, geboren 1962 in Schramberg, studierte an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Karlsruhe und lebt heute in Freiburg. Seine Malerei öffnet den Blick in menschenleere Räume: Verschlungene Treppen, Bildergalerien, Säle, Restaurants, Dachstuben. Immer haftet diesen Bildern eine unheimliche Ruhe, den Räumen eine Traumhaftigkeit an, die merkwürdig losgelöst von den sie nutzenden Menschen wirken.

Museum für Aktuelle Kunst – Sammlung Hurrle Durbach (Durbach)

16.07.2017 - 24.09.2017 Die Höri - Ein Ort der Künstler. Sommerausstellung 2017 mit Werken aus der Sammlung des Kunstmuseu
Kunstmuseum Singen (Singen)
Pressemitteilung
Den kunsthistorisch wertvollen Kern der Sammlung bilden die Werke der „Höri-Maler“, die in der Zeit von 1933 bis in die Nachkriegszeit auf der Bodenseehalbinsel Höri Zuflucht vor der nationalsozialistischen Kulturpolitik und vor den Auswirkungen des Krieges fanden. Das Kunstmuseum Singen besitzt den größten geschlossenen Bestand dieser und weiterer Maler, Graphiker, Bildhauer und Photographen der Moderne, die sich an den Bodensee in die „innere Emigration“ zurückzogen. Rund 80 Arbeiten von Max Ackermann, Otto Dix, Erich Heckel, Curth Georg Becker, Walter Herzger, Jean Paul Schmitz, Helmuth Macke, Hans Kindermann, Hugo Erfurth, Gertraud Herzger-von Harlessem, Ferdinand Macketanz u.a. sind in der Ausstellung vereint. Unweit des Museums kann das einzig erhaltene Wandbild >Krieg und Frieden< (1960) von Otto Dix im Rathaus Singen besucht werden.

Abbildung: Helmuth Macke, Alte Mühle in Hemmenhofen, 1933, Öl auf Leinwand, (c) Helmuth Macke, Leihgabe Sparkasse Hegau-Bodensee

Kunstmuseum Singen (Singen)

16.07.2017 - 24.09.2017 Ilse Schmitz (1904-1979). Wiederentdeckt.
Kunstmuseum Singen (Singen)
Pressemitteilung
Ilse Schmitz (1904-1979).
Wiederentdeckt.
16.07.-24.09.2017

Parallel zur Ausstellung „Jean Paul Schmitz (1899-1970). Ein rheinischer Expressionist am Bodensee.“ stellt das Kunstmuseum Singen in einem separaten Raum das schmale Werk der Malerin Ilse Schmitz, geborene Pieper (1904-1979) vor. Die Präsentation – rund 20 Arbeiten – möchte einen Beitrag zur Wiederentdeckung und Neurezeption einer Malerin leisten, die – zeittypisch wie so viele Künstlerfrauen auf der Höri – ihre eigene künstlerische Arbeit zurückstellte, um ihrem Mann, den sie bereits an der Kunstakademie kennen gelernt hatte, die ungestörte künstlerische Entfaltung zu ermöglichen und die Familie zu versorgen.

Ilse Pieper, aus großbürgerlichem Elternhaus kommend, studierte von 1921 bis 1927 an den Kunstakademien Karlsruhe (bei Wilhelm Schnarrenberger) und Düsseldorf Malerei und Zeichenkunst, um – so die Bedingung der Eltern – Zeichen- und Sportlehrerin zu werden. Im Umfeld der Heinrich Nauen-Klasse lernte sie ihren späteren Mann Jean Paul Schmitz kennen. 1934 heiratet das langjährige Paar und bricht unmittelbar nach der Hochzeit zu einer sechsmonatigen Studienreise auf, die beide über Rom nach Ischia führt. Aquarelle, Tuschezeichnungen und einige Ölgemälde bezeugen diese auch künstlerisch ungemein auf- und anregende Zeit, in der Ilse und Jean Paul Schmitz nicht selten parallel vor demselben Motiv malen und zeichnen. Um dem (kultur-)politischen Druck der nationalsozialistischen Gleichschaltung zu entkommen, brechen beide 1936 erneut nach Italien und anschließend nach Griechenland auf und teilen in den späten 1930er und anfangs der -40er Jahre ein zeit- und kriegsbedingt unstetes, dabei künstlerisch äußerst produktives Wanderleben. Die erhaltenen Zeichnungen, Aquarelle, Gouachen und Gemälde weisen zahlreiche Nähen und Parallelen zwischen beiden Künstlern auf, doch sind Ilse Schmitz´ Arbeiten, die ebenso dem rheinischen Expressionismus zugerechnet werden können, mit zupackendem, zügigerem Strich gestaltet. Den Schwerpunkt bilden Darstellungen der Landschaft und alltäglicher Szenen. Ergänzt werden diese von wenigen Bildnissen. Wie Jean Paul Schmitz so rückte auch Ilse Schmitz in dieser Zeit von ihrer ursprünglich tonigen, festeren Malweise ab, um die Motive mit lockerem Pinselstrich und wenigen, knappen Linien zu erfassen und mit hellen, duftigen Flächenfarben zu gestalten. 1941 weicht Ilse Schmitz nach Berlin und in den Hotzenwald aus. Und obschon sich das Ehepaar Schmitz bereits 1940 und 1942 mühte, auf die Höri umziehen zu können, gelingt es der Familie erst 1949, vermittelt durch den vormaligen Direktor der Düsseldorfer Kunstakademie Walter Kaesbach (1879-1961), nach Wangen umzusiedeln.

In Wangen etabliert sich das Ehepaar Schmitz schnell im Kreis der an den Bodensee exilierten, häufiger aus dem Rheinland kommenden, nunmehr auf der Höri lebenden Künstler. An Jean Paul Schmitz´ vielfach gerühmter „Kunst der Freundschaft“ und Gastfreundschaft hat Ilse Schmitz großen Anteil. Wie viele Künstlerinnen ihrer Zeit gab sie im Lauf der 1950er Jahre, der Kinder und Haushaltsführung wegen, ihre eigene künstlerische Arbeit weitgehend zugunsten der ihres Mannes auf. Erst nach Jean Paul Schmitz´ Tod 1970 entstehen letzte späte Blumenstillleben, die zuletzt zu dem im Krieg dezimierten Werk hinzukommen.

Das Kunstmuseum Singen dankt dem Nachlass Jean Paul und Ilse Schmitz für die Zusammenarbeit.

Kunstmuseum Singen (Singen)

16.07.2017 - 24.09.2017 Jean Paul Schmitz (1899-1970). Ein rheinischer Expressionist am Bodensee.
Kunstmuseum Singen (Singen)
Pressemitteilung
Jean Paul Schmitz (1899-1970).
Ein rheinischer Expressionist am Bodensee.
Gemälde, Aquarelle, Zeichnungen, Lithographien.

Mit der Ausstellung über den Maler und Zeichner Jean Paul Schmitz (1899-1970) setzt das Kunstmuseum Singen die Serie seiner Erkundungen über die „Künstler auf der Höri“ fort. Das ab 1949 auf der Bodensee-halbinsel Höri – in Wangen – entstandene Oeuvre des Malers zählt zum kunsthistorisch wertvollen Kern der eigenen Sammlung. Mit seinen sommerlichen, duftig-hellen Landschaften, die bevorzugt Ausblicke auf die Wangener Bucht und Mammern zeigen, hat Jean Paul Schmitz unsere kollektive Vorstellung von der Höri maßgeblich geprägt. Bis in die aktuelle touristische Werbung hinein erweisen sich seine weiten, sommerlichen Bilder vom Untersee und Ausblicke auf das gegenüber liegende Schweizer Ufer als wirkmächtig.

Die Singener Ausstellung zeigt diese Bilder, doch möchte die, mit rund 80 Arbeiten retrospektiv angelegte Ausstellung das Bild weiten und den „ganzen Schmitz“ zeigen. So werden neben dem Hauptwerk der Höri-Bildern auch Gemälde, Aquarelle, Zeichnungen und Skizzen aus den Studienjahren Jean Paul Schmitz´ an der Kunstakademie Düsseldorf (1923-26) bei Heinrich Nauen (1880-1940), aus der Zeit im Künstlerkreis (1925-27) von Johanna Ey und von den Reisen und Aufenthalten in Ischia, Rom (1936), Olevano (1937-38) und Griechenland (1939-40) gezeigt. Die den Höri-Jahren vorausgehenden Arbeiten aus Berlin (1934), Süddeutschland, dem Rheinland und aus dem Elsass werden ebenso vorgestellt wie eine Auswahl später Reisebilder und Farblithographien, in denen der Künstler Motive aus früheren Schaffensjahren neu aufgreift und gestaltet.

Wie weitere „Höri-Künstler“ auch, deren Oeuvres das Kunstmuseum Singen in den letzten Jahren mit Einzelausstellungen erforscht hat (Werke dieser Künstler aus der eigenen Sammlung werden zeitgleich im Erdgeschoss ausgestellt), kam auch Jean Paul Schmitz nicht aus freien Stücken an den Bodensee. Erste Erfolge in der Akademiezeit und in den frühen 1930er Jahren, in denen Schmitz, wie viele Mitglieder des „Jungen Rheinlands“, zum Kreis um die Kunsthändlerin Johanna Ey (1864-1947) zählte, berechtigten zu Hoffnungen auf eine Künstlerkarriere im Rheinland. 1927 reiste Schmitz mit „Mutter“ Ey und Gert Wollheim nach Mallorca; im Kreis der rheinischen Expressionisten war er eine bekannte Erscheinung. Die nationalsozialistische Kulturpolitik, die Dienstverpflichtung zum Zollgrenzschutz im Elsass 1943-45, der 2. Weltkrieg, der Verlust großer Teile des Frühwerks im Luftkrieg (1945), die Evakuierung und die Not der Nachkriegszeit markieren die
Zäsur in Schmitz´ Vita. Zuvor schon, ab 1934, suchte er – zusammen mit seiner Frau, der Malerin Ilse Schmitz (1904-1979), geborene Pieper – Deutschland zu verlassen und in den Süden auszuweichen. Der ihm 1936 zuerkannte Rompreis führte das Paar an die bis dato nicht von der nationalsozialistischen Kulturpolitik durchdrungene Villa Massimo – eine Art „Enklave“ relativer Ruhe und freier künstlerischer Arbeit mitten im faschistischen Rom. Von dort aus gelang im Anschluss der Studienaufenthalt an der Villa Serpentara in Olevano und der „Absprung“ nach Griechenland. Dort jedoch holte der Krieg die Eheleute endgültig ein, zwang sie 1941 zur Rückkehr nach Berlin und zum Umzug in den Hotzenwald.

Obschon sich das Ehepaar Schmitz bereits 1940 und 1942 darum mühte, auf die Bodenseehalbinsel Höri umzusiedeln, gelang erst 1949 der Umzug nach Wangen. Walter Kaesbach (1879-1961), der vormalige Direktor der Düsseldorfer Kunstakademie, der seit 1933 auf der Höri lebte, konnte auch in diesem Falle erfolgreich vermitteln. Zahlreiche Freunde und Kollegen aus der Düsseldorfer Zeit und dem Berliner Intermezzo traf das Ehepaar hier wieder, so dass sich beide rasch in den Kreis der Höri-Künstler, darunter viele Rheinländer, einfanden.

Mit seiner gegenständlichen, französisch geprägten Malerei stets ein gemäßigter Vertreter der Moderne bleibend, vermochte sich Schmitz mit seinen hellen Landschaftsbildern und mit seiner Kontaktfreude schnell einen Stand unter den exilierten Malern am See zu erarbeiten: „Man preist mit Recht die Sonne Homers, die Helligkeit Griechenlands. Ähnliches finden wir auch hier am See, in der hellsten deutschen Landschaft. Die Motive hier zwingen deshalb schon zu aufgehellter Farbigkeit und ich bemühe mich, ihnen gerecht zu werden.“, so Schmitz 1966. 1956 baute sich die Familie in Wangen ein Haus – der Balkonblick auf die Wangener Bucht wurde zum bevorzugten Motiv. Nicht nur mit Otto Dix, auch mit den Malern der Konstanzer Gruppe „Der Kleine Kreis“ (Hans Sauerbruch, Otto Adam, Karl Einhart, Rose Marie Schnorrenberg, Rudolf Stuckert u.a.) war Schmitz freundschaftlich eng verbunden. Am 13. Juni 1970 starb der Maler in Singen.

Der Schwerpunkt des Schmitz´schen Oeuvres liegt – von Anfang an – auf der Landschaftsmalerei und auf Szenen aus dem Alltag: Spielende Kinder, Lastenträger, Schlittschuhläufer, Spaziergänger, Reiter, ländliche Feste, Fischer, Bauern. Die Singener Ausstellung zeigt darüber hinaus frühe Akte, Portraits und Selbstbildnisse und legt einen weiteren Schwerpunkt auf die Reisebilder der 1930er Jahre aus Italien und Griechenland. Von Anfang an sucht Jean Paul Schmitz in seinem künstlerischen Werk eine Synthese zu erreichen. Die Zeichnung, die den Gegenstand mit schnellen Strichen knapp umreißt, soll mit einer atmosphärisch dichten, flächig angelegten Farbmalerei ausgesöhnt werden.

Im Laufe seiner Entwicklung gelang es Schmitz, sich von einer in den 1920er Jahren eher tonigen Malweise zu lösen und seine Palette aufzuhellen. Eine immer lockerere, spontanere Pinselführung sowie eine duftig-helle Farbigkeit mit zahllosen Weiß-, Gelb-, Ocker-, Rosa, Blau- sowie zarten Grau- und Grüntönen bestimmen das Werk seit dem Erlebnis des Südens. Der helle Grund der Nesselstoffe und Papiere wird immer häufiger als Licht im Bild verwendet bzw. stehen gelassen. Seit den 1930er Jahren gestaltet Jean Paul Schmitz seine Motive leicht abstrahierend ganz aus den Mitteln heraus, ohne sich je für die ungegenständliche Kunst zu interessieren. Zeitlebens legte er größten Wert auf soliden Aufbau, ausgewogene Komposition und auf das Aufgehen seiner Lokalfarben im farbflächigen Gesamtklang seiner Bilder. Starke Kontraste, expressive Gesten mied Jean Paul Schmitz lebenslang. So ist seinen Bildern jene „heitere Gelassenheit“ zu eigen, welche die zeitgenössische Kunstkritik oft und gern rühmte.

Die Singener Ausstellung wurde in enger Zusammenarbeit mit dem Nachlass Jean Paul Schmitz und Ilse Schmitz, geborene Pieper, erarbeitet. Zur Ausstellung erscheint eine kleine Publikation mit zahlreichen Abbildungen und einem Text von Christoph Bauer.

Begleitprogramm zur Ausstellung:
Sonntag, 13. August 2017, 11 Uhr, Öffentliche Führung
Sonntag, 27. August 2017, 11 Uhr, Öffentliche Führung
Samstag, 16. September 2017, Museumsnacht Hegau-Schaffhausen
Sonntag, 24. September 2017, 11 Uhr, Finissage mit Führung

Abbildung: Jean Paul Schmitz, Balkonblick zur Wangener Bucht, 1968, Tempera auf Leinwand, Foto: Kunstmuseum Singen, (c) Jean Paul Schmitz.


Kunstmuseum Singen (Singen)

14.07.2017 - 05.11.2017 The Great Graphic Boom Amerikanische Kunst 1960–1990
Staatsgalerie Stuttgart (Stuttgart)
Pressemitteilung
In Kooperation mit dem National Museum Oslo präsentiert die Staatsgalerie Stuttgart außergewöhnliche Werke der amerikanischen Druckgraphik von 1960 bis 1990.
Die Druckgraphik diente in der Vergangenheit vor allem dazu, religiöse oder politische Inhalte einem breiten Publikum zugänglich zu machen und war ein wichtiges Kommunikationsmittel. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts waren es vor allem die deutschen Expressionisten, die sich vornehmlich dieser Technik widmeten. Ende der 1950er-Jahre erlebte auch die USA einen wahren »Graphic Boom«.

Zu diesem Zeitpunkt begannen die bedeutendsten Künstler der amerikanischen Avantgarde, vertreten durch Abstrakten Expressionismus, Hard Edge, Pop Art, Minimal Art und andere Stilrichtungen, mit verschiedensten Drucktechniken zu arbeiten bzw. zu experimentieren. Eigens auf Druckgraphik spezialisierte Verlage wie Universal Limited Art Editions (ULAE) in New York, gegründet 1957 von Tatyana Grosman, oder die seit 1966 bestehende GEMINI G.E.L (Graphic Editions Limited) in Los Angeles spielten dabei eine besondere Rolle, vor allem in ihrem hohen Anspruch an die Druckkunst. Einzelblätter, Portfolios und Künstlerbücher entstanden in großer Zahl. Insbesondere die Künstler der Pop Art reagierten damit auf die industrielle Massenfertigung wie auch die Werbesprache der Medien.

Die meisten der Künstler hatten sich bereits als Maler etabliert. In den bevorzugten Medien der Lithographie wie dem Siebdruck, aber auch in anderen Drucktechniken, schufen sie daneben eigenständige Kunstformen, mit denen sie in die Fußstapfen der Pioniere moderner Graphik wie Paul Gauguin, Edvard Munch und Pablo Picasso traten.
Die Ausstellung zeigt mit rund 170 Blättern in eindrucksvoller Breite die verschiedensten Stilrichtungen und Ausprägungen der amerikanischen Druckgraphik und deren Etablierung zu einer eigenständigen Kunstform.

Staatsgalerie Stuttgart (Stuttgart)

07.07.2017 - 15.10.2017 Die Menagerie der Medusa Otto Marseus van Schrieck und die Gelehrten
Staatliches Museum Schwerin / Ludwigslust / Güstrow (Schwerin)
Pressemitteilung
Ausstellung in der Galerie Alte & Neue Meister Schwerin

Die Ausstellung zeigt zum ersten Mal den Erfinder des „Waldbodenstilllebens" im Kontext seiner Zeitgenossen. Sie stellt nicht allein die Schönheit von Stillleben ins Zentrum der Betrachtung, sondern die Faszination des Dunklen, Verborgenen, Unheimlichen.

Dabei sollen die vergessenen Verbindungen der Kunst mit der damaligen Wissenschaft erkennbar werden. Das 17. Jahrhundert erlebte einen Epochenwandel, der von der Buchgelehrsamkeit zur empirisch forschenden Naturwissenschaft führte und die Grundlage unseres heutigen Weltbildes schuf. Es ist das Jahrhundert des Mikroskops. Bis dahin unbekannte visuelle Welten, Dinge, die nie zuvor gesehen worden waren, verlangten nach Darstellung. Künstler gehörten damals zu den inneren Kreisen der Wissenschaft.
Otto Marseus van Schrieck stellte Pilze, Insekten und Spinnen, Amphibien und Reptilien, vor allem Schlangen, dar. All diese Pflanzen und Tiere wurden zu seiner Zeit intensiv erforscht, und ein berühmter Gelehrter wie Jan Swammerdam berief sich ausdrücklich auf Beobachtungen seines Freundes Marseus.

Gelehrte und Künstler unternahmen Reisen nach Italien, Frankreich und England. Briefe, Druckgraphik und Publikationen machten Erkenntnisse und Darstellungen in ganz Europa bekannt. Anhand dieser Zeugnisse persönlicher Beziehungen wird die Ausstellung die Netzwerke der Erkenntnisgewinnung aufzeigen. Erst in mühevoller Beobachtung wurde beispielsweise deutlich, dass auch die einfachsten Tiere sich nur durch Fortpflanzung vermehren, nicht durch Spontangenese.

Bei giftigen und heilkräftigen Substanzen gab es Schnittfelder zwischen Heilkunst und Malerei. Außerdem brachte Marseus echte Schmetterlings¬flügel
in seine Gemälde ein, die die Natur nicht nur abbilden, sondern geradezu vorweisen. Sowohl Gärten mit lebenden Pflanzen als auch umfangreiche Sammlungen von Insekten, Muscheln und anderen Naturalien wurden angelegt. Die Naturalien¬sammlungen erlangten internationale Bekanntheit – nicht zuletzt durch Bildatlanten. Wieder waren es die Künstler, die die vermittelnde Rolle spielten.

Der Zusammenhang der Stillleben mit wissenschaftlichen Erkenntnissen ihrer Zeit macht die Werke für den heutigen Betrachter lebendig. Es wird ablesbar, dass es sich um frühe Zeugnisse der Naturerkenntnis handelt, in denen die Tradition mit dem noch heute gültigen Weltbild ringt. Vor allem aber bringt
die Ausstellung eine Malerei zur Anschauung, die eine ganz eigene Faszination ausstrahlt und hier zum ersten Mal zum Thema gemacht ist.

„Die faszinierende Detailgenauigkeit von Otto Marseus van Schrieck wird die Besucher der Ausstellung gefangen nehmen. Diese Verbindung von Forschung und Kunstgenuss war es, die Ernst von Siemens mit seiner Kunststiftung unterstützen wollte“ freut sich Dr. Martin Hoernes, Generalsekretär der Ernst von Siemens Kunststiftung, die zu den Förderern des Ausstellungsprojektes zählt.

Staatliches Museum Schwerin / Ludwigslust / Güstrow (Schwerin)

02.07.2017 - 08.10.2017 Lothar Quinte - Sibylle Wagner : WECHSELBLICK (im 2-RAUM des Museum Art.Plus)
Museum Art.Plus (Donaueschingen)
Pressemitteilung
Die dritte Ausstellung des Jahres im 2-RAUM ist dem Künstlerpaar Lothar Quinte und Sibylle Wagner gewidmet.

Lothar Quinte (1923 - 2000) zählt zu den bedeutenden Malern Deutschlands. In seinem Oeuvre lässt sich die Entwicklung der Moderne nach 1945 nachvollziehen. Es zählen Form, Linie, Farbe und Bewegung; Struktur und Komposition treten in den Vordergrund. Die Freiheit der Kunst ist das bestimmende Element. So entstehen abstrakte Bilder voller Farbflächen, die monochrom schwarz, manchmal wolkig bleiben oder von dünnen Schlitzen aus Licht und intensiven Farblinien mit Wucht geöffnet werden.

Sibylle Wagner (*1952) greift Farbfläche und Lichtspiel Quintes auf und überträgt sie ins 21. Jahrhundert. Sie arbeitet an den Übergangszonen zwischen den Kunstgattungen - Aktionskunst, Bildhauerei, Malerei, Grafik - und nutzt Materialien von Bronze bis neonfarbenes Plexiglas. Sie schafft Leuchtobjekte und monochromatische Fotografien. Quintes Lichtschlitze kondensieren sich in vielen ihrer Arbeiten, sie stülpen sich ellipsenförmig ins Innere und stürzen in die Tiefe. Das Ergebnis: philosophisch- gesellschaftskritische, erotische Arbeiten.

Text: Dr. Susanne Rockweiler, stellv. Direktorin Berliner Festspiele / Martin-Gropius-Bau, Berlin

Museum Art.Plus (Donaueschingen)

25.06.2017 - 07.01.2018 Pure Nature Art. Naturmaterialien in der zeitgenössischen Kunst
Museum Kunst der Westküste (Alkersum/Föhr)
Pressemitteilung
Die Natur unterliegt einem immerwährenden Prozess des Werdens und Vergehens und bezaubert uns durch ihre scheinbar unerschöpfliche Formen- und Farbenvielfalt. Der Mensch, selbst Teil der Natur, erkennt sie bereits seit der Antike als Lehrmeisterin an und versucht, ihre Gesetzmäßigkeiten zu erforschen. In der Kunst hielten im Verlauf der 1960er-Jahre Naturmaterialien Einzug in die Ausstellungsräume: Das Material selbst und nicht mehr das Abbild einer Landschaft geriet in den Blickpunkt. Auch verlagerte sich umgekehrt Kunst als Land Art nach draußen, in die Natur. Für die Ausstellung wurden sechs internationale zeitgenössische Positionen ausgewählt. Die über 20 Installationen, Objekte, Wandarbeiten und Skulpturen aus Materialien wie Muscheln, Federn, Sepiaschalen, Blättern, Kork, Pferdehaaren oder Rosenblüten lenken den Blick auf die Schönheit, Leichtigkeit und Fragilität der in der Natur aufzufindenden Materialien. Sie verweisen aber auch auf die faszinierende Systematik und gestaltende Kraft, die der Natur innewohnt. Bei dem Erforschen, Sammeln und Ordnen des Vorgefundenen, bei dem Erschaffen neuer Formen und Kontexte handelt es sich um eine respektvolle Aneignung des von der Natur Hervorgebrachten. Die Ausstellung liefert überraschende und nachdenklich stimmende Anregungen, dem vielschichtigen Verhältnis von Kunst und Natur nachzuspüren.

KünstlerInnen:
Bethan Huws (GB, Abb.)
Christiane Löhr (DE)
Alastair Mackie (GB)
David Nash (GB)
Regine Ramseier (CH)
Herman de Vries (NL)

Die Ausstellung begleitet ein Katalog.

Museum Kunst der Westküste (Alkersum/Föhr)

25.06.2017 - 07.01.2018 Jopie Huisman (1922–2000). Hommage an das einfache Leben
Museum Kunst der Westküste (Alkersum/Föhr)
Pressemitteilung
Erstmals außerhalb der Niederlande wird die künstlerische Arbeit des friesischen Malers Jopie Huisman (1922–2000) präsentiert. Seine realistischen, anrührenden Gemälde und Zeichnungen sind Zeugnisse des einfachen Lebens. Huisman, zugleich Lumpen- und Altmetallhändler, wurde als Autodidakt bereits zu Lebzeiten zur Legende und erlangte in den Niederlanden große Berühmtheit. In seiner Heimatstadt Workum ist ihm ein eigenes Museum gewidmet. Seine Bilder von Schuhen, Lumpen oder Puppen galten ihm gleichsam als Porträts seiner Mitmenschen, denen er Würde und Bildwürde zusprechen wollte. Damit schuf er eine Hommage an das einfache Leben der Friesen, ihre Landschaft und Kultur. Die Werke, die oftmals den Blick auf Absurditäten des menschlichen Zusammenlebens richten, berühren dabei durchaus existenzielle Fragen und sind mit einer Botschaft versehen, die von der Barmherzigkeit als etwas universell und zeitlos Menschlichem erzählt. Die Ausstellung präsentiert Werke aus dem Jopie Huisman Museum, Workum, ebenso wie solche aus einer Schweizer Privatsammlung. Sie entsteht in Kooperation mit dem Jopie Huisman Museum, Workum (NL).

Zur Ausstellung erscheint ein Katalog in deutscher, englischer, niederländischer und friesischer Sprache.

Museum Kunst der Westküste (Alkersum/Föhr)

24.06.2017 - 24.09.2017 Kunst ins Leben! Der Sammler Wolfgang Hahn und die 60er Jahre
Museum Ludwig (Köln)
Pressemitteilung
In den 1960er-Jahren bildete das Rhein­land ein wichtiges Zen­trum für ein rev­o­lu­tionäres Kun­st­gesche­hen: Eine neue, in­ter­na­tio­n­al ver­net­zte Gen­er­a­tion von Kün­st­lerIn­nen widerset­zte sich der tra­di­tionellen Kunst. Sie nutzte den All­t­ag als In­spi­ra­tion­squelle und All­t­ags­ge­gen­stände als Kun­st­ma­te­rial. Sie ging hi­naus in das städtische Um­feld. Sie durch­brach die Grenzen der Kun­st­diszi­p­li­nen und ar­beit­ete zusam­men mit Musik­erIn­nen, Lit­er­atIn­nen, Filme­macherIn­nen und Tänz­erIn­nen. Am Puls dies­er aufre­gen­den Zeit be­gann der Köl­n­er Gemälder­es­tau­ra­tor Wolf­gang Hahn (1924-1987) die neue Kunst zu er­wer­ben und zu ein­er vielschichti­gen Samm­lung mit Werken des Nou­veau Réal­isme, Fluxus, Hap­pen­ing, Pop Art und Konzep­tkunst zusam­men­zu­tra­gen.

Wolf­gang Hahn war Che­fres­tau­ra­tor des Wall­raf-Richartz-Mu­se­um und des Mu­se­um Lud­wig. Diese Per­spek­tive prägte sei­nen Blick auf die zeit­genös­sische Kunst. Er erkan­nte, dass die neue Kunst um 1960 in ihrem Kern prozesshaft und per­for­ma­tiv war. So be­suchte er von Be­ginn an Ve­r­an­s­tal­tun­gen neuer Musik, Fluxus-Ak­tio­nen und Hap­pen­ings. Er ini­tiierte Ar­beit­en wie Daniel Spo­er­ris Hahns Abendmahl von 1964, re­al­isierte in seinem Wohnz­im­mer Lawrence Wein­ers Konzept A SQUARE RE­MO­VAL FROM A RUG IN USE von 1969 und kaufte nicht nur Konzepte und Par­ti­turen, son­dern auch Au­dioar­beit­en und 16-mm-Filme von Kün­st­lerIn­nen.

Auf der an­deren Seite begeg­nete er der zeit­genös­sischen Kunst mit einem his­torischen Be­wusst­sein. Als Zeuge von Ak­tio­nen und Hap­pen­ings pro­tokol­lierte er das Ge­se­hene; er führte Kün­st­lerIn­nen­in­ter­views, um mehr über die Her­stel­lungsweise und kün­st­lerische Hal­tung zu er­fahren; und er sam­melte gezielt Werke und Doku­mente, die aus bes­timmten Ak­tion­skon­tex­ten stammten. So befin­d­en sich sehr viele Ob­jekte aus der le­g­endären Ausstel­lung Nam June Paiks Ex­po­si­tion of Mu­sic. Elec­tron­ic Tele­vi­sion von 1963 in sein­er Samm­lung.

1978 kaufte die Re­pub­lik Öster­reich die Samm­lung Hahn an, die 2003 durch weitere Ankäufe ver­voll­ständigt wurde und sich im mumok – Mu­se­um mod­ern­er Kunst Stif­tung Lud­wig Wien befin­d­et. In­dem die Ausstel­lung im Mu­se­um Lud­wig und im mumok er­st­mals die Samm­lung Hahn als ein abgeschlossenes Zeitzeug­nis be­trachtet, er­möglicht sie ei­nen neuen Blick auf die Kunst der 1960er- und 1970er-Jahre auch jen­seits kun­sthis­torisch­er oder ge­o­gra­fisch­er Ei­nord­nun­gen.

Kün­st­lerIn­nen
Anouj, Ar­man, Ay-O, Joseph Beuys, Ge­orge Brecht, Michael Buthe, John Cage, John Cham­ber­lain, Chris­to, Bruce Con­n­er, Philip Corn­er, Merce Cun­n­ing­ham, Gérard De­schamps, Jim Dine, François Dufrêne, Öyvind Fahl­ström, Robert Fil­liou, Sam Gil­li­am, Lud­wig Gose­witz, Nan­cy Graves, Ray­mond Hains, Al Hansen, Dick Hig­gins, Al­lan Kaprow / Ka­sia Fu­dakows­ki, Al­i­son Knowles, Arthur Køpcke, Gary Kuehn, Yay­oi Kusa­ma, Bar­ry Le Va, Boris Lurie, Gor­don Mat­ta-Clark, Claes Ol­d­en­burg, Yoko Ono, Nam June Paik, Lil Pi­card, Klaus Rinke, Mim­mo Rotel­la, Di­eter Roth, Ni­ki de Saint Phalle, Gün­ter Sa­ree, Ge­orge Se­gal, Daniel Spo­er­ri, Paul Thek, Jean Tingue­ly, Ur­su­la, Franz Er­hard Walther, Robert Watts, Lawrence Wein­er, H.C. West­er­mann, Ste­fan Wew­er­ka, Jac­ques de la Vil­leglé, Wolf Vostell, Gil J. Wol­man.

Ka­sia Fu­dakows­ki wurde ein­ge­la­den, Push and Pull, 1963 von Al­lan Kaprow neu zu erfin­d­en. Sie wird als neue Ar­beit Push and Pull – Re-In­vent­ed re­al­isieren.

Über die Ausstel­lung
Eine Ausstel­lung des Mu­se­um Lud­wig in Ko­op­er­a­tion mit dem mumok – Mu­se­um mod­ern­er Kunst Stif­tung Lud­wig Wien, ku­ratiert von Bar­bara En­gel­bach (Mu­se­um Lud­wig) und Su­sanne Neuburg­er (mumok). Die Ausstel­lung im Mu­se­um Lud­wig wurde ku­ratiert von Bar­bara En­gel­bach.

Die Ausstel­lung wird im An­sch­luss ab dem 10. Novem­ber 2017 im mumok zu se­hen sein.

Die Ausstel­lung wird großzügig un­ter­stützt von der Peter und Irene Lud­wig Stif­tung, der Kun­st­s­tif­tung NRW, dem Land­schaftsver­band Rhein­land sowie aus Mit­teln des PS-Zweck­er­trages der Sparkasse Köln­Bonn aus der Lot­terie des Rheinischen Sparkassen- und Girover­ban­des PS Sparen und Gewin­nen und der Ge­sellschaft für Mod­erne Kunst am Mu­se­um Lud­wig e.V..

Bild
George Brecht
The Book of the Tumbler on Fire, Volume I, Chapter VIII,
Page 3, Footnote 19, 1969
Holz lackiert, Regenschirm, Lampe
85 x 115 x 110 cm
© VG Bild-Kunst, Bonn 2017
Foto: mumok, Museum moderner Kunst Stiftung Ludwig Wien, ehemals Sammlung Hahn, Köln

Museum Ludwig (Köln)

03.06.2017 - 07.01.2018 Hybrid Layers
ZKM | Zentrum für Kunst und Medien (Karlsruhe)
Pressemitteilung
Die Ausstellung »Hybrid Layers« zeigt neue Perspektiven auf digitale Technologien, das Internet und soziale Netzwerke auf. Sie untersucht sowohl virtuelle als auch physische Erscheinungsformen einer neuen Art der Medienkunst sowie ihre vieldeutige, verführerische wie auch ironische Ästhetik.

»Wenn die Menschen nur auf ihre Regenschirme verzichten würden … dann wäre der Regen kein Problem mehr.«
– Riccardo Benassi

»Hybrid Layers« erkundet die vielfältigen Aspekte dessen, was als »digital condition«, als »Bedingung des Digitalen«, bezeichnet werden kann. In der Ausstellung wird das Digitale zum Schlüssel – zum »Apriori« – das den spezifischen Kosmos der kulturellen und konzeptuellen Szenarien, die von den einzelnen Arbeiten aufgezeigt werden, eröffnet. Die Ausstellung lenkt den Blick auf eine Generation von KünstlerInnen, die sich mit der wachsenden Präsenz der digitalen Sphäre und ihren Auswirkungen konfrontiert sehen.

Zur Zeit ihrer Entstehung war es möglich, Medienkunst als abschließende Kategorie zu behandeln. Heute hingegen bedeutet die Fokussierung auf Kunstwerke, die sich mit den umfangreichen Themen der Technologie und des Digitalen beschäftigen, in die Komplexität eines Feldes vorzudringen, das nicht unter eine spezifische Gattung oder ein Genre subsumiert werden kann. Die Ausstellung würdigt die multiplen Perspektiven, die durch Technologien offenkundig werden. Damit nimmt sie den Versuch vor, die verschiedenen Stränge einer offenen und vielseitigen und den Technologiediskurs von allen restriktiven Kategorisierungen befreienden Erzählung zu untersuchen.

»Wir sind so daran gewöhnt, in künstlichen Umgebungen zu leben, und wir sind so abhängig von Artefakten, dass wir oft vergessen, was sie eigentlich tun. […] Nur kommen sie nie als Objekte zur Welt, sondern immer als Projekte. Sie haben eine Geschichte, sie stecken voller Konflikte, sie bringen zahlreiche unbeabsichtigte Konsequenzen mit sich, sie erobern die Welt im Zickzackkurs«, so Bruno Latour über die wechselseitige Beziehung, die uns seiner Ansicht nach mit Technologien verbindet.

Wenn wir annehmen, dass Kunstwerke als Projekte in die Welt kommen und eben nicht als Objekte, dann können sie uns helfen, neue Orientierungen zu finden, indem sie Innovationen in ihren konkreten Ausprägungen, ihren Existenzweisen, hinterfragen und unseren Blick auf Technologie ständig verschieben und umschichten. Mit ihrem experimentellen Format folgt »Hybrid Layers« dieser Richtung anhand der Werke von KünstlerInnen, die sich eine Welt ohne das Internet kaum vorstellen können. Die Installationen, die in der Ausstellung gezeigt werden, erscheinen als vielschichtige Projekte, die sich mit zeitgenössischen Debatten befassen. Sie reflektieren, wie tief Technologien in Formen der Wissensproduktion, Wahrnehmung und Interaktion eingebettet sind. Damit legen sie ein Set von Praktiken offen, die unter einem Blickwinkel operieren, der weit über Medien hinaus- und in die alltägliche Erfahrung unserer Welt übergeht.

Wenn wir unseren Diskurs vom Bedürfnis nach restriktiven Kategorien befreien, dann tritt die Komplexität unserer Umgebung zutage – sei dies die materielle Beschaffenheit unserer Umwelt oder die Immaterialität der digitalen Sphäre – dann zeigen sich die kaleidoskopischen Facetten der Funktionen, Widersprüche, Phänomene, die uns in allen Bereichen unseres Lebens umgeben. Sobald die Kategorie aufgelöst ist, wird das Feld zu einem hybriden Nest voller multipler, mehrschichtiger Möglichkeiten.
Teilnehmende KünstlerInnen:

Riccardo Benassi
Enrico Boccioletti
Anne de Vries
Aleksandra Domanovi?
Ed Fornieles
Guan Xiao
Yngve Holen & Aedrhlsomrs Othryutupt Lauecehrofn
Yu Honglei
Delia Juergens
Daniel Keller
Lawrence Lek
Metaphysics (Beteiligte KünstlerInnen: Eddie Peake, Florian Meisenberg, Anne de Vries, Rubén Grilo, Mélodie Mousset & Näem Baron, Jack Strange und Anna K.E.; produziert von: Philip Hausmeier)
Katka Novitskova
Yuri Pattison

Credits

Giulia Bini (Kurator/in)
Sabiha Keyif (Kurator/in)
Daria Mille (Kurator/in)
Philipp Ziegler (Kurator/in)

ZKM | Zentrum für Kunst und Medien (Karlsruhe)

24.05.2017 - 29.10.2017 Willi Müller-Hufschmid (1890–1966). Arbeiten auf Papier
Städtische Galerie Karlsruhe (Karlsruhe)
Pressemitteilung
Das künst­le­ri­sche Werk von Willi Müller-Hufschmid spannt den Bogen vom Realismus der zwanziger Jahre über expres­si­ve Dar­stel­lun­gen aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs bis hin zur Ab­strak­tion der Nachkriegs­zeit. Mit über 700 Zeich­nun­gen und einer reprä­sen­ta­ti­ven Auswahl an Gemälden besitzt die Städti­sche ­Ga­le­rie Karlsruhe einen Großteil seines künst­le­ri­schen Nach­las­ses mit Schwer­punkt auf der Schaf­fens­zeit der frühen 1940er- bis zur Mitte der 1960er-Jahre. Eine reprä­sen­ta­ti­ve ­Aus­wahl von etwa 70 Zeich­nun­gen aus der eigenen Sammlung stellt die Facetten seiner Entwick­lung vor und vermittelt einen ­Über­blick über seine wesent­li­chen Schaf­fens­jahre. Geprägt von den wechsel­vol­len politi­schen Verhält­nis­sen des 20. Jahrhun­derts ­sind seine Arbeiten nicht nur ein Zeitdo­ku­ment höchsten Ranges, sondern belegen zugleich eindrucks­voll die Entwick­lung eines ­Ma­lers, der seinen Weg trotz schwie­rigs­ter Umstände unbeirr­t ­ver­folgte. Neben einer größeren Zahl an Selbst­bild­nis­sen werden ­ex­pres­sive Zeich­nun­gen vorge­stellt, die der Künstler in der Zeit ­sei­ner Tätigkeit als Schran­ken­wär­ter in Konstanz während des Zwei­ten Weltkriegs schuf. Sie reflek­tie­ren nicht nur seine ­be­drückende persön­li­che Situation, sondern verleihen auch seiner ­kom­pro­miss­lo­sen Ablehnung des faschis­ti­schen Regimes in teils of­fe­nen, teils metapho­risch verschlüs­sel­ten Formu­lie­run­gen ­Aus­druck. Nach Kriegsende setzte eine neue Entwick­lung ein, die Schritt für Schritt zur Abstrak­tion führte und den Künstler zum Weg­be­rei­ter einer neuen Kunst­auf­fas­sung im südwest­deut­schen Raum ­machte.

Foto: Willi Müller-Hufschmid, Selbstporträt gespiegelt, um 1941/45, Städtische Galerie Karlsruhe

Städtische Galerie Karlsruhe (Karlsruhe)

20.05.2017 - 24.09.2017 Cranachs Luther! Werke der Malerfamilie Cranach
Staatliches Museum Schwerin / Ludwigslust / Güstrow (Schwerin)
Pressemitteilung
Ausstellung auf Schloss Güstrow

Das Staatliche Museum Schwerin / Ludwigslust / Güstrow veranstaltet im Reformationsjahr 2017 unter dem Titel Cranachs Luther! eine Ausstellung
zu Lucas Cranach dem Älteren und Lucas Cranach dem Jüngeren.
Die Wittenberger Malerdynastie stand in engem Kontakt zu namhaften Reformatoren wie Martin Luther oder Philipp Melanchthon und begleitete
mit ihren Gemälden und Grafiken die Zeitgeschehnisse. Beide Künstler galten
als die „Maler der Reformation“ und prägten im Wortsinn bis heute unser Lutherbild.

Erstmals präsentiert das Staatliche Museum die eigenen Bestände der Werke von Lucas Cranach dem Älteren, Lucas Cranach dem Jüngeren und ihrer Werkstatt in einer Sonderausstellung im Schloss Güstrow. Zu sehen sind die Zeichnungen zum Altar in der Wittenberger Stadtkirche sowie 16 Druckgrafiken, die für die Verbreitung der Gedanken der Reformation von zentraler Bedeutung waren.
Im Zentrum der Ausstellung stehen 12 Gemälde der Cranachs, die einen guten Einblick in das Schaffen der Maler ermöglichen.

Die Schau ist als Kabinettausstellung in zwei Räumen von Schloss Güstrow konzipiert. Wichtige Werke wie das Jugendbildnis Martin Luthers und seiner Frau Katharina von Bora befinden sich im Besitz des Staatlichen Museums.
Mit dem ganzfigurigen Luther-Porträt zeigt die Ausstellung ein Werk, das von zentraler kultur- und kunstgeschichtlicher Bedeutung ist. Es stammt aus der Schweriner Schlosskirche, dem ersten protestantischen Kirchenbau Norddeutschlands, und steht im Blickpunkt der Schau.

Die Kabinettausstellung wird begleitet von dem Vermittlungsprogramm
„Pop up Cranach“, einem Bereich für Kinder und Schüler, der 2015 im Rahmen der Cranach-Ausstellung in der Gemäldegalerie Berlin entstand. Aufgrund des großen Erfolgs war „Pop up Cranach“ bisher in mehreren Städten Deutschlands zu sehen. Kinder und Schüler können hier das Motivrepertoire der Cranachs auf spielerische Weise erkunden und selbständig eigene und neue Bildideen kreieren.

Staatliches Museum Schwerin / Ludwigslust / Güstrow (Schwerin)

12.04.2017 - 05.11.2017 Der Luthereffekt 500 Jahre Protestantismus in der Welt
Martin-Gropius-Bau Berlin (Berlin)
Pressemitteilung
Erstmals illustriert eine Ausstellung die globale Vielfalt und Wirkungsgeschichte, aber auch die Konfliktpotenziale des Protestantismus zwischen den Kulturen. Welche Spuren hinterließ der Protestantismus in anderen Konfessionen, Religionen und Lebensentwürfen? Wie veränderte er sich selbst durch diese Begegnungen – und nicht zuletzt: Wie haben sich Menschen die evangelische Lehre angeeignet, sie geformt und gelebt? Die Ausstellung „Der Luthereffekt“ erzählt eine weltumspannende Geschichte von Wirkung und Wechselwirkung, die um 1500 einsetzt und bis in die Gegenwart reicht, exemplarisch dargestellt an Deutschland und Europa 1450–1600, Schweden 1500–1750, Nordamerika 1600–1900, Korea 1850–2000 und dem heutigen Tansania.

Das Deutsche Historische Museum präsentiert die Ausstellung im Martin-Gropius-Bau auf ca. 3.000 qm und trägt hierfür herausragende Exponate von nationalen und internationalen Leihgebern zusammen, die vielfach bisher noch nie in Deutschland zu sehen waren. Umfangreiche Vermittlungsangebote sowie ein attraktives Rahmenprogramm ergänzen die Ausstellung. Begleitend erscheint ein reich illustrierter Katalog.

Die Schau des Deutschen Historischen Museums ist eine von vier Nationalen Sonderausstellungen zum 500. Reformationsjubiläum 2017. Gefördert von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien sind neben Berlin die Ausstellungsorte Torgau (2015), die Wartburg in Eisenach und Lutherstadt Wittenberg. Die Ausstellungen stehen unter der Schirmherrschaft des Bundespräsidenten Joachim Gauck. Der Deutsche Sparkassen- und Giroverband unterstützt die Ausstellung „Der Luthereffekt. 500 Jahre Reformation“ als Hauptsponsor. Weitere Projekte im Rahmen der Reformationsdekade werden von Institutionen der Sparkassen-Finanzgruppe in Thüringen, Sachsen-Anhalt und Sachsen gefördert.

Foto:
Martin Luther im Kreise von Reformatoren, 1625/1650
© Deutsches Historisches Museum

Martin-Gropius-Bau Berlin (Berlin)

01.04.2017 - 22.10.2017 Poetische Expansionen
ZKM | Zentrum für Kunst und Medien (Karlsruhe)
Pressemitteilung
Im April eröffnet das ZKM eine Reihe zum Thema „Poetische Expansionen“: Hier werden kuünstlerische Positionen von Hansjörg Mayer (The Smell of Ink), Gerhard Rühm (soon | just | now), Konrad Schäuffelen, Helmut Heißenbüttel und Reinhard Döhl vorgestellt ebenso wie die Arbeiten von Nanni Balestrini (Wer das hir liest braucht sich vor nichts mehr zu fürch-ten) . Diese und andere Dichter, z.T. der Stuttgarter Schule zugehörig, haben die Medienrevolutionen eingeleitet, indem sie das Buchstabenfeld um die zweidimensionale Fläche in Raum und Zeit und dessen Produkt, das Buch, in die Medien Audio, Foto, Film, Video, Computer und Internet erweitert haben.

ZKM | Zentrum für Kunst und Medien (Karlsruhe)