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Pressemitteilungen
Pressemitteilungen
11.10.2019 - 02.02.2020 Giovanni Battista Tiepolo Der beste Maler Venedigs
Staatsgalerie Stuttgart (Stuttgart)
Pressemitteilung
Am 27. März 2020 jährt sich der Todestag von Giovanni Battista Tiepolo (1696–1770), dem wohl bedeutendsten Vertreter der Malerei des 18. Jahrhunderts in Italien, zum 250. Mal. Die Staatsgalerie ehrt den venezianischen Meister mit einer Sonderausstellung, die den hochrangigen Stuttgarter Tiepolo-Bestand im Kontext einer Auswahl internationaler Leihgaben aus Malerei, Graphik und Zeichenkunst präsentiert. Erstmals im deutschsprachigen Raum soll die Schau damit den Blick auf die gesamte Schaffenszeit Tiepolos eröffnen und anhand exemplarischer Werke die Vielfalt seiner Themen, Bildgattungen und künstlerischen Medien anschaulich machen.

Ausgangspunkt ist eine der ungewöhnlichsten Schöpfungen Tiepolos, die sich heute im Besitz der Staatsgalerie befindet: das Leinwandbild mit der »Ruhe auf der Flucht nach Ägypten«, das der Maler in seinen letzten Lebensjahren in Madrid schuf. Zwei Gemälde aus früheren Schaffensphasen sowie das bedeutende Konvolut Tiepolo-Zeichnungen ergänzen die Sammlung. Die Ausstellung versammelt weitere Gemälde aus Mythologie und Geschichte, aber auch Beispiele für die meist unterschätzten religiösen Bildfindungen. So stellt die Präsentation die virtuose Erzählkunst Tiepolos und seine ebenso elegante wie theatralische Bildsprache in den Mittelpunkt, die dennoch von hintergründigem Humor und dem Willen zur Karikatur geprägt ist. Ein besonderes Augenmerk gilt dem Stellenwert, den Tiepolo der Fantasie, der Illusion und auch der Irritation in seinen Bilderwelten einräumte.

Die Ausstellung will eine Neubewertung von Tiepolos Werk anstoßen, die seine malerische Kreativität und Imaginationskraft in den Mittelpunkt stellt und ein neues Bewusstsein für die Bedeutung des Meisters an der Zeitenwende vom Barock zur Aufklärung schafft.

Staatsgalerie Stuttgart (Stuttgart)

11.10.2019 - 02.02.2020 La Serenissima Zeichenkunst in Venedig vom 16. bis 18. Jahrhundert
Staatsgalerie Stuttgart (Stuttgart)
Pressemitteilung
Innerhalb der Kunstlandschaften Italiens kommt Venedig eine besondere Stellung zu. Die ungewöhnlichen Lichtverhältnisse in der Lagunenstadt, die vom reflektierenden Wasser umgeben ist, inspirierten nicht nur die venezianischen Maler sondern vor allem auch die Zeichner. Der Strich, oft mit der Feder ausgeführt, übernimmt die führende Rolle: Schwungvoll, vibrierend und in tänzerischer Leichtigkeit werden spielerisch hingestreute Tupfen, Linienhäkchen und Lavierung eingesetzt, um die flimmernden Effekte der einzigartigen Atmosphäre von »La Serenissima« (der »Allerdurchlauchtigsten«, wie Venedig liebevoll genannt wurde) wiederzugeben. Dabei entstehen Kompositionen mit eher sparsam eingesetztem Zeichenmaterial und viel Gespür für ausgedehnte Flächen.

Die Ausstellung präsentiert mit rund 50 Zeichnungen von über 20 Künstlern, darunter Jacopo Tintoretto (1518–1594), Paolo Veronese (1528–1588), Sebstiano Ricci (1659–1734), Giovanni Battista Piazzetta (1682–1754) und Giuseppe Bernardino Bison (1762–1844), die unterschiedlichen Facetten der Venezianischen Zeichenkunst vom 16. Jahrhundert bis zum Niedergang der Republik Venedig im 18. Jahrhundert.

Begleitend zur Großen Sonderausstellung »Tiepolo« werden so zum einen Tiepolos Entwicklung und Stellenwert innerhalb der venezianischen Künstler aufgezeigt und zum anderen Einblicke in die bedeutende Sammlung Venezianischer Zeichnungen aus dem Bestand der Graphischen Sammlung der Staatsgalerie gegeben.

Staatsgalerie Stuttgart (Stuttgart)

29.09.2019 - 15.12.2019 "Bilder aus einem vergangenen Land. Fall der Berliner Mauer."
KuK - Kunst- und Kulturzentrum der StädteRegion Aachen (Monschau)
Pressemitteilung
Der Fall der Berliner Mauer, die Deutschland von 1961 bis 1989 zweiteilte, jährt sich zum 30. Mal. Das nimmt Dr. Nina Mika-Helfmeier als Kuratorin zum Anlass, exklusiv für das KuK eine Ausstellung zu konzipieren. Mithilfe und mit Materialien der langjährigen FAZ- Fotografin Barbara Klemm sowie den in Berlin ansässigen Kulturinstitutionen Ostkreuz-Agentur, Willy-Brandt-Haus und Gallery argus fotokunst als Partnern stellt sie rund 130 Fotografien so zusammen, wie sie nirgendwo anders zu sehen sein werden.

Nachdem unter dem Titel "Bilder aus einem vergangenen Land" bereits im Vorjahr das Zusammenleben in der DDR Thema war, fokussiert der zweite Teil den Schwerpunkt Mauer, deren Auswirkungen und Fall. So beschäftigen sich zum Beispiel Arbeiten von Ute und Werner Mahler damit, wie die Landschaft mit dem Bollwerk aussah. Den Aufnahmen stellt das Fotografenpaar neuere von den gleichen Stellen gegenüber. Mancherorts ist es geradezu unheimlich, wie nichts mehr an die einst schier unüberwindliche Trennlinie erinnert.

Alltagsszenen aus Berlin sind hingegen auf vielen Arbeiten von Arno Fischer zu sehen, während Harald Hauswald sich Gruppen und Neigungsgemeinschaften am Rande der Gesellschaft zuwendet, die aufgrund von Verboten nur heimlich und stets risikobehaftet existierten. Arbeitsalltag (auch) von Frauen zu DDR-Zeiten und in den Jahren rund um den Mauerfall stellt Barbara Köppe dar, während Barbara Klemm mit gutem Grund als "Foto-Chronistin der Einheit" gilt und den Abschied von der DDR hautnah begleitete.

Partner dieser Ausstellung sind "Ostkreuz - Agentur der Fotografen" (Berlin), das Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen sowie die Sparkasse Aachen.

(Fotocredit: Fall der Mauer. Brandenburger Tor, Berlin, 10. November 1989 ©Barbara Klemm)

KuK - Kunst- und Kulturzentrum der StädteRegion Aachen (Monschau)

12.09.2019 - 12.01.2020 Durch Mauern Gehen
Gropius Bau (Berlin)
Pressemitteilung
Die Ausstellung Durch Mauern gehen zeigt mit Werken von Jose Dávila, Mona Hatoum, Nadia Kaabi-Linke, Christian Odzuck, Anri Sala, Regina Silveira und weiteren Künstler*innen ein zeitgenössisches Panorama der künstlerischen Reaktionen auf von Menschen geschaffene Barrieren, Trennungen, Grenzen und Mauern. In Auseinandersetzung mit der Lage des Gropius Bau entlang der ehemaligen Berliner Mauer bietet die Ausstellung sowohl eine nationale als auch eine internationale Perspektive auf die physischen und psychischen Folgen des Zusammenlebens in gespaltenen Gesellschaften. Im Kontext des 30. Jahrestags des Berliner Mauerfalls beschreibt sie, wie Mauern Gefühle von Verletzlichkeit und Angst artikulieren und individuelle und kollektive Identitätsvorstellungen repräsentieren können.

Mit Werken von Jose Dávila, Mona Hatoum, Nadia Kaabi-Linke, Christian Odzuck, Anri Sala, Regina Silveira und weiteren.

Kuratiert von Till Fellrath und Sam Bardaouil.

Foto:
Jose Dávila, „Untitled (Allure)“, 2014. Ausstellungsansicht, „State of Rest“, OMR, 2014, Allure Marmor, Spanngurte, Ösenschrauben, 177,7 x 301,1 x 550 cm
© Enrique Macías Martínez

Gropius Bau (Berlin)

04.09.2019 - 12.01.2020 Wu Tsang
Gropius Bau (Berlin)
Pressemitteilung
Nach ihrem einjährigen Aufenthalt im Rahmen von In House: Artist in Residence eröffnet Wu Tsang im September ihre Einzelausstellung.
Die Ausstellung zeigt neben einer Auswahl bisheriger Filmarbeiten auch eine Neuproduktion. Darin geht Wu Tsang der Frage nach, wie sich Körper in gewaltsamen alltäglichen Umgebungen bewegen und ihr Überleben in normativen Gesellschaftsordnungen sichern, in denen sie als bedrohlich empfunden werden könnten. Mit ihrer hybriden Filmsprache, die gleichermaßen Fiktion und Dokumentation verbindet, entwirft Wu Tsang eine eigene Form der Choreografie, die sowohl die Bewegung der Darsteller*innen als auch der Kamera untersucht. Eine Serie von eigens für die lichtdurchfluteten Räume des Gropius Bau konzipierten farbigen Glasarbeiten lädt zu einem poetischen Nachdenken über die Spannung zwischen Transparenz und Opazität ein.

Kuratiert von Stephanie Rosenthal.

Foto: Wu Tsang, We hold where study, 2017. Zweikanal HD Video, Stereo, 19 Min. Courtesy: Roman Mensing

Gropius Bau (Berlin)

26.07.2019 - 01.12.2019 Garten der irdischen Freuden
Gropius Bau (Berlin)
Pressemitteilung
Garten der irdischen Freuden ist gleichermaßen Raum für Inspiration und kritische Reflexion. In dieser groß angelegten Gruppenausstellung interpretieren Künstler*innen wie Pipilotti Rist, Rashid Johnson, Maria Thereza Alves, Uriel Orlow, Jumana Manna, Taro Shinoda und Heather Phillipson das Motiv des Gartens als eine Metapher für den Zustand der Welt und als poetische Ausdrucksform, um die komplexen Zusammenhänge unserer zunehmend prekären Welt zu erforschen. Ihre raumgreifenden Installationen behandeln soziale, politische und ökologische Phänomene wie Migration, die postkoloniale Neubetrachtung des botanischen Gartens und die technisierte Nutzung von Pflanzen durch den Menschen. Neben der bekannten Lesart des Garten als Sehnsuchtsort voller meditativer, spiritueller und philosophischer Möglichkeiten thematisiert die Ausstellung den Garten auch als einen Ort des politischen Widerspruchs sowie als Grenzbereich zwischen Realität und Fantasie, Harmonie und Chaos, Lust und Perversion sowie Utopie und Dystopie.

Mit Werken von Maria Thereza Alves, Rashid Johnson, Jumana Manna, Uriel Orlow, Heather Phillipson, Pipilotti Rist, Taro Shinoda und weiteren.

Kuratiert von Stephanie Rosenthal mit Clara Meister.

Foto:
Uriel Orlow, „Botanical Dreams“, 2018. Archivpigmentdruck auf Barytpapier, 55 x 75 cm
© VG Bild-Kunst, Bonn 2018

Gropius Bau (Berlin)

14.07.2019 - 15.09.2019 Exil am Bodensee. Die Künstler der Höri. Sommerausstellung mit Haupterwerken aus der Sammlung des
Kunstmuseum Singen (Singen)
Pressemitteilung
Eröffnung der Ausstellung: Sonntag, 14. Juli 2019, 11 Uhr

Bereits zum Klassiker avanciert sind die Sommerausstellungen des Kunstmuseums Singen, die mit Werken der Höri-Künstler der Präsentation des kunsthistorisch wertvollen Kerns der Singener Sammlung vorbehalten sind.

Das Kunstmuseum Singen, das über die vollständigste Sammlung von Werken der Höri-Künstler verfügt, zeigt zur Sommerausstellung 2019 rund 80 Arbeiten derjenigen Maler, Grafiker und Bildhauer die, nachdem sie ab 1933 als „politisch unzuverlässig“ und als „entartet“ gebrandmarkt wurden, am Bodensee und insbesondere auf der Bodenseehalbinsel Höri Zuflucht fanden vor der nationalsozialistischen Kulturpolitik und den Schrecken des Krieges. Die Ausstellung vereint Werke von Otto Dix, Erich Heckel, Max Ackermann, Curth Georg Becker, Helmuth Macke, Walter Herzger, Hans Kindermann, Hugo Erfurth, Jean Paul Schmitz und Ferdinand Macketanz u.v.a. Im Fokus der Ausstellung stehen vor allem neu für die städtische Kunstsammlung erworbene als auch kürzlich restaurierte Arbeiten, womit das Kunstmuseum die Nachhaltigkeit der Sammlung sichert und diesen Werkkomplex, der das überregionale Renommee des Kunststadt Singen ausmacht, auch für zukünftige Präsentationen erlebbar macht.

Abbildung: Kunstmuseum Singen, Emil Wachter, Singener Trilogie (Die Bibel in Gesichtern), 1982, Lithographie auf Bütten, , Foto: Kuhnle+Knödler Fotodesign, (c) Emil Wachter

Kunstmuseum Singen (Singen)

14.07.2019 - 15.09.2019 Florian Schwarz. Das Dunkel ZWISCHEN DEN STERNEN spreizt seine Flügel.
Kunstmuseum Singen (Singen)
Pressemitteilung
Er zählt längst zu den interessantesten Fotografen, die heute im Bodenseeraum arbeiten: Florian Schwarz. 1979 bei Konstanz geboren, ausgebildet an der Royal Academy of Fine Arts in Antwerpen und an der University of Edingburgh / Institute for Film & Television, seit einigen Jahren in Radolfzell-Stahringen lebend, verfolgt Florian Schwarz fotografische und filmische Langzeitprojekte auf der ganzen Welt.

Im Mittelpunkt der Ausstellung im Singener Kunstmuseum steht das seit 2014 in Arbeit befindliche fotografische und filmische Projekt deep dark_pale blue. Florian Schwarz` künstlerische Entdeckungsreise zu Sternwarten rund um den Globus verbindet den Blick in die unendlichen Tiefen des Weltalls (auf der Suche nach Planeten außerhalb unseres Sonnensystems) mit dem Nahblick auf jene Menschen und Gesellschaften, die in völlig unterschiedlichen Verhältnissen in der Nähe all dieser miteinander verbundenen Observatorien leben.
Die Ausstellung, die das Kunstmuseum Singen in Kooperation mit der Galerie Vayinger, Singen, ausrichtet, schließt die Serie von Präsentationen dieses künstlerischen Projektes ab, das in der Vergangenheit im Kunstmuseum Singen bereits zu sehen war.

Abbildung: Florian Schwarz, HAWAII part IV: N156°15? 21.6?W
Teleskop (Maui, USA), 2016 Aus der Serie "NO DEEPER BLUE", 2014-2016, Archival Pigmentprint, (c) Florian Schwarz

Kunstmuseum Singen (Singen)

14.07.2019 - 15.09.2019 Hier und Heute. Neue Kunst vom See. Gegenwartskunst aus der Sammlung des Kunstmuseums.
Kunstmuseum Singen (Singen)
Pressemitteilung
Längst hat sich das Singener Kunstmuseum auch als eines der zentralen Häuser für die zeitgenössische Kunst in der Vierländerregion Bodensee etabliert und inmitten einer vernetzten Kunstlandschaft zu einer Drehscheibe des Austausches unterschiedlichster zeitgenössischer künstlerischer Positionen sowie als lebendiger Ort zahlreicher Projekte und Initiativen ausgebildet.

Aufbauend auf seinem kunsthistorischen Sammlungsschwerpunkt hat das Kunstmuseum mit seinen Bezügen zu den Kunst-, Museums-, Galerien- und Kulturzentren in der Schweiz, Österreich aber auch darüber hinaus, eine über … Werke umfassende Sammlung von Werken der Gegenwartskunst aufgebaut. Dazu zählen beispielhaft Werke von Felix Droese, Friedmann Hahn, Markus Weggenmann, Miriam Prantl, Gerold Miller, Harald F. Müller oder Markus Daum.

Im Zentrum der Ausstellung stehen neue Werke der Gegenwartskunst im Kontext der Sammlung des Kunstmuseums Singen.

Abbildung: Kunstmuseum Singen, Foto Kuhnle+ Knödler Fotodesign, (c) Markus Weggenmann, Gerold Miller, Peter Mell, VG Bild-Kunst, Bonn 2019

Kunstmuseum Singen (Singen)

12.07.2019 - 27.10.2019 Miriam Cahn: Ich als Mensch. I as Human
Haus der Kunst (München)
Pressemitteilung
Die umfassende Werkschau zu Miriam Cahns (*1949, in Basel) Œuvre, anlässlich ihres 70. Geburtstags, umspannt fünf Jahrzehnte mit zentralen Arbeiten aller Schaffensphasen. Mit ihren frühen Filmen, Skulpturen und überlebensgroßen Kreidezeichnungen bis hin zum malerischen Hauptwerk befragt Miriam Cahn eindrucksvoll Geschlechter- und Machtkonstruktionen. Von Anfang an hat sie durch eine Politisierung des Privaten, der Frau und ihres Körpers alternative Narrative in der Bildenden Kunst forciert, die zu einer differenzierteren Wahrnehmung weiblicher Lebenswelt beigetragen haben. Die Infragestellung diskriminierender Repräsentationsmuster und deren öffentlichen Erscheinungsbildern sind auf Cahns Interesse an einer Reflexion medienvermittelter Realität zurückzuführen. Nicht nur aufgrund ihrer Familiengeschichte sind Cahn die Themen von Flucht und Vertreibung ebenso ein wichtiges Anliegen, wobei sie die Prozesse einer öffentlichen Wahrnehmung dessen thematisiert. So reflektiert sie in vielen ihrer Werkgruppen politisch aktuelle Ereignisse und deren Folgen wie den Golf- oder die Jugoslawienkriege, aber auch internationalen Terror bis hin zum Syrienkonflikt. Die farbgewaltige Malerei speist sich aus einer Darstellung des Innerlichen und übt trotz einer häufig irritierenden, bedrohlichen Doppeldeutigkeit große Anziehungskraft aus. Cahns Bildfindungen kennzeichnet ein hohes Maß an Empathie – ein Bekenntnis zur Menschlichkeit.
Miriam Cahn wurde mit Teilnahmen beispielsweise an der 14. Venedig Biennale (1984) oder jüngst bei der Documenta 14 (2017) gewürdigt. Die Ausstellung „Miriam Cahn. Ich als Mensch“ widmet sich umfassend ihren künstlerischen Strategien, die sich aus einer eindringlichen Beschäftigung mit dem Körper und körperlicher Erfahrung speisen. Anhand von über 200 Arbeiten aus allen Schaffensphasen wird das breite Spektrum ihres Wirkens und ein radikal erweitertes Malereiverständnis vorgestellt.
Die Ausstellung entsteht in Kooperation mit dem Kunstmuseum Bern und dem Museum für moderne Kunst, Warschau. Anlässlich der Ausstellung gibt das Haus der Kunst eine Publikation heraus.
Kuratiert von Jana Baumann

Haus der Kunst (München)

30.06.2019 - 22.09.2019 Howard Greenberg Gallery - "From Archive to History" (Deutschlandpremiere)
KuK - Kunst- und Kulturzentrum der StädteRegion Aachen (Monschau)
Pressemitteilung
30.000 Abzüge der wichtigsten Vertreter des Kunstgenres Fotografie im 20. Jahrhundert umfasst das Archiv der Howard Greenberg Gallery. Die Sammlung der 1981 – damals noch als "Photofind" – gegründeten Galerie mit Sitz in New York erstreckt sich über sämtliche kunstfotografischen Gattungen und Stile bis hin zu zeitgenössischer Fotografie. Die Ausstellung "From Archive to History" ist nun im KuK zum ersten und absehbar einzigen Mal in Deutschland zu sehen.

Sie zeigt Arbeiten von 60 Fotografen, unter ihnen Edward Steichen, Man Ray, Walker Evans, Sarah Moon und Berenice Abbott. Die Ausstellung wurde ein wenig im Stil des surrealistischen Literaturspiels "Exquisite Corpse" zusammengestellt, bei dem die Mitspieler einen Teil eines Satzes oder Bildes verantworten, ohne weitere zu kennen. In der KuK-Ausstellung sind u.a. Mode-Inszenierungen von Lillian Bassman, Horst P. Horst und Martin Munkacsi, Aufnahmen von Pariser Straßen um 1900 von Eugène Atget, ikonenhafte Porträts von Arnold Newman oderLisette Model zu sehen.

Howard Greenberg gehört zu den einflussreichsten Kunsthändlern in New York City. Für die KuK-Ausstellung stellt er etwa 130 besondere Aufnahmen aus seiner Sammlung wegweisender Fotografie zur Verfügung. Sie gewährt ungewöhnliche Einblicke in die Chronik der Fotografie des 20. Jahrhunderts.

Neben der Howard Greenberg Gallery (New York) sind auch diChroma (Madrid) und als Unterstützer EWV Partner dieser Ausstellung.

(Fotocredit: Horst P. Horst, "Mainbocher Corset", Paris, 1939 ©Horst Estate/Conde Nast)

KuK - Kunst- und Kulturzentrum der StädteRegion Aachen (Monschau)

30.06.2019 - 13.10.2019 Dietmar Henneka and Friends - Ein Bild von einem Auto (im 2-RAUM des Museum Art.Plus)
Museum Art.Plus (Donaueschingen)
Pressemitteilung
Ergänzend zur Hauptausstellung zeigt das Museum Art.Plus im 2-RAUM Arbeiten teils weltbekannter Fotografen aus den Jahren 1928 bis 2012, welche die Beziehung von Mensch und Auto in den Blick nehmen und zugleich die von Beginn an sehr enge Verbindung von Automobil und Fotografie thematisieren.

Mit dabei sind Fotoarbeiten von Dieter Eikelpoth (*1950), Elliott Erwitt (*1928, FR), Esther Haase (*1966), Peter Lindbergh (*1944), Jean-Daniel Lorieux (*1937, FR), Russell Porcas (*1961, UK), Paolo Roversi (*1947, IT), Anton Stankowski (1906-1998), Alberto Venzago (*1950, CH), Reinhart Wolf (1930-1988) u.a.

Idee, Konzept, Auswahl der Fotografien sowie eigene Foto-Arbeiten stammen von dem Stuttgarter Fotografen Dietmar Henneka (*1941).

Museum Art.Plus (Donaueschingen)

29.06.2019 - 27.10.2019 Edge of Now im Rahmen des Projekts Three Rooms
ZKM | Zentrum für Kunst und Medien (Karlsruhe)
Pressemitteilung
Gemeinsam mit dem Nam June Paik Center im su?dkoreanischen Yongin und dem CAC | Chronus Art Center Shanghai fo?rdert das ZKM junge Medi- enku?nstlerInnen. Drei ausgewa?hlte Ku?nstlerInnen, Kim Heecheon, Yang Jian und Verena Friedrich, du?rfen in den drei Medienkunstinstitutionen ihre Arbeiten vorstellen. Die erste Station der Gruppenausstellung bildet das Nam June Paik Center Korea. Weitere Stationen folgen am CAC | Chronus Art Center in Shanghai (08.11.2018–20.01.2019) sowie am ZKM | Karlsruhe (29.06.–27.10.2019).

ZKM | Zentrum für Kunst und Medien (Karlsruhe)

29.06.2019 - 13.10.2019 Für Euch! 30 Jahre Stiftung Hirsch – Kulturförderung in Karlsruhe
Staatliche Kunsthalle Karlsruhe (Karlsruhe)
Pressemitteilung
Die Kunsthalle feiert mit zehn weiteren Karlsruher Kultureinrichtungen das Jubiläum der Stiftung Hirsch mit einer vielseitigen Schau der geförderten Erwerbungen und Vorhaben.
Christa und Heinold Hirsch gründeten 1989 die gleichnamige Stiftung und bereicherten das kulturelle Leben in ihrer Heimatstadt nachhaltig. In Zusammenarbeit mit der Szenografin Juliette Israël ist eine Schau entstanden, die die Vielzahl der geförderten Projekte aus den Bereichen Kunst, Kultur, Literatur und Natur in einer Ausstellungserzählung verknüpft.

Staatliche Kunsthalle Karlsruhe (Karlsruhe)

22.06.2019 - 14.07.2019 "In Focus". Art – Science – Nature. Astrid Hansen, Birgit Spahlinger, Sabine Schäfer.
GEDOK Künstlerinnenforum Karlsruhe (Karlsruhe)
Pressemitteilung
Drei Positionen zeitgenössischer Medienkunst und Fotografie

Vernissage am Sa, 22.06. um 20 Uhr
Einführung: Dr. Annette Hünnekens, Medienkunstwissenschaftlerin
Musikalisches Rahmenprogramm:
EndoMikroSonoSkopische Klangkompositionen von Sabine Schäfer

Finissage am So, 14.07. von 14 bis 16 Uhr
Die Künstlerinnen werden anwesend sein.

Eine der effektivsten und revolutionärsten Techniken der Reduktion und Konzentration ist die Fokussierung auf die Dingwelt als Ausgangsmaterial, um zum Wesen der Dinge vorzudringen und schließlich vielerlei Neuschöpfungen hervorzubringen. Anhand konsequenten Fokussierens hat die Kunst seit jeher die Pforten der Wahrnehmung für transhumanes Sein geöffnet und eine Ästhetik des Hybriden generiert, die gegenwärtig häufig einer rhizomatischen Logik und einer algorithmischen Form folgt.
Das konsequenteste Ergebnis der Technisierung unseres Wahrnehmungsapparates ist wohl die Reduktion auf eine Sein/Nicht-Sein Situation des Digitalen.
Drei künstlerische Positionen nehmen hierauf Bezug, indem sie den Betrachterstandpunkt variieren und ihn zwischen technischem Apparat und sensuellem Organ bis in das Objekt hinein skalieren. Das Kunstwerk übernimmt dabei die Rolle des Transmitters, es führt die Apparaturen, Destillate und transhumanen Formationspotentiale in den menschlichen Bereich des Wahrnehmbaren zurück und hinterlässt dabei eine leise Ahnung der Erhabenheit universalen Seins und seiner vielfältigen Subtexte.
In diesem Sinne dringen Astrid Hansen, Birgit Spahlinger und Sabine Schäfer durch eine je eigene Weise medialen Fokussierens nicht nur zu einer Art 'Grund' vor, sondern sie kreieren Begründungen von Information, Wahrnehmung und Existenz.
(Dr. Annette Hünnekens)

© Bild: Astrid Hansen, Birgit Spahlinger, Sabine Schäfer

GEDOK Künstlerinnenforum Karlsruhe (Karlsruhe)

07.06.2019 - 20.10.2019 Weissenhof City Von Geschichte und Gegenwart der Zukunft einer Stadt
Staatsgalerie Stuttgart (Stuttgart)
Pressemitteilung
Der Prozess der Moderne und mit ihr des Bauhauses hat sich über viele Veränderungen und Orte vollzogen. Kartiert man das Bauhaus und sein globales Netzwerk, so gehört Stuttgart zu den Orten, die ihm bedeutende Impulse gegeben haben und selbst durch es beeinflusst sind.

Zum 100-jährigen Gründungsjubiläum des Bauhauses begeben sich internationale Künstlerinnen und Künstler in Zusammenarbeit mit der Staatsgalerie Stuttgart auf Suche nach Spuren des vorausschauenden Bauhauses und seiner imaginierten Zukunft, die unsere Gegenwart heute ist.

In und von Stuttgart aus setzen sich die Künstlerinnen und Künstler mit dem Bauhaus-Kosmos – Protagonistinnen und Protagonisten und das Bauhaus reflektierenden Reformerinnen und Reformer, Orten und Bauten, Archiven und Dokumenten, Geschichte(n) und Mythen – auseinander. Zentral ist die Frage, wie wir den utopischen Überschuss des Bauhauses und Universalismus der Moderne – wie sie in ihren Auswirkungen auch in Stuttgart manifest sind – für unsere Gegenwart neu denken können.

In ihren Beiträgen nehmen die Künstlerinnen und Künstler das Publikum mit auf Tour in das Museum und den Stadtraum – jenseits bekannter Pfade.

Staatsgalerie Stuttgart (Stuttgart)

06.06.2019 - 22.09.2019 Bani Abidi. They Died Laughing
Gropius Bau (Berlin)
Pressemitteilung
Bani Abidi ist bekannt für ihre unverwechselbare Filmästhetik, die sich mit den dunklen Absurditäten des Alltags auseinandersetzt. Die Einzelausstellung They Died Laughing eröffnet im Juni und zeigt ihre Filme und Druckerzeugnisse der letzten zehn Jahre. Bani Abidis Narrative erzählen von individuellen Erfahrungen mit komplexen Fragen des Patriotismus, die von den historischen Machtkämpfen und den geopolitischen Beziehungen zwischen den Nachbarstaaten Indien und Pakistan bestimmt werden. Auf humorvolle Art und Weise wendet sie sich in ihren frühen performativen Videoarbeiten in ironischen Rollenspielen selbst der Kamera zu und dupliziert ihr eigenes Bild, um beide Staaten und ihre Grenzpolitik zu adressieren. Später entwickelt Bani Abidi visuelle Strategien, um das gelebte Drama in Städten wie Lahore und Karachi anhand von realen und fiktiven Randfiguren und Erzählungen einzufangen. They Died Laughing ist ihre bisher umfangreichste Einzelausstellung.

Kuratiert von Natasha Ginwala.

Foto: Bani Abidi, The Distance from Here, 2010. Video, 12 Sek.

© Bani Abidi, Courtesy Bani Abidi.

Gropius Bau (Berlin)

30.05.2019 - 08.09.2019 Olivier Mosset TUTU
Museum Haus Konstruktiv (Zürich)
Pressemitteilung
kuratiert von Sabine Schaschl

Olivier Mosset (*1944 in Bern, lebt in Tucson, Arizona) zählt seit Mitte der 1960er-Jahre zu den radikalsten Vertretern einer zeitgenössischen Malerei, die das Ideal künstlerischer Originalität durch Objektivität unterwandert. Ausgehend von der Frage, was Malerei ist und wie sie funktioniert, hat er ein vielfältiges Œuvre aus monochromen und abstrakt-geometrischen Werken geschaffen, das sich jeder mystifizierenden Bedeutungszuschreibung verweigert. Seine Arbeiten waren seither in wichtigen Einzel- und Gruppenausstellungen im In- und Ausland zu sehen, 1990 konnte er die Schweiz an der Biennale in Venedig repräsentieren. Im Sommer 2019 wird sein Schaffen umfassend im Museum Haus Konstruktiv gezeigt.

Museum Haus Konstruktiv (Zürich)

30.05.2019 - 08.09.2019 Kirstine Roepstorff EX CAVE
Museum Haus Konstruktiv (Zürich)
Pressemitteilung
kuratiert von Sabine Schaschl

Dunkelheit kann vieles sein. In erster Linie ist sie ein physikalisches Phänomen, die Abwesenheit von Licht. Im Hinblick auf die menschliche Psyche aber weckt sie zahlreiche Assoziationen: Wir verbinden sie mit dem Unbewussten, dem Abgründigen, mit Gefühlen der Angst und Unsicherheit; als Metapher steht sie im Wesentlichen für das Unheimliche, das Mystische, den Tod. Dass Dunkelheit aber auch eine neue Sichtweise auf etwas Vorhandenes bewirken und ein Ausloten des Wahrnehmbaren bedeuten kann, zeigt die dänische Künstlerin Kirstine Roepstorff (*1972 in Virum, lebt und arbeitet in Kopenhagen) im Sommer 2019 im Museum Haus Konstruktiv.

Museum Haus Konstruktiv (Zürich)

29.05.2019 - 29.12.2019 Landpartien Nordschwarzwald – 4 Ausstellungen in 4 Stadtmuseen
Museum Schloss Ettlingen (Ettlingen)
Pressemitteilung
Ettlingen und das reizvolle Albtal

„Wer für das Erhabene und Schöne in der wundervollen Natur echten Sinn hat, den gereue es nimmer des friedlichen Waldtales grüne Hallen zu durchwandeln.“
Dr. Schneider über das Albtal im Jahr 1818

Das liebliche Albtal, ganz im Norden des Schwarzwaldes, zwischen Ettlingen und Bad Herrenalb gelegen, wurde im 19. Jahrhundert von Wanderern und Bildungsreisenden als lohnendes Reiseziel entdeckt. Romantische Klosterruinen, Erholung und Heilung versprechende Bade- und Luftkurorte im Grünen lockten die Reisenden an. Der frühe Ausbau einer breiten Talstrecke für Postkutschen und schließlich 1898 die Errichtung einer Bahnlinie von Karlsruhe über Ettlingen nach Herrenalb, schufen die verkehrstechnische Infrastruktur, um die Sommerfrischler bequem ans Ziel zu bringen.

Die Ausstellung im Museum Ettlingen nimmt die Entwicklung des Reisens in das Albtal und nach Ettlingen in der Zeit von 1800 bis 1960 in den Fokus. Sie zeigt, wie und womit man sich vor 200 Jahren auf den Weg machte, welche Reiseutensilien benötigt wurden und wo man wohnte oder übernachtete. Sie zeigt die touristische Entwicklung auf von dem nach Ruhe und unberührter Natur suchenden städtischen Bürger der Romantik bis zum Tagestouristen, den in den 1950er Jahren die Kirschblüten und guten Ausflugslokale nach Ettlingen lockten.

In der Ausstellung berichten etliche Reiseutensilien, Reiseführer und -berichte, Gemälde, Grafiken, Modelle von Kutschen, Souvenirs wie eine große Anzahl Ansichtskarten, mit Sehenswürdigkeiten, schönen Spazierwegen und schicken Promenaden, die in alle Welt verschickt wurden, vom großen und dem kleinen Glück des „Unterwegs-Seins“. Reisen Sie mit!

Museum Schloss Ettlingen (Ettlingen)

24.05.2019 - 17.06.2019 Isabell Reiling und Jelena Azinovic "Other Spaces". Malerei und Skulpturen. Vernissage 24.05. 20:00
GEDOK Künstlerinnenforum Karlsruhe (Karlsruhe)
Pressemitteilung
Isabell Reiling und Jelena Azinovic
"Other Spaces"
Malerei und Skulpturen

Vernissage am Freitag, 24.05.2019 um 20 Uhr
Einführung: Claudia Scheller-Schach, Kunsthistorikerin
Musikalische Begleitung: Tonja Cuic, Klavier

Die Künstlerinnen Isabell Reiling und Jelena Azinovic reflektieren in ihrer ersten gemeinsamen Ausstellung "Other Spaces" die umgreifende Normierung von Menschen: Reiling mit Fokus auf Räume und Azinovic im Hinblick auf Körper. Sie denken kritisch bis humorvoll über Auswege nach.

Reiling widmet sich mit grafisch strukturierten Malereien gesellschaftlichen Räumen am Rande oder jenseits der Norm, die zugleich stark normieren, etwa Altenheime, Psychiatrien oder Flüchtlingsunterkünfte. Gemeinsam ist den Räumen, dass ihre Spielregeln sehr begrenzt Raum für die subjektive Entfaltung belassen. Ihre Karikaturen gleichenden Menschen scheinen in den Raumstrukturen gefangen zu sein. Doch es gibt auch Gegenbewegungen, wie Freude und Leichtigkeit der Figuren zeigen.

Die raumgreifenden Skulpturen von Azinovic mit dem Werktitel "Presume" stellen weibliche Büsten jenseits der gesellschaftlich vorherrschenden Normen dar. Die Figuren sind über-groß, über-gewichtig, über-dehnt und
schweben im Raum. Ihre Leichtigkeit überrascht und stellt damit gängige Vorurteile in Frage. Die Skulpturen treten mit dem Publikum in Interaktion: sie schreien und kehren durch die spiegelnden Löffel den Blick um.

Öffnungszeiten: Mi–Fr 17–19 Uhr. Sa + So 14–16 Uhr
Do 30.05. (Himmelfahrt) und So 09.06. (Pfingstsonntag) geschlossen

Abb.: Isabell Reiling, Other spaces

GEDOK Künstlerinnenforum Karlsruhe (Karlsruhe)

18.05.2019 - 22.09.2019 TOP_0019 Meis­ter­schü­ler*in­nen und die Sammlung der Städti­schen Galerie ­Karls­ruhe im Dialog
Städtische Galerie Karlsruhe (Karlsruhe)
Pressemitteilung
Die Er­nen­nung zum »Meis­ter­schü­ler« ist eine persön­li­che ­Aus­zeich­nung, die ausge­wähl­ten Absol­vent*in­nen der Staat­li­chen ­Aka­de­mie der Bildenden Künste Karlsruhe durch ihre Profes­so­rin o­der ihren Professor verliehen wird. Meister­schü­ler dürfen ein wei­te­res Jahr an der Akademie studieren, erhalten einen Ate­lier­platz und genießen auch sonst alle Leistungen wie etwa die Betreuung durch das Lehrer­kol­le­gium oder den Zugang zu den zahl­rei­chen Werkstät­ten der Hochschule. Das in seiner Weise ein­zig­ar­tige Meister­schü­ler-Projekt der Karlsruher Akade­mie um­fasst auch eine Ausstel­lung mit aktuellen Werken der Ab­sol­ven­ten, die jedes Jahr in einer anderen angese­he­nen ­Kuns­t­in­sti­tu­tion des Landes Baden-Württem­berg zu Gast ist. 2012 fand die Präsen­ta­tion zum ersten Mal in der Städti­schen Galerie ­Karls­ruhe statt. Sieben Jahre später wird die Meis­ter­schü­ler-Ausstel­lung wieder in den Räumen des Museums ein­ge­rich­tet - nun mit einem ganz neuen, bislang noch nie rea­li­sier­ten Konzept: Die Arbeiten der etwa 30 Meis­ter­schü­ler*in­nen sind im Kontext der Dauer­aus­stel­lun­gen im ersten und zweiten Oberge­schoss zu sehen und treten in einen ­span­nen­den Dialog mit der künst­le­ri­schen Tradition seit Gründung ­der Kunst­aka­de­mie Karlsruhe.

Städtische Galerie Karlsruhe (Karlsruhe)

18.05.2019 - 11.08.2019 Kunstformen der Natur. Zum 100. Todestag von Ernst Haeckel. Mark Dion, Jochen Lempert, Eva-Maria S
Kunstsammlung Jena (Jena)
Pressemitteilung
Der 100. Todestag des Zoologen und Philosophen Ernst Haeckel (1834-1919) ist für die Kunstsammlung Jena Anlass einen Blick auf künstlerische Positionen zu werfen, die sich Darstellungen von Natur widmen. Mit seinen von 1899 bis 1904 in mehreren Heften herausgegebenen „Kunstformen der Natur“, die bereits kurz nach Erscheinen in keinem bildungsbürgerlichen Haushalt fehlen durften, verbildlicht Haeckel den Monismus, nach dem Gott in jedem Atom und somit in jedem Geschöpf waltet. Wenn er Radiolarien, also Strahlentierchen, wie Skulpturen von perfekter Symmetrie inszeniert, zeigt er, dass Natur in hohem Maße auch Kultur ist. Damit gelingt ihm die Verbindung zwischen Kunst und Natur, die nachfolgende Künstler dankend aufgenommen haben. Anhand einiger zeitgenössischer künstlerischer Positionen aus der Sammlung Opitz-Hoffmann soll die Aktualität von Haeckels Anspruch untersucht werden, mit Darstellungen von Natur gleichsam den größten Künstler sichtbar zu machen. Neben Originalzeichnungen und Lithografien aus Haeckels bekanntestem Werk sind in der Ausstellung Arbeiten von Mark Dion, Jochen Lempert, Eva-Maria Schön, Nora Schattauer und Robert Seidel zu sehen.

Kunstsammlung Jena (Jena)

16.05.2019 - 13.10.2019 Kunst Kosmos Oberrhein
Museum für Aktuelle Kunst – Sammlung Hurrle Durbach (Durbach)
Pressemitteilung
Neue Ausstellung:
Kunst Kosmos Oberrhein
im Museum für Aktuelle Kunst in Durbach
vom 16. Mai bis 13. Oktober 2019

Vom 16.5.2019 bis 13.10.2019 widmet sich die große Wechselausstellung im Museum für Aktuelle Kunst in Durbach bei Offenburg unter dem Titel „Kunst Kosmos Oberrhein“ ganz den Arbeiten von Künstlern der trinationalen Region.
Die Schweiz, Frankreich und Deutschland teilen sich die Oberrheinregion, die ein reiches kulturelles Erbe, aber auch eine überaus lebendige zeitgenössische Kunstszene vorzuweisen hat. Ihre Bewohner haben gemeinsame Wurzeln, und trotz der wechselvollen Geschichte haben kosmopolitisch-europäisch denkende Menschen über alle Grenzen hinweg immer wieder gemeinsame Projekte initiiert, haben zusammen gearbeitet und sind kreativ tätig geworden.
Die große Ausstellung würdigt die vielfältige Kunstlandschaft des Oberrheins und begibt sich auf Spurensuche nach dem Verbindenden und den Gemeinsamkeiten, aber auch den Eigenheiten ihrer Vertreter.

Der Rhein bildet eine natürliche Grenze zwischen Deutschland und Frankreich, verbindet aber zugleich als Wasserstraße die Region mit dem Rest der Welt. Die Kulturen an seinen Ufern sind einander verwandt, teilen Mythen und Traditionen und blicken zugleich auch auf eine zerrissene, konfliktreiche Geschichte zurück. All dies prägt die Kunst auf französischer, deutscher und Schweizer Seite seit Jahrhunderten bis heute – Tradition steht neben den Einflüssen von außen, die Region war stets der Welt zugewandt, und das spiegelt sich auch in der künstlerischen Vielfalt.

In dem Bewusstsein, nicht alle Aspekte beleuchten, nicht alle Künstler zeigen zu können, widmet sich die Ausstellung mit über 100 Arbeiten der Bandbreite der Kunst am Oberrhein von konzeptueller Kunst über informelle Ansätze, konkrete Kunst bis hin zur figurativen Kunst in all ihren Spielarten. Dabei sorgt insbesondere der Blick über die Grenze immer wieder für Neuentdeckungen und überraschende Parallelen. Immer wieder gab und gibt es auch gemeinsame grenzübergreifende Projekte und Künstler wie Tomi Ungerer, der sich besonders für eine ästhetische und künstlerische Verbindung eingesetzt hat und dem eine kleine Schau im Kabinett gewidmet ist. Zugleich erhält der Freiburger Maler Bert Jäger im Rahmen der Reihe „Profile in der Kunst am Oberrhein“ eine Sonderschau anlässlich seines 100. Geburtstags, dessen Werk stark von der französischen Avantgarde, von Informel und Abstraktem Expressionismus geprägt ist.

Museum für Aktuelle Kunst – Sammlung Hurrle Durbach (Durbach)

12.05.2019 - 02.06.2019 Hermann J. Roth / Thilo Mechau "Molekulare und Monumentale Ästhetik" Eine Ausstellung anlässlich d
BBK Karlsruhe, Künstlerhaus Karlsruhe (Karlsruhe)
Pressemitteilung
Es waren die Strukturformeln von Arznei-, Wirk- und Naturstoffen, die den Pharmazeutisch-Medizinischen Chemiker Hermann J. Roth zu deren künstlerischen Gestaltung veranlassten. Er machte die ästhetischen Eigenheiten wie lineare Symmetrie, Palindrom-artige Strukturen, Zentrosymmetrie, Spielkartensymmetrie, Translation, Chiralität (Händigkeit) im submikroskopischen Bereich sichtbar. Daraus entwickelte sich eine Kunstrichtung, die man heute Molekulare Ästhetik nennt.
Die Anregung für Wand- und Tischobjekte aus Plexiglas und punktgeschweißtem Drahtgitter stammt aus der Kristallstruktur chemischer Verbindungen.
Als Photograph an der Fakultät für Architektur war Thilo Mechau neben Dokumentation auch mit Interpretation von Architektur beschäftigt. So entstanden - nicht nur bei Exkursionen - Aufnahmen von monumentaler Ästhetik (Abfolgen-Annäherungen Veränderungen), sowie auch solche von andersartiger Wahrnehmung.

BBK Karlsruhe, Künstlerhaus Karlsruhe (Karlsruhe)

12.05.2019 - 08.06.2019 Wolfram Heistermann "KREUZ UND QUER" Grafische Arbeiten
Kunstverein Kreis Soest e. V. (Soest)
Pressemitteilung
Auf mittelalterlichen Bildern erscheint im Bild von Braut und Bräutigam Maria als thronende Himmelskönigin, die von Christus gekrönt wird. Ein schönes Beispiel findet sich in der Nebenapsis der Hohnekirche in Soest. Maria steht hier symbolisch für den neuen Bund. Christus als göttlicher Bräutigam vereinigt im Bild der göttlichen Braut die Menschheit mit sich, welche dazu ausersehen ist, seine Kirche zu sein.

Wolfram Heistermann hat diese alte Symbolik in seiner Folge „Maiesta“ neu interpretiert. Er wählt vom Typ her ähnliche, frontal gestaltete Bilder von Christus und Maria aus der alten Kunst aus, überträgt sie grafisch und druckt sie anschließend genau übereinander. So entsteht aus einer Vielzahl von Vorlagen ein Bild. Maria wird zu Christus, Christus zu Maria. Entsprechend der alten Symbolik werden Heiland und Kirche eins. Diese Verschmelzung mit Christus ist auch der Kern der „Unio mystica“, der Vereinigung der Seele mit Gott, welche die mittelalterliche und barocke Mystik auszeichnet.

Wolfram Heistermann hat mit dieser Technik des Übereinanderdruckens von mehreren Vorlagen eine eindrucksvolle neue Bilderwelt geschaffen, in der die sakralen Vorbilder ihre Eindeutigkeit verlieren, aber dennoch präsent sind. Dieser Schwebezustand zwischen Auflösung und Verdichtung, linearer Überarbeitung und Mehrfachschichtung erlaubt es ihm, die sakralen Kunstwerke auf ungewöhnliche Art zu präsentieren, Text: Klaus Kösters

Kunstverein Kreis Soest e. V. (Soest)

11.05.2019 - 11.08.2019 Gegenspieler. Zwei Fotoprojekte von Erasmus Schröter
Kunstsammlung Jena (Jena)
Pressemitteilung
Erasmus Schröter ist 1956 in Leipzig geboren, wo er an der Hochschule für Grafik und Buchkunst studiert. 1985 verlässt er zusammen mit seiner Frau, der Malerin Annette Schröter, die DDR, übersiedelt nach Hamburg und fotografiert dort für Zeitschriften wie den Stern. Seit 1997 lebt und arbeitet er wieder in Leipzig. Bekanntheit erlangt er mit der Serie „Bunker“, in der er verfallene Bunker an der Atlantikküste mit grellen Lichteffekten in Szene setzt. In der Ausstellung „Gegenspieler“, die ab 11. Mai in der Kunstsammlung zu sehen ist, treffen nun zwei Fotoprojekte Schröters aufeinander: Die Serie der „Komparsen“ zeigt Frauen und Männer mit ernstem, in die Ferne gerichteten Blick vor trister Kulisse. Dem gegenüber setzt Schröter Fotografien von Teilnehmern des Wave-Gotik-Treffens in Leipzig, die mit ihren außergewöhnlichen Aussehen die Geschlechtergrenzen hinterfragen. Trotz des gesetzten Kontrastpunktes zwischen den stark geschminkten und kostümierten Männern und den eher unauffälligen Komparsen offenbart sich dem Betrachter bei beiden Fotoserien die Inszenierung, das Rollenspiel der Porträtierten.

Kunstsammlung Jena (Jena)

04.05.2019 - 11.08.2019 Fiona Tan. GAAF
Museum Ludwig (Köln)
Pressemitteilung
International agierende Künstler*innen entdecken Kölner Archive – das ist die Idee des Residency-Programms „Artist Meets Archive“ der Internationalen Photoszene Köln im Rahmen ihres Festivals 2019. Als Kooperationspartner luden sechs Institutionen je eine*n Künstler*in ein, aus der Sammlung heraus ein Projekt zu entwickeln. Die Institutionen sind, neben dem Museum Ludwig, das Kölnische Stadtmuseum, das Museum für Angewandte Kunst Köln, das Rautenstrauch-Joest-Museum, das Rheinische Bildarchiv und die Photographische Sammlung/SK Stiftung Kultur.

Das Museum Ludwig hat die Künstlerin und Filmemacherin Fiona Tan (*1966 in Pekanbaru/ Indonesien, lebt in Amsterdam) eingeladen, eine Ausstellung auf der Grundlage der Sammlung Fotografie des Museums zu entwickeln. Fiona Tans Werk kreist um Fragen von Zeit, Identität und Erinnerung. Das Archiv als Zeitkapsel hat bereits in vergangenen Projekten eine Rolle in ihrer künstlerischen Strategie der Recherche und Klassifikation gespielt.

Ausgangspunkt der Ausstellung Fiona Tan. GAAF ist das Agfacolor Werbearchiv – mehrere tausend 6x6-Farbnegative und Fotografien, aufgenommen zwischen 1952 und 1968. Dieses Archiv bildete für das Unternehmen Agfa einen Fundus für Werbeschriften, Broschüren, Ausstellungen und die Zeitschrift Agfa Photoblätter. Als Tan das nahezu vergessene und seit vierzig Jahren in Kisten verpackt im Depot schlummernde Archiv im Museum Ludwig entdeckte, wuchs ihr Interesse für das Paradox, das in diesen Bildern liegt: Man sieht inszenierte und idealisierte Models, die für Profifotograf*innen posieren, Szenen, die jedoch spontan und authentisch wirken sollen, als seien sie von Amateur*innen aufgenommen. „Diese Aufnahmen lassen mich über Pose, über Künstlichkeit versus Spontaneität und Authentizität nachdenken“, sagt Fiona Tan. Die Künstlerin holt diese Bilder erstmals in einen Ausstellungsraum.

Das niederländische Wort „gaaf“ – ein Anagramm, also eine Neuordnung der Buchstaben von Agfa – bedeutet „astrein“ oder „makellos“. Fiona Tan konzentriert sich in ihrer Auswahl auf das Bild und die Rolle der Frauen, wie sie in diesen Aufnahmen dargestellt sind. Sie macht dabei auf den Kontrast zwischen Ideal und Wirklichkeit aufmerksam, der Wirklichkeit der Wiederaufbaujahre im Nachkriegsdeutschland. Indem sie Fantasie und Realität, Berufs- und Schnappschussfotografie, Farbe und Schwarzweiß einander gegenüberstellt, konfrontiert Tan dieses Werbearchiv mit dokumentarischen Aufnahmen desselben Zeitraums aus der Sammlung des Museum Ludwig – u. a. von Chargesheimer und Heinz Held – sowie mit einer Auswahl ihrer eigenen Werke zum Thema Porträt. Tans Arbeit Vox Populi London (2012) präsentiert den informellen Schnappschuss, ein spielerisches Gruppenporträt einer Metropole, während Tan in Linnaeus’ Flower Clock (1998) über das Wesen der Zeit reflektiert. Die sechsteilige Installation Provenance (2008) stellt die Frage, ob es möglich ist, einen Film in derselben Weise zu betrachten wie ein gemaltes Porträt, wobei sie die Grenze zwischen Bewegung und Ruhe, Fotografie und Film absichtlich aufhebt.

Direktor Yilmaz Dziewior: „Ich freue mich sehr, dass Fiona Tan mit ihrem künstlerischen Blick eine ganz neue Perspektive auf die Fotosammlung des Museum Ludwig eröffnet. Denn für unsere Institution ist die permanente Sammlung von zentraler Bedeutung und es ist besonders aufschlussreich wie Künstler*innen sich diesem Fundus annähern. “

Die Ausstellung wird begleitet von einem Künstlerbuch mit einem Essay der Künstlerin sowie einem von Fiona Tan kuratierten Filmprogramm und Vorträgen.

Fiona Tan. GAAF, Deutsch/Englisch, mit einem Vorwort von Yilmaz Dziewior und einem Essay von Fiona Tan, Verlag der Buchhandlung Walther König, Köln, 80 Seiten, 145 Farbabbildungen, 16,80 EUR (Buchhandelspreis), 14 EUR (Museumspreis)
Die Ausstellung wird großzügig gefördert durch den Mondriaan Fund, das Königreich der Niederlande sowie Russmedia.

Ausstellungskuratorin: Fiona Tan
Kuratorin Sammlung Fotografie: Miriam Szwast (ehemals Halwani)

Museum Ludwig (Köln)

25.04.2019 - 28.07.2019 The Black Image Corporation. Theaster Gates
Gropius Bau (Berlin)
Pressemitteilung
Mit „The Black Image Corporation“ hat Theaster Gates eine partizipative Ausstellung entworfen, die das weitreichende Erbe der Archive der Johnson Publishing Company erforscht. Die Archive des Verlags versammeln über vier Millionen Bilder und haben zur Gestaltung der ästhetischen und kulturellen Sprache afroamerikanischer Identität beigetragen.
Im Mittelpunkt der Ausstellung stehen die Werke der Fotografen Moneta Sleet Jr. und Isaac Sutton, die beide für Johnson Publishing tätig waren. Der Verlag brachte in den 1940er und 50er Jahren zwei richtungsweisende Publikationen für ein Schwarzes Publikum auf den Markt: die Monatszeitschrift „Ebony“ und ihr wöchentlich erscheinendes Schwesterblatt „Jet“, die schnell zu zwei der wichtigsten Plattformen für die Auseinandersetzung mit Schwarzer Kultur wurden. Die Magazine berichteten über historische Meilensteine wie den Marsch auf Washington 1963 und den ersten afroamerikanischen Astronauten, über Politik, Sport und Prominente, aber auch über die komplexen Lebensrealitäten Schwarzer Amerikaner*innen in den USA der Nachkriegszeit.
„The Black Image Corporation“ zeigt im ersten Stock des Gropius Bau zehn großformatige Abzüge von Sleet und Sutton sowie über hundert Fotografien in vier eigens angefertigten Kabinetten. Auf vielen Bildern sind Schwarze Frauen, Schauspielerinnen und Models abgebildet; andere zeigen die Rückseite von Fotografien mit Informationen über den Ort, das Datum und den Fotografen. Neben Original-Ausgaben von Ebony und Jet ist in der Ausstellung das von Gates gedrehte Video „Michigan Avenue In Full Bloom“ (2018) zu sehen, das die realen Räume dokumentiert, in denen sich die Redaktionsbüros befanden. Das Publikum ist eingeladen, dieses umfangreiche Bildarchiv zu entdecken und einzelne Bilder aus den Kabinetten auszusuchen, um so anderen Besucher*innen eine ganz persönliche Auswahl von Fotografien zu hinterlassen. Im Gropius Bau werden außerdem Vaginal Davis, Mac Folkes und Wu Tsang eine eigene Form der Auseinandersetzung mit den präsentierten Werken entwickeln.

Moneta Sleet Jr., 1965

Konzipiert von Theaster Gates
Assoziierte Kurator*innen: Mario Mainetti und Daisy Desrosiers
„The Black Image Corporation“ ist initiiert und organisiert von der Fondazione Prada, Mailand.

Foto Courtesy: Johnson Publishing Company, LLC. All rights reserved.

Gropius Bau (Berlin)

23.04.2019 - 10.11.2019 Kunstprojekt POTENZIALE. Sabine Schäfer I Gloria Keller I Iris Kamlah. 44 GEDOK-Künstlerinnen
GEDOK Künstlerinnenforum Karlsruhe (Karlsruhe)
Pressemitteilung
Interaktive Plakatkunst im öffentlichen Raum zum 90-jährigen Jubiläum der GEDOK Karlsruhe
Sabine Schäfer, Iris Kamlah, Gloria Keller

Anlässlich des Jubiläums „90 Jahre GEDOK Karlsruhe“ entsteht das Plakatkunst-Projekt POTENZIALE, das die Künstlerinnen-Gemeinschaft auf mediale Weise optisch wie auch akustisch erlebbar macht. Seit 23. April bis 10.November 2019 sind die Kunst-Plakate an exponierten Stellen im öffentlichen Stadtraum präsent. Zunächst entwickelten und malten Gloria Keller und Iris Kamlah das Motiv der „schreienden Frau“, das mit seiner farbenfrohen, expressiven Umsetzung die Aufmerksamkeit der Vorbeigehenden erregen soll. Verschiedene Frauentypen „machen ihren Mund auf“ und visualisieren die Botschaft: Wir haben eine Stimme! Wir sind stark!

Im zweiten Gestaltungsschritt wurden die Bildmotive verpixelt und mit QR-Codes versehen, die jeweils die einzelnen Künstlerinnen aus den verschiedenen GEDOK- Fachbereichen präsentieren. Aus der Nähe betrachtet wirken diese Codes wie digitalisierte oder abstrahierte Körperzellen. Aus der Entfernung schärft sich das verschwommene Bild. Das Individuum ist vernetzt mit dem großen Ganzen, ist Teil der Frauenfigur, welche für die Künstlerinnengemeinschaft steht.

„Scan me!“ fordert der Imperativ die interessierten Betrachter_innen auf. Folgen diese dem Aufruf, so führt das Smartphone nicht nur zur individuellen Künstlerinnen-Profil-Seite, sondern es ertönt auch ein persönlich gesprochenes Statement der Künstlerin. Ein zusätzlich platzierter, extra großer QR-Code lässt bei Decodierung eine Gesamtkomposition aus allen GEDOK-Frauenstimmen erklingen. Sabine Schäfer, Komponistin, Medienkünstlerin und Initiatorin des Kunstprojekts POTENZIALE produzierte dieses musikalische Werk aus den Künstlerinnen-Stimmen und Klang-Merkmalen der einzelnen Fachbereiche. Digitale Strategien verknüpfen die visuellen und akustischen Impulse und loten Potenziale digitaler Erlebniswelten aus.

Um die öffentliche Präsenz zu verstärken, wird das Plakatkunst-Projekt von QR-Code-Aufklebern und Kreide-Graffitis begleitet, die den Menschen überall an markanten Stellen im Stadtgebiet begegnen. Und dann heißt es auch hier: scannen und in das kunstvolle Audio-Erlebnis abtauchen!

GEDOK Künstlerinnenforum Karlsruhe (Karlsruhe)

14.04.2019 - 23.09.2019 SingenKunst 2019. Stadt. Berg. Fluss.
Kunstmuseum Singen (Singen)
Pressemitteilung
Eröffnung der Ausstellung: Sonntag, 14. April 2019, 11.30 Uhr

Eindrucksvoll stellt der Kunstverein Singen seit Jahren Positionen zeitgenössischer Kunst aus dem westlichen Bodenseeraum vor. Im Rahmen, der alle zwei Jahre stattfindenden Ausstellungsreihe »SingenKunst« lernen die Vereinsmitglieder und die interessierte Öffentlichkeit „hautnah“ KünstlerInnen mit ihren jeweiligen Arbeiten kennen.

Im Laufe der Jahrzehnte hat der Kunstverein Singen seine Ausstellungsformate immer wieder verändert, um dem Wandel der Zeit, der Kunst und des Publikums Rechnung zu tragen. Die jeweilige Jury richtet professionell den Blick auf das erstaunlich große Potential zeitgenössischer Kunst aller Formate.

Die diesjährige Ausstellung aus der Reihe SingenKunst trägt den Titel „Stadt Berg Fluss“. Dieser nimmt zum einen Bezug auf das Kinderspiel „Stadt Land Fluss“ wobei das Land aufgrund der geographischen Lage durch den Berg ersetzt wurde „Singen (Stadt) – am Hohentwiel (Berg) – an der Aach (Fluss)", zum anderen dient er der künstlerischen Umsetzung als Metapher.

Zur Teilnahme an der grenzüberschreitenden Ausstellung sind insgesamt 21 Künstler aus Deutschland, der Schweiz sowie aus Österreich mit ihren unterschiedlichen Positionen eingeladen:
Roger Aupperle (D), Burkhart Beyerle (D), Karolin Bräg (D), Axel Brandt (D), Johannes Dörflinger (D), Roland Dostal (CH), Romain Finke (D), Angela M. Flaig (D), Eckhard Froeschlin (D), Harald Gfader (A), Armin Göhringer (D), Robert Hak (D), Nikolaus Kernbach (D), Hans-Jürgen Kossack (D), Gerhard Langenfeld (D), Christine Lederer (A), Rachel Lumsden (CH), Anna Schütten (D), Richard Tisserand (CH), Xianwei Zhu (CHN/D), Katrin Zuzáková (CH).

"SingenKunst 2019 Stadt Berg Fluss" wird am Sonntag, dem 14. April 2019 um 11.30 Uhr im Kunstmuseum Singen in Anwesenheit zahlreicher KünstlerInnen eröffnet. Eine Führung durch die Ausstellung sowie die Präsentation der Publikation zur Ausstellung findet am Sonntag 28. April um 11 Uhr statt.

Kunstmuseum Singen (Singen)

12.04.2019 - 11.08.2019 Die jungen Jahre der Alten Meister. Baselitz – Richter – Polke – Kiefer
Staatsgalerie Stuttgart (Stuttgart)
Pressemitteilung
Gemeinsam mit Götz Adriani, dem Kurator der Ausstellung, bereitet die Staatsgalerie Stuttgart in Kooperation mit den Deichtorhallen in Hamburg eine Präsentation zum Frühwerk von Georg Baselitz, Gerhard Richter, Sigmar Polke und Anselm Kiefer vor. Insgesamt 112 frühe Hauptwerke werden die spektakulären 1960er-Jahre in den Fokus nehmen. In diesem kreativen und produktiven Zeitraum haben alle vier Künstler die Grundlagen für ihren Erfolg gelegt, der sie in Deutschland wie auch im Ausland zu den bedeutendsten Vertretern der zeitgenössischen Kunstszene machte. Das internationale Interesse an dem Gütezeichen »Made in Germany«, das gepaart mit einer enormen Nachfrage bis heute unvermindert anhält, versteht sich keineswegs von selbst, denn die Kunst deutscher Herkunft stand im Laufe ihrer Entwicklung meist im Schatten italienischer, niederländischer oder französischer Vorbilder. Dieses Schattendasein auf dem europäischen Kunstparkett verkehrte sich geradezu in sein Gegenteil, als sich das Künstlerquartett aus Deutschland anschickte an die Spitze des globalen Rankings aufzusteigen.

Abgesehen von Sigmar Polke, der 2010 verstorben ist, unterstützen Baselitz, Richter und Kiefer mit singulären Leihgaben aus ihrem Besitz die Ausstellung. Die intensive Auseinandersetzung der vier Künstler mit ihrer Zeit und deren unmittelbaren Vergangenheit wird in der Schau durch ein Zeitpanorama der politischen, gesellschaftlichen und kulturellen Ereignisse – vom Wirtschaftswunder und dem geforderten Wohlstand für alle, bis zu den Studentenunruhen und der außerparlamentarischen Opposition ergänzt.

Begleitet wird die Ausstellung von einer umfassenden Publikation Götz Adrianis, die ausführliche Gespräche mit den Künstlern über ihr Frühwerk und dessen besonderen Stellenwert beinhaltet, sowie zahlreiche Abbildungen und eine zeitgeschichtliche Dokumentation der 1960er-Jahre.

Die Ausstellung steht unter der Schirmherrschaft von Bundespräsident
Frank-Walter Steinmeier.

Staatsgalerie Stuttgart (Stuttgart)

07.04.2019 - 23.06.2019 Bruce Davidson - "Retrospective" (Deutschlandpremiere)
KuK - Kunst- und Kulturzentrum der StädteRegion Aachen (Monschau)
Pressemitteilung
Exakt 60 Jahre ist es her, dass Bruce Davidson 1959 von Magnum Photos als vollwertiges Mitglied aufgenommen wurde. Damals war der US-Amerikaner gerade einmal 26 Jahre alt. Seither hat er die Agentur, von der er von keinem Geringeren als Magnum-Mitgründer Henri Cartier-Bresson erfuhr, als sie sich im Paris der 1950er begegneten, geprägt wie kaum ein anderer.

In den Folgejahren bis in die 1960er hinein schärfte Bruce Davidson sein Profil mit Arbeiten über Subkulturen und Lebenswelten am Rand der Gesellschaft. Dazu gehören Serien über einen Kleinwüchsigen in der Zirkuswelt ("The Dwarf"), eine Clique junger Freigeister ("Brooklyn Gang"), Alltag rund um Rassentrennung versus Integration ("Freedom Rides"). Davidson gilt heute daher als richtungsweisender Pionier der Sozialdokumentarischen Fotografie. In den 1960ern lichtete er die Bürgerrechtsbewegung ("Time of Change") ebenso ab wie Harlem als sozialen Brennpunkt New Yorks ("100th Street"). Jahrzehnte später wendete er sich Landschaften zu, zuletzt bis 2013 der "Nature of Los Angeles".

Diese Retrospektive zeigt erstmals in Deutschland den Facettenreichtum von Bruce Davidsons Werk in der größten Übersicht über sein Gesamtwerk. Der humanistische Ansatz seiner Fotografie und eine moralische Haltung schimmern stets durch, wenn der 1933 Geborene sich länderübergreifend eine Vielzahl von Realitäten stets mit persönlichem Blick und Hingabe visuell zueigen macht.

Partner dieser Ausstellung ist die Agentur Magnum Photos (Paris).

(Fotocredit: New York, USA, 1962 ©Bruce Davidson/Magnum Photos

KuK - Kunst- und Kulturzentrum der StädteRegion Aachen (Monschau)

06.04.2019 - 11.08.2019 Negativer Raum. Skulptur und Installation im 20. und 21. Jahrhundert
ZKM | Zentrum für Kunst und Medien (Karlsruhe)
Pressemitteilung
Die letzte Ausstellung, die sich umfassend mit der Frage »Was ist moderne Skulptur?« beschäftigt hat, fand 1986 im Centre Georges Pompidou in Paris unter dem Titel »Qu'est-ce que la sculpture moderne?« statt. Die Ausstellung »Negativer Raum« im ZKM | Karlsruhe hebt den Speer dort auf, wo ihn das Centre Pompidou fallen ließ.

Die Geschichte der westlichen Skulptur ist seit der Antike auf das Engste mit der Idee des Körpers verbunden. Ob geschnitzt, modelliert oder gegossen, Statuen wurden über Jahrhunderte als solide Monolithe entworfen – als feste und in sich geschlossene Körper, als mehr oder minder mächtige und gewichtige Positiva im Raum.

Unsere Vorstellungen und Erwartungen davon, was eine moderne oder zeitgenössische Skulptur ist, werden noch immer wesentlich von eben jenem Konzept der Körperskulptur geprägt, das formal auf den drei elementaren Kategorien Masse, Volumen und Schwerkraft gründet. Ob körperbezogen wie bei Auguste Rodin oder abstrahiert wie bei Richard Serra, Skulptur ist immer noch in erster Linie Masse, Volumen und Gravitation.

Die Ausstellung »Negativer Raum« möchte den Blick auf die moderne und zeitgenössische Skulptur ändern und eine andere Geschichte der Skulptur erzählen. Ziel der Ausstellung ist es, die Beziehungen von Skulptur und Raum dezidiert vom Raum aus zu denken. Alle Exponate thematisieren das skulpturale Phänomen in Relation zu vielfältigen Raumvorstellungen: Freiräume, Um-, Hohl- und Zwischenräume, Spiegel-, Licht- und Schattenräume, virtuelle Datenräume etc. Die Ausstellung bietet einen umfassenden Überblick zur Kunst der Skulptur, die entgegen der traditionellen Definition der Kontur, Leere und Levitation verpflichtet ist: leicht statt schwer, nicht voll doch leer, geöffnet statt geschlossen, diaphan statt dicht, luftig und licht.

Infolge der Fortschritte in den Naturwissenschaften und der Architektur, der Entwicklung neuer Werkstoffe, Konstruktionstechniken und der Orientierung von der zweidimensionalen Fläche der nicht-gegenständlichen Malerei in den dreidimensionalen Raum vollzog sich zu Beginn des 20. Jahrhunderts ein Entwicklungssprung von der Körperplastik zur Raumplastik. Dass dabei nicht nur zeitgenössische Raumtheorien die künstlerische Imagination aktivierten, sondern ebenso mathematische Gips- und Drahtmodelle aus dem 19. und 20. Jahrhundert wird in der Ausstellung anhand von Exponaten aus den mathematischen Sammlungen der TU Darmstadt, TU Dresden, TU Freiberg, der Georg-August-Universität Göttingen und Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg sowie des KIT Karlsruhe zu erkunden sein.

Anhand von mehr als 200 wegweisenden künstlerischen Positionen, die neue Ansätze der Skulptur durch Verfahren und Modelle der Abstraktion, der Konstruktion und Nicht-Gegenständlichkeit entwickeln, werden vielfältige Bezüge im Raum herausgearbeitet und das Konzept des »Negativen Raums« entfaltet. Aufgezeigt werden die Entwicklungslinien der Raumskulptur ausgehend von Kubismus, Konstruktivismus, Neo-Konstruktivismus, Minimal Art hin zu installativen immersiven Environments.

ZKM | Zentrum für Kunst und Medien (Karlsruhe)

06.04.2019 - 13.10.2019 K&M – Kunst und Mode
Staatliche Kunsthalle Karlsruhe (Karlsruhe)
Pressemitteilung
Schon einmal etwas von Schinkenärmeln, Taubenbrust oder einer Wespentaille gehört? In ihren Fashion Weeks widmet sich die Junge Kunsthalle der facettenreichen Beziehung von Kunst und Mode.

Die Bilder der Kunstgeschichte spiegeln die Wechsel der Mode ebenso wie sie immer wieder auch Inspiration für modische Schöpfungen waren. Angehende Designer*innen der Hochschule Pforzheim haben sich von Gemälden der Kunsthalle zu Modekreationen inspirieren lassen, die oft verblüffen, aber bei genauem Betrachten den Blick auf die Gemälde schärfen und die Mode von damals kritisch hinterfragen. Die originellen Kreationen werden in Verbindung mit Werken aus der Kunsthalle präsentiert. Die Ausstellung soll Lust machen, selbst modisch kreativ zu werden.

In den Werkstätten im Obergeschoss können eigene Outfits aus unterschiedlichsten Materialien entworfen, angefertigt und auf dem Laufsteg präsentiert werden.

(Abb.: Johann Rudolph Kuntz, Marie Ellenrieder, Bildnis des Generals Krieg von Hochfelden und seiner Gemahlin zu Pferde, 1832)

Staatliche Kunsthalle Karlsruhe (Karlsruhe)

31.03.2019 - 23.06.2019 Emil Kiess (im 2-RAUM des Museum Art.Plus)
Museum Art.Plus (Donaueschingen)
Pressemitteilung
Der Donaueschinger Künstler Emil Kiess (*1930) prägt seit den 1950er-Jahren ganz wesentlich das Kunstgeschehen im deutschen Südwesten. Mit unermüdlicher Leidenschaft widmet sich der Schüler von HAP Grieshaber und Willi Baumeister der Farbe, um die ihr innewohnenden Kräfte freizusetzen. Dabei schafft er faszinierende Farbmalereien von größter Tiefenwirkung und magischer Anziehungskraft.

Museum Art.Plus (Donaueschingen)

29.03.2019 - 30.06.2019 ANJA NIEDRINGHAUS - BILDERKRIEGERIN
Käthe Kollwitz Museum Köln (Köln)
Pressemitteilung
Nahezu ein Vierteljahrhundert berichtet Anja Niedringhaus (1965–2014) von Kriegsschauplätzen in aller Welt wie vom Balkan, aus dem Irak und immer wieder aus Afghanistan. ?Als die Fotografin dort während eines Reportage-Einsatzes am 4. April 2014 im Alter von 48 Jahren von einem Attentäter erschossen wird, hinterlässt sie ein beeindruckendes Œuvre.

Anlässlich ihres 5. Todestages ehrt das Käthe Kollwitz Museum Köln die Pulitzer-Preisträgerin mit einer groß angelegten Einzelausstellung. Diese erste posthume Retrospektive präsentiert ein Werk, das die ›Bilderkriegerin‹ bereits zu Lebzeiten zur Ikone werden ließ: Im Auftrag von Nachrichtenagenturen wie der amerikanischen Associated Press (AP) entstanden legendäre Aufnahmen, die die weltweit wichtigsten Magazine und Zeitungen auf ihren Titelseiten druckten und die so im kollektiven Gedächtnis verankert sind. Ihr umfangreicher Nachlass umfasst Bilder aus Kriegs- und Krisenregionen ebenso wie brillante Porträtaufnahmen und Sportfotografien.

Die Kölner Ausstellung zeigt – erstmals durchgängig in Farbe – über 90 großformatige Aufnahmen, darunter 18 Originale aus dem Archiv der Fotografin sowie mehrere handsignierte Abzüge.

FOTOGRAFIEN, DIE ZUM FRIEDEN MAHNEN
Obgleich Anja Niedringhaus lange Jahre über zahlreiche Kriegsschauplätze berichtet, lehnt sie den Begriff ›Kriegsfotografin‹ für sich ab. Ihre Aufnahmen, die oft unter Lebensgefahr an vorderster Front entstehen, reichen weit über eine reine Dokumentation von Ereignissen hinaus – ihre Arbeiten sind Aufrufe zum Frieden. Sie wollen aufrütteln und mahnen, indem sie uns die Schrecken des Krieges vor Augen führen. Ihre Werke vereinen häufig starke Gegensätze: Sie zeigen einen Moment der Ruhe inmitten des völligen Chaos und tiefe Menschlichkeit inmitten von brutaler Barbarei.

Die Tiefe ihres Werkes beeindruckt Menschen über Kulturkreise hinweg. Die Ermordung der Fotografin vor fünf Jahren rief ein weltweites Medienecho hervor. Von der New York Times bis hin zu russischen, griechischen und arabischen Medien war der Vorfall auf den Titelseiten zu lesen, Regierungen und Prominente aus aller Welt kondolierten. Unter ihren Kolleginnen gilt Anja Niedringhaus als Wegbereiterin in einem Beruf, in dem bis heute der Frauenanteil verschwindend gering ist. Sie erhielt zahlreiche Auszeichnungen, darunter 2005 den ersten Pulitzer-Preis für eine deutsche Fotografin.

Die Ausstellung im Käthe Kollwitz Museum Köln wird von Sonya Winterberg kuratiert, die Anja Niedringhaus persönlich kannte. Mit Unterstützung der Erben konnte die Kuratorin auf das in seinem Originalzustand bewahrte Archiv der Fotografin zurückgreifen. Es dokumentiert das gesamte Schaffen von Anja Niedringhaus und bietet die einmalige Möglichkeit, das Lebenswerk auch jenseits der bekannten Bilder aufzuarbeiten und der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Auf dieser Grundlage bereitet Sonya Winterberg in Kooperation mit Ziegler Film und im Auftrag des ZDFs zudem eine Verfilmung des Lebens der Fotografin vor sowie eine Biografie mit ausführlichem Werkverzeichnis.

Ein Katalog und ein umfangreiches Rahmenprogramm begleiten die Schau.
Sonderausstellung im Rahmen des Photoszene-Festivals Köln 2019

Käthe Kollwitz Museum Köln (Köln)

23.03.2019 - 21.07.2019 SYNTHESE - Ralf Cohen Fotoarbeiten 1972-2019
Städtische Galerie Fruchthalle (Rastatt)
Pressemitteilung
Anlässlich seines 70. Geburtstages zeigt die Städtische Galerie Fruchthalle vom 23. März bis 21. Juli 2019 eine große Werkübersicht des in Solingen geborenen und in Karlsruhe lebenden Fotokünstlers, die den Zeitraum von 1972 bis 2019 umfasst. Von seinen anfänglichen Porträtaufnahmen namhafter Persönlichkeiten wie Walter Scheel bis zu seinen fiktiven Bildern imaginärer Inseln enthält die Schau Serien und Zyklen aus über 40 Jahren Auseinandersetzung mit dem Medium Fotografie. Dabei wird deutlich, wie vielseitig Cohen die fotografischen Möglichkeiten in der analogen Aufnahme- und Abzugstechnik auszuschöpfen versteht. Über unterschiedliche Belichtungsmodalitäten und durch experimentelle Modifizierungen bei der Bildentwicklung in der Dunkelkammer kommt er in seiner Bildfindung zu verblüffenden Ergebnissen, die nicht nur in der ikonographischen Komposition eigenartig verfremdete Weltsichten vermitteln, sondern dem Betrachter einen kritischen Blick auf die Wahrnehmung als solche und auf die vorhandenen Sehgewohnheiten eröffnen. Zur Ausstellung erscheint ein umfangreicher Katalog im Verlag Edition Cantz Esslingen.
Im Kabinett Westermann wird bis Ende des Jahres zum 170-jährigen Gedenken an die Badische Revolution die Sonderschau "Revolution in der Box" aus der Sammlung Westermann gezeigt.

Städtische Galerie Fruchthalle (Rastatt)

23.03.2019 - 18.08.2019 Schönheit. Lehmbruck & Rodin - Meister der Moderne
Lehmbruck Museum (Duisburg)
Pressemitteilung
"Verbrechen gegen die Kunst", "hysterische Deformation" oder "das Vollkommenste, das die Plastik seit Jahren hervorgebracht hat": An den Arbeiten der Bildhauer Auguste Rodin und Wilhelm Lehmbruck schieden sich zu Lebzeiten die kritischen Geister. Heute gelten sie als Meister der Moderne und ihre Arbeiten als Ikonen der Skulptur des 20. Jahrhunderts.

"Was ist schön?" ist eine der meistgestellten Fragen der Kunst. Mit Meisterwerken der Jahrhundertkünstler Lehmbruck und Rodin thematisiert die Ausstellung, anlässlich des 100. Todestages Wilhelm Lehmbrucks, den Paradigmenwechsel in der Skulptur der Moderne. Sie zeigt, wie sie auf unterschiedliche Weise eine neue Idee von Schönheit prägen, die das Menschenbild der Moderne bis heute bestimmt.

Mit Werken, die Kunstgeschichte geschrieben haben, gibt die Ausstellung einen Überblick über alle Schaffensperioden der beiden Künstler. Prominente Leihgaben u.a. aus dem Pariser Musée Rodin, dem Centre Pompidou, dem Musée Camille Claudel und der Pinakothek der Moderne in München treten in einen spannungsreichen Dialog mit Werken aus der Sammlung des Lehmbruck Museums.

Lehmbruck Museum (Duisburg)

22.03.2019 - 16.06.2019 And Berlin Will Always Need You. Kunst, Handwerk und Konzept Made in Berlin
Gropius Bau (Berlin)
Pressemitteilung
Vom 22. März bis 16. Juni 2019 lädt der Gropius Bau ein, die Bedeutung manueller Arbeitsprozesse und das Konzept von Handwerk in der zeitgenössischen Kunstszene Berlins zu erkunden. Ausgangspunkt der Ausstellung ist die Geschichte des Gropius Bau, der einst als Kunstgewerbemuseum und Lehrinstitution diente.

Als Dorothy Iannone ihrer Freundin Mary Harding 1977 ein Ständchen brachte, besang sie auch ihre emotionalen Reaktionen auf Berlin – der Stadt, in die die Künstlerin ein Jahr zuvor im Rahmen des DAAD Künstlerprogramms gezogen war und in der sie bis heute lebt. Ihre Gesangszeile „And Berlin will always need you“ ist ebenso der Titel der ersten Ausstellung, die 2019 am Gropius Bau zu sehen sein wird.

And Berlin Will Always Need You. Kunst, Handwerk und Konzept Made in Berlin ist eine zeitgenössische Ausstellung, die Berliner Künstler*innen und ihre künstlerische Praxis vorstellt. In einer Zusammenstellung bestehender und eigens für die Ausstellung entstandener Werke werden traditionelle Produktionsmethoden, Ästhetik und Materialität sowie historische Artefakte und Gegenstände beleuchtet.

Die Ausstellung thematisiert zentrale Aspekte künstlerischen Schaffens wie Urheberschaft, Arbeitsprozesse, Interpretation, Souveränität und Machtstrukturen. Diese vielfältigen Facetten werden in Bezug auf Berlins dynamische zeitgenössische Kunstszene ausgelotet. Gezeigt werden Werke wie Olaf Holzapfels große, abstrakte Textilarbeiten aus handgesponnenen Naturfasern, die handgefertigten Skulpturen aus Seilaufhängungen, Holz und Leder von Leonor Antunes, mit Perspektiven und Farbübergängen spielende Webereien von Willem de Rooij, einen Paravent aus collagierten, gemusterten Teppichen von Nevin Alada?, eine Videoarbeit mit zwölf Screens von Theo Eshetu sowie eine neue Installation, die Chiharu Shiota für den Lichthof neu konzipiert hat. Die Ausstellung reicht von ornamentalen und dekorativen Elementen, die an visuelle Motive der östlichen Religionen oder byzantinische Mosaike und rituelle Gegenstände erinnern bis hin zur Entwicklung des Designs im 20. Jahrhundert. Sie umfasst Handwerkskunst von Berlin bis Südamerika. Die vielfältigen Verschränkungen und Gegenüberstellungen bringen eine Reihe komplexer Erzählungen mit sich, von denen einige ausgesprochen persönlich, einige universell und andere völlig abstrakt sind. Diese durchdringen die einzelnen Arbeiten und schließlich die gesamte Ausstellung und inspirieren gleichermaßen die Beschäftigung und Assoziationen der Besucher*innen und Künstler*innen mit alltäglichen und kulturellen Objekten. And Berlin Will Always Need You. Kunst, Handwerk und Konzept Made in Berlin zeigt die künstlerische Vielfalt Berlins und ist ein erstes Bekenntnis des Gropius Bau eine noch regelmäßigere Plattform für Berliner Künstler*innen sein zu wollen.

Mit Werken von Nevin Alada?, Leonor Antunes, Julieta Aranda, Alice Creischer, Andreas Siekmann und die Arbeiter*innen von Brukman, Mariechen Danz, Haris Epaminonda, Theo Eshetu, Olaf Holzapfel, Dorothy Iannone, Antje Majewski und Olivier Guesselé-Garai, Willem de Rooij, Katarina Ševi?, Chiharu Shiota, Simon Wachsmuth und Haegue Yang.
Kuratiert von Natasha Ginwala und Julienne Lorz.

Foto:
Nevin Alada?, „Social Fabric, cosmos“, 2018. Teppichstücke auf Holz, 174 x 114 x 5 cm
© Trevor Good. Courtesy: die Künstlerin, Wentrup, Berlin

Gropius Bau (Berlin)

22.03.2019 - 23.06.2019 Museum im Kopf. Künstler*innenbücher - Buchhandlung Walther König
Gropius Bau (Berlin)
Pressemitteilung
Zeitgleich mit der Öffnung des Gropius Bau im März, kuratiert die Buchhandlung Walther König eine Ausstellung von Künstler*innenbüchern, die das Sammeln und Archivieren thematisieren. Dabei wird das Künstler*innenbuch als eigenständiges Kunstobjekt betrachtet, das spezielle Formen des Wissens und der Kreation hervorbringt. Viele der Bücher wurden im Verlag der Buchhandlung Walther König veröffentlicht, die langjähriger Partner des Gropius Bau ist.

Unter anderem mit Werken von Hanne Darboven, On Kawara, Sol LeWitt, Gerhard Richter, Ed Rusha und Hans-Peter Feldmann.

Bildunterschrift: Museum im Kopf. Künstler*innenbücher – Buchhandlung Walter König © Christian Posthofen, 2019

Gropius Bau (Berlin)

14.03.2019 - 28.07.2019 Maria Lassnig Die Sammlung Klewan
Staatsgalerie Stuttgart (Stuttgart)
Pressemitteilung
Maria Lassnig wäre am 8. September 2019 100 Jahre alt geworden. Die 2014 verstorbene Künstlerin gehört zu den größten malerischen Begabungen des 20. Jahrhunderts. Mit ihren Körpergefühlsbildern hat sie einen eigenständigen Weg zwischen Figuration und Abstraktion gefunden.

Der österreichische Sammler Helmut Klewan hat die außergewöhnliche Kunst von Maria Lassnig früh erkannt. Als einer der ersten stellt er sie in Deutschland aus und sammelt seither konsequent ihre Bilder, Zeichnungen, Aquarelle und druckgrafischen Arbeiten. Ein Schwerpunkt dieser kleinen Schau, in der fast alle Werkphasen der Künstlerin repräsentiert sind, liegt auf den 1960er-Jahren. So bietet es sich an, diese Sammlung parallel zur Ausstellung »Die jungen Jahre der Alten Meister: Baselitz – Richter – Polke – Kiefer« hier in der Staatsgalerie zu zeigen.

Die 1960er-Jahre, Zeit der Studentenrevolten, des Aufbruchs, der Emanzipation. Dennoch ist es in diesen Jahren noch immer keine Selbstverständlichkeit als Frau in der Kunstwelt Erfolg zu haben. Zu tief sitzen die Vorurteile. Maria Lassnig leidet darunter, geht ins Ausland, verfolgt konsequent ihren Weg und erlebt dank ihres langen Lebens ihren späten Durchbruch, auch auf dem Kunstmarkt.
Wie viele Museen haben auch wir leider keine Gemälde dieser so bedeutenden Malerin erworben. Diese Ausstellung bietet dem Stuttgarter Publikum nun erste Gelegenheit Maria Lassnig zu entdecken.

Staatsgalerie Stuttgart (Stuttgart)

09.03.2019 - 02.06.2019 Licht und Leinwand
Staatliche Kunsthalle Karlsruhe (Karlsruhe)
Pressemitteilung
Die „Geburtsstunde“ der Fotografie 1839 hat die internationale Kunstwelt fasziniert und erschüttert zugleich. Nie zuvor war es möglich gewesen, Abbilder der Wirklichkeit so schnell und präzise zu gewinnen – und dies ganz ohne Pinsel oder Stift. Die Ausstellung erzählt die wechselvolle Geschichte von Malerei und Fotografie im 19. Jahrhundert, die geprägt ist von Konkurrenzangst, Experimentierfreude und Künstlerstolz.

Porträts und Aktdarstellungen, Orientbilder und Wolkenstudien, Architekturgemälde und Gedankenfotos setzen bedeutende Positionen von Malerei und Fotografie in Dialog. In rund 200 Exponaten sind Arbeiten hervorragender Maler wie Gustave Courbet und Alfred Sisley mit Werken fotografischer Pioniere wie Francis Frith und Julia Margaret Cameron vereint. Einen besonderen Akzent setzt die Ausstellung mit der Raum-Klang-Installation Tomorrow’s History von Takashi Arai (*1974), die die historischen Fototechniken neu interpretiert. Die Ausstellung findet in Kooperation mit dem Germanischen Nationalmuseum Nürnberg statt.

(Abb.: Johann Wilhelm Schirmer, Wolkenstudie, 1855/60, Staatliche Kunsthalle Karlsruhe.)

Staatliche Kunsthalle Karlsruhe (Karlsruhe)

09.03.2019 - 02.06.2019 Nil Yalter. Exile Is a Hard Job
Museum Ludwig (Köln)
Pressemitteilung
Seit den 1970er Jahren arbeitet Nil Yalter als Pionierin einer gesellschaftlich engagierten und technisch avancierten Kunst. Als eine der ersten Künstlerinnen in Frankreich nutzt sie das neu aufkommende Medium Video. Nil Yalter ist 1938 in Kairo geboren, aufgewachsen in Istanbul und seit 1965 wohnhaft in Paris. Mit der ersten Überblicksausstellung der Künstlerin in Deutschland präsentiert das Museum Ludwig die Vielfalt ihres Schaffens: darunter bislang kaum bekannte Gemälde aus ihrem Frühwerk sowie Videoinstallationen der frühen 1970er Jahre bis hin zu Multimedia-Installationen, in denen sie Fotografie, Video, Zeichnungen und Skulptur zu Collagen verbindet. Die Ausstellung zeichnet den Weg ihrer engagierten Ästhetik nach.

Nil Yalters Werke entstehen aus aktuellen politischen Situationen wie der Verurteilung zum Tode eines türkischen Aktivisten, dem Alltag in einem Frauengefängnis oder der Lebenssituation analphabetischer „Gastarbeiter*innen“. Sprache spielt für Nil Yalter eine wichtige Rolle, ebenso wie kulturelle Einflüsse aus dem Nahen Osten, der Türkei und Westeuropa. Sensibel integriert sie die Stimmen derjenigen, die sie in ihren Arbeiten porträtiert. Mit quasi-anthropologischer Methodik spiegelt sie die Lebenssituation der Dargestellten und macht marginalisierte Personengruppen sichtbar. Schon in den 1970er Jahren beschäftigte sich die Künstlerin mit feministischen Fragestellungen, in die auch migrantische und queere Perspektiven miteinfließen. Hierdurch erscheint ihr Werk heute aktueller denn je.

Für ihre Ausstellung im Museum Ludwig wird die Posterserie Exile Is a Hard Job / Walls im Stadtraum von Köln fortgeführt. Die tapetenartig angeordneten Zeichnungen und Fotos von türkischen Einwanderern aus ihrer Arbeit Turkish Immigrants von 1977 werden ohne Autorisierung in verschiedenen Stadtvierteln aufgehängt. Den Slogan „Exil ist harte Arbeit“ schreiben die Künstlerin oder die Bewohner*innen auf die Poster, in der Sprache, die im jeweiligen Viertel vorrangig gesprochen wird: Deutsch, Türkisch, Arabisch, Russisch, Polnisch. Die Arbeit ist von und für Migrant*innen, deren Existenz gleichzeitig so offensichtlich und doch abwesend ist.

Als Pantomime-Künstlerin reiste Nil Yalter von 1956 bis 1958 in den Iran, nach Pakistan und Indien. Von 1963–1964 arbeitete sie als Bühnenbilderin und Kostümdesignerin an diversen Theatern in Istanbul und konzentrierte sich zunehmend auf die Malerei. 1965 ging sie nach Paris, wo sie bis heute lebt und arbeitet. Ihre erste Einzelausstellung hatte sie 1973 im Musée d’Art Moderne de la Ville de Paris. Entlang ethnologischer und soziologischer Fragestellungen untersuchte die Künstlerin die Position der Frau in der turkmenischen Nomadengesellschaft. Begleitend zu Topak Ev, einem eigens nachgebauten Zelt, schuf sie Wandtafeln mit Zeichnungen und Fotokopien von Fotos und Texten, die das Leben der Nomad*innen widerspiegeln. Mit ihrer feministischen Videoarbeit The Headless Woman or The Belly Dance war sie 1974 in der ersten internationalen Ausstellung zur Videokunst in Frankreich vertreten und trat als Pionierin der französischen Videoperformance hervor.

Ihr Werk wurde in den letzten Jahren wiederentdeckt. Sie war beteiligt an der Wanderausstellung Wack! Art and the Feminist Revolution, die u.a. im MOCA, The Museum of Contemporary Art, Los Angeles sowie im MoMA PS1, New York (2008) gezeigt wurde. Es folgten weitere Einzelausstellungen unter anderem im FRAC Lorraine in Metz (2016) sowie im Arter – Space for Art in Istanbul (2016).

Nil Yalter. Exile Is a Hard Job ist eine Ausstellung des Museum Ludwig in Kooperation mit dem Center for Curatorial Studies, Hessel Museum of Art, Bard College, Annandale-on-Hudson, New York.

Die Ausstellung wird großzügig gefördert durch die Kulturstiftung des Bundes und die Kunststiftung NRW. Des Weiteren wird sie unterstützt von SAHA – supporting contemporary art from Turkey und der Rudolf Augstein Stiftung.

Zur Ausstellung erscheint ein Katalog. Herausgegeben von Rita Kersting, mit einem Vorwort von Yilmaz Dziewior und Tom Eccles, Essays von Lauren Cornell, Fabienne Dumont und Övül Durmusoglu sowie einem Interview mit Nil Yalter von Rita Kersting und Kurztexten zu den ausgestellten Arbeiten, Deutsch/Englisch, Verlag der Buchhandlung Walther König, Köln, 29,80 Euro (Buchhandelspreis), 25 Euro (Museumspreis).

Kuratorin: Rita Kersting

Web und Social Media
Zur Ausstellung kommuniziert das Museum Ludwig auf seinen Social-Media-Kanälen mit dem Hashtag #MLxNilYalter
Facebook/Instagram/Twitter/Vimeo: @MuseumLudwig – www.museum-ludwig.de

Museum Ludwig (Köln)

08.03.2019 - 28.07.2019 El Anatsui: Triumphant Scale
Haus der Kunst (München)
Pressemitteilung
El Anatsuis Überblicksausstellung "Triumphant Scale" im Haus der Kunst ist seine erste Überblicksausstellung in Europa, und die bislang umfangreichste Ausstellung seines Werks. Sie erstreckt sich auf den gesamten Ostflügel des Hauses und zeigt zentrale Werke aus fünf Jahrzehnten künstlerischen Schaffens. Im Mittelpunkt der Ausstellung, die sich auf das Triumphale und Monumentale konzentriert, stehen die typischen Arbeiten aus Flaschenverschlüssen aus den letzten zwei Jahrzehnten – Werke von imposanter Präsenz und in schillernden Farben. Daneben werden auch die weniger bekannten Holzskulpturen und Wandreliefs von Mitte der 1980er- bis zu den späten 1990er-Jahren gezeigt, Keramikskulpturen aus den 1970er-Jahren sowie Zeichnungen, Drucke und Skizzenbücher.

Die Ausstellung zeigt El Anatsuis unermüdliche Beschäftigung mit der Frage, wie aus den reichhaltigen plastischen Innovationen klassischer und traditioneller afrikanischer Kunst ein zeitgenössisches Skulpturkonzept entwickelt werden kann. Beharrlich hat El Anatsui auf eine Transformation der formalen und plastischen Möglichkeiten des afrikanischen skulpturalen Idioms hingearbeitet und sein Material und seine Kompositionstechniken immer wieder und mit erstaunlichem Effekt neu formatiert – von den frühen kleineren, mit gekratzten Markierungen versehenen Holzreliefs und zerbrochenen Keramikformen bis zu den monumentalen Zementskulpturen unter freiem Himmel und den jüngsten sehr großen, spektakulären Wand- und Bodenarbeiten aus Metall, die die Grenzen zwischen Plastik, Malerei und Assemblage verwischen. Unter El Anatsuis Händen verschmelzen Licht, Form, Farbe, Transparenz und Körperlichkeit zu beeindruckenden und triumphalen Kunstwerken.

El Anatsuis Broken Pot-Serie aus den 1970er-Jahren zeichnet sich durch den Einsatz von negativem Raum und durch Fragmentierung als Strukturprinzip aus und ist als metaphorische Aussage über Leben, Geschichte und Gedächtnis zu lesen. Die Holzarbeiten des nächsten Jahrzehnts stellen Intimität her, und zwar weniger durch ihre verhältnismäßige Kleinheit als vielmehr durch die eingeritzten Markierungen, die von den Adinkra-Zeichen der Akan, den Uli-Motiven der Igbo oder durch westafrikanische Schreibsysteme wie die Nsibidi-, Bamun- und Vai-Schriften inspiriert sind. Die Holzskulpturen weisen auch charakteristische gestische Markierungen auf, die mit einer Kettensäge angebracht wurden. Die etwa ab 2000 entstandenen Metallskulpturen schließlich überwältigen den Betrachter durch ihre Pracht und imposante Größe, faszinieren aber, wenn man näher herangeht, auch durch ihre juwelenartigen Details.
Die Verwendung von gefundenem Material ist für El Anatsui von grundlegender Bedeutung: "Ich habe mit vielen Materialien experimentiert. Ich arbeite auch mit Material, das viel Berührung und Verwendung durch Menschen erlebt und erfahren hat ..., und diese Arten von Material und Arbeit sind stärker aufgeladen als bei Materialien/Werken, bei denen ich mit Maschinen gearbeitet habe. Kunst erwächst aus jeder spezifischen Situation, und ich glaube, Künstler sollten besser mit dem arbeiten, was ihre jeweilige Umgebung gerade bereitstellt." (El Anatsui, 2003) Die abgenutzten Oberflächen der verwandelten Objekte wirken zunächst wie eine Meditation über die Vergänglichkeit, doch wie Okwui Enwezor festgestellt hat, erweitert El Anatsui die Möglichkeiten im Medium Skulptur fundamental, indem er auf jedes Material reagiert, "als habe er es eben erst im Fluss von Zeit und Geschichte entdeckt".
El Anatsui generiert Bedeutung aus dem Material und seinem technischen Prozess. So stammen etwa die Flaschenverschlüsse, die er verwendet, von Spirituosen, die Europäer nach Afrika gebracht haben und zwar als Währung – und damit als Mittel der Unterdrückung – in der Zeit des transatlantischen Sklavenhandels und des Kolonialismus.
Das Schneiden, Flachschlagen, Zusammendrücken, Drehen, Falten und Zusammenfügen von Tausenden dieser Flaschenverschlüsse, zusammen mit dem Kupferdraht, der die einzelnen Elemente zu einem Gesamtwerk verbindet, erzählt von menschlichen Gemeinschaften, die aus miteinander verbundenen Subjektivitäten bestehen.

El Anatsuis Werk ist geprägt von dem Wechselspiel zwischen philosophischen und ästhetischen Diskursen von Kunst und Literatur im postkolonialen Afrika. 1962 fand die maßgebliche „Conference of African Writers of English Expression“ im Makarere College (heute Makarere University) in Kampala, Uganda, statt, die sich auf Sprache und neue afrikanische Literatur konzentrierte. Unter den Teilnehmer/innen fanden sich militante Nationalisten, die europäische Sprachen als Medium für afrikanische Literatur ablehnten, bis hin zu Internationalisten, die globale literarische Traditionen als Inspiration betrachteten. Trotz dieser unterschiedlichen Ansätze teilten sie die Überzeugung, dass die westliche Moderne nicht passiv als einziges Vorbild für die neue afrikanische Literatur akzeptiert werden konnte. In ähnlicher Weise versammelte der Mbari Artists and Writers Club in Ibadan führende Künstler und Schriftsteller des Kontinents, die sich mit Produktion und Diskussion von Werken der postkolonialen Moderne befassten. Neben Schriftstellern wie Chinua Achebe, Wole Soyinka, Es’kia Mphahlele und Christopher Okigbo (in Makerere) waren auch die Künstler Demas Nwoko and Ibrahim El Salahi Mbari-Mitglieder, ebenso Vincent Kofi, El Anatsuis Mentor, und Uche Okeke, der ihn 1975 nach Nsukka einlud.

Ortspezifische Werke für das Haus der Kunst

Fasziniert von der Monumentalarchitektur des Museums, hat El Anatsui drei Arbeiten eigens für diese Ausstellung geschaffen: Die Skulpturen „Logoligi Logarithm“ und „Rising Sea“ im Innenbereich und die Installation „Second Wave“ an der Fassade. „Logoligi Logarithm“ besteht aus ca. 65 Einzelteilen aus Aluminium und Kupferdraht und wurde für den größten Saal des Ostflügels konzipiert, wo es eine Art begehbares Labyrinth bildet. Dabei ergeben sich verschiedene Perspektiven ebenso wie zahlreiche Achsen und Spiele von Licht und Schatten. Die Arbeit ist dem ghanaischen Dichter Atukwei Okai (1941-2018) gewidmet.
„Rising Sea“ ist eine acht Meter große, weiße Wand- und Bodenarbeit, die trotz ihrer hinreißenden Schönheit einen Kommentar zu Erderwärmung und drohenden Katastrophen darstellt.
„Second Wave“, die etwa 110 Meter breite Installation an der Außenfassade, besteht aus mehreren tausend Offsetdruckplatten aus einer Münchner Druckerei, in der eine große Tageszeitung hergestellt wird, sowie aus einer Druckerei in Bozen, die Kunstbücher produziert. Die Druckplatten wurden gefaltet, gedrückt, überlagert, vernietet, gebogen, gewölbt und zu 22 zehn Meter hohen und vier Meter breiten Paneelen verschweißt, die durch Brückenelemente verbunden sind. „Second Wave“ vereint eine starke Körperlichkeit mit struktureller Unbestimmtheit. Okwui Enwezor sagt, dass diese Installation die beliebte afrikanische Lebensregel ‘kein Zustand ist permanent‘ beschwört.

Die Ausstellung wird von Haus der Kunst München organisiert, in Zusammenarbeit mit Mathaf: Arab Museum of Modern Art, Doha; Kunstmuseum Bern; und Guggenheim Museum Bilbao. In Doha ist sie vom 1. Oktober 2019 bis 2. Februar 2020 zu sehen, in Bern vom 13. März bis 21. Juni 2020, und in Bilbao vom 17. Juli bis 1. November 2020. Kuratiert von Okwui Enwezor, ehemaliger Direktor am Haus der Kunst, und Chika Okeke-Agulu, Professor am Department of Archaeology and Art History der Universität Princeton; Assistenz Damian Lentini, Kurator am Haus der Kunst.

Die Ausstellung wird ermöglicht durch die wesentliche Förderung der Art Mentor Foundation Lucerne, durch die großzügige Unterstützung eines anonymen Mäzens, durch zusätzliche Unterstützung der Gesellschaft der Freunde Haus der Kunst e.V., der Jack Shainman Gallery, New York, von Reni Folawiyo, Bolaji Balogun, Yvonne Fasinro und Kavita Chellaram.

Bei Prestel erscheint ein Katalog mit Essays von Enwezor und Okeke-Agulu, der auf 320 Seiten viele Abbildungen auch aus dem Archiv des Künstlers bereithält.

Biografie

Nach einer Bildhauerausbildung an der Kwame Nkrumah University of Science and Technology in Accra von 1965 bis 1969 unterrichtete El Anatsui (*1944, Anyako, Ghana) am Specialist Training College in Winneba, Ghana. 1975 zog er nach Nigeria und unterrichtete dort vier Jahrzehnte lang Skulptur und Grundkonzepte der Gestaltung an der University of Nigeria in Nsukka, bis er 2014 emeritiert wurde.

Als Mitglied des Aka Circle of Exhibiting Artists und als führende Persönlichkeit der Kunstakademie von Nsukka hat Anatsui in den letzten fünf Jahrzehnten in fünf Kontinenten ausgestellt. Zu seinen zahlreichen Einzelausstellungen gehören Wooden Wall Plaques, Asele Art Gallery, Nsukka, Nigeria (1976); Broken Pots: Sculpture by El Anatsui, Institute of African Studies, University of Nigeria, Nsukka (1979); Venovize: Ceramic Sculpture by El Anatsui, Faculty of Art and Design Gallery, Cornwall College, Redruth (1987); Gawu, Oriel Mostyn Gallery, Llandudno, Wales (2003); "Gli", Rice University Art Gallery, Houston (2010); A Fateful Journey, National Museum of Ethnology, Osaka und The Museum of Modern Art, Hayama (2010); "Gravity and Grace: Monumental Works by El Anatsui", Akron Museum of Art, Brooklyn Museum, Des Moines Art Center, Bass Museum of Art und Museum of Contemporary Art San Diego (2012?2015) sowie viele weitere Ausstellungen in Museen, Galerien und Stiftungen.
El Anatsui hat an großen Gruppenausstellungen teilgenommen, darunter die Biennale von Venedig (1990 und 2007), die 5. Biennale von Havanna (1994), die 1. Biennale von Johannesburg (1995) und die Biennalen von Dakar (2000), Liverpool (2002), Gwangju (2004) und Marrakesch (2016) sowie die 9. Skulpturen-Biennale von Osaka (1998) und La Triennale, Paris (2012).
El Anatsui hat mehrere Installationen im öffentlichen Raum geschaffen, darunter die Auftragsarbeit Broken Bridge (2012) für La Triennale, Paris (Museé Galiera), Broken Bridge II (2012-2013), präsentiert von Friends of the High Line, New York, sowie Tsiatsia – Searching for Connection, das 2013 an der Fassade der Royal Academy of Arts in London installiert wurde.
El Anatsui hat viele bedeutende Auszeichnungen erhalten, darunter den Praemium Imperiale (2017), den Goldenen Löwen für sein Lebenswerk auf der Biennale von Venedig (2015), den Publikumspreis bei der 7. Triennale der Kleinplastik in Fellbach, den Preis des Fernsehsenders Kansai bei der Triennale von Osaka (1995) und Ehrendoktorwürden der Harvard University und der Universität Kapstadt (2016). Er wurde zum Ehrenmitglied der American Academy of Arts and Sciences (2014) und der Royal Academy of Art (2013) ernannt und gewann unter anderem den Prince Claus Award (2009) und den 30th Anniversary Award des National Museum of African Art der Smithsonian Institution (2009).
El Anatsuis Arbeiten befinden sich in namhaften öffentlichen Sammlungen in Afrika, Asien, Nordamerika und Europa, darunter das Asele Institute Nimo (Nigeria), die African Studies Gallery der University of Nigeria, Nsukka (Nigeria), The British Museum (London), The National Museum of African Art, Smithsonian Institution (Washington, D.C.), das Centre Pompidou (Paris), das Los Angeles County Museum (Los Angeles), das Des Moines Art Center (Iowa), das De Young Museum (San Francisco), das Museum Kunstpalast (Düsseldorf), das Setagaya Museum (Tokyo), die National Gallery of Contemporary Art (Lagos), das Metropolitan Museum of Art (New York), das Museum of Modern Art (New York), das Royal Ontario Museum (Toronto), die Tate Gallery (London), das Nelson-Atkins Museum (Kansas City), das Iwalewa-Haus der Universität Bayreuth, das Jordan National Museum (Amman), das Leeum Samsung Museum (Seoul), das Brooklyn Museum (New York), The Broad (Los Angeles), das Indianapolis Museum of Art (Indianapolis), das Museum of Fine Arts (Boston), das Guggenheim Museum (Abu Dhabi) und das Saint Louis Art Museum (Saint Louis).

El Anatsui lebt und arbeitet in Nsukka, Nigeria.

Haus der Kunst (München)

23.02.2019 - 02.06.2019 Paris, Paris! Karlsruher Künstler an der Seine 1850 - 1930
Städtische Galerie Karlsruhe (Karlsruhe)
Pressemitteilung
In einer Zeit, als die politi­schen Bezie­hun­gen zwischen dem Deutschen Reich und Frankreich eher angespannt waren, zog es Hunderte von jungen deutschen Malern und Bildhauern zum Studium nach Paris, um sich dort auf vielfäl­tige Weise für ihr weiteres künst­le­ri­sches Schaffen anregen zu lassen. Auch aus Karlsruhe machten sich viele Künstler sowie einige wenige Künst­le­rin­nen auf den Weg in die neue Kunst­me­tro­pole an der Seine, nachdem sie zuvor eine Ausbildung in der badischen Hauptstadt erfahren hatten. Die Ausstel­lung beleuchtet erstmals die facet­ten­rei­chen und vielge­stal­ti­gen Spuren, die der Kunst­trans­fer Paris – Karlsruhe hinter­las­sen hat.

Foto: Wilhelm Schnarrenberger, Boulevard Montparnasse, 1931, Privatbesitz, Foto: Heinz Pelz, © VG Bildkunst, Bonn 2018

Städtische Galerie Karlsruhe (Karlsruhe)

23.02.2019 - 28.03.2021 Writing the History of the Future. Die Sammlung des ZKM
ZKM | Zentrum für Kunst und Medien (Karlsruhe)
Pressemitteilung
In einer außergewöhnlichen Zusammenstellung präsentiert das ZKM die Hauptwerke seiner weltweit einzigartigen Sammlung.

Die Ausstellung folgt den Wegen der Avantgarden und Neo-Avantgarden des 20. Jahrhunderts bis in die Gegenwart: von den Künsten der Bewegung – von den bewegten Maschinen (Kinetik, Kybernetik) über bewegte Bilder (Kinematografie, Op-Art, Video, Holografie, Computerinstallationen) – zum bewegten Betrachter (Partizipation, Interaktion, Happening). Von der Materialmalerei und variablen Objektbildern, von den mechanischen und magnetischen Künsten bis zur Lichtkunst und Soundart und zur Eroberung der elektronischen Medien durch die Künste reicht der Horizont der Exponate.

Die Ausstellung überrascht durch eine alternative Erzählung der Geschichte der Kunst und Medien nach 1945.

ZKM | Zentrum für Kunst und Medien (Karlsruhe)

17.02.2019 - 19.01.2020 VOLLGAS - FULL SPEED
Museum Art.Plus (Donaueschingen)
Pressemitteilung
Das Museum Art.Plus nähert sich in seiner großen Jahresausstellung dem Thema Auto. Wohl kaum ein weiterer technischer Gegenstand wurde und wird in vergleichbarer Weise mythologisiert. Die künstlerische Auseinandersetzung mit ihm ist beinahe so alt, wie das Automobil selbst. Das Auto polarisiert, ist politischer und gesellschaftlicher Zündstoff und gerade deshalb auch aus der Themenwelt der zeitgenössischen Kunst nicht wegzudenken. Doch darüber hinaus ist es noch immer Symbol für Freiheit, Mobilität und Abenteuer, Traumobjekt und Fetisch.

Das Museum Art.Plus zeigt Werke internationaler Künstler, die das Auto und die Geschwindigkeit in den Fokus rücken und ergänzt sie durch legendäre Sportwagen, die das Herz des Autoliebhabers höher schlagen lassen.

Museum Art.Plus (Donaueschingen)

09.02.2019 - 02.06.2019 Dieter Jung. Between and Beyond
ZKM | Zentrum für Kunst und Medien (Karlsruhe)
Pressemitteilung
»Dieter Jung is a light magician, a holographic magician, a peace magician.«
Otto Piene


Licht, Raum und Bewegung stehen im Mittelpunkt der künstlerischen Arbeit des 1941 geborenen Künstlers Dieter Jung, der sich seit Mitte der 1960er-Jahre mit der bildnerischen Wirkweise von Farbe und Licht, Fläche und Raum auseinandersetzt.

Um den flüchtigen Moment optischer Phänomene sichtbar zu machen, bedient sich Dieter Jung gleichermaßen analoger wie digitaler Techniken. Malerei, Zeichnung, Druckgrafik und Holografie befinden sich bei ihm in einem ständigen Dialog. Mit der Ausstellung »Dieter Jung. Between and Beyond« würdigt das ZKM das umfangreiche Werk des in Berlin lebenden Künstlers, der seit Gründung eng mit dem ZKM verbundenen ist. Neben Hologrammen, holografischen Mobiles und holografischen Lichträumen umfasst die Ausstellung Malereien, Zeichnungen und Graphiken des Künstlers.

/// Darstellung von Licht und Reflexion

Das Interesse an dem Prozess der visuellen Wahrnehmung, der doppelten Eigenschaft des Lichts als Partikel und Welle und dem technischen Aufbau von Bildern begleiten Jung seit seinem Studium an der Hochschule für Bildende Künste in Berlin. Bereits in ersten malerischen Arbeiten setzt er sich mit der Darstellung von Licht und Reflexionen auseinander. Anfang der 1970er-Jahre malt er die an Interferenzstrukturen erinnernden Kopfbilder von bekannten und unbekannten Personen, bei denen die Gesichter von Sigmund Freud, Ezra Pound oder Friedrich Nietzsche in sich horizontal und vertikal durchdringenden Schwingungslinien eingebettet sind, die für Jung zunächst vor allem Bezüge zu den Geflechten der Webkunst und dem Prinzip von Kette und Schuss in den Bildteppichen der Renaissance herstellten.

///Fokus Holografie

Nach einem Studium der Holografie an der New Yorker School of Holography entwickelt Jung in Zusammenarbeit mit führenden Wissenschaftlern ein Werk, das die technischen und gestalterischen Möglichkeiten der 1948 durch den Physiker Dennis Gabor eher zufällig entdeckten Holografie entscheidend erweiterte und ihn international zu einem der führenden Protagonisten der holografischen Kunst werden ließ. Für seine ersten Hologramme verwendet Jung 1977 im Central Park in New York gefundene Federn, die in der holografischen Aufnahme als filigrane Objekte im Raum schwebend ihre Schatten werfen. Es folgt die Übertragung von Gedichten von Hans Magnus Enzensberger in das Medium der Holografie, für die damals aufwendige Modelle gebaut werden mussten, um sie auf einer Drehscheibe zu filmen. In den Serien Into the Rainbow, Gegenwartsräume und Inbetween schafft Dieter Jung Anfang der 1980er-Jahre mittels der von Stephen A. Benton entdeckten holografischen One-Step-Technik abstrakte Farbräume, bei denen die reinen Farben des Regenbogens frei schwebend im Raum entstehen.

Als Research Fellow am von Otto Piene geleiteten Center for Advanced Visual Studies (CVAS) am MIT in Cambridge, MA standen Dieter Jung von 1985 bis 1988 umfangreiche technischen Möglichkeiten zur Verfügung, mit denen er neue holografische Verfahren zur Ablösung des holografischen Bildes von seiner objekthaften Vorlage erproben konnte. Im engem Austausch mit Wissenschaftlern entstehen dort erste computergenerierte Bewegungshologramme, bei denen für die damalige Zeit ungeheure Datenmengen bewältigt wurden.

///Holografie heute

Durch die rasante Entwicklung der digitalen Technologien ist heute die Holografie erneut in den Fokus der Aufmerksamkeit gerückt. Gegenwärtig arbeiten ForscherInnen an der Entwicklung von holografischen Displays, mit denen sich unsere Art zu arbeiten, zu lernen und zu interagieren grundlegend verändern wird. Gerade die neuesten Entwicklungen aus der Photonik, bei denen einzelne Lichtteilchen zu Informationsträgern werden, revolutionieren die technischen Voraussetzungen der Holografie in einem ungekannten Ausmaß. In absehbarer Zeit könnten Holografien frei im Raum als dreidimensionale Mixed-Reality-Anwendungen projiziert werden und damit die Bindung der holografischen Darstellung an ihre Trägermaterialien kappen. Mit dem Schweben des Bildes im Raum würden so letztendlich die Vorstellungen von Dieter Jung und anderen Pionieren der Holografie eingelöst, an denen diese mit ihren Werken seit den 1960er- und 1970er-Jahren gearbeitet haben.

ZKM | Zentrum für Kunst und Medien (Karlsruhe)

18.01.2019 - 14.07.2019 Kapsel 09: Rapaela Vogel. A Woman’s Sports Car Kapsel 10: Khvay Samnang. Popil
Haus der Kunst (München)
Pressemitteilung
Kapsel 9, Raphaela Vogel
A Woman’s Sports Car
Südgalerie
18.1.19-14.7.19
In ihrer neuesten Arbeit „A Woman’s Sports Car“, die Raphaela
Vogel (*1988 in Nürnberg) für ihre Ausstellung im Haus der Kunst
entwickelt hat, versetzt die Künstlerin uns in ein so
spektakuläres wie instabiles räumliches Szenario: Aus den
Frontscheinwerfern eines rotierenden, kanariengelben Sportwagens,
einem Spitfire Triumph aus dem Jahr 1981, strahlt eine
Doppelkanalprojektion. Die Lichtkegel bilden ein Augenpaar, das
Einblicke in eine durch eine 360-Grad-Optik verzerrte,
kugelförmige Welt eröffnet. Der Betrachter ist wie in einen
Kindertraum geworfen; offen bleibt, ob die Schritte der jungen
Frau mit ihrem Gefährten, einem Pudel, die Weltkugel zum Drehen
bringen, oder ob der Ursprung doch eher im pneumatischen Pumpen
des Akkordeonspiels der Protagonistin zu suchen ist.
Althergebrachte Fantasien von der virilen Potenz des Sportwagens,
in Verbindung mit der sexuellen Anziehungskraft weiblicher Form
und Oberfläche, werden von Raphaela Vogel fragmentiert und zu
neuen Fusionen und Allianzen verschmolzen. Immer wieder hat die
Multimediakünstlerin in ihren Arbeiten die geschlechterspezifische
Dimension des Sehens und Gesehenwerdens thematisiert. In ihren
Videoarbeiten bestreitet sie meist alle Rollen selbst: sie ist
Hauptakteurin, lenkt das Auge der Kamera, schneidet und produziert
den Sound. Sie spielt mit festgelegten Rollenzuschreibungen auf
intuitive und körperlich einnehmende Weise und verwebt dabei auch
autobiografische Elemente. Ihre teils ätherisch hypnotischen,
teils kreischend verstörenden Bildwelten münden in ein technoanimistisches Ertasten von Subjektivität.
Kuratiert von Anna Schneider
PRESSE
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Kapsel 9, Raphaela Vogel
A Woman’s Sports Car
Kapsel 10, Khvay Samnang
Popil
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Kapsel 10, Khvay Samnang
Popil
Südgalerie
18.1.19-14.7.19
Mit „Popil“ (2018) präsentiert das Haus der Kunst ein eigens für
diesen Zweck in Auftrag gegebenes Werk des in Phnom Penh lebenden
Künstlers Khvay Samnang (*1982, Svay Rieng). Khvays Arbeit fragt
kritisch nach dem multidimensionalen Charakter von Ritualen und
Politik. Sie stellt die humanitären und ökologischen Auswirkungen
der Globalisierung, ihre Verbindungen zum Kolonialismus und zur
Migration dar, welche bis heute Geografie und Zeitlichkeit in SüdOst-Asien definieren. Basierend auf intensiven Recherchen
untersucht jede der mehrkanaligen filmischen Arbeiten und
Installationen das Thema „Austausch“ in mehreren Facetten, sowohl
im materiellen als auch im kulturellen Sinn. „Popil“ spielt in
einer Tanzchoreografie mit der Symbolik des Drachens, der für
Europäer und Amerikaner pauschal für einen Großteil Ost-
/Südostasiens steht, und gleichzeitig auf eine spezifisch
chinesische oder kambodschanische Form der Identitätsbildung
weist.
„Popil“ zeigt zwei Tänzerinnen, die eine moderne Version des
klassischen Khmer-Tanzes „Robam kbach boran“ vorführen, ein Gebet
in Bewegung, das um Regen und Fruchtbarkeit fleht und sich durch
runde und sich windende Gesten auszeichnet, die Bewegungen einer
Schlange in fließendem Wasser nachahmend. Die Tänzerinnen, die von
den zwei bekanntesten Choreografen des Landes angeleitet wurden,
stellen eine zeitgenössische Liebesgeschichte zwischen zwei
Drachen dar, von denen der eine für Kambodscha und der andere für
China steht. Ihre kreiselnden Bewegungen von Nordostkambodscha
über Phnom Penh bis nach Südostkambodscha repräsentieren sowohl
die Läufe der beiden größten Flüsse des Landes als auch die
Zirkulation von Kapital innerhalb von Kambodscha; dabei tragen die
Tänzerinnen Masken, die der Künstler aus verwebten Angelschnüren
hergestellt hat. „Popil“ ist eine kritische Neukartierung der
komplexen Geografie und der kulturellen Riten, die in die größeren
sich rotierenden Bewegungen kambodschanischer und chinesischer
Interessen und Beziehungen eingeschlossen sind.
Kuratiert von Damian Lentini

Haus der Kunst (München)