Language

Ausstellungen Museen

Pressemitteilungen
Pressemitteilungen
08.12.2017 - 02.04.2018 Der Meister von Meßkirch Katholische Pracht in der Reformationszeit
Staatsgalerie Stuttgart (Stuttgart)
Pressemitteilung
Im Reformationsjahr 2017 widmet die Staatsgalerie Stuttgart dem Meister von Meßkirch erstmals eine umfassende monografische Ausstellung.
Der Meister von Meßkirch gehört zu den bedeutendsten Malern der frühen Neuzeit. Obwohl sich der ausschließlich im oberschwäbischen Raum tätige Künstler als historisch verbürgte Person bis heute nicht sicher fassen lässt, ist sein Rang als herausragender Kolorist seit langem unbestritten. Seine Altarbilder beanspruchen auch deshalb hohes historisches Interesse, da sie – entgegen der sich in Württemberg fast flächendeckend durchsetzenden Reformation – das regionale Festhalten am altgläubigen Bekenntnis dokumentieren. Von den frühen Porträts, Epitaphien und Hausaltären bis hin zu seinen im Auftrag der Grafen von Zimmern geschaffenen Altarbildern der 1530er-Jahre erschließt sich so ein Werk von unverwechselbarer Eigenart. Charakteristisch ist auch die Verbindung altertümlicher Elemente und fortschrittlicher Bildideen der Renaissance. Ein Großteil seiner heute verstreut in Museen und Privatsammlungen Europas und der USA befindlichen Tafelbilder und Zeichnungen sind in der Ausstellung vereint zu sehen. Sie werden in aufschlussreichen Gegenüberstellungen mit annähernd zeitgleich entstandenen Werken protestantischer Ausrichtung präsentiert. So wird ein differenzierter Eindruck von den künstlerischen Ausdrucksformen im Zeitalter der Reformation vermittelt.

Staatsgalerie Stuttgart (Stuttgart)

17.11.2017 - 18.02.2018 Rausch, Wonne und Verglühen Die Zukunft der Sammlung Frank Brabant
Staatliches Museum Schwerin / Ludwigslust / Güstrow (Schwerin)
Pressemitteilung
Ausstellung in der Galerie Alte & Neue Meister Schwerin

Frank Brabant, der in Schwerin geboren und aufgewachsen ist und sich später in Wiesbaden eine Existenz als erfolgreicher Geschäftsmann aufbaute, hat im Laufe seines Lebens eine beachtliche Kunstsammlung zusammengetragen. Die Sammlung umfasst das ganze 20. Jahrhundert angefangen von Bonnard und Toulouse-Lautrec bis zu Penck und Lüpertz, der Schwerpunkt liegt aber bei Werken des Expressionismus und der Neue Sachlichkeit.

Angefangen hat alles mit einem Holzschnitt von Max Pechstein, den Frank Brabant sich von dem Geld kaufte, das er eigentlich für seinen ersten VW-Käfer gespart hatte. Später kamen Werke von Alexej von Jawlensky, Ernst Ludwig Kirchner, August Macke Georg Tappert, Emil Nolde, Otto Dix, Max Beckmann und viele anderen hinzu. Über 500 Werke umfasst die Sammlung heute. Neben den „großen Namen“ sind viele Maler der „Verschollenen Generation“ vertreten – Künstler, die in der Nazizeit verfemt wurden und nach dem Krieg nicht mehr an frühere Erfolge anknüpfen konnten. Die Bilder spiegeln in vielen Fällen die sozialen Missstände in der Weimarer Republik und geben zugleich einen Überblick über das damalige Kunstgeschehen.

Frank Brabant will seine Kunstsammlung nach seinem Tod je zur Hälfte dem Museum Wiesbaden und der Galerie Alte & Neue Meister des Staatlichen Museums Schwerin schenken. Die Ausstellung zeigt heute schon die Werke, die die Sammlung des Schweriner Museums in Zukunft ergänzen werden. Bisher besitzt das Museum nur wenige Werke, die dem Expressionismus oder der Neue Sachlichkeit zu zurechnen sind, insofern schließt diese Schenkung eine Lücke. Besonders augenfällig wird die Bedeutung der Stiftung für die Sammlung des Museums an einem Gemälde von Heinrich Ehmsen. Bei dem Werk in der Sammlung Brabant handelt es sich um die Vorstudie zu dem Gemälde Der Angler von Cassis, das sich bereits seit 1968(?) im Bestand des Staatlichen Museums befindet.

Auch das Museum Wiesbaden stellt in einer Ausstellung im Sommer 2018 seinen Teil der Sammlung vor. Zu beiden Ausstellungen erscheint ein gemeinsamer Katalog, der die Sammlung Frank Brabant noch einmal als Ganzes würdigt. Anhand der Sammlung wird hier nicht nur die Kunst des Expressionismus und der Neuen Sachlichkeit, sondern auch die Vernetzung der Künstler und Gruppierungen untereinander vorgestellt.

Staatliches Museum Schwerin / Ludwigslust / Güstrow (Schwerin)

20.10.2017 - 07.01.2018 Stand der Dinge. Der Künstlerbund Baden-Württemberg zu Gast.
Kunstmuseum Singen (Singen)
Pressemitteilung
Der altehrwürdige, dabei runderneuerte Künstlerbund Baden-Württemberg blickt auf eine stolze 60jährige Geschichte zurück und vertritt heute mehr als 400 Mitglieder aus allen künstlerischen Sparten. Regelmäßig richtet er in Kooperation mit renommierten baden-württembergischen Kunstinstitutionen jurierte Ausstellungen aus, um den „Stand der Dinge“ zu zeigen. 2017 sind mit dem Kunstmuseum Singen und der Städtischen Galerie Bietigheim-Bissingen gleich zwei Häuser beteiligt – im Süden und im Norden des Bundeslandes. Und die beiden Museumsleiter tauschen ihre Plätze. Statt im eigenen werden sie die Ausstellung im jeweils anderen Haus kuratieren! Spannende Korrespondenzen, interessante Gewichtungen und Präsentationen, ein frischer Blick auf die aktuelle Kunstproduktion im deutschen Südwesten können versprochen werden.

Eröffnung: Sonntag, 22. Oktober 2017, 11 Uhr

Kunstmuseum Singen (Singen)

07.10.2017 - 07.01.2018 Land in Sicht Die Kunstankäufe des Landes Mecklenburg-Vorpommern 2015/2016
Staatliches Museum Schwerin / Ludwigslust / Güstrow (Schwerin)
Pressemitteilung
Ausstellungstermin nur voraussichtlich!!
Aktuelle Informationen unter: https://www.museum-schwerin.de/ausstellungen/vorschau/

Ausstellung auf Schloss Güstrow

Das Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur und das Staatliche Museum Schwerin?/?Ludwigslust?/?Güstrow präsentieren gemeinsam die Neuerwerbungen für die Kunstsammlung des Landes Mecklenburg-Vorpommern. In den Ateliers von 14 Künstlern wurden insgesamt 79 Arbeiten aus unterschiedlichen Gattungen und von großer stilistischer Bandbreite zusammengetragen: Malerei, Druckgrafik, Zeichnungen, Objekte, Fotoarbeiten und Videokunst von Martha Damus, Jacqueline Duhr, Friedrich Wilhelm Fretwurst, Jörg Hamann, Lars Lehmann, Annette Leyener, Margret Middell, Marcus Schramm, Holger Stark, Wolfgang Tietze, Iris Thürmer, Sven Ochsenreither, Matthias Wegehaupt und Marc Wiesel.

Staatliches Museum Schwerin / Ludwigslust / Güstrow (Schwerin)

29.09.2017 - 10.12.2017 Ed Atkins Old Food
Martin-Gropius-Bau Berlin (Berlin)
Pressemitteilung
Ed Atkins (*1982, Oxford, GB) ist der Schöpfer einer forcierten Künstlichkeit, die in seinen computergenerierten Filmen Protagonisten zeigt, die ramponiert, entwaffnend nah und einsam gezeigt werden. Es sind vorfabriziert wirkende Animationen, die das Zeigen der neuen, digitalen Medien selbst zeigen, genauso wie das Synthetische der am Computer generierten Figuren und ihrer Welten. In Ed Atkins’ Arbeiten vergessen die Betrachter*innen nie ihr eigenes Betrachten eines Mediums – Bildstörungen und scheinbare Fehlfunktionen erinnern sie an den Vorgang der filmischen Repräsentation und ihrer Unzulänglichkeiten. Zugleich gehen Atkins’ Filme unmittelbar unter die Haut, genauso wie allein schon die Vorstellung von „altem Essen“ eine körperliche Reaktion hervorruft. Für seine Ausstellung im Martin-Gropius-Bau „Old Food“ kreiert der Künstler eine neue Folge von Arbeiten, die Begehren, Konflikt, Lernen und Verdummen allegorisieren. Als Serie von eigenständigen Video- und Soundarbeiten ebenso wie als synchrones Ganzes zeigt „Old Food“ sich wiederholende Sequenzen einer „Dark Age CGI Piano Performance; elaboriert explodierte Diagramme von Sandwiches; Essen, Weinen und Sabbern in Zeitlupe ebenso wie wogende Armeen choreografierter Idioten“ (Ed Atkins).

Atkins hatte in den letzten Jahren Einzelausstellungen u.a. im MMK Frankfurt (2017); Castello di Rivoli, Turin (2016); The Kitchen, New York (2016); Stedelijk Museum, Amsterdam (2015) und der Serpentine Gallery, London (2014). Der Künstler lebt und arbeitet in Berlin.

VERANSTALTER Berliner Festspiele / Immersion
KURATORIN Lisa Marei Schmidt

© Ed Atkins

Martin-Gropius-Bau Berlin (Berlin)

17.09.2017 - 07.01.2018 Reload! Tracht – Kunst – Mode
Museum Kunst der Westküste (Alkersum/Föhr)
Pressemitteilung
In unserer globalisierten Welt begeben sich viele Menschen auf die Suche nach ihren Wurzeln. Das Gefühl, zu wissen, woher man kommt, geht mancherorts – so auch auf den nordfriesischen Inseln – mit dem Tragen von Trachten einher, die früher Ausweis regionaler und sozialer Zugehörigkeit waren. Ausgehend von Gemälden und Grafiken des 19. Jahrhunderts aus der Sammlung Kunst der Westküste spannt die Ausstellung mit internationalen Leihgaben einen Bogen bis zur zeitgenössischen Kunst und zu aktuellem Modedesign. Als ein Synonym für Heimatverbundenheit, Identifikation und Traditionspflege scheint die Tracht gerade gegenwärtig ein in mehrfacher Hinsicht reizvolles Sujet zu sein, das auch in ironisierender oder kritischer Hinsicht Thema in den unterschiedlichsten künstlerischen Medien ist.

Künstler 19./20. Jahrhundert:
Oluf Braren, Otto Heinrich Engel, Johan Julius Exner, Carl Ludwig Jessen, Christian Carl Magnussen, Johan Gudmann Rohde, Valentin Wassner, August Westphalen, August Wilckens

KünstlerInnen 21. Jahrhundert:
Catharina Bond (AT), Nico Dams (DE), Sabine Dehnel, (DE), Sandra Heinz (DE), Hendrik Kerstens (NL, Abb.), Anja Luithle (DE), NOH NEE (DE), Annette Schröter (DE), Trine Søndergaard (DK), Mila Teshaieva (DE), Vivienne Westwood (GB) sowie AbsolventInnen der Studiengänge Modedesign und Fotografie der Hochschule Hannover (DE)

Zur Ausstellung erscheint ein Katalog.

Museum Kunst der Westküste (Alkersum/Föhr)

16.09.2017 - 04.02.2018 Auf unbekanntem Terrain. Landschaft in der Kunst nach 1945
Museum für Aktuelle Kunst – Sammlung Hurrle Durbach (Durbach)
Pressemitteilung
Nach den verstörenden Erfahrungen des 2. Weltkriegs wurde das Thema Landschaft, das bis dahin überwiegend festen Regeln und Traditionen folgte, in die abstrakte Malerei integriert und darin aufgelöst. Erst das Versiegen jeder gegenständlichen Tendenz und die anschließende Neubelebung Anfang der 60er Jahre brachten den nötigen Freiraum, um auch Natur und Landschaft im Rahmen einer neuen Auffassung und eines neuen Malereibegriffes wieder aufzugreifen, überlieferte Traditionen aufzusprengen und zu erweitern.
Die Ausstellung widmet sich der Auseinandersetzung mit den Themen Landschaft und Natur seit dem 2. Weltkrieg bis heute, wobei mit Blick auf die Kunst der DDR auch beleuchtet wird, inwiefern sich in den Landschaftsdarstellungen politische Veränderungen wiederspiegeln.

Museum für Aktuelle Kunst – Sammlung Hurrle Durbach (Durbach)

02.09.2017 - 14.01.2018 Wenzel Hablik – Expressionistische Utopien
Martin-Gropius-Bau Berlin (Berlin)
Pressemitteilung
Malerei, Zeichnungen, Architektur
Wiederentdeckte Moderne II

Utopische Architekturentwürfe, expressionistisches Interieur, fantastische Farbwelten – all dies ist nur ein Teil des Werkes von Wenzel Hablik (1881–1934), der sich als Universalkünstler dem Gesamtkunstwerk verschrieb. Hablik gilt als einer der wichtigen Vertreter der deutschen expressionistischen Architektur- und Gestaltungsavantgarde. Scheinen die Wege der Kunst der Moderne weitgehend erforscht, so bietet sein Werk immer noch Überraschendes. Im Fokus der Berliner Ausstellung stehen seine Architekturvisionen und sein 1923 farbig gestaltetes Meisterwerk eines Raumkonzepts als Rekonstruktion. Sie werden durch die Präsentation von Malerei und Design ergänzt, denn erst in der Kombination wird der Grundgedanke des Gesamtkunstwerkes, wie Hablik es verfolgte, nachvollziehbar. Es ist die erste umfassende Einzelausstellung seines Werkes in Berlin.

Foto: Freitragende Kuppel, 1919. Aquarell, Farbstift, Bleistift, 64,9 x 50 cm
© Wenzel-Hablik-Stiftung, Itzehoe

Martin-Gropius-Bau Berlin (Berlin)

22.07.2017 - 22.10.2017 Otto Bartning (1883–1959). Architekt einer sozialen Moderne
Städtische Galerie Karlsruhe (Karlsruhe)
Pressemitteilung
Otto Bartning gilt als einer der bedeu­tends­ten Archi­tek­ten in der ersten Hälfte des 20. Jahrhun­derts. Hiervon zeugen sein ­Bei­trag zur Reform des protes­tan­ti­schen Kirchen­baus, seine ­Sied­lungs- und Sozial­bau­ten sowie seine theore­ti­schen Schriften. 1883 in Karlsruhe geboren, studierte Bartning in Berlin und in seiner Heimat­stadt. In den Folge­jah­ren sollte er mit dem Entwur­f ­der Stern­kir­che, von 1922, der Stahl­kir­che von 1928 sowie 1946 mit dem Notkir­chen­pro­gramm des Deutschen Evange­li­schen Hilfs­werks den Kirchenbau revolu­tio­nie­ren. Mit seiner radika­len ­Ab­wen­dung gegen den gängigen Histo­ris­mus, die Verwen­dung in­no­va­ti­ver Formen und Materia­lien und als Mitglied des zu­kunfts­wei­sen­den "Arbeits­ra­tes für Kunst", zählt er neben Wal­ter Gropius und Bruno Taut ab 1918 zu den Protago­nis­ten der Mo­derne. Bartning, der europaweit tätig war, konnte in Karls­ru­he ­die Markus­kir­che (1934-1935), das Franz-Rohde-Haus (1938), die Evan­ge­li­sche Friedens­kir­che (1949) als Notkirche und die Tho­mas­kir­che (1958-1960) errichten.

Das facet­ten­rei­che Oeuvre Bartnings und seine vielsei­ti­gen Ak­ti­vi­tä­ten werden in einer umfas­sen­den Werkschau anhand von o­ri­gi­na­len Zeich­nun­gen, Fotogra­fien und Archi­tek­tur­mo­del­len vor­ge­stellt. Die Ausstel­lung, kuratiert von Dr. Sandra Wag­ner-Conzelmann, ist ein Koope­ra­ti­ons­pro­jekt der Akademie der Künste, Berlin, und der Wüstenrot Stiftung in Zusam­men­ar­beit mit der Städti­schen Galerie Karlsruhe, dem Institut Mathil­den­hö­he Darm­stadt und der Techni­schen Univer­si­tät Darmstadt.

Es erscheint eine ausstel­lungs­be­glei­tende Publi­ka­tion.

Foto: Stahlkirche auf der Pressa in Köln, 1928, Außenansicht, Foto: Hugo Schmölz, Otto-Bartning-Archiv der TU Darmstadt

Städtische Galerie Karlsruhe (Karlsruhe)

20.07.2017 - 29.10.2017 Profile in der Kunst am Oberrhein: Ben Hübsch | Martin Kasper
Museum für Aktuelle Kunst – Sammlung Hurrle Durbach (Durbach)
Pressemitteilung
Ben Hübsch, geboren 1963 in Freiburg, studierte dort an der Außenstelle der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Karlsruhe bei Peter Dreher und lebt noch heute dort. Seine geometrischen Arbeiten reizen in ihrer leuchtenden, gewagten Farbigkeit und mit ihren unterschiedlichen Formgefügen das Auge und spielen mit den verschiedenen Raumtiefen im Bild, das zu einem ganz eigenen Raumerlebnis wird.

Martin Kasper, geboren 1962 in Schramberg, studierte an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Karlsruhe und lebt heute in Freiburg. Seine Malerei öffnet den Blick in menschenleere Räume: Verschlungene Treppen, Bildergalerien, Säle, Restaurants, Dachstuben. Immer haftet diesen Bildern eine unheimliche Ruhe, den Räumen eine Traumhaftigkeit an, die merkwürdig losgelöst von den sie nutzenden Menschen wirken.

Museum für Aktuelle Kunst – Sammlung Hurrle Durbach (Durbach)

16.07.2017 - 24.09.2017 Jean Paul Schmitz (1899-1970). Ein rheinischer Expressionist am Bodensee. Ilse Pieper-Schmitz. Wie
Kunstmuseum Singen (Singen)
Pressemitteilung
Jean Paul Schmitz – ein rheinischer Expressionist am Bodensee.
Ilse Pieper-Schmitz – wiederentdeckt

Mit der Ausstellung über den Maler und Zeichner Jean Paul Schmitz (1899-1970) setzt das Kunstmuseum Singen die Reihe seiner Erkundungen über die „Künstler auf der Höri“ fort. Das ab 1949 in Wangen auf der Bodenseehalbinsel Höri entstandene Oeuvre des Malers zählt zum kunsthistorisch wertvollen Kern der Singener Sammlung. Mit seinen Landschaften, insbesondere mit seinen Ausblicken auf die Wangener Bucht und Mammern, hat Jean Paul Schmitz unsere Vorstellung von der Höri als sommerliche, südlich-helle Landschaft maßgeblich geprägt. Bis in die aktuelle touristische Werbung hinein erweisen sich seine weiten Ausblicke auf den Untersee und das gegenüber liegende Schweizer Ufer als wirkmächtig.

Die in enger Zusammenarbeit mit dem Nachlass entstandene Ausstellung will, über dieses Hauptwerk hinaus, den Blick auf den „ganzen Schmitz“ frei geben. So werden neben den duftigen, pastellfarbenen Höri-Bildern auch Gemälde, Aquarelle, Zeichnungen und Skizzen aus den Studienjahren Jean Paul Schmitz´ an der Kunstakademie Düsseldorf (1923-26) bei Heinrich Nauen (1880-1940), aus der Zeit im Künstlerkreis (1925-27) um Johanna Ey und von den Reisen und Aufenthalten in Rom (1936), Olevano (1937-38) und Griechenland (1939-40) gezeigt. Die den Höri-Jahren vorausgehenden Arbeiten aus Berlin (1934), Süddeutschland, dem Rheinland und aus dem Elsass werden ebenso vorgestellt wie eine Auswahl später Farblithographien samt deren Vorarbeiten.

Darüber hinaus stellt die Singener Ausstellung das schmale Oeuvre der Malerin und Zeichnerin Ilse Pieper-Schmitz (1899-1970) separat, doch in unmittelbarer räumlicher Nähe zur Ausstellung Jean Paul Schmitz´ vor. Ilse Pieper studierte von 1921 bis 1927 an den Kunstakademien Karlsruhe (bei Wilhelm Schnarrenberger) und Düsseldorf, um Zeichenlehrerin zu werden. 1934 heiratet sie Jean Paul Schmitz, reiste mit ihm nach Italien und Griechenland und teilte mit ihm bis in die 1940er Jahre das kriegsbedingte, unstete Wanderleben. Wie viele Künstlerinnen ihrer Zeit gab sie, der Kinder und Haushaltsführung wegen, in den 1950er Jahre ihre eigene künstlerische Arbeit zugunsten der ihres Mannes auf. Das erhaltene Werk weist zahlreiche Landschaften vor gemeinsamen Motiven, Bildnisse und späte Blumenstillleben aus. Ilse Piepers und Jean Paul Schmitz´ Arbeiten weisen große Nähen aus, doch sind ihre Werke mit erkennbar festerem, schnelleren Strich gestaltet.

Wie die Künstler Curth Georg Becker (1904-1972), Otto Dix (1891-1969), Hans Kindermann (1911-1997) oder Walter Herzger (1901-1985), deren Werk das Kunstmuseum Singen in den letzten Jahren mit Einzelausstellungen erforscht hat und deren Werke aus der Sammlung kontrastierend im Erdgeschoss ausgestellt werden, kam auch Jean Paul Schmitz nicht aus freien Stücken an den Bodensee. Nach ersten Erfolgen in den Akademie- und frühen 1930er Jahren – Schmitz gehört wie viele Mitglieder des „Jungen Rheinlands“ zum Künstlerkreis um die erfolgreich tätige Kunsthändlerin Johanna Ey (1864-1947) und reiste mit ihr und Gert Wollheim 1927 nach Mallorca – unterbrachen die nationalsozialistische Kulturpolitik, die Dienstverpflichtung (zum Zollgrenzschutz im Elsass 1943-45), der 2. Weltkrieg, der weitgehende Verlust des Frühwerks im Luftkrieg (1945), Evakuierung und die Not der Nachkriegszeit Schmitz´ Künstlerkarriere. Ab 1934 suchte er mit seiner Frau, der Malerin Ilse Pieper-Schmitz (1899-1970), Deutschland zu verlassen und nach Italien auszuweichen. Der 1936 zuerkannte Rompreis führte das Paar an die noch nicht gänzlich von der nationalsozialistischen Kulturpolitik durchdrungene Villa Massimo nach Rom; eine Art „Enklave“ relativer Ruhe und freien künstlerischen Arbeitens. Von dort aus gelangen der anschließende Studienaufenthalt an der Villa Serpentara in Olevano und der weitere Aufenthalt in Griechenland. Dort jedoch holte der Krieg die Eheleute ein und zwang sie 1941 zum Umzug in den Hotzenwald. Erst 1949 gelang durch Vermittlung des vormaligen Direktors der Düsseldorfer Kunstakademie, Walter Kaesbach (1879-1961), der seit 1933 auf der Höri lebte, der Umzug nach Wangen. Zahlreiche Freunde und Kollegen aus der Düsseldorfer und Berliner Zeit trafen sie dort wieder, so dass sich beide rasch in den Kreis der Höri-Künstler einfanden. Mit seiner gegenständlichen, französisch geprägten Malerei stets ein gemäßigter Vertreter der Moderne bleibend, konnte sich Schmitz mit seinen hellen Landschaftsbildern und seiner Kontaktfreude schnell einen Stand unter den exilierten Malern am See erarbeiten: „Man preist mit Recht die Sonne Homers, die Helligkeit Griechenlands. Ähnliches finden wir auch hier am See, in der hellsten deutschen Landschaft. Die Motive hier zwingen deshalb schon zu aufgehellter Farbigkeit und ich bemühe mich, ihnen gerecht zu werden.“, so äußerte sich Schmitz 1966. 1956 baute sich die Familie in Wangen ein Haus – der Balkonblick auf die Wangener Bucht wurde zum bevorzugten Motiv. Nicht nur mit Otto Dix, auch mit den Malern der Konstanzer Gruppe „Der Kleine Kreis“ (Hans Sauerbruch, Otto Adam, Karl Einhart, Rose Marie Schnorrenberg, Rudolf Stuckert u.a.) blieb Schmitz freundschaftlich verbunden.
Am 13. Juni 1970 starb Jean Paul Schmitz im Krankenhaus in Singen.

Die Singener Ausstellung führt rund 80 Arbeiten von Jean Paul Schmitz und ca. 20 Werke von Ilse Pieper-Schmitz zusammen. Zur Ausstellung erscheint eine kleine Publikation mit zahlreichen Abbildungen und einem Text von Christoph Bauer.

Abbildung: Jean Paul Schmitz, Balkonblick zur Wangener Bucht, 1968, Tempera auf Leinwand, Foto: Kunstmuseum Singen, (c) Jean Paul Schmitz.

Kunstmuseum Singen (Singen)

15.07.2017 - 17.09.2017 Die Höri - Ein Ort der Künstler. Sommerausstellung 2017 mit Werken aus der Sammlung des Kunstmuseu
Kunstmuseum Singen (Singen)
Pressemitteilung
Den kunsthistorisch wertvollen Kern der Sammlung bilden die Werke der „Höri-Maler“, die in der Zeit von 1933 bis in die Nachkriegszeit auf der Bodenseehalbinsel Höri Zuflucht vor der nationalsozialistischen Kulturpolitik und vor den Auswirkungen des Krieges fanden. Das Kunstmuseum Singen besitzt den größten geschlossenen Bestand dieser und weiterer Maler, Graphiker, Bildhauer und Photographen der Moderne, die sich an den Bodensee in die „innere Emigration“ zurückzogen. Rund 80 Arbeiten von Max Ackermann, Otto Dix, Erich Heckel, Curth Georg Becker, Walter Herzger, Jean Paul Schmitz, Helmuth Macke, Hans Kindermann, Hugo Erfurth, Gertraud Herzger-von Harlessem, Ferdinand Macketanz u.a. sind in der Ausstellung vereint. Unweit des Museums kann das einzig erhaltene Wandbild >Krieg und Frieden< (1960) von Otto Dix im Rathaus Singen besucht werden.

Kunstmuseum Singen (Singen)

14.07.2017 - 05.11.2017 The Great Graphic Boom Amerikanische Kunst 1960–1990
Staatsgalerie Stuttgart (Stuttgart)
Pressemitteilung
In Kooperation mit dem National Museum Oslo präsentiert die Staatsgalerie Stuttgart außergewöhnliche Werke der amerikanischen Druckgraphik von 1960 bis 1990.
Die Druckgraphik diente in der Vergangenheit vor allem dazu, religiöse oder politische Inhalte einem breiten Publikum zugänglich zu machen und war ein wichtiges Kommunikationsmittel. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts waren es vor allem die deutschen Expressionisten, die sich vornehmlich dieser Technik widmeten. Ende der 1950er-Jahre erlebte auch die USA einen wahren »Graphic Boom«.

Zu diesem Zeitpunkt begannen die bedeutendsten Künstler der amerikanischen Avantgarde, vertreten durch Abstrakten Expressionismus, Hard Edge, Pop Art, Minimal Art und andere Stilrichtungen, mit verschiedensten Drucktechniken zu arbeiten bzw. zu experimentieren. Eigens auf Druckgraphik spezialisierte Verlage wie Universal Limited Art Editions (ULAE) in New York, gegründet 1957 von Tatyana Grosman, oder die seit 1966 bestehende GEMINI G.E.L (Graphic Editions Limited) in Los Angeles spielten dabei eine besondere Rolle, vor allem in ihrem hohen Anspruch an die Druckkunst. Einzelblätter, Portfolios und Künstlerbücher entstanden in großer Zahl. Insbesondere die Künstler der Pop Art reagierten damit auf die industrielle Massenfertigung wie auch die Werbesprache der Medien.

Die meisten der Künstler hatten sich bereits als Maler etabliert. In den bevorzugten Medien der Lithographie wie dem Siebdruck, aber auch in anderen Drucktechniken, schufen sie daneben eigenständige Kunstformen, mit denen sie in die Fußstapfen der Pioniere moderner Graphik wie Paul Gauguin, Edvard Munch und Pablo Picasso traten.
Die Ausstellung zeigt mit rund 170 Blättern in eindrucksvoller Breite die verschiedensten Stilrichtungen und Ausprägungen der amerikanischen Druckgraphik und deren Etablierung zu einer eigenständigen Kunstform.

Staatsgalerie Stuttgart (Stuttgart)

08.07.2017 - 09.07.2017 Das Gravenhorster Malbuch | Dieter Call & Anja Voigt
DA, Kunsthaus Kloster Gravenhorst (Hörstel)
Pressemitteilung
Projektstipendium KunstKommunikation 17 – Kunst zum Mitmachen und Mitdenken | Malworkshop jew. Sa. 14 – 18 Uhr | Offenes Atelier jew. So. 11 – 14 Uhr

Die Künstler halten zeichnerische Sichtweisen und Perspektiven rund um das Kloster in einem Malbuch fest. Das Buch bietet jedem Besucher die Möglichkeit sich künstlerisch zu beteiligen. Die Teilnehmer sind eingeladen, ihre gestalteten Malbücher für eine Ausstellung einzureichen.

DA, Kunsthaus Kloster Gravenhorst (Hörstel)

08.07.2017 - 09.07.2017 Das Gravenhorster Malbuch | Dieter Call & Anja Voigt
DA, Kunsthaus Kloster Gravenhorst (Hörstel)
Pressemitteilung
Projektstipendium KunstKommunikation 17 – Kunst zum Mitmachen und Mitdenken | Samstag 14 – 18 Uhr Malworkshop | Sonntag 11 – 14 Uhr Offenes Atelier

Die Künstler halten zeichnerische Sichtweisen und Perspektiven rund um das Kloster in einem Malbuch fest. Das Buch bietet jedem Besucher die Möglichkeit sich künstlerisch zu beteiligen. Die Teilnehmer sind eingeladen, ihre gestalteten Malbücher für eine Ausstellung einzureichen.


DA, Kunsthaus Kloster Gravenhorst (Hörstel)

07.07.2017 - 10.09.2017 Sommerausstellung | Kunstsammlung des Kreises Steinfurt
DA, Kunsthaus Kloster Gravenhorst (Hörstel)
Pressemitteilung
| Eröffnung im Rahmen von openART: 07.07. ab 18.00 Uhr

Erstmalig wird die hochkarätige und spannende Kunstsammlung des Kreises Steinfurt umfassend ausgestellt und unter verschiedenen, auch ganz neuen Aspekten vermittelt.

DA, Kunsthaus Kloster Gravenhorst (Hörstel)

07.07.2017 - 07.07.2017 openART – DA passiert Kunst
DA, Kunsthaus Kloster Gravenhorst (Hörstel)
Pressemitteilung
Abend der offenen Tür | Mit Ideenwerkstatt und vielen Performances – Zahlreiche Künstler/innen vor Ort und viel Kunst im Werden | Beginn: 18.00 Uhr | Eintritt frei

Der spannende und gesellige Treffpunkt für Kunstinteressierte und Kunstschaffende mit künstlerischen Aktionen und Performances der aktuellen Stipendiaten. Außerdem stellen die Bewerber/innen für das Projektstipendium 2018 ihre Entwürfe und künstlerischen Ideen vor. Das DA lädt dazu ein, die Kunst an einem Abend entspannt zu genießen.

DA, Kunsthaus Kloster Gravenhorst (Hörstel)

07.07.2017 - 15.10.2017 Die Menagerie der Medusa Otto Marseus van Schrieck und die Gelehrten
Staatliches Museum Schwerin / Ludwigslust / Güstrow (Schwerin)
Pressemitteilung
Ausstellung in der Galerie Alte & Neue Meister Schwerin

Die Ausstellung zeigt zum ersten Mal den Erfinder des „Waldbodenstilllebens" im Kontext seiner Zeitgenossen. Sie stellt nicht allein die Schönheit von Stillleben ins Zentrum der Betrachtung, sondern die Faszination des Dunklen, Verborgenen, Unheimlichen.

Dabei sollen die vergessenen Verbindungen der Kunst mit der damaligen Wissenschaft erkennbar werden. Das 17. Jahrhundert erlebte einen Epochenwandel, der von der Buchgelehrsamkeit zur empirisch forschenden Naturwissenschaft führte und die Grundlage unseres heutigen Weltbildes schuf. Es ist das Jahrhundert des Mikroskops. Bis dahin unbekannte visuelle Welten, Dinge, die nie zuvor gesehen worden waren, verlangten nach Darstellung. Künstler gehörten damals zu den inneren Kreisen der Wissenschaft.
Otto Marseus van Schrieck stellte Pilze, Insekten und Spinnen, Amphibien und Reptilien, vor allem Schlangen, dar. All diese Pflanzen und Tiere wurden zu seiner Zeit intensiv erforscht, und ein berühmter Gelehrter wie Jan Swammerdam berief sich ausdrücklich auf Beobachtungen seines Freundes Marseus.

Gelehrte und Künstler unternahmen Reisen nach Italien, Frankreich und England. Briefe, Druckgraphik und Publikationen machten Erkenntnisse und Darstellungen in ganz Europa bekannt. Anhand dieser Zeugnisse persönlicher Beziehungen wird die Ausstellung die Netzwerke der Erkenntnisgewinnung aufzeigen. Erst in mühevoller Beobachtung wurde beispielsweise deutlich, dass auch die einfachsten Tiere sich nur durch Fortpflanzung vermehren, nicht durch Spontangenese.

Bei giftigen und heilkräftigen Substanzen gab es Schnittfelder zwischen Heilkunst und Malerei. Außerdem brachte Marseus echte Schmetterlings¬flügel
in seine Gemälde ein, die die Natur nicht nur abbilden, sondern geradezu vorweisen. Sowohl Gärten mit lebenden Pflanzen als auch umfangreiche Sammlungen von Insekten, Muscheln und anderen Naturalien wurden angelegt. Die Naturalien¬sammlungen erlangten internationale Bekanntheit – nicht zuletzt durch Bildatlanten. Wieder waren es die Künstler, die die vermittelnde Rolle spielten.

Der Zusammenhang der Stillleben mit wissenschaftlichen Erkenntnissen ihrer Zeit macht die Werke für den heutigen Betrachter lebendig. Es wird ablesbar, dass es sich um frühe Zeugnisse der Naturerkenntnis handelt, in denen die Tradition mit dem noch heute gültigen Weltbild ringt. Vor allem aber bringt
die Ausstellung eine Malerei zur Anschauung, die eine ganz eigene Faszination ausstrahlt und hier zum ersten Mal zum Thema gemacht ist.

„Die faszinierende Detailgenauigkeit von Otto Marseus van Schrieck wird die Besucher der Ausstellung gefangen nehmen. Diese Verbindung von Forschung und Kunstgenuss war es, die Ernst von Siemens mit seiner Kunststiftung unterstützen wollte“ freut sich Dr. Martin Hoernes, Generalsekretär der Ernst von Siemens Kunststiftung, die zu den Förderern des Ausstellungsprojektes zählt.

Staatliches Museum Schwerin / Ludwigslust / Güstrow (Schwerin)

01.07.2017 - 31.07.2017 Limits of Knowing
Martin-Gropius-Bau Berlin (Berlin)
Pressemitteilung
„Limits of Knowing“ erkundet die äußersten Grenzen rationalen Wissens. Inspiriert von der Agnoseologie – der „Lehre der Unerkennbarkeit“ – lädt das interdisziplinäre Programm zum Gleiten zwischen Vernunft und Vorstellung ein: In unserer Wissensgesellschaft unpopuläre Kompetenzen wie Ahnung, Befremden und Verblüffung führen die Besucher*innen in Tiefen künstlerischer, wissenschaftlicher und philosophischer Fragen. Mithilfe neuester technischer Geräte, wie mit Sensoren ausgestatteter Kleidung, Smartphone Apps und VR-Brillen, oder analoger Methoden wie Szenografie oder Narrative Spaces verwandeln immersive Kunstwerke Ideen in sensorische Erfahrung, Konzepte in „empfundenen“ Sinn und hinterfragen unsere Wahrnehmung von Wirklichkeit.

Martin-Gropius-Bau Berlin (Berlin)

01.07.2017 - 31.07.2017 Rimini Protokoll: Nachlass – Pièces sans personnes
Martin-Gropius-Bau Berlin (Berlin)
Pressemitteilung
Was bleibt von einem Menschen? Wie lässt sich Erinnerung inszenieren?

Stefan Kaegi hat acht Menschen begleitet, die die Zeit, die ihnen bleibt, nutzen, um sich damit auseinanderzusetzen, was nach ihrem Ende zurückbleiben soll. In Zusammenarbeit mit dem Bühnenbildner Dominic Huber entstanden so Räume, die in der Abwesenheit ihrer Protagonist*innen davon erzählen, was von einem Menschen bleibt, wenn er nicht mehr da ist: Eine EU-Botschafterin dokumentiert ihre Stiftung, mit der sie ihre Arbeit in Afrika nach ihrem Ableben fortsetzt. Ein Zürcher Muslim organisiert die Rückführung seines Leichnams in seine Heimatstadt Istanbul. Ein deutscher Bankier denkt am Ende seines Lebens über seine Position im Nationalsozialismus nach. Ein Demenzforscher wird sich darüber klar, dass er mit der Krankheit, die er ein Leben lang erforscht hat, selbst nicht leben will. Ein Base-Jumper schließt eine Risikolebensversicherung für seine Familie ab, damit im Falle seines Todes kein finanzieller Scherbenhaufen zurückbleibt. Und eine neunzigjährige Angestellte fragt sich, was Fotos von ihrem Leben erzählen werden.

„Nachlass“ zeigt Pyramiden oder Mausoleen des 21. Jahrhunderts, die von ihren späteren Besitzern selbst gestaltet wurden: Acht zeitgenössische Positionen dazu, was Hinterlassenschaft und Erbe heute bedeuten. Was möchten wir an die Menschen weitergeben, die wir lieben, und was an die Gesellschaft, in der wir leben? Das Publikum begibt sich in acht immersive Rauminstallationen und lässt sich von Stimmen, Objekten und Bildern an den Ort der Staffelübergabe zwischen den Generationen und die Grenzen der eigenen Existenz begleiten.

Teil des Programms Limits of Knowing

Konzept RIMINI PROTOKOLL (STEFAN KAEGI / DOMINIC HUBER)
Text STEFAN KAEGI
Szenografie DOMINIC HUBER
Video BRUNO DEVILLE
Dramaturgie KATJA HAGEDORN
Ton FRÉDÉRIC MORIER
Regieassistenz MAGALI TOSATO, DÉBORAH HELLE (Hospitanz)
Bühnenbildassistenz CLIO VAN AERDE, MARINE BROSSE (Hospitanz)
Technisches Konzept und Bau der Installation Théâtre de Vidy, Lausanne

Produktion Théâtre de Vidy, Lausanne
Koproduktion Rimini Apparat, Schauspielhaus Zürich, Bonlieu Scène nationale Annecy et la Bâtie-Festival de Genève dans le cadre du programme INTERREG France-Suisse 2014–2020, Maillon, Théâtre de Strasbourg–scène européenne, Stadsschouwburg Amsterdam, Staatsschauspiel Dresden, Caroline Performing Arts

Mit Unterstützung von Pro Helvetia – Fondation suisse pour la culture Fondation Casino Barrière, Montreux, Der Regierende Bürgermeister von Berlin – Senatskanzlei – Kulturelle Angelegenheiten

Bild: Rimini Protokoll: „Nachlass – Pièces sans personnes“
© Samuel Rubio

Martin-Gropius-Bau Berlin (Berlin)

30.06.2017 - 23.07.2017 Wachstum
BBK Karlsruhe, Künstlerhaus Karlsruhe (Karlsruhe)
Pressemitteilung
Jahresausstellung der Mitglieder mit Sommerfest
30. 6. - 23. 7. 2017
Eröffnung am Freitag, 30. 6. 2017 um 18 Uhr

Die Jahresausstellung der Mitglieder trägt den Titel „Wachstum“. Zur Eröffnung spielen die Künstler Harald Kille (Gitarre) und Roland Spieth (Trompete).
Anschließend findet das Sommerfest im Hof des Künstlerhauses statt.

BBK Karlsruhe, Künstlerhaus Karlsruhe (Karlsruhe)

25.06.2017 - 07.01.2018 Pure Nature Art. Naturmaterialien in der zeitgenössischen Kunst
Museum Kunst der Westküste (Alkersum/Föhr)
Pressemitteilung
Die Natur unterliegt einem immerwährenden Prozess des Werdens und Vergehens und bezaubert uns durch ihre scheinbar unerschöpfliche Formen- und Farbenvielfalt. Der Mensch, selbst Teil der Natur, erkennt sie bereits seit der Antike als Lehrmeisterin an und versucht, ihre Gesetzmäßigkeiten zu erforschen. In der Kunst hielten im Verlauf der 1960er-Jahre Naturmaterialien Einzug in die Ausstellungsräume: Das Material selbst und nicht mehr das Abbild einer Landschaft geriet in den Blickpunkt. Auch verlagerte sich umgekehrt Kunst als Land Art nach draußen, in die Natur. Für die Ausstellung wurden sechs internationale zeitgenössische Positionen ausgewählt. Die über 20 Installationen, Objekte, Wandarbeiten und Skulpturen aus Materialien wie Muscheln, Federn, Sepiaschalen, Blättern, Kork, Pferdehaaren oder Rosenblüten lenken den Blick auf die Schönheit, Leichtigkeit und Fragilität der in der Natur aufzufindenden Materialien. Sie verweisen aber auch auf die faszinierende Systematik und gestaltende Kraft, die der Natur innewohnt. Bei dem Erforschen, Sammeln und Ordnen des Vorgefundenen, bei dem Erschaffen neuer Formen und Kontexte handelt es sich um eine respektvolle Aneignung des von der Natur Hervorgebrachten. Die Ausstellung liefert überraschende und nachdenklich stimmende Anregungen, dem vielschichtigen Verhältnis von Kunst und Natur nachzuspüren.

KünstlerInnen:
Bethan Huws (GB, Abb.)
Christiane Löhr (DE)
Alastair Mackie (GB)
David Nash (GB)
Regine Ramseier (CH)
Herman de Vries (NL)

Die Ausstellung begleitet ein Katalog.

Museum Kunst der Westküste (Alkersum/Föhr)

25.06.2017 - 07.01.2018 Jopie Huisman (1922–2000). Hommage an das einfache Leben
Museum Kunst der Westküste (Alkersum/Föhr)
Pressemitteilung
Erstmals außerhalb der Niederlande wird die künstlerische Arbeit des friesischen Malers Jopie Huisman (1922–2000) präsentiert. Seine realistischen, anrührenden Gemälde und Zeichnungen sind Zeugnisse des einfachen Lebens. Huisman, zugleich Lumpen- und Altmetallhändler, wurde als Autodidakt bereits zu Lebzeiten zur Legende und erlangte in den Niederlanden große Berühmtheit. In seiner Heimatstadt Workum ist ihm ein eigenes Museum gewidmet. Seine Bilder von Schuhen, Lumpen oder Puppen galten ihm gleichsam als Porträts seiner Mitmenschen, denen er Würde und Bildwürde zusprechen wollte. Damit schuf er eine Hommage an das einfache Leben der Friesen, ihre Landschaft und Kultur. Die Werke, die oftmals den Blick auf Absurditäten des menschlichen Zusammenlebens richten, berühren dabei durchaus existenzielle Fragen und sind mit einer Botschaft versehen, die von der Barmherzigkeit als etwas universell und zeitlos Menschlichem erzählt. Die Ausstellung präsentiert Werke aus dem Jopie Huisman Museum, Workum, ebenso wie solche aus einer Schweizer Privatsammlung. Sie entsteht in Kooperation mit dem Jopie Huisman Museum, Workum (NL).

Zur Ausstellung erscheint ein Katalog in deutscher, englischer, niederländischer und friesischer Sprache.

Museum Kunst der Westküste (Alkersum/Föhr)

24.06.2017 - 25.06.2017 Das Gravenhorster Malbuch | Dieter Call & Anja Voigt
DA, Kunsthaus Kloster Gravenhorst (Hörstel)
Pressemitteilung
Projektstipendium KunstKommunikation 17 – Kunst zum Mitmachen und Mitdenken | Malworkshop jew. Sa. 14 – 18 Uhr | Offenes Atelier jew. So. 11 – 14 Uhr

Die Künstler halten zeichnerische Sichtweisen und Perspektiven rund um das Kloster in einem Malbuch fest. Das Buch bietet jedem Besucher die Möglichkeit sich künstlerisch zu beteiligen. Die Teilnehmer sind eingeladen, ihre gestalteten Malbücher für eine Ausstellung einzureichen.

DA, Kunsthaus Kloster Gravenhorst (Hörstel)

13.06.2017 - 17.09.2017 GUSTAV SEITZ - EIN DENKMAL FÜR KÄTHE KOLLWITZ Kollwitz 2017 | 150. Geburtstag
Käthe Kollwitz Museum Köln (Köln)
Pressemitteilung
Zum 150. Geburtstag von Käthe Kollwitz lenkt das Käthe Kollwitz Museum Köln die Aufmerksamkeit auf das bedeutendste Ehrenmal für seine Künstlerin: Das Kollwitz-Denkmal von Gustav Seitz, 1961 auf dem Berliner Kollwitz-Platz am Prenzlauer Berg aufgestellt. Begleitet von Portraits und Selbstportraits der wichtigsten deutschen Künstlerin des 20. Jahrhunderts lädt das Museum dazu ein, die spannende Entwicklung des Denkmals anhand von Zeichnungen, Modellen und Werkstatt-Photographien nachzuvollziehen.

Das überlebensgroße Denkmal zeigt Kollwitz als alte sinnende Frau, sitzend, mit einer großen Zeichenmappe an ihrer Seite und einem Kohlestift in der in ihrem Schoß ruhenden Hand. Seitz entwickelt die Plastik von 1956–60 nach dem letzten lithographischen Selbstbildnis von Käthe Kollwitz aus dem Jahr 1938. Indem der Bildhauer die Künstlerin zitiert, bringt er den von ihr selbst vorgegebenen Typus zu einer neuen, einzigartigen Prägung. Seitz erschafft ein Bildnis ganz im Sinne der Portraitierten: ein Denkmal, das nach Allgemeingültigkeit strebt und auf offizielle Repräsentationsformen verzichtet – ohne Anspruch auf Romantisierung und Idealisierung.

Sein Denkmal gehört zweifellos zu den wichtigen Bildhauerwerken jener Jahre, ist Höhepunkt und Zäsur auch im Lebenswerk von Gustav Seitz. Als Student hatte er die Professorin Käthe Kollwitz noch selbst erlebt – für sein Kunstverständnis sowie für die Frage nach dem Menschenbild in seiner Zeit ist sie als Person und als Künstlerin der Moderne von großer Bedeutung.

Die Ausstellung in Zusammenarbeit mit der Gustav Seitz Stiftung, Hamburg, dokumentiert die spannende Entwicklung der Bildfindung: von ersten Skizzen über technische Zeichnungen und Gipsmodelle bis hin zu unterschiedlichen, in Bronze gegossenen Versionen. Historische Photographien aus dem Atelier des Künstlers geben zusätzliche Einblicke in sein Schaffen.

Öffentliche Führungen
Sonntags // 15 Uhr | Donnerstags // 17 Uhr
Kosten: nur Eintritt

Käthe Kollwitz Museum Köln (Köln)

13.06.2017 - 17.09.2017 PORTRAITS UND SELBSTPORTRAITS AUS DER KÖLNER KOLLWITZ SAMMLUNG Kollwitz 2017 | 150. Geburtstag
Käthe Kollwitz Museum Köln (Köln)
Pressemitteilung
Begleitend zur Sonderausstellung »Gustav Seitz – Ein Denkmal für Käthe Kollwitz« (13. Juni – 17. September 2017) stehen rund um den 150. Geburtstag der Künstlerin die Portraits und Selbstportraits der Kollwitz im Zentrum der Sammlungspräsentation – vom frühesten Selbstbildnis in Feder und Tusche bis hin zu jener letzten Lithographie, die Seitz als Vorbild für sein Denkmal diente.

Die mehr als 60 Werke aus der Kölner Kollwitz Sammlung sind eindrucksvolle Zeugnisse einer permanenten und intensiven Selbstbefragung. Getreu ihres Prinzips »Ich will wahr sein, echt
und ungefärbt« entwickelt Kollwitz ihr Portrait in autonomen und verkappten Selbstbildnissen zu einem unverkennbaren Typus, selbstkritisch und in ungeschönten Zügen.

Auch weitere Künstler – Bildhauer wie Ernst Barlach, der Pressezeichner Emil Stumpp oder Maler und Graphiker wie Hedwig Weiß und Max Uhlig – haben die ausdrucksstarke Physiognomie von Käthe Kollwitz als Hommage an die große Menschenfreundin in eigenen Werken wiedergegeben.

Die Ausstellung zeigt darüber hinaus den photographischen Blick auf Kollwitz mit Aufnahmen u. a. von Philipp Kester, Hugo Erfurth, Robert Senneke, E.O. Hoppé, Lotte Jacobi und Tita Binz. Historische wie zeitgenössische Publikationen und Archivalien geben Auskunft über die Rezeptionsgeschichte des Kollwitz-Werkes, Zitate aus Briefen und den Tagebüchern ergänzen die Schau.

Öffentliche Führungen
Sonntags // 15 Uhr | Donnerstags // 17 Uhr
Kosten: nur Eintritt

Käthe Kollwitz Museum Köln (Köln)

10.06.2017 - 17.09.2017 Aus einem Leben - Ulrike Michaelis (1958-2015)
Städtische Galerie Fruchthalle (Rastatt)
Pressemitteilung
Im Gedenken an die früh verstorbene Künstlerin Ulrike Michaelis (1958-2015), die an der Kunstakademie Karlsruhe bei Harry Kögler studiert hatte und in der Sammlung Rastatt mit Arbeiten vertreten ist, zeigt die Ausstellung exemplarische Werke ihres Schaffens. Dabei werden Entwicklungsstränge ihrer Seh- und Ausdruckweisen deutlich, worin sie intuitives Abstraktions- und Kompositionsvermögen mit figurativen Chiffrierungen verknüpft und zunehmend auf zeichenhafte Körperfragmente und Gefäßembleme zurückgreift, in denen sprechende Empfindungsgesten sichtbar werden. Ihrer Kunst ist ein subtiles Farbgefühl eigen, das zumeist in einer Spannung zu den figurativen Elementen flächig-konstruktiv umgesetzt wird.

Städtische Galerie Fruchthalle (Rastatt)

03.06.2017 - 07.01.2018 Hybrid Layers
ZKM | Zentrum für Kunst und Medien (Karlsruhe)
Pressemitteilung
Die Ausstellung »Hybrid Layers« zeigt neue Perspektiven auf digitale Technologien, das Internet und soziale Netzwerke auf. Sie untersucht sowohl virtuelle als auch physische Erscheinungsformen einer neuen Art der Medienkunst sowie ihre vieldeutige, verführerische wie auch ironische Ästhetik.

»Wenn die Menschen nur auf ihre Regenschirme verzichten würden … dann wäre der Regen kein Problem mehr.«
– Riccardo Benassi

»Hybrid Layers« erkundet die vielfältigen Aspekte dessen, was als »digital condition«, als »Bedingung des Digitalen«, bezeichnet werden kann. In der Ausstellung wird das Digitale zum Schlüssel – zum »Apriori« – das den spezifischen Kosmos der kulturellen und konzeptuellen Szenarien, die von den einzelnen Arbeiten aufgezeigt werden, eröffnet. Die Ausstellung lenkt den Blick auf eine Generation von KünstlerInnen, die sich mit der wachsenden Präsenz der digitalen Sphäre und ihren Auswirkungen konfrontiert sehen.

Zur Zeit ihrer Entstehung war es möglich, Medienkunst als abschließende Kategorie zu behandeln. Heute hingegen bedeutet die Fokussierung auf Kunstwerke, die sich mit den umfangreichen Themen der Technologie und des Digitalen beschäftigen, in die Komplexität eines Feldes vorzudringen, das nicht unter eine spezifische Gattung oder ein Genre subsumiert werden kann. Die Ausstellung würdigt die multiplen Perspektiven, die durch Technologien offenkundig werden. Damit nimmt sie den Versuch vor, die verschiedenen Stränge einer offenen und vielseitigen und den Technologiediskurs von allen restriktiven Kategorisierungen befreienden Erzählung zu untersuchen.

»Wir sind so daran gewöhnt, in künstlichen Umgebungen zu leben, und wir sind so abhängig von Artefakten, dass wir oft vergessen, was sie eigentlich tun. […] Nur kommen sie nie als Objekte zur Welt, sondern immer als Projekte. Sie haben eine Geschichte, sie stecken voller Konflikte, sie bringen zahlreiche unbeabsichtigte Konsequenzen mit sich, sie erobern die Welt im Zickzackkurs«, so Bruno Latour über die wechselseitige Beziehung, die uns seiner Ansicht nach mit Technologien verbindet.

Wenn wir annehmen, dass Kunstwerke als Projekte in die Welt kommen und eben nicht als Objekte, dann können sie uns helfen, neue Orientierungen zu finden, indem sie Innovationen in ihren konkreten Ausprägungen, ihren Existenzweisen, hinterfragen und unseren Blick auf Technologie ständig verschieben und umschichten. Mit ihrem experimentellen Format folgt »Hybrid Layers« dieser Richtung anhand der Werke von KünstlerInnen, die sich eine Welt ohne das Internet kaum vorstellen können. Die Installationen, die in der Ausstellung gezeigt werden, erscheinen als vielschichtige Projekte, die sich mit zeitgenössischen Debatten befassen. Sie reflektieren, wie tief Technologien in Formen der Wissensproduktion, Wahrnehmung und Interaktion eingebettet sind. Damit legen sie ein Set von Praktiken offen, die unter einem Blickwinkel operieren, der weit über Medien hinaus- und in die alltägliche Erfahrung unserer Welt übergeht.

Wenn wir unseren Diskurs vom Bedürfnis nach restriktiven Kategorien befreien, dann tritt die Komplexität unserer Umgebung zutage – sei dies die materielle Beschaffenheit unserer Umwelt oder die Immaterialität der digitalen Sphäre – dann zeigen sich die kaleidoskopischen Facetten der Funktionen, Widersprüche, Phänomene, die uns in allen Bereichen unseres Lebens umgeben. Sobald die Kategorie aufgelöst ist, wird das Feld zu einem hybriden Nest voller multipler, mehrschichtiger Möglichkeiten.
Teilnehmende KünstlerInnen:

Riccardo Benassi
Enrico Boccioletti
Anne de Vries
Aleksandra Domanovi?
Ed Fornieles
Guan Xiao
Yngve Holen & Aedrhlsomrs Othryutupt Lauecehrofn
Yu Honglei
Delia Juergens
Daniel Keller
Lawrence Lek
Metaphysics (Beteiligte KünstlerInnen: Eddie Peake, Florian Meisenberg, Anne de Vries, Rubén Grilo, Mélodie Mousset & Näem Baron, Jack Strange und Anna K.E.; produziert von: Philip Hausmeier)
Katka Novitskova
Yuri Pattison

Credits

Giulia Bini (Kurator/in)
Sabiha Keyif (Kurator/in)
Daria Mille (Kurator/in)
Philipp Ziegler (Kurator/in)

ZKM | Zentrum für Kunst und Medien (Karlsruhe)

01.06.2017 - 03.09.2017 Tomás Saraceno - Aerosolar Journeys
Museum Haus Konstruktiv (Zürich)
Pressemitteilung
Der international viel beachtete argentinische Künstler Tomás Saraceno (geb. 1973, lebt und arbeitet in Berlin) erstmals mit einer grossen Einzelausstellung in der Schweiz zu sehen sein.
Mit seinen raumfüllenden Installationen, die an der Schnittstelle von Kunst, Architektur und Naturwissenschaft entstehen, befragt Tomás Saraceno künftige Formen menschlichen Zusammenlebens, die aufgrund der künstlerischen Recherche ökologische und soziale Beziehungen verbessern könnten. Als diplomierter Architekt und Meisterschüler von Thomas Bayrle an der Frankfurter Städelschule spannt sich Saracenos Interesse von strukturellen Studien über die Biologie bis zur Atmosphärenphysik hin.
Seit mehreren Jahren untersucht Saraceno Spinnen und deren Netze. In Zusammenarbeit mit Arachnologen hat er in seinem Studio mehrere offene Rahmen errichtet, die rund 300 Webspinnen beherbergen. Insgesamt zwölf Arten, die als solitäre, semisoziale und soziale klassifiziert werden, bewohnen die Rahmen. Saraceno lässt die Spinnen auf die Netze der anderen stossen und beobachtet die Entstehung neuer, hybrider Netzstrukturen, die vom Konzept her an hypermoderne Stadtlandschaften erinnern. Ein Teil der Ausstellung im Museum Haus Konstruktiv wird dieser Recherche gewidmet sein. Daneben präsentiert Saraceno das von ihm initiierte «Aerocene Project». Bei diesem Projekt handelt es sich um luftgefüllte Skulpturen, die allein durch natürliche Thermik (durch Sonneneinstrahlung und die Infrarotstrahlung der Erdoberfläche) schweben können, also weder auf fossile Brennstoffe und Edelgase noch auf Solarzellen oder Batterien angewiesen sind. Saraceno beschreibt seine Vision eines ökologischeren und nachhaltigeren Territoriums in der Luft – das er als «Wolkenstädte» bezeichnet – mit folgenden Worten: «Aerocene begins now as a past-becoming-future technology. […] In the near future, it will define the age of the post-fossil-fuel travel, a pace of living that is in tune and at the whim of the wind.»

Museum Haus Konstruktiv (Zürich)

01.06.2017 - 03.09.2017 Jürg Stäuble - Mehr sein als System
Museum Haus Konstruktiv (Zürich)
Pressemitteilung
Zeitgleich zur Einzelausstellung von Tomás Saraceno würdigt das Museum Haus Konstruktiv das rund 50-jährige, im Umfeld von Minimal Art, Land Art und Konzeptkunst verortete Schaffen des Schweizer Künstlers Jürg Stäuble (geb. 1948 in Wohlen, lebt und arbeitet in Basel) mit einer umfangreichen, retrospektiv angelegten Einzelausstellung.
Obwohl seine raumdurchdringenden Skulpturen und Installationen meist aus mathematischen Überlegungen, Konstruktionszeichnungen und Modellen hervorgehen, ist Jürg Stäuble kein konstruktiver Künstler im gängigen Sinne. Für ihn ist Geometrie mehr Ausgangspunkt als Ziel und doch folgen seine Arbeiten präzisen Spielregeln. Basierend auf Sechseck- oder Kreisstrukturen sowie auf Ordnungssystemen wie Reihung, Verschiebung, Schichtung und Durchdringung fragen sie nach den Eigenschaften des Raumes und seiner Wahrnehmung. So sind seine künstlerischen Interventionen in der deutschsprachigen Schweiz auch häufig am Bau und im öffentlichen Raum anzutreffen.

Museum Haus Konstruktiv (Zürich)

28.05.2017 - 18.06.2017 Poesie der Serie
BBK Karlsruhe, Künstlerhaus Karlsruhe (Karlsruhe)
Pressemitteilung
Norbert Nolte verschmilzt in seinen mit Lack, Papier und Karton gearbeiteten Collagen verschiedene Zeit- und Sinnschichten miteinander. Schrift als Textzeile oder Wort taucht auf, ergänzt das sichtbare Feld um eine weitere Ebene der Sprache. Die menschliche Figur, Pflanzen, Tiere und Objekte begegnen sich vor lichtdiffusen Hintergründen – Landschaft – oder nehmen Platz ein in einem nicht näher bestimmten Ort. Kreise und Ringe erzeugen zusätzliche Raumebenen und dynamisieren die Bildfläche. Für seine Bildgestaltung schöpft er aus einem reichen Fundus von Fundstücken aus Papier, oft mit filigraner Schere herausgelöst, mit Pinzette platziert und fein aufgeklebt, oder in Malerei übersetzt. Es sind Abbildungen aus alten Lehrbüchern, Schnipsel aus Zeitungen, Ausschnitte aus Jahrzehnte alter Reklame. Bekanntes wird in einen neuen, überraschenden Zusammenhang gestellt, eine Bilderwelt entsteht, die anregt zum Entdecken und phantasievollen Assoziieren.

Norbert Nolte, 2016 mit dem Kunstpreis der Sparkasse Karlsruhe ausgezeichnet, variiert seine Themen in Einzelarbeiten und in großen Serien, das jeweilige Thema auslotend, ausreizend, zu einem Bild- und Gedankenpanorama ausdehnend – ein Spiel mit den Möglichkeiten.


Kugelschreiberzeichnungen – Bernhard Stüber

Der Kugelschreiber fasziniert mich bis heute als höchst einfaches und dennoch virtuos einsetzbares Zeichengerät. Geeignet für schnell auf das Papier hingeworfene Gedankenblitze, für Entwurfsskizzen, für sorgfältig illusionistisch mit Licht- und Schattenzonen ausbalancierte Zeichnungen und schließlich für das Bezeichnen diverser Papier- und Kartonobjekte des Alltags. Ausgewählte Serien zeigen räumlich wirkende Buchstabenbilder auf Karton, wie zufällig geknitterte Faltenwürfe auf Briefumschlägen und meerähnlich wellig blaue Pappteller. Schwarz, Blau und Rot sind meine bevorzugten Farben. Heftig gestrichelt und diszipliniert schraffiert entfaltet sich so ein reichhaltiges Spektrum zarter Zwischentöne. Ausgebreitet innerhalb variationsreicher Serien.


Eröffnung Sonntag 28.5.2017 11 Uhr
Dauer der Ausstellung bis 18.6.2017
Galerie-Öffnungszeiten: Mi - Fr. 17-19h Sa + So 14-18h

BBK Karlsruhe, Künstlerhaus Karlsruhe (Karlsruhe)

24.05.2017 - 29.10.2017 Willi Müller-Hufschmid (1890–1966). Arbeiten auf Papier
Städtische Galerie Karlsruhe (Karlsruhe)
Pressemitteilung
Das künst­le­ri­sche Werk von Willi Müller-Hufschmid spannt den Bogen vom Realismus der zwanziger Jahre über expres­si­ve Dar­stel­lun­gen aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs bis hin zur Ab­strak­tion der Nachkriegs­zeit. Mit über 700 Zeich­nun­gen und einer reprä­sen­ta­ti­ven Auswahl an Gemälden besitzt die Städti­sche ­Ga­le­rie Karlsruhe einen Großteil seines künst­le­ri­schen Nach­las­ses mit Schwer­punkt auf der Schaf­fens­zeit der frühen 1940er- bis zur Mitte der 1960er-Jahre. Eine reprä­sen­ta­ti­ve ­Aus­wahl von etwa 70 Zeich­nun­gen aus der eigenen Sammlung stellt die Facetten seiner Entwick­lung vor und vermittelt einen ­Über­blick über seine wesent­li­chen Schaf­fens­jahre. Geprägt von den wechsel­vol­len politi­schen Verhält­nis­sen des 20. Jahrhun­derts ­sind seine Arbeiten nicht nur ein Zeitdo­ku­ment höchsten Ranges, sondern belegen zugleich eindrucks­voll die Entwick­lung eines ­Ma­lers, der seinen Weg trotz schwie­rigs­ter Umstände unbeirr­t ­ver­folgte. Neben einer größeren Zahl an Selbst­bild­nis­sen werden ­ex­pres­sive Zeich­nun­gen vorge­stellt, die der Künstler in der Zeit ­sei­ner Tätigkeit als Schran­ken­wär­ter in Konstanz während des Zwei­ten Weltkriegs schuf. Sie reflek­tie­ren nicht nur seine ­be­drückende persön­li­che Situation, sondern verleihen auch seiner ­kom­pro­miss­lo­sen Ablehnung des faschis­ti­schen Regimes in teils of­fe­nen, teils metapho­risch verschlüs­sel­ten Formu­lie­run­gen ­Aus­druck. Nach Kriegsende setzte eine neue Entwick­lung ein, die Schritt für Schritt zur Abstrak­tion führte und den Künstler zum Weg­be­rei­ter einer neuen Kunst­auf­fas­sung im südwest­deut­schen Raum ­machte.

Foto: Willi Müller-Hufschmid, Selbstporträt gespiegelt, um 1941/45, Städtische Galerie Karlsruhe

Städtische Galerie Karlsruhe (Karlsruhe)

21.05.2017 - 02.07.2017 SingenKunst 2017 - Spurensuche 7 + 7. Positionen zeitgenössicher Kunst aus dem westlichen Bodensee
Kunstmuseum Singen (Singen)
Pressemitteilung
SingenKunst 2017. Spurensuche 7 + 7
21. Mai – 2. Juli 2017
Eine Ausstellung des Kunstvereins Singen im Kunstmuseum Singen

Eröffnung (öffentlich): Sonntag, 21. Mai 2017, 11.00 Uhr im Kunstmuseum Singen zum Auftakt des Internationalen Museumstages in Singen (Hohentwiel)

Seit vielen Jahren stellt der Kunstverein Singen Positionen zeitgenössischer Kunst aus dem westlichen Bodenseeraum im Rahmen seiner gut eingeführten, alle zwei Jahre stattfindenden Ausstellungsreihe >SingenKunst< der interessierten Öffentlichkeit und seinen Mitgliedern vor. Der aktuelle Untertitel >Spurensuche 7 + 7< verdeutlicht das Bestreben des Vereins, zum Vorstandswechsel den Blick sowohl zurück als auch nach vorn auszurichten. >Spurensuche 7 + 7< zeigt an, dass sieben „Ehemalige“ eingeladen wurden, die exklusiv für den Kunstverein in den letzten Jahren Jahresgaben gestaltet haben. Zugleich sind sieben weitere Künstler eingeladen, deren künstlerische Werke noch nie in Singen vorgestellt wurden. Die Eröffnung der >SingenKunst 2017< bildet die Auftaktveranstaltung zum >Internationalen MuseumstagSingenKunst< startete 2002; seit 2009 wird sie in einem Format gezeigt, das nun, 2017, fortgesetzt und variiert wird. In der 7. Ausstellung >SingenKunst< zeigen insgesamt 14 Künstler und Künstlerinnen – zwölf aus Deutschland, ergänzt um je eine Vertreterin aus der nahen Schweiz und Vorarlberg – ihre aktuellen, teilweise mehrteiligen oder raumgreifenden Arbeiten. Es ist das Anliegen der >SingenKunstRegion< wird bewusst als offener Vereinbarungsbegriff aufgefasst. Zur Ausstellung erscheint ein Katalog, der im Rahmen einer Sonderveranstaltung am Mittwoch, dem 21. Juni 2016 um 19.00 Uhr in der Ausstellung präsentiert wird.

Zur >SingenKunst 2017< eingeladen sind „die Neuen“:

Barbara Ambs (* 1969) mit einer Serie an Gemälden,
Willi Bucher (*1943) mit einer großen Steinskulptur,
Katrin Günther (*1970) mit einer großformatigen Zeichnung,
Renata Jaworska (*1979) mit ihren großformatigen Gemälden,
Giovanni Proietto = Pixelstation mit einer medialen Installation,
Marcus Schwier (*1964) mit großformatig angelegten C-Prints (Interieurs),
Veronique Verdet (*1967), die eine großformatige Tuschezeichnung vorstellt,

sowie jene 7, die für den Kunstverein Singen bereits Jahresgaben schufen:

Barbara Ehrmann (*1962) mit einer Serie neuer, gewachster Zeichnungen,
Harald F. Müller (*1950) mit aktuellen Fotoarbeiten,
Miriam Prantl (*1965), die Gemälde oder eine Leuchtarbeit vorstellen wird,
Stefanie Krüger (*1970) mit aktuellen Gemälden,
Peter Riek (*1960) mit einer Folge bearbeiteter Zeichnungen (Ölpastellkreide),
albertrichard Pfrieger (*1951) mit seinen gestisch-zeichnerisch Arbeiten,
Simone Kappeler (*1952) mit analogen Farbphotographien auf Ifochrome Papier.


Kunstmuseum Singen (Singen)

20.05.2017 - 24.09.2017 Cranachs Luther! Werke der Malerfamilie Cranach
Staatliches Museum Schwerin / Ludwigslust / Güstrow (Schwerin)
Pressemitteilung
Ausstellung auf Schloss Güstrow

Das Staatliche Museum Schwerin / Ludwigslust / Güstrow veranstaltet im Reformationsjahr 2017 unter dem Titel Cranachs Luther! eine Ausstellung
zu Lucas Cranach dem Älteren und Lucas Cranach dem Jüngeren.
Die Wittenberger Malerdynastie stand in engem Kontakt zu namhaften Reformatoren wie Martin Luther oder Philipp Melanchthon und begleitete
mit ihren Gemälden und Grafiken die Zeitgeschehnisse. Beide Künstler galten
als die „Maler der Reformation“ und prägten im Wortsinn bis heute unser Lutherbild.

Erstmals präsentiert das Staatliche Museum die eigenen Bestände der Werke von Lucas Cranach dem Älteren, Lucas Cranach dem Jüngeren und ihrer Werkstatt in einer Sonderausstellung im Schloss Güstrow. Zu sehen sind die Zeichnungen zum Altar in der Wittenberger Stadtkirche sowie 16 Druckgrafiken, die für die Verbreitung der Gedanken der Reformation von zentraler Bedeutung waren.
Im Zentrum der Ausstellung stehen 12 Gemälde der Cranachs, die einen guten Einblick in das Schaffen der Maler ermöglichen.

Die Schau ist als Kabinettausstellung in zwei Räumen von Schloss Güstrow konzipiert. Wichtige Werke wie das Jugendbildnis Martin Luthers und seiner Frau Katharina von Bora befinden sich im Besitz des Staatlichen Museums.
Mit dem ganzfigurigen Luther-Porträt zeigt die Ausstellung ein Werk, das von zentraler kultur- und kunstgeschichtlicher Bedeutung ist. Es stammt aus der Schweriner Schlosskirche, dem ersten protestantischen Kirchenbau Norddeutschlands, und steht im Blickpunkt der Schau.

Die Kabinettausstellung wird begleitet von dem Vermittlungsprogramm
„Pop up Cranach“, einem Bereich für Kinder und Schüler, der 2015 im Rahmen der Cranach-Ausstellung in der Gemäldegalerie Berlin entstand. Aufgrund des großen Erfolgs war „Pop up Cranach“ bisher in mehreren Städten Deutschlands zu sehen. Kinder und Schüler können hier das Motivrepertoire der Cranachs auf spielerische Weise erkunden und selbständig eigene und neue Bildideen kreieren.

Staatliches Museum Schwerin / Ludwigslust / Güstrow (Schwerin)

20.05.2017 - 02.07.2017 Ursula Wentzlaff. Vom See weg malen. - Aquarelle. Zeichnungen. Gemälde.
Kunstmuseum Singen (Singen)
Pressemitteilung
Ausstellung
Ursula Wentzlaff – Vom See weg malen.
Pastelle, Zeichnungen, Gemälde.
20. Mai – 2. Juli 2017

Eröffnung: Freitag, 19. Mai 2017, 19.30 Uhr

2017 wäre die Malerin und Graphikerin Ursula Wentzlaff (1937–2014), deren freies künstlerisches Werk erstmals umfassend 1994 in Singen, im Alten Umspannwerk, vorgestellt wurde, achtzig Jahre alt geworden. Bis zuletzt hat sie in ihrem „Blechhaus“ in Kressbronn gearbeitet. Das Kunstmuseum Singen würdigt mit rund 80 ausgestellten Arbeiten das Werk eines frei denkenden Menschen und einer ungewöhnlichen Künstlerin vom Bodensee, „die trotzdem keine Bodenseemalerin war“ – so der Schriftsteller Arnold Stadler, der Ursula Wentzlaff schätzte. Wentzlaffs Arbeiten, bevorzugt intime klein- und großformatige Aquarelle und „schräge“ Zeichnungen, ergänzt um einige Gemälde, sind – einerseits – Verdichtungen ihres lebenslangen Staunens über die Erscheinungsformen des Lichts, einer Landschaft und der Farben der Natur sowie – andererseits – wunderliche, dabei stets emphatische Träume, Gesichte, Grenzerfahrungen über die Natur des Menschen. „Eigentlich“, so Ursula Wentzlaff, „besteht die ganze Welt aus Linien und Batzen. Von Anfang bis Ende. Und darüber hinaus.“

Ursula Wentzlaff hat in den 1950er Jahren Fotografie und Fotografik in Köln, Malerei, Zeichnen und Design in Düsseldorf und Stuttgart studiert und arbeitet bis in die 1990er Jahre als Grafikdesignerin in München, Bochum und am Bodensee. Für große Konzerne wie kleine Unternehmen erarbeitete sie erfolgreich Werbekampagnen, bis sie sich zu Beginn der 1990er Jahren entschieden und ausschließlich der freien künstlerischen Arbeit zuwandte. Ihre bevorzugte Technik wurde das nicht nur kleinformatig gestaltete Aquarell. Sie eröffnete sich damit – scheinbar aus dem Nichts, in Wirklichkeit auf der Grundlage einer gereiften, ungewöhnlich eigenständigen Persönlichkeit – eine ganz neue, eigene Welt, in der sich treffende Alltagsbeobachtung mit gewitzt-wuchernder Phantastik kreuzt. „Ich habe in meinem Leben kaum eine solche Malerin wie die Wentzlaff getroffen, die, wenn ich genau hinschaue, überhaupt keiner Ergänzung bedarf. Sie ist als Künstlerin vollständig. Sie ist ganz da“, schrieb Arnold Stadler 2001.

Das Kunstmuseum Singen zeigt in Zusammenarbeit mit dem Nachlass zum einen die Serien der meist leuchtend-strahlenden Farbaquarelle, in denen die Malerin „eine Welt der Stille“ (Ursula Wentzlaff) einfing. Es handelt sich dabei nicht, wie man zuerst zu denken geneigt ist, um ungegenständliche, monochrome Farbmalerei, sondern – wie die beigefügten Notate deutlich machen – um die Essenz intensiv geschauter Sinneseindrücke, um „durch-fühlte“ Erinnerungen an Pflanzen, bereiste Landschaften und Orte (Argentinien, Peru, Aragon u.a.), Wetter- und Lichtstimmungen, Tageszeiten, kurz: um verdichtete Eindrücke aller Art vor und in der geschauten Natur. Konzentriert und doch mit leichter Hand souverän gesetzt, reihte Ursula Wentzlaff diese Beobachtungen in Flecken, Streifen, vertikalen Linien, Punkten, Rechtecken, Reihen an- und übereinander auf ihre sorgfältig ausgewählte Büttenpapiere. In der Serie der gebundenen „Pflanzenbüchlein“ fasste sie diese zu ganzen Bildstrecken zusammen.

Daneben zeigt das Kunstmuseum den zweiten Schwerpunkt dieses Werks: die figürlich-gegenständlichen Menschenbilder der Ursula Wentzlaff, d.h. die körperlos vor hellen Papiergründen schwebenden Kopfzeichnungen (Bleistift-zeichnungen), die nur scheinbar lächerlich-konfusen „Erdrandbewohner“ (Aquarelle in gedämpften Blau- und Grautönen) und all die weiteren unheimlichen Gesichter, besser: Gesichte der Malerin, die allesamt einem Zwischenreich „am Rande der Erde“ entsprungen zu sein scheinen. Die Blätter, meist mit knappen Titeln oder Notaten versehen, irrlichtern zwischen Alltagsbeobachtungen und -portraits einerseits und grotesken, gespenstisch zugespitzten Masken, Dämonen, Watschen- und Fratzengesichtern andererseits, zwischen Form und deren Auflösung hin und her. Unerschöpflich ist das Staunen, das Ursula Wentzlaff den (un-)menschlichen Wesensarten ihrer Protagonisten abgewinnt; frisch und zupackend sind ihre künstlerischen Mittel. „Sie haben wie wir von Aufrichtigkeit und Klarheit geträumt, aber es ist beim Träumen geblieben“, so äußerte sich Ursula Wentzlaff einmal über ihre Köpfe.

Einige großformatige Gemälde – sowohl monochrome oder lediglich zart strukturierte Farbfelder als auch einige expressive Frühwerke – ergänzen die Ausstellung, um so die Bandbreite des künstlerischen Schaffens dieser Malerin zu eröffnen. „Malen heißt Weitermalen“ – so hat der Schriftsteller Arnold Stadler das Besessene, Wunderliche, Kindliche, Ungezwungene und Unerschöpfliche dieser Malerin beschrieben. Tatsächlich überwand Ursula Wentzlaff in ihrer Kunst innerhalb kürzester Zeit alle Konventionen und schuf ein Werk voll Emotionalität, in dem sich Ernst und Humor, Trauer und Leichtigkeit, Stille und Schrecken auf eigentümliche Art vermischen. „Man wird das Gefühl nicht los, dass es sich hier um Seelenlandschaften handelt“ (Antje Merke).

Die Ausstellung entstand in Kooperation mit dem Museum & Galerie Lände, Kressbronn.

Das Kunstmuseum Singen dankt seinen Förderern:
Sparkasse Hegau-Bodensee, Thüga Energie

Kunstmuseum Singen (Singen)

19.05.2017 - 18.06.2017 Jugend gestaltet
DA, Kunsthaus Kloster Gravenhorst (Hörstel)
Pressemitteilung
| Ausstellung der besten Arbeiten aus dem Wettbewerb

Mit phantasievollen Skulpturen, spannenden Objekten und vielseitigen Drucken und Collagen präsentieren sich die jüngsten Kunstschaffenden aus dem Kreis Steinfurt.


DA, Kunsthaus Kloster Gravenhorst (Hörstel)

13.05.2017 - 13.08.2017 Wolfgang Mattheuer. Zum 90. Geburtstag Zeichnungen | Sammlung Peter Mathar
Kunstsammlung Jena (Jena)
Pressemitteilung
Mit dieser Ausstellung
möchten wir Wolfgang Mattheuer ehren, der zu den bedeutendsten Künstlern Deutschlands in den Jahrzehnten nach dem Zweiten Weltkrieg zählt und in diesem Jahr 90 Jahre geworden wäre. Mattheuer war nicht nur Maler, Grafiker und Plastiker, sondern auch ein unermüdlicher Zeichner. Die Ausstellung versammelt 100 Zeichnungen aus der Sammlung Peter Mathar, die sich ausschließlich auf diesen Bereich des Werkes konzentriert. Für die großzügige Leihgabe danken wir herzlich.

Kunstsammlung Jena (Jena)

12.05.2017 - 03.06.2017 Naturraum. Kuni Liepmann - Malerei | Dirk Liepmann - Fotografie
GEDOK Künstlerinnenforum Karlsruhe (Karlsruhe)
Pressemitteilung
Kuni und Dirk Liepmann verbindet die Faszination für (scheinbar) unberührte Natur, das Wissen um deren Gefährdung, die Ehrfurcht vor der schier unfassbaren Mächtigkeit und Schönheit mancher Naturräume. Ihre Arbeiten waren bereits in mehreren Ausstellungen zu sehen. Zum ersten Mal stellen sie Werke, die während und nach gemeinsamen Wanderungen und Reisen (Europa, Amerika und Japan) entstanden sind, einander gegenüber. Sie zeigen gemeinsame Schnittstellen ihrer Arbeit, die bei ähnlichen Motiven unterschiedliche Herangehensweisen aufzeigen.

Kuni Liepmann sammelt fotografisches Material als Anregung für ihre Gemälde, erstellt hierbei Aufnahmen aus verschiedenen Perspektiven. Sie geht vorwiegend von Motiven aus, die elementare Kräfte erlebbar machen und die ihr als Bild für Existenzielles erscheinen. Ihre besondere Aufmerksamkeit gilt der Wandlungsfähigkeit von Natur. Im Atelier werden oft unterschiedliche Aufnahmen für die Bildkomposition genutzt. Naturvorbilder erfahren im Malprozess durch teils transparente Überlagerungen unterschiedliche Grade von Abstraktion.

Dirk Liepmann arbeitet hauptberuflich als Psychotherapeut, beschäftigt sich jedoch schon seit vielen Jahren intensiv mit Photographie. Ihn interessieren vor allem malerische Aspekte, ungewöhnliche Strukturen, Irritierendes. Durch seine außergewöhnliche Beobachtungsfähigkeit entdeckt er Besonderes in scheinbar Nebensächlichem. Er lässt sich beim Fotografieren viel Zeit: Das Wesentliche eines Motivs soll deutlich werden. Die genaue Bildkomposition bestimmt er bei der Aufnahme.

GEDOK Künstlerinnenforum Karlsruhe (Karlsruhe)

07.05.2017 - 24.06.2017 Patrick Pierart und Ruslan Naida "Métamorphose de la matière" im Kulturforum Neu-St. Thomä-Kirche,
Kunstverein Kreis Soest e. V. (Soest)
Pressemitteilung
"East meets West" - ein Maler aus Südwestfrankrech trifft auf einen Bildhauer aus der Ukraine in einer der mittelalterlichen Hallenkirchen in Soest - es ist eine Begenung über Landesgrenzen hinweg, die zu einem außergewöhnlichen Experiment wird. Beide Künstler wagen in ihren Werken auch eine sptituelle Grenzüberschreitung.

Kunstverein Kreis Soest e. V. (Soest)

06.05.2017 - 06.09.2017 Herbert Zangs - Vom Sinn des Chaos
Museum für Aktuelle Kunst – Sammlung Hurrle Durbach (Durbach)
Pressemitteilung
Vom 6. Mai bis 3. September 2017 sind im Museum für Aktuelle Kunst Durbach in der Ausstellung „Herbert Zangs - Vom Sinn des Chaos. Retrospektive“ mehr als 80 Arbeiten von Herbert Zangs zu sehen, von den frühen figürlichen Bildern über die experimentellen Collagen und Verweißungen bis hin zu den späteren Pinselabwicklungen und Blasenbildern.

Die Ausstellung widmet sich dem Phänomen Herbert Zangs, einem Pionier, der erst spät als solcher erkannt und anerkannt wurde, denn er selbst hat sich dem offiziellen Kunstbetrieb stets entzogen. Als junger Soldat der deutschen Luftwehr war er in Finnland und Norwegen unterwegs, wo ihn die weiten weiß verschneiten Flächen tief beeindruckten, deren Formen unter der Schneedecke nur noch abstrakt zu erahnen waren. Später nahm er 1945 in Düsseldorf sein Kunststudium an der durch den Krieg schwer geschädigten Akademie auf und begann ein reges Reiseleben.
Anfang der 50er Jahre begann er bereits mit seinen „Verweißungen“ zu experimentieren: Er collagierte „objets trouvés“, also gefundene Dinge, Fortgeworfenes und Müll, auf die Leinwand und überzog das Ganze dann mit einer dünnen Weißschicht, unter der die Eigenheiten der Gegenstände noch zu erahnen sind und zugleich abstrahiert werden. Jedoch ging er damit nicht an die Öffentlichkeit, da ihm die Arbeiten zu avantgardistisch erschienen. Erst 1972 findet sein Freund Adolf Luther im Keller eines Krefelder Gymnasiums frühe Arbeiten wieder, von denen Zangs selbst sich neu inspirieren lässt.
Während andere Künstler Karriere machten, wie beispielsweise Joseph Beuys, den er in Düsseldorf kennenlernte, verschwand Zangs immer wieder ins Ausland und ließ auch wichtige Aufträge einfach zurück, ebenso wie er sich oft nicht um das weitere Schicksal von Arbeiten kümmerte, die er gerade ausgestellt hatte. Er gilt als Wegbereiter der 1958 gegründeten Gruppe ZERO, welcher er aber nie angehören wollte, wenngleich er ihr nahestand.
Zangs‘ Werk ist geprägt von unerschöpflicher Neugierde, von immer neuen Experimenten: Er malte mit Scheibenwischern ebenso wie mit gebrauchten Toilettenpapierrollen oder Gläsern, mit deren in Farbe getauchten Rändern er die Blasenbilder schuf. Seine seriellen Bilder sind immer wieder durch Unregelmäßigkeiten unterbrochen – um keinen Preis darf Langeweile aufkommen, die Ordnung muss gestört werden, um Neues zu schaffen. Und auch, als ihn bereits eine falsch behandelte Diabetes an den Rollstuhl fesselte, entstanden noch Arbeiten, nämlich die extrem großformatigen Rollstuhlbilder. Mit seinen Arbeiten erforschte Zangs die Räumlichkeit, die Grenzen und Möglichkeiten des Bildraums und das Spiel von Licht und Schatten, die Wirkung von Weiß und Schwarz. Seine Antibücher, die er 1977 auch auf der Kasseler documenta 6 präsentierte, verkörpern die Leere zwischen den Seiten. Hier stellt der Künstler das gesamte Konzept des Buchs infrage, indem er entweder nur die äußere Form übernimmt oder die Seiten unlesbar macht.
Die Retrospektive „Vom Sinn des Chaos“ beleuchtet die zahlreichen Facetten dieses spannungsvollen Lebenswerkes, in dem sich die Persönlichkeit dieses unkonventionellen und bahnbrechenden Künstlers manifestiert.

Museum für Aktuelle Kunst – Sammlung Hurrle Durbach (Durbach)

06.05.2017 - 13.08.2017 Roger Ballen. Ballenesque – a Retrospective
Kunstsammlung Jena (Jena)
Pressemitteilung
Ballens Bildräume gleichen inneren Landschaften, die so unlogisch wie Träume, das Dasein seiner Protagonisten umspielen und den „Irrsinn“ menschlicher Existenz in Südafrika ausmalen. Das Werk entsteht in Schwarzweiß: weiß wie Papier, schwarz wie eine Notation in Tinte. Das Grau ist das Ergebnis ihrer Vermischung. Die umfangreichste Folge der Ausstellung,
Asylum of the Birds, handelt in den Randbezirken von Johannesburg, an einem Ort, wo Ausgegrenzte leben und Schönheit und Hässlichkeit, Gut und Böse ineinander verschwimmen. Umschwirrt von tausenden Vögeln gleicht das Areal einem Universum, das den Blick auf existenzielle Abgründe so bildgewaltig offen legt, als hätte hier Samuel Beckett Goyas Caprichos inszeniert. Hier ist ein Ende ohne Ende, eine launige Welt voller Untiefen und so authentisch wie vieles, das zu unserem Leben gehört. Vieles ist absurd, der Humor ist zum Schreien und so Ernst wie das Leben, das sich hier dem Betrachter entbietet. Nietzsches Diktum vom Menschen, der so tief leidet, dass er deshalb das Lachen erfinden musste, scheint hier in unnachahmlicher Weise umgesetzt.
In der Ausstellung werden 67 Fotos und 5 Videos gezeigt. Die Fotos wurden aus folgenden Serien ausgewählt: I Fink U Freeky / Outland / Shadow Chamber / Asylum of the Birds / The Theatre of Apparitions / Boarding House. Das Video I Fink U Freeky zählt zu den erfolgreichsten Musikvideos der vergangenen Jahre und ist in Kooperation mit der südafrikanischen Rap-Rave-Band Die Antwoord entstanden.

Kunstsammlung Jena (Jena)

05.05.2017 - 09.07.2017 Foto.Kunst.Boulevard.
Martin-Gropius-Bau Berlin (Berlin)
Pressemitteilung
Kunst als universelles Gut erobert zunehmend die Medienlandschaft. Die Ausstellung zeigt dokumentarische und inszenierte Fotografien, Zeitgeschichte und Alltag, Köpfe und Kurioses aus dem Boulevardjournalismus der letzten Jahre. 26 renommierte Fotograf*innen sind beteiligt: Lars Berg, Daniel Biskup, Michel Comte, Esther Haase, Attila Hartwig, Meiko Herrmann, Kiki Kausch, Tom Lemke, Kevin Lynch, Christoph Michaelis, Andreas Mühe, Konrad R. Müller, Peter Müller, Nigel Parry, Thomas Rabsch, Oliver Rath, Paul Ripke, Holde Schneider, Martin Schoeller, Florian Sommet, Andreas Thelen, Antoine Verglas, Wolfgang Volz, Ellen von Unwerth, Wolfgang Wilde, Frank Zauritz. Alle haben im Auftrag der Bildzeitung fotografiert. Es ist eine kleine Auswahl aus der Masse der Bilder, die uns tagtäglich das Wesen der Welt vermitteln. Subtiler als Texte erzählen sie von Politik, Gesellschaft, Kultur, Medien und Zeitgeist. Längst ist die Fotografie des Boulevards auch Teil unserer Kulturgeschichte geworden und etliche Aufnahmen haben Eingang in unser kollektives Gedächtnis gefunden. Die Ausstellung zeichnet die Geschichte dieser Bilder nach – und mit ihr jene Geschichten, die jedes von ihnen erzählt.

VERANSTALTER Stiftung für Kunst und Kultur e.V.

Martin-Gropius-Bau Berlin (Berlin)

30.04.2017 - 02.07.2017 Malkovich Malkovich Malkovich Homage to Photographic Masters
KuK - Kunst- und Kulturzentrum der StädteRegion Aachen (Monschau)
Pressemitteilung
Der legendäre Schauspieler John Malkovich hat mit dem Fotografen Sandro Miller ein außergewöhnliches Fotoprojekt verwirklicht. John Malkovich spielte in seiner Karriere viele komplexe Rollen: einen Schurken, einen Geheimagenten, einen Intellektuellen, einen Wissenschaftler, einen Künstler, einen skrupellosen Intriganten und einen bösen König. Im Rahmen dieses Projektes schlüpfte er gleich mehrmals in ganz verschiedene Rollen, indem er zahlreiche ikonische Fotografien nachstellte. So sehen wir John Malkovich als Alfred Hitchcock with Goose, als Che Guevara, als Marilyn Monroe, als Meryl Streep, als Albert Einstein, als Salvador Dalí oder als Muhammad Ali - verblüffend ähnlich den zum Vorbild genommenen ikonischen Fotografien und doch anders als die Originale. Die Ausstellung wird zu ersten und einzigen Mal in Deutschland präsentiert.

Fotocredit: Diane Arbus: Identical Twins, Roselle, New Jersey (1967), © Sandro Miller (2014) / Courtesy Catherine Edelman Gallery, Chicago

KuK - Kunst- und Kulturzentrum der StädteRegion Aachen (Monschau)

29.04.2017 - 20.08.2017 Markus Lüpertz
ZKM | Zentrum für Kunst und Medien (Karlsruhe)
Pressemitteilung
Ende April würdigt eine Ausstellung – anlässlich seines noch 75. Geburtstag-es – das Schaffen des Malers und Bildhauers Markus Lüpertz, der mehr als zehn Jahre (1974–1986) an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Karlsruhe lehrte und Karlsruhe als einen bedeutenden Ort für die Malerei etablierte.

ZKM | Zentrum für Kunst und Medien (Karlsruhe)

20.04.2017 - 03.07.2017 Juergen Teller. Enjoy Your Life!
Martin-Gropius-Bau Berlin (Berlin)
Pressemitteilung
Juergen Teller, geboren 1964 in Erlangen, zählt international zu den gefragtesten Fotografen der Gegenwart. Seine Arbeiten, oft umfangreiche Serien, werden in Büchern, Zeitschriften, Magazinen und Ausstellungen veröffentlicht. Seit 1986 lebt er in London. Dort begann er für Musik-, Zeitgeist- und Modemagazine zu fotografieren. Bekannt wurde er 1991 als er die Band Nirvana fotografierte und seine Fotos von Kurt Cobain veröffentlichte. Juergen Tellers Arbeiten bewegen sich seitdem an der Schnittstelle zwischen Kunst und kommerzieller Fotografie. Rund 250 Bilder geben Einblicke in sein Gesamtwerk.

Foto: Juergen Teller, Eva Herzigova. Mit dem Teller nach Bonn Serie, 2016
© Juergen Teller

Martin-Gropius-Bau Berlin (Berlin)

12.04.2017 - 05.11.2017 Der Luthereffekt 500 Jahre Protestantismus in der Welt
Martin-Gropius-Bau Berlin (Berlin)
Pressemitteilung
Erstmals illustriert eine Ausstellung die globale Vielfalt und Wirkungsgeschichte, aber auch die Konfliktpotenziale des Protestantismus zwischen den Kulturen. Welche Spuren hinterließ der Protestantismus in anderen Konfessionen, Religionen und Lebensentwürfen? Wie veränderte er sich selbst durch diese Begegnungen – und nicht zuletzt: Wie haben sich Menschen die evangelische Lehre angeeignet, sie geformt und gelebt? Die Ausstellung „Der Luthereffekt“ erzählt eine weltumspannende Geschichte von Wirkung und Wechselwirkung, die um 1500 einsetzt und bis in die Gegenwart reicht, exemplarisch dargestellt an Deutschland und Europa 1450–1600, Schweden 1500–1750, Nordamerika 1600–1900, Korea 1850–2000 und dem heutigen Tansania.

Das Deutsche Historische Museum präsentiert die Ausstellung im Martin-Gropius-Bau auf ca. 3.000 qm und trägt hierfür herausragende Exponate von nationalen und internationalen Leihgebern zusammen, die vielfach bisher noch nie in Deutschland zu sehen waren. Umfangreiche Vermittlungsangebote sowie ein attraktives Rahmenprogramm ergänzen die Ausstellung. Begleitend erscheint ein reich illustrierter Katalog.

Die Schau des Deutschen Historischen Museums ist eine von vier Nationalen Sonderausstellungen zum 500. Reformationsjubiläum 2017. Gefördert von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien sind neben Berlin die Ausstellungsorte Torgau (2015), die Wartburg in Eisenach und Lutherstadt Wittenberg. Die Ausstellungen stehen unter der Schirmherrschaft des Bundespräsidenten Joachim Gauck. Der Deutsche Sparkassen- und Giroverband unterstützt die Ausstellung „Der Luthereffekt. 500 Jahre Reformation“ als Hauptsponsor. Weitere Projekte im Rahmen der Reformationsdekade werden von Institutionen der Sparkassen-Finanzgruppe in Thüringen, Sachsen-Anhalt und Sachsen gefördert.

Foto:
Martin Luther im Kreise von Reformatoren, 1625/1650
© Deutsches Historisches Museum

Martin-Gropius-Bau Berlin (Berlin)

09.04.2017 - 25.06.2017 Camill Leberer (im 2-RAUM des Museum Art.Plus)
Museum Art.Plus (Donaueschingen)
Pressemitteilung
Camill Leberer (* 1953 in Kenzingen / lebt und arbeitet in Stuttgart) ist Bildhauer, aber auch Maler, Zeichner und Fotograf.
Seit den 1980er-Jahren verfolgt er ein eigenwilliges künstlerisches Werk, in dem er die Skulptur hin zum Malerischen öffnet und gleichzeitig die Malerei an die Grenze des Skulpturalen führt. Seine bevorzugten Materialien sind Farbe, Stahl und Glas, aber auch transparente Kunststoffe oder Papiere, die er sowohl in räumlichen Gebilden wie in Wandarbeiten einsetzt. In seinen technoiden aber zugleich poetischen Werken scheint eine eindeutige Unterscheidung von Plastik, Malerei und Zeichnung, zwischen Räumlichem und Flächigem, Offenem und Geschlossenem, Nähe und Distanz, Vorne und Hinten, sowie Materialität und Immaterialität aufgehoben zu sein.

Die Ausstellung im 2-RAUM präsentiert einen konzentrierten Querschnitt seines vielschichtigen Schaffens anhand von Zeichnungen, Fotoarbeiten, Plastiken bis hin zur raumgreifenden Installation.

Museum Art.Plus (Donaueschingen)

08.04.2017 - 02.07.2017 Meisterwerke der französischen Moderne. Malerbücher von Bonnard bis Picasso
Staedtische Galerie Bietigheim-Bissingen ( Bietigheim-Bissingen)
Pressemitteilung
Die Künstler der französischen Moderne wie Pierre Bonnard, Georges Braque, Marc Chagall, Maurice Denis, Fernand Léger, Aristide Maillol, Henri Matisse, Joan Miró und Pablo Picasso haben auch in den grafischen Künsten Meisterwerke geschaffen. Die Ausstellung widmet sich den Malerbüchern – diese Gattung aufwändig gestalteter Bücher entstand Ende des 19. Jahrhunderts maßgeblich in Frankreich. So bietet sich ein repräsentativer Überblick über die Entwicklung der ›livres d’artistes‹ im 20. Jahrhundert: bibliophile Bücher mit Originalgrafiken, auf hochwertigem Papier in begrenzter Auflage gedruckt, wobei das Verhältnis von Text und Bild häufig gleichrangig ist. Die Künstler illustrierten sowohl Klassiker von Ovid, Vergil oder Hesiod und kommentierten sie dergestalt für ihre Zeitgenossen, setzten sich aber gleichfalls mit den avantgardistischen Dichtern des 19. und 20. Jahrhunderts wie Guillaume Apollinaire, Charles Baudelaire oder James Joyce auseinander. Gelegentlich schmückten sie auch eigene Texte bildnerisch.
Generell gingen die Künstler weit über eine grafische Nacherzählung der Texte hinaus, nicht selten führen die Bilder ein Eigenleben. Viele Künstler pflegten inspirierenden Austausch und freundschaftliche Kontakte mit französischen Schriftstellern – so hatte Picasso über die Tür seines Pariser Ateliers »Rendezvous der Dichter« geschrieben. Der Kunsthändler und Verleger Ambroise Vollard konnte ihn und viele weitere Künstler für die Buchkunst begeistern und revolutionierte die Ästhetik dieses Mediums. Überhaupt kann die Bedeutung der verschiedenen Verlegerpersönlichkeiten nicht hoch genug für die Entwicklung des Malerbuchs bewertet werden. Die schöpferische Symbiose von bildenden Künstlern, Dichtern und Verlegern führte in der französischen Moderne zur Entstehung wahrer Gesamtkunstwerke.
Für die Ausstellung sind die – meist ungebundenen – Bücher so aufbereitet, dass die attraktiven, häufig farbigen Holz und Linolschnitte, Lithografien, Radierungen und Aquatinten von 18 namhaften Künstlern der französischen Moderne intensiv betrachtet werden können: Die losen Blätter sind gerahmt, die gebundenen Bücher sind digital zu blättern und Hörstationen lassen die Texte lebendig werden. So veranschaulichen die präsentierten Künstler- und Malerbücher von 1893 bis 1966 die stilistische Formentwicklung und Vielfalt an künstlerischen Strömungen vom Spätimpressionismus bis zur Abstraktion. Die Ausstellung entstand in Kooperation mit dem Kunstmuseum Pablo Picasso Münster, das mit der Sammlung Classen einen einzigartigen Fundus an französischen Malerbüchern beherbergt.

Wir laden Sie herzlich ein zur Eröffnung am Freitag, 7. April um 19 Uhr.


Öffentliche Führungen
Jeden Sonn- und Feiertag, jeweils 11.30 Uhr

Führung für Lehrkräfte
Montag, 24. April, 17 Uhr


Literarische Soirée
Donnerstag, 4. Mai, 18.30 Uhr
Donnerstag, 1. Juni, 18.30 Uhr
und speziell für
Seniorinnen und Senioren:
Literarische Matinée
Freitag, 2. Juni, 9.30 Uhr
Kuratorenführung
mit Dr. Isabell Schenk-Weininger
und szenische Rezitation
mit Lisa Kraus und Rüdiger Erk
Anmeldung: 07142 74 - 483

Mit dem anderen Blick
Expertenführung mit
Uta Schneider, freischaffende
Künstlerin, Typografin und
Dozentin, ehem. Geschäftsführerin
der Stiftung Buchkunst
Donnerstag, 29. Juni, 18.30 Uhr

Workshops für Kinder und Jugendliche

Erzähl mal…
Osterferienworkshop
Dienstag und Mittwoch, 11. und 12. April 2017
10–13 Uhr für Kinder von 6 bis 10 Jahren
14–17 Uhr für Kinder von 8 bis 12 Jahren

TextBild oder BildText?
Samstag, 13. Mai 2017, 14.30–17.30 Uhr
für Kinder von 7 bis 12 Jahren

Wir falten uns ein fantastisches Leporello
Samstag, 20. Mai 2017, 14.30–17.30 Uhr
für Kinder von 8 bis 12 Jahren

Wortsalat und Buchstabensuppe
Samstag, 1. Juli 2017, 14.30–17.30 Uhr
für Kinder von 6 bis 10 Jahren


Workshopwochen für Schulklassem aller Altersstufen
2. bis 19. Mai, Uhrzeit nach Absprache
im Anschluss wird eine Auswahl der kreativen Ergebnisse ausgestellt!

Anmeldung für alle Workshops unter: 07142 74-483

Studioausstellung:
Einblick in die Sammlung:
Malerbücher und Mappenwerke des 20. und 21. Jahrhunderts
8. April bis 24. September
Parallel und ergänzend zur großen Ausstellung »Meisterwerke der französischen Moderne. Malerbücher von Bonnard bis Picasso« zeigt die Städtische Galerie aus dem eigenen Bestand eine Auswahl an Malerbüchern und Mappenwerken von der klassischen Moderne bis zur Gegenwart.


Öffnungszeiten
Dienstag, Mittwoch, Freitag 14–18 Uhr
Donnerstag 14–20 Uhr
Samstag, Sonntag 11–18 Uhr
Karfreitag, Ostermontag, Maifeiertag, Himmelfahrt, Pfingstmontag, Fronleichnam 11–18 Uhr

Eintritt frei an jedem ersten Freitag im Monat sowie am Internationalen Museumstag: Sonntag, 21. Mai
Eintritt 6 €, ermäßigt 4 €
Öffentliche Führungen 3 € zzgl. Eintritt
Spezialführungen 5 € zzgl. Eintritt
Private Gruppenführungen 55 € / 65 € zzgl. erm. Eintritt
Führungen für Gruppen und Schulklassen nach telefonischer Vereinbarung


Städtische Galerie Bietigheim-Bissingen
Hauptstraße 60–64
74321 Bietigheim-Bissingen
Telefon 07142 74-483
Telefax 07142 74-446
http://galerie.bietigheim-bissingen.de
galerie@bietigheim-bissingen.de

Staedtische Galerie Bietigheim-Bissingen ( Bietigheim-Bissingen)

01.04.2017 - 18.06.2017 Skulpturen aus der Sammlung
Städtische Galerie Karlsruhe (Karlsruhe)
Pressemitteilung
Spannende Einblicke in unter­schied­li­che Positionen der Bildhaue­rei im 20. Jahrhun­dert verspricht die Ausstel­lung „Skulp­tu­ren aus der Sammlung“ mit Werken aus dem eigenen Bestand und der renom­mier­ten Sammlung Garnatz, die sich seit 1996 als Dauer­leih­gabe in der Städti­schen Galerie Karlsruhe befindet. Der Spannungs­bo­gen reicht von Hermann Binz und seiner Bronze­plas­tik der „Stefanie“ – sie entstand um 1905 und schmückt in der endgül­ti­gen Ausführung den Brunnen auf dem Stephan­platz – über Hans Uhlmanns Zeichnung im Raum mit dem Titel „Entspan­nung“ von 1948 zu Horst Egon Kalinow­skis reduzier­ter Figür­lich­keit in der Plastik „Die Mutter des Bernstein“ aus dem Jahr 1965. Die Sammlung Garnatz schließt mit Werken aus den 1980er Jahren an. Hierzu gehören die experi­men­tell gestal­te­ten Köpfe der „Bürger von Florenz“ von Markus Lüpertz ebenso wie der aus einem Holzstamm geschla­gene „Selbst­kopf I“ (1984) A. R. Pencks oder die filigrane Instal­la­tion „Löffel­mu­scheln“ von Rosemarie Trockel.
Zu sehen sind zudem dreidi­men­sio­nale Werke unter anderem von Horst Antes, Georg Baselitz, Stephan Balkenhol, Günther Förg, Bernhard Heiliger, Per Kirkeby, Kalin Lindena, Wilhelm Loth und Werner Pokorny.

Foto: Rosemarie Trockel, ohne Titel (Löffelmuscheln), 1986, (c) Städt. Galerie Karlsruhe

Städtische Galerie Karlsruhe (Karlsruhe)

01.04.2017 - 22.10.2017 Poetische Expansionen
ZKM | Zentrum für Kunst und Medien (Karlsruhe)
Pressemitteilung
Im April eröffnet das ZKM eine Reihe zum Thema „Poetische Expansionen“: Hier werden kuünstlerische Positionen von Hansjörg Mayer (The Smell of Ink), Gerhard Rühm (soon | just | now), Konrad Schäuffelen, Helmut Heißenbüttel und Reinhard Döhl vorgestellt ebenso wie die Arbeiten von Nanni Balestrini (Wer das hir liest braucht sich vor nichts mehr zu fürch-ten) . Diese und andere Dichter, z.T. der Stuttgarter Schule zugehörig, haben die Medienrevolutionen eingeleitet, indem sie das Buchstabenfeld um die zweidimensionale Fläche in Raum und Zeit und dessen Produkt, das Buch, in die Medien Audio, Foto, Film, Video, Computer und Internet erweitert haben.

ZKM | Zentrum für Kunst und Medien (Karlsruhe)