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Pressemitteilungen
Pressemitteilungen
08.12.2017 - 02.04.2018 Der Meister von Meßkirch Katholische Pracht in der Reformationszeit
Staatsgalerie Stuttgart (Stuttgart)
Pressemitteilung
Im Reformationsjahr 2017 widmet die Staatsgalerie Stuttgart dem Meister von Meßkirch erstmals eine umfassende monografische Ausstellung.
Der Meister von Meßkirch gehört zu den bedeutendsten Malern der frühen Neuzeit. Obwohl sich der ausschließlich im oberschwäbischen Raum tätige Künstler als historisch verbürgte Person bis heute nicht sicher fassen lässt, ist sein Rang als herausragender Kolorist seit langem unbestritten. Seine Altarbilder beanspruchen auch deshalb hohes historisches Interesse, da sie – entgegen der sich in Württemberg fast flächendeckend durchsetzenden Reformation – das regionale Festhalten am altgläubigen Bekenntnis dokumentieren. Von den frühen Porträts, Epitaphien und Hausaltären bis hin zu seinen im Auftrag der Grafen von Zimmern geschaffenen Altarbildern der 1530er-Jahre erschließt sich so ein Werk von unverwechselbarer Eigenart. Charakteristisch ist auch die Verbindung altertümlicher Elemente und fortschrittlicher Bildideen der Renaissance. Ein Großteil seiner heute verstreut in Museen und Privatsammlungen Europas und der USA befindlichen Tafelbilder und Zeichnungen sind in der Ausstellung vereint zu sehen. Sie werden in aufschlussreichen Gegenüberstellungen mit annähernd zeitgleich entstandenen Werken protestantischer Ausrichtung präsentiert. So wird ein differenzierter Eindruck von den künstlerischen Ausdrucksformen im Zeitalter der Reformation vermittelt.

Staatsgalerie Stuttgart (Stuttgart)

17.11.2017 - 18.02.2018 Rausch, Wonne und Verglühen Die Zukunft der Sammlung Frank Brabant
Staatliches Museum Schwerin / Ludwigslust / Güstrow (Schwerin)
Pressemitteilung
Ausstellung in der Galerie Alte & Neue Meister Schwerin

Frank Brabant, der in Schwerin geboren und aufgewachsen ist und sich später in Wiesbaden eine Existenz als erfolgreicher Geschäftsmann aufbaute, hat im Laufe seines Lebens eine beachtliche Kunstsammlung zusammengetragen. Die Sammlung umfasst das ganze 20. Jahrhundert angefangen von Bonnard und Toulouse-Lautrec bis zu Penck und Lüpertz, der Schwerpunkt liegt aber bei Werken des Expressionismus und der Neue Sachlichkeit.

Angefangen hat alles mit einem Holzschnitt von Max Pechstein, den Frank Brabant sich von dem Geld kaufte, das er eigentlich für seinen ersten VW-Käfer gespart hatte. Später kamen Werke von Alexej von Jawlensky, Ernst Ludwig Kirchner, August Macke Georg Tappert, Emil Nolde, Otto Dix, Max Beckmann und viele anderen hinzu. Über 500 Werke umfasst die Sammlung heute. Neben den „großen Namen“ sind viele Maler der „Verschollenen Generation“ vertreten – Künstler, die in der Nazizeit verfemt wurden und nach dem Krieg nicht mehr an frühere Erfolge anknüpfen konnten. Die Bilder spiegeln in vielen Fällen die sozialen Missstände in der Weimarer Republik und geben zugleich einen Überblick über das damalige Kunstgeschehen.

Frank Brabant will seine Kunstsammlung nach seinem Tod je zur Hälfte dem Museum Wiesbaden und der Galerie Alte & Neue Meister des Staatlichen Museums Schwerin schenken. Die Ausstellung zeigt heute schon die Werke, die die Sammlung des Schweriner Museums in Zukunft ergänzen werden. Bisher besitzt das Museum nur wenige Werke, die dem Expressionismus oder der Neue Sachlichkeit zu zurechnen sind, insofern schließt diese Schenkung eine Lücke. Besonders augenfällig wird die Bedeutung der Stiftung für die Sammlung des Museums an einem Gemälde von Heinrich Ehmsen. Bei dem Werk in der Sammlung Brabant handelt es sich um die Vorstudie zu dem Gemälde Der Angler von Cassis, das sich bereits seit 1968(?) im Bestand des Staatlichen Museums befindet.

Auch das Museum Wiesbaden stellt in einer Ausstellung im Sommer 2018 seinen Teil der Sammlung vor. Zu beiden Ausstellungen erscheint ein gemeinsamer Katalog, der die Sammlung Frank Brabant noch einmal als Ganzes würdigt. Anhand der Sammlung wird hier nicht nur die Kunst des Expressionismus und der Neuen Sachlichkeit, sondern auch die Vernetzung der Künstler und Gruppierungen untereinander vorgestellt.

Staatliches Museum Schwerin / Ludwigslust / Güstrow (Schwerin)

07.10.2017 - 07.01.2018 Land in Sicht Die Kunstankäufe des Landes Mecklenburg-Vorpommern 2015/2016
Staatliches Museum Schwerin / Ludwigslust / Güstrow (Schwerin)
Pressemitteilung
Ausstellungstermin nur voraussichtlich!!
Aktuelle Informationen unter: https://www.museum-schwerin.de/ausstellungen/vorschau/

Ausstellung auf Schloss Güstrow

Das Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur und das Staatliche Museum Schwerin?/?Ludwigslust?/?Güstrow präsentieren gemeinsam die Neuerwerbungen für die Kunstsammlung des Landes Mecklenburg-Vorpommern. In den Ateliers von 14 Künstlern wurden insgesamt 79 Arbeiten aus unterschiedlichen Gattungen und von großer stilistischer Bandbreite zusammengetragen: Malerei, Druckgrafik, Zeichnungen, Objekte, Fotoarbeiten und Videokunst von Martha Damus, Jacqueline Duhr, Friedrich Wilhelm Fretwurst, Jörg Hamann, Lars Lehmann, Annette Leyener, Margret Middell, Marcus Schramm, Holger Stark, Wolfgang Tietze, Iris Thürmer, Sven Ochsenreither, Matthias Wegehaupt und Marc Wiesel.

Staatliches Museum Schwerin / Ludwigslust / Güstrow (Schwerin)

17.09.2017 - 07.01.2018 Reload! Tracht – Kunst – Mode
Museum Kunst der Westküste (Alkersum/Föhr)
Pressemitteilung
In unserer globalisierten Welt begeben sich viele Menschen auf die Suche nach ihren Wurzeln. Das Gefühl, zu wissen, woher man kommt, geht mancherorts – so auch auf den nordfriesischen Inseln – mit dem Tragen von Trachten einher, die früher Ausweis regionaler und sozialer Zugehörigkeit waren. Ausgehend von Gemälden und Grafiken des 19. Jahrhunderts aus der Sammlung Kunst der Westküste spannt die Ausstellung mit internationalen Leihgaben einen Bogen bis zur zeitgenössischen Kunst und zu aktuellem Modedesign. Als ein Synonym für Heimatverbundenheit, Identifikation und Traditionspflege scheint die Tracht gerade gegenwärtig ein in mehrfacher Hinsicht reizvolles Sujet zu sein, das auch in ironisierender oder kritischer Hinsicht Thema in den unterschiedlichsten künstlerischen Medien ist.

Künstler 19./20. Jahrhundert:
Oluf Braren, Otto Heinrich Engel, Johan Julius Exner, Carl Ludwig Jessen, Christian Carl Magnussen, Johan Gudmann Rohde, Valentin Wassner, August Westphalen, August Wilckens

KünstlerInnen 21. Jahrhundert:
Catharina Bond (AT), Nico Dams (DE), Sabine Dehnel, (DE), Sandra Heinz (DE), Hendrik Kerstens (NL, Abb.), Anja Luithle (DE), NOH NEE (DE), Annette Schröter (DE), Trine Søndergaard (DK), Mila Teshaieva (DE), Vivienne Westwood (GB) sowie AbsolventInnen der Studiengänge Modedesign und Fotografie der Hochschule Hannover (DE)

Zur Ausstellung erscheint ein Katalog.

Museum Kunst der Westküste (Alkersum/Föhr)

16.09.2017 - 04.02.2018 Auf unbekanntem Terrain. Landschaft in der Kunst nach 1945
Museum für Aktuelle Kunst – Sammlung Hurrle Durbach (Durbach)
Pressemitteilung
Nach den verstörenden Erfahrungen des 2. Weltkriegs wurde das Thema Landschaft, das bis dahin überwiegend festen Regeln und Traditionen folgte, in die abstrakte Malerei integriert und darin aufgelöst. Erst das Versiegen jeder gegenständlichen Tendenz und die anschließende Neubelebung Anfang der 60er Jahre brachten den nötigen Freiraum, um auch Natur und Landschaft im Rahmen einer neuen Auffassung und eines neuen Malereibegriffes wieder aufzugreifen, überlieferte Traditionen aufzusprengen und zu erweitern.
Die Ausstellung widmet sich der Auseinandersetzung mit den Themen Landschaft und Natur seit dem 2. Weltkrieg bis heute, wobei mit Blick auf die Kunst der DDR auch beleuchtet wird, inwiefern sich in den Landschaftsdarstellungen politische Veränderungen wiederspiegeln.

Museum für Aktuelle Kunst – Sammlung Hurrle Durbach (Durbach)

02.09.2017 - 14.01.2018 Wenzel Hablik – Expressionistische Utopien
Martin-Gropius-Bau Berlin (Berlin)
Pressemitteilung
Malerei, Zeichnungen, Architektur
Wiederentdeckte Moderne II

Utopische Architekturentwürfe, expressionistisches Interieur, fantastische Farbwelten – all dies ist nur ein Teil des Werkes von Wenzel Hablik (1881–1934), der sich als Universalkünstler dem Gesamtkunstwerk verschrieb. Hablik gilt als einer der wichtigen Vertreter der deutschen expressionistischen Architektur- und Gestaltungsavantgarde. Scheinen die Wege der Kunst der Moderne weitgehend erforscht, so bietet sein Werk immer noch Überraschendes. Im Fokus der Berliner Ausstellung stehen seine Architekturvisionen und sein 1923 farbig gestaltetes Meisterwerk eines Raumkonzepts als Rekonstruktion. Sie werden durch die Präsentation von Malerei und Design ergänzt, denn erst in der Kombination wird der Grundgedanke des Gesamtkunstwerkes, wie Hablik es verfolgte, nachvollziehbar. Es ist die erste umfassende Einzelausstellung seines Werkes in Berlin.

Foto: Freitragende Kuppel, 1919. Aquarell, Farbstift, Bleistift, 64,9 x 50 cm
© Wenzel-Hablik-Stiftung, Itzehoe

Martin-Gropius-Bau Berlin (Berlin)

20.07.2017 - 29.10.2017 Profile in der Kunst am Oberrhein: Ben Hübsch | Martin Kasper
Museum für Aktuelle Kunst – Sammlung Hurrle Durbach (Durbach)
Pressemitteilung
Ben Hübsch, geboren 1963 in Freiburg, studierte dort an der Außenstelle der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Karlsruhe bei Peter Dreher und lebt noch heute dort. Seine geometrischen Arbeiten reizen in ihrer leuchtenden, gewagten Farbigkeit und mit ihren unterschiedlichen Formgefügen das Auge und spielen mit den verschiedenen Raumtiefen im Bild, das zu einem ganz eigenen Raumerlebnis wird.

Martin Kasper, geboren 1962 in Schramberg, studierte an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Karlsruhe und lebt heute in Freiburg. Seine Malerei öffnet den Blick in menschenleere Räume: Verschlungene Treppen, Bildergalerien, Säle, Restaurants, Dachstuben. Immer haftet diesen Bildern eine unheimliche Ruhe, den Räumen eine Traumhaftigkeit an, die merkwürdig losgelöst von den sie nutzenden Menschen wirken.

Museum für Aktuelle Kunst – Sammlung Hurrle Durbach (Durbach)

14.07.2017 - 05.11.2017 The Great Graphic Boom Amerikanische Graphik 1960–1990
Staatsgalerie Stuttgart (Stuttgart)
Pressemitteilung
In Kooperation mit dem National Museum Oslo präsentiert die Staatsgalerie Stuttgart außergewöhnliche Werke der amerikanischen Druckgraphik von 1960 bis 1990.
Die Druckgraphik diente in der Vergangenheit vor allem dazu, religiöse oder politische Inhalte einem breiten Publikum zugänglich zu machen und war ein wichtiges Kommunikationsmittel. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts waren es vor allem die deutschen Expressionisten, die sich vornehmlich dieser Technik widmeten. Ende der 1950er-Jahre erlebte auch die USA einen wahren »Graphic Boom«.

Zu diesem Zeitpunkt begannen die bedeutendsten Künstler der amerikanischen Avantgarde, vertreten durch Abstrakten Expressionismus, Hard Edge, Pop Art, Minimal Art und andere Stilrichtungen, mit verschiedensten Drucktechniken zu arbeiten bzw. zu experimentieren. Eigens auf Druckgraphik spezialisierte Verlage wie Universal Limited Art Editions (ULAE) in New York, gegründet 1957 von Tatyana Grosman, oder die seit 1966 bestehende GEMINI G.E.L (Graphic Editions Limited) in Los Angeles spielten dabei eine besondere Rolle, vor allem in ihrem hohen Anspruch an die Druckkunst. Einzelblätter, Portfolios und Künstlerbücher entstanden in großer Zahl. Insbesondere die Künstler der Pop Art reagierten damit auf die industrielle Massenfertigung wie auch die Werbesprache der Medien.

Die meisten der Künstler hatten sich bereits als Maler etabliert. In den bevorzugten Medien der Lithographie wie dem Siebdruck, aber auch in anderen Drucktechniken, schufen sie daneben eigenständige Kunstformen, mit denen sie in die Fußstapfen der Pioniere moderner Graphik wie Paul Gauguin, Edvard Munch und Pablo Picasso traten.
Die Ausstellung zeigt mit rund 170 Blättern in eindrucksvoller Breite die verschiedensten Stilrichtungen und Ausprägungen der amerikanischen Druckgraphik und deren Etablierung zu einer eigenständigen Kunstform.

Staatsgalerie Stuttgart (Stuttgart)

08.07.2017 - 09.07.2017 Das Gravenhorster Malbuch | Dieter Call & Anja Voigt
DA, Kunsthaus Kloster Gravenhorst (Hörstel)
Pressemitteilung
Projektstipendium KunstKommunikation 17 – Kunst zum Mitmachen und Mitdenken | Malworkshop jew. Sa. 14 – 18 Uhr | Offenes Atelier jew. So. 11 – 14 Uhr

Die Künstler halten zeichnerische Sichtweisen und Perspektiven rund um das Kloster in einem Malbuch fest. Das Buch bietet jedem Besucher die Möglichkeit sich künstlerisch zu beteiligen. Die Teilnehmer sind eingeladen, ihre gestalteten Malbücher für eine Ausstellung einzureichen.

DA, Kunsthaus Kloster Gravenhorst (Hörstel)

08.07.2017 - 09.07.2017 Das Gravenhorster Malbuch | Dieter Call & Anja Voigt
DA, Kunsthaus Kloster Gravenhorst (Hörstel)
Pressemitteilung
Projektstipendium KunstKommunikation 17 – Kunst zum Mitmachen und Mitdenken | Samstag 14 – 18 Uhr Malworkshop | Sonntag 11 – 14 Uhr Offenes Atelier

Die Künstler halten zeichnerische Sichtweisen und Perspektiven rund um das Kloster in einem Malbuch fest. Das Buch bietet jedem Besucher die Möglichkeit sich künstlerisch zu beteiligen. Die Teilnehmer sind eingeladen, ihre gestalteten Malbücher für eine Ausstellung einzureichen.


DA, Kunsthaus Kloster Gravenhorst (Hörstel)

07.07.2017 - 10.09.2017 Sommerausstellung | Kunstsammlung des Kreises Steinfurt
DA, Kunsthaus Kloster Gravenhorst (Hörstel)
Pressemitteilung
| Eröffnung im Rahmen von openART: 07.07. ab 18.00 Uhr

Erstmalig wird die hochkarätige und spannende Kunstsammlung des Kreises Steinfurt umfassend ausgestellt und unter verschiedenen, auch ganz neuen Aspekten vermittelt.

DA, Kunsthaus Kloster Gravenhorst (Hörstel)

07.07.2017 - 07.07.2017 openART – DA passiert Kunst
DA, Kunsthaus Kloster Gravenhorst (Hörstel)
Pressemitteilung
Abend der offenen Tür | Mit Ideenwerkstatt und vielen Performances – Zahlreiche Künstler/innen vor Ort und viel Kunst im Werden | Beginn: 18.00 Uhr | Eintritt frei

Der spannende und gesellige Treffpunkt für Kunstinteressierte und Kunstschaffende mit künstlerischen Aktionen und Performances der aktuellen Stipendiaten. Außerdem stellen die Bewerber/innen für das Projektstipendium 2018 ihre Entwürfe und künstlerischen Ideen vor. Das DA lädt dazu ein, die Kunst an einem Abend entspannt zu genießen.

DA, Kunsthaus Kloster Gravenhorst (Hörstel)

07.07.2017 - 15.10.2017 Die Menagerie der Medusa Otto Marseus van Schrieck und die Gelehrten
Staatliches Museum Schwerin / Ludwigslust / Güstrow (Schwerin)
Pressemitteilung
Ausstellung in der Galerie Alte & Neue Meister Schwerin

Die Ausstellung zeigt zum ersten Mal den Erfinder des „Waldbodenstilllebens" im Kontext seiner Zeitgenossen. Sie stellt nicht allein die Schönheit von Stillleben ins Zentrum der Betrachtung, sondern die Faszination des Dunklen, Verborgenen, Unheimlichen.

Dabei sollen die vergessenen Verbindungen der Kunst mit der damaligen Wissenschaft erkennbar werden. Das 17. Jahrhundert erlebte einen Epochenwandel, der von der Buchgelehrsamkeit zur empirisch forschenden Naturwissenschaft führte und die Grundlage unseres heutigen Weltbildes schuf. Es ist das Jahrhundert des Mikroskops. Bis dahin unbekannte visuelle Welten, Dinge, die nie zuvor gesehen worden waren, verlangten nach Darstellung. Künstler gehörten damals zu den inneren Kreisen der Wissenschaft.
Otto Marseus van Schrieck stellte Pilze, Insekten und Spinnen, Amphibien und Reptilien, vor allem Schlangen, dar. All diese Pflanzen und Tiere wurden zu seiner Zeit intensiv erforscht, und ein berühmter Gelehrter wie Jan Swammerdam berief sich ausdrücklich auf Beobachtungen seines Freundes Marseus.

Gelehrte und Künstler unternahmen Reisen nach Italien, Frankreich und England. Briefe, Druckgraphik und Publikationen machten Erkenntnisse und Darstellungen in ganz Europa bekannt. Anhand dieser Zeugnisse persönlicher Beziehungen wird die Ausstellung die Netzwerke der Erkenntnisgewinnung aufzeigen. Erst in mühevoller Beobachtung wurde beispielsweise deutlich, dass auch die einfachsten Tiere sich nur durch Fortpflanzung vermehren, nicht durch Spontangenese.

Bei giftigen und heilkräftigen Substanzen gab es Schnittfelder zwischen Heilkunst und Malerei. Außerdem brachte Marseus echte Schmetterlings¬flügel
in seine Gemälde ein, die die Natur nicht nur abbilden, sondern geradezu vorweisen. Sowohl Gärten mit lebenden Pflanzen als auch umfangreiche Sammlungen von Insekten, Muscheln und anderen Naturalien wurden angelegt. Die Naturalien¬sammlungen erlangten internationale Bekanntheit – nicht zuletzt durch Bildatlanten. Wieder waren es die Künstler, die die vermittelnde Rolle spielten.

Der Zusammenhang der Stillleben mit wissenschaftlichen Erkenntnissen ihrer Zeit macht die Werke für den heutigen Betrachter lebendig. Es wird ablesbar, dass es sich um frühe Zeugnisse der Naturerkenntnis handelt, in denen die Tradition mit dem noch heute gültigen Weltbild ringt. Vor allem aber bringt
die Ausstellung eine Malerei zur Anschauung, die eine ganz eigene Faszination ausstrahlt und hier zum ersten Mal zum Thema gemacht ist.

„Die faszinierende Detailgenauigkeit von Otto Marseus van Schrieck wird die Besucher der Ausstellung gefangen nehmen. Diese Verbindung von Forschung und Kunstgenuss war es, die Ernst von Siemens mit seiner Kunststiftung unterstützen wollte“ freut sich Dr. Martin Hoernes, Generalsekretär der Ernst von Siemens Kunststiftung, die zu den Förderern des Ausstellungsprojektes zählt.

Staatliches Museum Schwerin / Ludwigslust / Güstrow (Schwerin)

25.06.2017 - 07.01.2018 Pure Nature Art. Naturmaterialien in der zeitgenössischen Kunst
Museum Kunst der Westküste (Alkersum/Föhr)
Pressemitteilung
Die Natur unterliegt einem immerwährenden Prozess des Werdens und Vergehens und bezaubert uns durch ihre scheinbar unerschöpfliche Formen- und Farbenvielfalt. Der Mensch, selbst Teil der Natur, erkennt sie bereits seit der Antike als Lehrmeisterin an und versucht, ihre Gesetzmäßigkeiten zu erforschen. In der Kunst hielten im Verlauf der 1960er-Jahre Naturmaterialien Einzug in die Ausstellungsräume: Das Material selbst und nicht mehr das Abbild einer Landschaft geriet in den Blickpunkt. Auch verlagerte sich umgekehrt Kunst als Land Art nach draußen, in die Natur. Für die Ausstellung wurden sechs internationale zeitgenössische Positionen ausgewählt. Die über 20 Installationen, Objekte, Wandarbeiten und Skulpturen aus Materialien wie Muscheln, Federn, Sepiaschalen, Blättern, Kork, Pferdehaaren oder Rosenblüten lenken den Blick auf die Schönheit, Leichtigkeit und Fragilität der in der Natur aufzufindenden Materialien. Sie verweisen aber auch auf die faszinierende Systematik und gestaltende Kraft, die der Natur innewohnt. Bei dem Erforschen, Sammeln und Ordnen des Vorgefundenen, bei dem Erschaffen neuer Formen und Kontexte handelt es sich um eine respektvolle Aneignung des von der Natur Hervorgebrachten. Die Ausstellung liefert überraschende und nachdenklich stimmende Anregungen, dem vielschichtigen Verhältnis von Kunst und Natur nachzuspüren.

KünstlerInnen:
Bethan Huws (GB, Abb.)
Christiane Löhr (DE)
Alastair Mackie (GB)
David Nash (GB)
Regine Ramseier (CH)
Herman de Vries (NL)

Die Ausstellung begleitet ein Katalog.

Museum Kunst der Westküste (Alkersum/Föhr)

25.06.2017 - 07.01.2018 Jopie Huisman (1922–2000). Hommage an das einfache Leben
Museum Kunst der Westküste (Alkersum/Föhr)
Pressemitteilung
Erstmals außerhalb der Niederlande wird die künstlerische Arbeit des friesischen Malers Jopie Huisman (1922–2000) präsentiert. Seine realistischen, anrührenden Gemälde und Zeichnungen sind Zeugnisse des einfachen Lebens. Huisman, zugleich Lumpen- und Altmetallhändler, wurde als Autodidakt bereits zu Lebzeiten zur Legende und erlangte in den Niederlanden große Berühmtheit. In seiner Heimatstadt Workum ist ihm ein eigenes Museum gewidmet. Seine Bilder von Schuhen, Lumpen oder Puppen galten ihm gleichsam als Porträts seiner Mitmenschen, denen er Würde und Bildwürde zusprechen wollte. Damit schuf er eine Hommage an das einfache Leben der Friesen, ihre Landschaft und Kultur. Die Werke, die oftmals den Blick auf Absurditäten des menschlichen Zusammenlebens richten, berühren dabei durchaus existenzielle Fragen und sind mit einer Botschaft versehen, die von der Barmherzigkeit als etwas universell und zeitlos Menschlichem erzählt. Die Ausstellung präsentiert Werke aus dem Jopie Huisman Museum, Workum, ebenso wie solche aus einer Schweizer Privatsammlung. Sie entsteht in Kooperation mit dem Jopie Huisman Museum, Workum (NL).

Zur Ausstellung erscheint ein Katalog in deutscher, englischer, niederländischer und friesischer Sprache.

Museum Kunst der Westküste (Alkersum/Föhr)

24.06.2017 - 25.06.2017 Das Gravenhorster Malbuch | Dieter Call & Anja Voigt
DA, Kunsthaus Kloster Gravenhorst (Hörstel)
Pressemitteilung
Projektstipendium KunstKommunikation 17 – Kunst zum Mitmachen und Mitdenken | Malworkshop jew. Sa. 14 – 18 Uhr | Offenes Atelier jew. So. 11 – 14 Uhr

Die Künstler halten zeichnerische Sichtweisen und Perspektiven rund um das Kloster in einem Malbuch fest. Das Buch bietet jedem Besucher die Möglichkeit sich künstlerisch zu beteiligen. Die Teilnehmer sind eingeladen, ihre gestalteten Malbücher für eine Ausstellung einzureichen.

DA, Kunsthaus Kloster Gravenhorst (Hörstel)

03.06.2017 - 07.01.2018 Hybrid Layers
ZKM | Zentrum für Kunst und Medien (Karlsruhe)
Pressemitteilung
Die Ausstellung »Hybrid Layers« zeigt neue Perspektiven auf digitale Technologien, das Internet und soziale Netzwerke auf. Sie untersucht sowohl virtuelle als auch physische Erscheinungsformen einer neuen Art der Medienkunst sowie ihre vieldeutige, verführerische wie auch ironische Ästhetik.

»Wenn die Menschen nur auf ihre Regenschirme verzichten würden … dann wäre der Regen kein Problem mehr.«
– Riccardo Benassi

»Hybrid Layers« erkundet die vielfältigen Aspekte dessen, was als »digital condition«, als »Bedingung des Digitalen«, bezeichnet werden kann. In der Ausstellung wird das Digitale zum Schlüssel – zum »Apriori« – das den spezifischen Kosmos der kulturellen und konzeptuellen Szenarien, die von den einzelnen Arbeiten aufgezeigt werden, eröffnet. Die Ausstellung lenkt den Blick auf eine Generation von KünstlerInnen, die sich mit der wachsenden Präsenz der digitalen Sphäre und ihren Auswirkungen konfrontiert sehen.

Zur Zeit ihrer Entstehung war es möglich, Medienkunst als abschließende Kategorie zu behandeln. Heute hingegen bedeutet die Fokussierung auf Kunstwerke, die sich mit den umfangreichen Themen der Technologie und des Digitalen beschäftigen, in die Komplexität eines Feldes vorzudringen, das nicht unter eine spezifische Gattung oder ein Genre subsumiert werden kann. Die Ausstellung würdigt die multiplen Perspektiven, die durch Technologien offenkundig werden. Damit nimmt sie den Versuch vor, die verschiedenen Stränge einer offenen und vielseitigen und den Technologiediskurs von allen restriktiven Kategorisierungen befreienden Erzählung zu untersuchen.

»Wir sind so daran gewöhnt, in künstlichen Umgebungen zu leben, und wir sind so abhängig von Artefakten, dass wir oft vergessen, was sie eigentlich tun. […] Nur kommen sie nie als Objekte zur Welt, sondern immer als Projekte. Sie haben eine Geschichte, sie stecken voller Konflikte, sie bringen zahlreiche unbeabsichtigte Konsequenzen mit sich, sie erobern die Welt im Zickzackkurs«, so Bruno Latour über die wechselseitige Beziehung, die uns seiner Ansicht nach mit Technologien verbindet.

Wenn wir annehmen, dass Kunstwerke als Projekte in die Welt kommen und eben nicht als Objekte, dann können sie uns helfen, neue Orientierungen zu finden, indem sie Innovationen in ihren konkreten Ausprägungen, ihren Existenzweisen, hinterfragen und unseren Blick auf Technologie ständig verschieben und umschichten. Mit ihrem experimentellen Format folgt »Hybrid Layers« dieser Richtung anhand der Werke von KünstlerInnen, die sich eine Welt ohne das Internet kaum vorstellen können. Die Installationen, die in der Ausstellung gezeigt werden, erscheinen als vielschichtige Projekte, die sich mit zeitgenössischen Debatten befassen. Sie reflektieren, wie tief Technologien in Formen der Wissensproduktion, Wahrnehmung und Interaktion eingebettet sind. Damit legen sie ein Set von Praktiken offen, die unter einem Blickwinkel operieren, der weit über Medien hinaus- und in die alltägliche Erfahrung unserer Welt übergeht.

Wenn wir unseren Diskurs vom Bedürfnis nach restriktiven Kategorien befreien, dann tritt die Komplexität unserer Umgebung zutage – sei dies die materielle Beschaffenheit unserer Umwelt oder die Immaterialität der digitalen Sphäre – dann zeigen sich die kaleidoskopischen Facetten der Funktionen, Widersprüche, Phänomene, die uns in allen Bereichen unseres Lebens umgeben. Sobald die Kategorie aufgelöst ist, wird das Feld zu einem hybriden Nest voller multipler, mehrschichtiger Möglichkeiten.
Teilnehmende KünstlerInnen:

Riccardo Benassi
Enrico Boccioletti
Anne de Vries
Aleksandra Domanovi?
Ed Fornieles
Guan Xiao
Yngve Holen & Aedrhlsomrs Othryutupt Lauecehrofn
Yu Honglei
Delia Juergens
Daniel Keller
Lawrence Lek
Metaphysics (Beteiligte KünstlerInnen: Eddie Peake, Florian Meisenberg, Anne de Vries, Rubén Grilo, Mélodie Mousset & Näem Baron, Jack Strange und Anna K.E.; produziert von: Philip Hausmeier)
Katka Novitskova
Yuri Pattison

Credits

Giulia Bini (Kurator/in)
Sabiha Keyif (Kurator/in)
Daria Mille (Kurator/in)
Philipp Ziegler (Kurator/in)

ZKM | Zentrum für Kunst und Medien (Karlsruhe)

28.05.2017 - 28.05.2017 Marktzauber
DA, Kunsthaus Kloster Gravenhorst (Hörstel)
Pressemitteilung
| Klostermarkt mit regionalen Produkten, traditionellem Handwerk, Kunsthandwerk, Kulturprogramm und Künstlerdorf | Außengelände | Beginn: 11.00 Uhr | Eintritt: 2 €, Kinder bis 14 J. kostenlos

„Marktzauber“ steht für außergewöhnliche Kunstprojekte und Kulinarik, für ein buntes Angebot von regionalen Produkten und Leckereien, für die Vorstellung von alten Handwerkskünsten sowie für Spaß und anspruchsvolle Unterhaltung mit Musik und Kleinkunst. Im Künstlerdorf stellen die aktuellen Stipendiaten/innen ihre Projekte mit spannenden Aktionen und Mitmachangeboten vor.

DA, Kunsthaus Kloster Gravenhorst (Hörstel)

28.05.2017 - 18.06.2017 Poesie der Serie
BBK Karlsruhe, Künstlerhaus Karlsruhe (Karlsruhe)
Pressemitteilung
Norbert Nolte verschmilzt in seinen mit Lack, Papier und Karton gearbeiteten Collagen verschiedene Zeit- und Sinnschichten miteinander. Schrift als Textzeile oder Wort taucht auf, ergänzt das sichtbare Feld um eine weitere Ebene der Sprache. Die menschliche Figur, Pflanzen, Tiere und Objekte begegnen sich vor lichtdiffusen Hintergründen – Landschaft – oder nehmen Platz ein in einem nicht näher bestimmten Ort. Kreise und Ringe erzeugen zusätzliche Raumebenen und dynamisieren die Bildfläche. Für seine Bildgestaltung schöpft er aus einem reichen Fundus von Fundstücken aus Papier, oft mit filigraner Schere herausgelöst, mit Pinzette platziert und fein aufgeklebt, oder in Malerei übersetzt. Es sind Abbildungen aus alten Lehrbüchern, Schnipsel aus Zeitungen, Ausschnitte aus Jahrzehnte alter Reklame. Bekanntes wird in einen neuen, überraschenden Zusammenhang gestellt, eine Bilderwelt entsteht, die anregt zum Entdecken und phantasievollen Assoziieren.

Norbert Nolte, 2016 mit dem Kunstpreis der Sparkasse Karlsruhe ausgezeichnet, variiert seine Themen in Einzelarbeiten und in großen Serien, das jeweilige Thema auslotend, ausreizend, zu einem Bild- und Gedankenpanorama ausdehnend – ein Spiel mit den Möglichkeiten.


Kugelschreiberzeichnungen – Bernhard Stüber

Der Kugelschreiber fasziniert mich bis heute als höchst einfaches und dennoch virtuos einsetzbares Zeichengerät. Geeignet für schnell auf das Papier hingeworfene Gedankenblitze, für Entwurfsskizzen, für sorgfältig illusionistisch mit Licht- und Schattenzonen ausbalancierte Zeichnungen und schließlich für das Bezeichnen diverser Papier- und Kartonobjekte des Alltags. Ausgewählte Serien zeigen räumlich wirkende Buchstabenbilder auf Karton, wie zufällig geknitterte Faltenwürfe auf Briefumschlägen und meerähnlich wellig blaue Pappteller. Schwarz, Blau und Rot sind meine bevorzugten Farben. Heftig gestrichelt und diszipliniert schraffiert entfaltet sich so ein reichhaltiges Spektrum zarter Zwischentöne. Ausgebreitet innerhalb variationsreicher Serien.


Eröffnung Sonntag 28.5.2017 11 Uhr
Dauer der Ausstellung bis 18.6.2017
Galerie-Öffnungszeiten: Mi - Fr. 17-19h Sa + So 14-18h

BBK Karlsruhe, Künstlerhaus Karlsruhe (Karlsruhe)

20.05.2017 - 24.09.2017 Cranachs Luther! Werke der Malerfamilie Cranach
Staatliches Museum Schwerin / Ludwigslust / Güstrow (Schwerin)
Pressemitteilung
Ausstellung auf Schloss Güstrow

Das Staatliche Museum Schwerin / Ludwigslust / Güstrow veranstaltet im Reformationsjahr 2017 unter dem Titel Cranachs Luther! eine Ausstellung
zu Lucas Cranach dem Älteren und Lucas Cranach dem Jüngeren.
Die Wittenberger Malerdynastie stand in engem Kontakt zu namhaften Reformatoren wie Martin Luther oder Philipp Melanchthon und begleitete
mit ihren Gemälden und Grafiken die Zeitgeschehnisse. Beide Künstler galten
als die „Maler der Reformation“ und prägten im Wortsinn bis heute unser Lutherbild.

Erstmals präsentiert das Staatliche Museum die eigenen Bestände der Werke von Lucas Cranach dem Älteren, Lucas Cranach dem Jüngeren und ihrer Werkstatt in einer Sonderausstellung im Schloss Güstrow. Zu sehen sind die Zeichnungen zum Altar in der Wittenberger Stadtkirche sowie 16 Druckgrafiken, die für die Verbreitung der Gedanken der Reformation von zentraler Bedeutung waren.
Im Zentrum der Ausstellung stehen 12 Gemälde der Cranachs, die einen guten Einblick in das Schaffen der Maler ermöglichen.

Die Schau ist als Kabinettausstellung in zwei Räumen von Schloss Güstrow konzipiert. Wichtige Werke wie das Jugendbildnis Martin Luthers und seiner Frau Katharina von Bora befinden sich im Besitz des Staatlichen Museums.
Mit dem ganzfigurigen Luther-Porträt zeigt die Ausstellung ein Werk, das von zentraler kultur- und kunstgeschichtlicher Bedeutung ist. Es stammt aus der Schweriner Schlosskirche, dem ersten protestantischen Kirchenbau Norddeutschlands, und steht im Blickpunkt der Schau.

Die Kabinettausstellung wird begleitet von dem Vermittlungsprogramm
„Pop up Cranach“, einem Bereich für Kinder und Schüler, der 2015 im Rahmen der Cranach-Ausstellung in der Gemäldegalerie Berlin entstand. Aufgrund des großen Erfolgs war „Pop up Cranach“ bisher in mehreren Städten Deutschlands zu sehen. Kinder und Schüler können hier das Motivrepertoire der Cranachs auf spielerische Weise erkunden und selbständig eigene und neue Bildideen kreieren.

Staatliches Museum Schwerin / Ludwigslust / Güstrow (Schwerin)

19.05.2017 - 18.06.2017 Jugend gestaltet
DA, Kunsthaus Kloster Gravenhorst (Hörstel)
Pressemitteilung
| Ausstellung der besten Arbeiten aus dem Wettbewerb

Mit phantasievollen Skulpturen, spannenden Objekten und vielseitigen Drucken und Collagen präsentieren sich die jüngsten Kunstschaffenden aus dem Kreis Steinfurt.


DA, Kunsthaus Kloster Gravenhorst (Hörstel)

13.05.2017 - 13.08.2017 Wolfgang Mattheuer. Zum 90. Geburtstag Zeichnungen | Sammlung Peter Mathar
Kunstsammlung Jena (Jena)
Pressemitteilung
Mit dieser Ausstellung
möchten wir Wolfgang Mattheuer ehren, der zu den bedeutendsten Künstlern Deutschlands in den Jahrzehnten nach dem Zweiten Weltkrieg zählt und in diesem Jahr 90 Jahre geworden wäre. Mattheuer war nicht nur Maler, Grafiker und Plastiker, sondern auch ein unermüdlicher Zeichner. Die Ausstellung versammelt 100 Zeichnungen aus der Sammlung Peter Mathar, die sich ausschließlich auf diesen Bereich des Werkes konzentriert. Für die großzügige Leihgabe danken wir herzlich.

Kunstsammlung Jena (Jena)

06.05.2017 - 06.09.2017 Herbert Zangs - Vom Sinn des Chaos
Museum für Aktuelle Kunst – Sammlung Hurrle Durbach (Durbach)
Pressemitteilung
Vom 6. Mai bis 3. September 2017 sind im Museum für Aktuelle Kunst Durbach in der Ausstellung „Herbert Zangs - Vom Sinn des Chaos. Retrospektive“ mehr als 80 Arbeiten von Herbert Zangs zu sehen, von den frühen figürlichen Bildern über die experimentellen Collagen und Verweißungen bis hin zu den späteren Pinselabwicklungen und Blasenbildern.

Die Ausstellung widmet sich dem Phänomen Herbert Zangs, einem Pionier, der erst spät als solcher erkannt und anerkannt wurde, denn er selbst hat sich dem offiziellen Kunstbetrieb stets entzogen. Als junger Soldat der deutschen Luftwehr war er in Finnland und Norwegen unterwegs, wo ihn die weiten weiß verschneiten Flächen tief beeindruckten, deren Formen unter der Schneedecke nur noch abstrakt zu erahnen waren. Später nahm er 1945 in Düsseldorf sein Kunststudium an der durch den Krieg schwer geschädigten Akademie auf und begann ein reges Reiseleben.
Anfang der 50er Jahre begann er bereits mit seinen „Verweißungen“ zu experimentieren: Er collagierte „objets trouvés“, also gefundene Dinge, Fortgeworfenes und Müll, auf die Leinwand und überzog das Ganze dann mit einer dünnen Weißschicht, unter der die Eigenheiten der Gegenstände noch zu erahnen sind und zugleich abstrahiert werden. Jedoch ging er damit nicht an die Öffentlichkeit, da ihm die Arbeiten zu avantgardistisch erschienen. Erst 1972 findet sein Freund Adolf Luther im Keller eines Krefelder Gymnasiums frühe Arbeiten wieder, von denen Zangs selbst sich neu inspirieren lässt.
Während andere Künstler Karriere machten, wie beispielsweise Joseph Beuys, den er in Düsseldorf kennenlernte, verschwand Zangs immer wieder ins Ausland und ließ auch wichtige Aufträge einfach zurück, ebenso wie er sich oft nicht um das weitere Schicksal von Arbeiten kümmerte, die er gerade ausgestellt hatte. Er gilt als Wegbereiter der 1958 gegründeten Gruppe ZERO, welcher er aber nie angehören wollte, wenngleich er ihr nahestand.
Zangs‘ Werk ist geprägt von unerschöpflicher Neugierde, von immer neuen Experimenten: Er malte mit Scheibenwischern ebenso wie mit gebrauchten Toilettenpapierrollen oder Gläsern, mit deren in Farbe getauchten Rändern er die Blasenbilder schuf. Seine seriellen Bilder sind immer wieder durch Unregelmäßigkeiten unterbrochen – um keinen Preis darf Langeweile aufkommen, die Ordnung muss gestört werden, um Neues zu schaffen. Und auch, als ihn bereits eine falsch behandelte Diabetes an den Rollstuhl fesselte, entstanden noch Arbeiten, nämlich die extrem großformatigen Rollstuhlbilder. Mit seinen Arbeiten erforschte Zangs die Räumlichkeit, die Grenzen und Möglichkeiten des Bildraums und das Spiel von Licht und Schatten, die Wirkung von Weiß und Schwarz. Seine Antibücher, die er 1977 auch auf der Kasseler documenta 6 präsentierte, verkörpern die Leere zwischen den Seiten. Hier stellt der Künstler das gesamte Konzept des Buchs infrage, indem er entweder nur die äußere Form übernimmt oder die Seiten unlesbar macht.
Die Retrospektive „Vom Sinn des Chaos“ beleuchtet die zahlreichen Facetten dieses spannungsvollen Lebenswerkes, in dem sich die Persönlichkeit dieses unkonventionellen und bahnbrechenden Künstlers manifestiert.

Museum für Aktuelle Kunst – Sammlung Hurrle Durbach (Durbach)

06.05.2017 - 21.05.2017 Introverted View
BBK Karlsruhe, Künstlerhaus Karlsruhe (Karlsruhe)
Pressemitteilung
Ausstellung

Beatemarie Busch – Roswitha van der Zander

30. 04. – 21.05.2017

INTROVERTED VIEW

Vernissage 05. Mai, 19°° Uhr BBK Galerie

Die Ausstellung im Künstlerhaus des BBK Ka präsentiert 2 Künstlerinnen, die einen ganz eigenen Blick auf die Dinge richten, den klug forschenden introvertierten Blick, der die Oberfläche durchdringt, um gemeinsame Strukturen in menschlichen und vegetabilen Formen, in Mikro- und Makrokosmos zu entdecken.
Beatemarie Busch ertastet mit mikroskopischen Blick ihr Umfeld. Fragmentierte Körper agieren in ortlosen Räumen, die äußere Form bricht sie auf, schaut auf Zellstrukturen und Organe, sie löst Grenzen zwischen Wirklichkeit, Natur und Wissenschaft.
In Buschs Kaltnadelradierungen überlagern sich menschliche Form und Traumfragmente.
Roswitha van der Zander, der Schwerpunkt ihrer bildhauerischen Arbeit lag zuerst auf der figürlichen Darstellung. Davon ausgehend beschritt sie zwei Wege der Abstraktion: Von der Figur im Raum bis hin zu räumlichen Abstraktionen und von Körperausschnitten zu abstrahierten organischen Formen ganz allgemein.
In ihren Bleistiftzeichnungen geht Roswitha van der Zander immer von organischen Objekten aus, die sie aber nicht abbildhaft zeichnet, sondern auf subjektive Weise assoziativ und interpretierend darstellt.
Die Ausstellung im Künstlerhaus des BBK Ka präsentiert 2 Künstlerinnen, die einen ganz eigenen Blick auf die Dinge richten, den klug forschenden introvertierten Blick, der die Oberfläche durchdringt, um gemeinsame Strukturen in menschlichen und vegetabilen Formen, in Mikro- und Makrokosmos zu entdecken.
Beatemarie Busch,  als Malerin ertastet  sie mit mikroskopischen Blick ihr Umfeld. Fragmentierte Körper agieren in ortlosen Räumen, die äußere Form bricht sie auf, schaut auf Zellstrukturen und Organe, sie löst Grenzen zwischen Wirklichkeit, Natur und Wissenschaft.
In  Buschs Kaltnadelradierungen  überlagern sich menschliche Form und Traumfragmente.
Roswitha van der Zander, der Schwerpunkt  ihrer bildhauerischen Arbeit lag zuerst auf der figürlichen Darstellung. Davon ausgehend beschritt sie zwei Wege der Abstraktion: Von der Figur im Raum bis hin zu räumlichen  Abstraktionen und von Körperausschnitten zu  abstrahierten  organischen Formen ganz allgemein.
In ihren Bleistiftzeichnungen geht Roswitha van der Zander immer von organischen Objekten aus, die sie aber nicht abbildhaft zeichnet, sondern auf subjektive Weise assoziativ und interpretierend darstellt.

BBK Karlsruhe, Künstlerhaus Karlsruhe (Karlsruhe)

06.05.2017 - 13.08.2017 Roger Ballen. Ballenesque – a Retrospective
Kunstsammlung Jena (Jena)
Pressemitteilung
Ballens Bildräume gleichen inneren Landschaften, die so unlogisch wie Träume, das Dasein seiner Protagonisten umspielen und den „Irrsinn“ menschlicher Existenz in Südafrika ausmalen. Das Werk entsteht in Schwarzweiß: weiß wie Papier, schwarz wie eine Notation in Tinte. Das Grau ist das Ergebnis ihrer Vermischung. Die umfangreichste Folge der Ausstellung,
Asylum of the Birds, handelt in den Randbezirken von Johannesburg, an einem Ort, wo Ausgegrenzte leben und Schönheit und Hässlichkeit, Gut und Böse ineinander verschwimmen. Umschwirrt von tausenden Vögeln gleicht das Areal einem Universum, das den Blick auf existenzielle Abgründe so bildgewaltig offen legt, als hätte hier Samuel Beckett Goyas Caprichos inszeniert. Hier ist ein Ende ohne Ende, eine launige Welt voller Untiefen und so authentisch wie vieles, das zu unserem Leben gehört. Vieles ist absurd, der Humor ist zum Schreien und so Ernst wie das Leben, das sich hier dem Betrachter entbietet. Nietzsches Diktum vom Menschen, der so tief leidet, dass er deshalb das Lachen erfinden musste, scheint hier in unnachahmlicher Weise umgesetzt.
In der Ausstellung werden 67 Fotos und 5 Videos gezeigt. Die Fotos wurden aus folgenden Serien ausgewählt: I Fink U Freeky / Outland / Shadow Chamber / Asylum of the Birds / The Theatre of Apparitions / Boarding House. Das Video I Fink U Freeky zählt zu den erfolgreichsten Musikvideos der vergangenen Jahre und ist in Kooperation mit der südafrikanischen Rap-Rave-Band Die Antwoord entstanden.

Kunstsammlung Jena (Jena)

30.04.2017 - 02.07.2017 Malkovich Malkovich Malkovich Homage to Photographic Masters
KuK - Kunst- und Kulturzentrum der StädteRegion Aachen (Monschau)
Pressemitteilung
Der legendäre Schauspieler John Malkovich hat mit dem Fotografen Sandro Miller ein außergewöhnliches Fotoprojekt verwirklicht. John Malkovich spielte in seiner Karriere viele komplexe Rollen: einen Schurken, einen Geheimagenten, einen Intellektuellen, einen Wissenschaftler, einen Künstler, einen skrupellosen Intriganten und einen bösen König. Im Rahmen dieses Projektes schlüpfte er gleich mehrmals in ganz verschiedene Rollen, indem er zahlreiche ikonische Fotografien nachstellte. So sehen wir John Malkovich als Alfred Hitchcock with Goose, als Che Guevara, als Marilyn Monroe, als Meryl Streep, als Albert Einstein, als Salvador Dalí oder als Muhammad Ali - verblüffend ähnlich den zum Vorbild genommenen ikonischen Fotografien und doch anders als die Originale. Die Ausstellung wird zu ersten und einzigen Mal in Deutschland präsentiert.

Fotocredit: Diane Arbus: Identical Twins, Roselle, New Jersey (1967), © Sandro Miller (2014) / Courtesy Catherine Edelman Gallery, Chicago

KuK - Kunst- und Kulturzentrum der StädteRegion Aachen (Monschau)

29.04.2017 - 20.08.2017 Markus Lüpertz
ZKM | Zentrum für Kunst und Medien (Karlsruhe)
Pressemitteilung
Ende April würdigt eine Ausstellung – anlässlich seines noch 75. Geburtstag-es – das Schaffen des Malers und Bildhauers Markus Lüpertz, der mehr als zehn Jahre (1974–1986) an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Karlsruhe lehrte und Karlsruhe als einen bedeutenden Ort für die Malerei etablierte.

ZKM | Zentrum für Kunst und Medien (Karlsruhe)

20.04.2017 - 03.07.2017 Juergen Teller. Enjoy Your Life!
Martin-Gropius-Bau Berlin (Berlin)
Pressemitteilung
Juergen Teller, geboren 1964 in Erlangen, zählt international zu den gefragtesten Fotografen der Gegenwart. Seine Arbeiten, oft umfangreiche Serien, werden in Büchern, Zeitschriften, Magazinen und Ausstellungen veröffentlicht. Seit 1986 lebt er in London. Dort begann er für Musik-, Zeitgeist- und Modemagazine zu fotografieren. Bekannt wurde er 1991 als er die Band Nirvana fotografierte und seine Fotos von Kurt Cobain veröffentlichte. Juergen Tellers Arbeiten bewegen sich seitdem an der Schnittstelle zwischen Kunst und kommerzieller Fotografie. Rund 250 Bilder geben Einblicke in sein Gesamtwerk.

Foto: Juergen Teller, Eva Herzigova. Mit dem Teller nach Bonn Serie, 2016
© Juergen Teller

Martin-Gropius-Bau Berlin (Berlin)

13.04.2017 - 07.05.2017 STRUKTUREN und VERZWEIGTES. Monika Kaeser / Plastische Bilder Christa Dihlmann / Objekte
GEDOK Künstlerinnenforum Karlsruhe (Karlsruhe)
Pressemitteilung
Christa Dihlmanns Auge ist das einer Bildhauerin. Geprägt vom Studium der Bildhauerei liegt der Fokus ihrer Arbeiten auf dem plastischen Gestalten, dem Fertigen räumlicher Objekte. Losgelöst von dem ursprünglich bevorzugten, eher schweren und festen Werkstoff Ton verwendet die Künstlerin heute leichtes und fragiles Material wie dünne Zweige, feiner Faden und Japanpapier. Durch die Kombination dieser Elemente entstehen zarte Gebilde, in denen sich Körperhaftigkeit und Transparenz grazil verbinden. Begrenzende Flächen machen den Blick frei auf Innenwände und geben somit Einblick in imaginäre Innen- und Zwischenräume. Es sind Einblicke, Durchblicke und Ausblicke, die in immer wechselnden Betrachtungswinkeln eine Vielzahl an reizvollen Kompositionen hervorrufen.

Monika Kaeser beschäftigt sich außer mit den Erscheinungsformen der Natur vor allem mit Spuren und Strukturen gegenwärtiger wie auch längst vergangener Kulturen. Ihren selbst geschöpften Papieren mischt sie zunächst Pflanzenfasern, Blätter, Kräuter oder Federn bei, die deren Oberfläche eine formale Struktur verleihen. Mit diesen von pflanzlichen Fragmenten durchwirkten Papierblättern begibt sich die Künstlerin dann auf Exkursion in die Natur oder zu historischen Orten und Ausgrabungsstätten. Dort fertigt sie Abdrücke nicht nur auf Baumrinden, Gemäuern oder Felsen, sondern auch auf Inschriftsteinen oder Texttafeln an, um diese danach mit Aquarell- oder Gouachefarben zu bearbeiten. So entstehen Abformungen von strukturierten Oberflächen und menschlichen Spuren. Vorhandenes wird eingefangen, bewahrt und auf eine weitere künstlerische Ebene transformiert. Monika Kaeser macht Vorgefundenes sichtbar und findet durch die Interpretation der Spuren, die das Leben und der Mensch hinterlassen, zur ganz eigenen Bildsprache.

Vernissage: Do 13.04.2017, 20 Uhr
Einführung: Mechthild Pater
Karfreitag – Ostersonntag geschlossen
Finissage: So 07.05.2017

GEDOK Künstlerinnenforum Karlsruhe (Karlsruhe)

12.04.2017 - 05.11.2017 Der Luthereffekt 500 Jahre Protestantismus in der Welt
Martin-Gropius-Bau Berlin (Berlin)
Pressemitteilung
Erstmals illustriert eine Ausstellung die globale Vielfalt und Wirkungsgeschichte, aber auch die Konfliktpotenziale des Protestantismus zwischen den Kulturen. Welche Spuren hinterließ der Protestantismus in anderen Konfessionen, Religionen und Lebensentwürfen? Wie veränderte er sich selbst durch diese Begegnungen – und nicht zuletzt: Wie haben sich Menschen die evangelische Lehre angeeignet, sie geformt und gelebt? Die Ausstellung „Der Luthereffekt“ erzählt eine weltumspannende Geschichte von Wirkung und Wechselwirkung, die um 1500 einsetzt und bis in die Gegenwart reicht, exemplarisch dargestellt an Deutschland und Europa 1450–1600, Schweden 1500–1750, Nordamerika 1600–1900, Korea 1850–2000 und dem heutigen Tansania.

Das Deutsche Historische Museum präsentiert die Ausstellung im Martin-Gropius-Bau auf ca. 3.000 qm und trägt hierfür herausragende Exponate von nationalen und internationalen Leihgebern zusammen, die vielfach bisher noch nie in Deutschland zu sehen waren. Umfangreiche Vermittlungsangebote sowie ein attraktives Rahmenprogramm ergänzen die Ausstellung. Begleitend erscheint ein reich illustrierter Katalog.

Die Schau des Deutschen Historischen Museums ist eine von vier Nationalen Sonderausstellungen zum 500. Reformationsjubiläum 2017. Gefördert von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien sind neben Berlin die Ausstellungsorte Torgau (2015), die Wartburg in Eisenach und Lutherstadt Wittenberg. Die Ausstellungen stehen unter der Schirmherrschaft des Bundespräsidenten Joachim Gauck. Der Deutsche Sparkassen- und Giroverband unterstützt die Ausstellung „Der Luthereffekt. 500 Jahre Reformation“ als Hauptsponsor. Weitere Projekte im Rahmen der Reformationsdekade werden von Institutionen der Sparkassen-Finanzgruppe in Thüringen, Sachsen-Anhalt und Sachsen gefördert.

Foto:
Martin Luther im Kreise von Reformatoren, 1625/1650
© Deutsches Historisches Museum

Martin-Gropius-Bau Berlin (Berlin)

09.04.2017 - 25.06.2017 Camill Leberer (im 2-RAUM des Museum Art.Plus)
Museum Art.Plus (Donaueschingen)
Pressemitteilung
Camill Leberer (* 1953 in Kenzingen / lebt und arbeitet in Stuttgart) ist Bildhauer, aber auch Maler, Zeichner und Fotograf.
Seit den 1980er-Jahren verfolgt er ein eigenwilliges künstlerisches Werk, in dem er die Skulptur hin zum Malerischen öffnet und gleichzeitig die Malerei an die Grenze des Skulpturalen führt. Seine bevorzugten Materialien sind Farbe, Stahl und Glas, aber auch transparente Kunststoffe oder Papiere, die er sowohl in räumlichen Gebilden wie in Wandarbeiten einsetzt. In seinen technoiden aber zugleich poetischen Werken scheint eine eindeutige Unterscheidung von Plastik, Malerei und Zeichnung, zwischen Räumlichem und Flächigem, Offenem und Geschlossenem, Nähe und Distanz, Vorne und Hinten, sowie Materialität und Immaterialität aufgehoben zu sein.

Die Ausstellung im 2-RAUM präsentiert einen konzentrierten Querschnitt seines vielschichtigen Schaffens anhand von Zeichnungen, Fotoarbeiten, Plastiken bis hin zur raumgreifenden Installation.

Museum Art.Plus (Donaueschingen)

08.04.2017 - 02.07.2017 Meisterwerke der französischen Moderne. Malerbücher von Bonnard bis Picasso
Staedtische Galerie Bietigheim-Bissingen ( Bietigheim-Bissingen)
Pressemitteilung
Die Künstler der französischen Moderne wie Pierre Bonnard, Georges Braque, Marc Chagall, Maurice Denis, Fernand Léger, Aristide Maillol, Henri Matisse, Joan Miró und Pablo Picasso haben auch in den grafischen Künsten Meisterwerke geschaffen. Die Ausstellung widmet sich den Malerbüchern – diese Gattung aufwändig gestalteter Bücher entstand Ende des 19. Jahrhunderts maßgeblich in Frankreich. So bietet sich ein repräsentativer Überblick über die Entwicklung der ›livres d’artistes‹ im 20. Jahrhundert: bibliophile Bücher mit Originalgrafiken, auf hochwertigem Papier in begrenzter Auflage gedruckt, wobei das Verhältnis von Text und Bild häufig gleichrangig ist. Die Künstler illustrierten sowohl Klassiker von Ovid, Vergil oder Hesiod und kommentierten sie dergestalt für ihre Zeitgenossen, setzten sich aber gleichfalls mit den avantgardistischen Dichtern des 19. und 20. Jahrhunderts wie Guillaume Apollinaire, Charles Baudelaire oder James Joyce auseinander. Gelegentlich schmückten sie auch eigene Texte bildnerisch.
Generell gingen die Künstler weit über eine grafische Nacherzählung der Texte hinaus, nicht selten führen die Bilder ein Eigenleben. Viele Künstler pflegten inspirierenden Austausch und freundschaftliche Kontakte mit französischen Schriftstellern – so hatte Picasso über die Tür seines Pariser Ateliers »Rendezvous der Dichter« geschrieben. Der Kunsthändler und Verleger Ambroise Vollard konnte ihn und viele weitere Künstler für die Buchkunst begeistern und revolutionierte die Ästhetik dieses Mediums. Überhaupt kann die Bedeutung der verschiedenen Verlegerpersönlichkeiten nicht hoch genug für die Entwicklung des Malerbuchs bewertet werden. Die schöpferische Symbiose von bildenden Künstlern, Dichtern und Verlegern führte in der französischen Moderne zur Entstehung wahrer Gesamtkunstwerke.
Für die Ausstellung sind die – meist ungebundenen – Bücher so aufbereitet, dass die attraktiven, häufig farbigen Holz und Linolschnitte, Lithografien, Radierungen und Aquatinten von 18 namhaften Künstlern der französischen Moderne intensiv betrachtet werden können: Die losen Blätter sind gerahmt, die gebundenen Bücher sind digital zu blättern und Hörstationen lassen die Texte lebendig werden. So veranschaulichen die präsentierten Künstler- und Malerbücher von 1893 bis 1966 die stilistische Formentwicklung und Vielfalt an künstlerischen Strömungen vom Spätimpressionismus bis zur Abstraktion. Die Ausstellung entstand in Kooperation mit dem Kunstmuseum Pablo Picasso Münster, das mit der Sammlung Classen einen einzigartigen Fundus an französischen Malerbüchern beherbergt.

Wir laden Sie herzlich ein zur Eröffnung am Freitag, 7. April um 19 Uhr.


Öffentliche Führungen
Jeden Sonn- und Feiertag, jeweils 11.30 Uhr

Führung für Lehrkräfte
Montag, 24. April, 17 Uhr


Literarische Soirée
Donnerstag, 4. Mai, 18.30 Uhr
Donnerstag, 1. Juni, 18.30 Uhr
und speziell für
Seniorinnen und Senioren:
Literarische Matinée
Freitag, 2. Juni, 9.30 Uhr
Kuratorenführung
mit Dr. Isabell Schenk-Weininger
und szenische Rezitation
mit Lisa Kraus und Rüdiger Erk
Anmeldung: 07142 74 - 483

Mit dem anderen Blick
Expertenführung mit
Uta Schneider, freischaffende
Künstlerin, Typografin und
Dozentin, ehem. Geschäftsführerin
der Stiftung Buchkunst
Donnerstag, 29. Juni, 18.30 Uhr

Workshops für Kinder und Jugendliche

Erzähl mal…
Osterferienworkshop
Dienstag und Mittwoch, 11. und 12. April 2017
10–13 Uhr für Kinder von 6 bis 10 Jahren
14–17 Uhr für Kinder von 8 bis 12 Jahren

TextBild oder BildText?
Samstag, 13. Mai 2017, 14.30–17.30 Uhr
für Kinder von 7 bis 12 Jahren

Wir falten uns ein fantastisches Leporello
Samstag, 20. Mai 2017, 14.30–17.30 Uhr
für Kinder von 8 bis 12 Jahren

Wortsalat und Buchstabensuppe
Samstag, 1. Juli 2017, 14.30–17.30 Uhr
für Kinder von 6 bis 10 Jahren


Workshopwochen für Schulklassem aller Altersstufen
2. bis 19. Mai, Uhrzeit nach Absprache
im Anschluss wird eine Auswahl der kreativen Ergebnisse ausgestellt!

Anmeldung für alle Workshops unter: 07142 74-483

Studioausstellung:
Einblick in die Sammlung:
Malerbücher und Mappenwerke des 20. und 21. Jahrhunderts
8. April bis 24. September
Parallel und ergänzend zur großen Ausstellung »Meisterwerke der französischen Moderne. Malerbücher von Bonnard bis Picasso« zeigt die Städtische Galerie aus dem eigenen Bestand eine Auswahl an Malerbüchern und Mappenwerken von der klassischen Moderne bis zur Gegenwart.


Öffnungszeiten
Dienstag, Mittwoch, Freitag 14–18 Uhr
Donnerstag 14–20 Uhr
Samstag, Sonntag 11–18 Uhr
Karfreitag, Ostermontag, Maifeiertag, Himmelfahrt, Pfingstmontag, Fronleichnam 11–18 Uhr

Eintritt frei an jedem ersten Freitag im Monat sowie am Internationalen Museumstag: Sonntag, 21. Mai
Eintritt 6 €, ermäßigt 4 €
Öffentliche Führungen 3 € zzgl. Eintritt
Spezialführungen 5 € zzgl. Eintritt
Private Gruppenführungen 55 € / 65 € zzgl. erm. Eintritt
Führungen für Gruppen und Schulklassen nach telefonischer Vereinbarung


Städtische Galerie Bietigheim-Bissingen
Hauptstraße 60–64
74321 Bietigheim-Bissingen
Telefon 07142 74-483
Telefax 07142 74-446
http://galerie.bietigheim-bissingen.de
galerie@bietigheim-bissingen.de

Staedtische Galerie Bietigheim-Bissingen ( Bietigheim-Bissingen)

01.04.2017 - 18.06.2017 Skulpturen aus der Sammlung
Städtische Galerie Karlsruhe (Karlsruhe)
Pressemitteilung
Spannende Einblicke in unter­schied­li­che Positionen der Bildhaue­rei im 20. Jahrhun­dert verspricht die Ausstel­lung „Skulp­tu­ren aus der Sammlung“ mit Werken aus dem eigenen Bestand und der renom­mier­ten Sammlung Garnatz, die sich seit 1996 als Dauer­leih­gabe in der Städti­schen Galerie Karlsruhe befindet. Der Spannungs­bo­gen reicht von Hermann Binz und seiner Bronze­plas­tik der „Stefanie“ – sie entstand um 1905 und schmückt in der endgül­ti­gen Ausführung den Brunnen auf dem Stephan­platz – über Hans Uhlmanns Zeichnung im Raum mit dem Titel „Entspan­nung“ von 1948 zu Horst Egon Kalinow­skis reduzier­ter Figür­lich­keit in der Plastik „Die Mutter des Bernstein“ aus dem Jahr 1965. Die Sammlung Garnatz schließt mit Werken aus den 1980er Jahren an. Hierzu gehören die experi­men­tell gestal­te­ten Köpfe der „Bürger von Florenz“ von Markus Lüpertz ebenso wie der aus einem Holzstamm geschla­gene „Selbst­kopf I“ (1984) A. R. Pencks oder die filigrane Instal­la­tion „Löffel­mu­scheln“ von Rosemarie Trockel.
Zu sehen sind zudem dreidi­men­sio­nale Werke unter anderem von Horst Antes, Georg Baselitz, Stephan Balkenhol, Günther Förg, Bernhard Heiliger, Per Kirkeby, Kalin Lindena, Wilhelm Loth und Werner Pokorny.

Foto: Rosemarie Trockel, ohne Titel (Löffelmuscheln), 1986, (c) Städt. Galerie Karlsruhe

Städtische Galerie Karlsruhe (Karlsruhe)

01.04.2017 - 22.10.2017 Poetische Expansionen
ZKM | Zentrum für Kunst und Medien (Karlsruhe)
Pressemitteilung
Im April eröffnet das ZKM eine Reihe zum Thema „Poetische Expansionen“: Hier werden kuünstlerische Positionen von Hansjörg Mayer (The Smell of Ink), Gerhard Rühm (soon | just | now), Konrad Schäuffelen, Helmut Heißenbüttel und Reinhard Döhl vorgestellt ebenso wie die Arbeiten von Nanni Balestrini (Wer das hir liest braucht sich vor nichts mehr zu fürch-ten) . Diese und andere Dichter, z.T. der Stuttgarter Schule zugehörig, haben die Medienrevolutionen eingeleitet, indem sie das Buchstabenfeld um die zweidimensionale Fläche in Raum und Zeit und dessen Produkt, das Buch, in die Medien Audio, Foto, Film, Video, Computer und Internet erweitert haben.

ZKM | Zentrum für Kunst und Medien (Karlsruhe)

31.03.2017 - 14.05.2017 Johannes Kimmel-Groß "Schwarz ist bunt"
Kunstverein Kreis Soest e. V. (Soest)
Pressemitteilung
Durch ein persönliches Ereignis bevorzugt der Künstler die Farbe Schwarz. Aus dem Schwarz erwachsen - oft aus Tiefenschichten - leuchtendes Blau oder Rot. Strukturell aufgebaute Acryl-Farbschichtungen erzeugen den Eindruck von "Lebensfurchen".

Kunstverein Kreis Soest e. V. (Soest)

26.03.2017 - 10.09.2017 Historische Präsentation Geschichte hinterm Giebel – Émigrés in Gravenhorst | Mit Vortrag von Dr. Ut
DA, Kunsthaus Kloster Gravenhorst (Hörstel)
Pressemitteilung
Nach der Französischen Revolution verließen viele Geistliche ihr Land aus Angst um Leib und Leben. Sie kamen auch ins Fürstbistum Münster. Seit 1794 fanden sie in Gravenhorst Aufnahme.

DA, Kunsthaus Kloster Gravenhorst (Hörstel)

16.03.2017 - 31.12.2017 Neukonzipierte Sammlungsausstellung mit Werken von Karl Hofer (1878-1955) und Karl Albiker (1878-196
Museum Schloss Ettlingen (Ettlingen)
Pressemitteilung
Wiedereröffnung ab 16. März 2017

Die Stiftung aus dem Nachlass des Bildhauers Karl Albiker, der lange Jahre in Ettlingen gelebt und gearbeitet hat, und die großzügige Dauerleihgabe von zahlreichen Werken Karl Hofers der Stiftung Menschenbild in Winterthur bildet seit vielen Jahren den Grundstock der städtischen Kunstsammlung.
Die künstlerische Auseinandersetzung mit dem Thema „Figur und Raum“ und die feinfühlige Interpretation des Menschenbildes nimmt im Werk beider Künstler eine zentrale Stellung ein. Schon in jungen Jahren begegneten sich die beiden Künstler während ihres Studiums an der Großherzoglichen Kunstakademie in Karlsruhe. Beide lebten einige Jahre zur gleichen Zeit in Rom, gründeten dort nahezu zeitgleich ihre Familien und als Albiker sich durch den Villa Romana-Preis ein Jahr in Florenz aufhielt besuchte Karl Hofer ihn dort. Auch in dem als Atelierhaus konzipierten Wohnhaus der Familie Albiker in der Nähe des Ettlinger Schlosses war Karl Hofer neben vielen anderen Künstlerfreunden immer wieder zu Gast. Der enge künstlerische Austausch jener Zeit, der in Briefen und Tagebucheintragungen belegt ist, führte zu einer lebenslangen Freundschaft. die sie trotz unterschiedlicher Arbeitssituationen und Erlebnisse während des Dritten Reiches aufrechterhielten.
Die neue Sammlungsausstellung verfolgt kein chronologisches Konzept, sondern konzentriert sich auf fünf Themen:

Porträt
Tanz und Musik
Figur und Raum
Stillleben/Sitzende/Akte
Landschaft/Figur in Landschaft

Beide Künstler beschäftigten sich mit diesen Themen aus materialspezifisch unterschiedlichen Perspektiven. Hier in der Städtischen Galerie im Ettlinger Schloss stehen sich die Werke der beiden Künstlerfreunde Karl Hofer und Karl Albiker in einer nachvollziehbaren Präsentation in einem spannenden Dialog gegenüber.
Karl Hofer gehört zu den großen Vertretern der klassischen Moderne in Deutschland. Als Zeitgenosse der ersten Expressionisten-Generation wird er mit dieser wie auch mit Vertretern der „Neuen Sachlichkeit“ stilistisch zwar in Verbindung gebracht, nimmt jedoch in den Kunstströmungen seiner Zeit eine singuläre Position ein. Die Bedeutung, die Karl Hofer bis heute genießt, ist neben seiner Bearbeitung der beiden klassischen Themen Landschaft und Stillleben, vor allem auf die charakteristischen Interpretationen seines Menschenbildes zurückzuführen.
Karl Albikers Oeuvre fokussiert neben vielen plastischen Porträts, den nackten, menschlichen Körper als Ausdrucksträger innerer und äußerer Bewegung. Beeindruckend vielseitig sind dabei die darstellerischen Motive von ruhenden, sitzenden, liegenden und bewegten Körpern, die immer auf den sie umgebenden Raum bezogen sind. Besonders eindrücklich zeigt sich dies bei seinen bauplastischen Arbeiten und Denkmälern.

Foto: (c) Städtische Galerie Ettlingen

Museum Schloss Ettlingen (Ettlingen)

11.03.2017 - 06.08.2017 Aldo Tambellini: Black Matters
ZKM | Zentrum für Kunst und Medien (Karlsruhe)
Pressemitteilung
Black Matters ist die erste umfassende Einzelausstellung des italo-amerikanischen Künstlers Aldo Tambellini (* 1930 in Syracuse, NY, USA), der zu den Pionieren der Intermedia Art und den experimentellen Avantgarden der 1960er und 1970er Jahre gehört.
Die Ausstellung Black Matters unternimmt eine Reise durch Tambellinis produktivste, energetisch aufgeladenste und vielseitigste Periode (1960–1980). Sie erkundet seine Gemälde und seine multimediale Praxis, welche Lumagramme (handbemalte Dias), Videos, Videogramme, Malereien, Foto-grafien, Installationen und Filmwerke umfasst. Zu sehen ist eine Auswahl seiner jüngsten Multimedia-Arbeiten, die bereits im Centre Pompidou (2012), der Tate Modern (2012), dem MoMA New York (2013) und bei der 56. Bien-nale di Venezia (2015) präsentiert wurden. Auch wird eine ortsspezifische Installation gezeigt, die aus Anlass der Retrospektive am ZKM in Auftrag gegeben wurde. Die neue Multimedia-Installation wird sechzig Jahre später erneut Tambellinis künstlerische Kreativität und sein aktuelles politisches, wie philosophisches Unterfangen präsentieren: Schwarz spielt eine Rolle, „Black Matters“.

ZKM | Zentrum für Kunst und Medien (Karlsruhe)

11.03.2017 - 11.06.2017 Friedrich Kiesler: Architekt, Künstler, Visionär. Wiederentdeckte Moderne I
Martin-Gropius-Bau Berlin (Berlin)
Pressemitteilung
Friedrich Kiesler, geboren 1890 in Czernowitz, gestorben 1965 in New York, war ein austro-amerikanischer Architekt, Bühnenbildner, Designer, Künstler und Theoretiker. Sein die Grenzen der einzelnen Kunstgattungen sprengender künstlerischer Ansatz, sein Konzept eines endlos fließenden Raumes und seine ganzheitliche Designtheorie des Correalismus zählen zu den großen Visionen des 20. Jahrhunderts und erfreuen sich ungebrochener Aktualität. Darüber hinaus war Kiesler eine zentrale Figur im Netzwerk der Aesthetic Community in New York, und sein Freundeskreis liest sich wie ein Who-is-Who der Avantgarde.

Der Martin-Gropius-Bau widmet dem Universalkünstler Friedrich Kiesler eine Ausstellung, in der das vielschichtige Œuvre in all seinen Facetten erstmals auch in Deutschland vorgestellt wird. Anhand zentraler Projekte, wichtiger Künstlerfreundschaften und Gemeinschaftsarbeiten wird auch sein Umfeld skizziert, seine Bedeutung für die Architektur- und Kunstgeschichte des 20. Jahrhunderts aufgezeigt.
Berlin ist hierfür als Ort geradezu perfekt: Es ist die Stadt, in der Kiesler mit einem elektro-mechanischen Bühnenbild für Karel ?apeks W.U.R. (R.U.R.) Werstands Universal Robots 1923 seinen ersten großen Erfolg feiert und im wahrsten Sinne des Wortes auf die Bühne der Avantgarde springt. Ein Jahr später sorgt er in Wien mit der Ausstellungsgestaltung für die von ihm auch kuratierte „Internationale Ausstellung neuer Theatertechnik“ und seiner Raumbühne als zentrales Ausstellungsstück ein weiteres Mal für Furore. 1925 wird er von Josef Hoffmann eingeladen, die österreichische Theatersektion für die „Exposition Internationale des Arts Décoratifs et Industriels Modernes“ in Paris zu gestalten. Diesen Auftrag nutzt er, um seine Zukunftsvision einer frei schwebenden Stadt, die Raumstadt modellhaft als Ausstellungsstruktur zu präsentieren. 1926 geht er nach New York, um ein weiteres Mal eine „International Theatre Exposition“ zu organisieren.

Kiesler verlässt Europa mit avantgardistischen Projekten im Gepäck. Mit großen Erwartungen angekommen, bleiben sie anfänglich unerfüllt. Seine Ideen scheinen zu avantgardistisch für die Neue Welt. Kiesler arrangiert sich rasch mit der harten Realität im New York der 1920er Jahre und findet in der Gestaltung von Schaufenstern und Geschäftslokalen ein erfolgreiches Betätigungsfeld. Mit dem Film Guild Cinema schafft Kiesler 1929 in New York das erste 100% Cinema, eine Ikone der modernen Kinoarchitektur, die mit zusätzlichen Projektionen an die Seitenwände und Decke des Auditoriums ein frühes Beispiel der Virtual Reality darstellt.

Kiesler arbeitet in den 1930ern an Möbel- und Lampenentwürfen und errichtet 1933 in den Schauräumen der Modernage Furniture Company in New York das Space House, seine Vision eines Einfamilienhauses, als 1:1 Modell. Viele Kernthemen der Kiesler‘schen Entwurfs- bzw. Architekturtheorie, vor allem sein Konzept einer „Raum-Zeit-Architektur“, werden hier erstmals formuliert.

1934 beginnt Kiesler, nach einer zehnjähringen Unterbrechung wieder für das Theater zu arbeiten. Mit dem Bühnenbild für George Antheils Oper Helen Retires gelingt ihm ein erfolgreicher Einstand in der New Yorker Theaterszene, der zu einem Engagement an der Juilliard School of Music führt. An die 60 Ausstattungen entstehen dort während seiner 25-jährigen Lehrtätigkeit. Mit dem Woodstock Theater (1929) und dem Universal Theater (1959-62) schafft Kiesler zwei Prototypen multifunktionaler Kulturspielstätten, die allerdings nur als Modelle realisiert werden.

Von 1937 bis 1941 leitet Friedrich Kiesler das Laboratory for Design Correlation an der Columbia University in New York und entwickelt seine Correalismus-Theorie, einen ganzheitlichen Designansatz, der auf wissenschaftlicher Analyse gründet und in dessen Zentrum der Mensch steht. Im Zuge seiner Forschung beschäftigt sich Kiesler intensiv mit der menschlichen Wahrnehmung und entwickelt die Vision Machine, mit deren Hilfe er das menschliche Sehen als einen aktiven Prozess visualisieren möchte. Diese Studien bilden die Grundlage seiner späteren Ausstellungsgestaltungen. Im Laufe der 1940er Jahre arbeitet Kiesler außerdem an zwei umfangreichen Buchprojekten – einer Publikation seiner Designtheorie des Correalismus und an einer Kulturanthropologie der Architektur mit dem klingenden Titel „Magic Architecture“. Beide Schriften bleiben unpubliziert.

Zur selben Zeit gestaltet Kiesler mehrere spektakuläre Ausstellungsräume: Peggy Guggenheims Galerie „Art of This Century Gallery“ die „Russian American Exhibition”, eine „Hall of Ecology“ im American Natural History Museum, die Ausstellung „Bloodflames 1947”, sowie die „Exposition Internationale du Surréalisme”. Sie alle zeugen von seiner engen Beziehung zu den Surrealisten im New Yorker Exil. Kiesler ist ein Künstler für Künstler. Der Austausch sowie die Zusammenarbeit mit Künstlerkollegen waren für ihn von größter Bedeutung. Ganz besonders gilt dies für Marcel Duchamp. Kiesler veröffentlicht den ersten Artikel über Duchamps Großes Glas in einer amerikanischen Zeitschrift (Architectural Record, 1937), Duchamp wohnt ein knappes Jahr im Apartment der Kieslers, gemeinsam spielen sie Schach, teilen das Interesse an den Naturwissenschaften, technischen Innovationen und an den Wirkungsweisen der menschlichen Wahrnehmung. Sie arbeiten an Ausstellungen und gestalten Zeitschriften. Nach einem Streit innerhalb der Surrealistengemeinschaft in New York trennen sich jedoch ihre Wege.

Aus Teilen des surrealistisch anmutenden Bühnenbilds für die Oper The Poor Sailor (Le Pauvre Matelot) von Darius Milhaud fertigt Kiesler ein raumgreifendes Skulpturen-Environment, die sogenannte Rockefeller Galaxy, die 1952 in der Ausstellung „15 Americans” im MoMA gezeigt wird. Von dieser Skulptur ausgehend, erarbeitet Kiesler eine weitere Galaxy-Skulptur für Philip Johnsons Glass House in New Canaan. Es entstehen sogenannte Galaxy-Paintings: Cluster von Bildtafeln, die in minutiös definierten Abständen zueinander angeordnet werden, zum Teil an Böden, Wänden und Decken. Der zwischen den einzelnen Bildtafeln liegende Raum, der „Space in Between“, bekommt die gleiche Bedeutung wie die Malerei selbst.

Kiesler behauptet stets, dass jeder „eine gestalterische Grundidee hätte“ – für ihn selbst könnte die Arbeit mit dem „Raum“ als solche bezeichnet werden. Der Raum, insbesondere der endlos fließende Raum, zieht sich als Kernthema durch Kieslers Œuvre. 1950 schafft er erstmals ein kleines eiförmiges Modell für ein Endless House. Im Laufe der 1950er Jahre verfeinert er dieses Konzept und erhält 1958 ein Stipendium, um im Skulpturengarten des MoMA ein 1:1 Modell eines Endless House zu errichten. Wenngleich die Realisierung scheitert, zählt es unbestritten zu den Ikonen visionärer Architektur des 20. Jahrhunderts.

Das einzige tatsächlich realisierte Gebäude Kieslers wird 1965 in Jerusalem eröffnet: der Shrine of the Book, den Kiesler gemeinsam mit Armand Bartos plant. Das symbolisch stark aufgeladene Bauwerk – es beherbergt alttestamentarische Schriftrollen, die am Toten Meer gefunden wurden – sowie die nicht ausgeführte Grotto for Meditation in New Harmony, Indiana, zeugen vom großen Interesse an sakralen Räumen in Kieslers Spätwerk.

In den Jahren 1964/65 arbeitet Kiesler an großen Environments, die er aus einzelnen, aus Aluminium oder Bronze gegossenen Skulpturen zusammensetzt. Sowohl seine Skulptur Bucephalus, eine Referenz an das Streitross Alexander des Großen, als auch das große Environment Us, You, Me vereinen das gesamte Schaffen Kieslers. Die begehbare Skulptur Bucephalus, ein kleines Endless House, mythologisch und symbolisch aufgeladen, theatralisch mit Soundeffekten ausgestattet, stellt gewissermaßen eine Summe all seiner früheren Projekte dar. Kieslers bildhauerische Projekte sind heute kaum bekannt und können in der Ausstellung im Martin-Gropius-Bau erstmals als wesentlicher Bestandteil seines umfangreichen Schaffens entdeckt werden.

VERANSTALTER Berliner Festspiele / Martin-Gropius-Bau in Zusammenarbeit mit der Österreichischen Friedrich und Lillian Kiesler-Privatstiftung, Wien.

Foto: Friedrich Kiesler bei der Arbeit an seiner Skulptur „Bucephalus“ um 1964
Foto: Adelaide de Menil © Friedrich Kiesler Stiftung

Martin-Gropius-Bau Berlin (Berlin)

10.03.2017 - 05.06.2017 AUFSTAND! Renaissance, Reformation und Revolte im Werk von Käthe Kollwitz KOLLWITZ 2017 | 150. GEBU
Käthe Kollwitz Museum Köln (Köln)
Pressemitteilung
Die Sonderausstellung »AUFSTAND! Renaissance, Reformation und Revolte im Werk von Käthe Kollwitz« stellt als Höhepunkt des Jubiläumsprogramms zum 150. Geburtstag der Künstlerin im Käthe Kollwitz Museum Köln eines der Schlüsselwerke im Kollwitz-Œuvre in den Fokus: Ihr graphischer Zyklus »Bauernkrieg« (1902/03–1908) dokumentiert in zweifacher Hinsicht für den Aufbruch in eine neue Zeit.

Zum einen vergegenwärtigt die Radierfolge in mitreißender Weise den Aufstand erniedrigter Bauern von 1524/25. Die Künstlerin führt damit das Selbstverständnis des Menschen in der frühen Neuzeit vor Augen, das auf Freiheit und Würde pocht, wie es sich zeitgleich auch in der Reformation und im Humanismus der Renaissancezeit spiegelt.

Zum anderen aber schrieb sich in diese Bilderfolge die künstlerische Revolte der späten Neuzeit ein: der Bruch der Moderne mit der akademischen Tradition. So unterzog Kollwitz ihre Bildsprache im Laufe der Entstehungsgeschichte des Zyklus einer regelrechten Reformation, die sich in etlichen Entwürfen und verworfenen Kompositionen niederschlug. Die endgültigen gestalterischen Lösungen zitieren dann ebenso Vorbilder von Renaissance-Meistern wie Dürer, Masaccio und Michelangelo sowie Werke anerkannter Größen der Moderne, etwa Daumier, Manet und Rodin.

Aufgrund der überzeugenden Bildlösungen, zu denen die Künstlerin gelangt war, wurde ihr als erster Frau und Graphikerin noch vor Fertigstellung des Zyklus der von Max Klinger begründete Villa-Romana-Preis verliehen, der erste deutsche Kunstpreis überhaupt. Verbunden damit war 1907 ein Aufenthalt im Künstlerhaus Villa Romana in Florenz – ein Ereignis, das sich 2017 zum 110. Mal jährt.

Zahlreiche Leihgaben aus dem In- und Ausland ergänzen in dieser Ausstellung den reichhaltigen eigenen Bestand des Hauses und präsentieren unter anderem auch Werke von Künstlern, die Kollwitz für ihre eigene Bildfindung herangezogen hatte.

Die Ausstellung wird von einem umfangreichen Rahmenprogramm begleitet.
Es erscheint ein Katalog im Wienand Verlag, Köln.

WWW.KOLLWITZ.DE

Käthe Kollwitz Museum Köln (Köln)

05.03.2017 - 10.09.2017 Fritz Overbeck und Hermine Overbeck-Rohte. Das Worpsweder Künstlerpaar auf Sylt und Föhr
Museum Kunst der Westküste (Alkersum/Föhr)
Pressemitteilung
Die Studienaufenthalte auf Sylt und Föhr leiteten eine künstlerische Wende im Schaffen von Fritz Overbeck (1869–1909) und Hermine Overbeck-Rohte (1869–1937) ein: Unzufrieden mit den Entwicklungen in der Worpsweder Künstlerkolonie entdeckten sie auf den Inseln zwischen 1903 und 1912 eine neue Motivwelt für sich – das Meer, seine Brandung und die Dünenlandschaften mit den darin eingebetteten Friesenhäusern. Verbunden mit einer Aufhellung der Farbpalette fanden beide in der freien Natur zu einem spontanen und frischen künstlerischen Ausdruck. Aufgrund der Tuberkulose-Erkrankung von Hermine Overbeck-Rohte war es dem Paar nie vergönnt, gemeinsam zu reisen: Fritz Overbeck arbeitete dreimal auf Sylt (1903, 1904 und 1907), Hermine Overbeck- Rohte reiste nach ihrer Genesung 1910/11 nach Föhr sowie 1912 nach Sylt. Ihre auf den Inseln entstandenen Werke zählen zu den Höhepunkten beider OEuvres.
Erstmals werden die auf Sylt und Föhr geschaffenen Werke in einer groß angelegten, etwa 70 Exponate umfassenden Ausstellung gezeigt. Die Ausstellung entsteht in Kooperation mit dem Overbeck-Museum, Bremen.

Es erscheint ein Katalog.

Museum Kunst der Westküste (Alkersum/Föhr)

05.03.2017 - 18.06.2017 In Skagens Licht. Von P. S. Krøyer bis Joakim Eskildsen
Museum Kunst der Westküste (Alkersum/Föhr)
Pressemitteilung
In dem kleinen Fischerort Skagen an der nördlichsten Spitze Dänemarks, wo zwei Meere aufeinandertreffen, entwickelte sich seit den 1870er- Jahren eine über die Landesgrenzen hinaus international Aufsehen erregende Künstlerkolonie. Die besonderen Lichtverhältnisse, der helle, ausgedehnte Sandstrand, die hohen Dünen an der als ausgesprochen ursprünglich angesehenen Küste und das harte Leben der Menschen begeisterten dänische Künstler ebenso wie Maler aus Norwegen, Schweden und Deutschland. Alle hatten sich zuvor in Paris mit den modernsten künstlerischen Entwicklungen – mit Freilichtmalerei und Impressionismus – auseinandergesetzt. Nun fanden sie in Skagen im Freien malend zu ihrem eigenen Ausdruck und zu individuellen, auf den Alltag und die Landschaft bezogene Themen. Zu den Protagonisten zählen Anna und Michael Ancher, Oscar Björck, Viggo Johansen, Christian Krohg, P. S. Krøyer und Marie Krøyer, Carl Locher, Frits Thaulow und Laurits Tuxen. Das Museum Kunst der Westküste verfügt über den wohl größten Bestand in einem Museum außerhalb Dänemarks: Etwa 60 Werke aus der Sammlung werden – orientiert an der Salonhängung, wie sie die Skagener Maler wählten – präsentiert.
Drei ausgewählte internationale zeitgenössische Positionen – Joakim Eskildsen (DK, Abb.), Birgit Fischötter (DE) und Ulrik Møller (DK) – erweitern die Schau um mehr als 30 Werke. Sie zeigen, dass die künstlerische Beschäftigung mit dem Ort und dem Thema „Skagen“ auch im 21. Jahrhundert aktuell ist.

Museum Kunst der Westküste (Alkersum/Föhr)

05.03.2017 - 18.06.2017 Schicht und Striptease. Herbert Dombrowskis Hamburg
Museum Kunst der Westküste (Alkersum/Föhr)
Pressemitteilung
Die Schwarz-Weiß-Arbeiten des Hamburger Fotografen Herbert Dombrowski (1917–2010) geben feinfühlige und spannende Einblicke in den Alltag der 1950er-Jahre in Hamburg-Altona und auf St. Pauli. Sie erlauben den Blick auf eine Zeit zwischen Verdrängung des im Dritten Reich Erlebten und dem beginnenden Wirtschaftswunder. Im „richtigen“, für Dombrowski immer einmaligen Moment ausgelöst, fingen die Aufnahmen nach den Jahren des entbehrungsreichen Kriegs das Leben in den Werften, auf dem Fischmarkt, auf der Reeperbahn, in den Ballhäusern bis hin zu den eher mondänen Derby-Veranstaltungen ein. Dombrowski, der in der NS-Zeit antisemitisch verfolgt worden war, untertauchte und inhaftiert wurde, verlor im Krieg alles – bis auf seine Leica-Kamera. Mit ihr begann er nach 1945 als Berufsfotograf zu arbeiten. Für Dombrowski musste dabei „jedes Bild eine Geschichte erzählen oder eine leise Dramatik darstellen“. Er dokumentierte auch das „alte“ Hamburg-Altona, das dem Abriss zum Opfer fallen sollte: das Milieu in den Gassen der von außen betrachtet so pittoresk anmutenden Arbeiterquartiere, wo auf den Trottoirs frei laufende Hühner und spielende Kinder das Bild prägten. Die Wohnungsbaugesellschaft „Neue Heimat“ wollte diese Stadt für ein neues, modernes Altona verschwinden lassen.
Die Ausstellung vereint eine Auswahl von über 70 Fotografien Dombrowskis. Sie entsteht in Zusammenarbeit mit der Galerie Hilaneh von Kories, Berlin.

Museum Kunst der Westküste (Alkersum/Föhr)

19.02.2017 - 21.01.2018 Leidenschaft . Passion - Im Fokus: Pierre Soulages
Museum Art.Plus (Donaueschingen)
Pressemitteilung
Werke des französischen Malers Pierre Soulages (*1919 Rodez, FR) stehen im Zentrum der Ausstellung "Leidenschaft . Passion - Im Fokus: Pierre Soulages", die ab 19. Februar 2017 im Museum Art.Plus zu sehen ist.
Pierre Soulages gehört zu den weltweit bedeutendsten Vertretern der abstrakten Kunst. Seit den 1970er-Jahren malt er ausschließlich monochrom schwarze Bilder, deren pastose, teils matten, teils schwarz-glänzenden Oberflächen er durch tiefe horizontal, schräg oder auch vertikal verlaufende Linien und Furchen strukturiert. Dadurch treten sie in einen stetigen, spannungsvollen Dialog mit dem einfallenden Licht.

"Pour moi, le noir, c'est un excès, une passion." - "Für mich ist Schwarz ein Exzess, eine Leidenschaft." In diesen Worten kulminiert die Obsession des Malers für seine Lieblingsfarbe.

Leidenschaft ist die treibende Kraft in der Kunst. Den Werken Pierre Soulages‘ in den beiden zentralen Räumen werden in den anderen Räumlichkeiten zwei- und dreidimensionale Arbeiten weiterer internationaler Künstler an die Seite gestellt. Die Farbe Schwarz zieht sich dabei durch die gesamte Ausstellung. Mal abstrakt, mal gegenständlich, mal für sich stehend, mal im Kontrast mit anderen Farben, hat sie stets eine andere Wirkung.

In der vielfältigen Schau werden neben alten Bekannten, die in der achtjährigen Geschichte des Museums bereits gezeigt wurden, auch eine große Zahl an Neuentdeckungen gezeigt.

Beteiligte Künstler:
Manolo Ballesteros, Dario Alvarez Basso, Piero Pizzi Cannella, Luigi Carboni, Tony Cragg, Philippe Dodard, Friedemann Flöther, Karl Gerstner, Ellsworth Kelly, Masayuki Koorida, François Morellet, Gerhard Langenfeld, Thomas Lenk, Helmut Middendorf, Nika Neelova, Nunzio, Pino Pinelli, Gert Riel, Stefan Rohrer, Piero Ruggeri, Felix Schlenker, Turi Simeti, Pierre Soulages, Sibylle Wagner

Museum Art.Plus (Donaueschingen)

09.02.2017 - 07.05.2017 Cerith Wyn Evans
Museum Haus Konstruktiv (Zürich)
Pressemitteilung
Cerith Wyn Evans (geb. 1958 in Llanelli, Wales, lebt und arbeitet bei London), der seine künstlerische Karriere in den 1980er Jahren mit Musikvideos und experimentellen Kurzfilmen begann, ist als Filmemacher und mittlerweile vor allem als Bildhauer und Konzeptkünstler bekannt. In seinen formal reduzierten Installationen kommen oftmals Texte, Spiegel, Pflanzen, Filmprojektionen, Feuerwerkskörper und andere Lichtquellen wie Neonobjekte und -schriftzüge zum Einsatz. Licht und Sprache sowie deren Wahrnehmung durch die Rezipienten bilden wesentliche Konstanten in Evans Schaffen, das eine Vielzahl von Referenzen zur Literatur, Philosophie und Musik, zu Film und bildender Kunst aufweist.

Für die Ausstellung im Museum Haus Konstruktiv hat Cerith Wyn Evans eine neue, von der Decke herabhängende Leuchtstoffröhren-Installation konzipiert, deren filigrane Form auf die präzise formalisierten Bewegungen des traditionellen japanischen N?-Theaters zurückzuführen ist. Sie zeigt eine Verdichtung komplexer Linien, die die Übergänge der verschiedenen theatralischen Bewegungsabläufe und Gangarten wiedergibt. Darüber hinaus ist eine mit Sound gekoppelte Lichtarbeit zu sehen, für die eine ausgewählte Textpassage in Morsezeichen übersetzt wurde, die nun an eine Fluoreszenzlichtröhre in der Deckenbeleuchtung des Ausstellungsraumes gesendet werden. Das Licht blinkt im Rhythmus der codierten Signale.

Museum Haus Konstruktiv (Zürich)

09.02.2017 - 07.05.2017 Marlow Moss - A Forgotten Maverick
Museum Haus Konstruktiv (Zürich)
Pressemitteilung
Marlow Moss (geboren 1889 in Kilburn, London, gestorben 1958 in Penzance, Cornwall) war eine der wenigen weiblichen Vorreiterinnen konstruktiver Malerei. Von 1916 bis 1917 hatte sie in London die St. John’s Wood School of Art und anschliessend die Slade School of Fine Art besucht, bevor sie 1919 für einige Jahre nach Cornwall übersiedelte. 1927 entschied sie, nach Paris zu gehen, wo sie an der Académie Moderne bei Fernand Léger studierte.
In Paris begegnete sie zum ersten Mal den neoplastizistischen Malereien Piet Mondrians; ein Schlüsselmoment, der für ihre weitere künstlerische Entwicklung wegweisend sein sollte. Anfang der 1930er Jahre sind ihre Gemälde jenen Mondrians zum Verwechseln ähnlich: Auch Moss verwendet nun ausschliesslich die Primärfarben Rot, Gelb und Blau sowie die Nichtfarben Weiss und Schwarz, um ein Gerüst aus geraden Linien und rektangulären Farbflächen aufzubauen. Nach und nach entwickelt sie hieraus ihren eigenen Stil. Um 1930 lernt sie Mondrian persönlich kennen. Auch mit Georges Vantongerloo und Jean Gorin steht Moss in regem Kontakt, gehört sie doch wie diese 1931 zu den Mitbegründern der Künstlervereinigung Abstraction-Création. Zu Beginn des Zweiten Weltkrieges verlässt sie Paris, um sich erneut – und diesmal endgültig – in Cornwall niederzulassen.

Das Gesamtwerk von Marlow Moss ist heute weitgehend in Vergessenheit geraten, in der Kunstgeschichtsschreibung findet es oft nur im Hinblick auf Mondrian und die Verwendung der Doppellinie Erwähnung: Moss hatte dieses dynamisierende Kompositionselement zweier dünner, parallel verlaufender Linien erstmals 1930 eingesetzt, es war eine originäre Erfindung der Künstlerin. Mondrian eignete sich dieses Element wenig später an und nannte es eine wichtige Erneuerung in der Entwicklung seines Werkes – ohne jedoch die Urheberin zu erwähnen. Das Museum Haus Konstruktiv möchte das wiederentdeckte Œuvre von Marlow Moss, das allzu lang im Schatten der berühmten männlichen Konstruktivisten stand, einer breiten Öffentlichkeit vorstellen.

Museum Haus Konstruktiv (Zürich)

09.02.2017 - 07.05.2017 Andrew Bick - original ghost variety shifted double echo
Museum Haus Konstruktiv (Zürich)
Pressemitteilung
Andrew Bick (geb. 1963 in Coleford, Gloucestershire, lebt und arbeitet in London) absolvierte zu Beginn der 1980er Jahre den Vorkurs am Cheltenham College of Art und setzte sein Malereistudium dann an der University of Reading sowie an der Londoner Chelsea School of Art fort. In seinen abstrakten Wachsbildern aus freien und geometrischen Formen amalgamiert er Zeichnung und Malerei, Linie und Fläche, Transparenz und Opazität, farbige und unbehandelte, glänzende und matte Oberflächen zu einem vielschichtigen und rätselhaften Ganzen. Bekanntheit erlangte Bick nicht nur durch seine architektonisch anmutenden Bildgefüge in der Nachfolge des britischen Konstruktivismus und der von Minimalismus, Konzeptkunst und Kybernetik geprägten Systems Art, sondern auch durch Kunst-am-Bau-Projekte und seine langjährige Tätigkeit als Kurator, Autor und Dozent.
Aus Bicks kritischer Auseinandersetzung mit Vorläufern der abstrakten und konkreten Moderne und mit den Grundlagen seines eigenen Kunstschaffens sind bereits zahlreiche Kooperationen und Projekte mit anderen Künstlerinnen und Künstlern hervorgegangen, unter ihnen (etwa gleich alt wie Bick) Eva Berendes, Katrina Blannin und Cullinan Richards oder (in den 1930er Jahren geboren) Norman Dilworth, Peter Lowe, Jeffrey Steele und Gillian Wise. Prägend ist auch hier die diskursive Herangehensweise, mit der der Künstler Verbindungslinien der Kunstgeschichte herausarbeitet oder neu anlegt.
Das Museum Haus Konstruktiv zeigt eine auf die Architektur der Ausstellungsräume bezogene, installative Inszenierung von Andrew Bicks jüngsten Werken und widmet ihm damit die erste museale Solopräsentation in der Schweiz.

Museum Haus Konstruktiv (Zürich)

09.02.2017 - 07.05.2017 Lisa Kränzler - KUX
Städtische Galerie Karlsruhe (Karlsruhe)
Pressemitteilung

Der Kunstpreis der Werner-Stober-Stiftung für das Jahr 2016 wurde an Lisa Kränzler verliehen. Die Auswahl für dieses S­ti­pen­dium trafen Mitglieder des Profes­so­ren­kol­le­gi­ums an der Staat­li­chen Akademie der Bildenden Künste in Karlsruhe. Lisa ­Kränz­ler, 1983 in Ravensburg geboren, studierte seit 2005 ­Ma­le­rei und Grafik an der Staat­li­chen Akademie der Bilden­den ­Künste in Karlsruhe. 2012 schloss sie ihr Studium als Meis­ter­schü­le­rin bei Tatjana Doll ab. Die Künstlerin ist seit 2012 auch schrift­stel­le­risch tätig und erzielt mit ihren Romanen ­be­acht­li­che Erfolge.

Im Bereich der bildenden Kunst widmet sie sich der Malerei und der Zeichnung. Kränzler gestaltet ihre großfor­ma­ti­gen, am ge­gen­ständ­li­chen orien­tier­ten Gemälde ganz aus der Farbe, wobei die Nähe zum Cartoon deutlich wird. Als Materialen nutzt sie Lack, eine konven­tio­nelle Anstreich­farbe, die sie auf Papier ­auf­trägt. "Kränzler ist, was die Malerei betrifft, mit der Aus­höh­lung von deren Konvention beschäf­tigt. Sie geht dieser ­Be­schäf­ti­gung mit Unver­fro­ren­heit und Rücksichts­lo­sig­keit nach, jedoch ohne Naivität." Als verbin­den­des Element zwischen ­bil­den­der Kunst und Schrift­stel­le­rei können ihre Zeich­nun­gen an­ge­se­hen werden, "als in ihnen dauernd zwischen Texten und Bil­dern, aufge­tra­ge­nen Farben und maschi­nen­ge­schrie­be­nen ­Buch­sta­ben oder Sichtbarem und Lesbarem hin- und herge­sprun­gen wird." (Zitate: Ulrich Loock 2016)

Städtische Galerie Karlsruhe (Karlsruhe)

05.02.2017 - 07.05.2017 Ernst Beyeler und seine Sammlung
Fondation Beyeler (Riehen)
Pressemitteilung
Die Fondation Beyeler feiert im Jahr 2017 ihren 20. Geburtstag mit drei besonderen Ausstellungen ihrer Sammlung. Über das Jahr hindurch wird die Sammlung Beyeler aus drei verschiedenen Perspektiven gezeigt: Mit einem Blick zurück, einem Blick in die Gegenwart und einem Blick nach vorne.

Die erste Sammlungsausstellung (5. Februar bis 7. Mai 2017) ist eine Hommage an die Museumsgründer Ernst und Hildy Beyeler und empfindet die allererste Sammlungshängung bei der Eröffnung der Fondation Beyeler vor 20 Jahren nach. Dabei werden die persönliche Sicht des Gründerehepaars auf ihre eigene Sammlung und somit auch der Ausgangspunkt für zukünftige Präsentationen nochmals ersichtlich.

Fondation Beyeler (Riehen)

03.02.2017 - 18.06.2017 Ans andere Ende der Welt Japan und die europäischen Meister der Moderne
Staatsgalerie Stuttgart (Stuttgart)
Pressemitteilung
Kaum eine Mode beeinflusste die Künstler des ausgehenden 19. Jahrhunderts nachhaltiger als die Begeisterung für Japan: In der fremden Bildwelt Edos (dem heutigen Tokio) begegneten sie der bunten Welt des Theaters, der Vergnügungsviertel und der Mode. Vor allem im Medium des Farbholzschnittes gelangten diese »Szenen aus der fließenden Welt«
(Ukiyo-e) genannten Bilder nach Europa, wo sie Künstler wie Sammler gleichermaßen begeisterten.
Im Graphik-Kabinett der Staatsgalerie findet zeitgleich zur Ausstellung »Aufbruch Flora. Meisterwerke aus der Sammlung Arthur und Hedy Hahnloser-Bühler« eine Präsentation japanischer Farbholzschnitte aus eigenem Bestand statt. In der Gegenüberstellung mit Werken europäischer Künstler wie Pierre Bonnard und Edouard Vuillard, Paul Gauguin und Henri de Toulouse-Lautrec – eben jenen Künstlern, deren Werke in der Sammlung Hahnloser repräsentiert sind – wird deutlich, wie diese sich auf ihrer Suche nach neuen Ausdrucksformen von der Schönheit und Ausdruckskraft der geschwungenen Linie, der simultanen Perspektive und der überbordenden Ornamentik der farbenfrohen japanischen Drucke inspirieren ließen.

Staatsgalerie Stuttgart (Stuttgart)