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Pressemitteilungen
Pressemitteilungen
30.05.2020 - 27.09.2020 Florilegium. Vom Sinn zum Eigensinn der Natur
Staatliche Kunsthalle Karlsruhe (Karlsruhe)
Pressemitteilung
Spitzenwerke aus über 500 Jahren Kunstgeschichte, die den Wandel unserer Bilder von Natur vor Augen führen. Zu sehen sein werden u. a. Werke von Albrecht Dürer, Max Slevogt, Yves Klein, William Kentridge und eingeladenen zeitgenössischen Künstler*innen, die in Dialog mit der Sammlung treten.

Staatliche Kunsthalle Karlsruhe (Karlsruhe)

17.05.2020 - 16.08.2020 Goya
Fondation Beyeler (Riehen)
Pressemitteilung
Francisco-de-Goya-Retrospektive im Sommer 2020 in der Fondation Beyeler –
Einen Vorgeschmack bietet die Präsentation des Gemäldes Hexensabbat am Stand auf der diesjährigen Art
Basel.
Die Fondation Beyeler widmet Francisco de Goya eine der bisher bedeutendsten Ausstellungen ausserhalb
Spaniens. Goya ist einer der letzten grossen Hofkünstler und der erste Wegbereiter der modernen Kunst.
Die Ausstellung entsteht in Zusammenarbeit mit dem Museo Nacional del Prado in Madrid. Selten gezeigte
Gemälde aus spanischem Privatbesitz werden in der Fondation Beyeler erstmals mit Schlüsselwerken aus
renommierten europäischen und amerikanischen Museen wie auch Privatsammlungen vereint sein. Zum
Auftakt der Sommerausstellung 2020 präsentiert die Fondation Beyeler am diesjährigen Stand auf der Art
Basel Goyas eindrucksvolles und rätselhaftes Gemälde Hexensabbat (1797/98) aus dem madrilenischen
Museo Lázaro Galdiano.
Francisco de Goya (1746–1828) ist einer der grossen Wegbereiter der modernen Kunst. Sein
facettenreiches Werk, das den Freuden und dem Glanz ebenso wie den Schrecken und Abgründen der
menschlichen Existenz auf einzigartige Weise Ausdruck verleiht, übt einen kaum zu überschätzenden
Einfluss auf die Künstler des 20. und 21. Jahrhunderts aus. Zu den wichtigsten Genres und Themen in
seinen Bildern zählen allen voran die Porträts, die Mitglieder der Königsfamilie und des Hofes, aber auch
Freunde und Bekannte des Künstlers zeigen. Die Bildnisse sind in der Konzeption vielschichtig, indem sie
die Widersprüchlichkeit und komplexe Persönlichkeit der Dargestellten vor Augen führen. Hinzu kommen
Selbstbildnisse, in denen die innere Bewegtheit und Intelligenz des Künstlers auf eindringliche Weise
Gestalt erlangen. Ein gänzlich eigenständiger Motivkreis ist jener der Majas: Frauendarstellungen, die ein
ambivalentes Verhältnis zwischen Mann und Frau zu erkennen geben. In seinen Genrebildern reflektiert
Goya Begebenheiten aus dem Alltag der spanischen Gesellschaft. Dazu gehören Marktszenen und
Stierkämpfe, Banditenhöhlen, Irrenhäuser sowie Inquisitionstribunale als Orte des Machtmissbrauchs und
der Gewalt. Von ebenso grosser Bedeutung sind die Darstellungen von Hexensabbaten, in denen Goya
Abgründiges, den Aberglauben, die Unvernunft und die Alpträume seiner Zeit zur Anschauung bringt.
Die Ausstellung wird über 70 Gemälde und ein Konvolut von rund 50 meisterhaften Zeichnungen und 30
Druckgrafiken versammeln, die die Besucher zu einer Begegnung mit dem Schönen wie auch dem
Unfassbaren einladen. Sie entsteht in Kooperation mit dem Museo Nacional del Prado in Madrid. Selten zu
sehende Gemälde aus spanischem Privatbesitz werden in der Fondation Beyeler erstmals mit
Schlüsselwerken aus den renommiertesten europäischen und amerikanischen Museen und
Privatsammlungen vereint sein.
Goyas radikale Bilder wurden besonders von den modernen spanischen Künstlern verehrt, darunter Pablo
Picasso und Joan Miró. Insbesondere die Surrealisten erblickten in ihm einen Geistesverwandten. Auch für
zeitgenössische Künstler stellt Goya eine wichtige Inspirationsquelle dar. In der Reflexion über den
Menschen in einer konfliktreichen, zwischen Vernunft und Unvernunft schwankenden Welt erweisen sich
seine Bilder heute als aktueller denn je.
Die Ausstellung von Hexensabbat am Stand der Fondation Beyeler auf der Art Basel ist ein erster
Vorgeschmack dessen, was die Besucherinnen und Besucher im kommenden Jahr in Riehen erwarten
wird. Ermöglicht wird diese Vorschau auf Goya durch das leihgebende Museo Lázaro Galdiano in Madrid.
Das Museum ging aus der grosszügigen Schenkung des gesamten Erbes von José Lázaro Galdiano an den
spanischen Staat hervor. Sie umfasste 13.000 Kunstwerke, ein Palais, in dem die Objekte untergebracht
sind, die Redaktionszentrale des Verlags La España Moderna und eine Bibliothek mit 20.000 Bänden. Zu
den Höhepunkten der beeindruckenden Sammlung zählen Werke von Künstlern wie Hieronymus Bosch,
Diego Velázquez oder El Greco.

Fondation Beyeler (Riehen)

26.01.2020 - 17.05.2020 Edward Hopper
Fondation Beyeler (Riehen)
Pressemitteilung
In ihrer Frühjahrsausstellung 2020 zeigt die Fondation Beyeler Werke von Edward Hopper (1882–1967), einem der bedeutendsten amerikanischen Maler des 20. Jahrhunderts. Hopper wurde in Nyack, New York, geboren. Nach einer Ausbildung zum Illustrator studierte er bis 1906 Malerei an der New York School of Art. Neben der intensiven Beschäftigung mit deutscher, französischer und russischer Literatur boten besonders Maler wie Diego Velázquez, Francisco de Goya, Gustave Courbet und Édouard Manet dem jungen Künstler wichtige Orientierungspunkte. Obwohl Hopper lange Zeit hauptsächlich als Illustrator arbeitete, ist er heute vor allem für seine Ölgemälde bekannt, die von seinem grossen Interesse an der Farbwirkung und seiner Virtuosität in der Darstellung von Licht und Schatten zeugen. Hoppers Gemälde sind Ausdruck seines einzigartigen Blicks auf das moderne Leben: Tankstellen, Häuser, Bars, Leuchttürme und Schiffe, aber auch Innenansichten von Wohnungen, Hotels und Kinos. Die wenigen Personen, die auf seinen Werken zu sehen sind, scheinen
oftmals aus den Bildern herauszublicken, als ob das, was auf den Gemälden „passiert“, für den Betrachter gar nicht sichtbar sei. Unsichtbare Geschehnisse scheinen sich ausserhalb des Bildes zu ereignen. Den Schwerpunkt der Ausstellung in der Fondation Beyeler bilden Hoppers ikonische Darstellungen der
unendlichen Weite amerikanischer Landschaft und Stadtlandschaft. Es handelt sich dabei um ein Thema,
das bisher kaum in den Fokus von Ausstellungen zu Edward Hopper gerückt wurde, aber von zentraler Bedeutung für das Verständnis und die Rezeption seines Werks ist. Hoppers künstlerische Formensprache entwickelte sich unabhängig von populären zeitgenössischen Tendenzen. Seine charakteristische
Darstellungsweise war nicht nur für bedeutende Maler der Gegenwart wie Peter Doig von grossem Einfluss; sie stand auch in einem geradezu symbiotischen Verhältnis zum Medium Film, vor allem boten Hoppers Gemälde Inspiration für Meilensteine des Films wie Alfred Hitchcocks Der unsichtbare Dritte (1959), Wim Wenders’ Paris, Texas (1984) oder Kevin Costners Der mit dem Wolf tanzt (1990). Wim Wenders bereitet anlässlich der Museumspräsentation ein Filmprojekt zu Edward Hoppers Landschaftsbildern vor. Die Ausstellung der Fondation Beyeler umfasst Aquarelle und Ölgemälde der 1910er- bis 1960er-Jahre und gewährt damit einen umfänglichen und spannenden Einblick in den Facettenreichtum der Hopper’schen Malerei.

Fondation Beyeler (Riehen)

15.12.2019 - 15.12.2019 DA ist Kunst-Winterlicht
DA, Kunsthaus Kloster Gravenhorst (Hörstel)
Pressemitteilung
"15 Uhr DA ist Kunst - Winterlicht
16 Uhr bei Bedarf"

DA, Kunsthaus Kloster Gravenhorst (Hörstel)

07.12.2019 - 07.12.2019 Durch Mauern gehen: Round Table. Gespräch zwischen den Kuratoren und Künstler*innen der Ausstellung
Gropius Bau (Berlin)
Pressemitteilung
Samstag, 7.12.19, 16:00
Round Table
Gespräch zwischen den Kuratoren und Künstler*innen der Ausstellung.

Gropius Bau (Berlin)

07.12.2019 - 22.12.2019 POLE POSITION. Fotografie. Ausschreibung des Projekt3drei 2019. Vernissage am 7.12. um 19.00 Uhr
GEDOK Künstlerinnenforum Karlsruhe (Karlsruhe)
Pressemitteilung
Wie jedes Jahr seit der Gründung von projekt3drei im Jahr 2014 gaben die Künstlerinnen von projekt3drei ein Thema vor, zu dem Fotografinnen und Fotografen bis zu drei Arbeiten einreichen konnten. Und wie immer waren freie Assoziationen nicht nur erlaubt, sondern ausdrücklich erwünscht.

POLE POSITION, das Thema 2019, lud ein zum freien Spiel mit Wörtern, Gedanken, Geschichten, Farben, Formen... Was sagen die Suchmaschinen, die Wörterbücher, was sagt die Phantasie, was sagt das Gefühl?

Die ausgesuchten Arbeiten werden, eingebunden in eine Installation, in drei parallel laufenden Beamer-Projektionen zu sehen sein.

Vernissage am Samstag, 07.12.2019 um 19 Uhr
Einführung: Simone Maria Dietz, M.A.

projekt3drei | Projektstruktur 2019

Birgit Spahlinger: Projektleitung, künstlerische Konzeption, digitale Umsetzung.
Katrin Eschenberg: Projektleitung, künstlerische Konzeption, technische Umsetzung.
Astrid Hansen: Beratung

Besondere Öffnungszeiten
Mi bis So 17 – 19 Uhr

GEDOK Künstlerinnenforum Karlsruhe (Karlsruhe)

06.12.2019 - 06.12.2019 Slam DA |
DA, Kunsthaus Kloster Gravenhorst (Hörstel)
Pressemitteilung
Ein literarischer Wettstreit | In Kooperation mit dem TatWort e.V. (Münster) und dem Café im DA, Kunsthaus | Beginn: 19.30 Uhr | Einlass 18.30 Uhr | Eintritt: 11 € VVK, 14 € AK

Preisverdächtige Poetry Slammer treffen im DA aufeinander und liefern sich einen wortgewandten Wettstreit. Das Publikum entscheidet wer gewinnt.

DA, Kunsthaus Kloster Gravenhorst (Hörstel)

01.12.2019 - 23.02.2020 Winterlicht | Susanne Rottenbacher
DA, Kunsthaus Kloster Gravenhorst (Hörstel)
Pressemitteilung
Lichtinstallation | Eröffnung: 01.12. um 16 Uhr | Gefördert durch die Kreissparkasse Steinfurt

Wechselnde, international arbeitende Künstler*innen interpretieren die historischen Räume mit Licht und Farbe und begeistern die Besucher in den Wintermonaten mit beeindruckenden Lichtinstallationen.

DA, Kunsthaus Kloster Gravenhorst (Hörstel)

30.11.2019 - 08.03.2020 Hans Baldung Grien. heilig | unheilig
Staatliche Kunsthalle Karlsruhe (Karlsruhe)
Pressemitteilung
Die Staatliche Kunsthalle würdigt mit einer Großen Landesausstellung Baden-Württemberg einen der vielseitigsten und eigenwilligsten Künstler des 16. Jahrhunderts: Hans Baldung, genannt Grien. Als origineller Interpret traditioneller und Erfinder neuer Bildthemen schuf Baldung intime Andachtsbilder und imposante Altarwerke, sinnliche Allegorien und drastische Hexenszenen. Alle Informationen unter: kunsthalle-karlsruhe.de/ausstellung/hans-baldung-grien

Staatliche Kunsthalle Karlsruhe (Karlsruhe)

30.11.2019 - 08.03.2020 Das ungelöste Rätsel vom Fall im Stall. Begleitausstellung für Kinder und Jugendliche
Staatliche Kunsthalle Karlsruhe (Karlsruhe)
Pressemitteilung
Im Zentrum der Ausstellung steht der geheimnisvolle Holzschnitt „Der behexte Stallknecht“ von Hans Baldung Grien. Das junge Publikum ist eingeladen, in die mysteriöse Gedankenwelt Baldungs einzutauchen und den Hinweisen auf dem Holzschnitt nachzugehen.

Staatliche Kunsthalle Karlsruhe (Karlsruhe)

30.11.2019 - 08.03.2020 Marcel van Eeden. Das Karlsruher Skizzenbuch | The Karlsruhe Sketchbook
Staatliche Kunsthalle Karlsruhe (Karlsruhe)
Pressemitteilung
Inspiriert von Hans Baldungs bedeutendem „Karlsruher Skizzenbuch“ und Werken des ehemaligen Kunsthalle-Direktors Hans Thomas entwirft der zeitgenössische Künstler und Professor an der Kunstakademie Marcel van Eeden eine Bildergeschichte tiefschwarzer Zeichnungen zwischen Fakt und Fiktion.

Staatliche Kunsthalle Karlsruhe (Karlsruhe)

24.11.2019 - 22.03.2020 Ariane Faller & Mateusz Budasz (im 2-RAUM des Museum Art.Plus)
Museum Art.Plus (Donaueschingen)
Pressemitteilung
Ariane Faller (*1978) und Mateusz Budasz (*1979) greifen mit ihren künstlerischen Interventionen in bestehende Raumstrukturen ein und hinterfragen diese mit alltäglichen Materialien.

Holzpaletten, Dachlatten oder Klappböcke, die sie mit modulhaft eingesetzten Bildkörpern wie Pappkisten und Spanplatten sowie Strickgewebe und Fotografien kombinieren, thematisieren das Wesen, die Ausstrahlung und die Geschichte der jeweiligen Orte. Das Hinterfragen von Grenzen, eindeutigen Zuordnungen und Definitionen von Malerei, Zeichnung, Plastik und Objekt steht dabei im Zentrum ihres Schaffens.

Museum Art.Plus (Donaueschingen)

16.11.2019 - 01.03.2020 WADE GUYTON: ZWEI DEKADEN MCMXCIX–MMXIX
Museum Ludwig (Köln)
Pressemitteilung
Der 1972 geborene US-amerikanische Künstler Wade Guyton hat über zwei Jahrzehnte ein so konzeptuell konsequentes wie erfrischend eigensinniges Werk geschaffen. Bekannt ist er vor allem für seine mit einem herkömmlichen Tintenstrahldrucker hergestellten großformatigen Leinwandbilder mit ikonischen Motiven wie Flammen, den Buchstaben „X“ und „U“ oder der Website der New York Times. Nachdem das Museum Ludwig bereits mehrere Werke des Künstlers für die Sammlung erwerben konnte, richtet es ihm nun eine große Überblicksausstellung aus, die sein künstlerisches Schaffen von den Anfängen bis hin zu jüngsten Arbeiten vorstellt.

Wade Guyton nimmt in Hinblick auf die künstlerische Auseinandersetzung mit dem Bild im digitalen Zeitalter eine Schlüsselposition ein. Er kombiniert traditionelle Bildträger – beispielsweise grundierte Leinwand – mit digitalen Druckverfahren, so dass bewusst eingesetzte Übertragungsfehler zu ästhetisch verblüffenden Ergebnissen führen. Durch die Aneignung bereits existierenden Bildmaterials und die Konfrontation mit neuen Reproduktionstechnologien entwickelte Guyton in den letzten zwanzig Jahren eine aktualisierte Form der sogenannten Appropriation Art. Während seine ersten Inkjet-Gemälde auf Leinwand zunächst eher formalästhetisch hinsichtlich eines modernistischen Ansatzes interpretiert wurden, zeigt sich in der Entwicklung seines Werks, dass auch die scheinbar abstrakten Muster von Streifen, Quadraten und Kreisen in konkreten digitalen Bilddateien wurzeln.

Die Ausstellung entsteht in enger Zusammenarbeit mit dem Künstler. Sie versammelt im gesamten Wechselausstellungsbereich sowie im DC-Saal und drei angrenzenden Räumen alle von ihm verwendeten Medien: von Papierarbeiten, die Wade Guyton „Zeichnungen“ nennt, über Fotografien und Skulpturen bis hin zu seinen bahnbrechenden Inkjet-Gemälden. Anstatt die Werke chronologisch zu präsentieren, werden sie mitunter motivisch oder thematisch in Gruppen angeordnet, wodurch Guytons Rückgriffe auf das eigene Werk ebenso erkenntlich werden wie die Entfaltung seines Œuvres. Zu den frühesten Arbeiten gehören Skulpturen aus verbogenen Stahlrohrstühlen sowie seine Zeichnungen, Drucke auf herausgerissenen Seiten aus Kunst- und Designkatalogen, die erstmals in einer weitreichenden Fülle zu sehen sind. Die jüngsten Werke der Ausstellung zeigen Bilder der unmittelbaren Umgebung des Künstlers, etwa seines Ateliers und der Stadtlandschaft New Yorks. Das Integrieren von Arbeitsutensilien und Möbeln aus dem Studio wie auch Strategien des Samplings von vorgefundenen Formen und Bildern sind prägnante Merkmale der künstlerischen Arbeitsweise von Wade Guyton, der immer auch auf den jeweiligen Ausstellungsort reagiert. Eine neue Außenskulptur auf der Terrasse vor dem Südeingang zum Beispiel ist nicht nur ein Bronzeabguss einer bereits bestehenden Arbeit in der Ausstellung, sondern weist ebenso ästhetische Bezüge zur Sheddach-Architektur des Museums auf. Für die Ausstellung wird zudem die Brücke zum Verwaltungstrakt wieder freigelegt, was gleich zu Beginn der Werkschau eine weitreichende Einsicht in den Wechselausstellungsbereich ermöglicht.

Yilmaz Dziewior, Direktor des Museum Ludwig: „Es ist ein erklärtes Ziel der Retrospektive, die Komplexität des Werks von Wade Guyton zu vermitteln und zu zeigen, dass er weit mehr als ein exzeptioneller Maler ist. Seine Vorgehensweise wurzelt tief in einem konzeptuellen Ansatz. Bei aller Klassizität seiner Arbeiten mit ihrem breit angelegten Netz an Verweisen auf kunsthistorische Vorläufer gelingt es Guyton immer wieder, durch neue, unerwartete Richtungswechsel innerhalb seines Werks zu überraschen.“

Anlässlich seiner großen Überblicksausstellung gibt das Museum Ludwig ein Gesamtverzeichnis der Einzelausstellungen des Künstlers heraus, mit Abbildungen aller gezeigten Werke, begleitet von Kurztexten und Raumplänen: WADE GUYTON MCMXCIX–MMXIX ZWEI DEKADEN MUSEUM LUDWIG, mit Texten von Johanna Burton, Michelle Kuo, Kerstin Stakemeier sowie einem Gespräch zwischen Yilmaz Dziewior und Wade Guyton, 584 S., ca. 1.900 Farbabb., 24,8 × 29,2 cm, deutsch/englisch, Verlag der Buchhandlung Walther König, Köln, 65 Euro (Buchhandel), 54 Euro (Museum).

Wade Guyton ist 1972 in Hammond, Indiana, USA, geboren und lebt in New York. Letzte große institutionelle Einzelausstellungen fanden unter anderem in der Serpentine Gallery, London (2017/18), im Museo Madre museo d’arte contemporanea Donnaregina in Neapel (2017), im Museum Brandhorst in München (2017), im Musée d’art moderne et contemporain in Genf (2016), im Le Consortium in Dijon (2016), der Kunsthalle Zürich (2013) und im Whitney Museum of American Art in New York (2012) statt.

Kurator: Yilmaz Dziewior, Kuratorische Projektleitung: Leonie Radine

Die Ausstellung wird großzügig gefördert von den Partnern des Museum Ludwig: REWE Group, Russmedia, Kienbaum Consultants International GmbH und The Berner Group. Außerdem wird die Ausstellung substanziell unterstützt von der Peter und Irene Ludwig Stiftung und der Gesellschaft für Moderne Kunst am Museum Ludwig e.V..

Web und Social Media
Zur Ausstellung kommuniziert das Museum Ludwig auf seinen Social-Media-Kanälen mit dem Hashtag #MLxWadeGuyton
Facebook/Instagram/Twitter/Vimeo: @MuseumLudwig – www.museum-ludwig.de

Museum Ludwig (Köln)

08.11.2019 - 01.12.2019 StrukturFragmente. Silvia Asshoff & Melanie Beger. Malerei - Grafik - Fotografie - Objekt
GEDOK Künstlerinnenforum Karlsruhe (Karlsruhe)
Pressemitteilung
Vernissage am Freitag, 08.11.2019 um 19.00 Uhr
Einführung: Evelyn Hoffmann M.A.

Melanie Beger und Silvia Asshoff-Graeter setzen sich in einem Wechselspiel von kraftvollen und sehr leichten Arbeiten aber auch raumgreifenden Installationen mit dem Thema der ‚Strukturen‘ auseinander. Nicht nur im oberflächlichen, dekorativem Sinn, sondern auch im Hinblick auf individuelle Wahrnehmung. Teilstücke oder Fragmente von Informationen, Strukturen, Komponenten und Fotografien ergeben durch Collagen oder Neuanordnung ein neues Ganzes.
Im Zusammenspiel dieser zwei Künstlerinnen zeigt sich ein breit gefächerter Blick auf dieses Thema - von der Malerei über die Grafik, Fotografie bis hin zur Dreidimensionalität einer Installation reicht die Palette der gezeigten Arbeiten.

GEDOK Künstlerinnenforum Karlsruhe (Karlsruhe)

27.10.2019 - 15.12.2019 Sundays for Hong Kong: Filme aus und über Hongkong im Kinosaal des Gropius Bau bei freiem Eintritt
Gropius Bau (Berlin)
Pressemitteilung
„Sundays for Hong Kong“ ist eine Kino-Aktion. Ihr Ziel ist es, durch die Präsentation von weniger bekannten, beispielhaften Dokumentar- und Spielfilmen bemerkenswerter Filmemacher*innen aus Hongkong eine Reihe der vielschichtigen Hintergründe von Kultur, Geschichte und Lebenswirklichkeit der früheren britischen Kronkolonie zu beleuchten.

Die massiven Proteste auf den Straßen Hongkongs halten bereits einen ganzen Sommer lang an. Die Bewegung scheint dauerhaft zu sein, sie reißt mit und generiert Bilder, die im Gedächtnis bleiben. Die Zukunft bleibt allerdings unklar. Die Bewegung selbst und das Dilemma, in dem sie steckt, bieten Anlass zum Nachdenken. Warum gerade Hongkong? Was macht die Lage, in der die Stadt sich befindet, so einzigartig? Was haben die Probleme in Hongkong der übrigen Welt zu sagen? Wo liegen Ähnlichkeiten und Unterschiede hinsichtlich der Freiheitsbemühungen in anderen Teilen der Welt?

Während diese Filme hier in Berlin gezeigt werden, wird die Geschichte Hongkongs vor Ort neu geschrieben. Wie wird die Zukunft Hongkongs aussehen? Durch diese Filmreihe erhalten wir die Gelegenheit, mehr über die Stadt, ihre Menschen und Dynamiken zu erfahren und zu verstehen, warum Hongkong ein Sinnbild für viele der Herausforderungen ist, mit denen zeitgenössische Demokratien konfrontiert sind.

Gropius Bau (Berlin)

27.10.2019 - 31.05.2020 Wenn dat Kunst ist, bin ich jeck! Christo verhüllt Monschau 1971
KuK - Kunst- und Kulturzentrum der StädteRegion Aachen (Monschau)
Pressemitteilung
Ein bekannter Rurblick zwischen Bürgerhäusern, Haller und Burgteile waren im Herbst 1971 nicht zu sehen. 6000 Quadratmeter Polypropylengewebe und 3107 Meter Leine versperrten den Menschen den Blick auf diese Wahrzeichen von Monschau. „Wenn dat Kunst ist, bin ich jeck!“, tat so mancher kund, als er erfuhr, dass die Verhüllungen einen kreativen Hintergrund hatten. Kein Geringerer als Christo, heute als "der" Wrap-Art-Star weltweit gefeiert, damals immerhin als aufstrebender zeitgenössischer Künstler schon international unterwegs, hatte die Verhüllungen auf Einladung des "Kunstkreises Monschau" skizziert, konzipiert, geplant. Den Aufbau, der am 16. September 1971 begann, leitete er allerdings nicht persönlich, da er zeitgleich bei seinem Großprojekt "Valley Curtain" in Colorado/USA weilte. Die Kunstaktion teilte derweil Monschau: Von Verschandelung der Stadt war sogar die Rede, bald auch davon, „so etwas“ sei gar keine Kunst. Andererseits fühlten zahlreiche junge Menschen sich von Christo inspiriert, experimentierten enthusiastisch mit dessen Ausdrucksformen. Die Emotionen kochten hoch, positiv wie negativ: Die verhüllten Wahrzeichen entzückten, verwirrten, empörten die Menschen bis zum 24. Oktober 1971, machten auf jeden Fall neugierig.

„Wenn dat Kunst ist, bin ich jeck! Christo verhüllt Monschau 1971“ nimmt Materialien aus der Sammlung von Kaspar Vallot, seinerzeit Mitinitiator des Christo-Projekts und im Vorstand des Kunstkreises, als Ausgangspunkt und schlägt eine Brücke bis in die Gegenwart. Der Kuratorin und KuK-Leiterin Nina Mika-Helfmeier ist besonders wichtig, die kontroversen Reaktionen von damals wertneutral und durchaus auch mal mit Humor zu betrachten. Auf einer Art Parcours auf der gesamten zweiten Etage des KuK ergründen Besucher anhand von Exponaten, Informationstafeln, einer Hörstation, zwei je etwa zehnminütigen Filmen, einem begehbaren Vergangenheits-Wohnzimmer und plastisch dargestellten Anekdoten das Thema spielerisch-entdeckend. Die multimediale Aufarbeitung vereinfacht allen Altersklassen den Zugang und macht Christos Aktion buchstäblich erfahrbar. Zu den Highlights gehören ein WDR-Film von 1971, der Zeitzeugen zu Wort kommen lässt, und als "Gegenstück" aus dem Hier und Jetzt ein vom KuK in Auftrag gegebener Film, in dem Zeitzeugen mit der Distanz zu damals ihre Erinnerungen aufleben lassen.

Achtung: Die Ausstellung wird auch 2020 noch bis 31. Mai zu sehen sein, doch die Ausstellungsdauer ist von der jährlichen Winterpause des KuK (16. Dezember 2019 bis Mitte Februar 2020) unterbrochen. Ansonsten gilt wie immer im KuK: Eintritt frei! Die Öffnungszeiten sind dieselben, parallel zu dieser Sonderausstellung bleibt auf Parterre und erster Etage natürlich die jeweilige Haupt-Ausstellung des KuK zu sehen, derzeit "Bilder aus einem vergangenen Land: Fall der Berliner Mauer" (bis 15. Dezember 2019).

Das Bildmotiv zeigt das Plakat, mit dem der "Kunstkreis Monschau" 1971 für sein Christo-Projekt warb.

KuK - Kunst- und Kulturzentrum der StädteRegion Aachen (Monschau)

26.10.2019 - 05.01.2020 Sammlung Beyeler / Sammlung Rudolf Staechelin
Fondation Beyeler (Riehen)
Pressemitteilung
Die Gemälde der renommierten Sammlung von Rudolf Staechelin (1881–1946) sind nach vier Jahren Abwesenheit wieder nach Basel zurückgekehrt. Nach einer ersten konzentrierten Präsentation, die sehr erfolgreich Begegnungen mit Meisterwerken der Sammlung Beyeler zeigte, werden die 19 Werke des Impressionismus, Postimpressionismus und der Klassischen Moderne ab 26. Oktober bis am 5. Januar 2020 im grösseren Kontext der neuen Sammlungshängung der Fondation Beyeler ausgestellt.

Fondation Beyeler (Riehen)

19.10.2019 - 19.01.2020 »Zur Unzeit gegeigt...« Otto Nebel - Maler und Dichter
Staedtische Galerie Bietigheim-Bissingen ( Bietigheim-Bissingen)
Pressemitteilung
Der deutsch-schweizerische Maler, Grafiker und Dichter Otto Nebel (1892–1973) schuf im engen Austausch mit zahlreichen großen Künstlerpersönlichkeiten der Klassischen Moderne wie Paul Klee, Wassily Kandinsky, Marianne Werefkin und Johannes Itten sein einzigartiges Gesamtwerk. Als Mitglied der Sturm-Bewegung um Herwarth Walden war Otto Nebel als Wortkünstler hervorgetreten und lieferte sowohl Texte als auch erste Linolschnitte für deren Publikation. Bei Otto Nebel, der zunächst eine Ausbildung im Baugewerbe und als Schauspieler gemacht hatte, ist nicht nur von einer Doppelbegabung zu sprechen. Wie viele Vertreter der Avantgarden des frühen 20. Jahrhunderts experimentierte auch er mit Sprache, bildender Kunst und sogar mit musikalischen Gestaltungsformen. Sein übergeordnetes Bemühen war, »aus Elementen Sinngebilde, Modelle von Harmonie herzustellen«.

Nach einer umfangreichen Retrospektive 2012 in Otto Nebels Wahlheimat Bern und einer großen Schau letztes Jahr in Japan ist dies die erste deutsche Einzelausstellung seit über 20 Jahren. Die mehr als 100 Gemälde und Aquarelle, Zeichnungen und Druckgrafiken aus der Otto Nebel-Stiftung Bern sowie das aufschlussreiche audio-visuelle und dokumentarische Material veranschaulichen, dass bei Otto Nebel das malerische vom lyrischen Werk nicht zu trennen ist und dass er als intermedial arbeitender Künstler neu entdeckt werden kann.
»Der verbildete Mensch unsrer Tage ist worttaub und bildblind. Was er liest, das hört er nicht. Was er schreibt, das sieht er nicht. Schon das schöne Wort BUCH-STABE erlebt er nicht mehr. Sieht die Buche weder, noch den Stab. Hört die Buche nicht mehr rauschen mit den roten Blättern über seinem Buche mit den weißen Blättern und den schwarzen Lettern. Sieht den Buchenstab nicht mehr, den Zweig vom Lebensbaume. Riecht nicht mehr das frische Gerbholz, Kerbholz, das das Lese-Zeichen trug.«
Otto Nebel, Sprache der Dichtung, Ur-Dichtung der Sprache

Wir laden Sie herzlich ein zur Eröffnung am Freitag, 18. Oktober um 19 Uhr.

Begleitprogramm


Öffentliche Führungen
Sonntag, 27. Oktober, 16.30 Uhr
Sonntag, 10. November, 11.30 Uhr
Sonntag, 24. November, 16.30 Uhr
Sonntag, 15. Dezember, 11.30 Uhr
Dreikönigstag, 6. Januar, 16.30 Uhr
Sonntag, 19. Januar, 11.30 Uhr

Führung für Lehrkräfte
Montag, 21. Oktober, 17 Uhr

After-Work-Kurzführung mit Apéritif
In 30 Minuten die Highlights der Ausstellung entdecken und anschließend bei einem Glas Sekt, Saft oder Selters den Feierabend einläuten
Donnerstag, 14. November, 17.30 Uhr
Mittwoch, 4. Dezember, 17 Uhr
Donnerstag, 2. Januar, 17.30 Uhr

Familien-Fun-Freitag
Das besondere Museumserlebnis für die ganze Familie! In spielerischer Weise Hintergründe zu dem Künstler mit seinen malerisch-lyrischen Werken erfahren und danach selbst künstlerisch aktiv werden: Erst schauen, dann selbst trauen!
Freitag, 15. November, 15–16.30 Uhr

„Meine Malerei ist Dichtung, die Schwester meiner Wortkunst“
Kuratorenführung mit Dr. Isabell Schenk-Weininger und
szenische Rezitation mit Lisa Kraus und Rüdiger Erk
Donnerstag, 12. Dezember, 18.30 Uhr
Donnerstag, 16. Januar, 18.30 Uhr
speziell für Senior*innen:
Freitag, 29. November, 10 Uhr
Begrenzte Teilnehmerzahl, Voranmeldung unter: 07142 74483

Workshops für Kinder und Jugendliche

Farben des Herbstes
Herbstferienworkshop: Mittwoch und Donnerstag, 30. und 31. Oktober
11–14 Uhr für 6 bis 10-Jährige, 14.30–17.30 Uhr für 8 bis 12-Jährige

Ich mach mir ein Gedicht – fürs Auge und die Ohren!
Samstag, 18. Januar
11–14 Uhr für 6 bis 10-Jährige, 14.30–17.30 Uhr für 8 bis 12-Jährige

Weihnachts-Workshops

Weihnachtsmarkt in der Schachtel
Samstag, 23. November
11–14 Uhr für 6 bis 10-Jährige, 14.30–17.30 Uhr für 8 bis 12-Jährige

Sockenschneemänner
Samstag, 7. Dezember
9.30–12.30 Uhr für 6 bis 10-Jährige, 13–16 Uhr für 8 bis 12-Jährige

Weihnachtsgeschenkeautomat
Samstag, 14. Dezember
11–14 Uhr für 6 bis 10-Jährige, 14.30–17.30 Uhr für 8 bis 12-Jährige

Anmeldungen für alle Workshops unter 07142 74-483

Studioausstellung:
Bekenntnis zum Gegenstand
Linolschnitte von Karl Rössing und seinen Schülern Robert Förch und Malte Sartorius
20. Juli 2019 bis 16. Februar 2020

Im historischen Gebäudeteil zeigt die Städtische Galerie aus der eigenen Sammlung Linolschnitte von drei herausragenden Druckgrafikern: Der Stuttgarter Akademie-Professor Karl Rössing (1897–1987) gab seine Leidenschaft für den Linolschnitt u.a. an Robert Förch (*1931) und Malte Sartorius (1933–2017) weiter. Die im Sommer eröffnete Ausstellung ist nun um weitere 25 Exponate und auf das zweite Geschoss erweitert – entdecken Sie einmal mehr sowohl Ähnlichkeiten als auch die jeweils ganz eigenständige Entwicklung dieser drei Künstler.

After-Work-Kurzführungen (30 Min.) mit Apéritif
Dienstag, 22. Oktober, 16.30 Uhr
Mittwoch, 11. Dezember, 17 Uhr

Künstlergespräche mit Robert Förch
Sonntag, 3. November, 11.30 Uhr
Sonntag, 26. Januar, 16.30 Uhr


Demnächst...
Ab 8. Februar 2020 zeigt die Städtische Galerie die Ausstellung
Farbe bekennen! Walter Ophey – ein rheinischer Expressionist


Öffnungszeiten
Dienstag, Mittwoch, Freitag 14–18 Uhr
Donnerstag 14–20 Uhr
Samstag, Sonntag 11–18 Uhr
1. November, 26. Dezember, 1. und 6. Januar jeweils 11–18 Uhr
24., 25. und 31. Dezember geschlossen

Eintritt frei
Öffentliche Führung: 3 €
After-Work-Führung: 3 €
Familien-Fun-Freitag: 5 € pro Familie
Workshop: 5 € pro Tag
Gruppenführung: 55 € / 65 €
Führungen für Gruppen und Schulklassen nach telefonischer Vereinbarung.


Katalog (Kunstmuseum Bern 2012) 29 €


Städtische Galerie Bietigheim-Bissingen
Hauptstraße 60–64
74321 Bietigheim-Bissingen
Telefon 07142 74-483, -819
Telefax 07142 74-446
http://galerie.bietigheim-bissingen.de
galerie@bietigheim-bissingen.de

Staedtische Galerie Bietigheim-Bissingen ( Bietigheim-Bissingen)

18.10.2019 - 23.11.2019 Benno Dalhoff "Spurensuche für eine Zukunft" Bilder Assemblagen Objekte
Kunstverein Kreis Soest e. V. (Soest)
Pressemitteilung
„SpurenSuche für eine Zukunft“


Wer die Vergangenheit nicht kennt,
ist dazu verurteilt, sie zu wiederholen.

George Santayana, 1863–1953


Meine Arbeiten zu den Super-GAUs von Tschernobyl und Fukushima sowie zur menschlichen Tragödie am ehemaligen Todesstreifen zwischen BRD und DDR sind geprägt von einem politisch-ethischen Anspruch. Mit meinen Arbeiten will ich die Erinnerung an solch apokalyptische Ereignisse wach halten und den Opfern dieser Katastrophen ein Denkmal setzen. Daher spielen menschliche Würde und Menschenrechte eine fundamentale Rolle in meinen Arbeiten, mit denen ich vorgefundene Missstände anprangere.
Aber anders als die Arbeiten zu den Reaktorkatastrophen von Tschernobyl und Fukushima beinhaltet meine künstlerische Auseinandersetzung mit dem Grünen Band über die Bestandsaufnahme der Spuren hinaus noch eine weitere Dimension. Sie weisen nämlich darauf hin, dass aus dem Schrecken der Vergangenheit, dem Todesband, inzwischen ein Lebensband entstanden ist, das hier mitten in Europa als Grüne·Lunge·Band eine überlebenswichtige Bedeutung für die hoffentlich noch machbare Bewältigung der Klimakatstrophe besitzt.

Kunstverein Kreis Soest e. V. (Soest)

13.10.2019 - 09.02.2020 HTWL. Der Twiel im Blick.
Kunstmuseum Singen (Singen)
Pressemitteilung
Eröffnung der Ausstellung: Sonntag, 13. Oktober 2019, 11 Uhr

Der Hohentwiel, der als weithin sichtbares Motiv die Landschaft des westlichen Bodenseeraums beherrscht und als markantes Motiv Eingang in zahllose Bodensee- und Hegaubilder Einzug fand, gehört seit jeher thematisch zur Sammlung des Kunstmuseums Singen. Die Eingemeindung des bis dato Württembergischen Hohentwiels 1969 ins Badische, in die Gemarkung Singen, ist 2019 dem Kunstmuseum Singen und dem Stadtarchiv Singen Anlass, die Bildwerdung des geschichtsrächtigen Berges und der Festung Hohentwiel von Matthäus Merian (1593-1650) bis heute in einer Ausstellung zu veranschaulichen.

Die Ausstellung im Kunstmuseum Singen beleuchtet die künstlerische Adaption des Hohentwiel in diversen Epochen und künstlerischen Gattungen. Mit historischen Stichen, (Druck-) Graphiken, Zeichnungen, Landschaftsgemälden, sowie unter Einbeziehung historischer Karten, illustrierter Bücher, dokumentarischer wie künstlerischer Fotografien und nicht zuletzt künstlerischer Videoarbeiten, präsentiert die Ausstellung rund 180 Kunstwerke aus dem Zeitraum von 1643 bis in unsere Gegenwart.

Das Spektrum der präsentierten Arbeiten reicht vom ersten Hohentwiel-Stich des Matthäus Merian im 17. Jahrhundert, über die Landschafts- und Freilichtmalerei des Hohentwiel im 19. und frühen 20. Jahrhundert sowie die Kunst der klassischen Moderne bis hinein in die zeitgenössische Kunst.

Die Ausstellung, die das Kunstmuseum Singen in Kooperation mit dem Stadtarchiv Singen und dem Kulturbüro Singen ausrichtet, ist Teil des Kulturschwerpunktes 2019 der Stadt Singen.

Abbildung: Plakat zur Ausstellung "HTWL. Der Twiel im Blick."

Kunstmuseum Singen (Singen)

12.10.2019 - 24.11.2019 Kunst in der Region - Gemeinschaftsausstellung zeitgenössischer
DA, Kunsthaus Kloster Gravenhorst (Hörstel)
Pressemitteilung
Eröffnung: 12.10. um 17.00 Uhr | Gefördert durch die Kreissparkasse Steinfurt

Die Ausstellung zeigt einen Querschnitt künstlerischen Schaffens aus der Region, informiert über Trends, Themen und Perspektiven der Kunst und lädt das Publikum zu einem spannenden Dialog ein.

DA, Kunsthaus Kloster Gravenhorst (Hörstel)

12.10.2019 - 01.01.2020 AUSBLICK! Projektstipendium KunstKommunikation 20 – Kunst zum Mitmachen und Mitdenken
DA, Kunsthaus Kloster Gravenhorst (Hörstel)
Pressemitteilung
Ausstellung der Entwürfe aus der Ideenwerkstatt | Eröffnung: 12.10. ab 17.00 Uhr

Der AUSBLICK! auf das Projektstipendium KunstKommunikation 20 zeigt die Entwürfe aller Projekte, die in einem zweistufigen Verfahren von einer Fachjury für die Ideenwerkstatt ausgewählt wurden. Darunter auch die Projekte, die 2020 im DA, Kunsthaus zur Umsetzung kommen.

DA, Kunsthaus Kloster Gravenhorst (Hörstel)

12.10.2019 - 02.02.2020 Lu­cia Mo­ho­ly Fo­to­geschichte schreiben
Museum Ludwig (Köln)
Pressemitteilung
Anlässlich des Bauhaus-Jubiläums widmet sich das Museum Ludwig mit einer kleinen Präsentation im Fotoraum der Fotografin und Fotohistorikerin Lucia Moholy. In diesem Rahmen werden auch drei neuerworbene Vintage Prints von Lucia Moholy erstmals gezeigt. Neben ihren fotografischen Werken werden auch Briefe aus dem Archiv des Museum Ludwig präsentiert, die einen regen Austausch zwischen Moholy und dem Fotosammler und -historiker Erich Stenger belegen. Gemeinsam hatten sie um 1932 vor, ein Buch über die Geschichte der Fotografie zu schreiben. Der Aufstieg der Nationalsozialisten trieb Moholy jedoch in die Emigration, während Stenger in Deutschland zum gefragten Experten auf dem Gebiet aufstieg. Moholy veröffentlichte schließlich selbstständig in London 1939 A Hundred Years of Photography 1839–1939.

Ihr Buch wurde der erhoffte Kassenschlager und enthielt für seine Zeit Gedanken zur Fotografie, die radikal neu waren: Fotografie und Malerei wurden als zwei gleichwertige Wege beschrieben, beispielsweise „abstrakte Bilder“ herzustellen: „Fotografie wurde (…) von einigen abstrakten Malern als neues Medium aufgenommen, mit dem sie versuchten, ihrem Gefühl für Ausgewogenheit Ausdruck zu verleihen. Es sind der in Frankreich lebende Man Ray, und Moholy-Nagy in den USA. Sie griffen die Methode der ‚Fotogenischen Zeichnung‘ auf, entdeckt von Schulze 1727 und Fox Talbot vor 1834 bekannt, und wendeten sie auf spezielle Weise an. (…) Die Frage, ob die Fotografie irgendeinem Einfluss der abstrakten Kunst unterworfen worden sei, stellt sich aber nicht in Bezug auf diese Bilder. Es war ein Prozess der Angleichung, nicht der Beeinflussung.“

Lucia Moholy selbst hatte als Fotografin Fotogramme (die auch als fotogenische Zeichnung bezeichnet werden) entwickelt und diese Technik ihrem damaligen Partner, dem Maler und Bauhaus-Lehrer László Moholy-Nagy, nahe gebracht. Ein Fotogramm ist eine kameralose Fotografie, bei der Objekte auf lichtempfindliches Papier gelegt und belichtet werden. Ihr Schatten bleibt auf dem Papier als helle Fläche zurück. Als (Kunst-)historikerin führte sie das Verfahren auf frühe fotografische Experimente zurück, wie Johann Heinrich Schulzes Entdeckung der Lichtempfindlichkeit von Silbersalzen im 18. Jahrhundert oder William Henry Fox Talbots erste Fotogramme aus den 1830er Jahren. Das heißt, sie fand die Wurzel fotografisch-kreativen Arbeitens bereits in der Vorgeschichte der Fotografie, was den zeitgenössischen Werken noch mehr Gewicht – eine Tradition – zusprach. Außerdem beschrieb sie Fotogramme als gleichwertig zu abstrakten Tendenzen in der Malerei.

Wie zukunftsweisend Moholys Fotogeschichte damit war, zeigt sich besonders im Vergleich zu dem Buch Die Photographie in Kultur und Technik. Ihre Geschichte während hundert Jahren von Erich Stenger. Für ihn war die Fotografie vor allem eine Technik, die auf vielen Gebieten Anwendung fand, nicht aber eine Möglichkeit kreativen Ausdrucks. Er schrieb über das Fotogramm: „ Wenn man sich begnügt, die Licht-Schatten-Verteilung irgendeines in einem Lichtkegel befindlichen Gegenstandes bildmäßig festzuhalten, den Gegenstand also nur in seinem Schattenriss, nicht als photographisches Bild, wiederzugeben, so gelangt man zum ‚Photogramm‘ (…). Es entstanden gelegentlich spielerisch reizvolle Schattenbilder in dieser ‚kameralosen‘ Betätigung, die mit der objektiven Lichtbildnerei nichts gemein hat.“ Stengers ironischer, um nicht zu sagen herablassender Ton und sein konservativer Kunstgeschmack, machen es schwer, sich eine gemeinsame Fotogeschichte von ihm und Lucia Moholy vorzustellen. Umso überraschender ist die Erkenntnis, dass sie darüber nachdachten.

Grundlage ihrer beider Forschungen war die Sammlung Stenger, die heute als Teil der Sammlung Agfa im Museum Ludwig verwahrt wird. Hier sah Moholy frühe Fotogramme von Talbot, von denen eines in der aktuellen Präsentation gezeigt wird. Durch Erich Stenger erfuhr Moholy auch von Johann Heinrich Schulzes frühen Experimenten. Während Stenger die Verbindung zu den „reizvollen Schattenbildern“ seiner Gegenwart nicht gelang, spannte Moholy den großen Bogen. Ein Grund mehr, ihre Geschichte im Museum Ludwig zu würdigen.

Kuratorin: Miriam Szwast
Web und Social Media
Zur Ausstellung kommuniziert das Museum Ludwig auf seinen Social-Media-Kanälen mit dem Hashtag #MLxMoholy
Facebook/Instagram/Twitter/Vimeo: @MuseumLudwig – www.museum-ludwig.de

Museum Ludwig (Köln)

11.10.2019 - 02.02.2020 Giovanni Battista Tiepolo Der beste Maler Venedigs
Staatsgalerie Stuttgart (Stuttgart)
Pressemitteilung
Am 27. März 2020 jährt sich der Todestag von Giovanni Battista Tiepolo (1696–1770), dem wohl bedeutendsten Vertreter der Malerei des 18. Jahrhunderts in Italien, zum 250. Mal. Die Staatsgalerie ehrt den venezianischen Meister mit einer Sonderausstellung, die den hochrangigen Stuttgarter Tiepolo-Bestand im Kontext einer Auswahl internationaler Leihgaben aus Malerei, Graphik und Zeichenkunst präsentiert. Erstmals im deutschsprachigen Raum soll die Schau damit den Blick auf die gesamte Schaffenszeit Tiepolos eröffnen und anhand exemplarischer Werke die Vielfalt seiner Themen, Bildgattungen und künstlerischen Medien anschaulich machen.

Ausgangspunkt ist eine der ungewöhnlichsten Schöpfungen Tiepolos, die sich heute im Besitz der Staatsgalerie befindet: das Leinwandbild mit der »Ruhe auf der Flucht nach Ägypten«, das der Maler in seinen letzten Lebensjahren in Madrid schuf. Zwei Gemälde aus früheren Schaffensphasen sowie das bedeutende Konvolut Tiepolo-Zeichnungen ergänzen die Sammlung. Die Ausstellung versammelt weitere Gemälde aus Mythologie und Geschichte, aber auch Beispiele für die meist unterschätzten religiösen Bildfindungen. So stellt die Präsentation die virtuose Erzählkunst Tiepolos und seine ebenso elegante wie theatralische Bildsprache in den Mittelpunkt, die dennoch von hintergründigem Humor und dem Willen zur Karikatur geprägt ist. Ein besonderes Augenmerk gilt dem Stellenwert, den Tiepolo der Fantasie, der Illusion und auch der Irritation in seinen Bilderwelten einräumte.

Die Ausstellung will eine Neubewertung von Tiepolos Werk anstoßen, die seine malerische Kreativität und Imaginationskraft in den Mittelpunkt stellt und ein neues Bewusstsein für die Bedeutung des Meisters an der Zeitenwende vom Barock zur Aufklärung schafft.

Staatsgalerie Stuttgart (Stuttgart)

11.10.2019 - 02.02.2020 La Serenissima Zeichenkunst in Venedig vom 16. bis 18. Jahrhundert
Staatsgalerie Stuttgart (Stuttgart)
Pressemitteilung
Innerhalb der Kunstlandschaften Italiens kommt Venedig eine besondere Stellung zu. Die ungewöhnlichen Lichtverhältnisse in der Lagunenstadt, die vom reflektierenden Wasser umgeben ist, inspirierten nicht nur die venezianischen Maler sondern vor allem auch die Zeichner. Der Strich, oft mit der Feder ausgeführt, übernimmt die führende Rolle: Schwungvoll, vibrierend und in tänzerischer Leichtigkeit werden spielerisch hingestreute Tupfen, Linienhäkchen und Lavierung eingesetzt, um die flimmernden Effekte der einzigartigen Atmosphäre von »La Serenissima« (der »Allerdurchlauchtigsten«, wie Venedig liebevoll genannt wurde) wiederzugeben. Dabei entstehen Kompositionen mit eher sparsam eingesetztem Zeichenmaterial und viel Gespür für ausgedehnte Flächen.

Die Ausstellung präsentiert mit rund 50 Zeichnungen von über 20 Künstlern, darunter Jacopo Tintoretto (1518–1594), Paolo Veronese (1528–1588), Sebstiano Ricci (1659–1734), Giovanni Battista Piazzetta (1682–1754) und Giuseppe Bernardino Bison (1762–1844), die unterschiedlichen Facetten der Venezianischen Zeichenkunst vom 16. Jahrhundert bis zum Niedergang der Republik Venedig im 18. Jahrhundert.

Begleitend zur Großen Sonderausstellung »Tiepolo« werden so zum einen Tiepolos Entwicklung und Stellenwert innerhalb der venezianischen Künstler aufgezeigt und zum anderen Einblicke in die bedeutende Sammlung Venezianischer Zeichnungen aus dem Bestand der Graphischen Sammlung der Staatsgalerie gegeben.

Staatsgalerie Stuttgart (Stuttgart)

10.10.2019 - 05.01.2020 Berliner Realismus Von Käthe Kollwitz bis Otto Dix
Käthe Kollwitz Museum Köln (Köln)
Pressemitteilung
Rau, ruppig und politisch unbequem: Die Berliner Kunst zur Kaiserzeit besitzt Sprengkraft. Von Wilhelm II. mit dem Verdikt der ›Rinnsteinkunst‹ belegt, widmen sich Künstler der Berliner Secession um 1900 erstmals dezidiert sozialen Themen. Sie begründen eine spezifisch berlinische Tradition des sozialkritischen Realismus, die in der Kunst der Weimarer Republik ihre konsequente Fortsetzung findet.

Mit der Ausstellung BERLINER REALISMUS – VON KÄTHE KOLLWITZ BIS OTTO DIX präsentiert das Käthe Kollwitz Museum Köln mehr als 120 Werke – von Ölmalerei, Zeichnung und Druckgraphik über Plakatkunst und Photographie bis hin zum Film – und spannt gleichzeitig einen Bogen von den 1890er bis in die 1930er Jahre.

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Wie ein roter Faden zieht sich die Auseinandersetzung mit den sozialen Missständen in Deutschland durch die Berliner Kunst. Unabhängig von den zahlreichen Stilrichtungen der Moderne sind Krieg, Revolution, Kapitalismuskritik, soziale Ungleichheit und Prostitution immer wiederkehrende Motive.

Malerei und Graphik
Die prekären Lebens- und Wohnverhältnisse der mit der zunehmenden Industrialisierung stark angewachsenen Arbeiterschaft sind zentrale Themen bei Heinrich Zille (1858-1929), Käthe Kollwitz (1867-1945) und Hans Baluschek (1870-1935). Ihre Werke veranschaulichen in der äußerlich glanzvollen Kaiserzeit die Armut, den Hunger und das soziale Elend im ›Milieu‹.

Der Erste Weltkrieg bedeutet eine drastische Zäsur. Die Urkatastrophe des 20. Jahrhunderts stürzt junge Maler und Graphiker wie Willy Jaeckel (1888-1944), Otto Dix (1891-1969) oder George Grosz (1893-1959) in existenzielle Erfahrungen, die sie anschließend in ihren Werken künstlerisch verarbeiten. Diese ›zweite Generation‹ der Berliner Realisten – darunter auch Otto Nagel (1894-1967), Conrad Felixmüller (1897-1977) und Werner Scholz (1898-1982) – ergreift in der Weimarer Republik nicht mehr nur Partei für den ›kleinen Mann‹, sondern kritisiert mit zunehmend politischer Intention die gesellschaftlichen Zustände. Künstler wie John Heartfield (1891-86) veröffentlichen in neuen Medien wie der Arbeiter-Illustrierten-Zeitung eindringliche Photomontagen und Collagen aus Text und Bild, um politische Entwicklungen zu kommentieren.

Film und Photographie
Die Ausstellung präsentiert auch photographische Positionen: Werke von August Sander (1876-1964) und Friedrich Seidenstücker (1882-1966) ebenso wie Aufnahmen, u.a. von Ernst Thormann (1905-1985), die zeigen, wie es der jungen Arbeiterphotographie gelingt, die Lebensumstände der unteren Gesellschaftsschichten aus einer selbst gewählten Perspektive zu dokumentieren.

Zwei Hauptwerke des proletarischen Films sind im Rahmenprogramm zu sehen: »Mutter Krausen´s Fahrt ins Glück« (1929), ein Höhepunkt des Weimarer Kinos am Ende der Stummfilmzeit, für den Käthe Kollwitz ein Plakat in einem für ihr Werk außergewöhnlich großen Format geschaffen hat, sowie »Kuhle Wampe oder: Wem gehört die Welt?« (1932), ein Musterbeispiel für Agitprop und ein Klassiker der modernen Filmkunst mit Texten von Bertolt Brecht und Musik von Hans Eisler.

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Öffentliche Führungen jeweils Donnerstag / 17 Uhr u. Sonntag / 15 Uhr. (Kosten: nur Eintritt)
Eine Ausstellung in Zusammenarbeit mit dem Bröhan-Museum, Berlin

Käthe Kollwitz Museum Köln (Köln)

06.10.2019 - 26.01.2020 Resonating Spaces
Fondation Beyeler (Riehen)
Pressemitteilung
Resonating Spaces ist der Titel der diesjährigen Herbstausstellung der Fondation Beyeler. Die in der
Ausstellung präsentierten Künstlerinnen sind Leonor Antunes, Silvia Bächli, Toba Khedoori, Susan Philipsz
und Rachel Whiteread. Anstelle einer umfassenden Gruppenschau mit zahlreichen Werken legt die
Ausstellung den Fokus auf exemplarische Werke von einigen wenigen, international renommierten,
zeitgenössischen Künstlerinnen.
Die Werke dieser Künstlerinnen schaffen in sehr unterschiedlicher Form eine spezifische Qualität von
Räumlichkeit – akustisch, als Skulptur oder gezeichnet. Gemeinsam ist ihnen, dass sie zuerst eher als
Räume wirken, als dass sie als Einzelobjekte wahrgenommen werden. In ihrem Aussehen und Auftreten
erscheinen sie zurückhaltend und unaufdringlich, ihre Wirkung allerdings ist stark und kraftvoll. Diese
Werke evozieren Räume zwischen dem Erkennbaren und dem Flüchtigen. Sie schaffen Orte und
Ruhepausen, in denen die Fähigkeit des Erinnerns ausgelöst wird und Bilder und Erinnerungen lebendig
werden.

Bildnachweis:
Toba Khedoori, Untitled (grid), 2015 (detail), oil on canvas, 94 × 94 cm, Los Angeles County Museum of Art, purchased with funds provided by Mr. and Mrs. Bernard A. Greenberg; © Toba Khedoori, Courtesy Regen Projects, Los Angeles & David Zwirner. Photo: Fredrik Nilsen

Fondation Beyeler (Riehen)

02.10.2019 - 30.03.2020 umgehängt 2019: Facetten der Malerei 1960 - 2010
Städtische Galerie Karlsruhe (Karlsruhe)
Pressemitteilung
Seit etwa zehn Jahren präsen­tiert die Städtische Galerie ­Karls­ruhe ihre Dauer­aus­stel­lung unter dem bildhaften Begriff "um­ge­hängt", um unmit­tel­bar deutlich zu machen, dass dieser ­Be­reich im ersten Oberge­schoss regelmäßig neu konzipiert wird. Die reichen Bestände der Städti­schen Kunst­samm­lung und der Samm­lung von Ute und Eberhard Garnatz mit Werken aus den 1960er- bis in die 2010er-Jahre werden unter immer neuen Vorzeichen und in unter­schied­lichs­ten Konstel­la­tio­nen vorge­stellt, so dass die Be­su­cher und Besuche­rin­nen auf ein breites Spektrum von eher ­sel­ten gezeigten bis zu vertrauten Kunst­wer­ken treffen. Im Mit­tel­punkt der aktuellen Schau "Facetten der Malerei" steht das tra­di­ti­ons­rei­che Medium und seine experi­men­telle Öffnung zu anderen Kunst­gat­tun­gen. Vor dem Hinter­grund der verän­der­ten ­künst­le­ri­schen Haltungen in den 1960er-Jahren mussten sich die Maler neu orien­tie­ren. Sie begannen ihr Medium zu hinter­fra­gen, erkun­de­ten seine spezi­fi­schen Möglich­kei­ten und erwei­ter­ten ­diese auf unter­schied­lichste Weise. Sie setzten sich mit his­to­ri­schen Positionen ausein­an­der, nahmen Elemente der All­tags­kul­tur in ihr Werk auf und bezogen den realen Raum mit ein. Inhaltlich wandten sie sich einem breiten Spektrum zu - Natur- und Menschen­dar­stel­lun­gen gehören ebenso dazu wie All­tags­ge­gen­stände und gesell­schafts­po­li­ti­sche Themen.

Foto: Jörg Immendorff, Café Deutschland IV, 1978

Städtische Galerie Karlsruhe (Karlsruhe)

02.10.2019 - 30.03.2020 Mit Karl Weysser unterwegs
Städtische Galerie Karlsruhe (Karlsruhe)
Pressemitteilung
Mit Karl Weysser unterwegs
02. Oktober 2019 bis Frühjahr 2020

Seine Stadt­an­sich­ten mit wink­li­gen alten Gassen und maleri­schen Archi­tek­tur­de­tails fanden e­benso wie seine stimmungs­vol­len Reiseim­pres­sio­nen aus dem Rhein- und Moseltal, aus dem Elsass oder aus Tirol nicht nur bei seinen Zeitge­nos­sen große Anerken­nung. Sie gelten auch heute noch als heraus­ra­gende Beispiele einer bewusst unpathe­ti­schen und zugleich subtilen Schil­de­rung von Natur und Landschaft. Gemeint ist der 1833 in Durlach bei Karlsruhe geborene, oft als "­ba­di­scher Spitzweg" bezeich­nete Maler Karl Weysser, dem die Städ­ti­sche Galerie Karlsruhe nun erstmals eine Ausstel­lung mit mehr als 40 Ölstudien und Gemälden aus dem eigenen, etwa 300 Bilder und Zeich­nun­gen umfas­sen­den Bestand widmet. Die Werkschau ­des Künstlers, der zu den bedeu­tends­ten Archi­tek­tur­ma­lern der zwei­ten Hälfte des

19. Jahrhun­derts gehört, befindet sich in unmit­tel­ba­rer Nähe zur neu einge­rich­te­ten Dau­er­aus­stel­lung mit Exponaten aus der Zeit von 1850 bis 1950, in der u. a. Weyssers Lehrer Johann Wilhelm Schirmer sowie seine ­Stu­dien­kol­le­gen Hans Thoma und Emil Lugo vertre­ten ­sind.

Foto: Karl Weysser, Baden-Baden. Schlossterrasse mit Blick auf die Villa Krupp, 1883. Foto: Heinz Pelz

Städtische Galerie Karlsruhe (Karlsruhe)

29.09.2019 - 15.12.2019 "Bilder aus einem vergangenen Land. Fall der Berliner Mauer."
KuK - Kunst- und Kulturzentrum der StädteRegion Aachen (Monschau)
Pressemitteilung
Der Fall der Berliner Mauer, die Deutschland von 1961 bis 1989 zweiteilte, jährt sich zum 30. Mal. Das nimmt Dr. Nina Mika-Helfmeier als Kuratorin zum Anlass, exklusiv für das KuK eine Ausstellung zu konzipieren. Mithilfe und mit Materialien der langjährigen FAZ- Fotografin Barbara Klemm sowie den in Berlin ansässigen Kulturinstitutionen Ostkreuz-Agentur, Willy-Brandt-Haus und Gallery argus fotokunst als Partnern stellt sie rund 130 Fotografien so zusammen, wie sie nirgendwo anders zu sehen sein werden.

Nachdem unter dem Titel "Bilder aus einem vergangenen Land" bereits im Vorjahr das Zusammenleben in der DDR Thema war, fokussiert der zweite Teil den Schwerpunkt Mauer, deren Auswirkungen und Fall. So beschäftigen sich zum Beispiel Arbeiten von Ute und Werner Mahler damit, wie die Landschaft mit dem Bollwerk aussah. Den Aufnahmen stellt das Fotografenpaar neuere von den gleichen Stellen gegenüber. Mancherorts ist es geradezu unheimlich, wie nichts mehr an die einst schier unüberwindliche Trennlinie erinnert.

Alltagsszenen aus Berlin sind hingegen auf vielen Arbeiten von Arno Fischer zu sehen, während Harald Hauswald sich Gruppen und Neigungsgemeinschaften am Rande der Gesellschaft zuwendet, die aufgrund von Verboten nur heimlich und stets risikobehaftet existierten. Arbeitsalltag (auch) von Frauen zu DDR-Zeiten und in den Jahren rund um den Mauerfall stellt Barbara Köppe dar, während Barbara Klemm mit gutem Grund als "Foto-Chronistin der Einheit" gilt und den Abschied von der DDR hautnah begleitete.

Partner dieser Ausstellung sind "Ostkreuz - Agentur der Fotografen" (Berlin), das Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen sowie die Sparkasse Aachen.

(Fotocredit: Fall der Mauer. Brandenburger Tor, Berlin, 10. November 1989 ©Barbara Klemm)

KuK - Kunst- und Kulturzentrum der StädteRegion Aachen (Monschau)

28.09.2019 - 08.03.2020 respektive Peter Weibel
ZKM | Zentrum für Kunst und Medien (Karlsruhe)
Pressemitteilung
Anlässlich des 75. Geburtstags von Peter Weibel gibt die Ausstellung erstmals einen Überblick über das Gesamtwerk des international bedeutenden Medien- und Konzeptkünstlers.

Ausgehend von seiner zwanzigjährigen Tätigkeit als künstlerisch-wissenschaftlicher Vorstand des ZKM untersucht die Ausstellung Themenfelder wie die Mechanismen der Wahrnehmung und des Denkens, die Eigenwelt der Apparate, die Krise der Repräsentation und des Betriebssystems Kunst sowie die Beziehung von Kunst, Politik und Ökonomie.

ZKM | Zentrum für Kunst und Medien (Karlsruhe)

21.09.2019 - 19.01.2020 HIER UND JETZT im Museum Ludwig.Transcorporealities
Museum Ludwig (Köln)
Pressemitteilung
Beteiligte Künstler*innen:
Jesse Darling, Flaka Haliti, Trajal Harrell, Paul Maheke, Nick Mauss, Park McArthur, Oscar Murillo, Sondra Perry

Ausgangspunkt der Ausstellung Transcorporealities ist das Konzept der Durchlässigkeit von Körpern. Posthumanistische und neue materialistische Theorien begreifen menschliche wie nichtmenschliche Körper als offene Systeme, die sich im dauerhaften Austausch mit ihrer Umwelt befinden – jenseits von Dualismen wie Natur und Kultur, Mensch und Maschine, Subjekt und Objekt oder Individualität und Gemeinschaft. Die Idee der Transkorporalität lässt sich auch auf das Museum anwenden: In stetigen Beziehungsprozessen durchdringen sich darin diverse soziale, biologische, technologische, wirtschaftliche, politische und sprachliche Systeme.

Vor diesem Horizont aktiviert die Ausstellung einen Bereich im Museum, der sich durch seine transparenten Fensterfronten und Glastüren an zwei Seiten öffnet und frei zugänglich ist: das Eingangsfoyer. Als Transitraum bildet es eine Art Membran – einerseits um das sensible Innenleben der Institution vor äußeren Einflüssen zu schützen, andererseits um ihre Poren für die Umwelt zu öffnen und somit ihre Atmung zu ermöglichen. Die künstlerischen Arbeiten reagieren unmittelbar auf den Raum, schaffen neue Mikroarchitekturen, inkorporieren die bereits bestehende Einrichtung oder legen venenartige Fährten in die Sammlung und weitere Vermittlungskanäle des Museums. Die Werke sind immersiv, prozessual oder performativ. Mitunter entziehen sie sich bewusst der materiellen Fassbarkeit.

Oscar Murillo lädt die Besucher*innen ein, auf seiner raumgreifenden Tribüneninstallation neben ausgestopften Figuren Platz zu nehmen, und schafft eine Agora-Situation rund um eine Bühne, auf der während der Laufzeit ein weit gespanntes Veranstaltungs- und Vermittlungsprogramm stattfindet. Ähnlich performative Möglichkeitsräume entstehen durch Paul Mahekes Interventionen: Mit neuen Arbeiten markiert er dezidiert die Schwellen zwischen Innen- und Außenraum und lässt unter anderem OOLOI, eine alienhafte Fantasie-Figur dritten Geschlechts, ins Museum einziehen. Auch Flaka Haliti reflektiert die Perspektiven auf nichtmenschliche Körper und widmet sich obskuren Tiefseekreaturen, die sich außerhalb menschlicher Reichweite befinden und dadurch zu Spekulationen anregen. Während Jesse Darling mit einer neuen Skulpturenserie einige der Schließfächer im Foyer okkupiert und diese in Vitrinen verwandelt, hebt eine Baggerinstallation von Sondra Perry den westlichen menschlichen Exzeptionalismus aus den Angeln. Auch die Technologien der Repräsentation zeigen sich als durchlässig, wenn Perry die ihnen innewohnenden diskriminierenden Identitätskonstruktionen entlarvt.

Trajal Harrell und Nick Mauss greifen in die Sammlung ein und untersuchen auf unterschiedliche Weise transmediale Repräsentationsformen von Körperlichkeit und Performativität. Harrell, der 2018 vom deutschen tanz-Magazin als „Tänzer des Jahres“ ausgezeichnet wurde, befragt in einem Tanzsolo und einer Installation seinen (Selbst-)Wert. Im Dancer of the Year Shop versammelt er persönliche Gegenstände von unschätzbarer Kostbarkeit, darunter Erbstücke aus seinem Familienbesitz und Freundeskreis sowie Relikte seiner Karriere, und bietet sie an bestimmten Tagen der Laufzeit zum Verkauf an. Nick Mauss hingegen spürt Resonanzen zwischen verschiedenen Sammlungswerken auf, indem zum Beispiel Jasper Johns 15 Minuten Pause (1961) auf verweilende Darsteller in einem Gemälde von Erich Heckel (1928) trifft. In Mauss' Konfiguration mit dem Titel Traktat über den Schleier treten diese Arbeiten in Dialog mit einem projizierten Fotoarchiv von Carl Van Vechten und einer neuen Choreografie, die mit Studierenden der Hochschule für Musik und Tanz Köln entwickelt wird.

Die Künstler*innen teilen eine transdisziplinäre und institutionsreflexive Praxis. Dazu gehört die bewusste Auseinandersetzung mit der eigenen Rolle und transkorporalen Prozessen im Spannungsfeld zwischen gelebter Erfahrung und visueller Repräsentation, Ein- und Zuschreibungen oder Zurschaustellung und Angeschautwerden. Denn geht es um die mannigfaltigen Formen der Verkörperung, liegen Widerstand und Verwundbarkeit oft ebenso prekär nah beieinander wie Autonomie und Abhängigkeit, Liberalisierung und Instrumentalisierung.

Museen sind soziale Orte der Bildung, die gemäß der ihnen zugeschriebenen Kernaufgabe – Sammeln und Bewahren – Materie und Bedeutung im kulturellen Gedächtnis schaffen. Doch inwiefern funktionieren sie auch als eine Art Agora, als Ort der Versammlung? Dabei soll Transcorporealities nicht die Großzügigkeit und Gastfreundschaft des Museums unter Beweis stellen, sondern vielmehr ungelöste institutionelle Fragen nach Zugänglichkeit sowie den Möglichkeiten und Grenzen der Repräsentation von Körpern verhandeln: Wer ist das Wir, wer das Sie?

Transcorporealities ist die fünfte Ausstellung innerhalb der Projektreihe HIER UND JETZT im Museum Ludwig und wird kuratiert von Leonie Radine.

Zur Ausstellung erscheint ein Katalog mit Beiträgen von Stacy Alaimo, Park McArthur, Leonie Radine und Nora Sternfeld. Park McArthur nutzt die Buchseiten als Medium für ihren künstlerischen Beitrag, „um die Fähigkeit des Katalogs zur Vermittlung und Reproduktion zu betonen“.

Das Ausstellungsprojekt wird großzügig gefördert durch das Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen im Rahmen des Verbundprojekts „100 jahre bauhaus im westen“ und die Peter und Irene Ludwig Stiftung. Außerdem wird die Ausstellung substantiell unterstützt von der Fördergruppe HIER UND JETZT aus dem Kreis der Mitglieder der Gesellschaft für Moderne Kunst am Museum Ludwig e.V. sowie der Stiftung Storch. Wir danken darüber hinaus der RheinEnergieStiftung Kultur für ihre Unterstützung.
Web und Social Media
Zur Ausstellung kommuniziert das Museum Ludwig auf seinen Social-Media-Kanälen mit dem Hashtag #transcorporealities
Facebook/Instagram/Twitter/Vimeo: @MuseumLudwig – www.museum-ludwig.de

Programmvorschau (Auswahl)
Tanzprogramm in Köln im Rahmen von Konstellationen
„Konstellationen" ist ein Kooperationsprojekt mit der Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen und dem tanzhaus nrw in Düsseldorf, Museum Folkwang und PACT Zollverein in Essen, Museum Ludwig und Zentrum für Zeitgenössischen Tanz an der Hochschule für Musik und Tanz Köln im Rahmen von „100 jahre bauhaus im westen", Land Nordrhein-Westfalen und Landschaftsverbände Rheinland (LVR) und Westfalen-Lippe (LWL), gefördert vom Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen. Schirmherrin ist Isabel Pfeiffer-Poensgen, Ministerin für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen.

20. September, 20:30 Uhr: Trajal Harrell: Dancer of the Year
23./ 24./ 26./ 27. November 2019, 14–18 Uhr: Nick Mauss: Traktat über den Schleier
23. November 2019, 9:30–20:30 Uhr: Transposium im Zentrum für Zeitgenössischen Tanz und Museum Ludwig, u. a. mit Beiträgen von Antonia Baehr, Gosi Vervloessem und einem Gespräch zwischen Nick Mauss und den Tänzer*innen Brigitte Marielos Huezo, Paulina Jürges, Josefine Luka Simonsen, Camilla Schielin, Christoph Speit, Sebastian Varra
29. November 2019, 19:30 Uhr: Paul Maheke und Melika Ngombe Kolongo (aka Nkisi): Sènsa (Auszüge)
30. November und 1. Dezember 2019, 11–14 Uhr: Trajal Harrell: Dancer of the Year Shop 16:30 Uhr: Trajal Harrell: Dancer of the Year

Museum Ludwig (Köln)

12.09.2019 - 19.01.2020 Durch Mauern Gehen
Gropius Bau (Berlin)
Pressemitteilung
Zum 30. Jahrestag des Falls der Berliner Mauer untersucht die Gruppenausstellung "Durch Mauern gehen" auf Teilung und Spaltung basierende Machtstrukturen und richtet den Blick auf die damit verknüpften Erfahrungen und Auswirkungen auf individueller und kollektiver Ebene.

Es ist nicht lange her, dass der Fall der Mauer als eines der wichtigsten Symbole des Utopismus des 20. Jahrhunderts galt. In jüngster Zeit haben Populismus und der Anstieg extremer nationalistischer Positionen jedoch Ideologien den Weg bereitet, die immer mehr auf Spaltung abzielen. "Durch Mauern gehen" ist eine zeitgemäße Antwort auf die gegenwärtigen Entwicklungen: Die Berliner Mauer wird über die besonderen deutschen Umstände hinaus zu einem Ansatzpunkt für die kritische Reflexion der Auswirkungen von realen und metaphorischen Spaltungen.

Die Ausstellung versammelt Arbeiten von 28 internationalen Künstler*innen und umfasst eine Vielzahl von Medien wie Malerei, Skulptur, Fotografie, Film, Audioinstallation, ortsspezifischer Intervention und Performance. Sie ist als ein umfassender, nichtlinearer Erfahrungsraum konzipiert, der drei Themenfelder miteinander verknüpft: Das erste vermittelt die physische Präsenz von Mauern und ihre Funktion als Orte der Trennung. Das zweite beschäftigt sich mit den Auswirkungen von realen und metaphorischen Mauern auf diejenigen, die mit ihnen leben. Das dritte macht die Anstrengungen sichtbar, die nötig sind, um bestehende Teilungen zu überwinden. Darüber hinaus nimmt "Durch Mauern gehen" direkten Bezug auf den Standort des Gropius Bau: Zahlreiche symbolische und zum Teil historisch belastete Stätten befinden sich in unmittelbarer Nähe oder sind von den Ausstellungsräumen aus sichtbar, darunter ein Reststück der Berliner Mauer.

Mit Arbeiten von Marina Abramovi? und Ulay, José Bechara, Sibylle Bergemann, Tagreed Darghouth, Jose Dávila, Willie Doherty, Smadar Dreyfus, Melvin Edwards, Dara Friedman, Dora García, Zahrah Al Ghamdi, Mona Hatoum, Nadia Kaabi-Linke, Michael Kvium, Gustav Metzger, Reem Al Nasser, Christian Odzuck, Emeka Ogboh, Anri Sala, Fred Sandback, Aki Sasamoto, Regina Silveira, Siska, Javier Téllez, Samson Young, Yuan Yuan, Héctor Zamora

Kuratiert von Sam Bardaouil und Till Fellrath

Gropius Bau (Berlin)

04.09.2019 - 12.01.2020 Wu Tsang: There is no nonviolent way to look at somebody
Gropius Bau (Berlin)
Pressemitteilung
In der Einzelausstellung "There is no nonviolent way to look at somebody" werden Wu Tsangs Filme in einen Dialog mit ihrer skulpturalen Praxis gesetzt, die auf dem Zusammenspiel von Glas, Licht und Text aufbaut und eine speziell für den Gropius Bau konzipierte Farbglasarbeit umfasst.

Im Rahmen der Ausstellung zeigt der Gropius Bau Wu Tsangs neueste Filmarbeit "One emerging from a point of view", die in einer hybriden Filmsprache Migrationserfahrungen in den Fokus rückt. Der auf der griechischen Insel Lesbos gedrehte Film thematisiert die aktuelle Situation, mit der Landschaft und Inselbewohner*innen gleichermaßen konfrontiert sind: das Trauma der Vertreibung. Allein im Jahr 2015 haben über 850.000 Geflüchtete Griechenland erreicht; viele von ihnen kamen an den Ufern der Insel Lesbos an, nachdem sie vor Krieg und untragbaren politischen Umständen über das Mittelmeer geflüchtet waren. Wu Tsang setzt magischen Realismus ein, um diese Realitäten zu dokumentieren, und lässt dabei die Grenzen zwischen Fakt, Fiktion und surrealer Erzählung bewusst verschwimmen. Was gemeinhin als „Flüchtlingskrise“ bezeichnet wird, wird im Film strukturell als Krise der Repräsentation erfahrbar.

Ihr Umgang mit bewegten Bildern, der von den Traditionen des Dokumentarfilms beeinflusst ist, stellt einen zentralen Aspekt der Ausstellung dar. "One emerging from a point of view" besteht aus zwei sich überlappenden Videoprojektionen, in denen sich Aufnahmen überschneiden und ineinander verlaufen – eine Technik, die auch im Film "We hold where study" (2017) zum Einsatz kommt. Beide Filme zeichnen sich durch eine rigorose Choreografie der Kamera aus; unterschiedliche Welten und psychologische Räume werden miteinander verwoben und lassen letztlich durch die sich überlappenden Projektionen einen unbestimmten „dritten“ Raum entstehen.

Auch in "We hold where study" wird ein filmischer Zwischenraum sichtbar; der Film zeigt choreografische Duette, in denen Körper sich aneinanderpressen, verfangen und wieder lösen. Wu Tsang entwickelt so ein visuelles Vokabular, das sich poetisch Praktiken der Blackness und Queerness annähert und reagiert damit auf den Essay "Leave Our Mikes Alone" von Stefano Harney und Fred Moten, einem ihrer langjährigen Kollaborationspartner*innen.

Künstlerische Kollaborationen sind ein wesentlicher Bestandteil der Arbeitsweise Wu Tsangs; sie werden von ihr strategisch zum Erreichen dessen eingesetzt, was sie als In-betweenness, als Dazwischensein, bezeichnet. In ihren Arbeiten überlagert sie bewusst die Gesten, Wörter und Stimmen anderer und lässt auf diese Weise vielfältige, sich verschränkende Perspektiven zur Geltung kommen.

Kuratiert von Stephanie Rosenthal mit Clare Molloy

Gropius Bau (Berlin)

03.08.2019 - 26.01.2020 ENTSCHWERT -Andreas Durrer und Armin Göhringer
Städtische Galerie Fruchthalle (Rastatt)
Pressemitteilung
Malerei und Skulptur, Fläche und Raum, Farbe und Struktur, Linie und Form sind die Themen der Zusammenschau mit zum Teil großformatigen Werken des Malers Andreas Durrer und des Bildhauers Armin Göhringer. Dabei spielen die Linie in ihrer ebenso abstrakten wie konkreten Bewegtheit und die Materialität der Farbräume und Holzblöcke eine gewichtige Rolle, gleichwohl die lyrischen Abstraktionen Durrers und die über filigrane Stege gehaltenen Quadermassen Göhringers eine fast schwerelose Leichtigkeit entfalten, die die Bilder luftig und die Skulpturen getragen erscheinen lässt.

Städtische Galerie Fruchthalle (Rastatt)

03.08.2019 - 30.11.2019 Aktivierung von Rashid Johnsons Installation „Antoine’s Organ“. Musik im Lichthof
Gropius Bau (Berlin)
Pressemitteilung
Im Rahmen der Ausstellung "Garten der irdischen Freuden" wird jeden Samstag Rashid Johnsons monumentale Installation "Antoine’s Organ" im Lichthof von wechselnden Musiker*innen akustisch aktiviert.

In seiner Installation "Antoine’s Organ" organisiert Rashid Johnson in einer gitterartigen Struktur eine Vielzahl von Objekten und Pflanzen zu einem üppigen Ökosystem. In ihrem Inneren beherbergt die Pflanzeninsel ein Klavier; durch die Musik wird die Installation gleichzeitig Orgel und Organismus. Es entsteht ein belebter Garten, der als poetisches Abbild einer Welt gelesen werden kann, in der historische Entwicklungen und ihre Artefakte immer wieder neu betrachtet werden.

3. August 2019
Musik von Adam Parker

10. August 2019
Musik von Adam Parker

17. August 2019
Musik von Max Andrzejewski

24. August 2019
Musik von Dora Osterloh

31. August 2019
Musik von Dora Osterloh

7. September 2019
Musik von Sarah Martin

14. September 2019
Musik von Sarah Martin

21. September 2019
Musik von Sarah Martin

28. September 2019
Musik von Declan Forde

5. Oktober 2019
Musik von Max Andrzejewski

12. Oktober 2019
Musik von Declan Forde

19. Oktober 2019
Musik von Magda Mayas

26. Oktober 2019
Musik von Aaron Reeder

2. November 2019
Musik von Declan Forde

9. November 2019
Musik von Sarah Martin

16. November 2019
Musik von Declan Forde

23. November 2019
Musik von Adam Parker

30. November 2019
Musik von Aaron Reeder

Gropius Bau (Berlin)

26.07.2019 - 01.12.2019 Garten der irdischen Freuden
Gropius Bau (Berlin)
Pressemitteilung
In der Ausstellung Garten der irdischen Freuden interpretieren über 20 internationale Künstler*innen das Motiv des Gartens als eine Metapher für den Zustand der Welt, um die komplexen Zusammenhänge unserer chaotischen und zunehmend prekären Gegenwart zu erforschen.

Neben der klassischen Lesart des Gartens als einem Sehnsuchtsort voll meditativer, spiritueller und philosophischer Möglichkeiten wird er in der Ausstellung als ein Ort der Dualität und des Widerspruchs begriffen: als ein Grenzbereich zwischen Realität und Fantasie, Utopie und Dystopie, Harmonie und Chaos, dem Ausgeschlossen- und dem Teilsein – ein Paradies, dem das bedrohliche Gefühl der Vertreibung innewohnt.

Durch eine Vielzahl zeitgenössischer künstlerischer Positionen verhandelt Garten der irdischen Freuden soziale, politische und ökologische Phänomene wie Migration, Klimawandel, Kolonialisierung, Globalisierung, Kapitalismus sowie Gentrifizierung und zeigt Strategien, die den Garten subversiv instrumentalisieren und so zum politischen Nährboden formen. Gleichzeitig sind Werke zu sehen, die den Garten in seiner poetisch-sinnlichen Dimension erfahrbar machen: Immersive Installationen und eine Virtual-Reality-Arbeit rufen eine intensive Naturfülle auf, verdeutlichen aber auch die Fragilität des paradiesischen Zustands.

In der Zusammenführung vom Paradiesischen und Katastrophischen zeigt sich die Ausstellung von Hieronymus Boschs Triptychon Garten der Lüste inspiriert, auf das auch der Titel Bezug nimmt. Die in der Nachfolge Boschs im Zeitraum von 1535 bis 1550 entstandene Version des Garten der Lüste, die im Gropius Bau zu sehen ist, bildet daher einen Ausgangspunkt der Ausstellung.

Mit Arbeiten von Maria Thereza Alves, Korakrit Arunanondchai, Hicham Berrada, John Cage, Tacita Dean, Nathalie Djurberg und Hans Berg, Futurefarmers, Lungiswa Gqunta, Rashid Johnson, Yayoi Kusama, Louise Lawler, Renato Leotta, Isabel Lewis, Libby Harward, Jumana Manna, Uriel Orlow, Heather Phillipson, Pipilotti Rist, Maaike Schoorel, Taro Shinoda, Zheng Bo sowie einem Gemälde aus der Bosch-Nachfolge

Kuratiert von Stephanie Rosenthal mit Clara Meister

Foto: Pipilotti Rist, Homo sapiens sapiens, 2005. Audio-Video-Installation (Videostill) © Pipilotti Rist, Courtesy: Pipilotti Rist, Hauser & Wirth und Luhring Augustine

Gropius Bau (Berlin)

20.07.2019 - 19.01.2020 Tradition und Aufbruch - Nach­kriegs­kunst in Karlsruhe
Städtische Galerie Karlsruhe (Karlsruhe)
Pressemitteilung
"Tradition als Verpflichtung" - unter diesem Motto stand nicht nur die Karlsruher Kunstakademie, als sie nach schweren Kriegszerstörungen 1947 ihren Lehrbetrieb wieder aufnahm, diese Haltung kennzeichnet auch die gesamte Kunstszene der Nachkriegszeit in der Fächerstadt. Mit der Wiedereinsetzung ihrer 1933 entlassenen Professoren Karl Hubbuch und Wilhelm Schnarrenberger bzw. mit den Berufungen von Erich Heckel und Otto Laible knüpfte die Akademie an ihre eigenen Wurzeln und an anerkannte Richtungen der Klassischen Moderne an. Auch das Schaffen der hier freiberuflich tätigen Künstler blieb größtenteils einer gegenständlichfigurativen Bildsprache verbunden. Erst mit HAP Grieshaber, der 1955 als Nachfolger Heckels nach Karlsruhe kam, wurden neue Impulse wirksam. Grieshaber begeisterte seine Studierenden für die aktuellen Positionen der internationalen Avantgarde und förderte eine große Zahl junger Talente. Aus seiner Klasse ging die Neue Figuration hervor, zu deren bedeutendsten Vertretern u. a. Horst Antes und Walter Stöhrer zählen. Spannende Gegenüberstellungen individueller Positionen vermitteln einen facettenreichen Einblick in das Kunstgeschehen der Stadt zwischen Kriegsende und 1960.

Foto: Fritz Klemm, Stilleben (Doppeltisch mit Schale), 1952, Städtische Galerie Karlsruhe

Städtische Galerie Karlsruhe (Karlsruhe)

29.05.2019 - 29.12.2019 Landpartien Nordschwarzwald – 4 Ausstellungen in 4 Stadtmuseen
Museum Schloss Ettlingen (Ettlingen)
Pressemitteilung
Ettlingen und das reizvolle Albtal

„Wer für das Erhabene und Schöne in der wundervollen Natur echten Sinn hat, den gereue es nimmer des friedlichen Waldtales grüne Hallen zu durchwandeln.“
Dr. Schneider über das Albtal im Jahr 1818

Das liebliche Albtal, ganz im Norden des Schwarzwaldes, zwischen Ettlingen und Bad Herrenalb gelegen, wurde im 19. Jahrhundert von Wanderern und Bildungsreisenden als lohnendes Reiseziel entdeckt. Romantische Klosterruinen, Erholung und Heilung versprechende Bade- und Luftkurorte im Grünen lockten die Reisenden an. Der frühe Ausbau einer breiten Talstrecke für Postkutschen und schließlich 1898 die Errichtung einer Bahnlinie von Karlsruhe über Ettlingen nach Herrenalb, schufen die verkehrstechnische Infrastruktur, um die Sommerfrischler bequem ans Ziel zu bringen.

Die Ausstellung im Museum Ettlingen nimmt die Entwicklung des Reisens in das Albtal und nach Ettlingen in der Zeit von 1800 bis 1960 in den Fokus. Sie zeigt, wie und womit man sich vor 200 Jahren auf den Weg machte, welche Reiseutensilien benötigt wurden und wo man wohnte oder übernachtete. Sie zeigt die touristische Entwicklung auf von dem nach Ruhe und unberührter Natur suchenden städtischen Bürger der Romantik bis zum Tagestouristen, den in den 1950er Jahren die Kirschblüten und guten Ausflugslokale nach Ettlingen lockten.

In der Ausstellung berichten etliche Reiseutensilien, Reiseführer und -berichte, Gemälde, Grafiken, Modelle von Kutschen, Souvenirs wie eine große Anzahl Ansichtskarten, mit Sehenswürdigkeiten, schönen Spazierwegen und schicken Promenaden, die in alle Welt verschickt wurden, vom großen und dem kleinen Glück des „Unterwegs-Seins“. Reisen Sie mit!

Museum Schloss Ettlingen (Ettlingen)

23.02.2019 - 28.03.2021 Writing the History of the Future. Die Sammlung des ZKM
ZKM | Zentrum für Kunst und Medien (Karlsruhe)
Pressemitteilung
In einer außergewöhnlichen Zusammenstellung präsentiert das ZKM die Hauptwerke seiner weltweit einzigartigen Sammlung.

Die Ausstellung folgt den Wegen der Avantgarden und Neo-Avantgarden des 20. Jahrhunderts bis in die Gegenwart: von den Künsten der Bewegung – von den bewegten Maschinen (Kinetik, Kybernetik) über bewegte Bilder (Kinematografie, Op-Art, Video, Holografie, Computerinstallationen) – zum bewegten Betrachter (Partizipation, Interaktion, Happening). Von der Materialmalerei und variablen Objektbildern, von den mechanischen und magnetischen Künsten bis zur Lichtkunst und Soundart und zur Eroberung der elektronischen Medien durch die Künste reicht der Horizont der Exponate.

Die Ausstellung überrascht durch eine alternative Erzählung der Geschichte der Kunst und Medien nach 1945.

ZKM | Zentrum für Kunst und Medien (Karlsruhe)

17.02.2019 - 02.02.2020 VOLLGAS - FULL SPEED
Museum Art.Plus (Donaueschingen)
Pressemitteilung
Das Museum Art.Plus nähert sich in seiner großen Jahresausstellung dem Thema Auto. Wohl kaum ein weiterer technischer Gegenstand wurde und wird in vergleichbarer Weise mythologisiert. Die künstlerische Auseinandersetzung mit ihm ist beinahe so alt, wie das Automobil selbst. Das Auto polarisiert, ist politischer und gesellschaftlicher Zündstoff und gerade deshalb auch aus der Themenwelt der zeitgenössischen Kunst nicht wegzudenken. Doch darüber hinaus ist es noch immer Symbol für Freiheit, Mobilität und Abenteuer, Traumobjekt und Fetisch.

Das Museum Art.Plus zeigt Werke internationaler Künstler, die das Auto und die Geschwindigkeit in den Fokus rücken und ergänzt sie durch legendäre Sportwagen, die das Herz des Autoliebhabers höher schlagen lassen.

Museum Art.Plus (Donaueschingen)

29.09.2018 - 31.12.2021 zkm_gameplay. the next level
ZKM | Zentrum für Kunst und Medien (Karlsruhe)
Pressemitteilung
Die legendäre Spieleplattform des ZKM »ZKM_Gameplay« startet mit »zkm_gameplay. the next level« eine Neuauflage.

Alle GamerInnen, aber auch BesucherInnen, die bislang kaum Erfahrung mit Computerspielen haben, sind zum informativen, kritischen und kreativen Austausch – und natürlich zum Spielen – in die Ausstellung eingeladen.

Das neue Konzept basiert nicht nur auf den Erfahrungen des »ZKM_Gameplay«, sondern auch auf der Ausstellung »Games and Politics«, die seit 2017 in Zusammenarbeit mit dem Goethe-Institut auf allen Kontinenten zu sehen ist.
Medium der digitalen Gesellschaft

Dass das Computerspiel sich zu einem Leitmedium entwickelt hat, ist heute kaum mehr eine gewagte These über den Stellenwert des interaktiven und multimedialen Mediums. Es hat sich weit von seinen Ursprüngen als Laborexperiment und Spielzeug entfernt und ist »das« Medium der digitalen Gesellschaft geworden, zwischen Pop-Kultur, Unterhaltung und Kunst.

ZKM | Zentrum für Kunst und Medien (Karlsruhe)

12.09.2018 - 12.01.2020 Sauber? Kulturgeschichte des Badens in Ettlingen
Museum Schloss Ettlingen (Ettlingen)
Pressemitteilung
Das Museum Ettlingen nimmt die Besucherinnen und Besucher in den kommenden Monaten mit auf eine besondere Zeitreise zur Badegeschichte der Stadt.

Wussten Sie schon, dass man in römischer Zeit aufgrund des ausgiebigen Badens 400 l Wasser pro Tag und Person verbrauchte im Vergleich zu den rund 120 l, die heute in Ettlingen pro Tag an Wasser pro Person verbraucht werden? Wussten Sie, dass man heute 150 l virtuelles Wasser benötigt um 1 Tasse Kaffee zuzubereiten oder noch vor 100 Jahren nur wenige Haushalte in Ettlingen fließendes Wasser hatten? Heute ist Wasser bei uns jederzeit verfügbar. Tägliches Duschen und der Einsatz von Seife waren jedoch nicht immer selbstverständlich. Die körperliche Reinigung sowie der Begriff der Sauberkeit sind einem steten Wandel unterworfen.

Die Ausstellung „Sauber?“ widmet sich dem Element Wasser und dem Wandel der Körperpflege von den ersten Siedlungsspuren in Ettlingen vor rund 4000 Jahren bis heute.
In Ettlingens Geschichte war es vor allem der Fluss Alb, dessen Vorzüge die Menschen dazu bewog, sich hier anzusiedeln. Wussten Sie schon, dass man sich vor fast 2000 Jahren in der römischen Siedlung an der Alb in einem warmen Bad entspannen konnte? In unmittelbarer Nähe zum Fluss sind die Reste einer römischen Badeanlage gefunden worden, die anlässlich dieser Ausstellung erstmals im Modell rekonstruiert wurde. Ob im Kalt- oder wohltemperierten Warmbaderaum mit Fußbodenheizung – hier konnte man es sich schon vor rund 2000 Jahren gut gehen lassen.
Wellness im Mittelalter: Die Badestube
Auch wenn die Zeit die römische Badeanlage in Vergessenheit geraten ließ, verzichtete man dennoch nicht auf Sauberkeit und Badekultur, wenn auch in anderer, einfacherer Form. Die mittelalterliche Badstube bot Erholung in Badezubern mit warmem Wasser und wohlriechenden Essenzen.

In Zeiten der Pestepidemien wuchs die Angst vor der Ansteckungsgefahr. Man hatte die Vorstellung, dass Wasser durch die Poren der Haut in den Körper eindringt, ihn schädigt und krankmacht. Man schloss so nach und nach die Badhäuser und erfand die trockene Toilette. In der Ausstellung erfahren Sie wie diese so ganz ohne Wasser funktionierte und mit welchen Mitteln die adligen Damen zur Zeit der Markgräfin Sibylla Augusta lästige Parasiten wie Flöhe in Schach hielten und aus dem Dekolleté verbannten.
Das 19. Jahrhundert ist geprägt durch besorgniserregende, hygienische Verhältnisse der einfachen Leute in der Stadt, die erst um 1900 deutliche Besserung erfahren. Die wegbereitenden technischen Entwicklungen im Sanitärbereich in England beeinflussten die Badekultur des gehobenen Bürgertums in ganz Europa. Luxusbäder aus England, sorgten um 1900 sicherlich auch in einzelnen großbürgerlichen Häusern in Ettlingen für gepflegte Behaglichkeit.
Eine sinnliche Annäherung der besonderen Art bietet die Duftstraße mit vier Stationen in der Ausstellung. Ob aromatischer Badezusatz, Parfüm oder Körperöl – hier kann man den Vorlieben der jeweiligen Epochen nachspüren.
Besucherinnen und Besucher können in alte Zeiten eintauchen, indem sie in einer Zinkwanne Probeliegen oder einem Plumpsklo Platz nehmen und sich an den samstäglichen Badetag erinnern.
Ob schickes Jugendstilbad oder farbenfrohes Design der 1970er Jahre – die Ausstellung bietet mit detailreichen Badezimmerinszenierungen Einblicke in die Entwicklung der privaten wie auch öffentlichen Badekultur und ein spannendes Kapitel Ettlinger Stadtgeschichte!

Die Bade-Spielewelt
Spiel und Spaß rund um die Themen Baden und Wasser sind in der Bade – Spielewelt geboten: Wassergeräusche erkennen, um die Wette angeln, das Entenrennen spielen oder am Spieltisch puzzeln und playmobil Bäder bauen, kreative Recycling Gefäße fürs Bad erfinden oder eine kleine Modeschau mit Bademantel und Duschhaube inszenieren und noch einiges mehr.
Das Museum Ettlingen dankt der hansgrohe Aquademie in Schiltach für umfangreiche Leihgaben, sowie der Kulturstiftung der Sparkasse Karlsruhe und den Stadtwerken Ettlingen für die Unterstützung der Ausstellung.


Rundgänge für Gruppen sind zu folgenden Themen buchbar
Sauber? Kulturgeschichte des Badens in Ettlingen, 60 Minuten, 50/60 €
Vom Seifenkraut zur Badepraline, 90 Minuten, 100/120 €
Müller, Flößer und Anrainer, 60 Minuten, 50/60 €
Rundgänge für Schulklassen sind buchbar auch außerhalb der Öffnungszeiten.

Öffentliche Führungen
Sonntag, 16.12., 15 Uhr
Vom Seifenkraut zur Badepraline, Führung in der Ausstellung Sauber? Kulturgeschichte des Badens in Ettlingen. 90 Min., 6 €

Museum Schloss Ettlingen (Ettlingen)