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Pressemitteilungen
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08.12.2017 - 02.04.2018 Der Meister von Meßkirch Katholische Pracht in der Reformationszeit
Staatsgalerie Stuttgart (Stuttgart)
Pressemitteilung
Im Reformationsjahr 2017 widmet die Staatsgalerie Stuttgart dem Meister von Meßkirch erstmals eine umfassende monografische Ausstellung.
Der Meister von Meßkirch gehört zu den bedeutendsten Malern der frühen Neuzeit. Obwohl sich der ausschließlich im oberschwäbischen Raum tätige Künstler als historisch verbürgte Person bis heute nicht sicher fassen lässt, ist sein Rang als herausragender Kolorist seit langem unbestritten. Seine Altarbilder beanspruchen auch deshalb hohes historisches Interesse, da sie – entgegen der sich in Württemberg fast flächendeckend durchsetzenden Reformation – das regionale Festhalten am altgläubigen Bekenntnis dokumentieren. Von den frühen Porträts, Epitaphien und Hausaltären bis hin zu seinen im Auftrag der Grafen von Zimmern geschaffenen Altarbildern der 1530er-Jahre erschließt sich so ein Werk von unverwechselbarer Eigenart. Charakteristisch ist auch die Verbindung altertümlicher Elemente und fortschrittlicher Bildideen der Renaissance. Ein Großteil seiner heute verstreut in Museen und Privatsammlungen Europas und der USA befindlichen Tafelbilder und Zeichnungen sind in der Ausstellung vereint zu sehen. Sie werden in aufschlussreichen Gegenüberstellungen mit annähernd zeitgleich entstandenen Werken protestantischer Ausrichtung präsentiert. So wird ein differenzierter Eindruck von den künstlerischen Ausdrucksformen im Zeitalter der Reformation vermittelt.

Staatsgalerie Stuttgart (Stuttgart)

17.11.2017 - 18.02.2018 Rausch, Wonne und Verglühen Die Zukunft der Sammlung Frank Brabant
Staatliches Museum Schwerin / Ludwigslust / Güstrow (Schwerin)
Pressemitteilung
Ausstellung in der Galerie Alte & Neue Meister Schwerin

Frank Brabant, der in Schwerin geboren und aufgewachsen ist und sich später in Wiesbaden eine Existenz als erfolgreicher Geschäftsmann aufbaute, hat im Laufe seines Lebens eine beachtliche Kunstsammlung zusammengetragen. Die Sammlung umfasst das ganze 20. Jahrhundert angefangen von Bonnard und Toulouse-Lautrec bis zu Penck und Lüpertz, der Schwerpunkt liegt aber bei Werken des Expressionismus und der Neue Sachlichkeit.

Angefangen hat alles mit einem Holzschnitt von Max Pechstein, den Frank Brabant sich von dem Geld kaufte, das er eigentlich für seinen ersten VW-Käfer gespart hatte. Später kamen Werke von Alexej von Jawlensky, Ernst Ludwig Kirchner, August Macke Georg Tappert, Emil Nolde, Otto Dix, Max Beckmann und viele anderen hinzu. Über 500 Werke umfasst die Sammlung heute. Neben den „großen Namen“ sind viele Maler der „Verschollenen Generation“ vertreten – Künstler, die in der Nazizeit verfemt wurden und nach dem Krieg nicht mehr an frühere Erfolge anknüpfen konnten. Die Bilder spiegeln in vielen Fällen die sozialen Missstände in der Weimarer Republik und geben zugleich einen Überblick über das damalige Kunstgeschehen.

Frank Brabant will seine Kunstsammlung nach seinem Tod je zur Hälfte dem Museum Wiesbaden und der Galerie Alte & Neue Meister des Staatlichen Museums Schwerin schenken. Die Ausstellung zeigt heute schon die Werke, die die Sammlung des Schweriner Museums in Zukunft ergänzen werden. Bisher besitzt das Museum nur wenige Werke, die dem Expressionismus oder der Neue Sachlichkeit zu zurechnen sind, insofern schließt diese Schenkung eine Lücke. Besonders augenfällig wird die Bedeutung der Stiftung für die Sammlung des Museums an einem Gemälde von Heinrich Ehmsen. Bei dem Werk in der Sammlung Brabant handelt es sich um die Vorstudie zu dem Gemälde Der Angler von Cassis, das sich bereits seit 1968(?) im Bestand des Staatlichen Museums befindet.

Auch das Museum Wiesbaden stellt in einer Ausstellung im Sommer 2018 seinen Teil der Sammlung vor. Zu beiden Ausstellungen erscheint ein gemeinsamer Katalog, der die Sammlung Frank Brabant noch einmal als Ganzes würdigt. Anhand der Sammlung wird hier nicht nur die Kunst des Expressionismus und der Neuen Sachlichkeit, sondern auch die Vernetzung der Künstler und Gruppierungen untereinander vorgestellt.

Staatliches Museum Schwerin / Ludwigslust / Güstrow (Schwerin)

07.10.2017 - 07.01.2018 Land in Sicht Die Kunstankäufe des Landes Mecklenburg-Vorpommern 2015/2016
Staatliches Museum Schwerin / Ludwigslust / Güstrow (Schwerin)
Pressemitteilung
Ausstellungstermin nur voraussichtlich!!
Aktuelle Informationen unter: https://www.museum-schwerin.de/ausstellungen/vorschau/

Ausstellung auf Schloss Güstrow

Das Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur und das Staatliche Museum Schwerin?/?Ludwigslust?/?Güstrow präsentieren gemeinsam die Neuerwerbungen für die Kunstsammlung des Landes Mecklenburg-Vorpommern. In den Ateliers von 14 Künstlern wurden insgesamt 79 Arbeiten aus unterschiedlichen Gattungen und von großer stilistischer Bandbreite zusammengetragen: Malerei, Druckgrafik, Zeichnungen, Objekte, Fotoarbeiten und Videokunst von Martha Damus, Jacqueline Duhr, Friedrich Wilhelm Fretwurst, Jörg Hamann, Lars Lehmann, Annette Leyener, Margret Middell, Marcus Schramm, Holger Stark, Wolfgang Tietze, Iris Thürmer, Sven Ochsenreither, Matthias Wegehaupt und Marc Wiesel.

Staatliches Museum Schwerin / Ludwigslust / Güstrow (Schwerin)

14.07.2017 - 05.11.2017 The Great Graphic Boom Amerikanische Graphik 1960–1990
Staatsgalerie Stuttgart (Stuttgart)
Pressemitteilung
In Kooperation mit dem National Museum Oslo präsentiert die Staatsgalerie Stuttgart außergewöhnliche Werke der amerikanischen Druckgraphik von 1960 bis 1990.
Die Druckgraphik diente in der Vergangenheit vor allem dazu, religiöse oder politische Inhalte einem breiten Publikum zugänglich zu machen und war ein wichtiges Kommunikationsmittel. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts waren es vor allem die deutschen Expressionisten, die sich vornehmlich dieser Technik widmeten. Ende der 1950er-Jahre erlebte auch die USA einen wahren »Graphic Boom«.

Zu diesem Zeitpunkt begannen die bedeutendsten Künstler der amerikanischen Avantgarde, vertreten durch Abstrakten Expressionismus, Hard Edge, Pop Art, Minimal Art und andere Stilrichtungen, mit verschiedensten Drucktechniken zu arbeiten bzw. zu experimentieren. Eigens auf Druckgraphik spezialisierte Verlage wie Universal Limited Art Editions (ULAE) in New York, gegründet 1957 von Tatyana Grosman, oder die seit 1966 bestehende GEMINI G.E.L (Graphic Editions Limited) in Los Angeles spielten dabei eine besondere Rolle, vor allem in ihrem hohen Anspruch an die Druckkunst. Einzelblätter, Portfolios und Künstlerbücher entstanden in großer Zahl. Insbesondere die Künstler der Pop Art reagierten damit auf die industrielle Massenfertigung wie auch die Werbesprache der Medien.

Die meisten der Künstler hatten sich bereits als Maler etabliert. In den bevorzugten Medien der Lithographie wie dem Siebdruck, aber auch in anderen Drucktechniken, schufen sie daneben eigenständige Kunstformen, mit denen sie in die Fußstapfen der Pioniere moderner Graphik wie Paul Gauguin, Edvard Munch und Pablo Picasso traten.
Die Ausstellung zeigt mit rund 170 Blättern in eindrucksvoller Breite die verschiedensten Stilrichtungen und Ausprägungen der amerikanischen Druckgraphik und deren Etablierung zu einer eigenständigen Kunstform.

Staatsgalerie Stuttgart (Stuttgart)

08.07.2017 - 09.07.2017 Das Gravenhorster Malbuch | Dieter Call & Anja Voigt
DA, Kunsthaus Kloster Gravenhorst (Hörstel)
Pressemitteilung
Projektstipendium KunstKommunikation 17 – Kunst zum Mitmachen und Mitdenken | Malworkshop jew. Sa. 14 – 18 Uhr | Offenes Atelier jew. So. 11 – 14 Uhr

Die Künstler halten zeichnerische Sichtweisen und Perspektiven rund um das Kloster in einem Malbuch fest. Das Buch bietet jedem Besucher die Möglichkeit sich künstlerisch zu beteiligen. Die Teilnehmer sind eingeladen, ihre gestalteten Malbücher für eine Ausstellung einzureichen.

DA, Kunsthaus Kloster Gravenhorst (Hörstel)

08.07.2017 - 09.07.2017 Das Gravenhorster Malbuch | Dieter Call & Anja Voigt
DA, Kunsthaus Kloster Gravenhorst (Hörstel)
Pressemitteilung
Projektstipendium KunstKommunikation 17 – Kunst zum Mitmachen und Mitdenken | Samstag 14 – 18 Uhr Malworkshop | Sonntag 11 – 14 Uhr Offenes Atelier

Die Künstler halten zeichnerische Sichtweisen und Perspektiven rund um das Kloster in einem Malbuch fest. Das Buch bietet jedem Besucher die Möglichkeit sich künstlerisch zu beteiligen. Die Teilnehmer sind eingeladen, ihre gestalteten Malbücher für eine Ausstellung einzureichen.


DA, Kunsthaus Kloster Gravenhorst (Hörstel)

07.07.2017 - 10.09.2017 Sommerausstellung | Kunstsammlung des Kreises Steinfurt
DA, Kunsthaus Kloster Gravenhorst (Hörstel)
Pressemitteilung
| Eröffnung im Rahmen von openART: 07.07. ab 18.00 Uhr

Erstmalig wird die hochkarätige und spannende Kunstsammlung des Kreises Steinfurt umfassend ausgestellt und unter verschiedenen, auch ganz neuen Aspekten vermittelt.

DA, Kunsthaus Kloster Gravenhorst (Hörstel)

07.07.2017 - 07.07.2017 openART – DA passiert Kunst
DA, Kunsthaus Kloster Gravenhorst (Hörstel)
Pressemitteilung
Abend der offenen Tür | Mit Ideenwerkstatt und vielen Performances – Zahlreiche Künstler/innen vor Ort und viel Kunst im Werden | Beginn: 18.00 Uhr | Eintritt frei

Der spannende und gesellige Treffpunkt für Kunstinteressierte und Kunstschaffende mit künstlerischen Aktionen und Performances der aktuellen Stipendiaten. Außerdem stellen die Bewerber/innen für das Projektstipendium 2018 ihre Entwürfe und künstlerischen Ideen vor. Das DA lädt dazu ein, die Kunst an einem Abend entspannt zu genießen.

DA, Kunsthaus Kloster Gravenhorst (Hörstel)

07.07.2017 - 15.10.2017 Die Menagerie der Medusa Otto Marseus van Schrieck und die Gelehrten
Staatliches Museum Schwerin / Ludwigslust / Güstrow (Schwerin)
Pressemitteilung
Ausstellung in der Galerie Alte & Neue Meister Schwerin

Die Ausstellung zeigt zum ersten Mal den Erfinder des „Waldbodenstilllebens" im Kontext seiner Zeitgenossen. Sie stellt nicht allein die Schönheit von Stillleben ins Zentrum der Betrachtung, sondern die Faszination des Dunklen, Verborgenen, Unheimlichen.

Dabei sollen die vergessenen Verbindungen der Kunst mit der damaligen Wissenschaft erkennbar werden. Das 17. Jahrhundert erlebte einen Epochenwandel, der von der Buchgelehrsamkeit zur empirisch forschenden Naturwissenschaft führte und die Grundlage unseres heutigen Weltbildes schuf. Es ist das Jahrhundert des Mikroskops. Bis dahin unbekannte visuelle Welten, Dinge, die nie zuvor gesehen worden waren, verlangten nach Darstellung. Künstler gehörten damals zu den inneren Kreisen der Wissenschaft.
Otto Marseus van Schrieck stellte Pilze, Insekten und Spinnen, Amphibien und Reptilien, vor allem Schlangen, dar. All diese Pflanzen und Tiere wurden zu seiner Zeit intensiv erforscht, und ein berühmter Gelehrter wie Jan Swammerdam berief sich ausdrücklich auf Beobachtungen seines Freundes Marseus.

Gelehrte und Künstler unternahmen Reisen nach Italien, Frankreich und England. Briefe, Druckgraphik und Publikationen machten Erkenntnisse und Darstellungen in ganz Europa bekannt. Anhand dieser Zeugnisse persönlicher Beziehungen wird die Ausstellung die Netzwerke der Erkenntnisgewinnung aufzeigen. Erst in mühevoller Beobachtung wurde beispielsweise deutlich, dass auch die einfachsten Tiere sich nur durch Fortpflanzung vermehren, nicht durch Spontangenese.

Bei giftigen und heilkräftigen Substanzen gab es Schnittfelder zwischen Heilkunst und Malerei. Außerdem brachte Marseus echte Schmetterlings¬flügel
in seine Gemälde ein, die die Natur nicht nur abbilden, sondern geradezu vorweisen. Sowohl Gärten mit lebenden Pflanzen als auch umfangreiche Sammlungen von Insekten, Muscheln und anderen Naturalien wurden angelegt. Die Naturalien¬sammlungen erlangten internationale Bekanntheit – nicht zuletzt durch Bildatlanten. Wieder waren es die Künstler, die die vermittelnde Rolle spielten.

Der Zusammenhang der Stillleben mit wissenschaftlichen Erkenntnissen ihrer Zeit macht die Werke für den heutigen Betrachter lebendig. Es wird ablesbar, dass es sich um frühe Zeugnisse der Naturerkenntnis handelt, in denen die Tradition mit dem noch heute gültigen Weltbild ringt. Vor allem aber bringt
die Ausstellung eine Malerei zur Anschauung, die eine ganz eigene Faszination ausstrahlt und hier zum ersten Mal zum Thema gemacht ist.

„Die faszinierende Detailgenauigkeit von Otto Marseus van Schrieck wird die Besucher der Ausstellung gefangen nehmen. Diese Verbindung von Forschung und Kunstgenuss war es, die Ernst von Siemens mit seiner Kunststiftung unterstützen wollte“ freut sich Dr. Martin Hoernes, Generalsekretär der Ernst von Siemens Kunststiftung, die zu den Förderern des Ausstellungsprojektes zählt.

Staatliches Museum Schwerin / Ludwigslust / Güstrow (Schwerin)

24.06.2017 - 25.06.2017 Das Gravenhorster Malbuch | Dieter Call & Anja Voigt
DA, Kunsthaus Kloster Gravenhorst (Hörstel)
Pressemitteilung
Projektstipendium KunstKommunikation 17 – Kunst zum Mitmachen und Mitdenken | Malworkshop jew. Sa. 14 – 18 Uhr | Offenes Atelier jew. So. 11 – 14 Uhr

Die Künstler halten zeichnerische Sichtweisen und Perspektiven rund um das Kloster in einem Malbuch fest. Das Buch bietet jedem Besucher die Möglichkeit sich künstlerisch zu beteiligen. Die Teilnehmer sind eingeladen, ihre gestalteten Malbücher für eine Ausstellung einzureichen.

DA, Kunsthaus Kloster Gravenhorst (Hörstel)

28.05.2017 - 28.05.2017 Marktzauber
DA, Kunsthaus Kloster Gravenhorst (Hörstel)
Pressemitteilung
| Klostermarkt mit regionalen Produkten, traditionellem Handwerk, Kunsthandwerk, Kulturprogramm und Künstlerdorf | Außengelände | Beginn: 11.00 Uhr | Eintritt: 2 €, Kinder bis 14 J. kostenlos

„Marktzauber“ steht für außergewöhnliche Kunstprojekte und Kulinarik, für ein buntes Angebot von regionalen Produkten und Leckereien, für die Vorstellung von alten Handwerkskünsten sowie für Spaß und anspruchsvolle Unterhaltung mit Musik und Kleinkunst. Im Künstlerdorf stellen die aktuellen Stipendiaten/innen ihre Projekte mit spannenden Aktionen und Mitmachangeboten vor.

DA, Kunsthaus Kloster Gravenhorst (Hörstel)

20.05.2017 - 24.09.2017 Cranachs Luther! Werke der Malerfamilie Cranach
Staatliches Museum Schwerin / Ludwigslust / Güstrow (Schwerin)
Pressemitteilung
Ausstellung auf Schloss Güstrow

Das Staatliche Museum Schwerin / Ludwigslust / Güstrow veranstaltet im Reformationsjahr 2017 unter dem Titel Cranachs Luther! eine Ausstellung
zu Lucas Cranach dem Älteren und Lucas Cranach dem Jüngeren.
Die Wittenberger Malerdynastie stand in engem Kontakt zu namhaften Reformatoren wie Martin Luther oder Philipp Melanchthon und begleitete
mit ihren Gemälden und Grafiken die Zeitgeschehnisse. Beide Künstler galten
als die „Maler der Reformation“ und prägten im Wortsinn bis heute unser Lutherbild.

Erstmals präsentiert das Staatliche Museum die eigenen Bestände der Werke von Lucas Cranach dem Älteren, Lucas Cranach dem Jüngeren und ihrer Werkstatt in einer Sonderausstellung im Schloss Güstrow. Zu sehen sind die Zeichnungen zum Altar in der Wittenberger Stadtkirche sowie 16 Druckgrafiken, die für die Verbreitung der Gedanken der Reformation von zentraler Bedeutung waren.
Im Zentrum der Ausstellung stehen 12 Gemälde der Cranachs, die einen guten Einblick in das Schaffen der Maler ermöglichen.

Die Schau ist als Kabinettausstellung in zwei Räumen von Schloss Güstrow konzipiert. Wichtige Werke wie das Jugendbildnis Martin Luthers und seiner Frau Katharina von Bora befinden sich im Besitz des Staatlichen Museums.
Mit dem ganzfigurigen Luther-Porträt zeigt die Ausstellung ein Werk, das von zentraler kultur- und kunstgeschichtlicher Bedeutung ist. Es stammt aus der Schweriner Schlosskirche, dem ersten protestantischen Kirchenbau Norddeutschlands, und steht im Blickpunkt der Schau.

Die Kabinettausstellung wird begleitet von dem Vermittlungsprogramm
„Pop up Cranach“, einem Bereich für Kinder und Schüler, der 2015 im Rahmen der Cranach-Ausstellung in der Gemäldegalerie Berlin entstand. Aufgrund des großen Erfolgs war „Pop up Cranach“ bisher in mehreren Städten Deutschlands zu sehen. Kinder und Schüler können hier das Motivrepertoire der Cranachs auf spielerische Weise erkunden und selbständig eigene und neue Bildideen kreieren.

Staatliches Museum Schwerin / Ludwigslust / Güstrow (Schwerin)

19.05.2017 - 18.06.2017 Jugend gestaltet
DA, Kunsthaus Kloster Gravenhorst (Hörstel)
Pressemitteilung
| Ausstellung der besten Arbeiten aus dem Wettbewerb

Mit phantasievollen Skulpturen, spannenden Objekten und vielseitigen Drucken und Collagen präsentieren sich die jüngsten Kunstschaffenden aus dem Kreis Steinfurt.


DA, Kunsthaus Kloster Gravenhorst (Hörstel)

29.04.2017 - 20.08.2017 Markus Lüpertz
ZKM | Zentrum für Kunst und Medien (Karlsruhe)
Pressemitteilung
Ende April würdigt eine Ausstellung – anlässlich seines noch 75. Geburtstag-es – das Schaffen des Malers und Bildhauers Markus Lüpertz, der mehr als zehn Jahre (1974–1986) an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Karlsruhe lehrte und Karlsruhe als einen bedeutenden Ort für die Malerei etablierte.

ZKM | Zentrum für Kunst und Medien (Karlsruhe)

20.04.2017 - 03.07.2017 Juergen Teller. Enjoy Your Life!
Martin-Gropius-Bau Berlin (Berlin)
Pressemitteilung
Juergen Teller, geboren 1964 in Erlangen, zählt international zu den gefragtesten Fotografen der Gegenwart. Seine Arbeiten, oft umfangreiche Serien, werden in Büchern, Zeitschriften, Magazinen und Ausstellungen veröffentlicht. Seit 1986 lebt er in London. Dort begann er für Musik-, Zeitgeist- und Modemagazine zu fotografieren. Bekannt wurde er 1991 als er die Band Nirvana fotografierte und seine Fotos von Kurt Cobain veröffentlichte. Juergen Tellers Arbeiten bewegen sich seitdem an der Schnittstelle zwischen Kunst und kommerzieller Fotografie. Rund 250 Bilder geben Einblicke in sein Gesamtwerk.

Foto: Juergen Teller, Eva Herzigova. Mit dem Teller nach Bonn Serie, 2016
© Juergen Teller

Martin-Gropius-Bau Berlin (Berlin)

12.04.2017 - 05.11.2017 Der Luthereffekt 500 Jahre Protestantismus in der Welt
Martin-Gropius-Bau Berlin (Berlin)
Pressemitteilung
Erstmals illustriert eine Ausstellung die globale Vielfalt und Wirkungsgeschichte, aber auch die Konfliktpotenziale des Protestantismus zwischen den Kulturen. Welche Spuren hinterließ der Protestantismus in anderen Konfessionen, Religionen und Lebensentwürfen? Wie veränderte er sich selbst durch diese Begegnungen – und nicht zuletzt: Wie haben sich Menschen die evangelische Lehre angeeignet, sie geformt und gelebt? Die Ausstellung „Der Luthereffekt“ erzählt eine weltumspannende Geschichte von Wirkung und Wechselwirkung, die um 1500 einsetzt und bis in die Gegenwart reicht, exemplarisch dargestellt an Deutschland und Europa 1450–1600, Schweden 1500–1750, Nordamerika 1600–1900, Korea 1850–2000 und dem heutigen Tansania.

Das Deutsche Historische Museum präsentiert die Ausstellung im Martin-Gropius-Bau auf ca. 3.000 qm und trägt hierfür herausragende Exponate von nationalen und internationalen Leihgebern zusammen, die vielfach bisher noch nie in Deutschland zu sehen waren. Umfangreiche Vermittlungsangebote sowie ein attraktives Rahmenprogramm ergänzen die Ausstellung. Begleitend erscheint ein reich illustrierter Katalog.

Die Schau des Deutschen Historischen Museums ist eine von vier Nationalen Sonderausstellungen zum 500. Reformationsjubiläum 2017. Gefördert von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien sind neben Berlin die Ausstellungsorte Torgau (2015), die Wartburg in Eisenach und Lutherstadt Wittenberg. Die Ausstellungen stehen unter der Schirmherrschaft des Bundespräsidenten Joachim Gauck. Der Deutsche Sparkassen- und Giroverband unterstützt die Ausstellung „Der Luthereffekt. 500 Jahre Reformation“ als Hauptsponsor. Weitere Projekte im Rahmen der Reformationsdekade werden von Institutionen der Sparkassen-Finanzgruppe in Thüringen, Sachsen-Anhalt und Sachsen gefördert.

Foto:
Martin Luther im Kreise von Reformatoren, 1625/1650
© Deutsches Historisches Museum

Martin-Gropius-Bau Berlin (Berlin)

01.04.2017 - 18.06.2017 Skulpturen aus der Sammlung
Städtische Galerie Karlsruhe (Karlsruhe)
Pressemitteilung
Spannende Einblicke in unter­schied­li­che Positionen der Bildhaue­rei im 20. Jahrhun­dert verspricht die Ausstel­lung „Skulp­tu­ren aus der Sammlung“ mit Werken aus dem eigenen Bestand und der renom­mier­ten Sammlung Garnatz, die sich seit 1996 als Dauer­leih­gabe in der Städti­schen Galerie Karlsruhe befindet. Der Spannungs­bo­gen reicht von Hermann Binz und seiner Bronze­plas­tik der „Stefanie“ – sie entstand um 1905 und schmückt in der endgül­ti­gen Ausführung den Brunnen auf dem Stephan­platz – über Hans Uhlmanns Zeichnung im Raum mit dem Titel „Entspan­nung“ von 1948 zu Horst Egon Kalinow­skis reduzier­ter Figür­lich­keit in der Plastik „Die Mutter des Bernstein“ aus dem Jahr 1965. Die Sammlung Garnatz schließt mit Werken aus den 1980er Jahren an. Hierzu gehören die experi­men­tell gestal­te­ten Köpfe der „Bürger von Florenz“ von Markus Lüpertz ebenso wie der aus einem Holzstamm geschla­gene „Selbst­kopf I“ (1984) A. R. Pencks oder die filigrane Instal­la­tion „Löffel­mu­scheln“ von Rosemarie Trockel.
Zu sehen sind zudem dreidi­men­sio­nale Werke unter anderem von Horst Antes, Georg Baselitz, Stephan Balkenhol, Günther Förg, Bernhard Heiliger, Per Kirkeby, Kalin Lindena, Wilhelm Loth und Werner Pokorny.

Foto: Rosemarie Trockel, ohne Titel (Löffelmuscheln), 1986, (c) Städt. Galerie Karlsruhe

Städtische Galerie Karlsruhe (Karlsruhe)

01.04.2017 - 22.10.2017 Poetische Expansionen
ZKM | Zentrum für Kunst und Medien (Karlsruhe)
Pressemitteilung
Im April eröffnet das ZKM eine Reihe zum Thema „Poetische Expansionen“: Hier werden kuünstlerische Positionen von Hansjörg Mayer (The Smell of Ink), Gerhard Rühm (soon | just | now), Konrad Schäuffelen, Helmut Heißenbüttel und Reinhard Döhl vorgestellt ebenso wie die Arbeiten von Nanni Balestrini (Wer das hir liest braucht sich vor nichts mehr zu fürch-ten) . Diese und andere Dichter, z.T. der Stuttgarter Schule zugehörig, haben die Medienrevolutionen eingeleitet, indem sie das Buchstabenfeld um die zweidimensionale Fläche in Raum und Zeit und dessen Produkt, das Buch, in die Medien Audio, Foto, Film, Video, Computer und Internet erweitert haben.

ZKM | Zentrum für Kunst und Medien (Karlsruhe)

26.03.2017 - 10.09.2017 Historische Präsentation Geschichte hinterm Giebel – Émigrés in Gravenhorst | Mit Vortrag von Dr. Ut
DA, Kunsthaus Kloster Gravenhorst (Hörstel)
Pressemitteilung
Nach der Französischen Revolution verließen viele Geistliche ihr Land aus Angst um Leib und Leben. Sie kamen auch ins Fürstbistum Münster. Seit 1794 fanden sie in Gravenhorst Aufnahme.

DA, Kunsthaus Kloster Gravenhorst (Hörstel)

19.03.2017 - 19.03.2017 "Hab ich dir eigentlich schon erzählt…“ – Ein Märchen für alle von Sibylle Berg
DA, Kunsthaus Kloster Gravenhorst (Hörstel)
Pressemitteilung
„Schräge Bretter" - Theater im Kloster | KRESCH-Theater Krefeld | Beginn 18.00 Uhr | Eintritt: 12 €, bis 18 J. 6 € | Für Erwachsene und Jugendliche | Altersempfehlung 13+

Sibylle Berg erzählt satirisch und romantisch, warmherzig und skurril zugleich Episoden aus dem Pubertätswahnsinn. Vom erstem Verliebtsein und den Schrecken der Eifersucht, von der Flucht aus der Unterdrückung durch Eltern und Staat sowie der Sehnsucht nach einem Land am Meer, wo der Himmel blau ist und die Möwen fliegen.

DA, Kunsthaus Kloster Gravenhorst (Hörstel)

19.03.2017 - 09.04.2017 Druckgrafik V aus Halle/Saale
BBK Karlsruhe, Künstlerhaus Karlsruhe (Karlsruhe)
Pressemitteilung
30 Jahre Städtepartnerschaft KARLSRUHE - HALLE / SAALE
Eine Jahrzehnte andauernde Tradition der Zusammenarbeit zwischen
dem BBK Karlsruhe e.V. und dem Halleschen Kunstverein e.V.

Der BBK Karlsruhe präsentiert vom 19.3. bis 9.4.17 zum 5. mal die Ausstellung Druckgrafik aus Halle/Saale im Künstlerhaus Karlsruhe.

Mit dieser Auflage zeigt der Hallesche Kunstverein 2017 im Rahmen der 30jährigen Partnerschaft Halle - Karlsruhe eine informative und breite Schau in den Galerieräumen des Künstlerhauses. Vorgestellt werden Arbeiten in traditionellen originalgrafischen Drucktechniken in einer thematisch nicht eingeschränkten Vielfalt.

An der Ausstellung beteiligen sich 51 Künstlerinnen und Künstler aus Halle und der näheren Umgebung aus Sachsen-Anhalt mit insgesamt 88 Druckgrafiken.

BBK Karlsruhe, Künstlerhaus Karlsruhe (Karlsruhe)

11.03.2017 - 06.08.2017 Aldo Tambellini: Black Matters
ZKM | Zentrum für Kunst und Medien (Karlsruhe)
Pressemitteilung
Black Matters ist die erste umfassende Einzelausstellung des italo-amerikanischen Künstlers Aldo Tambellini (* 1930 in Syracuse, NY, USA), der zu den Pionieren der Intermedia Art und den experimentellen Avantgarden der 1960er und 1970er Jahre gehört.
Die Ausstellung Black Matters unternimmt eine Reise durch Tambellinis produktivste, energetisch aufgeladenste und vielseitigste Periode (1960–1980). Sie erkundet seine Gemälde und seine multimediale Praxis, welche Lumagramme (handbemalte Dias), Videos, Videogramme, Malereien, Foto-grafien, Installationen und Filmwerke umfasst. Zu sehen ist eine Auswahl seiner jüngsten Multimedia-Arbeiten, die bereits im Centre Pompidou (2012), der Tate Modern (2012), dem MoMA New York (2013) und bei der 56. Bien-nale di Venezia (2015) präsentiert wurden. Auch wird eine ortsspezifische Installation gezeigt, die aus Anlass der Retrospektive am ZKM in Auftrag gegeben wurde. Die neue Multimedia-Installation wird sechzig Jahre später erneut Tambellinis künstlerische Kreativität und sein aktuelles politisches, wie philosophisches Unterfangen präsentieren: Schwarz spielt eine Rolle, „Black Matters“.

ZKM | Zentrum für Kunst und Medien (Karlsruhe)

11.03.2017 - 11.06.2017 Friedrich Kiesler: Architekt, Künstler, Visionär
Martin-Gropius-Bau Berlin (Berlin)
Pressemitteilung
Friedrich Kiesler, geboren 1890 in Czernowitz, gestorben 1965 in New York, war ein austro-amerikanischer Architekt, Bühnenbildner, Designer, Künstler und Theoretiker. Sein die Grenzen der einzelnen Kunstgattungen sprengender künstlerischer Ansatz, sein Konzept eines endlos fließenden Raumes und seine ganzheitliche Designtheorie des Correalismus zählen zu den großen Visionen des 20. Jahrhunderts und erfreuen sich ungebrochener Aktualität. Darüber hinaus war Kiesler eine zentrale Figur im Netzwerk der Aesthetic Community in New York, und sein Freundeskreis liest sich wie ein Who-is-Who der Avantgarde.

Der Martin-Gropius-Bau widmet dem Universalkünstler Friedrich Kiesler eine Ausstellung, in der das vielschichtige Œuvre in all seinen Facetten erstmals auch in Deutschland vorgestellt wird. Anhand zentraler Projekte, wichtiger Künstlerfreundschaften und Gemeinschaftsarbeiten wird auch sein Umfeld skizziert, seine Bedeutung für die Architektur- und Kunstgeschichte des 20. Jahrhunderts aufgezeigt.
Berlin ist hierfür als Ort geradezu perfekt: Es ist die Stadt, in der Kiesler mit einem elektro-mechanischen Bühnenbild für Karel ?apeks W.U.R. (R.U.R.) Werstands Universal Robots 1923 seinen ersten großen Erfolg feiert und im wahrsten Sinne des Wortes auf die Bühne der Avantgarde springt. Ein Jahr später sorgt er in Wien mit der Ausstellungsgestaltung für die von ihm auch kuratierte „Internationale Ausstellung neuer Theatertechnik“ und seiner Raumbühne als zentrales Ausstellungsstück ein weiteres Mal für Furore. 1925 wird er von Josef Hoffmann eingeladen, die österreichische Theatersektion für die „Exposition Internationale des Arts Décoratifs et Industriels Modernes“ in Paris zu gestalten. Diesen Auftrag nutzt er, um seine Zukunftsvision einer frei schwebenden Stadt, die Raumstadt modellhaft als Ausstellungsstruktur zu präsentieren. 1926 geht er nach New York, um ein weiteres Mal eine „International Theatre Exposition“ zu organisieren.

Kiesler verlässt Europa mit avantgardistischen Projekten im Gepäck. Mit großen Erwartungen angekommen, bleiben sie anfänglich unerfüllt. Seine Ideen scheinen zu avantgardistisch für die Neue Welt. Kiesler arrangiert sich rasch mit der harten Realität im New York der 1920er Jahre und findet in der Gestaltung von Schaufenstern und Geschäftslokalen ein erfolgreiches Betätigungsfeld. Mit dem Film Guild Cinema schafft Kiesler 1929 in New York das erste 100% Cinema, eine Ikone der modernen Kinoarchitektur, die mit zusätzlichen Projektionen an die Seitenwände und Decke des Auditoriums ein frühes Beispiel der Virtual Reality darstellt.

Kiesler arbeitet in den 1930ern an Möbel- und Lampenentwürfen und errichtet 1933 in den Schauräumen der Modernage Furniture Company in New York das Space House, seine Vision eines Einfamilienhauses, als 1:1 Modell. Viele Kernthemen der Kiesler‘schen Entwurfs- bzw. Architekturtheorie, vor allem sein Konzept einer „Raum-Zeit-Architektur“, werden hier erstmals formuliert.

1934 beginnt Kiesler, nach einer zehnjähringen Unterbrechung wieder für das Theater zu arbeiten. Mit dem Bühnenbild für George Antheils Oper Helen Retires gelingt ihm ein erfolgreicher Einstand in der New Yorker Theaterszene, der zu einem Engagement an der Juilliard School of Music führt. An die 60 Ausstattungen entstehen dort während seiner 25-jährigen Lehrtätigkeit. Mit dem Woodstock Theater (1929) und dem Universal Theater (1959-62) schafft Kiesler zwei Prototypen multifunktionaler Kulturspielstätten, die allerdings nur als Modelle realisiert werden.

Von 1937 bis 1941 leitet Friedrich Kiesler das Laboratory for Design Correlation an der Columbia University in New York und entwickelt seine Correalismus-Theorie, einen ganzheitlichen Designansatz, der auf wissenschaftlicher Analyse gründet und in dessen Zentrum der Mensch steht. Im Zuge seiner Forschung beschäftigt sich Kiesler intensiv mit der menschlichen Wahrnehmung und entwickelt die Vision Machine, mit deren Hilfe er das menschliche Sehen als einen aktiven Prozess visualisieren möchte. Diese Studien bilden die Grundlage seiner späteren Ausstellungsgestaltungen. Im Laufe der 1940er Jahre arbeitet Kiesler außerdem an zwei umfangreichen Buchprojekten – einer Publikation seiner Designtheorie des Correalismus und an einer Kulturanthropologie der Architektur mit dem klingenden Titel „Magic Architecture“. Beide Schriften bleiben unpubliziert.

Zur selben Zeit gestaltet Kiesler mehrere spektakuläre Ausstellungsräume: Peggy Guggenheims Galerie „Art of This Century Gallery“ die „Russian American Exhibition”, eine „Hall of Ecology“ im American Natural History Museum, die Ausstellung „Bloodflames 1947”, sowie die „Exposition Internationale du Surréalisme”. Sie alle zeugen von seiner engen Beziehung zu den Surrealisten im New Yorker Exil. Kiesler ist ein Künstler für Künstler. Der Austausch sowie die Zusammenarbeit mit Künstlerkollegen waren für ihn von größter Bedeutung. Ganz besonders gilt dies für Marcel Duchamp. Kiesler veröffentlicht den ersten Artikel über Duchamps Großes Glas in einer amerikanischen Zeitschrift (Architectural Record, 1937), Duchamp wohnt ein knappes Jahr im Apartment der Kieslers, gemeinsam spielen sie Schach, teilen das Interesse an den Naturwissenschaften, technischen Innovationen und an den Wirkungsweisen der menschlichen Wahrnehmung. Sie arbeiten an Ausstellungen und gestalten Zeitschriften. Nach einem Streit innerhalb der Surrealistengemeinschaft in New York trennen sich jedoch ihre Wege.

Aus Teilen des surrealistisch anmutenden Bühnenbilds für die Oper The Poor Sailor (Le Pauvre Matelot) von Darius Milhaud fertigt Kiesler ein raumgreifendes Skulpturen-Environment, die sogenannte Rockefeller Galaxy, die 1952 in der Ausstellung „15 Americans” im MoMA gezeigt wird. Von dieser Skulptur ausgehend, erarbeitet Kiesler eine weitere Galaxy-Skulptur für Philip Johnsons Glass House in New Canaan. Es entstehen sogenannte Galaxy-Paintings: Cluster von Bildtafeln, die in minutiös definierten Abständen zueinander angeordnet werden, zum Teil an Böden, Wänden und Decken. Der zwischen den einzelnen Bildtafeln liegende Raum, der „Space in Between“, bekommt die gleiche Bedeutung wie die Malerei selbst.

Kiesler behauptet stets, dass jeder „eine gestalterische Grundidee hätte“ – für ihn selbst könnte die Arbeit mit dem „Raum“ als solche bezeichnet werden. Der Raum, insbesondere der endlos fließende Raum, zieht sich als Kernthema durch Kieslers Œuvre. 1950 schafft er erstmals ein kleines eiförmiges Modell für ein Endless House. Im Laufe der 1950er Jahre verfeinert er dieses Konzept und erhält 1958 ein Stipendium, um im Skulpturengarten des MoMA ein 1:1 Modell eines Endless House zu errichten. Wenngleich die Realisierung scheitert, zählt es unbestritten zu den Ikonen visionärer Architektur des 20. Jahrhunderts.

Das einzige tatsächlich realisierte Gebäude Kieslers wird 1965 in Jerusalem eröffnet: der Shrine of the Book, den Kiesler gemeinsam mit Armand Bartos plant. Das symbolisch stark aufgeladene Bauwerk – es beherbergt alttestamentarische Schriftrollen, die am Toten Meer gefunden wurden – sowie die nicht ausgeführte Grotto for Meditation in New Harmony, Indiana, zeugen vom großen Interesse an sakralen Räumen in Kieslers Spätwerk.

In den Jahren 1964/65 arbeitet Kiesler an großen Environments, die er aus einzelnen, aus Aluminium oder Bronze gegossenen Skulpturen zusammensetzt. Sowohl seine Skulptur Bucephalus, eine Referenz an das Streitross Alexander des Großen, als auch das große Environment Us, You, Me vereinen das gesamte Schaffen Kieslers. Die begehbare Skulptur Bucephalus, ein kleines Endless House, mythologisch und symbolisch aufgeladen, theatralisch mit Soundeffekten ausgestattet, stellt gewissermaßen eine Summe all seiner früheren Projekte dar. Kieslers bildhauerische Projekte sind heute kaum bekannt und können in der Ausstellung im Martin-Gropius-Bau erstmals als wesentlicher Bestandteil seines umfangreichen Schaffens entdeckt werden.

VERANSTALTER Berliner Festspiele / Martin-Gropius-Bau in Zusammenarbeit mit der Österreichischen Friedrich und Lillian Kiesler-Privatstiftung, Wien.

Martin-Gropius-Bau Berlin (Berlin)

10.03.2017 - 05.06.2017 AUFSTAND! Renaissance, Reformation und Revolte im Werk von Käthe Kollwitz KOLLWITZ 2017 | 150. GEBU
Käthe Kollwitz Museum Köln (Köln)
Pressemitteilung
Die Sonderausstellung »AUFSTAND! Renaissance, Reformation und Revolte im Werk von Käthe Kollwitz« stellt als Höhepunkt des Jubiläumsprogramms zum 150. Geburtstag der Künstlerin im Käthe Kollwitz Museum Köln eines der Schlüsselwerke im Kollwitz-Œuvre in den Fokus: Ihr graphischer Zyklus »Bauernkrieg« (1902/03–1908) dokumentiert in zweifacher Hinsicht für den Aufbruch in eine neue Zeit.

Zum einen vergegenwärtigt die Radierfolge in mitreißender Weise den Aufstand erniedrigter Bauern von 1524/25. Die Künstlerin führt damit das Selbstverständnis des Menschen in der frühen Neuzeit vor Augen, das auf Freiheit und Würde pocht, wie es sich zeitgleich auch in der Reformation und im Humanismus der Renaissancezeit spiegelt.

Zum anderen aber schrieb sich in diese Bilderfolge die künstlerische Revolte der späten Neuzeit ein: der Bruch der Moderne mit der akademischen Tradition. So unterzog Kollwitz ihre Bildsprache im Laufe der Entstehungsgeschichte des Zyklus einer regelrechten Reformation, die sich in etlichen Entwürfen und verworfenen Kompositionen niederschlug. Die endgültigen gestalterischen Lösungen zitieren dann ebenso Vorbilder von Renaissance-Meistern wie Dürer, Masaccio und Michelangelo sowie Werke anerkannter Größen der Moderne, etwa Daumier, Manet und Rodin.

Aufgrund der überzeugenden Bildlösungen, zu denen die Künstlerin gelangt war, wurde ihr als erster Frau und Graphikerin noch vor Fertigstellung des Zyklus der von Max Klinger begründete Villa-Romana-Preis verliehen, der erste deutsche Kunstpreis überhaupt. Verbunden damit war 1907 ein Aufenthalt im Künstlerhaus Villa Romana in Florenz – ein Ereignis, das sich 2017 zum 110. Mal jährt.

Zahlreiche Leihgaben aus dem In- und Ausland ergänzen in dieser Ausstellung den reichhaltigen eigenen Bestand des Hauses und präsentieren unter anderem auch Werke von Künstlern, die Kollwitz für ihre eigene Bildfindung herangezogen hatte.

Die Ausstellung wird von einem umfangreichen Rahmenprogramm begleitet.
Es erscheint ein Katalog im Wienand Verlag, Köln.

WWW.KOLLWITZ.DE

Käthe Kollwitz Museum Köln (Köln)

24.02.2017 - 26.03.2017 Gordana Rother-Doryn "Urbane Impressionen", Malerei
Kunstverein Kreis Soest e. V. (Soest)
Pressemitteilung
Ich wurde 1952 in Osijek/Kroatien geboren. Dort habe ich nach der Grundschule und Gymnasium das Ökonomiestudium abgeschlossen.

In Deutschland lebe ich seit 1981.

Die kontinuierliche Malerei ist ein fester Bestandteil meines Lebens.

Das Motto, das mich seit Jahren bewegt, ist ein altes Zitat aus dem altindischen Lankavatar- Sutra:

„Die Dinge sind nicht so wie sie scheinen,
aber anders sind sie auch nicht.“

Sie sind nicht? Oder vielleicht doch? Denn die Dinge sind um mich.

Thematisch liegt mein Interesse vor allem auf dem Dialog von Mensch und Natur, Mensch und Technik, Technik und Natur.
Zum einen ist das Ephemere, Vergängliche, als Konstante, das ich in meinen Bildern verfolge, wie z.B. der Augenblick, in dem sich die Pusteblume dem Wind ergibt.

Kunstverein Kreis Soest e. V. (Soest)

19.02.2017 - 21.01.2018 Leidenschaft . Passion - Im Fokus: Pierre Soulages
Museum Art.Plus (Donaueschingen)
Pressemitteilung
Werke des französischen Malers Pierre Soulages (*1919 Rodez, FR) stehen im Zentrum der Ausstellung "Leidenschaft . Passion - Im Fokus: Pierre Soulages", die ab 19. Februar 2017 im Museum Art.Plus zu sehen ist.
Pierre Soulages gehört zu den weltweit bedeutendsten Vertretern der abstrakten Kunst. Seit den 1970er-Jahren malt er ausschließlich monochrom schwarze Bilder, deren pastose, teils matten, teils schwarz-glänzenden Oberflächen er durch tiefe horizontal, schräg oder auch vertikal verlaufende Linien und Furchen strukturiert. Dadurch treten sie in einen stetigen, spannungsvollen Dialog mit dem einfallenden Licht.

"Pour moi, le noir, c'est un excès, une passion." - "Für mich ist Schwarz ein Exzess, eine Leidenschaft." In diesen Worten kulminiert die Obsession des Malers für seine Lieblingsfarbe.

Leidenschaft ist die treibende Kraft in der Kunst. Den Werken Pierre Soulages‘ in den beiden zentralen Räumen werden in den anderen Räumlichkeiten zwei- und dreidimensionale Arbeiten weiterer internationaler Künstler an die Seite gestellt. Die Farbe Schwarz zieht sich dabei durch die gesamte Ausstellung. Mal abstrakt, mal gegenständlich, mal für sich stehend, mal im Kontrast mit anderen Farben, hat sie stets eine andere Wirkung.

In der vielfältigen Schau werden neben alten Bekannten, die in der achtjährigen Geschichte des Museums bereits gezeigt wurden, auch eine große Zahl an Neuentdeckungen gezeigt.

Beteiligte Künstler:
Manolo Ballesteros, Dario Alvarez Basso, Piero Pizzi Cannella, Luigi Carboni, Tony Cragg, Philippe Dodard, Friedemann Flöther, Karl Gerstner, Ellsworth Kelly, Masayuki Koorida, François Morellet, Gerhard Langenfeld, Thomas Lenk, Helmut Middendorf, Nika Neelova, Nunzio, Pino Pinelli, Gert Riel, Stefan Rohrer, Piero Ruggeri, Felix Schlenker, Turi Simeti, Pierre Soulages, Sibylle Wagner

Museum Art.Plus (Donaueschingen)

12.02.2017 - 05.03.2017 JÄGERONUK
BBK Karlsruhe, Künstlerhaus Karlsruhe (Karlsruhe)
Pressemitteilung
Der Maler Markus Jäger und der Fotograf ONUK Bernhard Schmitt aus Karlsruhe stellen Werke ihrer Arbeiten der
letzten Jahre vor. Gezeigt werden Jägers malerische Assemblagen und ONUKs Fotografien aus der ganzen Welt.
12.02. - 05.03.2017
Vernissage: Sonntag, 12.02.2017, 11 Uhr
Das Verbindende in dieser Ausstellung sind die medialen Ebenen und ihr gemeinsames Projekt recycling-world.eu
von dem erstmals in Karlsruhe einige Arbeiten zu sehen sein werden. Hier beschäftigen sie sich mit Wertstoffen
und Abfällen und bringen diese unsichtbar gewordenen Dinge mittels Fotografie und Computer wieder zum
Vorschein.

BBK Karlsruhe, Künstlerhaus Karlsruhe (Karlsruhe)

12.02.2017 - 23.04.2017 Herbert List - The Magical in Passing
KuK - Kunst- und Kulturzentrum der StädteRegion Aachen (Monschau)
Pressemitteilung
Einen Querschnitt seines vielfältigen Schaffens zeigen 122 Arbeiten in „The Magical in Passing“. Diese Auswahl beleuchtet das schwer fassbare Œuvre des deutschen Fotografen und warum es so schwer ist, seine Arbeit zu kategorisieren. Er arbeitete in fast allen Genres, die die Fotografie zu bieten hat: Architektur, Stillleben, Streetfotografie, Porträts und Dokumentation. Dennoch verwischte er auch die Abgrenzung zwischen diesen Bereichen: Architektonische Aufnahmen scheinen wie komponierte Stillleben oder surreale Kompositionen. Die Dokumentation von griechischen Skulpturen oder afrikanischen Artefakten grenzt an Porträts; und wenn er die klassische Schönheit des männlichen Körpers einfängt, weiß man nicht genau, ob wir uns mühevoll komponierte Arrangements anschauen oder ein privates Fototagebuch, das spontan gemacht wurde.

Fotocredit: "The Egg-Despiser": Hamburg, Germany, 1931 © Herbert List/Magnum Photos

KuK - Kunst- und Kulturzentrum der StädteRegion Aachen (Monschau)

10.02.2017 - 05.03.2017 EST + LT + DE => Grafik von zehn Künstlerinnen aus Tallin/Estland, Vilnius/Litauen und Karlsruhe
GEDOK Künstlerinnenforum Karlsruhe (Karlsruhe)
Pressemitteilung
Radierung, Siebdruck, Aquatinta, Photopolymerdruck, Linolschnitt, Lithographie, Mixdruck, Zeichnung.
EST - Britta Benno, Hannah Harkes, Gudrun Heamägi, Inga Heamägi.
LT - Elena Grudzinskaite, Joana Kairiene, Marija Marcelionyte-Paliuke, Jolanta Mikulskyte,
DE - Eugenia Jäger, Margot Witte.
Der Fokus der Ausstellung liegt auf individuell hergestellter Künstlergrafik im Spannungsverhältnis von aktuellen Positionen und klassischen grafischen Reproduktionstechniken.

Vernissage am 10.02. um 19:00 in Anwesenheit der Künstlerinnen
Grußwort: Prof. Dr. Wolfgang Frhr. von Stetten,
Honorarkonsul der Republik Litauen für Baden-Württemberg
Einführung: Hendrik Bündge, Kunsthalle Baden-Baden
Musikalische Umrahmung: Pipilota Neostus, Flöte und Ingely Laiv, Oboe
(estnische Studentinnen an der Hochschule für Musik Karlsruhe)

Vorträge am 11.02. um 14:00
Marija Marcelionyte-Paliuke: "Wie entstehen Ideen?
Inga Heamägi: "Grafik in Estland"

GEDOK Künstlerinnenforum Karlsruhe (Karlsruhe)

09.02.2017 - 07.05.2017 Cerith Wyn Evans
Museum Haus Konstruktiv (Zürich)
Pressemitteilung
Cerith Wyn Evans (geb. 1958 in Llanelli, Wales, lebt und arbeitet bei London), der seine künstlerische Karriere in den 1980er Jahren mit Musikvideos und experimentellen Kurzfilmen begann, ist als Filmemacher und mittlerweile vor allem als Bildhauer und Konzeptkünstler bekannt. In seinen formal reduzierten Installationen kommen oftmals Texte, Spiegel, Pflanzen, Filmprojektionen, Feuerwerkskörper und andere Lichtquellen wie Neonobjekte und -schriftzüge zum Einsatz. Licht und Sprache sowie deren Wahrnehmung durch die Rezipienten bilden wesentliche Konstanten in Evans Schaffen, das eine Vielzahl von Referenzen zur Literatur, Philosophie und Musik, zu Film und bildender Kunst aufweist.

Für die Ausstellung im Museum Haus Konstruktiv hat Cerith Wyn Evans eine neue, von der Decke herabhängende Leuchtstoffröhren-Installation konzipiert, deren filigrane Form auf die präzise formalisierten Bewegungen des traditionellen japanischen N?-Theaters zurückzuführen ist. Sie zeigt eine Verdichtung komplexer Linien, die die Übergänge der verschiedenen theatralischen Bewegungsabläufe und Gangarten wiedergibt. Darüber hinaus ist eine mit Sound gekoppelte Lichtarbeit zu sehen, für die eine ausgewählte Textpassage in Morsezeichen übersetzt wurde, die nun an eine Fluoreszenzlichtröhre in der Deckenbeleuchtung des Ausstellungsraumes gesendet werden. Das Licht blinkt im Rhythmus der codierten Signale.

Museum Haus Konstruktiv (Zürich)

09.02.2017 - 07.05.2017 Marlow Moss - A Forgotten Maverick
Museum Haus Konstruktiv (Zürich)
Pressemitteilung
Marlow Moss (geboren 1889 in Kilburn, London, gestorben 1958 in Penzance, Cornwall) war eine der wenigen weiblichen Vorreiterinnen konstruktiver Malerei. Von 1916 bis 1917 hatte sie in London die St. John’s Wood School of Art und anschliessend die Slade School of Fine Art besucht, bevor sie 1919 für einige Jahre nach Cornwall übersiedelte. 1927 entschied sie, nach Paris zu gehen, wo sie an der Académie Moderne bei Fernand Léger studierte.
In Paris begegnete sie zum ersten Mal den neoplastizistischen Malereien Piet Mondrians; ein Schlüsselmoment, der für ihre weitere künstlerische Entwicklung wegweisend sein sollte. Anfang der 1930er Jahre sind ihre Gemälde jenen Mondrians zum Verwechseln ähnlich: Auch Moss verwendet nun ausschliesslich die Primärfarben Rot, Gelb und Blau sowie die Nichtfarben Weiss und Schwarz, um ein Gerüst aus geraden Linien und rektangulären Farbflächen aufzubauen. Nach und nach entwickelt sie hieraus ihren eigenen Stil. Um 1930 lernt sie Mondrian persönlich kennen. Auch mit Georges Vantongerloo und Jean Gorin steht Moss in regem Kontakt, gehört sie doch wie diese 1931 zu den Mitbegründern der Künstlervereinigung Abstraction-Création. Zu Beginn des Zweiten Weltkrieges verlässt sie Paris, um sich erneut – und diesmal endgültig – in Cornwall niederzulassen.

Das Gesamtwerk von Marlow Moss ist heute weitgehend in Vergessenheit geraten, in der Kunstgeschichtsschreibung findet es oft nur im Hinblick auf Mondrian und die Verwendung der Doppellinie Erwähnung: Moss hatte dieses dynamisierende Kompositionselement zweier dünner, parallel verlaufender Linien erstmals 1930 eingesetzt, es war eine originäre Erfindung der Künstlerin. Mondrian eignete sich dieses Element wenig später an und nannte es eine wichtige Erneuerung in der Entwicklung seines Werkes – ohne jedoch die Urheberin zu erwähnen. Das Museum Haus Konstruktiv möchte das wiederentdeckte Œuvre von Marlow Moss, das allzu lang im Schatten der berühmten männlichen Konstruktivisten stand, einer breiten Öffentlichkeit vorstellen.

Museum Haus Konstruktiv (Zürich)

09.02.2017 - 07.05.2017 Andrew Bick - original ghost variety shifted double echo
Museum Haus Konstruktiv (Zürich)
Pressemitteilung
Andrew Bick (geb. 1963 in Coleford, Gloucestershire, lebt und arbeitet in London) absolvierte zu Beginn der 1980er Jahre den Vorkurs am Cheltenham College of Art und setzte sein Malereistudium dann an der University of Reading sowie an der Londoner Chelsea School of Art fort. In seinen abstrakten Wachsbildern aus freien und geometrischen Formen amalgamiert er Zeichnung und Malerei, Linie und Fläche, Transparenz und Opazität, farbige und unbehandelte, glänzende und matte Oberflächen zu einem vielschichtigen und rätselhaften Ganzen. Bekanntheit erlangte Bick nicht nur durch seine architektonisch anmutenden Bildgefüge in der Nachfolge des britischen Konstruktivismus und der von Minimalismus, Konzeptkunst und Kybernetik geprägten Systems Art, sondern auch durch Kunst-am-Bau-Projekte und seine langjährige Tätigkeit als Kurator, Autor und Dozent.
Aus Bicks kritischer Auseinandersetzung mit Vorläufern der abstrakten und konkreten Moderne und mit den Grundlagen seines eigenen Kunstschaffens sind bereits zahlreiche Kooperationen und Projekte mit anderen Künstlerinnen und Künstlern hervorgegangen, unter ihnen (etwa gleich alt wie Bick) Eva Berendes, Katrina Blannin und Cullinan Richards oder (in den 1930er Jahren geboren) Norman Dilworth, Peter Lowe, Jeffrey Steele und Gillian Wise. Prägend ist auch hier die diskursive Herangehensweise, mit der der Künstler Verbindungslinien der Kunstgeschichte herausarbeitet oder neu anlegt.
Das Museum Haus Konstruktiv zeigt eine auf die Architektur der Ausstellungsräume bezogene, installative Inszenierung von Andrew Bicks jüngsten Werken und widmet ihm damit die erste museale Solopräsentation in der Schweiz.

Museum Haus Konstruktiv (Zürich)

09.02.2017 - 07.05.2017 Lisa Kränzler - KUX
Städtische Galerie Karlsruhe (Karlsruhe)
Pressemitteilung

Der Kunstpreis der Werner-Stober-Stiftung für das Jahr 2016 wurde an Lisa Kränzler verliehen. Die Auswahl für dieses S­ti­pen­dium trafen Mitglieder des Profes­so­ren­kol­le­gi­ums an der Staat­li­chen Akademie der Bildenden Künste in Karlsruhe. Lisa ­Kränz­ler, 1983 in Ravensburg geboren, studierte seit 2005 ­Ma­le­rei und Grafik an der Staat­li­chen Akademie der Bilden­den ­Künste in Karlsruhe. 2012 schloss sie ihr Studium als Meis­ter­schü­le­rin bei Tatjana Doll ab. Die Künstlerin ist seit 2012 auch schrift­stel­le­risch tätig und erzielt mit ihren Romanen ­be­acht­li­che Erfolge.

Im Bereich der bildenden Kunst widmet sie sich der Malerei und der Zeichnung. Kränzler gestaltet ihre großfor­ma­ti­gen, am ge­gen­ständ­li­chen orien­tier­ten Gemälde ganz aus der Farbe, wobei die Nähe zum Cartoon deutlich wird. Als Materialen nutzt sie Lack, eine konven­tio­nelle Anstreich­farbe, die sie auf Papier ­auf­trägt. "Kränzler ist, was die Malerei betrifft, mit der Aus­höh­lung von deren Konvention beschäf­tigt. Sie geht dieser ­Be­schäf­ti­gung mit Unver­fro­ren­heit und Rücksichts­lo­sig­keit nach, jedoch ohne Naivität." Als verbin­den­des Element zwischen ­bil­den­der Kunst und Schrift­stel­le­rei können ihre Zeich­nun­gen an­ge­se­hen werden, "als in ihnen dauernd zwischen Texten und Bil­dern, aufge­tra­ge­nen Farben und maschi­nen­ge­schrie­be­nen ­Buch­sta­ben oder Sichtbarem und Lesbarem hin- und herge­sprun­gen wird." (Zitate: Ulrich Loock 2016)

Städtische Galerie Karlsruhe (Karlsruhe)

05.02.2017 - 07.05.2017 Ernst Beyeler und seine Sammlung
Fondation Beyeler (Riehen)
Pressemitteilung
Die Fondation Beyeler feiert im Jahr 2017 ihren 20. Geburtstag mit drei besonderen Ausstellungen ihrer Sammlung. Über das Jahr hindurch wird die Sammlung Beyeler aus drei verschiedenen Perspektiven gezeigt: Mit einem Blick zurück, einem Blick in die Gegenwart und einem Blick nach vorne.

Die erste Sammlungsausstellung (5. Februar bis 7. Mai 2017) ist eine Hommage an die Museumsgründer Ernst und Hildy Beyeler und empfindet die allererste Sammlungshängung bei der Eröffnung der Fondation Beyeler vor 20 Jahren nach. Dabei werden die persönliche Sicht des Gründerehepaars auf ihre eigene Sammlung und somit auch der Ausgangspunkt für zukünftige Präsentationen nochmals ersichtlich.

Fondation Beyeler (Riehen)

03.02.2017 - 18.06.2017 Ans andere Ende der Welt Japan und die europäischen Meister der Moderne
Staatsgalerie Stuttgart (Stuttgart)
Pressemitteilung
Kaum eine Mode beeinflusste die Künstler des ausgehenden 19. Jahrhunderts nachhaltiger als die Begeisterung für Japan: In der fremden Bildwelt Edos (dem heutigen Tokio) begegneten sie der bunten Welt des Theaters, der Vergnügungsviertel und der Mode. Vor allem im Medium des Farbholzschnittes gelangten diese »Szenen aus der fließenden Welt«
(Ukiyo-e) genannten Bilder nach Europa, wo sie Künstler wie Sammler gleichermaßen begeisterten.
Im Graphik-Kabinett der Staatsgalerie findet zeitgleich zur Ausstellung »Aufbruch Flora. Meisterwerke aus der Sammlung Arthur und Hedy Hahnloser-Bühler« eine Präsentation japanischer Farbholzschnitte aus eigenem Bestand statt. In der Gegenüberstellung mit Werken europäischer Künstler wie Pierre Bonnard und Edouard Vuillard, Paul Gauguin und Henri de Toulouse-Lautrec – eben jenen Künstlern, deren Werke in der Sammlung Hahnloser repräsentiert sind – wird deutlich, wie diese sich auf ihrer Suche nach neuen Ausdrucksformen von der Schönheit und Ausdruckskraft der geschwungenen Linie, der simultanen Perspektive und der überbordenden Ornamentik der farbenfrohen japanischen Drucke inspirieren ließen.

Staatsgalerie Stuttgart (Stuttgart)

03.02.2017 - 18.06.2017 Aufbruch Flora Meisterwerke aus der Sammlung Arthur und Hedy Hahnloser-Bühler
Staatsgalerie Stuttgart (Stuttgart)
Pressemitteilung
In der Überzeugung, dass man am Puls der Zeit leben müsse, trug das Schweizer Ehepaar Arthur und Hedy Hahnloser-Bühler zwischen 1906 und 1936 eine umfangreiche Sammlung postimpressionistischer Kunst zusammen. Von van Gogh bis Cézanne, von Manet bis Vallotton, von Manguin bis Renoir sind darin nahezu alle großen Vorreiter der künstlerischen Moderne vertreten. Schwerpunkte der einzigartigen Kollektion liegen bei den Nabis-Künstlern Félix Vallotton, Pierre Bonnard und Édouard Vuillard sowie den Fauves um Henri Matisse.
Durch ihre Werke und den freundschaftlichen Austausch, der Künstler und Sammler verband, wurde die Villa Flora, das Wohnhaus der Hahnlosers in Winterthur, zu einem Ort der Einheit von Kunst und Leben und des Aufbruchs in die Moderne. Ihre Strahlkraft wirkte sich über die Grenzen des privaten Mäzenatentums hinaus befruchtend auf das öffentliche Sammeln aus.
Die Ausstellung »Aufbruch Flora« wird rund 100 Gemälde und Skulpturen von 15 Künstlern aus der historischen Sammlung Hahnloser präsentieren. Diese treten unweigerlich in einen Dialog mit den Beständen der Staatsgalerie Stuttgart, was die Unterschiede des privaten und öffentlichen Sammelns verdeutlicht.

Staatsgalerie Stuttgart (Stuttgart)

02.02.2017 - 01.05.2017 Susanne Neiss und Sammlung Rastatt - Fotografien
Städtische Galerie Fruchthalle (Rastatt)
Pressemitteilung
Die aus Worms stammende, in Mannheim lebende Künstlerin arbeitet überwiegend mit Fotografie – und unterläuft zugleich die konventionellen Erwartungen an dieses Medium. Ihre Farbaufnahmen zeigen periphere Situationen aus unterschiedlichen Betrachterpositionen, teils unscharf oder aus großer Ferne, etwa durch eine Fensterscheibe gesehen.

Weiterhin sorgt der gewählte Bildausschnitt dafür, dass sich der Eindruck des Abstrakten einstellt und die fotographischen Aufnahmen mitunter den Charakter reiner Farbmalerei annehmen. Dabei wirken die Bilder lichtdurchflutet und transparent, dann wieder dämmrig in Regen gehüllt oder bannen aus großer Nähe ein Ensemble edler Farben, dessen
Gegenständlichkeit im Unklaren bleibt, aber selbst eine faszinierende Präsenz besitzt.

Susanne Neiss entwickelt ihre Fotografien in Serien, die ein Themenfeld assoziativ berühren und diesem doch nichts von seiner subjektiven Erfahrbarkeit und seinem Reichtum nehmen. Jedes Bild ist für sich ein eigenes visuelles, ästhetisches Erlebnis. Es übereignet seine
Bedeutung unserer emotionalen Gestimmtheit in Verbindung mit der intuitiven
Kombinatorik.

Die in Kooperation mit der Herbert-Weisenburger-Stiftung gezeigte Schau wird inszenatorisch ergänzt mit Fotokunst aus der Sammlung Rastatt, darunter von so namhaften Fotografen wie Roland Fischer, Robert Häusser, Thomas Ruff, Martin Zeller und Ralf Cohen sowie Fotoarbeiten von Hetum Gruber und Foto-Malerei-Kombinationen von Sandra Eades und Johanna Helbling Felix.

Parallel zur Ausstellung werden im „Kabinett Westermann“ die Objektboxen internationaler Fotografinnen und Fotografen aus der Sammlung Westermann gezeigt.

Abbildung:
Susanne Neiss, ohne Titel, aus der Serie: somewhere, 2007, Fotografie auf Aludibond, 85 x 127,5 cm

Städtische Galerie Fruchthalle (Rastatt)

02.02.2017 - 07.05.2017 Ein Mecklenburger in Rom Ferdinand Ruscheweyh – eine Wiederentdeckung
Staatliches Museum Schwerin / Ludwigslust / Güstrow (Schwerin)
Pressemitteilung
Kabinettausstellung in der Galerie Alte & Neue Meister Schwerin

Im Jahr 2016 erwarb das Staatliche Museum den Nachlass von Ferdinand Ruscheweyh (1785–1846). Dazu gehören ein Selbstporträt, eine Autobiographie und acht Skizzenbücher mit Reiseerlebnissen und Veduten aus Italien.
Dieser umfangreiche Ankauf ermöglicht eine umfassende Neubewertung
des Wirkens des Künstlers.
Ferdinand Ruscheweyh war einer der bedeutendsten Reproduktionsstecher einer Gruppe von Künstlern, die als Nazarener bezeichnet wurden. Dieser deutschsprachige Künstlerkreis ging um 1800 nach Italien, um in Rom unter Orientierung an der Malerei der Renaissance die Kunst zu reformieren.
Der in Neustrelitz geborene Ruscheweyh studierte in Berlin und Wien und reiste im Jahr 1808 ebenfalls nach Rom, wo er 24 Jahre lebte. Erst 1833 kehrte er nach Neustrelitz zurück.
Zu Ruscheweyhs bedeutendsten Stichwerken gehören die Reproduktionen nach Zeichnungen von Peter Cornelius zu Johann Wolfgang von Goethes „Faust“ und die Stiche nach Johann Martin Wagner zum „Eleusinischen Fest“ von Friedrich Schiller. Er arbeitete weiterhin nach so wichtigen Vertretern der nazarenischen Kunst wie Asmus Jacob Carstens, Friedrich Overbeck und Franz Pforr.
In den folgenden Jahren wird in Kooperation mit der Universität Göttingen
der Nachlass des Künstlers aufgearbeitet und anschließend die Ergebnisse in einer Tagung diskutiert. Eine umfassende Publikation ist geplant.
Die aktuelle Kabinettausstellung präsentiert den Neuankauf erstmals der Öffentlichkeit zusammen mit einer Auswahl der im Schweriner Kabinett vorhandenen Druckgraphiken Ruscheweyhs.

Staatliches Museum Schwerin / Ludwigslust / Güstrow (Schwerin)

22.01.2017 - 28.05.2017 Claude Monet
Fondation Beyeler (Riehen)
Pressemitteilung
Zu ihrem 20. Geburtstag präsentiert die Fondation Beyeler einen der bedeutendsten und beliebtesten Künstler: Claude Monet. Die Ausstellung ist ein Fest des Lichts und der Farben. Sie beleuchtet die künstlerische Entwicklung des französischen Malers von der Zeit des Impressionismus bis zum berühmten Spätwerk. Zu sehen sind seine Landschaften am Mittelmeer, wilde Atlantikküsten, die Flussläufe der Seine, Blumenwiesen, Heuhaufen, Seerosen, Kathedralen und Brücken im Nebel. Der
Künstler experimentierte in seinen Bildern mit wechselnden Licht- und Farbenspielen im Verlauf der Tages- und Jahreszeiten. Mit Spiegelungen und Schatten gelang es Monet, magische Stimmungen zu erzeugen.

Claude Monet war ein grosser Pionier, der den Schlüssel zum geheimnisvollen Garten der modernen Malerei gefunden und allen die Augen für ein neues Sehen der Welt geöffnet hat.

Die Ausstellung vereint 50 Meisterwerke aus privaten Sammlungen und renommierten Museen wie dem Musée d’Orsay in Paris, dem japanischen Pola Museum of Art, dem Metropolitan Museum in New York und dem Art Institute in Chicago.

Fondation Beyeler (Riehen)

21.01.2017 - 26.03.2017 »Was ich mit mir trage...« Gepäckstücke und ihre Fluchtgeschichten
Staedtische Galerie Bietigheim-Bissingen ( Bietigheim-Bissingen)
Pressemitteilung
Im Zentrum der Ausstellung stehen zwei raumgreifende künstlerische Installationen: Die zehn Meter lange, aus mehr als 150 Reisetaschen und Koffern bestehende »Koffermauer – Klagemauer« (1976 /78) von Raffael Rheinsberg (1943–2016) versperrt den Besuchern der Städtischen Galerie den Durchgang; die Installation »Migration VII« (1999) von Sabine Braun (*1967) wiederum umfasst mehr als 60 geöffnete Koffer mit fotografischen Leuchtkästen, die Wasseroberflächen und Porträts von Migranten zeigen. Diese beiden emotional aufgeladenen Werke nutzen die vielfältige Symbolik des Koffers. Obwohl sie in spezifischen historischen Situationen geschaffen wurden, sind ihre Aussagen
ins Heute übertragbar. Neben den beeindruckenden künstlerischen Arbeiten wird in der Ausstellung eine vor Ort durchgeführte Recherche dokumentiert. Da Flucht ein ebenso hochaktuelles wie stets
wiederkehrendes gesellschaftliches Phänomen darstellt, werden verschiedene Personengruppen einbezogen: aktuelle Flüchtlinge ebenso wie aus der DDR geflohene und nach dem Zweiten Weltkrieg vertriebene Personen, die alle in Bietigheim-Bissingen leben. Und da Flucht ein sehr komplexes Thema ist, richtet die Ausstellung den Fokus auf einen spezifischen Aspekt: auf die Gepäckstücke und Gegenstände, die flüchtende Personen mit sich tragen. Neben Auszügen aus den geführten Interviews werden auch Gegenstände, die aus der Heimat mitgebracht wurden – Lebensnotwendiges ebenso wie Erinnerungsstücke –, in den Museumsräumen präsentiert. Die Ausstellung stellt damit existenzielle Fragen: nach unseren – im Wortsinn – Habseligkeiten ebenso wie nach dem Bedeutungsverlust von Besitz in einschneidenden Lebenssituationen wie Vertreibung
und Flucht.

Begleitprogramm

Öffentliche Führungen
jeweils Sonntag
29. Januar, 11.30 Uhr
12. Februar, 11.30 Uhr
26. Februar, 11.30 Uhr
12. März, 14.30 Uhr
26. März, 11.30 Uhr

Führung für Lehrkräfte
Montag, 23. Januar, 17 Uhr

Pavillon-Kolleg
in Kooperation mit den
Aktiven Senioren
Donnerstag, 9. Februar
14 Uhr
Senioren-Seminar
in Kooperation mit dem
Dachverband für Seniorenarbeit,
Freitag, 17. Februar
9.30 Uhr
jeweils mit anschließendem
Kaffee und Kuchen
Anmeldung:
07142 51155 oder 775133

»...und wenn ich noch
etwas hätte einpacken
können...«
Donnerstag, 16. März
18.30 Uhr
Ausstellungsrundgang mit
der Galerieleitung und
Gespräche mit beteiligten
Vertriebenen und Flüchtlingen
· Eintritt frei

Workshops für
Kinder und Jugendliche

»Ich packe meinen
Koffer...« · Spiele und
Geschichten zu Flucht,
Vertreibung, Reise
Samstag, 11. Februar
14.30 –17.30 Uhr, für Kinder
von 8 bis 12 Jahren

Reiseerzählungen –
Zeichne Deinen Comic!
Samstag, 18. März
14.30 –17.30 Uhr, für Kinder
von 8 bis 12 Jahren

Anmeldung für die
Workshops: 07142 74-483

Wir danken den in
Bietigheim-Bissingen Engagierten
vom Ökumenischen
Freundeskreis Asyl, vom
Dachverband für Seniorenarbeit
e.V. und vom Suryoye
und Deutsche Verein für
Integration und Kultur e.V.


Staedtische Galerie Bietigheim-Bissingen ( Bietigheim-Bissingen)

01.01.2017 - 31.12.2017 Videobox Museum Matters
Staatsgalerie Stuttgart (Stuttgart)
Pressemitteilung
Ist das Museum ein kollektiver Speicher von Wissen oder Plattform für Experimente? White Cube oder Werkstatt? Architekturikone oder interaktiver Ort der Kommunikation?
Unter dem Titel »Museum Matters« konzentriert sich die aktuelle Reihe der Videobox auf Arbeiten von jüngeren und etablierten Künstlern und Filmemachern, die das Museum zu ihrem Gegenstand machen. Dokumentarisch, experimentell, essayistisch oder narrativ nehmen sie Museen, ihre Ansätze, Präsentationen und Formen der Vermittlung in den Blick, um Bedingungen von Sammlungen sichtbar zu machen und alternative Archive herauszufordern.
Im zweimonatigen Wechsel werden ausgewählte Filme und Videos von internationalen jüngeren wie etablierten Künstlern gezeigt, die dokumentarisch, experimentell, essayistisch oder narrativ arbeiten.

Staatsgalerie Stuttgart (Stuttgart)

17.12.2016 - 05.03.2017 leicht raum licht schwer. Isa Dahl - Malerei. Hans Schüle - Plastik.
Kunstmuseum Singen (Singen)
Pressemitteilung
leicht raum licht schwer.
Isa Dahl – Malerei. Hans Schüle – Plastik.
17.12.2016 - 05.03.2017

Erstmals führt das Kunstmuseum Singen die Ölgemälde Isa Dahls (*1965) und die Stahlplastiken von Hans Schüle (*1965) in einer Ausstellung zusammen. Beiden Künstlern – Vertreter zeitgenössischer Kunst aus der Euregio Bodensee – eignet ein ungewöhnlicher Umgang mit den gestalterischen Elementen des Raums. Beide bauen ihre Arbeiten aus einfachsten, wiederkehrenden Modulen, Strukturen und Fragmenten auf, die zu einem offenen, äußerst komplexen und spannungsgeladenen Ganzen verwoben werden. Beobachtung und Imagination, Entwicklung, Verdichtung und Verwandlung sind wesentliche gestaltende Antriebe der beiden Künstler. Während Isa Dahls großzügig angelegte, farbig leuchtende Gemälde kreisende bzw. dynamische Bewegungen aufweisen, die den Blick des Betrachters in die Tiefe imaginärere Räume einsaugen, baut Hans Schüle seine wandelbare Hybride aus Stahlringen auf. Den Außenraum nehmen seine Plastiken konsequent in sich auf.

Isa Dahls meist großformatige Gemälde sind abstrakt, ganz aus den Mitteln der Malerei geschöpft, und doch assoziieren wir Naturphänomene und geschaute Wirklichkeit: wogendes Seegras in fließendem Wasser; im Wind wiegende Blättervorhänge; Blicke hinein ins Schilfgras; farbiges Garn, aufgewickelt zu Knäueln; tektonische Schichtungen der Erde; hinterleuchtete Fenster und Vorhänge in der Nacht usw. In jedem Bildformat erreicht die Malerin mit einfachen, großzügig ausholenden Mitteln suggestive Wirkungen. Da gibt es Geflechte oder Wellen, die mit breiten, rhythmisierenden Pinsel- oder Bürstenschwüngen aufgetragen werden. In steigenden, fallenden oder zentrierenden Bewegungsrichtungen füllen diese All-Over-Kompositionen ganze Leinwände. Zugleich leuchten unter den offenen Strukturen aus der Tiefe farbige Gründe in luzider Transparenz hervor. Zudem ist Dahls meist warmen, geschichteten Mischfarben eine hohe Licht- und Leuchtkraft eigen. Überhaupt: All diese Kompositionen bleiben im Fluss, im Vorübergehen. Erfahren werden sie als Ausschnitte aus einem großen, belebten, sinnlichen Ganzen, in dessen Tiefe und Bewegtheit der Betrachter eintauchen kann. Die kraftvolle Bewegung von Arm und Körper im Malprozess, die sich als Pulsieren oder Tempo ins Bild eingeschrieben hat, aktiviert den Betrachter. Es ist diese Kraft, die den Betrachter einnimmt für die lustvolle Souveränität, mit der Isa Dahl ihre Werke in einem Zug gestaltet – dabei stets offen für die „wunderbaren“ (Dahl) Möglichkeiten ihrer prunkenden Farben.

Hans Schüle treibt, ähnlich wie Isa Dahl, seine Werkentwicklung in Serien voran. Auch seine Arbeiten sind, bei aller Verdichtung der Form, nie statisch. Ausgestellt sind Stahlplastiken aus den Serien Sediment und Fraktal sowie gezielt für die Schau entstandene Arbeiten aus der Serie Hybride. Die stofflich-dunklen Sediment-Arbeiten mit ihren geschlossenen, gebläuten Außenhäuten wirken wie in den Raum geworfene Bruchstücke: Als habe man diese mit dem Tortenmesser aus einem größeren Ganzen herausgeschnitten. In starkem Kontrast werden kompakte, weich geschmiedete „Blasen“ oder tellerförmige Vertiefungen klar begrenzten, glatten, eher abweisenden Kantenflächen gegenüber gestellt. Dagegen sind die mitunter stark farbigen Arbeiten der Serie Fraktal dynamisch-splittrige, hart agierende Kraftpakete. Aufgebaut sind diese aus spitz zugeschnittenen, verschweißten bzw. gekanteten Stahlbleche unregelmäßigen Zuschnitts. Sie umkreisen entweder einen imaginären Kraftkern oder streben in alle Richtungen auseinander. Durchblicke auf die Wand oder den Boden werden frei. Schüles lichte, offene Hybride sind – wieder anders – aus einzelnen, vergleichbar großen Stahlringen (Rohrabschnitte) seriell aufgebaut. In der Addition wachsen sie zu organisch bewegten Kugelformationen aus und greifen – monumentalen Molekülmodellen ähnlich – in mehrere Richtungen aus. Aus einem geometrisch einfachen, technisch-industriell verarbeiteten, gleichförmig gefertigten Grundmodul entsteht eine komplexe, amorphe Gestalt, die in ihrer Wandelbarkeit an Formen aus der Natur erinnert und den Außenraum ins Innere hinein nimmt. Zudem können alle Einzelarbeiten zu installativen Gebilden erweitert werden. Es ist dieses sinnliche Umschlagen der Gesamtgestalt, das Spiel mit wiederkehrenden Formen, die Irritation des Fremd-Vertrauten, die den Betrachter für Hans Schüles Hybride einnimmt.

Hans Schüle, geboren 1965 in Neckarsulm, heute in Hohenfels arbeitend, ist ausgebildeter Grafiker und studierte 1991 bis 1997 Malerei und Bildhauerei an der Akademie der Bildenden Künste München und an der Hochschule der Künste Berlin. Früh in Einzel- wie Gruppenausstellungen und auch auf Kunstmessen hervorgetreten, wurde der Metallplastiker durch den im Jahr 2000 von der Kunststiftung Erich Hauser, Rottweil, verliehenen Internationalen Werkstattpreis im deutschen Südwesten bekannt. Jüngst realisierte er für die Firma Aesculap in Tuttlingen eine Großplastik im Außenraum. Das Kunstmuseum Singen stellt zur Wiedereröffnung des Hauses 2014 eine große Plastik aus der Sediment-Serie vor.

Isa Dahl, gebürtig in Ravensburg (*1965), in Stuttgart arbeitend, studierte von 1984 bis 1991 Malerei an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste in Stuttgart und, zuletzt als Meisterschülerin bei Prof. Dieter Krieg, an der Kunstakademie Düsseldorf. Seit ihrem Reisestipendium für die USA (1992) wurden Isa Dahl bis heute zahlreiche Stipendien sowie Förder- und Kunstpreise für ihre Arbeit zugesprochen. Seit 1994/96 stellt sie regelmäßig in ganz Deutschland einzeln, in Gruppenausstellungen und auch zusammen mit der 1994 von ihr mit gegründeten Künstlergruppe maximal aus. Nicht nur in Ausstellungen und mit einer Jahresgabe des Kunstvereins (2005) wurde die Malerin in Singen bekannt. Seit 1999 ist sie mit dem Gemälde aus der Fassade-Serie (1998) im Sammlungsbestand des Kunstmuseums Singen vertreten.

Kunstmuseum Singen (Singen)

16.12.2016 - 14.05.2017 Julian Rosefeldt: MANIFESTO
Staatsgalerie Stuttgart (Stuttgart)
Pressemitteilung
Die Freunde der Staatsgalerie – Stuttgarter Galerieverein haben 2016 MANIFESTO von Julian Rosefeld erworben. Die Staatsgalerie bedankt sich für diesen spektakulären Ankauf mit einer aufwändigen Inszenierung der 13-teiligen Filminstallation.
Rosefeldts jüngste Arbeit ist eine Hommage an das Künstlermanifest von Dada, Fluxus, Pop Art, Konzeptkunst bis Dogma 95 und fragt nach der Rolle der Kunst in der Moderne. Durch Kürzung und Kombination der historischen Manifestschriften entstanden poetische Textcollagen, die von der Oscar-Preisträgerin Cate Blanchett in 13 verschiedenen Rollen gesprochen und verkörpert werden. Ob als Choreographin eines Tanzensembles, Grundschullehrerin, Trauerrednerin, Fabrikarbeiterin, Börsenmaklerin oder als obdachloser Mann, immer holen diese Charaktere die historischen Manifeste in die heutige Alltagswelt. Die Radikalität der Texte, Rosefeldts Bildwelten und Blanchetts Wandlungsfähigkeit verbinden sich in MANIFESTO zu einem dichten Vokalkonzert.
MANIFESTO ist eine gemeinsame Produktion des Australian Centre for the Moving Image Melbourne, der Art Gallery of New South Wales Sydney, der Nationalgalerie - Staatliche Museen zu Berlin und dem Sprengel Museum Hannover. Das Projekt wurde von der Ruhrtriennale und der Burger Collection Hongkong koproduziert. Es entstand dank der großzügigen Unterstützung des Medienboards Berlin-Brandenburg und in Kooperation mit dem Bayerischen Rundfunk.

Staatsgalerie Stuttgart (Stuttgart)

13.12.2016 - 05.03.2017 Zeige mir etwas Neues. Moderne und zeitgenössische Kunst aus der Euregio Bodensee.
Kunstmuseum Singen (Singen)
Pressemitteilung
Mit „Zeige mir etwas Neues.“ präsentiert das Kunstmuseum Singen moderne und Gegenwartskunst der Euregio Bodensee. Die Ausstellung ist dem zweiten großen Sammlungsschwerpunkt des Kunstmuseums gewidmet und zeigt ausgewählte Hauptwerke aus der Sammlung, die einen Überblick über Positionen namhafter Künstler zur Kunst der Moderne und zur zeitgenössischen Kunst aus dem deutschen Südwesten vermitteln.

Kunstmuseum Singen (Singen)

11.12.2016 - 23.04.2017 Albrecht Kunkel: QUEST Fotografien 1989 – 2009
ZKM | Zentrum für Kunst und Medien (Karlsruhe)
Pressemitteilung
Das ZKM präsentiert in einer Einzelausstellung erstmals die Werke des deutschen Künstlers Albrecht Kunkel (1968–2009). Seine fotografischen Arbeiten konzentrieren sich auf Landschaften und Räume, die von historischer, kultischer oder sozialer Bedeutung sind. Er legt den Fokus auf kulturelle Praktiken und Handlungsweisen. Dabei war er stets ein Suchender, in dessen Werk weit voneinander entlegene Orte und Zeiten aufeinandertreffen, darunter prähistorische Höhlen (1996/1998), die Ausgrabungsstätten in Troja (2002), die Filmfestspiele in Cannes (2003), der Times Square in New York (2004) oder die heiligen Stätten Jerusalems (2007).

Diese heterogene, scheinbar beliebige Wahl der Motive erweist sich in einer erweiterten Perspektive als Suche nach den ersten und letzten Fragen menschlicher Existenz – und danach, wie diese heute noch wahrgenommen werden. Kunkels Arbeiten forschen nach einer Verortung der Kultur in ihren historischen und zeitgenössischen Ausprägungen. Sie zeigen bedeutsame Orte des kollektiven Gedächtnisses und verweisen auf die bildimmanente Konstruktion von Geschichte und Wirklichkeit, die Kunkel in den Möglichkeiten der Fotografie auslotete.

Das ZKM zeigt mit der Ausstellung Albrecht Kunkel. Quest erstmals eine umfassende Werkschau des 2009 in Berlin verstorbenen Fotografen. Kunkel studierte bei Thomas Struth, Bernd und Hilla Becher und war Meisterschüler bei Katharina Sieverding. Er lebte in Berlin, Paris und New York. Sein fotografischer Nachlass ging 2013 als Schenkung an die Sammlung des ZKM | Zentrum für Kunst und Medien.

Zur Ausstellung erscheint im Verlag für moderne Kunst eine ca. 200-seitige Publikation mit Texten von Jana Duda, Ursula Frohne und Christian Katti, Erec Gellautz und Mirjam Lewandowsky.

Impressum

Erec Gellautz (Kurator/in)

Ausstellungsteam

Technische Projektleitung: Christof Hierholzer
Registrar: Regina Linder

ZKM | Zentrum für Kunst und Medien (Karlsruhe)

11.12.2016 - 05.03.2017 Floris Neusüss und Renate Heyne: Leibniz’ Lager Sammlungswelten in Fotogrammen
ZKM | Zentrum für Kunst und Medien (Karlsruhe)
Pressemitteilung
Was wäre, wenn Leibniz, der umtriebige Universalgelehrte der frühen Aufklärung, sich der Aufgabe gestellt hätte, sein Wissen auf möglichst anschauliche und erfahrbare Weise, mittels Naturalien und Artefakten, der Allgemeinheit zu vermitteln? Wie sähe ein Lager aus, in dem er solche Gegenstände für den späteren Unterricht aufbewahrt hätte? Aus welchen wissenschaftlichen Instrumenten, technischen Errungenschaften, Alltagsgegenständen, Souvenirs aus fernen Ländern, Kunstwerken und Trivialien würde dieses Depot bestehen?

Diese Fragen beantworten Floris Neusüss und Renate Heyne in ihrer als Gedankenspiel ausgelegten Fotogramm-Ausstellung. Leibniz’ Lager kommt einem imaginären Gang durch das fiktive Lager gleich, in dem die Dinge nicht immer sorgfältig sortiert, sondern oft einfach abgestellt wurden. Allerdings handelt es sich bei den Exponaten nicht um die Artefakte selbst, sondern um Fotogramme von ihnen, welche das Künstlerpaar seit dem Jahr 2000 in zahlreichen Museen angefertigt hat.

Das Fotogramm übt als experimentelles Bild zwischen Fotografie und Körper bzw. Skulptur seit den 1920er-Jahren eine große Anziehungskraft auf MalerInnen, FilmemacherInnen und natürlich FotografInnen aus. Hat Roland Barthes über die mittelbare Form der Fotografie geschrieben: »Von einem realen Objekt, das einmal war, sind Strahlen ausgegangen, die mich erreichen, der ich hier bin« (Die helle Kammer, 1980), so liegt im Gegensatz dazu dem Fotogramm die unmittelbar spürbare Gleichzeitigkeit des anwesenden und abgebildeten Gegenstandes zugrunde. Als kameralose Bildwerke entstehen Fotogramme durch direkte Belichtung in einem Kontaktverfahren von Objekten auf fotografischem Material. Das Fotogrammbild oszilliert zwischen fühlbar authentischer Nähe und distanzierender Abwesenheit, man könnte sagen: zwischen Anwesenheit und Abwesenheit, zwischen Zeigen und Verbergen.

Im Rahmen der Ausstellung Leibniz’ Lager wird auch erstmals das umfangreiche Fotogramm-Archiv von Floris Neusüss und Renate Heyne präsentiert, das mit seinen historischen und zeitgenössischen Werken und Dokumenten das Fotogramm in seiner medialen und historischen Dimension verdeutlicht.

Zur Ausstellung erscheint im Hatje Cantz Verlag eine ca. 230-seitige Publikation mit Texten von Martin Kemp und Horst Bredekamp.

ZKM | Zentrum für Kunst und Medien (Karlsruhe)

10.12.2016 - 17.04.2017 Orientbilder. Fotografien 1850 – 1910 Fotografie
Kunstsammlung Jena (Jena)
Pressemitteilung
Betrachtet man die Geschichte der Orient-Fotografie, die hier in gut 200 zwischen 1850 und 1910 entstandenen Aufnahmen aufgeblättert wird, so kann man die allmähliche Verfestigung der Bilder der Fremde, die doch so vertraut ist, verfolgen. Wir sehen, wie aus vielen einzelnen Bildern, die höchst unterschiedliche Aspekte zeigen, ein Orientbild wird, das dann um 1900 so allgemein geworden ist, dass es keiner genaueren Bezeichnungen der aufgenommenen Orte mehr bedarf. In der Kunstfotografie ist der Orient ortlos und auch zeitlos geworden: Er ist nun ein reines Reich des Bilder und Phantasmen. Heute, aus zeitlichem Abstand, können wir hinter die Kulissen schauen. Wir können die Inszenierungsstrategien in den Blick nehmen und die Bilder studieren als das, was sie sind: als Bilder des Orients.
Die Ausstellung und der Katalog gehen zurück auf ein Projektseminar an der Universität Konstanz, das unter der Leitung von Bernd Stiegler und Felix Thürlemann im Sommersemester 2014 und Wintersemester 2014/15 stattfand. In dem Seminar wurde gemeinsam die Ausstellung konzipiert und die Beiträge für den Katalog mitsamt den Recherchen zu den einzelnen Exponaten erarbeitet.

Kunstsammlung Jena (Jena)

09.12.2016 - 05.03.2017 Robert Doisneau – Fotografien
Martin-Gropius-Bau Berlin (Berlin)
Pressemitteilung
Foto: Robert Doisneau: Le Baiser de l’hotel de Ville
© Atelier Robert Doisneau, 2016

Martin-Gropius-Bau Berlin (Berlin)

07.12.2016 - 30.04.2017 Fast Forward Science 2016 Der Webvideo Wettbewerb für die Wissenschaft
ZKM | Zentrum für Kunst und Medien (Karlsruhe)
Pressemitteilung
Sie informieren, überraschen, stecken voller Wissenschaft – und werden am ZKM präsentiert: die Gewinner-Videos von »Fast Forward Science«.

Für »Fast Forward Science« waren ForscherInnen, eingefleischte WebvideomacherInnen, KünstlerInnen, aber auch alle an der Wissenschaft Interessierte auch in diesem Jahr wieder aufgerufen, außergewöhnliche Videos zu aktuellen Forschungsthemen einzureichen, die gleichzeitig unterhalten, wissenschaftlich fundiert und verständlich sind.

Aus 116 Einreichungen hat eine Jury die Preisträgerinnen und Preisträger in drei Kategorien gewählt. Zudem wurde gemeinsam mit der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) erstmals der Spezialpreis MeerWissen für Jugendliche vergeben. Das YouTube-Publikum durfte außerdem seine eigenen Favoriten mit Community Awards auszeichnen. Am 6. Dezember 2016 werden die Preisträger des mit insgesamt 20.000 Euro dotierten Wettbewerbs im Rahmen des 9. Forums Wissenschaftskommunikation in Bielefeld geehrt und im Anschluss werden die Gewinnervideos im ZKM ausgestellt.

Der Wettbewerb soll eine größere Sichtbarkeit für deutschsprachige Wissenschaftswebvideos erzielen und das Medium Webvideo stärker als inhaltlich fundiertes, unterhaltsames und massentaugliches Kommunikationsmittel für wissenschaftliche Themen wahrgenommen werden.

Der mit insgesamt 20.000 € dotierte Webvideo-Wettbewerb ist ein gemeinsames Projekt von Wissenschaft im Dialog und dem Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft und wird von der Schering Stiftung unterstützt

ZKM | Zentrum für Kunst und Medien (Karlsruhe)

03.12.2016 - 26.02.2017 Schwarzwald-Bilder Der Schwarz­wald in der bildenden Kunst von der Ro­man­tik bis zum Ersten Weltkr
Städtische Galerie Karlsruhe (Karlsruhe)
Pressemitteilung
Klingende Namen wie die der Bäder­städte Baden-Baden und Bad Her­renalb oder der histo­ri­schen Zährin­ger­stadt Freiburg, verwun­schene, sagen­um­wo­bene Plätze wie der Mummelsee, wild-roman­ti­sche Landschaf­ten wie die Triberger Wasser­fäl­le o­der die Raven­na­sch­lucht und heraus­ra­gende Berggipfel wie der Feldberg oder die Hornis­grinde stehen für den Schwarz­wald und rufen unter­schied­lichste Assozia­tio­nen hervor. Es sind Orte, die auch Künstler aufsuchten und in ihren Zeich­nun­gen und Gemälden festhiel­ten. Dicht mit Bäumen bestan­de­ne Wald­par­tien, weitläu­fige Weide­flä­chen in Höhenlagen, roman­ti­sche Fluss­par­tien, vielfäl­tige Trachten und Si­tua­tio­nen aus dem Alltags­le­ben gaben den Malern immer wie­der Anregungen für charak­te­ris­ti­sche Kompo­si­tio­nen. Die Ausstel­lung "Schwarz­wald-Bilder" führt Gemälde, Zeich­nun­gen, Druck­gra­fi­ken und histo­ri­sche Fotogra­fien aus zahlrei­chen öffent­li­chen und privaten Sammlungen zu einem eindrucks­vol­len, faszi­nie­ren­den Panorama zusammen.

Die Landschaft des größten deutschen Mittel­ge­bir­ges war im 18. Jahrhun­dert noch in zahlreiche kleine Terri­to­ri­en auf­ge­teilt, die unter der Herrschaft von Feudal­her­ren und K­lös­tern standen. Erst mit der Gründung des Großher­zog­tums ­Ba­den im Jahr 1806 wurde ein großer Bereich des Schwarz­wal­des ­Teil des neuen souveränen Staates. Von da an gehörte das Ber­g­land ausschließ­lich zwei Herrschafts­ge­bie­ten an: dem Groß­her­zog­tum Baden und dem Königreich Württem­berg. Der Re­gie­rungs­sitz von Baden befand sich in der am Nordwestran­d ­des Schwarz­wal­des gelegenen Residenz­stadt Karlsruhe. Hier wur­den die politi­schen und wirtschaft­li­chen Geschicke der Be­woh­ner dieser Region gesteuert, beispiels­weise mit dem Be­schluss, Straßen und Eisen­bahn­stre­cken zu bauen, um das un­weg­same Gebiet besser zu erschlie­ßen.

1854, zwei Jahre nach seinem Regie­rungs­an­tritt, gründete der Regent Friedrich von Baden (seit 1856 Großher­zog) eine ­Kunst­schule in Karlsruhe, aus der die spätere Akade­mie her­vor­ging. Sie entwi­ckelte sich rasch zu einem weithin aus­strah­len­den Zentrum der Landschafts­ma­le­rei in Deutsch­land, das viele heraus­ra­gende Talente anzog. Bereits ­Jo­hann Wilhelm Schirmer, angese­he­ner Landschafts­ma­ler aus Düs­sel­dorf und erster Direktor der neuen Schule, reiste ­mehr­fach zu Studi­en­zwe­cken in den Schwarz­wald. Sein aus Bernau gebürtiger Schüler Hans Thoma wählte immer wieder Motive aus seiner Heimat und lud Kommi­li­to­nen wie Emil Lugo oder Eugen Bracht dorthin ein. Auch die Schüler von Gustav Schön­le­ber - Friedrich Kallmorgen, Gustav Kampmann und Karl Biese - hielten sich bevorzugt im Schwarz­wald auf, um dort in der freien Natur zu arbeiten und sich von den atmosphä­ri­schen ­Stim­mun­gen im Wechsel der Tages- und Jahres­zei­ten in­spi­rie­ren zu lassen.

Zu sehen sind Werke von Karl Biese, Eugen Bracht, Walter Conz, Gustave Courbet, Hermann Daur, Adolf Des Coudres, Alma Erdmann, Carl Ludwig Fahrbach, Otto Fikent­scher, Carl Ludwig Frommel, Christian Haldenwang, Wilhelm Hasemann, Albert Haueisen, Friedrich Kallmorgen, Gustav Kampmann, Albert Kappis, Ludwig Knaus, Carl Kuntz, Christian Landen­ber­ger, Max Lieber, Curt ­Lie­bich, Emil Lugo, Hermann Pleuer, Victor Puhonny, Max Roman, Johann Wilhelm Schirmer, Otto Scholderer, Hans Thoma, Wilhel­m ­Trüb­ner, Benjamin Vautier d. Ä., Hans Richard von Volkmann, Anton von Werner und vielen anderen.

Foto: Hans Thoma, Mein Heimattal, 1918, Öl auf Leinwand, Städtische Galerie Karlsruhe, Foto: Heinz Pelz, Karlsruhe

Städtische Galerie Karlsruhe (Karlsruhe)