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Pressemitteilungen
Pressemitteilungen
24.11.2023 - 17.03.2024 Amedeo Modigliani
Staatsgalerie Stuttgart (Stuttgart)
Pressemitteilung


Mit nur 35 Jahren starb Amedeo Modigliani im Jahr 1920. Trotz des frühen Todes hinterließ er ein umfangreiches künstlerisches Werk als Bildhauer und Maler. Dabei widmete er sich fast ausschließlich dem Menschen als Motiv. Berühmt sind seine Porträts ebenso wie die weiblichen Akte, die zwar seit 100 Jahren zum Kunstkanon der Moderne gehören, heute aber in ihrem Frauenbild wieder neu befragt werden.

Die Ausstellung zeigt rund 100 Gemälde und Papierarbeiten des Italieners und stellt ihnen Werke aus dem Pariser Umfeld, von Gustav Klimt, Egon Schiele oder Ernst Ludwig Kirchner gegenüber. Erstaunliche Parallelen werden sichtbar, genauso wie die Außergewöhnlichkeit von Modiglianis Kunst.

Die Ausstellung findet in Kooperation mit dem Museum Barberini statt, wo sie vom 26.4.2024 bis 18.8.24 zu sehen ist.

Staatsgalerie Stuttgart (Stuttgart)

23.10.2021 - 20.03.2022 Christa Sommerer & Laurent Mignonneau. The Artwork As a Living System
ZKM | Zentrum für Kunst und Medien (Karlsruhe)
Pressemitteilung

Die interaktiven Installationen der Ausstellung erzählen von fast 30 Jahren künstlerischen Schaffens des österreichisch-französischen Künstlerduos Christa Sommerer und Laurent Mignonneau.

Seit Anfang der 1990er-Jahre entwickeln Christa Sommerer und Laurent Mignonneau an der Schnittstelle von Realität und Virtualität, Naturwissenschaft, Technologie und Kunst komplexe interaktive Installationen, die sich mit den Möglichkeiten künstlichen Lebens auseinander setzen. In ihren Werken simulieren sie evolutionäre Wachstumsprozesse, die durch die direkte Interaktion mit dem Publikum ausgelöst werden. Arbeiten wie »Interactive Plant Growing« (1992) oder »Portrait on the Fly« (2016), die sich in der Sammlung des ZKM | Karlsruhe befinden, schaffen scheinbar lebende Systeme, bei denen die Berührung von realen Pflanzen oder die Bewegung vor einem Bildschirm Transformationen im digitalen Raum erzeugt. Die Ausstellung »The Artwork As a Living System«, die mit 14 Medieninstallationen ein Überblick über das Gesamtwerk des österreichisch-französischen Künstlerduos aus fast 30 Jahren liefert, ist eine Koproduktion des ZKM mit dem LABoral Centro de Arte y Creación Industrial in Gijón, Spanien und der OÖ Landes-Kultur GmbH. Zur Ausstellung erscheint eine wissenschaftliche Publikation in der Leonardo-Buchreihe in Zusammenarbeit mit MIT Press.

ZKM | Zentrum für Kunst und Medien (Karlsruhe)

22.10.2021 - 20.02.2022 Rubens
Staatsgalerie Stuttgart (Stuttgart)
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Die Ausstellung zeigt, wie Rubens in Italien das Fundament für seinen späteren Erfolg legt: Er ist in Italien sowohl für den Herzogshof in Mantua als auch für die mächtigen Dogenfamilien in Genua tätig. Kontinuierlich erweitert er in den Jahren 1600 bis 1608 sein Netzwerk und gewinnt einflussreiche Adelige, Gelehrte und Diplomaten als Förderer. Zugleich nutzte er seine italienischen Jahre, um in Rom und andernorts die Kunst der Antike und Renaissance zu studieren.

Staatsgalerie Stuttgart (Stuttgart)

16.10.2021 - 13.02.2022 Lynette Yiadom-Boakye
Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen K20 Grabbeplatz (Düsseldorf)
Pressemitteilung


Die Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen zeigt die erste umfangreiche Ausstellung in Deutschland von Lynette Yiadom-Boakye (*1977), einer in London geborenen Malerin und Schriftstellerin mit ghanaischen Wurzeln.

Ihr zentrales Thema ist der Mensch: Mit Öl oder Kohle und Pastellstift „porträtiert“ sie Frauen und Männer, vereinzelt ruhend, träumend, tanzend, schauend oder mit einem Gegenüber agierend. Es sind jedoch keine realen, sondern zusammengesetzte Figuren, deren Erscheinungen sich aus verschiedenen Quellen speisen. Lynette Yiadom-Boakye zeigt ausschließlich Schwarze Menschen und enthüllt damit schlaglichtartig deren weitgehendes Fehlen in den Darstellungen der europäischen Kunstgeschichte, mit der sie sich intensiv auseinandergesetzt hat.

Im Kontext der Sammlung im K20 werden ihre Bilder, die sie bewusst inszeniert und in einen Dialog setzt, ebenso ein Nachdenken über das Potential der Malerei anregen wie das über weibliche und männliche Rollenbilder, über drängende Fragen von Repräsentation, Rassismus und Diversität.

Die im Henkel Saal des K20 gezeigte Ausstellung ist konzipiert von Tate Britain in Kooperation mit dem Moderna Museet, Stockholm, der Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen, Düsseldorf, und dem MUDAM Luxemburg.

Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen K20 Grabbeplatz (Düsseldorf)

15.10.2021 - 16.01.2022 Raum malen
Gropius Bau (Berlin)
Pressemitteilung
"Raum malen" versammelt eine Vielzahl von zeitgenössischen künstlerischen Positionen, die die materiellen Essenzen von Malerei und deren Verhältnis zum Raum untersuchen. Speziell für die Ausstellung entstandene sowie existierende Arbeiten laden die Besucher*innen ein, Malerei nicht nur visuell, sondern auch physisch zu erfahren.

Auch nachdem abstrakte Kunst und Performance den westlichen Malerei-Begriff in Frage gestellt und neue Formate etabliert haben, wird Malerei meist mit Farbe auf Leinwand gleichgesetzt. Was passiert aber, wenn sich diese Farbe von der Leinwand löst und ganze Räume sowie Objekte einnimmt? Viele der in der Ausstellung vertretenen Künstler*innen gehen dieser Frage nach, indem sie Malerei in ihre einzelnen Komponenten zerlegen, auf ein Minimum an Elementen reduzieren, mit Oberfläche und Farbe experimentieren, im gesamten Raum erlebbar machen und so letztlich die Grenzen zwischen Malerei, Installation und Skulptur auflösen. Die Ausstellung fordert die Besucher*innen dazu auf, „mitten ins Bild“ zu treten – und dabei neue Perspektiven auf die Architektur des Gropius Bau zu entdecken.

Kuratiert von Julienne Lorz (Hauptkuratorin, Gropius Bau)

Gropius Bau (Berlin)

10.10.2021 - 23.01.2022 Goya
Fondation Beyeler (Riehen)
Pressemitteilung
Francisco-de-Goya-Retrospektive im Sommer 2020 in der Fondation Beyeler –
Einen Vorgeschmack bietet die Präsentation des Gemäldes Hexensabbat am Stand auf der diesjährigen Art
Basel.
Die Fondation Beyeler widmet Francisco de Goya eine der bisher bedeutendsten Ausstellungen ausserhalb
Spaniens. Goya ist einer der letzten grossen Hofkünstler und der erste Wegbereiter der modernen Kunst.
Die Ausstellung entsteht in Zusammenarbeit mit dem Museo Nacional del Prado in Madrid. Selten gezeigte
Gemälde aus spanischem Privatbesitz werden in der Fondation Beyeler erstmals mit Schlüsselwerken aus
renommierten europäischen und amerikanischen Museen wie auch Privatsammlungen vereint sein. Zum
Auftakt der Sommerausstellung 2020 präsentiert die Fondation Beyeler am diesjährigen Stand auf der Art
Basel Goyas eindrucksvolles und rätselhaftes Gemälde Hexensabbat (1797/98) aus dem madrilenischen
Museo Lázaro Galdiano.
Francisco de Goya (1746–1828) ist einer der grossen Wegbereiter der modernen Kunst. Sein
facettenreiches Werk, das den Freuden und dem Glanz ebenso wie den Schrecken und Abgründen der
menschlichen Existenz auf einzigartige Weise Ausdruck verleiht, übt einen kaum zu überschätzenden
Einfluss auf die Künstler des 20. und 21. Jahrhunderts aus. Zu den wichtigsten Genres und Themen in
seinen Bildern zählen allen voran die Porträts, die Mitglieder der Königsfamilie und des Hofes, aber auch
Freunde und Bekannte des Künstlers zeigen. Die Bildnisse sind in der Konzeption vielschichtig, indem sie
die Widersprüchlichkeit und komplexe Persönlichkeit der Dargestellten vor Augen führen. Hinzu kommen
Selbstbildnisse, in denen die innere Bewegtheit und Intelligenz des Künstlers auf eindringliche Weise
Gestalt erlangen. Ein gänzlich eigenständiger Motivkreis ist jener der Majas: Frauendarstellungen, die ein
ambivalentes Verhältnis zwischen Mann und Frau zu erkennen geben. In seinen Genrebildern reflektiert
Goya Begebenheiten aus dem Alltag der spanischen Gesellschaft. Dazu gehören Marktszenen und
Stierkämpfe, Banditenhöhlen, Irrenhäuser sowie Inquisitionstribunale als Orte des Machtmissbrauchs und
der Gewalt. Von ebenso grosser Bedeutung sind die Darstellungen von Hexensabbaten, in denen Goya
Abgründiges, den Aberglauben, die Unvernunft und die Alpträume seiner Zeit zur Anschauung bringt.
Die Ausstellung wird über 70 Gemälde und ein Konvolut von rund 50 meisterhaften Zeichnungen und 30
Druckgrafiken versammeln, die die Besucher zu einer Begegnung mit dem Schönen wie auch dem
Unfassbaren einladen. Sie entsteht in Kooperation mit dem Museo Nacional del Prado in Madrid. Selten zu
sehende Gemälde aus spanischem Privatbesitz werden in der Fondation Beyeler erstmals mit
Schlüsselwerken aus den renommiertesten europäischen und amerikanischen Museen und
Privatsammlungen vereint sein.
Goyas radikale Bilder wurden besonders von den modernen spanischen Künstlern verehrt, darunter Pablo
Picasso und Joan Miró. Insbesondere die Surrealisten erblickten in ihm einen Geistesverwandten. Auch für
zeitgenössische Künstler stellt Goya eine wichtige Inspirationsquelle dar. In der Reflexion über den
Menschen in einer konfliktreichen, zwischen Vernunft und Unvernunft schwankenden Welt erweisen sich
seine Bilder heute als aktueller denn je.
Die Ausstellung von Hexensabbat am Stand der Fondation Beyeler auf der Art Basel ist ein erster
Vorgeschmack dessen, was die Besucherinnen und Besucher im kommenden Jahr in Riehen erwarten
wird. Ermöglicht wird diese Vorschau auf Goya durch das leihgebende Museo Lázaro Galdiano in Madrid.
Das Museum ging aus der grosszügigen Schenkung des gesamten Erbes von José Lázaro Galdiano an den
spanischen Staat hervor. Sie umfasste 13.000 Kunstwerke, ein Palais, in dem die Objekte untergebracht
sind, die Redaktionszentrale des Verlags La España Moderna und eine Bibliothek mit 20.000 Bänden. Zu
den Höhepunkten der beeindruckenden Sammlung zählen Werke von Künstlern wie Hieronymus Bosch,
Diego Velázquez oder El Greco.

Fondation Beyeler (Riehen)

10.10.2021 - 09.01.2022 René Acht. (1920 – 1998)
Kunstmuseum Singen (Singen)
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René Acht, der in Freiburg und Frankreich lebte und arbeitete, war einer der bedeutendsten Schweizer Künstler des 20. Jahrhunderts. Werke des Malers, Zeichners und Papierschneiders finden sich in internationalen Leitmuseen und Sammlungen; auf der documenta 2 und der 5. Biennale in Sao Paulo war er vertreten. Dominiert in der ersten Hälfte seines Schaffens die Nähe zum Informel, so wendete er sich in den 1970er Jahren in seiner Malerei und mit seinen Scherenschnitten reduzierten, konkret-konstruktiven Gestaltformen zu.

Die Retrospektive, reich an Entdeckungen, will das sechzig Jahre umfassende Gesamtwerk und Achts zentrales Bildzeichen ›Haus‹ wieder ins Bewusstsein heben.

Eine Kooperation mit dem Nachlass René Acht und dem Wilhelm-Hack-Museum Ludwigshafen.

René Acht, Zwei Häuser im Gespräch, 1970, © Nachlass René Acht, VG Bild-Kunst, Bonn 2020

Kunstmuseum Singen (Singen)

09.10.2021 - 09.01.2022 Marcel Odenbach. so oder so
Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen K21 Ständehaus (Düsseldorf)
Pressemitteilung


Der in Köln, Berlin und zeitweise in Ghana lebende Künstler Marcel Odenbach (*1953) arbeitet seit 1976 mit Video. Seine filmischen Collagen, Installationen und Performances haben dazu beigetragen, dass Videokunst heute zentrales Medium der internationalen Gegenwartskunst ist.

Odenbachs künstlerischer Ansatz ist von einem starken Bewusstsein für die historisch gesellschaftlichen und transkulturellen Themen der Zeit getragen. Die Überblicksausstellung im K21 setzt sein filmisches Werk in den Kontext der auf dem Prinzip Collage und Montage basierenden Papierarbeiten. Mit seinen aus unterschiedlichsten Facetten virtuos zusammengefügten Bildern und Videos führt Odenbach vielfältige Konstellationen vor Augen und fordert die Beweglichkeit von Denk und Sichtweisen heraus.

Foto: Marcel Odenbach, Tropenkoller (Detail), 2017, 2-Kanal-Installation, 16:9, Farbe, Ton, 17:52 Minuten, Courtesy Galerie Gisela Capitain, Köln, (c) VG-Bild-Kunst Bonn

Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen K21 Ständehaus (Düsseldorf)

25.09.2021 - 23.01.2022 Georges Braque. Erfinder des Kubismus
Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen K20 Grabbeplatz (Düsseldorf)
Pressemitteilung


Die Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen würdigt den in Deutschland bislang zu wenig beachteten Georges Braque als bahnbrechenden Künstler der französischen Avantgarde. Die Ausstellung konzentriert sich auf die wichtigsten Jahre seines Schaffens, auf das besonders spannende und ereignisreiche Frühwerk zwischen 1906 und 1914.

Die Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen würdigt den in Deutschland bislang zu wenig beachteten Georges Braque als bahnbrechenden Künstler der französischen Avantgarde. Die Ausstellung konzentriert sich auf die wichtigsten Jahre seines Schaffens, auf das besonders spannende und ereignisreiche Frühwerk zwischen 1906 und 1914.

Vor dem Ersten Weltkrieg prägt der junge Georges Braque (1882–1963) mit seinem Freund Pablo Picasso acht Jahre lang die vielleicht revolutionärste Etappe in der Geschichte der modernen Malerei: den Kubismus. Landschaften und Stillleben sind seine Spezialmotive. Die Ausstellung zeigt, wie Braque in rasanter Abfolge und auf höchstem Niveau die stilistischen Mittel weiterentwickelt oder neu erfindet. Fauvismus, Vorkubismus, Analytischer Kubismus, Papier Collés und Synthetischer Kubismus folgen in einzigartiger Verdichtung aufeinander. Tempo und Intensität der Stilwechsel verblüffen bis heute. Unsere Ausstellung zeigt am Werk Braques den beispielhaften Weg der modernen Kunst von der gegenständlichen zur abstrahierten Wirklichkeitswiedergabe. Rund 60 Meisterwerke aus internationalen Museen, Privatsammlungen und den Beständen der Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen werden zusammengetragen und in einer maßgeschneiderten Architektur im K20 präsentiert.

Die Jahre vor dem Ersten Weltkrieg bringen in Westeuropa bahnbrechende Erfindungen, neue Denkweisen und Philosophien und die faszinierende Beschleunigung des Alltags hervor. Dort liegt der Ursprung unseres modernen, medialen Zeitalters, mit dem sich auch die räumlichen und zeitlichen Wahrnehmungsweisen völlig verändern. So eröffnen Automobile, Flugzeuge und Röntgenbilder neue Blickwinkel und dynamische Perspektiven auf die Welt. Das immer populärer werdende Kino mit seinen überraschenden bildtechnischen Möglichkeiten erweitert den Wahrnehmungshorizont und wird zur Inspiration der malenden Avantgarde. In der Werkgeschichte des jungen Braque, der ein begeisterter Kinogänger ist und sich von den neuen Techniken des Films anregen lässt, erscheinen die Ereignisse der Zeit wie in einem Brennglas fokussiert.

Die Ausstellung folgt dieser Faszination und verortet Braques künstlerische Phasen in den historischen Kontext. Filme und dokumentarische Materialien werden in die Ausstellung mit einbezogen, um den Zusammenhang zwischen der Dynamisierung des Alltags und der ästhetischen Formentwicklung in der bildenden Kunst erfahrbar werden zu lassen, aber auch um die Diskrepanz zwischen den visuellen Neuerungen der Vorkriegszeit und der medialen Bilderflut, in der wir heute leben, zu begreifen.

Von Braque gibt es keine theoretischen Abhandlungen, kaum Schriftverkehr mit gleichgesinnten Künstlern. Wer war Georges Braque? Was macht ihn einzigartig innerhalb der Avantgarde am Pariser Montmartre? Braque war radikal im malerischen Ausdruck, stets im Zentrum der Ereignisse. Doch anders als seinen Freund Picasso, den virtuosen, temperamentvollen und sprunghaften Spanier, schildern seine Zeitgenossen den jungen Braque als bedächtig, verlässlich und von großer Intensität. Dem äußerst innovativen, aber „ruhigen, langsam arbeitenden Normannen“ wird in Kunst- und Sammlerkreisen Vertrauen geschenkt. Für Guillaume Apollinaire war Braque sogar der „Patron“ der modernen Kunst! Der Freund und Dichter wies ihm diese sicherlich zwiespältige Rolle bereits 1912 zu. Für ihn war Braque der „Schutzheilige“, der „Prüfstein“ des Kubismus, und er sollte es bis zum Lebensende bleiben. Selbst viele Jahrzehnte später bekräftigt der renommierte deutsche Kunsthistoriker Gottfried Sello nach dem Tod Braques im Jahr 1963 diese Sichtweise: „Für Frankreich bedeutet Braque den Garanten künstlerischer Kontinuität. Er hat es fertiggebracht, seine Nation `en bloc´ von der modernen Malerei zu überzeugen.“ Ausstellung und Katalog versuchen die Liste der Zuschreibungen kritisch zu hinterfragen und damit näher an den wahren Georges Braque heranzukommen.

Die Auseinandersetzung mit der eigenen Sammlung und deren wissenschaftliche Erforschung sind Bestandteil unseres gesellschaftlichen Auftrags als Museum. Die Ausstellungsidee wurde aus dem Sammlungsbestand der Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen heraus entwickelt, die über vier herausragende Werke von Georges Braque verfügt.

Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen K20 Grabbeplatz (Düsseldorf)

19.09.2021 - 02.01.2022 "Close-up" Berthe Morisot, Mary Cassatt, Paula Modersohn-Becker, Lotte Laserstein, Frida Kahlo, Al
Fondation Beyeler (Riehen)
Pressemitteilung
Die Ausstellung zeigt Werke von Künstlerinnen, deren Schaffen herausragende Positionen innerhalb der Geschichte der Moderne seit 1870 bis heute darstellen. Es ist der Zeitraum, zu dessen Beginn es Künstlerinnen in Europa und Amerika erstmals möglich wurde, auf breiter Basis professionell tätig zu sein.

Im Zentrum der Ausstellung stehen neun Künstlerinnen, denen die Konzentration auf die Darstellung von Menschen, auf Porträts und Selbstporträts gemeinsam ist.

Die Französin Berthe Morisot und die Amerikanerin Mary Cassatt, beide aktiv in den 1870er und 1880er Jahren in Paris, der Metropole des damaligen aktuellen Kunstschaffens; die Deutsche Paula Modersohn-Becker um 1900 bis 1907 zwischen der norddeutschen Provinz Worpswede und der Weltstadt Paris; die Deutsche Lotte Laserstein um 1925 bis 1933 im grossstädtischen Berlin der Weimarer Republik; die Mexikanerin Frida Kahlo seit Ende der 1920er Jahre bis um 1950 in Mexiko City; die Amerikanerin Alice Neel seit Ende der 1920er bis Anfang der 1980er Jahre, zuerst in Kuba, dann in Manhattan, von Greenwich Village über Spanish Harlem bis zur Upper West Side; die Südafrikanerin Marlene Dumas, aufgewachsen in der Hochphase der Apartheid, seit 1976 in Amsterdam; zur gleichen Zeit die Amerikanerin Cindy Sherman in New York, dem von einer neuen Generation geprägten westlichen Brennpunkt zeitgenössischer Kunst; schliesslich die Amerikanerin Elizabeth Peyton seit den 1990er Jahren, zwischen New York und Westeuropa.

Das Interesse der Ausstellung gilt dem spezifischen Blick der Künstlerinnen auf ihre eigene Umgebung, der in den Porträts und Bildern ihrer selbst und von anderen zum Ausdruck kommt. In der Zusammenschau lässt sich erleben, wie sich der Blick der Künstlerinnen auf ihr Gegenüber zwischen 1870 und heute wandelt und was ihn auszeichnet.

Fondation Beyeler (Riehen)

17.09.2021 - 09.01.2022 The Cool and the Cold. Malerei aus den USA und der UdSSR 1960-1990. Sammlung Ludwig
Gropius Bau (Berlin)
Pressemitteilung
Im Jahr des 30. Jubiläums der deutschen Wiedervereinigung ist im Gropius Bau eine Gruppenausstellung zu sehen, die zur Zeit des Kalten Krieges entstandene Gemälde aus beiden weltpolitischen Machtzentren vereint – unter anderem Arbeiten von Andy Warhol, Il’ja Kabakov, Jackson Pollock, Helen Frankenthaler und Erik Bulatov.

Unter dem Titel "The Cool and the Cold. Malerei der USA und der UdSSR 1960–1990. Sammlung Ludwig" werden unter anderem Arbeiten von Andy Warhol, Il’ja Kabakov, Erik Bulatov, Lee Lozano, Jackson Pollock, Helen Frankenthaler, Viktor Pivovarov, Natal’ja Nesterova und Ivan ?ujkov aus der Sammlung Ludwig miteinander in Beziehung gesetzt. Peter und Irene Ludwig gehörten zu den ersten europäischen Sammler*innen von US-amerikanischer Pop-Art und Kunst aus der Sowjetunion; ihre umfangreiche Sammlung ermöglicht so die kritische Gegenüberstellung von Werken aus beiden Lagern des Ost-West-Konflikts. Die Ausstellung im Gropius Bau untersucht, wie Künstler*innen auf politische wie ästhetische Fragen ihrer Zeit reagierten und Vorstellungen individueller und gesellschaftlicher Freiheit verhandelten; im Dialog von Konzeptkunst und Pop-Art aus drei Jahrzehnten wird Kunst als Ausdruck von und Kommentar zu Ideologien lesbar.

Kuratiert von Benjamin Dodenhoff und Brigitte Franzen
Organisiert in Zusammenarbeit mit der Peter und Irene Ludwig Stiftung

Gropius Bau (Berlin)

10.09.2021 - 16.01.2022 Thea Djordjadze
Gropius Bau (Berlin)
Pressemitteilung
Thea Djordjadzes künstlerische Praxis lässt sich als Prozess des beständigen Wiederverwertens, Rekonfigurierens und Neuordnens von Objekten begreifen. Ab dem 19. September zeigt der Gropius eine umfangreiche Werkschau der in Berlin lebenden Künstlerin, deren Arbeiten in einen Dialog mit dem geschichtsträchtigen Gebäude treten werden.

Gleichermaßen von historischen Artefakten wie von Konzepten moderner Kunst und Architektur beeinflusst, zeichnen sich Djordjadzes skulpturale Arbeiten durch formale Brüche und eine eigenwillige Materialästhetik aus. Indem sie Materialien wie Gips, Metall, Gummi, Textilien, Holz oder Pappmaché kombiniert, schafft Djordjadze fragmentarische Raumsituationen, anhand derer sie das klassische Display – Vitrine, Sockel, Rahmung und Podest – als wiederkehrendes Motiv in ihrer Arbeit neu formuliert. Ab dem 10. September 2020 zeigt der Gropius Bau bestehende und neue Arbeiten der in Berlin lebenden Künstlerin in seinen Räumlichkeiten; so auch im sogenannten Schliemann-Saal, der von 1881 bis 1885 die archäologischen Ausgrabungen Heinrich Schliemanns beherbergte. In Auseinandersetzung mit der Vergangenheit des Ausstellungshauses treten Djordjadzes Arbeiten und Interventionen in einen Dialog mit diesen geschichtsträchtigen Räumen. Die Ausstellung markiert den Beginn einer Reihe von künstlerischen Präsentationen, die sich mit der Geschichte der archäologischen Ausstellungen im Gropius Bau befassen.

Kuratiert von Julienne Lorz

Gropius Bau (Berlin)

10.09.2021 - 10.10.2021 SABINE SCHÄFER und ROSEMARIE VOLLMER. Sinneswandel: Audiovisuelle Installation, Augmented Reality
GEDOK Künstlerinnenforum Karlsruhe (Karlsruhe)
Pressemitteilung
SABINE SCHÄFER und ROSEMARIE VOLLMER präsentieren Sinneswandel.
Audiovisuelle Installation, Dialogische Übermalung mit Augmented Reality, Malerei, Plastik, Zeichnung

Eröffnung: Freitag, 10.09.2021
Einführung: Prof. em. Dr. Helmut G. Schütz, Karlsruhe
Finissage: So, 10.10.2021, 14 bis 16 Uhr. Die Künstlerinnen sind anwesend.

Die Ausstellung wurde von den Künstlerinnen Rosemarie Vollmer (Malerei, Zeichnung, Keramik, Installation) und Sabine Schäfer (Medienkunst/zeitgenössische Musik) als audiovisuelle, immersive Gesamtinstallation für den öffentlichen Raum und den Galerieraum konzipiert:
Mit einer 22-kanaligen Raumklang-Installation an der Schaufensterfassade der GEDOK Galerie. Diese Fassade ist zugleich Träger von Transparentpapierscherenschnitten, deren Formen sich überlagern mit den Transducern, die ebenfalls auf die Scheiben geheftet sind. Das Schaufenster wird zum künstlerischen Werkstoff und substanziellen Bestandteil der Rauminstallation. Komponierte Klang-Mikroskopien von Fledermäusen und Insekten bevölkern die Glasflächen. Klang und Bild leiten von außen nach innen. Die thematische Auseinandersetzung der beiden Künstlerinnen liegt im aktuellen Kontext des Klimawandels und der Corona-Pandemie. Künstlerisch thematisiert wird die Fledermaus als Symbolträger für die bedrohte Artenvielfalt in der Natur sowie die Verflechtung und Verdichtung unserer Welt: der Welt der tierischen Lebewesen und die Welt der Menschen, die mit ihrem Vordringen in deren natürlichen Lebensräume den Raum für beide letzten Endes bedrohen.

Zum Mitnehmen für Kinder:
Papier- Falt- und Schneide-Bastelbogen „Fledermaus im Turm“, gestaltet von R. Vollmer

Informationen zu den Künstlerinnen:
Sabine Schäfer, Medienkünstlerin und Komponistin www.sabineschaefer.de
Rosemarie Vollmer, Bildende Künstlerin www.rosemarie-vollmer.de

Falls es durch Corona-Verordnungen Einschränkungen gibt, können Besucher*innen die Ausstellung nach Terminabsprache einzeln besichtigen: Mo – Fr von 15 – 19 h.

Mit freundlicher Unterstützung von SV SparkassenVersicherung, Kulturamt | Kulturbüro aus Mitteln des interdisziplinären Projektfördertopfs Kunst, Wissenschaft und Technologie und von Dr. Annette Denzinger, Institut für Neurobiologie, Universität Tübingen (Basisklangmaterial für die audiovisuelle Installation)

Pressefoto: „Narzissten II“, 2021/2018, Übermalung mit Augmented Reality-Erweiterung, 92cm x 60cm - Ausschnitt.
Aludibond, Öl, Video - Rosemarie Vollmer/Sabine Schäfer aus der Duo-Werkreihe „Dialogische Übermalungen“, Foto: Rosemarie Vollmer

GEDOK Künstlerinnenforum Karlsruhe (Karlsruhe)

02.07.2021 - 19.09.2021 Talking Tubes. Installation von Jean-Remy
ZKM | Zentrum für Kunst und Medien (Karlsruhe)
Pressemitteilung

In einer Welt, wo jeder mit jedem und alles mit allem vernetzt ist, wollen die »Talking Tubes« den Wert und die Kraft des direkten Dialogs bewusst machen.

»Talking Tubes« ist eine akustische Installation aus Metall, Industriemüll und Feuerwehrschläuchen, mit einem Beleuchtungskonzept aus Spargeltöpfen, Waschtrommeln und Mistgabeln.

Durch sie werden aphoristische Dialoge über das Reden und Schweigen wiedergegeben – gesprochen von Jan Josef Liefers und Anna Loos.

Ihr Schöpfer Jean-Remy, geboren 1952 in Brüssel, ist Schweizer Staatsbürger und wohnhaft in Berlin.

ZKM | Zentrum für Kunst und Medien (Karlsruhe)

25.06.2021 - 01.11.2021 Beuys – Lehmbruck. Denken ist Plastik
Bundeskunsthalle (Bonn)
Pressemitteilung
Es gibt nicht viele Künstler, die in der Geschichte der Kunst einen so nachhaltigen Umbruch verursacht haben wie Joseph Beuys. Mit seinem Begriff der Sozialen Plastik hat er versucht, das freiheitliche Potenzial der Kunst auf jeglichen Bereich des Lebens zu übertragen. Eine Auflösung der Grenzen zwischen Kunst und Gesellschaft, Politik, Wissenschaft und Bildung stand im Zentrum seiner Überlegungen. Beuys schuf auf diese Weise einen neuen, den erweiterten Kunstbegriff.
Im Jahr 1986, nur wenige Tage vor seinem Tod, erhält Joseph Beuys den Wilhelm-Lehmbruck-Preis. In seiner Dankesrede betont er die Bedeutung, die die Kunst des expressionistischen Bildhauers für ihn hatte. Er beschreibt, wie ihn die Begegnung mit Lehmbrucks Werk überhaupt zur Kunst geführt hat und zieht eine Verbindungslinie bis hin zur Entwicklung seines eigenen Begriffs der Sozialen Plastik. Zum 100. Geburtstag von Joseph Beuys geht die Ausstellung Beuys – Lehmbruck. Denken ist Plastik diesem Gedanken nach und widmet sich dem Werk der beiden Künstler.

Eine Ausstellung der Bundeskunsthalle in Kooperation mit dem Lehmbruck Museum in Duisburg. Die Ausstellung ist Teil des Programms zum Jubiläumsjahr »beuys 2021. 100 jahre joseph beuys«, einem Projekt des Ministeriums für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen in Zusammenarbeit mit der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf als Träger. Schirmherr ist Ministerpräsident Armin Laschet.

Bundeskunsthalle (Bonn)

21.06.2021 - 12.09.2021 Zheng Bo: Wanwu Council ???
Gropius Bau (Berlin)
Pressemitteilung
Als In House: Artist in Residence 2020 beschäftigte sich der Künstler und Theoretiker Zheng Bo mit der Frage, wie Pflanzen Politik machen. Seine Ausstellung "Wanwu Council ???" knüpft 2021 an die Themen an, die Zheng Bo während seines einjährigen Aufenthalts im Gropius Bau entwickelt hat.

Der daoistische Begriff Wanwu lässt sich als „zehntausend Dinge“ oder „Vielzahl von Ereignissen“ übersetzen und steht so für die unendlichen Möglichkeiten des Lebens in all seinen Formen. Im Rahmen der Ausstellung wird das erste Kapitel seines in Berlin und Brandenburg gedrehten Films "The Political Life of Plants ???????" (2021) zu sehen sein, der Gespräche mit Ökolog*innen dokumentiert und mit experimentellen Szenen kombiniert. Die Serie "Drawing Life ??" (2020–21) versammelt Zeichnungen von vermeintlichem Unkraut und Bäumen, denen Zheng Bo in den 24 Halbmonaten des Lunisolarkalenders begegnet ist. Die Praxis des regelmäßigen Zeichnens zielt darauf ab, sich diesen verwandten Wesen anzunähern. "Wanwu Council ???" setzt diese Annäherung fort: Die Ausstellung wuchert über den Gropius Bau hinaus in den „Gropius Hain“, wie Zheng Bo die Gemeinschaft von Platanen auf der Westseite des Gebäudes nennt.

Kuratiert von Stephanie Rosenthal mit Clare Molloy

Gropius Bau (Berlin)

20.06.2021 - 19.09.2021 Schaut her! Toni Schneiders. Retrospektive
Kunstmuseum Singen (Singen)
Pressemitteilung
Toni Schneiders (1920-2006) zählt zu den großen stilprägenden Fotografen Deutschlands nach 1945. Mit seinen Weggefährten der Gruppe ›fotoform‹ und als Teil der Avantgardebewegung ›subjektive fotografie‹ hat er die Bildsprache der modernen Fotografie entscheidend erweitert.

2020 wäre der lange am Bodensee lebende Toni Schneiders 100 Jahre alt geworden. Die 2020 verschobene Ausstellung zeigt das Kunstmuseum Singen 2021. Sowohl die Ikonen als auch bis dato unveröffentlichte Motive werden in einer umfassenden, alle Werkgruppen berücksichtigenden Gesamtschau des großen Kamerameisters vorgestellt.

Eine Ausstellung in Kooperation mit der Stiftung F. C. Gundlach, die den Nachlass Toni Schneider betreut und umfassend aufgearbeitet hat.

Toni Schneiders, Haus am Kreuzweg (Salzburg), 04/1957, courtesy Stiftung F. C. Gundlach, © Nachlass Toni Schneiders, Stuftung F. C. Gundlach

Kunstmuseum Singen (Singen)

22.05.2021 - 19.09.2021 Otto Dix - Krieg und Frieden. Das einzig erhaltene Wandbild von Otto Dix im Rathaus Singen.
Kunstmuseum Singen (Singen)
Pressemitteilung
Mit »Krieg und Frieden», dem einzig erhaltenen Wandbild von Otto Dix, das mit seinen seinen Maßen von 5 auf 12 Metern zu den monumentalsten Werken gehört, die der Künstler geschaffen hat, ist Singen am Hohentwiel unter den baden-württembergischen Otto-Dix-Städten ein besonderes Reiseziel.
Während die anderen, repräsentativen Wandbilder von Otto Dix in der NS-Zeit und im 2. Weltkrieg verloren gingen, ist einzig das Wandbild im Singener Rathaus erhalten geblieben. Ein für die Nachkriegsmoderne exemplarisches, geschichtlich und künstlerisch spannendes Werk wartet auf ihren Besuch.

Auch 2021 ist das Wandbild wieder vom 22. Mai bis 12. September, d.h. zu den baden-württembergischen Pfingst- und zu den gesamtdeutschen Sommerferien, an den Wochenenden für Besucherinnen und Besucher geöffnet. Unter den üblichen Bestimmungen zur Eindämmung der Corona-Pandemie, aktuell also mit Nasen-Mund-Bedeckung und unter Einhaltung der Abstandsregeln, können Sie das Werk samstags und sonntags in der Zeit von 11 bis 17 Uhr besichtigen.
Das Ticket berechtigt zugleich zum freien Eintritt ins Kunstmuseum Singen und umgekehrt.

Otto Dix, Krieg und Frieden, 1960, Wandbild im Rathaus Singen, Keimsche Minralksfarbentechnik A auf Silikatputz, 5 x 12 m, Foto: Marcus Schwier, © VG Bild-Kunst, Bonn 2020

Kunstmuseum Singen (Singen)

21.05.2021 - 12.09.2021 Dress Code. Das Spiel mit der Mode
Bundeskunsthalle (Bonn)
Pressemitteilung
Ob Designer-Kleid oder Jeans, Anzug oder Jogginghose – jede Kultur, Gesellschaft und Gruppe hat ihre eigenen Dresscodes. Sie geben den Rahmen vor, aber die Ausgestaltung bestimmt jede*r ganz individuell. Wir entscheiden nach Gefühl, aufgrund bestimmter Anlässe oder danach, wem wir uns wie präsentieren möchten. Mit dem, was wir tragen, können wir uns in der Gesellschaft verorten, mit jedem neuen Outfit können wir in immer neue Rollen schlüpfen. Denn Mode ist nicht nur ein Akt des Tragens von Kleidung – sie ist auch ein Akt des Sehens und Gesehenwerdens, der heute mit Vorliebe über die sozialen Netzwerke verbreitet wird.
Dress Code – die Erfolgsausstellung aus Japan – ist in der Bundeskunsthalle erstmalig in Europa zu sehen. Gezeigt werden wichtige internationale Standards der Streetwear bis hin zur heutigen stilistischen Pluralität. Die Ausstellung präsentiert einen weltumspannenden Überblick zeitgenössischer Mode großer Designer*innen wie Giorgio Armani, Chanel, Issey Miyake, Burberry oder Louis Vuitton, die darüber hinaus mit zeitgenössischer Kunst in einen aufschlussreichen Dialog gebracht wird. Und sie verhandelt Mode zwischen zwei Polen – den Akteur*innen und den Zuschauer*innen –, zwischen Individualismus und Konformität. Mode wird hier zu einem kommunikativen Spiel, das uns zu einem neuen Verständnis über die Art und Weise führen soll, wie wir uns mit der Mode auseinandersetzen.

Eine Ausstellung des National Museum of Modern Art, Kyoto, und des Kyoto Costume Institute in Kooperation mit der Bundeskunsthalle.

Bundeskunsthalle (Bonn)

21.05.2021 - 12.09.2021 Trotz Allem. Fred Uhlman – ein jüdisches Schicksal
Staatsgalerie Stuttgart (Stuttgart)
Pressemitteilung
Anlässlich des Jubiläums 1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland sowie den Feierlichkeiten der Woche der Brüderlichkeit in Stuttgart stellt die Staatsgalerie einen bislang zu wenig beachteten »verlorenen Sohn« Stuttgarts in den Fokus.
Fred Uhlman wurde 1901 in Stuttgart geboren und arbeitete hier ab 1927 als Rechtsanwalt. Im März 1933 musste er ins Exil nach Frankreich flüchten. 1936 begegnete er seiner zukünftigen Frau Diana Croft und zog zu ihr nach London. Bereits in Frankreich hatte Uhlman 1934 als Autodidakt mit der Malerei begonnen und setzte dies nun erfolgreich in England fort. Im Juni 1940 wurde er verhaftet und für sechs Monate auf der Isle of Man interniert, wo er Kurt Schwitters begegnete. Dort entstand der Zyklus »Captivity«, gezeichnet in schwarzer Feder und grauem und schwarzem Pinsel. In dieser Serie stellt Uhlman düstere, symbolische sowie vor allem antikirchliche Visionen der gegenwärtigen und kommenden Zeit und ihrer Gräuel auf den Schlachtfeldern dar – ein moderner »Totentanz«. Hoffnung verschaffen teilweise Blumen, die aus Grabhügeln und Schädeln wachsen, sowie ein kleines Mädchen mit einem Luftballon, das durch einige der apokalyptischen Szenen wandert: Auf einigen der Blätter findet sich die Widmung an seine am 3. Juli 1940 geborene Tochter.
1950 schenkte Fred Uhlman, der 1985 in London starb, der Staatsgalerie 38 Zeichnungen aus diesem Zyklus. 1960 erschien seine Autobiographie »The Making of an Englishman« (deutsch »Erinnerungen eines Stuttgarter Juden«), in das Exemplar, das er dem Stuttgarter Rathaus schenkte, schrieb er handschriftlich die Widmung »Der Stadt Stuttgart. Trotz Allem«.
Unsere Ausstellung im Graphik-Kabinett stellt nun erstmals diese Werke in Stuttgart vor. Anhand eines Begleitprogrammes soll nicht nur exemplarisch das Schicksal so vieler jüdischer Künstlerinnen und Künstler während der NS-Zeit in den Blick genommen werden, sondern auch die Bedeutung jüdischer Kultur in Deutschland aus zeitgenössischer Perspektive diskutiert werden.

Staatsgalerie Stuttgart (Stuttgart)

21.05.2021 - 21.05.2021 Mein Algorithmus und Ich. Daniel Kehlmann im Gespräch mit Raphaela Edelbauer, Hansgeorg Schmidt-Berg
ZKM | Zentrum für Kunst und Medien (Karlsruhe)
Pressemitteilung
Online
Eintritt frei

Es wird viel über Künstliche Intelligenz und ihre Gefahren gesprochen, aber wie fühlt es sich tatsächlich an, mit einem hochentwickelten Programm umzugehen? Was erlebt man, und was lässt sich daraus folgern?

Im Februar 2020 reiste Daniel Kehlmann von New York ins Silicon Valley, wo man ihn eingeladen hatte, gemeinsam mit einer Künstlichen Intelligenz eine Kurzgeschichte zu verfassen. In »Mein Algorithmus und Ich« erzählt er von dieser Reise und von seiner experimentellen »Zusammenarbeit« mit dem Algorithmus. Anlass genug, um am ZKM darüber zu berichten und im Gespräch mit ZKM-Vorstand Peter Weibel, dem Karlsruher Literaturwissenschaftler Hansgeorg Schmidt-Bergmann, dem Direktor des Höchstleistungsrechenzentrums Stuttgart Michael Resch und der jungen Wiener Autorin Raphaela Edelbauer die literarischen, philosophischen, technischen und auch unterhaltsamen Seiten des Projektes auszuloten.

ZKM | Zentrum für Kunst und Medien (Karlsruhe)

20.05.2021 - 20.05.2021 Digiloglounge Digital. Soziale Gerechtigkeit im Netz
ZKM | Zentrum für Kunst und Medien (Karlsruhe)
Pressemitteilung
Online
Kosten: Kostenfrei

Im Rahmen der Diskussionsreihe »Digiloglounge Digital« spricht Sabine Faller mit Expert:innen über Themen der Digitalisierung – dieses Mal über soziale Gerechtigkeit im Netz!

Der gemeinsame Dialog steht im Fokus des Forschungsverbunds »digilog@bw«. Anhand aktueller Themen rund um den digitalen Wandel entwickeln wir Ideen zur Mitgestaltung und laden anhand von Veranstaltungen, Gesprächen und Workshops zum gemeinsamen Nachdenken und Diskutieren ein.

Die Veranstaltung ist Teil der #digiloglounge-Gesprächsreihe. Einmal im Monat geben Expert:innen von digilog@bw einen Einblick in ihre digitalen Forschungsthemen und beantworten Fragen im ZKM-Livestream!

ZKM | Zentrum für Kunst und Medien (Karlsruhe)

14.05.2021 - 14.05.2021 The Poet of Experimental Music. Celebrating Alvin Lucier’s 90th Birthday
ZKM | Zentrum für Kunst und Medien (Karlsruhe)
Pressemitteilung
Online
Kostenfrei
Keine Anmeldung erforderlich

Die Veranstaltung findet in englischer Sprache statt

Uraufführung eines neuen Werkes von Alvin Lucier sowie Veröffentlichung historischer Aufnahmen von »I am sitting in a room« und Buchvorstellung »Reflections/Reflexionen«

Seit Mitte der 1960er Jahre hat Alvin Lucier eine Reihe wichtiger Kompositionen hervorgebracht, welche die Kultur der experimentellen Musik und der Klangkunst beeinflusst haben. Anlässlich seines 90. Geburtstags spielt ihm das ZKM ein ganz besonderes Ständchen: Dem Klangkünstler und Giga-Hertz-Preisträger 2020 zu Ehren, feiert am 14. Mai 2021 ein neues Werk Luciers im audiovisuellen Livestream des ZKM Premiere.

Das Stück wurde im April 2021 am ZKM produziert mit Instrumentalist:innen des Ever Present Orchestras, das sich der Aufführung der Musik von Alvin Lucier widmet.

Im Rahmen der virtuellen Veranstaltung wird außerdem ein neues 3LP+2CD Boxset vorgestellt, das historische Aufnahmen von »I am Sitting in a Room« beinhaltet, darunter unter anderem die Aufnahme einer von Johannes Goebel konzipierten und im Jahr 2000 am ZKM realisierten Version des Meisterwerks.

ZKM | Zentrum für Kunst und Medien (Karlsruhe)

13.05.2021 - 08.08.2021 Peco Kawashima. Encounters | Hanna-Nagel-Preis 2020
Städtische Galerie Karlsruhe (Karlsruhe)
Pressemitteilung
Die Künstlerin Peco ­Ka­wa­shima erhält 2020 den Hanna-Nagel-Preis, mit dessen ­Ver­lei­hung eine Ausstel­lung der Preis­trä­ge­rin im Forum der Städ­ti­schen Galerie Karlsruhe, eine beglei­ten­de ­Ka­ta­log­pu­bli­ka­tion sowie ein Ankauf durch das Re­gie­rungs­prä­si­dium Karlsruhe verbunden sind. Peco Kawashima, wohnhaft in Karlsruhe, studierte ab 2011 Bildhaue­rei an der Staat­li­chen Akademie der Bildenden Künste Karlsruhe bei Prof. Katinka Bock und Prof. Harald Klingel­höl­ler. Ihr Meister­stu­di­um ­be­en­dete sie 2017 bei Prof. Harald Klingel­höl­ler.
In den Vorder­grun­d ­stellt die Künstlerin Themen oder Begriffe wie Zeit, Emotionen, Erfah­run­gen, die sonst schwer greifbar sind, und gibt diesen in ihren Arbeiten einen eigenen Raum. Im Laufe eines Lebens wird ­die­ser Erfah­rungs­schatz vage oder einzelne Erinne­run­gen ­ver­schwin­den ganz aus dem Gedächtnis: "Grabe sie aus und baue sie!", so ein Motto der Künstlerin.
Der Hanna-Nagel-Preis wurde 1998 von fünf in Karlsruhe tätigen Präsi­den­tin­nen ­ge­stif­tet, um bildende Künst­le­rin­nen ab 40 Jahren im Re­gie­rungs­be­zirk Karlsruhe zu fördern und ihre Arbeit ­aus­zu­zeich­nen. Mit dem vor 22 Jahren erstmals vergebenen Preis wird zugleich das künst­le­ri­sche Werk von Hanna Nagel (1907-1975) ­ge­ehrt, einer bedeu­ten­den Vertre­te­rin der Neuen Sachlich­keit, die 1925 bis 1929 an der Badischen Landes­kunst­schule Karls­ru­he ­stu­dierte.

Foto Peco Kawashima | Sora, 1 | 2019

Städtische Galerie Karlsruhe (Karlsruhe)

08.05.2021 - 05.09.2021 Isa Genzken. Werke von 1973 bis 1983
Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen K21 Ständehaus (Düsseldorf)
Pressemitteilung


Das Werk Isa Genzkens (*1948) gehört heute zu den einflussreichsten OEuvres und hat Generationen von Künstlerinnen und Künstlern inspiriert. Die Ausstellung macht auf Genzkens herausragendes Frühwerk aufmerksam eine Zeit, die bisher international in keiner Institution konsequent gewürdigt wurde. Gezeigt werden Skulpturen, Computerdrucke, Zeichnungsserien, Fotografien und Filme. Im Zentrum stehen erstmals in großer Zahl versammelt die zwischen 1974 und 1983 entstandenen Skulpturengruppen der Ellipsoide und Hyperbolos, die mittels ihrer subtilen Mathematik eine von Schwere befreite Ästhetik vermitteln.

Die Künstlerin mischt konzeptuelle Ansätze mit persönlichen Themen. Werke, die zunächst abstrakt erscheinen, werden auf den zweiten Blick als Spuren der eigenen Existenz erkennbar und erzählen von Beziehungen und Begehren. Die Praxis der Künstlerin ist von den damals für den Westen maßgeblichen minimalistischen und konzeptuellen Arbeitsweisen beeinflusst. Stets spielt Genzken mit den Grundformen und Materialien, die architektonische und gesellschaftliche Räume prägen. Die Ausstellung in Düsseldorf stellt den besonderen Bezug zum biografischen Kontext Genzkens her, denn hier studierte die Künstlerin von 1973 bis 1977 und lebte anschließend noch bis 1979 in der Stadt.

Parallel zur Präsentation im Untergeschoss des K21 werden in der Bel Etage ganz aktuelle Arbeiten der in Berlin lebenden Künstlerin gezeigt. Auf diese Weise werden Entwicklungen innerhalb des OEuvres sowie langjährige Interessen Isa Genzkens sichtbar.

Die Ausstellung „Isa Genzken. Werke von 1973 bis 1983“ wurde konzipiert vom Kunstmuseum Basel in Kooperation mit der Kunstsammlung Nordrhein Westfalen, Düsseldorf. Die Ausstellungen in der Bel Etage werden gefördert durch die Stiftung Kunst, Kultur und Soziales der Sparda Bank West.

Foto: Installationsansicht Isa Genzken, Die Form entwickelt sich daraus, dass jede der fünf Farben jede andere Farbe berührt, 1973, Sammlung Ringier, rotgraues, offenes Ellipsoid, 1978, Sammlung Grässlin,, Meister Gerhard, 1983, Kunstmuseum Winterthur

Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen K21 Ständehaus (Düsseldorf)

07.05.2021 - 06.06.2021 Lateinamerikanische Perspektiven. Katia Munoz (Peru) / Viviana Guasch (Argentinien), EKT:2021
GEDOK Künstlerinnenforum Karlsruhe (Karlsruhe)
Pressemitteilung
Lateinamerikanische Perspektiven
Katia Munoz (Peru) / Viviana Guasch (Argentinien)
Fotografie, Malerei, Montage, Objekte, Collagen, Mischtechnik
Vernissage: Freitag, 07.05. um 17 Uhr
Anmeldung erforderlich unter gedok-karlsruhe@online.de oder Fon: 0721 / 37 41 37
Einführung: Künstlerinnengespräch
Veranstaltungsort:
GEDOK Künstlerinnenforum, Markgrafenstr.14 (Ecke Fritz-Erler-Str.), 76131 Karlsruhe

Öffnungszeiten: Mi – Fr 17 – 19 h, Sa + So 14 – 16 h; an Feiertagen geschlossen
Falls es durch Corona-Verordnungen Einschränkungen gibt, können Besucher*innen die Ausstellung nach Terminabsprache einzeln besichtigen: Mo – Fr von 15 – 19 h.
Corona-bedingte Änderungen vorbehalten!

Die GEDOK zeigt eine interdisziplinäre Ausstellung mit den südamerikanischen Künstlerinnen Katia Muñoz und Viviana Guasch. Beide leben heute in Barcelona, aber in ihren Werken sind die Wurzeln ihres persönlichen Hintergrundes spürbar. Mit den Mitteln der Fotografie, Malerei, Objektmontage und Mixed-Media-Arbeiten gelingt ihnen der Brückenschlag zwischen Kunst und Gesellschaft. Die Künstlerinnen machen dabei Probleme der Kolonialisierung und der Gender-Problematik in Lateinamerika und auf dem “alten Kontinent“ sichtbar. Mit ihren Werken weisen sie auf den Aufbau einer neuen Gesellschaft hin, den sie ohne „überlegenes Kulturmodell“ erarbeiten, indem sie eine große Anzahl an Werken mit einem gleichberechtigten Ansatz zeigen.

Mit Unterstützung der Stadt Karlsruhe

Foto: Viviana Guasch (li), Katia Munoz (re)

GEDOK Künstlerinnenforum Karlsruhe (Karlsruhe)

06.05.2021 - 08.08.2021 Verborgene Spuren. Jüdische Künstler*innen und Architekt*innen in Karlsruhe 1900-1950
Städtische Galerie Karlsruhe (Karlsruhe)
Pressemitteilung
Am facet­ten­rei­chen Kultur­le­ben in Karlsruhe waren im ersten Drit­tel des 20. Jahrhun­derts zahlreiche Kunst­schaf­fen­de jü­di­scher Herkunft maßgeblich beteiligt. Seit Beginn des na­tio­nal­so­zia­lis­ti­schen Terror­re­gi­mes 1933 wurden sie jedoch ­sys­te­ma­tisch ausge­grenzt, diskri­mi­niert, in die Emigra­tion ­ge­zwun­gen oder verschleppt und ermordet. Unter dem Titel "­Ver­bor­gene Spuren. Jüdische Künst­ler*in­nen und Archi­tek­t*in­nen in Karlsruhe 1900-1950" beleuchtet die Städtische Galerie ­Karls­ruhe in einer umfang­rei­chen Präsen­ta­tion nun erstmals ­die­sen weitgehend verges­se­nen Teil der Karls­ru­her ­Kul­tur­ge­schichte. Vorge­stellt werden mehr als zwanzig ­Künst­ler*in­nen, Fotograf*in­nen und Archi­tek­t*in­nen, die ur­sprüng­lich aus Karlsruhe stammten, hier ihre Ausbil­dung ab­sol­vier­ten oder entschei­dende Schaf­fens­jahre in der Stadt­ ­ver­brach­ten, bevor viele von ihnen, bedingt durch die politi­sche ­Ent­wick­lung in der NS-Zeit, aus Deutsch­land fliehen mussten oder aber das grausame Schicksal der Depor­ta­tion in Konzen­tra­ti­ons- und Vernich­tungs­la­ger erlitten.

m Bereich von Musik und Theater nahmen jüdische ­Kul­tur­schaf­fende bereits im 19. Jahrhun­dert in Karlsruhe eine ­be­deu­tende Rolle ein. In der bildenden Kunst und Archi­tek­tur ­zeich­net sich eine vergleich­bare Entwick­lung hingegen erst seit der Jahrhun­dert­wende ab. Die meisten der in der Ausstel­lung ­ver­tre­te­nen Künst­ler*in­nen und Archi­tek­t*in­nen kamen aufgrun­d ­des breit­ge­fä­cher­ten Ausbil­dungs­an­ge­bots in die Stadt. Sie stu­dier­ten seit dem späten 19. Jahrhun­dert an der Kunst­aka­de­mie und der Kunst­ge­wer­be­schule, an der 1885 gegrün­de­ten ­Ma­le­rin­nen­schule und an der renom­mier­ten Archi­tek­tur­fa­kul­tät der Tech­ni­schen Hochschule. Nach dem Ersten Weltkrieg entwi­ckel­te ­sich die Badische Landes­kunst­schule als Zusam­menschluss von Aka­de­mie und Kunst­ge­wer­be­schule, an der nun auch Frauen eine ­künst­le­ri­sche Ausbildung absol­vie­ren konnten, zu einem weithin aus­strah­len­den Anzie­hungs­punkt nicht nur des Verismus und der Neuen Sachlich­keit. Auch die Fotografie, das damals neues­te ­künst­le­ri­sche Medium, übte eine große Faszi­na­tion u. a. auf Ellen Auerbach und Hilde Hubbuch aus.
Die Exponate - Gemälde, Zeich­nun­gen, Druck­gra­fi­ken, Skulpturen, Foto­gra­fien, Archi­tek­tur­pläne und histo­ri­sche Dokumente - stammen aus dem Zeitraum von den 1890er Jahren bis nach 1950 und führen eindrucks­voll vor Augen, wie vielge­stal­tig der jüdische ­Bei­trag zu Kunst und Archi­tek­tur in der Fächer­stadt in den Jahr­zehn­ten vor 1933 gewesen ist. Eine ausführ­li­che, bebil­der­te Chro­no­lo­gie verge­gen­wär­tigt die politi­schen, gesell­schaft­li­chen und kultu­rel­len Ereignisse in Deutsch­land von 1900 bis 1950 und nimmt parallel dazu die Entwick­lun­gen in Karlsruhe detail­lier­t in den Blick.

Künst­ler*in­nen:
Ellen Auerbach, Robert Curjel, Sonia Delaunay-Terk, Emma ­Dessau-Goitein, Benno Elkan, Richard Fuchs, Liselotte Grsche­bi­na (­geb. Billig­hei­mer), Leo Haas, Fritz Hirsch, Hilde Hubbuch (geb. Isay), Mely Joseph, Rudolf Joseph, Leo Kahn, Hanns Ludwig Katz, Anna Klein, Fritz Landauer, Ludwig Levy, Rudolf Levy, Edith Moos, Emil Pottner, Ludwig Schwerin, Klara Vogel-Gutman, Fritz Wer­mer, Gustav Wolf

Foto Hanns Ludwig Katz | Männliches Bildnis | um 1920 | Kunsthalle Emden | Foto: Elke Walford, Fotowerkstatt Hamburger Kunsthalle

Städtische Galerie Karlsruhe (Karlsruhe)

06.05.2021 - 07.05.2021 HyMEx 2021. Hybrid Museum Experience Symposium
ZKM | Zentrum für Kunst und Medien (Karlsruhe)
Pressemitteilung
Online, kostenfrei

Allgemeine Information
Das HyMEx // Hybrid Museum Experience Symposium // möchte im Frühjahr 2021 führende Forscher:innen, Wissenschaftler:innen in der digitalen und experimentellen Museologie, in der Sammlungspflege, der kuratorischen Praxis sowie Forscher:innen aus einem breiten Spektrum von Disziplinen zusammenbringen, um sich über herausfordernde Situationen und neueste Innovationen im Bereich des hybriden Museumserlebens auszutauschen, mit einem Fokus auf zeitgenössische Kunst.

Das vom Ludwig Museum am 6. und 7. Mai 2021 in Budapest veranstaltete zweitägige Symposium setzt den Weg fort, den das Medienerhaltungssymposium MAPS im Jahr 2015 mit seinen drei Ausgaben eingeschlagen hat.

HyMEx entsteht im Rahmen des internationalen, kollaborativen, praxisbasierten Forschungsprojekts »Beyond Matter«, das kulturelles Erbe und zeitgenössische Kunst an virtuelle Realität heranführt und über zahlreiche Aktivitäten und Formate, wie das HyMEx-Symposium, über die virtuelle Bedingung reflektiert, mit einem besonderen Schwerpunkt auf ihren räumlichen Aspekten in der Kunstproduktion, dem Kuratieren und der Vermittlung. »Beyond Matter« findet von 2019 bis 2023 statt; es wurde initiiert und wird geleitet vom ZKM | Karlsruhe und umfasst sieben Partner (Centre Pompidou Paris, Tallinna Kunstihoone, Aalto University, Tirana Art Lab, Weiss AG) und das Museum Ludwig. Das Projekt feiert seine erste kuratierte Veranstaltung, die Ausstellung »Spatial Affairs«, im April 2021 im Ludwig Museum und wird gleich darauf Anfang Mai von HyMEx gefolgt.
HyMEx – Schwerpunkt | Konzept

Die transformierte Entität des Museums: wie man die hybride Erfahrung durch die Einbeziehung pluridisziplinärer Blickwinkel und mittels physischer, virtueller, räumlicher und sozio-politischer Expositionen dekonstruiert und rekonstruiert.

Museen als definierte geografische Räume sind seit ihren Anfängen bewährte Institutionen. Sie bieten einen physischen und theoretischen Ort, der Versammlungen ermöglicht und als Plattform für Begegnungen zwischen Menschen dient, um Ideen auszutauschen und Wissen zu produzieren. Museen zeigen gesellschaftlichen Wandel auf, tragen aber auch dazu bei. Im ersten Viertel des 21. Jahrhunderts scheinen die greifbaren Grenzen von Museen jedoch zu verschwimmen: Wo beginnt das Museum, da seine physischen Abgrenzungen ihre allmächtige Substanz verloren haben und das Museumserlebnis weder am Eingang beginnt noch am Ausgang endet?

Museen haben die Tendenz, sich auf digitale Plattformen auszudehnen und zusätzliche Inhalte zu schaffen, unabhängig vom Standort des Publikums. Die digitale Welt dominiert zunehmend die Realität eines Museums und noch davor die Realität des Publikums. Sie verschränkt das Physische mit dem Virtuellen, verwischt die Ränder der Wahrnehmung der Dimensionen, welche die Institution Museum zum Leben erweckt haben, wie zum Beispiel der Linearität der Zeit. Unter solchen Umständen verwandelt sich das Museum in eine hybride Entität, die gleichzeitig einen geografischen Ort, verschiedene digitale Plattformen, mannigfaltige Wege der Vermittlung, immersive Wissensproduktion, Partizipation und Austausch umfassen kann.

Es ist eine Möglichkeit, die hybride Museumserfahrung zu beschreiben, doch die Rolle, die Museen innerhalb eines breiten Spektrums von Gesellschaften einnehmen können und das Konzept des Museumsraums, das aus einer Perspektive angegangen wird, in der »virtuell« eine Bedeutung jenseits von computergenerierter Technologie hat, antizipiert einen Ansatz, bei dem es weniger um die technologische Seite der hybriden Erfahrung geht, als vielmehr um die partizipative Seite.

Das Symposium zielt darauf ab, nach Interpretationen der hybriden Museumserfahrung innerhalb der zeitgenössischen Kunstszene im Lichte räumlicher und gesellschaftlicher Aspekte zu suchen, die Möglichkeit der Deterritorialisierung des Museumsraums zu erhellen oder die Möglichkeiten der Konstruktion partizipativer Lösungen zu verstehen, durch die das Museum ein aktiver Vermittler gegenüber dem Publikum sein kann. Wie kann man auch die Ökosysteme von Museumserfahrungen erfassen oder einen Einblick in das gewähren, was immersive Technologien über die visuelle, persönliche Erfahrung an sich hinaus bieten können? Und was das Heraustreten aus den eigenen Grenzen angeht: Kann die hybride Museumserfahrung der zeitgenössischen Kunst zu verantwortungsvolleren Funktionen in einem gesellschaftlichen Kontext verhelfen, die über die Kulturvermittlung hinausgehen?

HyMEx versucht pluridisziplinäre Perspektiven, die relevant bleiben und eine glaubwürdige Bezugsquelle gegenüber der:m Künstler:in, dem Kunstwerk, der Ausstellung, der:m Besucher:in und der:m Museumsexpert:in darstellen.

Die Veranstaltung findet in englischer Sprache statt.

ZKM | Zentrum für Kunst und Medien (Karlsruhe)

05.05.2021 - 05.05.2021 Critical Break (Online-Talk) Die Apfelblüte
ZKM | Zentrum für Kunst und Medien (Karlsruhe)
Pressemitteilung
Diese Veranstaltung ist kostenfrei und findet auf Deutsch statt.

An ausgewählten Mittwochmittagen laden wir Sie regelmäßig vor, während oder nach Ihrer Mittagspause zu einer kurzen »kritischen Pause« ein. 30 Minuten lang erforschen wir live auf Instagram @zkmkarlsruhe unsere Ausstellungen – im Zwiegespräch mit ausgestellten Künstler:innen, eingeladenen Expert:innen, unseren Kurator:innen oder Kunstvermittler:innen. Diese Woche auf der ZKM Streuobstwiese.

Bisherige Critical Breaks können Sie auf dem Instagram Account @zkmkarlsruhe nachschauen.

ZKM | Zentrum für Kunst und Medien (Karlsruhe)

01.05.2021 - 16.01.2022 BarabásiLab. Hidden Patterns
ZKM | Zentrum für Kunst und Medien (Karlsruhe)
Pressemitteilung
Die Ausstellung »BarabásiLab. Hidden Patterns« stellt die Tätigkeit des Physikers und Netzwerkwissenschaftlers Albert-László Barabási und seines Forschungslabors vor. Der Fokus der Ausstellung liegt hierbei auf der Entwicklung der Netzwerk-Visualisierung innerhalb der letzten 20 Jahre, die sich anhand der Projekte des BarabásiLabs ablesen lässt.
Die aktuelle Welt produziert so viele Daten pro Tag wie zuvor nicht in Jahrzehnten. Das Wissen der Welt verdoppelt sich alle zwei Jahre. Um diese Datenmenge bewältigen zu können, bedarf es einer neuen Wissenschaft: die Visualisierung von kennzeichnenden Knoten und Netzen, von Parametern und Mustern.

Das innovative und interdisziplinäre Feld der Netzwerkforschung ermöglicht die Analyse verschiedenster kultureller und sozialer Phänomene. Unsichtbare, verborgene Verbindungen und sich stets wiederholende Muster innerhalb Natur, Gesellschaft, Sprache und Kultur können somit nicht nur erforscht, sondern auch sichtbar gemacht werden. Barabásis Netzwerkansatz verspricht eine umfassende, universelle Methode, die es erlaubt viele Phänomene mit wissenschaftlicher Präzision zu beleuchten.

Im Rahmen der Ausstellung können BesucherInnen einen umfassenden Einblick in die unter anderem sehr aktuellen Anwendungsbereiche der Netzwerkwissenschaft gewinnen. Die Netzwerkdiagramme und -strukturen werden in vielfältiger Weise und mittelst modernster Technik visualisiert, sodass die wissenschaftlichen und zugleich höchst ästhetischen Beiträge von Prints und Skizzen, über Videos bis hin zu realen und virtuellen Datenskulpturen reichen.

»BarabásiLab. Hidden Patterns« ist eine Zusammenarbeit mit dem Ludwig Museum, Budapest, wo die Ausstellung vom 10. Oktober 2020 bis zum 17. Januar 2021 gezeigt wird.

ZKM | Zentrum für Kunst und Medien (Karlsruhe)

01.05.2021 - 16.05.2021 Sabine Schäfer: „Europa – so nah, so fern“, audiovisuelle Installation, EKT:2021
GEDOK Künstlerinnenforum Karlsruhe (Karlsruhe)
Pressemitteilung
„Europa, so fern und doch so nah“
Eine Ausstellung der GEDOK Karlsruhe
und des Joint Research Centre (JRC) der Europäischen Kommission
in Kooperation mit dem ZKM
im Rahmen der 25. Europäischen Kulturtage „Europa – ein Versprechen“

Einführung zur Ausstellung: Dr. Annette Hünnekens (GEDOK), Kuratorin
Ab 3.05.2021 Online-Präsentation der Einführung und Videoclips zu den Exponaten auf:
Youtube-Kanal der Stadt Karlsruhe: https://www.youtube.com/channel/UCi-k4SVGHlSigCtILwczY-Q
Instagram-Seite EKT: https://www.instagram.com/ekt_karlsruhe/
Facebook-Seite EKT: https://www.facebook.com/EKTKarlsruhe/
www.gedok-karlsruhe.de

Ausstellungsort: ZKM Musikbalkon, Lorenzstr. 19, 76135 Karlsruhe
Öffnungszeiten: Mi-Fr 10-18 Uhr / Sa, So 11-18 Uhr

Anlässlich der Europäischen Kulturtage ist die GEDOK Karlsruhe zusammen mit dem Joint Research Center (JRC), der gemeinsamen Forschungsstelle Europas zu Gast im ZKM. Eines der gegenwärtig wichtigsten Themen ist es, die sich widersprechenden Ziele des Umwelt- und Klimaschutzes und der Energiewende, d.h. dem damit verbundenen sicheren Abbau der Kernenergie, mit dem steigenden Energiebedarf der Digitalisierung Europas in Einklang zu bringen. Die Ausstellung legt den Fokus auf die enorme Herausforderung und thematisiert die Lösungsansätze dieser widersprüchlichen Zielsetzungen.
Mit insgesamt sieben Exponaten verdichtet die Ausstellung jeweils die aktuellen Positionen und verdeutlicht zusammen gesehen die globale Situation. Hiervon zeigt die gemeinsame Forschungsstelle Europas fünf Werke aus ihrer Sammlung „Art Spaces“, deren gemeinsamer Nenner ein für die Entsorgung radioaktiven Materials typisches Fass ist, das namhaften Künstlern als Ausgangspunkt ihrer Reflexionen und Kommentare zum Thema der verantwortungsvollen Energieversorgung diente, zu der ebenso Gedanken der Entsorgung gehören. Es werden Werke von Fabrizio Plessi, Raphael de Vittori Reizel, Paola Ravasio, Roberto Barni und Peter Hide gezeigt.
Die beiden anderen Arbeiten der Karlsruher Medienkünstlerin Sabine Schäfer eröffnen anhand  audiovisueller Erlebnisse ein weiter gefasstes Spannungsfeld der Energieversorgung, ihren Errungenschaften und Preisen. Neben der installativ gesetzten REM-Lichtbildergalerie „MicroSonical Shining Biospheres No.1“ des Künstlerpaares (Sabine Schäfer, Joachim Krebs) wird erstmals die neue, für diesen Anlass geschaffene Auftragsarbeit „Europa – so nah, so fern“ von Sabine Schäfer in der Ausstellung gezeigt. Die zweiteilige audiovisuelle Arbeit ist interaktiv. Die hinterleuchteten Glasplatten des freistehenden Objekts zeigen Satellitenaufnahmen von kontinentalen Ansichten und Hauptstädten der Europäischen Union bei Nacht, daneben ein Audio QR-Code Ensemble. Mit einer kostenlosen Bildscan-App können animierte Videos und Klang-Kompositionen per QR-Code abgerufen werden.

Die Medienkünstlerin und Komponistin Sabine Schäfer lebt und arbeitet in Karlsruhe. Ihre Werke sind Bestandteile der Sammlungen des ZKM und der Stadt Wolfsburg. www.sabineschaefer.de

Mit freundlicher Unterstützung: Kulturamt der Stadt Karlsruhe, Joint Research Centre (JRC) der Europäischen Kommission, Fa. ICON, Messedesign

Pressefoto: Installation „Europa – so nah, so fern“, 3D-Rendering, Teilansicht: Sabine Schäfer, 2021

GEDOK Künstlerinnenforum Karlsruhe (Karlsruhe)

01.05.2021 - 03.10.2021 LUCIA MATTES Chaineration Z
Städtische Galerie Fruchthalle (Rastatt)
Pressemitteilung
Lucia Mattes (*1996 in Heidelberg / lebt und arbeitet in Karlsruhe) befasst sich in ihren Arbeiten mit Phänomen der Populär- und Alltagskultur. Sie übersetzt und kommentiert diese mithilfe tradierter künstlerischer Techniken in eine haptisch, oft weiche Formgebung. Für Ihre Arbeit auf der Rampe in der Fruchthalle setzt sie sich mit der Memekultur im Internet auseinander. Sie hat in kleinteiliger Handarbeit Wandteppiche gefilzt, die sich mit dem Phänomen Katzenvideos als viraler Erfolgsgeschichte im Internet und Sinnsprüchen als vermeintlichen Lebensweisheiten befassen. Zur Ausstellung auf der Rampe in der Fruchthalle gehört auch die Intervention im Kabinett Kiefer. Mattes wird eine überdimensionale Kette aus Stoff von der Brüstung herab hängen lassen und so die Situation zwischen Monumentalcollage und Museum auf mehreren Ebenen thematisieren. Zum einen wird das Verhältnis von Werk und Raumsituation aufgegriffen, zudem der Prozess der Musealisierung des Werks selbst. Darüber hinaus ist die Kette aus weichem Material auch eine augenzwinkernde Auseinandersetzung mit dem Treueschwur ewiger Bindung, den die Schlösser an Brückengeländern zum Ausdruck bringen.

Lucia Mattes war mit ihren Arbeiten in der Grimmwelt in Kassel (2020), im Kunstverein Fellbach (2019), im Kalinowski-Raum in Karlsruhe (2018) und im Kunstverein Ladenburg (2017) zu sehen. Die Präsentation in der Fruchthalle ist die erste institutionelle Einzelausstellung der Künstlerin.

Aktuell sind alle Museen der Stadt Rastatt geschlossen, auch die Städtische Galerie Fruchthalle. Wann die Museen wieder geöffnet werden können ist gegenwärtig nicht absehbar. Entsprechend können die Ausstellungen erst nach einer potenziellen Öffnung besucht werden. Aktuelle Informationen hierzu finden Sie auf der offiziellen Website der Stadt Rastatt.

Städtische Galerie Fruchthalle (Rastatt)

01.05.2021 - 03.10.2021 ON THE QUIET
Städtische Galerie Fruchthalle (Rastatt)
Pressemitteilung
Im Zentrum des Ausstellungsprojekts On the Quiet in der Fruchthalle steht ein Paket. Es ist die einfachste und günstigste Lösung, um etwas Materielles weltweit von einem Ort zum anderen zu schicken. Für die Ausstellung On the Quiet (Deutsch: Im Stillen) wird ein solches mit Kunst befüllt. In diesem Behältnis ist alles, was für die Ausstellung benötigt wird und alles, worauf nicht verzichtet werden kann. Ein einziges Paket von maximal 31,5 kg setzt den Rahmen, in dem sich die eingeladenen Künstler*innen bewegen. Ein Paket besitzt die Flexibilität, klammheimlich ohne Mehraufwand um die Welt reisen und von Museum zu Museum wandern zu können, auch in Zeiten einer Pandemie: Von der Galerie Stadt Sindelfingen zur Kunsthalle Mannheim, wo das Projekt bereits gezeigt wurde, nun in die Städtische Galerie Fruchthalle in Rastatt und danach zum Museo Nacional de Bellas Artes in Santiago de Chile und anschließend weiter nach China, Mexiko oder Südafrika.
Hierbei wird die Präsentation immer wieder ganz neu gedacht und nimmt stets direkten Bezug auf die jeweilige Institution. Die Kunstwerke sind in der Größe flexibel und können an die bestehenden architektonischen Begebenheiten angepasst werden. Für die Städtische Galerie Fruchthalle in Rastatt, die sich gerade kurz vor einem Umbau und in einem Veränderungsprozess befindet, ist dies die Chance den Raum neu auszuloten und zu denken.

Künstlerinnen und Künstler
Jamika Ajalon (*1968 in Saint Louis, Missouri / lebt und arbeitet in London und Paris)
Benjamin Appel (*1978 in Augsburg / lebt und arbeitet in Leipzig)
Art n More: Paul Bowler (*1987 in Mu?nchen / lebt und arbeitet in Leipzig) und Georg Weißbach (*1987 in Leipzig / lebt und arbeitet in Leipzig)
Silvia Bächli (*1956 Baden, Schweiz / lebt und arbeitet in Basel)
Ernst Caramelle (*1952 in Hall in Tirol, Österreich / lebt und arbeitet in Karlsruhe und New York)
Eric Hattan (*1955 in Wettingen, Schweiz / lebt und arbeitet in Basel und Paris)
Schirin Kretschmann (*1980 in Karlsruhe / lebt und arbeitet in Berlin)
Carolina Pérez Pallares (*1980 in Quito, Ecuador / lebt und arbeitet in Leipzig)
Marion Porten (*1972 in München / lebt und arbeitet in Wien und Leipzig)
Thomas Rentmeister (*1964 in Reken, Westfalen / lebt und arbeitet in Berlin)
Manuela Ribadeneira (*1966 in Quito, Ecuador/ lebt und arbeitet in London)
Tilo Schulz (*1972 in Leipzig / lebt und arbeitet in der Nordwestuckermark)
Maya Schweizer (*1976 in Paris / lebt und arbeitet in Berlin)

Aktuell sind alle Museen der Stadt Rastatt geschlossen, auch die Städtische Galerie Fruchthalle. Wann die Museen wieder geöffnet werden können ist gegenwärtig nicht absehbar. Entsprechend können die Ausstellungen erst nach einer potenziellen Öffnung besucht werden. Aktuelle Informationen hierzu finden Sie auf der offiziellen Website der Stadt Rastatt.

Städtische Galerie Fruchthalle (Rastatt)

01.05.2021 - 16.05.2021 Europa, so fern und doch so nah! Die GEDOK und das JRC zu Gast im ZKM
ZKM | Zentrum für Kunst und Medien (Karlsruhe)
Pressemitteilung
Musikbalkon
Eintritt frei

Eines der gegenwärtig wichtigsten Anliegen ist es, die Ziele des Umwelt- und Klimaschutzes und der Energiewende, und dem damit verbundenen sicheren Abbau der Kernenergie, mit dem steigendem Energiebedarf der Digitalisierung Europas in Einklang zu bringen.

Die Ausstellung legt den Fokus auf diese enorme Herausforderung und thematisiert die Lösungsansätze dieser widersprüchlichen Zielsetzungen. Mit insgesamt sieben Exponaten verdichtet die Ausstellung jeweils die aktuellen Positionen und verdeutlicht die globale Situation.

Die gemeinsame Forschungsstelle Europas zeigt fünf Werke aus ihrer Sammlung Art Spaces. Für die Entsorgung radioaktiven Materials genutzte Fässer dienen den Künstler:innen als Ausgangspunkt für ihre Reflexionen und Kommentare zur verantwortungsvollen Energieversorgung, zu der ebenso Gedanken der Entsorgung gehören. Es werden Werke von Fabrizio Plessi, Raphael de Vittori Reizel, Paola Ravasio, Roberto Barni und Peter Hide 311065 gezeigt. Die beiden anderen Arbeiten der Karlsruher Medienkünstlerin Sabine Schäfer eröffnen anhand audiovisueller Erlebnisse ein weiter gefasstes Spannungsfeld der Energieversorgung, ihren Errungenschaften und Preisen.

Neben der audiovisuellen Installation »Fragil« von Sabine Schäfer, die eine Weiterentwicklung der REM-Lichtbildergalerie »MicroSonical Shining Biospheres No.1« des Künstlerpaares Sabine Schäfer und Joachim Krebs ist, wird erstmals die neue, für diesen Anlass von der Künstlerin geschaffenen Auftragsarbeit »Europa – so nah, so fern« in der Ausstellung gezeigt. Die zweiteilige audiovisuelle Arbeit ist interaktiv. Die hinterleuchteten Glasplatten des freistehenden Objekts zeigen Satellitenaufnahmen von kontinentalen Ansichten und Hauptstädten der Europäischen Union bei Nacht, daneben ein Trio aus Notenständern mit Audio QR-Code Tafeln. Mit einer kostenfreien Bildscan-App können animierte Videos und Klangkompositionen per QR-Code abgerufen werden.

Die Medienkünstlerin und Komponistin Sabine Schäfer lebt und arbeitet in Karlsruhe. Ihre Werke sind Bestandteile der Sammlungen des ZKM und der Stadt Wolfsburg.

Anlässlich der Europäischen Kulturtage ist die GEDOK Karlsruhe zusammen mit dem Joint Research Centre (JRC), der gemeinsamen Forschungsstelle Europas, zu Gast im ZKM | Karlsruhe.

ZKM | Zentrum für Kunst und Medien (Karlsruhe)

30.04.2021 - 30.04.2021 Digitale Eröffnung: BarabásiLab. Hidden Patterns. Netzwerkdenken
ZKM | Zentrum für Kunst und Medien (Karlsruhe)
Pressemitteilung
Online
Kosten: Kostenfrei

Die Ausstellung »BarabásiLab. Hidden Patterns« präsentiert Netzwerk-Visualisierungen der letzten 25 Jahre des Physikers und Netzwerkwissenschaftlers Albert-László Barabási und seines Forschungslabors.

Wirtschaftliche, soziale und politische Infrastrukturen bauen längst auf der algorithmischen Auswertung von Daten auf. Um diese immensen Datenmengen bewältigen zu können, etablierte sich die Netzwerkwissenschaft, die systemische Zusammenhänge innerhalb der Daten veranschaulicht und erklärt. Die Projekte des BarabásiLab liefern Einblicke in die höchst aktuellen Themenbereiche der Netzwerkwissenschaft, die unter anderem in Medizin, Pharmazie und Physik, aber auch in der Erforschung von Infrastrukturen, sozialen Systemen und Entwicklungsprozessen eingesetzt wird. Das innovative und interdisziplinäre Feld der Netzwerkforschung ermöglicht die Analyse verschiedenster kultureller und sozialer Phänomene, indem es unsichtbare, verborgene Verbindungen und sich stets wiederholende Muster innerhalb von Natur, Gesellschaft und Kultur sichtbar macht.


Programm

18 Uhr | Führung durch »BarabásiLab. Hidden Patterns« mit Albert-László Barabási

Die in Kooperation mit dem Ludwig Museum in Budapest, Ungarn, realisierte Ausstellung liefert erstmals in Deutschland einen umfassenden Überblick über die vom BarabásiLab entwickelten Visualisierungsformen, die das Produkt eines kollaborativen Prozesses sind, an dem Wissenschaftler:innen, Künstler:innen, Designer:innen gleichermaßen beteiligt sind. Ohne der Komplexität unserer Welt einen reduktionistischen Rahmen aufzuzwingen, enthüllen die Arbeiten des BarabásiLab die verborgenen Muster in komplexen Systemen, die unsere biologische und soziale Existenz bestimmen.

Die Führung findet im Livestream in englischer Sprache statt.

19 Uhr | Online-Gespräch mit Albert-László Barabási, Alice Grishchenko, Isabel Meirelles und Peter Weibel über »Netzwerk-Denken«

ZKM | Zentrum für Kunst und Medien (Karlsruhe)

29.04.2021 - 15.08.2021 Hella Jongerius: Kosmos weben
Gropius Bau (Berlin)
Pressemitteilung
Im Mittelpunkt von Hella Jongerius’ künstlerischer Praxis steht die Verknüpfung von Industrie und Handwerk, von traditionellem Wissen und Technologie. Der Gropius Bau widmet der Künstlerin und Designerin im Frühjahr eine Einzelausstellung, die sich während der Laufzeit prozesshaft weiterentwickeln wird.

Eine besondere Bedeutung kommt in Hella Jongerius’ Arbeit dem Weben zu, das eine der ältesten Kulturtechniken und gleichzeitig Grundlage für den digitalen Code ist. Die unter dem Titel "Kosmos weben" gezeigte Ausstellung bezieht die Besucher*innen durch interaktive Elemente in Jongerius’ offene und prozesshafte Arbeitsweise ein und schafft so einen Rahmen, sich kritisch mit Fragen nach Produktion und Nachhaltigkeit, Gegenwart und Zukunft auseinanderzusetzen.

Neben Jongerius’ Recherchen zu Innovation und zukunftsgerichteten experimentellen Praktiken liegt ein weiterer Schwerpunkt der Ausstellung auf ihrer andauernden Auseinandersetzung mit der Frage, welches Verhältnis wir zu Gegenständen einnehmen – und wie diesen eine heilende Funktion zukommen kann. Die Ausstellung knüpft dabei an die Geschichte des Gropius Bau an, der als Kunstgewerbemuseum und -schule mit eigenen Werkstätten ein Ort der Verbindung von Kunst und Handwerk war. In dieser Tradition wird Hella Jongerius mit ihrem Studio Jongeriuslab in den Monaten vor der Ausstellungseröffnung im Gropius Bau neue Werke produzieren.

Kuratiert von Stephanie Rosenthal mit Clara Meister in Zusammenarbeit mit dem Studio Hella Jongerius

Gropius Bau (Berlin)

29.04.2021 - 27.06.2021 Spatial Affairs
ZKM | Zentrum für Kunst und Medien (Karlsruhe)
Pressemitteilung


Die Ausstellung »Spatial Affairs« im Ludwig Múzeum Budapest untersucht künstlerische Reaktionen auf die Fragen nach Räumlichkeit und räumlicher Wahrnehmung, insbesondere in Zeiten computergenerierter virtueller Realität.

Die innere Konsistenz des Raumes, seinen philosophischen und ontologischen Status, seine Bindung und Beziehung zur Realität in Frage zu stellen ist seit langem eine latente Strömung in der bildenden Kunst. Diese manchmal leidenschaftliche, manchmal eher geheimnisvolle Verbundenheit mit derartigen ontologischen Angelegenheiten mag auf Kosten bestimmter anderer Aspekte vonstatten gegangen sein – zum Beispiel der Narrativität –, doch die Beziehung hat sich als hartnäckig erwiesen.

Genau wie ihre Beendigung undenkbar ist, so wurde auch die Frage nach dem Raum und seiner Verstrickung mit der Realität durch die Vermehrung immaterieller Sphären immer wieder neu gestellt, die zu legitimen Paralleldimensionen unserer Wahrnehmung, unseres Ausdrucks, unserer Erfahrung, unseres Wissens, unserer Kommunikation und unserer Analyse werden. Mit dem Aufkommen generativer Bilder wird das Nachdenken darüber nur noch relevanter.

Die Faszination von Computern beruhte schon immer auf der Tatsache, dass diese programmierbaren Maschinen in der Lage sind, gegenständliche und ungegenständliche Bilder zu erzeugen, die sich zu einer ganzen virtuellen Realität zusammenfügen können. Die Erfindung des Computers definierte die räumliche Wahrnehmung und die Idee von Immersion neu; sie verstärkte die strukturelle Neigung des Geistes, seine Umgebung zu analysieren und alternative Sphären zu projizieren und zu produzieren.

Die Ausstellung »Spatial Affairs« untersucht künstlerische Reaktionen auf diese Fragen, einschließlich Ansätze vor und nach der Ausbreitung des Computers, von der frühen Avantgarde über die Konzeptkunst bis hin zu zeitgenössischen Positionen. Sie weist auf die gegenseitige Abhängigkeit zwischen dem algorithmisch Geschaffenen und dem greifbar Realen hin. Sie versteht das Virtuelle als Handlung, unabhängig von ihrer materiellen Vermittlung.

In »Spatial Affairs« verflüchtigt sich die binäre Beziehung zwischen dem Realen und dem Virtuellen, dem Existierendem und dem Möglichen in eine Mehrdimensionalität, die den Dualismus überwindet und zu explodierten Achsen komplexer und multiplizierter Raumvorstellungen führt.

ZKM | Zentrum für Kunst und Medien (Karlsruhe)

28.04.2021 - 28.04.2021 Critical Break. Die Bilder der kritischen Zone
ZKM | Zentrum für Kunst und Medien (Karlsruhe)
Pressemitteilung
Online
Kosten: Kostenfrei
Ohne Anmeldung, auf dem Instagram Account @ZKMKARLSRUHE

Diese Veranstaltung findet auf Deutsch statt.

An ausgewählten Mittwochmittagen laden wir Sie regelmäßig vor, während oder nach Ihrer Mittagspause zu einer kurzen »kritischen Pause« ein. 30 Minuten lang erforschen wir live auf Instagram @zkmkarlsruhe unsere Ausstellungen – im Zwiegespräch mit ausgestellten Künstler:innen, eingeladenen Expert:innen, unseren Kurator:innen oder Kunstvermittler:innen. Diese Woche in Kooperation mit der Staatlichen Kunsthalle Karlsruhe. Bisherige Critical Breaks können Sie auf dem Instagram Account @zkmkarlsruhe nachschauen.

ZKM | Zentrum für Kunst und Medien (Karlsruhe)

24.04.2021 - 17.10.2021 Christoph Schlingensief
Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen K20 Grabbeplatz (Düsseldorf)
Pressemitteilung


Die Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen zeigt Christoph Schlingensiefs (1960–2010) multimediale Installation „Kaprow City“, die als eine der wenigen künstlerischen Arbeiten des Filmemachers, Theater und Opernregisseurs, Talkmasters und politischen Aktionskünstlers vollständig erhalten geblieben ist. Ursprünglich als begehbares Bühnenbild für die Berliner Volksbühne konzipiert, hat Schlingensief „Kaprow City“ 2007 als eine Kunstinstallation ins Migros Museum in Zürich überführt. Nun wird das raumgreifende Kunstwerk erstmals in einem Museum in Deutschland präsentiert.

Ästhetisch wirkt „Kaprow City“ wie eine Materialschlacht. Nach dem Prinzip der Überforderung überlagern sich in den Räumen, Bildern und Filmen zahlreiche Themen und Ideen. Die Arbeitsweise des US amerikanischen Happening Künstlers Allan Kaprow (1927–2006) mit dem Publikum brachte Schlingensief ebenso ein wie seine Überlegungen zu einem fiktiven Film über den Unfalltod von Lady Di. Das Projekt bietet eine der seltenen Gelegenheiten, ein installatives Werk dieses außergewöhnlichen Gesamtkünstlers zu sehen.

Ein Projekt der Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen in Zusammenarbeit mit dem Nachlass Christoph Schlingensief und Aino Laberenz.


Schlingensief in Düsseldorf

Parallel zur Ausstellung im K20 zeigt das Filmmuseum Düsseldorf „Christoph Schlingensief: Projektionen“, eine Filmreihe und Fotos von Eckard Kuchenbecker (24.4. – 31.8.2021). Die JULIA STOSCHEK COLLECTION präsentiert Werke von Schlingensief aus dem eigenen Sammlungsbestand in einer Ausstellung und einem Screeningprogramm (24.4. – 19.12.2021).

Weitere Infos unter:
duesseldorf.de/filmmuseum
jcs.art

Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen K20 Grabbeplatz (Düsseldorf)

24.04.2021 - 25.04.2021 LIGNA »Zerstreuung überall! – eine Audioperformance«. Übungen in solidarischer Distanz
ZKM | Zentrum für Kunst und Medien (Karlsruhe)
Pressemitteilung
VERSCHOBEN! EIN NEUER TERMIN FOLGT

»Zerstreuung überall!« reagiert auf die internationale Pandemie des Covid-19-Virus.

Die geschlossenen Grenzen und die Unmöglichkeit zu reisen führen zu einer Abwesenheit von choreographischen Positionen und Stimmen. Öffentliche Aufführungen sind nur unter Auflagen möglich. In Zeiten der Abschottungspolitik und der Rückbesinnung auf das Nationale stellt das Stück – als Antwort auf ein weltweites Ereignis – eine neue Verbundenheit über Ländergrenzen und Kontinente hinweg her: ein Vorschlag für eine andere Art des gesellschaftlichen Zusammenlebens und der Sorge umeinander.

Vierzehn internationale Künstler:innen wurden von LIGNA eingeladen, in diesem Radioballett ihre Stimme hörbar und ihre choreographische Position erfahrbar zu machen.

Im Radioballett hört das teilnehmende Publikum gleichzeitig, aber zerstreut an einem zentralen öffentlichen Raum – mit Mindestabstand und Maske – eine Choreographie über Kopfhörer. In ihr werden die Veränderungen durch die Pandemie, ihre Auswirkung auf den öffentlichen Raum und die Körper der Einzelnen reflektiert.

Programm und Tickets unter kulturverein-tempel.de

ZKM | Zentrum für Kunst und Medien (Karlsruhe)

23.04.2021 - 15.08.2021 Yayoi Kusama: Eine Retrospektive. A Bouquet of Love I Saw in the Universe
Gropius Bau (Berlin)
Pressemitteilung
Yayoi Kusama zählt zu den bedeutendsten japanischen Künstler*innen der Gegenwart. Vom 23. April bis 15. August 2021 widmet der Gropius Bau Kusama die erste umfassende Retrospektive in Deutschland.

"Yayoi Kusama: Eine Retrospektive" zeichnet auf knapp 3000 m² zentrale Schaffensperioden aus über 70 Jahren nach und umfasst eine Reihe aktueller Arbeiten, darunter auch einen neuen Infinity Mirror Room.

Ein wesentliches Anliegen der Retrospektive ist es, die Entwicklung von Kusamas Schaffen von frühen Gemälden und akkumulativen Skulpturen hin zu immersiven Erlebnisräumen nachzuzeichnen und insbesondere ihre bislang wenig beachtete künstlerische Aktivität in Deutschland und Europa aufzuarbeiten.

Seit den 1960er Jahren hatte sich die Künstlerin selbst aktiv dafür eingesetzt, Ausstellungsprojekte jenseits ihres damaligen Lebensmittelpunktes New York zu realisieren und ihre Arbeiten im europäischen Kontext zu präsentieren. Dabei rückt auch die Rolle Kusamas als Pionierin des Personal Branding ins Blickfeld, die ihre künstlerische Persona und ihr multidisziplinäres Schaffen schon früh bewusst inszenierte und vermarktete.

Der wegweisende Charakter ihrer Präsentationsformen und künstlerischen Sujets wird im Rahmen der Retrospektive durch Rekonstruktionen erlebbar, die Kusamas frühe Ausstellungsprojekte in Deutschland und Europa in den 1960er Jahren sowie zentrale Einzelausstellungen in den USA und Asien aus den 1950er bis 1980er Jahren zugänglich machen.

Gropius Bau (Berlin)

22.04.2021 - 25.04.2021 TANZ KARLSRUHE reloaded. Medienkunst im Tanz
ZKM | Zentrum für Kunst und Medien (Karlsruhe)
Pressemitteilung
VERSCHOBEN! EIN NEUER TERMIN FOLGT

Welcome to Dance – das Festival »TANZ KARLSRUHE 2020« wird nachgeholt! Im April 2021 verwandelt sich Karlsruhe erneut in eine Bühne des zeitgenössischen Tanzes.

Aufgrund der aktuellen Situation konnten hunderte von Tänzer:innen, Organisator:innen, Choreograph:innen und viele mehr im letzten November kein Festival auf die Beine stellen. Doch die Mühlen im Hintergrund laufen weiter und so präsentiert der Kulturverein Tempel e.V. euch im April unter dem Titel »TANZ KARLSRUHE reloaded« ein buntes Festival.

Dabei wird etwa im ZKM mit Hilfe von Avataren der Cie Gilles Jobin ein virtuelles Theater erprobt. Nach draußen geht es mit einem besonderen Spektakel: Das Hamburger Medien- und Performance-Kunst-Kollektiv LIGNA lädt zu einem gemeinsamen Audiowalk mit choreographischen Positionen aus der ganzen Welt ein.

Programm und Tickets unter kulturverein-tempel.de

ZKM | Zentrum für Kunst und Medien (Karlsruhe)

22.04.2021 - 25.04.2021 Cie Gilles Jobin »La Comédie Virtuelle«. Animated Virtual Theatre
ZKM | Zentrum für Kunst und Medien (Karlsruhe)
Pressemitteilung

Online

La Comédie Virtuelle ist ein virtuelles Theater, das für TANZ KARLSRUHE vier Tage lang seine Türen öffnet.

Es ist eine multi-user VR-Erfahrung, die dem Publikum ermöglicht, die digitale Kopie des neuen Gebäudes der Comédie de Genève zu besuchen.

Darin kann sich das Publikum durch verschiedene Bereiche frei bewegen und mit anderen Besucher:innen interagieren. Außerdem finden Tanzstücke, tänzerische Kollaborationen und eine VR-MoCap-Party statt. Die Cie Gilles Jobin wird darin ihre Liveshow in Echtzeit performen sowie Tänzer:innen einladen, aus der Ferne an der ersten internationalen MoCapDance-Begegnung teilzunehmen.

ZKM | Zentrum für Kunst und Medien (Karlsruhe)

21.04.2021 - 23.04.2021 Versammlung zu permazirkulären Museen. Ausstellungswesen, Vermittlung und Fürsorge in Zeiten der öko
ZKM | Zentrum für Kunst und Medien (Karlsruhe)
Pressemitteilung
Der Kulturbetrieb gibt ökologischen sowie postkolonialen Diskursen immer mehr Raum, steckt jedoch zugleich selbst in kapitalistischen Verstrickungen. Wie können seine Institutionen den radikalen Wandel hin zu einer permazirkulären Zukunft vollziehen?

In den vergangenen Jahren haben sich in Museen, auf Biennalen und in anderen Kulturinstitutionen zahlreiche künstlerische und diskursive Beiträge derselben Frage gewidmet: Wie kann die Kunst Solidarität, ökologisches Handeln und Fürsorge zwischen den Arten fördern? Das Aufkommen dieser »terrestrischen Wende« (»terrestrial turn«) im Kultursektor steht allerdings in direktem Zusammenhang mit der Globalisierung der Kunstindustrie und deren Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen, billigen Flügen und materieller Anhäufung. Gleichzeitig gewinnen postkoloniale Diskurse auch in jenen kulturellen Räumen an Sichtbarkeit, deren eigene Geschichte auf kolonialem Diebstahl fußt. Wie können Institutionen, die in einem kapitalistischen Kontext verstrickt sind, ihren ökologischen Fußabdruck und die Umstände der eigenen Produktion reflektieren? Mit anderen Worten: Kann eine Institution sich überhaupt selbst neu erfinden, und welches Selbstverständnis brauchen Museen heute?

In der Nachhaltigen Ökonomie steht der Begriff »Permazirkularität« für eine Neudimensionierung von Unternehmen im Einklang mit der Tragfähigkeit des Systems Erde sowie für ein Umdenken von Wissensstrukturen und Methoden im Dienste der Pflege unseres Planeten. Die Versammlung, die den ökologischen blinden Fleck des Ausstellungswesens zum Ausgangspunkt nimmt, ruft Institutionsleitungen, Kurator:innen, Aktivist:innen, Künstler:innen und Vermittler:innen dazu auf, Museen als Vorreiter eines radikalen Wandels zu begreifen und ihrem Transformationspotential nachzugehen.

Die dreitägige Veranstaltung umfasst Impulsvorträge, Fallstudien, Diskussionsrunden und künstlerische Performances, um über die Zukunft der Kunstinstitutionen nachzudenken, Erfahrungen auszutauschen und über Allianzen mit radikalen und Graswurzelbewegungen zu sprechen. Die Konferenz findet im Rahmen des Projekts »Notes Towards a Permacircular Museum« von Stéphane Verlet-Bottéro statt, welches Teil der Ausstellung »Critical Zones. Horizonte einer neuen Erdpolitik« ist. Nach einer Kartierung des ökologischen Fußabdrucks der Ausstellung und der anschließenden kollektiven Pflege einer verlassenen Streuobstwiese in der Nähe des ZKM geht das Projekt nun der Frage nach, wie Museen ihre Sammlungs- und Konservationspraktiken auf die Solidarität mit und den Schutz von menschlichen wie nicht menschlichen Entitäten ausrichten können.

Die kostenfreie Veranstaltung findet online und in englischer Sprache statt.

ZKM | Zentrum für Kunst und Medien (Karlsruhe)

18.04.2021 - 11.07.2021 Olafur Eliasson "Life"
Fondation Beyeler (Riehen)
Pressemitteilung
Seit über 25 Jahren erforscht Olafur Eliasson in seinem Werk Fragen der Wahrnehmung, Bewegung, Körpererfahrung und Selbstempfindung. Für ihn ist Kunst ein entscheidendes Mittel, um vom Denken zum Handeln zu gelangen. Eliassons breiter Praxis – Skulptur, Malerei, Fotografie, Film und Installationen – wurden weltweit zahlreiche Ausstellungen gewidmet. Über Museen und Galerien hinaus wendet sich seine künstlerische Arbeit auch an eine breitere Öffentlichkeit, etwa durch architektonische Projekte und Interventionen im öffentlichen Raum. Durch den Einbezug einer Vielzahl von Perspektiven – menschlichen ebenso wie nicht-menschlichen – lädt Eliassons Kunst dazu ein, zukünftige Formen der Koexistenz zu erarbeiten. Für seine Einzelausstellung an der Fondation Beyeler verwandelt der Künstler das Museum für eine immersive und grenzüberschreitende Erkundung unserer Vorstellungen von Natur und Kultur.

Fondation Beyeler (Riehen)

16.04.2021 - 16.05.2021 Karl Engelen - zum 100. Geburtstag
Kunstverein Kreis Soest e. V. (Soest)
Pressemitteilung
Diese Ausstellung ist teil der Serie des Kunstvereins mit dem Titel "Künstler, die man nicht vergessen sollte".
„Wenn ich diese Wut in mir habe, muss sie raus“.
Es ist die Wut auf gesellschaftliche Konflikte und Situationen, aber auch der zerstörerische Umgang mit der Natur, die ihn zu der impulsiven Gestik seiner Bilder führt. Inspiriert durch das Licht des Südens, in Verbindung zu starkfarbigen Kontrasten, schafft Karl Engelen seine eigenwilligen, ausdrucksstarken und manchmal fast kompromisslosen Bildwelten.
Die bevorzugten Themen von Karl Engelen waren die Figuration, auch als Akt, die Landschaft sowie farbige Abstraktionen. Seine Werke schuf er in Mischtechnik, als Zeichnung und als Linol- und Holzschnitt.

Kunstverein Kreis Soest e. V. (Soest)

16.04.2021 - 16.05.2021 Karl Engelen - zum 100. Geburtstag
Kunstverein Kreis Soest e. V. (Soest)
Pressemitteilung
Diese Ausstellung ist teil der Serie des Kunstvereins mit dem Titel "Künstler, die man nicht vergessen sollte".
„Wenn ich diese Wut in mir habe, muss sie raus“.
Es ist die Wut auf gesellschaftliche Konflikte und Situationen, aber auch der zerstörerische Umgang mit der Natur, die ihn zu der impulsiven Gestik seiner Bilder führt. Inspiriert durch das Licht des Südens, in Verbindung zu starkfarbigen Kontrasten, schafft Karl Engelen seine eigenwilligen, ausdrucksstarken und manchmal fast kompromisslosen Bildwelten.
Die bevorzugten Themen von Karl Engelen waren die Figuration, auch als Akt, die Landschaft sowie farbige Abstraktionen. Seine Werke schuf er in Mischtechnik, als Zeichnung und als Linol- und Holzschnitt.

Kunstverein Kreis Soest e. V. (Soest)

07.04.2021 - 06.06.2021 CryptoArt. It's Not About Money
ZKM | Zentrum für Kunst und Medien (Karlsruhe)
Pressemitteilung
Kubus: Screen
Eintritt frei

Seit 2014 ist es möglich, digitale Bilder mit Hilfe der Blockchain-Technologie zu zertifizieren und auf diese Weise Unikate herzustellen, so genannte NFTs (Non-Fungible Tokens). Doch erst seit diesem Jahr, nachdem eine Reihe digital zertifizierter Bilder für mehrere Millionen Dollar verkauft wurden, nimmt eine breitere Öffentlichkeit Notiz von dieser Entwicklung.
Das ZKM erwarb bereits 2018 eine Reihe von NFTs und zeigt nun auf dem Kubus-Screen eine Auswahl von Werken aus der eigenen NFT-Sammlung sowie von privaten Leihgebern.

Die Blockchain-Technologie – ursprünglich entwickelt, um mithilfe kryptographischer Verfahren ein digitales Äquivalent zu Bargeld zu erschaffen – verändert die Ökonomie der digitalen Kunst. Digitale Werke, die jederzeit und unendlich kopierbar sind, können nun in Unikate oder limitierte Serien verwandelt werden. Die Logik der Verknappung und die Regeln des traditionellen Kunstmarktes werden in die digitale Welt übertragen. Darüber hinaus eröffnet die Technik jedoch auch neue Möglichkeiten. Sogenannte »Smart-Contracts«, die in die Blockchain eingebettet sind, können beispielsweise dafür sorgen, dass Künstler:innen bei jedem Weiterverkauf eines ihrer Werke automatisch einen bestimmten Prozentsatz des Verkaufspreises auf ihr Kryptowährungs-Konto überwiesen bekommen. Dadurch, dass jede Information der Blockchain dezentral, von tausenden von Computern beglaubigt werden, sind alle Vorgänge transparent und unveränderbar.


Die Anfänge

Die ersten NFTs lassen sich auf das Jahr 2014 datieren. Im Mai 2014 verkaufte der Künstler Kevin McCoy auf der Rhizome-Konferenz »Seven on Seven« im New Museum, New York, auf der Bühne ein GIF und veröffentlichte die Übertragung des Eigentums auf der Namecoin-Blockchain. Zusammen mit Anil Dash gründete er »Monegraph«, die erste Plattform, die Blockchain-Technologie nutzte, um digitale Objekte zu authentifizieren. Im gleichen Jahr enstand in Berlin das digitale Kunstregister »ascribe«, 2015 gründete der Künstler Harm van den Dorpel dann die »left gallery«, die seitdem digitale, in der Blockchain zertifizierte Werke anbietet.

Es wurde jedoch nicht nur im Kunstkontext mit NFTs experimentiert. Im Februar 2016 wurde das Handy-Spiel »Spells of Genesis« (SoG) veröffentlich, dessen Spielkarten in die in BitCrystals-Blockchain eingeschrieben waren. Im September des gleichen Jahres enstand die Plattform »Rare Pepe Wallet« , auf der seitdem Varianten des Internet-Memes »Pepe the Frog« in den Kryptowährungen Counterparty oder PepeCash gehandelt werden.

Ende 2016 schließlich entstanden die bis heute bekanntesten NFTs: John Watkinson entwickelte einen Pixel-Art-Charaktergenerator, der nach einem Zufallsprinzip eine Auswahl von Merkmalen (Sonnenbrillen, Hautfarben, Haartypen, etc.) kombinierte und generierte auf diese Weise 10.000 »CryptoPunks«, kleine Porträts in einer Größe von 24 x 24 Pixel. Watkinson und Hall entwickelten ein technisches Verfahren, das es ermöglichte, eine Referenz auf ein digitales Bild zusammen mit „Marktplatzfunktionen“ auf der Ethereum-Blockchain einzuschreiben. Auf die »CryptoPunks«, die seit Juni 2017 gehandelt werden, folgten im November 2017 die »CryptoKitties« von Guile Gaspar (Dapper Labs), die nicht nur gesammelt, sondern „gezüchtet“ werden konnten.

An den »CryptoPunks« lässt sich die Dynamik der neuen digitalen Ökonomie beispielhaft zeigen: Kostete der erste Punk im Juni 2017 nur eine Transaktionsgebühr, die 10–20 US-Dollar betrug, wurde im März 2021 ein Bild aus der Serie für etwa 7.500.0000 US-Dollar verkauft.


Das Krypto-Lab

Das ZKM begann sich mit dem Thema Blockchain anlässlich der Ausstellung »Open Codes. Leben in digitalen Welten« zu befassen. Das von dem Software-Entwickler und Künstler Daniel Heiss konzipierte »Krypto-Lab« versuchte, die Blockchain-Technologie durch Workshops, Vorträge und Ausstellungen allgemeinverständlich zu erklären.

Im Kontext dieses Projekts erwarb das ZKM »CryptoPunks«, »CryptoKitties« sowie das Werk »event.listeners« von Harm van den Dorpel.


On-chain

Das ZKM konzentriert sich seitdem beim Sammeln von NFTs auf eine spezielle Form, die eine weitere Dimension der Blockchain erkundet. Während die Käufer:innen eines NFTs normalerweise nur ein Zertifikat erwerben, das auf eine Datei verweist, die nicht in der Blockchain abgespeichert ist, sondern auf Webservern oder dem IPFS (InterPlanetary File System), gibt es NFTs, bei denen das Werk selbst in der Blockchain hinterlegt sind – genauer gesagt, der Code, der das Werk generiert.

Diese NFTs sind „on chain“. Somit liegt die gesamte Information, die benötigt wird, um das Werk darzustellen – der Algorithmus – für immer unabänderlich und öffentlich zugänglich in der Ethereum-Blockchain vor. Die Werke gesichert, zumindest so lange die Ethereum-Blockchain existiert.

Auch hier waren die Schöpfer der »CryptoPunks« John Watkinson und Matt Hall wegweisend: 2019 schufen sie die ersten generativen On-Chain-Werke: die »Autoglyphs«. Das ZKM zeigt drei der »Autoglyphs« derzeit in der Ausstellung »Writing the History of the Future« neben den Werken jener digitalen Pioniere, die für Watkinson und Hall Vorbild waren, A. Michael Noll und Kenneth C. Knowlton. Die besondere Herausforderung bei der Erstellung von On-Chain-NFTs ist, dass der Umfang des Programms beschränkt ist. Ähnlich wie bei der Demo-Szene, die dieses Jahr auf die Liste des immateriellen Erbes der UNESCO aufgenommen wurde, entwickeln die Programmier:innen eine Meisterschaft, mit geringsten Mitteln möglichst komplexe Bilder und Animationen zu erschaffen.


Nachhaltigkeit

Im Dezember 2020 machte der Künstler Memo Atken mit seinem Artikel „The Unreasonable Ecological Cost of CryptoArt“ auf die hohen Energiekosten der Blockchain-Technologie aufmerksam.

Der hohe Stromverbrauch vieler Blockchains, unter anderem von Ethereum, auf der die meisten NFTs verortet sind, entsteht vor allem durch einen speziellen Baustein der Technologie, der als »Proof of Work« (PoW) bezeichnet wird.

Dieser spezielle Beglaubigungsmechanismus erfordert enorme parallele Rechenleistung für das Verlängern der Blockchain durch neue Blöcke. Je nach Studie und Methodik wird etwa der jährliche Verbrauch, z. B. von Bitcoin, mit 30 bis 75 Terawattstunden angegeben. Damit ist er vergleichbar mit dem Stromverbrauch von Dänemark oder der gesamten künstlichen Beleuchtung in Deutschland. [1]

Weltweit arbeiten Entwickler:innen nun an der Entwicklung von Beglaubigungsmechanismen, die auf anderen technischen Verfahren basieren und dadurch weitaus weniger klimaschädlich wären. Man geht davon aus, dass der Energieverbrauch von Blockchains, die statt »Proof of Work« beispielsweise auf Verfahren wie »Proof of Stake« oder »Proof of Authority« setzen, um 99 Prozent reduziert werden könnte.

Das ZKM beobachtet die Entwicklung alternativer Blockchains und pausiert derzeit mit dem Ankauf von NFTs auf der Ethereum-Blockchain.

[1] Fabian Retz, »Blockchain & das Klima. Warum die nationale Blockchain- Strategie Innovations- und Klimapolitik zusammenbringen sollte«, Stiftung Neue Verantwortung, 2019, https://www.stiftung-nv.de/sites/default/files/blockchain_und_das_klima.pdf, abgerufen am: 04.04.2021.

ZKM | Zentrum für Kunst und Medien (Karlsruhe)

27.03.2021 - 25.08.2021 Jeder Mensch ist ein Künstler. Kosmopolitische Übungen mit Joseph Beuys
Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen K20 Grabbeplatz (Düsseldorf)
Pressemitteilung
Joseph Beuys (*1921 in Krefeld, †1986 in Düsseldorf) hat als Zeichner, Bildhauer, Lehrer, Politiker, Aktivist, Aktions und Installationskünstler die Kunst des 20. Jahrhundert grundlegend verändert. Bis heute ist sein Einfluss in künstlerischen und politischen Diskursen spürbar. Sein 100. Geburtstag im Jahr 2021 bietet Anlass sein komplexes Wirken und seine internationale Ausstrahlung neu zu entdecken, zu würdigen und kritisch zu befragen.

Die Ausstellung im K20 der Kunstsammlung Nordrhein Westfalen bietet einen tiefgreifenden Einblick in das kosmopolitische Denken von Joseph Beuys, wie es sich in seinen Aktionen manifestiert. Denn hier als handelnde, sprechende und sich bewegende Figur untersuchte Beuys die zentrale und radikale Idee seines Erweiterten Kunstbegriffs: „Jeder Mensch ist ein Künstler“. Das Ziel seines universalistischen Ansatzes war, die Gesellschaft von Grund auf zu erneuern.

In der Ausstellung treten zeitgenössische Künstlerinnen und Künstler neben Vertreterinnen und Vertretern aus den unterschiedlichsten Bereichen der Gesellschaft mit dem agierenden Beuys in einen vielschichtigen, transkulturellen Dialog. Aus heutiger Perspektive bestätigen, befragen und erweitern sie seine Thesen zu den Möglichkeiten einer von der Kunst her gedachten Zukunft.

Eine Ausstellung im Rahmen von „beuys 2021. 100 jahre joseph beuys“. Ein Projekt des Ministeriums für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein Westfalen in Zusammenarbeit mit der Heinrich Heine Universität Düsseldorf als Träger. Schirmherr des Jubiläumsjahres ist Ministerpräsident Armin Laschet.

Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen K20 Grabbeplatz (Düsseldorf)

26.03.2021 - 18.07.2021 Joseph Beuys. Der Raumkurator
Staatsgalerie Stuttgart (Stuttgart)
Pressemitteilung
Joseph Beuys war ein charismatischer Künstler mit einem Gestaltungswillen, der an den Grenzen von Institutionen und Museen keinen Halt machte. Seine Aktionen fanden deshalb häufig außerhalb des Museums statt, denn letztlich ging es ihm darum, durch Kunst die Gesellschaft zu gestalten. Wenn Beuys dennoch in Museumsräumen arbeitete, so eignete er sich die Räume in einer Weise an, die mit den Konventionen der Institution radikal brach.

Zum 100. Geburtstag von Joseph Beuys widmet die Staatsgalerie dem Künstler eine Ausstellung, die sich mit seinen Präsentationsweisen seiner Arbeiten auseinandersetzt. Ausgangspunkt ist der Beuys-Raum in der Staatsgalerie, den der Künstler im Jahr 1984 selbst eingerichtet hat.

Bis heute ist der Raum unverändert, so dass die Besucherinnen und Besucher ganz ursprünglich Beuys' Thema der Gegenüberstellung zweier Pole, das "Chaotisch-Willensmäßige" versus das "Gedanklich-Formmäßige", erleben. Zwischen beiden besteht ein permanenter Energiefluss, der sich nach Beuys' Verständnis auf den Betrachter übertragen und ihn anregen soll, sich seiner eigenen kreativen Fähigkeiten in sozialer, geistiger oder künstlerischer Form bewusst zu werden.

Beuys' Präsentationen zielten auf ein neues Verhältnis von Werk, Betrachter und Museumsraum. Ganz wesentlich geht es ihm darum, die Distanz von Werk und Betrachter aufzulösen, indem der Besucher durch das Umschreiten von Objekten und das Betreten von Installationen zu einem Teil des Werkes wird. Der Museumsraum verwandelt sich in einen von Beuys sorgfältig inszenierten Rahmen dieser Erfahrung von Unmittelbarkeit und Beteiligung.

Der Name Beuys ist mit der Staatsgalerie eng verbunden. Neben seinem eigenen Raumensemble hat der Künstler zur Eröffnung der Neuen Staatsgalerie auch spektakulär in die Präsentation der Sammlung eingegriffen, in dem er die weltberühmten Figurinen von Oskar Schlemmers Triadischem Ballett auf hohe Sockel stellte. Ein bewusster, provozierender Akt des Künstlerkurators Beuys, den die Ausstellung re-historisierend zeigen wird.

Die Ausstellung zeichnet Beuys sensibles Arbeiten zwischen Werk, Betrachter und Museumsraum auch anhand von Fotografien, Filmaufnahmen und Objekten nach. Die historischen Filmaufnahmen, die den Künstler bei der Arbeit im Museum und an einzelnen Objekten und Environments zeigen, vermitteln den Besucherinnen und Besuchern einen Eindruck von Beuys´ künstlerischer Arbeit und sind zugleich wichtige Zeugnisse für die Genese der ausgestellten Werke.


Lothar Wolleh, Joseph Beuys im Moderna Museet, Stockholm (vor seiner Arbeit „Plastischer Fuß Elastischer Fuß“), 1971, © Lothar Wolleh Estate Berlin; für Joseph Beuys: © VG Bild-Kunst, Bonn 2020

Staatsgalerie Stuttgart (Stuttgart)