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Pressemitteilungen
Pressemitteilungen
11.01.2020 - 27.03.2020 30 Jahre in focus Galerie
in focus Galerie (Köln)
Pressemitteilung
in focus Galerie
Auf mittlerweile drei Jahrzehnte erfolgreicher Tätigkeit auf dem Feld der Kunstvermittlung kann die Kölner in focus Galerie – Burkhard Arnold im Januar 2020 zurückblicken. Anfang 1990 in der Hochstadenstraße als Autorengalerie gegründet, entwickelte sich rasch ein professionell geführtes Unternehmen, das aus der Kulturlandschaft Kölns nicht mehr wegzudenken ist. Die in focus Galerie zählt heute zu den dienstältesten Fotogalerien in Deutschland mit einem internationalem Ausstellungsprogramm.

Konkret zählen „Klassiker“ der Photographie humaniste wie Willy Ronis, Édouard Boubat oder Sabine Weiss ebenso zu den von in focus vertretenen Künstlern wie Marc Riboud, Elliott Erwitt oder Thomas Hoepker als Mitglieder der Magnum-Gruppe.

Früher Höhepunkt der Galeriearbeit war mit Sicherheit die Hommage an Bruce Davidson. Neben weiteren Einzelausstellungen etwa mit Arbeiten des Hamburger Modefotografen F. C. Gundlach, dem Tschechen Jan Saudek, dem Franzosen Jeanloup Sieff, dem Schweizer René Groebli oder Lucien Clergue, bekannt auch als Mitbegründer der Rencontres d’Arles, traten immer wieder Gruppenausstellungen, die zum einen ein Thema in zum Teil kontroversen Positionen diskutierten, zum anderen Künstlern der Galerie zu einem „gesammelten“ Auftritt verhalfen. Beispielhaft genannt sei die Ausstellung von 2016, eine Hommage an Marilyn Monroe mit Fotografien von Elliott Erwitt, Edward Clark, André de Dienes, Arnold Newman, Eve Arnold und George Barris.

Mit den konzeptuellen Arbeiten von Thomas Kellner, den der Landart tangierenden temporären Installationen der Niederländerin Scarlett Hooft-Graafland oder den mit Swarovski Kristallen und Fäden bestickten Fotografien der österreichischen Künstlerin Sissi Farassat und einigen anderen zeitgenössischen Positionen sowie den „Konkreten Fotografen“ um Gottfried Jäger, Karl Martin Holzhäuser, Roger Humbert, René Mächler und Floris M. Neusüss weitete sich das Galerieprogramm ins Experimentelle: Das Lichtbild selbst wird zum Gegenstand künstlerischer Reflexion.

In der Summe eine Erfolgsgeschichte mit über 170 Ausstellungen, die ab Mitte Januar mit einer drei Jahrzehnte Galeriearbeit bilanzierenden Bilderschau gefeiert werden soll.

Begleitend erscheint ein Katalog mit über 150 Seiten mit einem Essay von Hans-Michael Koetzle (München) und einem Artikel von Burkhard Arnold „Fotografie als Kunst- und Sammelobjekt“ mit zahlreichen Abbildungen.


Eröffnung am 11. Januar 2020 von 19:00 bis 21:30 Uhr

mit einer Einführung von Hans-Michael Koetzle (freier Schriftsteller, Fotokurator und Publizist)

Ausstellung bis 27. März 2020

Öffnungszeiten: Di. - Fr. 16 – 19 Uhr, Sa 11 – 15 Uhr

(über Karneval vom 20.02.2020 bis 25.02.2020 geschlossen)

in focus Galerie (Köln)

30.11.2019 - 29.02.2020 Joachim Szymczak - Retrospektive
Galerie Augarde (Daun)
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Joachim Szymczak, geboren 1952 in Mühlheim Ruhr, kommt über eine sehr vielfältige handwerkliche Praxis zur Malerei. 1981 ist er Meisterschüler bei Prof. Karl Marx an der Fachhochschule für Kunst und Design in Köln. Seine Kunst wurde bereits seit 1974 in zahlreichen Ausstellungen gezeigt. Er erhielt Preise und Stipendien und seine Werke sind Teil großer Sammlungen. Seit den achtziger Jahren realisierte er über hundert großformatige Motive für U-Bahnhöfe in Berlin und Bonn.
Sein Lebensweg wird von vielen Richtungen und Zeitströmen beeinflusst. Insbesondere die intensiven Begegnungen mit Fremdkulturen während seiner langen und immer wiederkehrenden Aufenthalte in Afrika, Asien und Indien sind in seinem Werk spürbar und lebendig. Seine Arbeiten sind immer und sehr intensiv von der Durchdringung der geistigen Substanz, der Philosophie begleitet. So führt seine Sinnsuche letztendlich zu einer Befreiung der Zeichnung und der Malerei. Die Arbeiten, ganz im Besonderen die Werke seines eigens entwickelten Stils, des meditativen Pointillismus, entstehen zwar in hoher Konzentration, jedoch gespeist aus einer meditativen Ruhe, Kraft und Gelassenheit - sie sind zeitlos. Oft sind Textzeilen in den Werken anwesend, die Ausdruck der Auseinandersetzung mit dem Wesenskern der verschiedenen Weltreligionen und Anschauungen sind. Der Künstler lebt heute in Brockscheid / Eifel.
Die große Retrospektive präsentiert ca. 30 Werke, Malereien, Zeichnungen und Objekte unterschiedlicher Stilrichtungen und Werkzyklen, vom Gegenständlichen zum Konstruktiven bis hin zum Pointillismus heute und umfasst 40 Jahre künstlerischen Schaffens Joachim Szymczaks.

Galerie Augarde (Daun)

29.11.2019 - 10.01.2020 Beyond Now
Galerie Köppe Contemporary (Berlin)
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Galerie Köppe Contemporary
Das Bildnis des Menschen ist mehr denn je fragwürdig und unberechenbar geworden. Das Märchenhaft-fantasievolle, das Groteske und Bizarre kontrastiert auf eine hintergründige Weise mit dem Zwielichtigen, Unergründlichen und Unheimlichen. Diese Ambivalenz ist der rote Faden, der sich durch das Werk der Künstlerin Romy Campe zieht.

Galerie Köppe Contemporary (Berlin)

22.11.2019 - 11.01.2020 Liu Guangyun
Thomas Rehbein Galerie (Köln)
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Thomas Rehbein Galerie
Der französische Begriff Couleur, wortwörtlich mit „Farbe“ übersetzt, meint im übertragenen Sinne die Prägung eines Menschen zu einer geistig-weltanschaulichen Einstellung. Man sagt, jemand sei dieser oder jener Couleur. Entsprechend bezeichnet das Adjektiv „gefärbt“ auf metaphorischer Ebene auch die persönliche Haltung oder subjektive Gesinnung.

In seiner Werkgruppe Original Color (2016 - 2019), die aus Bildwerken und raumgreifenden skulpturalen Anordnungen besteht, sucht Liu Guangyun mittels Anwendung eines Bleichmittels verschiedene Kleidungsstücke und Stoffe zu entfärben. Durch den Farbentzug soll die ursprüngliche Tonigkeit des unbehandelten Gewebes wiederhergestellt werden.

Die Farbabstufungen der Stoffe in Liu Guangyuns Werken lassen unterschiedliche Stadien des Bleichvorgangs erkennen. Ausgeblichene, weißlich blasse Partien kontrastieren mit Stellen tiefdunkler Farbintensität. Da die Entfärbung sich mitunter ungleichmäßig vollzieht, bleiben Farbspuren schemenhaft zurück. Neben den Bildern aus einzelnen, großflächig aufgespannten Stoffbahnen oder mehreren zusammengesetzten Stoffstücken entstehen skulpturale Werke, in denen der Prozess unmittelbar erfahrbar wird. Hier taucht Liu große Stoffballen in Behältnisse mit Bleichmittel, so dass dieses von unten nach oben durch den Stoff dringt und der fortschreitende Farbverlust zu malerischen Verläufen und weichen Übergängen führt.

Liu Guangyun tilgt die spezifische Farbigkeit als charakteristische, jedoch nachträglich zugeführte Eigenschaft eines Stoffes. Mit der Ausbreitung der nivellierenden Helligkeit verblasst, ja verschwindet das Spektrum individueller Nuancen zugunsten der Leere reiner Materialität. Von ihrer Farbigkeit befreit, gehen aus dieser Behandlung alle Stoffe gleichermaßen neutralisiert hervor. Ihre Erscheinung ist durch den Farbverlust vereinheitlicht.

Der Prozess des Ausbleichens zeichnet in seinem rückwärtsgewandten Verlauf den Weg von der Gegenwart in die Vergangenheit nach, bringt die Rückführung eines Originalzustands zur Anschauung. Zugleich markiert dieses Nichts auch einen Neubeginn, die Reinheit eines unbeschriebenen Blattes, Tabula Rasa.

Insbesondere vor dem biografischen Hintergrund von Liu Guangyun entfaltet sich die symbolträchtige Wirkkraft dieser Werke, die im Kontext von Identitätsbildung und kultureller Prägung lesbar werden.

Liu ist 1962 in China geboren und dort aufgewachsen. Seit den frühen Neunziger Jahren pendelt er zwischen der Volksrepublik und Deutschland – wo er mit Frau und Kind lebt – und ist von der westlichen wie östlichen Kultur gleichermaßen geprägt. Seine Zugehörigkeit bleibt uneindeutig, als Reisender
zwischen den Welten erlebt er zugleich An- und Abwesenheit, Fremd- und Vertrautheit, Nähe und Distanz. Zuweilen ermöglicht ihm dieses zwiespältige Verhältnis zu seinen jeweiligen Lebensmittelpunkten die kritische Auseinandersetzung mit überlieferten Vorbildern und Traditionen der beiden so unterschiedlichen Länder.

Während seiner künstlerischen Ausbildung in China erfährt Liu Guangyun die staatlich vorgegebene Orientierung an westlichen Kulturidealen. An den Kunstakademien wird bis heute die Zeichenfähigkeit der Studenten an Bildwerken der europäischen Renaissance geschult. Für die Werkgruppe Portraits (2019) zerlegt Liu Guangyun mit einer Säge Gipsmodelle prominenter Werke westlicher Bildhauerei akkurat in gleichmäßig dünne Scheiben, die wie Kettenglieder durch Draht oder Fleischhaken miteinander verbunden und als Strang aufgehängt werden. Von der Idealform einer Venus, eines Apollo, oder gar der perfekten Statue „David“ von Michelangelo bleiben mehrere Segmente mit sauberen Schnittflächen und unregelmäßigem Rand übrig. Zwar ist hier die vollkommene Figur in ihrer vielgerühmten Einheitlichkeit zerstört, und auch die Präsentation mutet mitunter brutal an, jedoch liegt kein gewaltsames Zertrümmern, sondern vielmehr eine systematische Zerteilung, beinahe ein akribisches Sezieren vor. Liu Guangyun führt das raue, unbearbeitete Innere ebenso vor Augen wie das glatte, ebenmäßige Äußere, Schau- und Kehrseite erscheinen somit gleichwertig. Der Betrachter ist aufgefordert, einen anderen Blick auf die Figuren zu richten, sich von den hohlen Klischees zu befreien.

Liu Guangyun hinterfragt die geistige Haltung hinter dieser akademischen Aneignung von Stilmerkmalen und der damit verbundenen Vermittlung ästhetischer Kriterien. Er äußert seinen Zweifel an der Übernahme des klassischen westlichen Bildungskanons: „Einerseits haben diese Figuren auch mein Ästhetikverständnis mitgeprägt, andererseits stelle ich in Frage, warum diese klassischen, westlichen Figuren immer noch notwendiger Bestandteil der modernen chinesischen Kunsterziehung sind.“ (Liu Guangyun) Die Portraits legen nahe, dass Liu Guangyun die in China praktizierte, zur bloßen Oberflächenbetrachtung eines Idealtypus verkommene Anschauung offenlegt und dieser Wahrnehmung „leerer Hüllen“ eine neue ästhetische Erfahrung entgegensetzt.

Genau wie in Original Color die Farben symbolhaft mit einem Auslöschen von Geschichte, und damit Zugehörigkeit und Identität einhergehen, so erscheinen die Größen der Kunstgeschichte, die Wahrzeichen kultureller Identität ausgelaugt und sinnentleert. Die Segmentierung der berühmten Skulpturen in Portraits weist auf ein Fehlen kulturhistorischer Anbindung – durch den Konsum von Stereotypen bedingt – und damit auf einen essentiellen Bedeutungsverlust. Im Werk von Liu Guangyun sind sie Manifestationen einer fundamentalen Entfremdung von Kultur im medialen Zeitalter, Zeichen des brüchigen Verhältnisses zur Tradition. Jedoch wohnt ihnen auch der kraftvolle Geist einer Freiheit inne, die das Potenzial neuer Sichtweisen, die Dynamik des Anfangs verkörpert. Diesen Nullzustand durchlebt Liu mit jeder Ankunft - in Deutschland, in China – aufs Neue.

Thomas Rehbein Galerie (Köln)

08.11.2019 - 18.01.2020 TRILOGIE Aspekte-Appelle-Aktionen
GALERIE WIEDMANN (Stuttgart)
Pressemitteilung
GALERIE WIEDMANN
TRILOGIE
ASPEKTE - APPELLE - AKTIONEN

AXEL VENN, WILLY WIEDMANN, RAFFAELA ZENONI

„Die spielerischen, betörenden Illusionen, denen wir begegnen, heißen Farben“. Axel Venn

Der Besuch von Raffaela Zenoni und Axel Venn im Künstlerhaus von Willy Wiedmann hat etwas ins Rollen gebracht. Er hat beide emotional tief bewegt, und sie ihr eigenes künstlerisches Schaffen neu reflektieren lassen. Die plötzlich gespürte Übereinstimmung, löste den Wunsch aus, sich dieser Verbindung zum Werk des 2013 verstorbenen Willy Wiedmann zu stellen. Mit der Ausstellung TRILOGIE wird das von gegenseitiger Hochachtung geprägte Verständnis zum Ausdruck gebracht.

„Drei Künstler - zwei Städte - eine Vision“. Zwei Parallelausstellungen an den beiden Wirkungsstätten Stuttgart und Berlin präsentieren den jeweils eigenständigen Duktus der Künstler, deren Werke sich zu einer gemeinsamen TRILOGIE von Aspekten, Appellen und Aktionen verschmelzen.

Im Hinblick auf die beiden Ausstellungen wurde ein Kunstbuch TRILOGIE erstellt, welches auf Wunsch (vorgängig zu den beiden Vernissagen) über die Galerie Wiedmann und über das Atelier Kunstraum bezogen werden kann.

Kooperationspartnerin und Mitinitiatorin der beiden Ausstellungen ist Raffaela Zenonis
Agentin Petra Becker von International Art Bridge.
https://internationalartbridge.viewbook.com

VERNISSAGE DER AUSSTELLUNGEN
IN STUTTGART UND BERLIN

FR. 8.11. in der Galerie Wiedmann in Stuttgart/Bad Cannstatt
Sa. 9.11. im Atelier Kunstraum in Berlin/Friedenau

Ausstellungsdauer 8.11.2019 - 18.1.2020

Raffaela Zenoni und Axel Venn sind sich sicher, würde Willy Wiedmann noch leben, stünden sie in regem Kontakt mit ihm. Eine Zusammenarbeit wäre für sie naheliegend. Sie würden mit ihm voller Freude gemeinsam eintauchen in sein riesiges Lebenswerk, das er als Musiker, Komponist, bildender Künstler, Kirchenmaler, Galerist und Kulturförderer in den 84 Jahren seines Lebens geschaffen hat. Für seine außerordentlichen Verdienste erhielt er 2002 das Bundesverdienstkreuz. Ein dichtes Leben, das seine Krönung in der Schaffung der WIEDMANN BIBEL fand. Diese umfasst unglaubliche 3333 Einzelbilder aus dem Alten wie auch Neuen Testament.
Axel Venn und Raffaela Zenoni wohnen in der gleichen Straße in Berlin. Die räumliche Nähe ist Thema ihres Schaffens, das sich in ihren Werkbegegnungen manifestiert. «Wir müssen nie suchen, wenn wir Ausstellungen vorbereiten. Es ist einfach alles da und passt. Und immer geht es weiter.» Axel Venn malt in seinem Atelier, Raffaela Zenoni in ihrem. Sie besuchen sich gegenseitig und stellen fest: Ihre Werke kommunizieren nicht nur miteinander, sie gehören zusammen.
Und jetzt der neue Impuls durch den verstorbenen Künstler Willy Wiedmann der diese Symbiose erweitert und neu inspiriert hat.
Wenn in Stuttgart und Berlin die Bilder der drei Kunstschaffenden nebeneinander oder sich gegenüber hängen, fängt es im Raum an zu schwingen, wird die gemeinsame Haltung erlebbar. Ihre Werke nehmen einander nichts weg an Raum oder Aufmerksamkeit. Die Bilder kommunizieren miteinander, sie gehören zusammen. Das Zusammenspiel, die verschiedenen Malstile, der Techniken und der andere Duktus, lassen eine Situation entstehen, die offen in alle Richtungen bleibt.
Vielleicht hat das auch mit jenem Respekt zu tun, den Axel Venn und Raffaela Zenoni voreinander und den Menschen allgemein haben. Das war schon bei Willy Wiedmann nicht anders, den eine besondere Philosophie und Lebenshaltung auszeichnete, die sich wiederum in seinem Bibelwerk offenbarte.
Alle drei leben (oder lebten) diesen Respekt - nicht nur - aber auch in der Kunst. Und vielleicht genauso wichtig in ihrer Kreativität ist der Humor. Raffaela Zenoni und Axel Venn lachen oft zusammen, eine wichtige Verbindung zwischen den beiden. Willy Wiedmann hatte auch eine ganz besondere Art von Humor. Seine zahlreichen Pseudonyme geben dem Ausdruck. Allen voran sein Pseudonym Emilio Gräsli.
Dazu kommt das Philosophieren. Es ist für sie oft auch ein Abtauchen in eine positive, pazifistische Grundhaltung.
Diese Übereinstimmungen der 3 Künstler sind verantwortlich für die große Harmonie ihrer Werke untereinander. Die Bildkompositionen der abstrakten Werke, die nicht am Bildrand enden wollen, sondern unendlich weiter zugehen scheinen, sind für Axel Venn, Raffaela Zenoni und Willy Wiedmann das große gemeinsam Thema. Alle drei haben die Faszination und Leichtigkeit der Farben gemeinsam. Sie bilden nichts real Gegenständliches ab, dass eine Begrenzung auf das Abbildungsformat erfordert, sondern fangen Stimmungen und Emotionen ein, um sie expressiv, flüchtig oder präzise in unterschiedlichem Duktus auf der Leinwand fest zuhalten.

Axel Venn, Raffaela Zenoni und Willy Wiedmann zogen sehr oft die Inspirationen für ihre abstrakten Gemälden aus der Musik.
Bei Willy Wiedmann sind seine Kompositionen, die Musik, die Auseinandersetzung mit dem Universum und der Unendlichkeit der Ursprung seiner Polykonmalerei Er schrieb dazu:
„Der psychische Kern, der in allem Künstlerischen einwirkt, gilt dem mentalen Anlass zur Wirksamkeit und lässt somit einen Traum entstehen, der dem Charakter des Schwebenden entspricht.?Man könnte dies auch als sogenannte „schwerelose Kunst“ deklarieren. Da ich aber formal an eine bestimmte Größe gebunden bin, nannte ich sie kurz „Polykone Malerei“
(= Vieltafelmalerei – poly = viel, ikon = Tafel (griechisch)).“





Die Künstler

Willy Wiedmann (1929 - 2013)

Willy Wiedmann war ein Universalgenie auf dem Gebiet mehrerer Künste. Es begann mit dem Studium der Musik und Kompositionslehre an der Musikhochschule in Stuttgart. Nach Beendigung dessen studierte er an der Kunstakademie Stuttgart bei Professor Wildemann, der die Baumeister Klasse übernahm, Malerei und Bildhauerei.
Schnell entwickelte Willy Wiedmann eine eigenständige Formensprache, die er selbst als Polykonmalerei bezeichnete. Es ist das rhythmische Zusammenspiel von Musik und Malerei. Er leitete den Begriff aus dem Griechischen pole = viel und ikon = Tafel ab.
Seine Malerei entsprang der Sehnsucht, die beherrschende informelle Kunst der 1950er Jahren aufzugeben und nach festen und klaren Formen und Farben zu suchen. Zeitgleich begannen die Stuttgarter Maler Georg Karl Pfahler, Herbert Otto Hajek und Anton Stankowski ebenfalls mit Winkeln und Farbflächen zu experimentieren. Anfang der 60er Jahre entstand daraus eine Stuttgarter Schule, die weltweit Anerkennung erreichte und sich als moderne Fortführung des Bauhauses verstand: Bill, Stankowsky Hajek, Pfahler, Dreher, Wiedmann. Willy Wiedmanns Kunstbegriff der Polykonen Malerei umschreibt die damals avantgardistischen Tendenzen seiner Zeit. Damit umfasst sie gleichzeitig das Anfang 1960 von Amerika nach Europa kommende „Color Field Painting“.
Diesen avantgardistischen und völlig abstrakten Malstil überwindet Willy Wiedmann, indem er ihn weiterentwickelt und befähigt Gegenstände, Menschen und Geschichten damit darzustellen und zu erzählen.
In Vollendung zeigt er seinem Polykonstil, das Wunder einer neuen künstlerischen Sprache, die aus geometrischen Formen entspringt, in seinem Lebenswerk der WIEDMANN BIBEL. Sie umfasst bei einer Länge von mehr als 1 km 3333 Einzelbilder in 19 Bänden in Leporelloform.
Außer diesem weltweit einzigartigen Oeuvre der WIEDMANN BIBEL hat Willy Wiedmann zahlreiche Themenreihen im Polykonen Malstil auf Papier gearbeitet und große Bildreihen auf Leinwand gemalt, die Polykonen Sinfonien.
Seinem Ideenreichtum, seinem Humor und seiner breiten künstlerischen Begabung ist es zuzuschreiben, dass er unter zahlreichen Pseudonymen gearbeitet hat. Die Pseudonyme, die alle ihre eigene Geschichte haben, malten, zeichneten und schrieben in den unterschiedlichsten Stilrichtungen. Gedichte, Hörspiele und Kurzgeschichten schrieb Willy Wiedmann als Alkibiades Zickle.
Der Künstler Willy Wiedmann versteckte sich hinter seinen Pseudonymen um seine unglaubliche Vielseitigkeit ausleben zu können. Heute haben die Künstler die Freiheit sich unterschiedlicher Malstile zu bedienen. Früher führte das eher zu Verwirrungen und Nichtakzeptanz.
Den Polykonen Malstil zeichnete er zeitlebens unter Willy Wiedmann.


1929?? geb. in Karlsruhe Ettlingen
1950 - 1954? Studium Orchesterfach an der Staatlichen Musikhochschule Stuttgart
1954 – 1958? Studium Komposition an der Staatlichen Musikhochschule Stuttgart
1954 – 1964 ?Freier Mitarbeiter als Musiker und Komponist am Württembergischen Staatstheater Stuttgart
1960 – 1963? Studium der Malerei und Bildhauerei an der Akademie der bildenden Künste Stuttgart bei Prof. Wildemann
1965 Ausarbeitung der Polykonmalerei, erste Ausstellungen in Stuttgart und später international
1982 Komplette Ausmalung der Pauluskirche in Stuttgart Zuffenhausen
1984 – 2000? entsteht die „WIEDMANN BIBEL“, die längste Künstlerbibel der Welt?
2002 Ausgezeichnet mit dem Bundesverdienstkreuz für Kunst und Kultur
2013 gest. in Stuttgart Bad Cannstatt


Axel Venn

Axel Venn studierte an der Folkwangschule für Gestaltung in Essen bei Prof. E. Hitzberger Design und freie Komposition. Er lebt und arbeitet in Berlin.
Der em. Professor für Farbgestaltung und Trendscouting an der Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst, Fakultät Gestaltung, Hildesheim ist häufiger Gastredner an zahlreichen Universitäten weltweit.
 
Er ist Farbforscher, Designer und Farbkünstler. Seit Jahren forscht er über und gestaltet mit Farben. Er flaniert zwischen den Welten von Wahrnehmung, Wirkung und Realität. Jeder Aspekt  besitzt eine autarke Wahrheit. Farben und Formen haben ihre eigenständigen metasprachlichen, individuellen und kollektiven Inhalte.

Viele seiner gestalterischen Arbeiten beschäftigen sich mit Produkt-, Interieur- und dem Flächendesign. Er hat von der Zahnbürste bis zum Kaffeekocher, vom Automobil-Interieur bis hin zu komplexen Faser- und Garntypen, sowie Messestände und Interior-Designs oder internationale  Gestaltungsprojekte für Industrie und Handel entwickelt.
Ein Großteil seiner Tätigkeit widmet er auch in seinen Veröffentlichungen dem wissenschaftsfundierten, strategischen Trendscouting und den Auswirkungen auf die Gesellschaft, die Ökonomie und das Design.

Zeitweise lebte und arbeitete Axel Venn in Belgien und Frankreich. Er genießt internationales Renommee als Farb- Trend- und Ästhetikmentor und ist u. a. tätig als ständiger Mitarbeiter für Organisationen, Verbände, Industrie- und Handelsunternehmen, Messe- und Beratungsgesellschaften.
Axel Venn ist Ehrenvorsitzender des Deutschen Farbenzentrums e.V., Wuppertal. Er entwickelt Produktprogramme für die Fliesen- und Betonstein-Industrie, Glasindustrie, Kollektionen für den Sonnenschutzbereich und Programme für Wand- und Oberflächenhersteller. Oder er kreiert Zahnbürsten, neue Bürofarbigkeiten und Industrieprodukte, er konzipiert innovative Designphilosophien und Messeauftritte für verschiedene Unternehmen. Er ist enger Mitarbeiter bei RAL gGmbH, St. Augustin.
 
Im Laufe seiner gestalterischen Tätigkeit wurden Axel Venns Arbeiten mit Designpreisen und Innovation Awards ausgezeichnet. Er veröffentlichte mehr als 25 Bücher, bisher in 12 Sprachen übersetzt und hunderte Fachaufsätze und Kolumnen.

„Also nehme ich mir die Freiheit, Millionen von Nuancen zu akzeptieren und als die meinen zu adoptieren. Dazu gehören auch die per Gerichtsbeschluss annektierten Farbtöne. Als Enthusiasmierter finde ich farbdogmatisches Fühlen und Denken nicht zielführend. Farben sind das Elixier, die Triebfeder und die Keimzelle der Erkenntnis von Sinnlichkeit, Schönheit, Tag und Nacht, Freude und Losgelöstheit und der ganzen Vielfalt unseres Daseins.“ Sagt der Künstler Axel Venn.
Seine Bilder, großformatige Farbabstraktionen zeigen nur selten in sich abgeschlossene Szenerien. Er zieht All-Over-Sichten vor, die weit über die Bildformate hinaus ihre Fühler ausstrecken. Die Malereien stoppen nur selten an den Rändern. Oben, unten, seitwärts denkt er über die Ränder hinaus.
Niemals endet der Kreis, ob Mond oder Sonne vor der Bildkante. Er zieht das Nicht-Enden-Wollen einer realistischen, „ordentlichen“ Sichtweise vor. Ein Bild stellt sich für ihn nicht als umschlossene Fläche dar. Es ist nichts anderes als ein offener, niemals endender Wegweiser.
Auf eine zeichnerische einengende Vorab-Skizzierung der Sujets verzichtet er. Während der Arbeit an der Staffelei kommt es häufig vor, dass die zuvor ersonnene Erzählung aus den Fugen gerät, da sich aufkommende neue Fragen nach Thematik, Ästhetik, Spannkraft oder Farbthema und Gestaltungsduktus auftun. Hinter dem prozessualen Vorgang verstecken sich unendlicher Freiheitsdrang und der Wille nach Unvoreingenommenheit und eines nicht einschränkenden, selbstgewählten Diktats.
Häufig vergeht eine langandauernde Periode bis zur Vollendung. Der Wirkungsprozess mit all seinen Schwierigkeiten, Enttäuschungen, Missvergnügen am Werden gehören zu den realen Erfahrungen, die den Schaffensablauf begleiten.Es geht ihm nie um die möglichst zügige Bild-Fertigstellung, sondern immer allein um die Lust an der Inszenierung und der gelungenen Umsetzung.

Raffaela Zenoni

In Altdorf (Uri) geboren und aufgewachsen, studiert Raffaela Zenoni zunächst Pädagogik- und Didaktik, bevor sie in den konsularischen Dienst des Schweizer Außenministeriums tritt. Ihre Arbeit führt sie durch die europäischen Weltstädte. Parallel dazu praktiziert sie zunächst autodidaktisch klassische und abstrakte Malerei. Während ihres Studiums, das sie als „Master of Fine Arts“ in Bern abschließt, entwickelt sie ihren persönlichen Malstil. Darin setzt sie ihre gereiften und gesammelten Erfahrungen um und überträgt sie in ihre eigene Ausdrucksform.
Ihre Arbeiten werden in zahlreichen Städten in Deutschland, Luxembourg und in der Schweiz ausgestellt. Die Werke von Raffaela Zenoni sind in Sammlungen in Belgien, Deutschland, Frankreich, Luxembourg, der Schweiz, Singapur und in den USA anzutreffen.
Raffaela Zenoni lebt und arbeitet in Berlin und Frankfurt am Main.

Raffaela Zenonis Werk pulsiert zwischen abstrahierender Aussage und konkreter Gestaltung, zwischen figürlicher Intensität und explosiver farblicher Darstellung. Die dadurch geschaffene Vielfalt an Perspektiven erlaubt es dem Betrachter, in einen zunehmend aktiven Dialog mit dieser mystischen Kunstwelt einzutauchen: „In jedem Bild entdecken wir eine umfangreiche Palette an Emotionen. Jeder Betrachter sieht in einem Werk das, was er selbst zulässt“, so die Künstlerin. „Es kommt zu einem angeregten, emotional tiefschürfenden Austausch zwischen Kunstwerk und Betrachter, welcher die gegenseitige Sehnsucht nach Weite, Raum und Resonanz reflektiert.“
Die Kompositionen sind großzügig angelegt, ihr expressiver Duktus lässt keinen Raum für Teilnahmslosigkeit und Indifferenz. Sie fordern den Betrachter heraus, er soll sich mit der unbändigen Energie der Gemälde auseinandersetzen, die durch ihre assoziative und symbolische Zeichenhaftigkeit Gedankenspiele des Betrachters erlauben, ja heraus- fordern.
Die Gestaltung der Werke vollzieht sich in längeren, intensiven schöpferischen Vorbereitungsphasen, in denen die Bilder Form und Farbe erhalten, um schließlich in einem Guss kreativer Umsetzung auf der Leinwand konkrete und endgültige Gestalt anzunehmen.
In den früheren Jahren überwog in ihrem Werke die gegenstandslose Malerei. Allerdings läßt sich die Künstlerin in der Frage einer figurativen, abstrahierenden oder ungegenständlichen Malerei nicht festlegen, wie überhaupt sie sich in kein ikonografisches Raster einordnen lassen will.
Uns scheint sie dabei vielleicht eher einem abstrakten, jedoch auch wiederum figurativen individuellen Expressionismus zuzuneigen. Manche ihrer Werke lassen sogar an den Fauvismus der Jahrhundertwende oder an die skandalträchtigen Jungen bzw. Neuen Wilden der 1980er Jahre erinnern. Heute sind alle Stile erlaubt mit allen denkbaren Durchmischungen, freier war die Malerei noch nie.

GALERIE WIEDMANN (Stuttgart)

06.11.2019 - 11.01.2020 Tom Hammick "The Dark Woods of England - Explorations of Love and Loss" and other prints
Galerie Boisserée (Köln)
Pressemitteilung
Galerie Boisserée
Die Galerie Boisserée zeigt im Studio erstmals eine Einzelausstellung mit Werken des britischen Künstlers Tom
Hammick.
Hammick begann zu Beginn der neunziger Jahre, sich der Landschaftsmalerei zu widmen. Eine Zeit, in welcher die Malerei innerhalb der Kunstkritik kaum Beachtung fand. Sein inhaltlicher Verzicht auf Ironie, Zynismus und Pessimismus sowie die stringente Verfolgung seiner motivischen Ziele verhalfen ihm alsbald, eine Sonderposition innerhalb der britischen Kunst zu definieren. Dazu trug auch seine Fokussierung auf die druckgraphische Arbeit bei. Graphik und Malerei sind in Hammicks Œuvre sich gegenseitig inspirierende Gegenpositionen. Die Bildsprache ist determiniert vom Geist der Romantik und von der Malerei Caspar David Friedrichs. Sein Werk vereint Einflüsse des japanischen Holzschnitts und des experimentellen Kinos sowie aus den Werken von Edvard Munch, Henri Matisse und Peter Doig.

Hammick vermag es, psychologische Kräfte in seine Bilder zu integrieren. Der Betrachter wird aufgesogen von tiefem Raum und flacher Endlosigkeit. Die Personen stehen oftmals isoliert. Die immer wiederkehrenden Rückenfiguren führen den Betrachter zunächst in die Bildtiefe, lassen ihn aber ratlos zurück. Er vermag nicht zu ergründen, wohin sie gehen oder was sie sehen. Mit dunklen, satten Farben in Kombination mit mannigfaltigen Mustern entstehen traumähnliche Szenerien. Dystopische Bilder eines gegenwärtigen und zukünftigen Weltbildes. Anklänge an Realitäten wie Flucht, weitreichende politische Veränderungen unserer Tage und die Unvereinbarkeit menschlichen Handelns mit der Natur werden offensichtlich. Diesen starken Positionen stellt Hammick seine persönliche Dankbarkeit für das irdische Dasein und für familiäre Bande gegenüber.

Der 1963 in Tidworth, England geborene Tom Hammick absolvierte ein Studium der Kunstgeschichte an der University of Manchester (1982-1985). Im Anschluss erwarb er Bachelor- und Masterabschlüsse in Malerei und Druckgraphik am Camberwell College of Fine Art (1987-1992). Seine Arbeiten gehören heute unter anderem zu den Sammlungen des British Museum in London, des Victoria and Albert Museum in London, der Bibliothèque National de France in Paris und zur Kunstsammlung der Deutschen Bank in Frankfurt am Main. Hammick ist Dozent für Malerei und Druckgraphik an der University of Brighton. Jüngst erhielt er ein Stipendium für einen Artist-in-Residence-Aufenthalt an der Josef and Anni Albers Foundation in Bethany, USA, welchen er im Jahr 2020 antreten wird.

In der Ausstellung wird Hammicks meisterhafter Umgang mit der graphischen Technik des Holzschnitts, insbesondere der Reduktionsmethode, deutlich. Dabei wird nur ein Druckstock genutzt, der solange weiterbearbeitet wird, bis das gesamte Motiv gedruckt ist. Die schweren Farbschichten und die haptischen Strukturen erweisen sich als optimale Träger für Hammicks vielfältige und teils ambivalente Bildinhalte. Sein romantisch inspirierter Versuch, das Verhältnis des Menschen zur Größe der Welt und dessen Position darin zu visualisieren und gleichermaßen aktuelle gesellschaftliche wie weltpolitische Begebenheiten zu thematisieren, offenbart sich in den ausgestellten Werken.

Galerie Boisserée (Köln)

05.11.2019 - 21.12.2019 Sissi Farassat - Sequence
in focus Galerie (Köln)
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in focus Galerie
Sissi Farassat wurde 1969 in Teheran geboren und zog 1978 mit ihrer Familie nach Wien, wo sie noch heute lebt und als Künstlerin arbeitet.
Sissi Farassats Werke sind weitgehend autobiographisch und offenbaren oft ihre persönliche Geschichte durch eine einzigartige Kombination von Einflüssen persischer und Wiener Kunst und Design.

Farassat verändert die inhärentesten Eigenschaften des fotografischen Mediums drastisch: die Unmittelbarkeit der Kamera und die Möglichkeit, mehrere fotografische Abzüge zu erstellen. Stattdessen nimmt sie Nadel und Faden zu jedem Print und näht Tausende von Kristallen, Perlen und Pailletten von Hand auf und verwandelt ihre Fotos in eine Art Wandteppich. Damit verwischt sie die Unterscheidung zwischen dem Foto und dem Objekt, dem Offenbarten und dem Verborgenen und eliminiert das Subjekt aus seinem ursprünglichen Kontext. Farassat fordert unseren Blick heraus und scheint sich über die Ambivalenz ihrer Transformationen zu freuen. Mit ihren Pailletten- und Kristallteppichen setzt Sissi Farassat den Fotos zusätzliche Glanzlichter auf und bringt damit auch körperliche und haptische Qualitäten in den visuellen Raum ein. Mit dem Glitzern der Kristalle und der Pailetten und deren irisierenden Farben erinnern ihre Bilder an prunkvolle Gemächer, aber auch an die Glitterwelt von Disco und Filmrevuen - dem gegenüber steht oft die «Gewöhnlichkeit» oder Intimität der Sujets.

Eröffnung am Samstag, den 2. November 2019 um 19 Uhr
(bis 21:30 Uhr) in Anwesenheit der Künstlerin.
Ausstellung bis: 21.12.2019
Öffnungszeiten: Di. - Fr. 16 – 19 Uhr, Sa. 11 – 15 Uhr

in focus Galerie (Köln)

27.10.2019 - 23.11.2019 What is here to keep me there?
Galerie Knecht und Burster (Karlsruhe)
Pressemitteilung
Galerie Knecht und Burster
What is here to keep me there? zeigt erstmalig in einer Gruppenausstellung Arbeiten der familiär verbundenen Künstler*innen Eberhard Eckerle, Sandra Meisel und Sophia Solaris. Mit Eberhard Eckerle verbindet sich eine lange Tradition der Galerie und eine intensive Zusammenarbeit. Die Galerie nahm einen krankheitsbedingten Umzug des Künstlers von Gaggenau nach Kassel zum Anlass, ihn nochmals mit einer Auswahl seiner Werke in unmittelbarer Nähe seiner ehemaligen Arbeitsstätte bei KÖNIG METALL in Gaggenau in einer Familienausstellung zu zeigen.

Galerie Knecht und Burster (Karlsruhe)

26.10.2019 - 07.12.2019 HEEDRAHTROPHIA
Galerie Guido W. Baudach (Berlin)
Pressemitteilung
Galerie Guido W. Baudach
Monster, Maler, Mutanten

Die Serie neuer Malereien von Andy Hope 1930, die die Galerie Guido W. Baudach unter dem Titel HEEDRAHTROPHIA zeigt, steht mit einem ersten Japanaufenthalt des Künstlers im Frühjahr 2018 in Verbindung. Neben neuen Eindrücken, die er gewann, konfrontierte ihn die japanische Popkultur mit lang vertrauten Monstern und ihren Erzählungen. Andy Hope, der ein avancierter Sammler von Comics, Filmen und Figuren aus dem Bereich Horror, Supervillain/Superhero, Saurier und extraterrestrischer Wesen ist, erlangte seine Position und weite internationale Rezeption vor allem durch die Art, wie er das Feld der Americana durchpflügte, und dabei die Fallen der Affirmation wie auch der Amerikakritik durch einen Überschuss an Witz und kunst-historischen Anspielungsreichtum aushebelte.
Das relativ spät entdeckte Land Japan jedoch muss er wie ein Déjà-vu erlebt haben. Er setzte sich nach dieser Reise mit einem Monster auseinander, das ihn schon lange fasziniert, ein Kaij? namens Hedorah, es stammt aus dem Monsterfilm Godzilla vs. Hedorah (Japan 1971, im dt. Verleih Frankensteins Kampf gegen die Teufelsmonster).
Hedorah ist ein außerirdisches Wesen, das sich an der japanischen Industrialisierung labt, es ernährt sich von Abgasen und giftigen Abfällen und kann sich zu Land, zu Wasser und in der Luft bewegen. Hedorah besitzt eine gespensterhafte Form (das klassische Gespenst ist der wandelnde Tote in seinem halb verfaulten Leichenhemd). Kopf und Rumpf gehen ineinander über, die Mitte besteht aus pulsierender Schlacke, die Augen sind vertikal angeordnet und haben von ihrem ursprünglichen Schöpfer, dem Filmproduzenten und Designer Yoshimitsu Banno, bewusst diese vaginale Form erhalten.
Wer sich mit Monstern beschäftigt, kommt nicht drum herum, ihre grundsätzliche Eigenschaften anzuerkennen: Sie sind aufdringlich, können weder subtil oder fein agieren, und sind in ständiger Unruhe begriffen. Man muss aufpassen, nicht von ihnen verschlungen oder nur halb abgebissen und weggeworfen zu werden. Was macht das Monster mit der Malerei? Was macht der Maler mit dem Monster?
Andy Hope porträtiert Hedorah, um mit ihm die Sprache der Malerei selber auszureizen, zu vergiften. Das versteht sich ganz wörtlich in der Materialwahl: toxische und oxidierende Farben setzt Hope ein, Kupfer und Gold, Rost, dazu Kontraste mit Perlmuttschimmer und gelb-grünen Neonfarben. Gleichzeitig bringen die Tupfer, dünn gearbeiteten Schichten, irisierenden Farbzonen eine Spannung zwischen Zweidimensionalität und räumlichem Sog hervor. Das Monster glotzt uns mit floral-entzündeten Augen an, wie die Geschichte der Malerei selbst, es kehrt Gedärm, Milz und Hirn nach außen, organsiert entsprechende Formen im Bildraum. Das Gemälde kippt ständig zwischen dem, was es bezeichnet – ein Monster, die B-Movie-Welt und ihre patinierten wie auch grellen Signale – und dem was es schlichtweg ist: Farbe und Gestalt auf Leinwand, toxisch-schillerndes neben mattem Material.
Es kippt auch zwischen flächig comic-hafter Organisation und den Tiefen malerischer Schlacken und Farbverläufe. Um die Gestalt des Monsters herum, bis in dessen Innenraum hinein, gibt es opake, monochrome Flächen, ebenso bewölkte Himmel, schwarze Wolken und lodernde Hölle.
All das geht nur mit Hedorah. Das Wesen ist so amorph und schluffig, dass es zeitgenössische Malerei in ihrer ganzen Struppigkeit einlässt. Bis hin zu den beinahe abstrakten Zotteln oder den verpesteten Blumen, die als isoliertes Motiv auch ein gesamtes Bild ausfüllen.
Der Serientitel HEEDRAHTROPHIA spielt bewusst mit der Assoziation einer neuen Krankheit, die auf eine Entzündung an Giftmüll zurückgeht. Aber auch das Wort der Trope steckt darin – Tropen sind rhetorische Stilfiguren.
Anders aber als im japanischen Film lässt Andy Hope Hedorah am Ende über Godzilla siegen. Denn derartig reflexive Malerei würde mit Godzilla sicher nicht funktionieren. Sie wäre nur Abbild, Fan-Illustration. Hedorah dagegen ist selbst ein System, das mutiert und mal kreucht, mal fliegt, wie die Malerei im Zustand ihrer nachmodernen Selbstverdauung. Andy Hope musste Hedorah nicht ergänzen, nichts erfinden, das Monster selbst ist ein wucherndes System und lässt sich wie ein Pilz oder Virus in die Malerei übertragen.
In der Wirkung ist Hedorah auch traurig, auch drollig, nicht trashig, kaum grell. Pathos geht von diesem Giftfreak nicht aus, es ist gefangen in seiner Glibbersoße und widersetzt sich allergisch den Erhabenheitsansprüchen der Malerei. Dass Andy Hope dieses Ding aus dem japanischen Meer zog, war schlichtweg gekonnt.

Sarah Khan


Andy Hope 1930 lebt und arbeitet in Berlin. Hope’s Arbeiten wurden in zahlreichen wichtigen Ausstellungen im In- und Ausland gezeigt. Eine Auswahl der Ausstellungsbeteiligungen in den letzten zehn Jahren beinhaltet u.a.: Busan Biennale, Korea (2018); Social Facades. A dialogue between the MMK and DEKABank Collections, MMK, Frankfurt (2018); La Biennale di Venezia, 57th International Art Exhibition, Viva Arte Viva, Venedig (2017); Random Sampling, Haus der Kunst, München (2016); So ein Ding muss ich auch haben, Lenbachhaus, München (2016); Avatar und Atavismus - Outside der Avantgarde, Kunsthalle Düsseldorf (2016); MAD#1, la maison rouge, Paris (2015); Self-Inflicted Justice By Bad Shopping, Sammlung Falckenberg / Deichtorhallen Hamburg (2015); Unendlicher Spass, Schirn Kunsthalle, Frankfurt (2014); Fruits of Passion: Collection from the Musée National d‘Art Moderne, Centre Pompidou, Paris (2014); Painting Forever!, KW Institute for Contemporary Art, Berlin (2013); KABOOM! Comics in Art, Weserburg, Museum für moderne Kunst, Bremen (2013); The 9th Gwangju Biennale, China (2012); Medley Tour by Andy Hope 1930 (solo), Kestnergesellschaft, Hannover (2012); MMK 2011. 20 Years of Presence, MMK Museum für Moderne Kunst, Frankfurt (2011); Mind the Gap, KAI 10 | Arthena Foundation, Düsseldorf (2011); Robin Dostoyevsky by Andy Hope 1930 (solo), CAC Centro de Arte Contemporáneo, Malaga (2011); Charles Riva Collection (solo), Brüssel (2010); Freud Museum (solo), London (2010); Sammlung Goetz (solo), München (2009).

Galerie Guido W. Baudach (Berlin)

20.09.2019 - 23.11.2019 was ist und was sein kann - Landschaftspositionen
Galerie Augarde (Daun)
Pressemitteilung
Galerie Augarde
Lydia Weber
*1953 in Zendscheid
studierte Malerei und Grafik an der IBKK in Bochum ( Diplom 2008 ) und in Trier. Meisterklasse bei Andreas Christ, Prof. Wolf Wrisch und Prof Qi Yang.
Lydia Webers Arbeiten verschmelzen geradezu mit Erinnerungen, Gefühlen und Eindrücken, die sie aus der Natur schöpft. Inspiriert von derer unendlichen Vielfalt bringt sie mit feiner Sensibilität imaginäre Orte auf die Leinwand, die der Wirklichkeit gerecht werden. Die Künstlerin sagt selbst über ihr Werk: „es ist geträumtes Leben und gelebter Traum“
Seit 2001 ist ihre Kunst in zahlreichen Ausstellungen vertreten.
Sie lebt und arbeitet in Zendscheid in der Eifel und bereichert diese seit 2015 mit einem Kunsthaus.

Mario Reis
*1953 in Weingarten
Mario Reis absolvierte sein Studium von 1973-1979 an der Kunstakademie Düsseldorf und ist Meisterschüler von Prof. Günther Uecker.
In der Zeit des Stipendiums an der Cité des arts begann der Künstler in Paris 1977 die Arbeit an seiner wohl wichtigsten Werkgruppe, die der „ Natura-quarelle“. Das sinnliche Erfassen des Charakters, der Eigenart und der Botschaft eines Flusses, das Erstellen individueller Fluss-Porträts, führten ihn über unseren Planeten. Mit Wasser und Tuch schafft er einzigartige Aquarelle in Zeit und Raum.
Die Authentizität und Originalität seines Lebenswerks hat heute einen bedeutenden Stellenwert für die zeitgenössische Kunst.
Seine Arbeiten sind in zahlreichen Ausstellungen, Sammlungen und Museen national und international vertreten.
Er lebt und arbeitet seit 2012 in Michelbach/ Vulkaneifel

Hans Christian Rüngeler
*1957 in Paderborn
Studium in Salzburg, Mainz und an der Kunstakademie Düsseldorf, Meisterschüler 1986 von Prof. Rolf Crummenauer.
Rüngelers Landschaftsbilder entstehen gleichermaßen aus einer intensiven Naturbeobachtung wie aus einem analytischen Bildverständnis. Durch Erlebnis und Reflektion wird das die Landschaft erfüllende Licht zum kompositorischen Baustoff, zur dramaturgischen Leitidee, deren Regie sich die Dinge zwischen Himmel und Erde unterordnen. Seine Bilder erheben keinen Anspruch auf topografische Genauigkeit oder impressionistisches Abbilden, sondern sind „ideale“ Landschaften, in denen weitere Bedeutungsebenen entdeckt werden können.
Seine Werke befinden sich in namhaften privaten und öffentlichen Sammlungen und er erhielt zahlreiche Kunstpreise.
Der Künstler lebt und arbeitet in Köln und in der Vulkaneifel.

Die Ausstellung versteht sich als Ebene der Verbindung dreier unterschiedlicher Positionen heutiger Landschaftsmalerei.

Wir laden Sie, Ihre Familie und Freunde ein zur
Vernissage der Ausstellung am Freitag , den 20. September 2019 um 19 Uhr
Einführung: Dr. Christiane Häslein, Kunsthistorikerin, Trier
Musik Elena Drescher, Cello
Die Künstler sind anwesend.
Finissage: Samstag 23.11.2019 um 15 Uhr

Galerie Augarde (Daun)

06.09.2019 - 30.11.2019 Georg Dokoupil - Zeichnungen - Works on Paper, anlässlich der DC-Open 2019
Martina Kaiser Cologne Contemporary Art (Köln)
Pressemitteilung
Martina Kaiser Cologne Contemporary Art

Georg Dokoupil – Works on Paper

DC-Open Galleries 2019

Die Galerie Martina Kaiser freut sich sehr, erstmals den Künstler Georg Dokoupil mit seiner Einzelausstellung Works on Paper in den Galerieräumen in Köln präsentieren zu dürfen.

Mit der Ausstellung kehrt Dokoupil symbolisch heim; denn hier, in der Bismarckstraße 50, widmete ihm Paul Maenz 1982 seine erste Einzelausstellung - und ebnete damit Dokoupils Weg als Künstler von Weltgeltung.

Die Ausstellung „Zeichnungen – Works on paper“ in der Galerie Martina Kaiser fokussiert die Papierarbeiten des deutsch-tschechischen Künstlers, die er als erste „Begegnung mit einer Idee, einem Einfall, einem Konzept“ bezeichnet. Trotz ihrer vermeintlichen Schlichtheit und einer fast klassischen Allure zeugen sie von Dokoupils immenser Komplexität, die sich aus seiner materiellen und schöpferischen Expertise, seinem selbstzitierten Spieltrieb, seiner Experimentierlust und seinen versierten Kommentaren zur Kunstgeschichte speist. Gezeigt werden seine ikonischen Seifenblasen, ausgewählte Arbeiten mit Kerzenruß sowie akademische Tuschezeichnungen, die das Sujet „Hand mit Blume“ aufgreifen. Ebenfalls zu sehen sind Dokoupils hochreduzierte, genuine Punkte-Linie-Zeichnungen, die er – gemäß der mathematischen Formel, dass eine Linie die Summe aus Punkten ist – als Weiterführung geometrischer Chiffren versteht.
Seinem Ruf als Experimentator wird er vor allem mit den ausgewählten Seifenblasen-Arbeiten gerecht, die als konzentrierte Erprobungen seines „Know-Hows“ beeindruckende Wirkung entfalten; und einmal mehr seinen Ansatz, Farbe von innen heraus aufzubauen und somit eine völlig neue Vision zu schaffen, verständlich machen.

Ji?i Georg Dokoupil, einst Mitstreiter der legendären Künstlergruppierung „Mülheimer Freiheit“, gehört zu den vielschichtigsten zeitgenössischen Künstlern. Und entzieht sich bis heute jeder gängigen Kategorie. Als Alchemist, Experimentator und Wegbereiter postkonzeptueller Malerei verschreibt er sich der Entwicklung neuer Mal- und Zeichentechniken. Anstelle des Pinsels, dem er als Arbeitsmaterial seit 1986 abgeschworen hat, nutzt Dokoupil Seifenblasenfänger, Kerzen und Reifen, statt Öl- oder Acrylfarbe Seifenlauge, Seifenschaum und Ruß.

Sein proteisches Werk – affektiv, mit allen Möglichkeiten von Materialität und Technik sowie mit multiplen Zitaten zur Kunstgeschichte spielend und vehement dem Hier und Jetzt verbunden – hat gleichsam einen eigenen Kanon begründet und fernab eines verpflichtenden Stils oder verpflichtender Inhalte eine neue Ära der ästhetischen Legitimation eingeläutet.

Die Ausstellung in der Galerie Martina Kaiser bildet einen bislang nicht gezeigten Querschnitt von Dokoupils zeichnerischem Œuvre ab und positioniert ihn als Künstler, der mit der Überwindung sowohl genrespezifischer als auch physikalischer und technischer Grenzen das Unmögliche möglich macht.

Nach seinem Kunststudium in Köln, Frankfurt und New York, wo er unter Hans Haacke lernte, gehörte Dokoupil (*1954) ab 1980 zur legendären Kölner Künstlergruppierung "Mülheimer Freiheit". Entdeckt und gefördert von Bruno Bischofberger und Paul Maenz folgten Anfang der 1980er Jahre erste Ausstellungen in Köln, Zürich und New York, u.a. bei den Stargaleristen Mary Boone (1983), Leo Castelli (1985) und Ileana Sonnabend (1986). 1982 nahm er an der documenta 7, an der ikonischen Berliner Ausstellung „Zeitgeist“ sowie an der 40. Biennale von Venedig teil. 1984 zeigten das Groninger Museum, das Kunstmuseum Luzern und das Folkwang Museum in Essen erstmals seine Arbeiten, es folgten Einzelausstellungen im MUMOK/Wien (1997), im Château de Chenonceau (1999), im Museo Nacional Centro de Arte Reina Sofia/Madrid (2002) sowie in der Nationalgalerie Prag und den Deichtorhallen in Hamburg (beide 2005.) 2012 wurde ihm der Lovis-Corinth-Preis verliehen. Seine Werke finden sich u.a. in den Sammlungen des Centre Pompidou/Paris, des Museum Ludwig/Köln sowie dem National Museum of Modern and Contemporary Art Korea/Seoul sowie in Privatsammlungen auf der ganzen Welt.
Dokoupil lebt und arbeitet in Berlin, Madrid, Prag und Rio de Janeiro. (Yorca Schmidt-Junker)

Martina Kaiser Cologne Contemporary Art (Köln)

06.09.2019 - 30.11.2019 Tim Breuer - Neue Arbeiten - anlässlich der DC-Open 2019
Martina Kaiser Cologne Contemporary Art (Köln)
Pressemitteilung
Martina Kaiser Cologne Contemporary Art

Tim Breuer – Neue Arbeiten

DC-Open Galleries 2019

Im Kabinett der Galerie Martina Kaiser werden erstmals ausgewählte Arbeiten von Tim Breuer gezeigt. Als Meisterschüler von Prof. Peter Doig absolvierte er 2017 erfolgreich sein Studium an der Kunstakademie Düsseldorf und erwarb im Sommer diesen Jahres seinen Mastertitel am Royal Collage of Art in London. In seinen Bildern erschafft er außergewöhnliche Bildwelten, die sowohl geheimnisvoll als auch doppeldeutig erscheinen.

„Es war nie meine Absicht reale Situationen zu definieren, sondern durch die Malerei einen
Ort zu erschaffen, an dem es dem Betrachter ermöglicht wird Unbekanntes zu entdecken und
Informationen aus unterschiedlichen Blickwinkeln zu lesen und zu hinterfragen“, so der
Künstler.

Als Ausgangspunkt dienen ihm unter anderem gesammelte Printmedien, die durch einen wechselnden Transformationsprozess digital am Computer, sowie durch analoge Zeichnungen verfremdet werden. Die Diskussion zwischen den digitalen Informationen und der Physikalität der verwendeten Materialien auf der Leinwand formt eine der Kernthematiken und soll darüber hinaus auch rhetorisch in den figürlichen Kompositionen aufgegriffen werden. Andersartige Gestalten, die teils mehr und teils weniger an die Realität gebunden sind dominieren den Bildraum, welcher durch die dunkle Farbwahl oft mysteriös wirkt.

Die großformatige Arbeit „Beam me up Scotty“ (2019) zeigt einen Astronauten im Anschnitt. Steigt er ins Bild und sucht nach jemanden oder versucht er vor etwas zu entkommen? Es sind genauso solche Situationen die den Betrachter fordern sollen, die kein Anfang oder Ende aufweisen, sondern durch die ermalte Tiefe auf einem mehrdeutigen Level kommunizieren. So ist der Inhalt einer einzelnen Arbeit nicht festgelegt sondern kann sich in der Interpretation des jeweiligen Betrachters selbst neu erfinden.

Tim Breuer, geb. 1990 in Aachen, lebt und arbeitet in Oslo.




Martina Kaiser Cologne Contemporary Art (Köln)