Language

Ausstellungen Galerien

Pressemitteilungen
Pressemitteilungen
10.10.2019 - 13.10.2019 4. Roter Kunstsalon
Galerie Reinhold Maas (Reutlingen)
Pressemitteilung
Galerie Reinhold Maas
Erneut trifft sich die Kunstwelt im Museum Villa Rot: Vier Tage lang präsentieren 12 ausgewählte Galerien einen Querschnitt aus ihrem Programm und zeigen damit die Vielfalt des aktuellen Kunstmarktes.

Galerie Reinhold Maas (Reutlingen)

20.09.2019 - 23.11.2019 was ist und was sein kann - Landschaftspositionen
Galerie Augarde (Daun)
Pressemitteilung
Galerie Augarde
Lydia Weber
*1953 in Zendscheid
studierte Malerei und Grafik an der IBKK in Bochum ( Diplom 2008 ) und in Trier. Meisterklasse bei Andreas Christ, Prof. Wolf Wrisch und Prof Qi Yang.
Lydia Webers Arbeiten verschmelzen geradezu mit Erinnerungen, Gefühlen und Eindrücken, die sie aus der Natur schöpft. Inspiriert von derer unendlichen Vielfalt bringt sie mit feiner Sensibilität imaginäre Orte auf die Leinwand, die der Wirklichkeit gerecht werden. Die Künstlerin sagt selbst über ihr Werk: „es ist geträumtes Leben und gelebter Traum“
Seit 2001 ist ihre Kunst in zahlreichen Ausstellungen vertreten.
Sie lebt und arbeitet in Zendscheid in der Eifel und bereichert diese seit 2015 mit einem Kunsthaus.

Mario Reis
*1953 in Weingarten
Mario Reis absolvierte sein Studium von 1973-1979 an der Kunstakademie Düsseldorf und ist Meisterschüler von Prof. Günther Uecker.
In der Zeit des Stipendiums an der Cité des arts begann der Künstler in Paris 1977 die Arbeit an seiner wohl wichtigsten Werkgruppe, die der „ Natura-quarelle“. Das sinnliche Erfassen des Charakters, der Eigenart und der Botschaft eines Flusses, das Erstellen individueller Fluss-Porträts, führten ihn über unseren Planeten. Mit Wasser und Tuch schafft er einzigartige Aquarelle in Zeit und Raum.
Die Authentizität und Originalität seines Lebenswerks hat heute einen bedeutenden Stellenwert für die zeitgenössische Kunst.
Seine Arbeiten sind in zahlreichen Ausstellungen, Sammlungen und Museen national und international vertreten.
Er lebt und arbeitet seit 2012 in Michelbach/ Vulkaneifel

Hans Christian Rüngeler
*1957 in Paderborn
Studium in Salzburg, Mainz und an der Kunstakademie Düsseldorf, Meisterschüler 1986 von Prof. Rolf Crummenauer.
Rüngelers Landschaftsbilder entstehen gleichermaßen aus einer intensiven Naturbeobachtung wie aus einem analytischen Bildverständnis. Durch Erlebnis und Reflektion wird das die Landschaft erfüllende Licht zum kompositorischen Baustoff, zur dramaturgischen Leitidee, deren Regie sich die Dinge zwischen Himmel und Erde unterordnen. Seine Bilder erheben keinen Anspruch auf topografische Genauigkeit oder impressionistisches Abbilden, sondern sind „ideale“ Landschaften, in denen weitere Bedeutungsebenen entdeckt werden können.
Seine Werke befinden sich in namhaften privaten und öffentlichen Sammlungen und er erhielt zahlreiche Kunstpreise.
Der Künstler lebt und arbeitet in Köln und in der Vulkaneifel.

Die Ausstellung versteht sich als Ebene der Verbindung dreier unterschiedlicher Positionen heutiger Landschaftsmalerei.

Wir laden Sie, Ihre Familie und Freunde ein zur
Vernissage der Ausstellung am Freitag , den 20. September 2019 um 19 Uhr
Einführung: Dr. Christiane Häslein, Kunsthistorikerin, Trier
Musik Elena Drescher, Cello
Die Künstler sind anwesend.
Finissage: Samstag 23.11.2019 um 15 Uhr

Galerie Augarde (Daun)

19.09.2019 - 26.10.2019 55 JAHRE GALERIE WIEDMANN
GALERIE WIEDMANN (Stuttgart)
Pressemitteilung
GALERIE WIEDMANN
Als seine turbulenten Anfangsjahre vorbei waren, und Willy Wiedmann älter wurde, wussten viele Cannstatter über den Galeristen und Künstler garnicht mehr so richtig Bescheid. Er war ein komischer Kauz geworden, der Künstler.
Viele meinten, er war brummig und manchmal richtig abweisend. Andere erzählten mit leuchtenden Augen und großer Bewunderung, „mir hat er was erzählt, ich durfte in sein Atelier, mir hat er seine Bilder gezeigt“.
Willy Wiedmann polarisierte. Die Menschen die ihn kannten und in seine Galerie kamen, waren tief beeindruckt. So oder so.

Vor allem war er mutig, als er 1964 kurz nach der Beendigung seines Kunststudiums an der Stuttgarter Kunstakademie eine Galerie eröffnete.

Damals gab es in Stuttgart nur wenige Galerien. Er wollte mit seiner Galerie neue Wege beschreiten. Junge unbekannte Künstler ausstellen. Die bekannten etablierten Künstler sicherten damals den Verdienst, das musste auch mitunter sein, aber Willy Wiedmann wollte von Anfang an mehr. Ihm ging es nicht nur ums Verdienen, er wollte die Kunst fördern, Hilfestellungen geben und Richtungen weisen.

„Der Galerist Willy Wiedmann stellt nur noch Individualisten aus, keine Nach- und Mitläufer gängiger Richtungen, so bekräftigt er. Er versteht seine Aufgabe als Talentsuche und bringt die Individualisten, die er an Land zieht, um ihnen auf die Beine zu helfen, am liebsten als erster. Man sieht: Es gibt noch Galeristen, die Idealisten sind. „
(Karl Diemer, Cannstatter Zeitung am 25.6.75)

1964 seine erste Vernissage: Jürgen Dost, Horst Kuhnert und Willy Wiedmann. Es folgten jeden Monat neue Ausstellungen. Die Flyer und Plakate gestaltet Willy Wiedmann selbst. Er war auch ein hervorragender Grafiker, seine Ausstellungsplakate begehrt.

Neben den ständig wechselnden Ausstellungen baute sich Willy Wiedmann in seiner Galerie eine umfassende Sammlung aus internationaler Grafik, Aquarellen, Zeichnungen, Gouachen, Lithografien, Radierungen, Holzschnitten und Ölbildern auf.
Er bot die Reinigung, Restauration und Rahmung von Bildern, sowie Raumausstattung als Service für seine Kunden an.

1971 organisierte er in Cooperation mit der New Yorker Galerie PICTURES FOR BUSINESS eine grosse Wanderausstellung mit Stuttgarter Künstlern durch die USA.
Nach Crankos Balletterfolgen war man in New York auf die Kunst aus der schwäbischen Metropole aufmerksam geworden.
In Kooperation mit dem Goethe Institut zeigten sie 100 Druckgrafiken Stuttgarter Künstler. Kooperationspartner auf US-Amerikanischer Seite war damals Fred H. Rosenau, President von „Pictures for Business“ in New York, der die Ausstellungen vor Ort organisierte.
Sie stieß auf großes Interesse, es wurde ein grosser Verkaufserfolg. Zu den ausgewählten Grafikern gehörten: Peter Aegeter, Jo Delahaut, Horst Kuhnert, Hermann Heintschel, Karl Knoedler, Fritz Schwegler, Friedrich Sieber u.a..

Die ersten Jahre führte Willy Wiedmann nur seine eigene Galerie, später organisierte er regelmässige Ausstellungen in der Cannstatter Volksbank, der TWS-Etagengalerie und er leitete die Galerie Kunsthöfle.

Viel Aufmerksamkeit erlangte er mit der Ausstellung des afrikanischen Künstlers Moyaga vom 17. Oktober bis 20. November 1977. Er zeigte seine Gouachezeichnungen. Moyaga, der als Schwarzafrikaner in Südafrika durch die Apartheitspolitik keine Möglichkeiten hatte öffentlich auszustellen, hatte damit in der Galerie am Jakobsbrunnen seine erste Ausstellung in Deutschland und Europa überhaupt.

Alle 6 Wochen gab es in der Galerie am Jakobsbrunnen eine neue Ausstellung, was der Stuttgarter Galerist Freerk Valentien so kommentierte:
„Vielseitig und originell wie der Jakobsbrunnengalerist Willy Wiedmann ist auch sein Ausstellungsprogramm, welches er seit 1964 Monat für Monat abspult. Große Namen der Klassischen Moderne wie Picasso und Leger, aber auch Künstler, die hernach von Avantgarde-Galerien „wiederentdeckt“ wurden, begegnen uns in seinen Ausstellungslisten. Willy Wiedmann und seine Galerie gehören in die Cannstatter Altstadt wie das Volksfest auf den Wasen. „
Um den Bildhauern besser gerecht zu werden und ihnen mehr Raum zu geben erbaute Willy Wiedmann 1983 in Eigenregie einen Bildhauergarten auf dem Gelände einer alten Scheuer. Mit Gerlinde Beck gewann er eine renommierte Künstlerin für die 1. Ausstellung. Das Gelände war damals wie heute ein Kleinod im mediterranen Stil. Die Vernissagen im Keller der Galerie Wiedmann wurden Kult.
Ab Mitte der 90er Jahren wurde der Bildhauergarten als Gartenwirtschaft genutzt wird.
Jetzt gehört der Bildhauergarten wieder zur Galerie Wiedmann. Bei der Eröffnung der Jubiläumsausstellung am Do. den 19. September um 19 Uhr feiern wir seine Wiedereröffnung.

1989 vor Weihnachten eröffnete Willy Wiedmann eine sehr ungewöhnliche Ausstellung. Noch heute erzählen Besucher von diesem Abend der Vernissage. Der Name der Ausstellung „Die weiße Stille“. Die Besucher kamen und sahen nichts. Keine Bilder nur Nägel in der Wänden. Und fragten nichts, weil Willy Wiedmann reden untersagt hatte. Und zu trinken gab es praktisch nichts, außer Milch. In der Adventszeit ein mutiges Ausstellungskonzept.
„In Glorifizierung all derer, die noch geboren werden, vielleicht schon leben oder gar nicht leben werden, um Maler oder Bildhauer zu werden, findet vom 1.12.1989 bis 15.1.1990 eine sogenannte Sinexposition in der Galerie am Jakobsbrunnen statt, die unter dem Titel „Die weiße Stille“ steht.“
Willy Wiedmann aus dem Buch „25 Jahre Galerie am Jakobsbrunnen“

Große Aufmerksamkeit in der Weihnachtszeit erhielt er auch mit seiner Ausstellung „Mozart im Quadrat“. Vom 10. November 1991 bis zum 10. Januar 1992 sah man in der Galerie am Jakobsbrunnen ein 15 Meter langes Polykon, das entlang den Wänden in der Galerie aufgehängt wurde. Die mit den Mitteln der Malerei und Collage erstellte Arbeit war eine Huldigung des Musikers Willy Wiedmann an sein grosses Vorbild Mozart.

Neben den zahlreichen Ausstellungen anderer Künstler zeigte Willy Wiedmann immer wieder seine eigenen Bilder. Arbeiten im Polykonen Malstil, den er nach Beendigung seines Studiums definiert hat. Diese Arbeiten zeichnete er zeitlebens unter Willy Wiedmann. Seine Polykon Malerei hat den Ursprung in der konkreten Kunst und in der Musik, in seinen unzähligen Kompositionen. Den Rhythmus und die Klangfarben übersetzte er in Farben und Formen. Willy Wiedmann benutzte nur Linien, Geraden in Verbindung mit 45° und 90 ° Winkeln. Zunächst blieb er in der Abstraktion. Später stellte er mit seinem Malstil auch Gegenständliches dar. In seinem Lebenswerk der WIEDMANN BIBEL sieht man die gesamte Bandbreite der Anwendung.
Im Laufe der Jahre entstanden zahlreiche Pseudonyme. Willy Wiedmann malte unter 11 anderen Namen und stattete jedes Pseudonym mit einer eigenen Biografie aus. Presse und Ausstellungsbesucher wussten davon nichts. Willy Wiedmann genoss die Freiheit, die ihm die Anonymität seiner geschaffenen Künstlerpersönlichkeiten bot. Das erfolgreichste seiner Pseudonyme ist Emilio Gräsli.

Sein Pseudonym Alkibiades Zickle schrieb Gedichte. Bei der Eröffnung der Jubiläumsausstellung trägt der schwäbische man art e.V. Gedichte von Willy Wiedmann aus dem Gedichtband Cannstatter Hufschlag vor.

1984 dann ein Einschnitt im Leben des Galeristen und Künstlers. Willy Wiedmann begann sein Lebenswerk die WIEDMANN BIBEL. Ein über einen Kilometer langes Leporello aus 3333 Einzelbildern, das das gesamte Alte und Neue Testament in Bildern umgesetzt darstellt. Das ließ ihn 16 jahre nicht mehr los, bis er es 2000 fertig gestellt hat.

Nach Beendigung der WIEDMANN BIBEL entstanden im Spätwerk aber noch einige große bis zu 15 m lange Leinwandserien die Polykonen Sinfonien. Mit ihnen erinnert er nochmal an den Ursprung seiner Polykon Malerei, an die Musik.




DIE GALERIE HEUTE


Nach dem Tod von Willy Wiedmann 2013 übernahm sein Sohn Martin Wiedmann 2015 die Galerie um diese unter Leitung von Dorothea Schwertzel-Thoma im Sinne seines Vaters weiterzuführen.
Zu Beginn zeigte die Galerie vor allem Ausschnitte aus dem großen Werk von Willy Wiedmann. Dokumentarische Ausstellungen um den Künstler Willy Wiedmann, der vielen
Cannstatter doch fremd war, vorzustellen. Seine Pseudonyme und sein Lebenswerk die WIEDMANN BIBEL die heute weltweit in Ausstellung ist.

Darauf folgten Cannstatter und Stuttgarter Künstler, wie zum Beispiel Ulrich Zeh, Oliver Sich, Tobias Kamischke und Elke Krämer. Sie wurde von Willy Wiedmann „entdeckt“, gefördert und unterstützt.

Die Schöpfungsgeschichte, als Buch von der Künstlerin Käte Schaller-Härlin gemalt für deren Enkel, wurde im Original in der Galerie Wiedmann gezeigt. Außerdem einige Portraits aus dem Werk der bekannten Malerin.

Auch internationale Künstler, wie Leszek Bartkiewicz oder Ute Hadam wurden seit der Wiedereröffnung ausgestellt.

Was die Galerie Wiedmann heute wie damals auszeichnet, ist der aktive Beitrag
zum kulturellen Leben in Bad Cannstatt. Die Mitarbeit in der Initiative Kulturnetz, dem Cannstatter Kulturmenü, der langen Nacht der Museen und die Zusammenarbeit mit dem Stadtmuseum Cannstatt.
Mit der Rückgabe des Bildhauergartens, die wir an der Eröffnung der Jubiläumsausstellung am Donnerstag 19. September feiern, erhält die Galerie weitere Möglichkeiten um die Kultur in Bad Cannstatt zu fördern. Darauf freuen wir uns.





























GALERIE WIEDMANN (Stuttgart)

14.09.2019 - 19.10.2019 ANDREAS BLANK The Imprint of the Space Someone Used THADDÄUS HÜPPI Semper Paratus
Galerie Knecht und Burster (Karlsruhe)
Pressemitteilung
13.09.2019 - 26.10.2019 NEUES TESTVERFAHREN
Neue Kunst Gallery - Michael Oess (Karlsruhe)
Pressemitteilung
Moritz Götze (*1964), gilt als bedeutendster Vertreter der modernen deutschen Pop-Art-Szene. Seine Gemälde, Installationen oder Emaillebilder finden sich in internationalen privaten- wie öffentlichen Sammlungen und Museen. Vier Emailletableaus zur Geschichte des deutschen Parlamentarismus zieren die Wände im Deutschen Bundestag. Seit 20 Jahren wird der in der Karlsruher Partnerstadt Halle a.d. Saale lebende und arbeitende Künstler durch die Neue Kunst Gallery vertreten.
Begleitende Kataloge zur Ausstellung: „Scapa Flow“, Deutsches Marinemuseum Wilhelmshaven 2019 / "Lorbeeren für Schadow“ Deutscher Bundestag 2018
- Grußworte der Stadt Karlsruhe durch Bürgermeister Dr. Albert Käuflein
- Einführung durch Prof. Dr. Jochen Hörisch

Neue Kunst Gallery - Michael Oess (Karlsruhe)

12.09.2019 - 26.10.2019 Spiel mit der Wirklichkeit
Michaela Helfrich Galerie, Berlin (Berlin)
Pressemitteilung
Michaela Helfrich Galerie, Berlin
Das Licht und die Farbe ist die konstitutive Grundlage der Arbeiten, aber sie haben auch immer die Kunstgeschichte im Blick. Horst Kistner und Thomas Gatzemeier stehen in der langen Tradition einer künstlerischen Haltung und entwickeln daraus eindrucksvolle, eigene Positionen, Gerard Waskievitz vermischt existenzielle Themen aus dem Berliner Stadtleben mit alt bekannten Darstellungen aus der Renaissance, Simon Czapla lässt in seiner Malerei durch das Zusammenspiel von Bildmaterial, Anspielungen, Assoziationen einen neuen Bedeutungsraum entstehen, Ulrike Pisch überrascht mit ihrer malerischen Lobpreisung der Träume, des Zufalls und der Spontanität in einer konstruktiven Welt.

Michaela Helfrich Galerie, Berlin (Berlin)

10.09.2019 - 12.10.2019 Bernard of Hollywood "Girls, Girls, Girls"
in focus Galerie (Köln)
Pressemitteilung
in focus Galerie
Die Ausstellung widmet sich den aufregenden Pin Up- und Mädchenbildern des deutsch-amerikanischen Fotografen Bruno Bernard, auch Bernard of Hollywood (1911 – 1987) genannt. In Deutschland promovierte Bernard im Jahr 1934 in Kriminalpsychologie und emigrierte, aufgrund seiner jüdischen Abstammung, 1936 in die USA. In Los Angeles fotografierte er ab 1938 und eröffnete 1940 sein Studio in Hollywood auf dem Sunset Blvd 9055, das er 25 Jahre erfolgreich betrieb. In seinem Studio fotografierte er viele aufstrebende Hollywoodsternchen, aber auch alle großen Hollywoodstars seiner Zeit. Bernard gilt als Entdecker von Marilyn Monroe, da sie durch seine Kontakte (die damals noch unter ihrem Geburtsnamen Norma Jean Baker arbeitete) ihren ersten Filmvertrag erhielt.

Carole Kismaric, Kuratorin der Ausstellung “Fame after Photography” im Museum of Modern Art schrieb in ihrem Ausstellungskatalog: “Bernards fotografischer Stil ließ die Mädchen menschlicher erscheinen [als die anderer Pin Up-Fotografen]. Die offensichtliche Verbindung zwischen Model und Kamera lässt den Betrachter innehalten und diese intensiver betrachten.” (Los Angeles Times, 2002)



Die in focus Galerie in Köln erwarb einen Teil des Nachlasses und präsentiert in der Ausstellung “Girls, Girls, Girls” rund 70 ausgewählte Arbeiten, zumeist Vintage Prints, die zwischen 1946 und 1960 vergrößert wurden, neben persönlichen Dokumenten sowie rare Skizzen zur Entstehung einzelner Arbeiten. Schwerpunkte der Ausstellung sind Arbeiten über seine Muse Lily St. Cyr, die wohl legendärste Striptease Künstlerin in dieser Zeit und die original Vorlagen zu seinem schon 1950 veröffentlichtem Buch: “Anleitung zur Pin Up Photography”.
Öffnungszeiten: Di. - Fr. 16 - 19 Uhr, Sa. 11 - 15 Uhr

in focus Galerie (Köln)

06.09.2019 - 26.09.2019 Bernar Venet "Random Combination of Indeterminate Lines" – Graphik & Skulptur
Galerie Boisserée (Köln)
Pressemitteilung
Galerie Boisserée
Anlässlich der DÜSSELDORF COLOGNE OPEN GALLERIES vom 6. – 8. September 2019 zeigt die Galerie Boisserée in einer Studioausstellung kleinere Skulpturen sowie Arbeiten aus dem graphischen Œuvre von Bernar Venet. Bernar Venet, 1941 in Château-Arnoux, Frankreich geboren, gilt als einer der bedeutendsten Bildhauer der Gegenwart. Durch seine unverwechselbaren Stahlskulpturen ist er weltweit präsent. In Deutschland wurde er 1987 durch den vom französischen Staat anlässlich der 750-Jahr-Feier Berlins geschenkten 20m hohen schwarzen Metallbogen „ARC 124,5“ bekannt. Im Oktober dieses Jahres wird in Belgien, entlang der Autobahn E 411 zwischen Namur und Luxemburg, Venets 250 Tonnen schwere Stahlskulptur „Arc Majeur“ enthüllt. Es wird das größte öffentliche Kunstwerk in Europa sein. Die Linie bestimmt als Thema sein künstlerisches Schaffen. Sie ist in seinen Skulpturen der Gegenstand, mit dem er sich mit den Phänomenen Zeit, Raum und Bewegung auseinandersetzt. Über die zunächst streng geometrischen Geraden, Winkel und Bögen gelangt er zur Beschäftigung mit der freien Linie, die nicht mathematisch bestimmt ist. Er nennt sie „ligne indéterminée“, unbestimmte Linie. Es entstehen unregelmäßige Spiralformen und stählerne Linienknäuel – ein Kraftakt zwischen der Härte des Materials und dem Formwillen des Künstlers. In der Erkenntnis, dass es keine ideale Anordnung gibt, fügt er seinem Schaffen den Zufall als Faktor der Unbestimmtheit hinzu. Seine Zeichnungen wie sein druckgraphisches OEuvre veranschaulichen die ungeheure Formenvielfalt, die das Auge nur sukzessive im Umschreiten des plastischen Werks wahrnimmt. Sie sind niemals Entwurf, sondern zeigen die Skulpturen als das Entstandene. Venet arbeitet in Frankreich und New York. Seine Impulse und schöpferische Unruhe erhält Venet aus diesen Ortswechseln mit ihren Kontrasten. Bei dem der Ausstellung den Namen gebenden Mappenwerk „Random Combination of Indeterminate Lines“ handelt es sich um Bernar Venets jüngste druckgraphische Arbeit
von 2019.
Zur Ausstellung erscheint ein Katalog für Euro 5 inklusive Versand im Inland.
Die Eröffnung findet am 06.09.2018 ab 18.30 Uhr statt.

Galerie Boisserée (Köln)

06.09.2019 - 26.10.2019 Georg Baselitz "Veteran" – Arbeiten auf Papier
Galerie Boisserée (Köln)
Pressemitteilung
Galerie Boisserée
Der deutsche Maler, Zeichner, Graphiker und Bildhauer Georg Baselitz ist einer derbedeutendsten Künstler unserer Zeit. Sein Werk prägte mit seinem radikal expressiven Stil die figurative Malerei der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts.
Anlässlich seines 80. Geburtstags im vergangenen Jahr widmeten ihm internationale Museen, u.a. die Fondation Beyeler und das Kunstmuseum in Basel, die Pinakothek der Moderne in München sowie das Museum Morsbroich in Leverkusen, umfassende Retrospektiven. Die Galerie Boisserée ehrte den Künstler mit einer Studioausstellung des Spätwerks seiner druckgraphischen Arbeiten. In der aktuellen Ausstellung werden ca. 90 druckgraphische Arbeiten sowie Arbeiten auf Papier ausgestellt. Bei der Werkauswahl wurde keine Retrospektive angestrebt; mit den ausgestellten Werken aus der Zeit von 1982 bis 2019 greift sie jedoch auf fast 40 Schaffensjahre zurück. Sie versammelt Arbeiten auf Papier (Tusche-, Kohle-, Pastell- und Aquarellzeichnungen) sowie Holzschnitte, Linolschnitte, Lithographien, Radierungen und Mappenwerke und erlaubt damit, die unterschiedlichen Techniken und deren eigene Ausdrucksformen wahrzunehmen.
Baselitz‘ Kunst entspringt einer intellektuellen Analyse. Er erklärt durch sie seine Haltung gegenüber seiner Zeit, der Gesellschaft und der übrigen ihn umgebenden zeitgenössischen Kunst. Seine Motive haben meist biographische Bezüge. Seine Kunst ist energiegeladen, aber nie illustrativ. Durch die meisten Werkphasen seiner Graphik lässt sich das Prozesshafte verfolgen, die genuine Arbeitsbasis eines „peintre-graveur“. Zu dieser Spezies gehört ganz wesentlich das Experimentieren mit Techniken, Druckvorgängen, Papieren etc. So haben es Rembrandt und Goya praktiziert und im 20. Jahrhundert Picasso und Matisse.
Zur Ausstellung erscheint ein Katalog für Euro 10 inklusive Versand im Inland.
Die Eröffnung findet am 06.09.2018 ab 18.30 Uhr statt.

Galerie Boisserée (Köln)

06.09.2019 - 30.11.2019 Georg Dokoupil - Zeichnungen - Works on Paper, anlässlich der DC-Open 2019
Martina Kaiser Cologne Contemporary Art (Köln)
Pressemitteilung
Martina Kaiser Cologne Contemporary Art

Georg Dokoupil – Works on Paper

DC-Open Galleries 2019

Die Galerie Martina Kaiser freut sich sehr, erstmals den Künstler Georg Dokoupil mit seiner Einzelausstellung Works on Paper in den Galerieräumen in Köln präsentieren zu dürfen.

Mit der Ausstellung kehrt Dokoupil symbolisch heim; denn hier, in der Bismarckstraße 50, widmete ihm Paul Maenz 1982 seine erste Einzelausstellung - und ebnete damit Dokoupils Weg als Künstler von Weltgeltung.

Die Ausstellung „Zeichnungen – Works on paper“ in der Galerie Martina Kaiser fokussiert die Papierarbeiten des deutsch-tschechischen Künstlers, die er als erste „Begegnung mit einer Idee, einem Einfall, einem Konzept“ bezeichnet. Trotz ihrer vermeintlichen Schlichtheit und einer fast klassischen Allure zeugen sie von Dokoupils immenser Komplexität, die sich aus seiner materiellen und schöpferischen Expertise, seinem selbstzitierten Spieltrieb, seiner Experimentierlust und seinen versierten Kommentaren zur Kunstgeschichte speist. Gezeigt werden seine ikonischen Seifenblasen, ausgewählte Arbeiten mit Kerzenruß sowie akademische Tuschezeichnungen, die das Sujet „Hand mit Blume“ aufgreifen. Ebenfalls zu sehen sind Dokoupils hochreduzierte, genuine Punkte-Linie-Zeichnungen, die er – gemäß der mathematischen Formel, dass eine Linie die Summe aus Punkten ist – als Weiterführung geometrischer Chiffren versteht.
Seinem Ruf als Experimentator wird er vor allem mit den ausgewählten Seifenblasen-Arbeiten gerecht, die als konzentrierte Erprobungen seines „Know-Hows“ beeindruckende Wirkung entfalten; und einmal mehr seinen Ansatz, Farbe von innen heraus aufzubauen und somit eine völlig neue Vision zu schaffen, verständlich machen.

Ji?i Georg Dokoupil, einst Mitstreiter der legendären Künstlergruppierung „Mülheimer Freiheit“, gehört zu den vielschichtigsten zeitgenössischen Künstlern. Und entzieht sich bis heute jeder gängigen Kategorie. Als Alchemist, Experimentator und Wegbereiter postkonzeptueller Malerei verschreibt er sich der Entwicklung neuer Mal- und Zeichentechniken. Anstelle des Pinsels, dem er als Arbeitsmaterial seit 1986 abgeschworen hat, nutzt Dokoupil Seifenblasenfänger, Kerzen und Reifen, statt Öl- oder Acrylfarbe Seifenlauge, Seifenschaum und Ruß.

Sein proteisches Werk – affektiv, mit allen Möglichkeiten von Materialität und Technik sowie mit multiplen Zitaten zur Kunstgeschichte spielend und vehement dem Hier und Jetzt verbunden – hat gleichsam einen eigenen Kanon begründet und fernab eines verpflichtenden Stils oder verpflichtender Inhalte eine neue Ära der ästhetischen Legitimation eingeläutet.

Die Ausstellung in der Galerie Martina Kaiser bildet einen bislang nicht gezeigten Querschnitt von Dokoupils zeichnerischem Œuvre ab und positioniert ihn als Künstler, der mit der Überwindung sowohl genrespezifischer als auch physikalischer und technischer Grenzen das Unmögliche möglich macht.

Nach seinem Kunststudium in Köln, Frankfurt und New York, wo er unter Hans Haacke lernte, gehörte Dokoupil (*1954) ab 1980 zur legendären Kölner Künstlergruppierung "Mülheimer Freiheit". Entdeckt und gefördert von Bruno Bischofberger und Paul Maenz folgten Anfang der 1980er Jahre erste Ausstellungen in Köln, Zürich und New York, u.a. bei den Stargaleristen Mary Boone (1983), Leo Castelli (1985) und Ileana Sonnabend (1986). 1982 nahm er an der documenta 7, an der ikonischen Berliner Ausstellung „Zeitgeist“ sowie an der 40. Biennale von Venedig teil. 1984 zeigten das Groninger Museum, das Kunstmuseum Luzern und das Folkwang Museum in Essen erstmals seine Arbeiten, es folgten Einzelausstellungen im MUMOK/Wien (1997), im Château de Chenonceau (1999), im Museo Nacional Centro de Arte Reina Sofia/Madrid (2002) sowie in der Nationalgalerie Prag und den Deichtorhallen in Hamburg (beide 2005.) 2012 wurde ihm der Lovis-Corinth-Preis verliehen. Seine Werke finden sich u.a. in den Sammlungen des Centre Pompidou/Paris, des Museum Ludwig/Köln sowie dem National Museum of Modern and Contemporary Art Korea/Seoul sowie in Privatsammlungen auf der ganzen Welt.
Dokoupil lebt und arbeitet in Berlin, Madrid, Prag und Rio de Janeiro. (Yorca Schmidt-Junker)

Martina Kaiser Cologne Contemporary Art (Köln)

06.09.2019 - 30.11.2019 Tim Breuer - Neue Arbeiten - anlässlich der DC-Open 2019
Martina Kaiser Cologne Contemporary Art (Köln)
Pressemitteilung
Martina Kaiser Cologne Contemporary Art

Tim Breuer – Neue Arbeiten

DC-Open Galleries 2019

Im Kabinett der Galerie Martina Kaiser werden erstmals ausgewählte Arbeiten von Tim Breuer gezeigt. Als Meisterschüler von Prof. Peter Doig absolvierte er 2017 erfolgreich sein Studium an der Kunstakademie Düsseldorf und erwarb im Sommer diesen Jahres seinen Mastertitel am Royal Collage of Art in London. In seinen Bildern erschafft er außergewöhnliche Bildwelten, die sowohl geheimnisvoll als auch doppeldeutig erscheinen.

„Es war nie meine Absicht reale Situationen zu definieren, sondern durch die Malerei einen
Ort zu erschaffen, an dem es dem Betrachter ermöglicht wird Unbekanntes zu entdecken und
Informationen aus unterschiedlichen Blickwinkeln zu lesen und zu hinterfragen“, so der
Künstler.

Als Ausgangspunkt dienen ihm unter anderem gesammelte Printmedien, die durch einen wechselnden Transformationsprozess digital am Computer, sowie durch analoge Zeichnungen verfremdet werden. Die Diskussion zwischen den digitalen Informationen und der Physikalität der verwendeten Materialien auf der Leinwand formt eine der Kernthematiken und soll darüber hinaus auch rhetorisch in den figürlichen Kompositionen aufgegriffen werden. Andersartige Gestalten, die teils mehr und teils weniger an die Realität gebunden sind dominieren den Bildraum, welcher durch die dunkle Farbwahl oft mysteriös wirkt.

Die großformatige Arbeit „Beam me up Scotty“ (2019) zeigt einen Astronauten im Anschnitt. Steigt er ins Bild und sucht nach jemanden oder versucht er vor etwas zu entkommen? Es sind genauso solche Situationen die den Betrachter fordern sollen, die kein Anfang oder Ende aufweisen, sondern durch die ermalte Tiefe auf einem mehrdeutigen Level kommunizieren. So ist der Inhalt einer einzelnen Arbeit nicht festgelegt sondern kann sich in der Interpretation des jeweiligen Betrachters selbst neu erfinden.

Tim Breuer, geb. 1990 in Aachen, lebt und arbeitet in Oslo.




Martina Kaiser Cologne Contemporary Art (Köln)

06.09.2019 - 05.10.2019 Benjamin Houlihan | Victor Stuhl
Thomas Rehbein Galerie (Köln)
Pressemitteilung
Thomas Rehbein Galerie
Dies ist die sechste Einzelausstellung von Benjamin Houlihan in der Thomas Rehbein Galerie. Der 1975 in Olpe geborene Künstler erhielt im Mai 2019 den Lothar-Fischer-Preis. 2020 findet eine umfassende Einzelausstellung des Preisträgers im Lothar-Fischer Museum/ Neumarkt statt.


Mitunter wurde die idealtypische Geschlossenheit der Form in der Kunst brutal aufgebrochen. Avantgardistische Bewegungen wie Kubismus, Dadaismus und Surrealismus trieben den Bruch mit dem herrschenden Kanon und der ästhetischen Konvention voran, aus dem die befreite, jedoch zugleich fragmentierte, zersplitterte Form hervorging.

Den jüngsten Werken von Benjamin Houlihan liegt weniger ein emanzipatorischer, gar provokativer Akt zugrunde, sondern vielmehr die konzentrierte Beschäftigung mit Gestaltungsprinzipien und formalen Möglichkeiten. Die Auseinandersetzung mit den einstigen Idealen von Einheitlichkeit und Vollkommenheit, Symmetrie und Schönheit erfolgt spielerisch und dient dazu, die Brüchigkeit der Form bzw. Figur in ihrer Vielseitigkeit auszuschöpfen.
Für die in der Ausstellung gezeigten Skulpturen und Zeichnungen orientiert sich der Künstler am Prinzip des Klappbilderbuchs, dessen Seiten – versehen mit Abbildungen von Tieren oder Menschen in typischer Haltung und Tracht – in einzelne Abschnitte zerteilt sind. Durch das getrennte Umblättern werden die jeweiligen Körperpartien der dargestellten Figuren, und damit ihre distinktiven Merkmale, durchmischt und neu kombiniert. Schräge, nicht mehr eindeutig identifizierbare Formfindungen bzw. Mischwesen entstehen.
Entsprechend falzt Houlihan ein Blatt Papier in gleichgroße Abschnitte, die er umklappt und mit zeichnerischen Mitteln ausfüllt, wobei diese uneinheitlichen Setzungen durch eine übergeordnete Idee von Form oder Figur lose zusammengehalten werden. In solchen Fällen folgt der Künstler zwar einem gedanklichen Bild von einem Stuhl, einer Banane, einem Heizkörper, einem Gesicht oder einer Vase, jedoch ist die Gliederung der Zeichnung losgelöst von einem logischen Aufbau der jeweiligen Form/Figur. Stattdessen ist die Komposition durch die Falttechnik und damit die Aufteilung in einzelne Felder bestimmt. Diese Segmentierung bewirkt die Loslösung der einzelnen untergeordneten Einheiten aus dem geschlossenen formalen Gesamtzusammenhang, zumal sich auch der zeichnerische Vorgang in einzelnen, mitunter zeitlich versetzten, Schritten vollzieht: Der Stift wird in jedem Abschnitt neu angesetzt, die Linie an der Knickkante aufgehalten, der Strich kommt zum plötzlichen Ende. Sprünge entstehen, wodurch das einheitliche bzw. ganzheitliche Bild unterbrochen wird und in Formfragmente zerlegt erscheint.
Zur weiteren Verfremdung und fragmentarischen Anmutung der einzelnen Partien tragen auch die verwendeten stilistischen Mittel bei. Ein Gesicht ist in vier Segmente unterteilt, die - obgleich allesamt



zeichnerisch - vollkommen verschiedenartige künstlerische Darstellungsarten vorführen. Während das Haupthaar mit sparsam und sorgfältig nebeneinander gesetzten Strichen in Bleistift gezeichnet ist, sind die darunter gelagerten Augenhöhlen in tiefschwarzer Tusche lavierend ausgeführt. Ein Abschnitt weiter stellt sich die stark abstrahierte Kinnpartie als Netzwerk aus hellen Kurven dar, umgeben von dichten Grafitschraffuren. Als zarte, gleichsam angedeutete Grafitspuren offenbaren sich die Kontur des Halses und der Ausschnitt eines Rundhalsshirts.
Im abrupten Wechsel zwischen zweidimensionaler und dreidimensionaler Darstellung koexistieren divergierende Formauffassungen auf einem Blatt: Rein grafische Partien treffen übergangslos auf plastisch modellierte oder auf flächig verdichtete Zonen.
Stuhl, Banane, Heizkörper, Gesicht und Vase erscheinen durch diese spielerische Kombinatorik unvereinbarer Gestaltungsweisen, die zwischen Abstraktion und Figuration changieren, grundsätzlich uneinheitlich.
Auch die Skulptur einer Banane ist zwar aus einem Guss, dennoch wurde der Zinnabguss von vier zusammengesetzten Stücken unterschiedlicher Bananen gefertigt – allerdings unter Beibehaltung der natürlichen Ordnung der Abschnitte. Diese vier gegeneinander verschobenen, verrutschten Teilstücke sind in einem prekären Balanceakt vereint, slapstickhaft ringen sie um Gleichgewicht. Mit einem verschmitzten Augenzwinkern scheint Houlihan bildhauerische Überlegungen zu Statik und Stabilität, sowie ein symmetrisches Austarieren zu parodieren.

Zwar fügen sich disparate Elemente in einer Zeichnung oder Skulptur zusammen, die offensichtliche Brüchigkeit der Gestalt bleibt jedoch bestehen. Nicht die Summe ihrer Bestandteile ergibt die Identität der neuen Kreation, die mit sich keinesfalls identisch sein kann, besteht sie doch aus einer heterogenen Ansammlung von Versatzstücken.
Wie bei den hybriden Gestalten der Klappbilderbücher wohnt auch den bildnerischen Erzeugnissen von Houlihan eine diskrepante Natur inne. Diese groteske – an Frankenstein gemahnende – Vielheit wird durch die forcierte Einheitlichkeit der Gestalt nicht überwunden.
Es geht also hier nicht um die Zerlegung eines Gegenstands und die Zusammenfügung der Einzelteile wie bei einem Puzzle, zur Wiederherstellung der verlorenen Einheit. Hier wird nichts repariert, keine weichen Übergänge geschaffen, Bruchstellen kaschiert. Die Dekonstruktion bleibt sichtbar, denn es geht hier vielmehr darum, den Gegenstand zu verrücken, um ihn besser zu sehen. Die Unvereinbarkeit der einzelnen Formabschnitte bedeutet die Veränderung des Blicks – die Beobachtung des Gegenstands, Abschnitt für Abschnitt. Während der Betrachtung kippt der Gegenstand und verschiedene Ansichten und Facetten kommen zum Vorschein. Ob frontal, seitlich, in Aufsicht, in Untersicht: Houlihan spielt mit den Dimensionen, springt zwischen den Blickwinkeln und Perspektiven hin und her. Letztlich zeigt sich in der Verschiebung der Wahrnehmung die Verwandlung des dargestellten Sujets im Auge des Künstlers – und des Betrachters.
(Bettina Haiss, 2019)

Thomas Rehbein Galerie (Köln)