Galerie Alfred Knecht auf der art KARLSRUHE 2025
H2/G22 und Skulpturenplatz H2/G20
Galerie Alfred Knecht | Informationen
Die Galerie Alfred Knecht ging aus der 1985 gegründeten Galerie und Artothek gruppe art-contact Karlsruhe hervor. Schwerpunkt der Galerie sind Ausstellungen mit Künstlerinnen und Künstlern, die aus der Karlsruher Kunstakademie hervorgegangen sind oder Lehrer hatten, die hier studierten: Klasse Prof. Hans Baschang – Kunstakademie München und Klasse Prof. Dieter Krieg – Kunstakademie Düsseldorf, die bei Herbert Kitzel und HAP Grieshaber studierten. Mit der Karlsruher Figuration – seit den 60er Jahren in aller Munde – wurden sie bekannt. Nicht vergessen darf man Franz Bernhard, ein Schüler Wilhelm Loths, der mit Holz und Eisen unverwechselbare Plastiken schuf.
Die Galerie Alfred Knecht präsentiert ihre Künstler und Künstlerinnen regelmäßig in Ausstellungen und nimmt an Kunstmessen teil. Neben langjährig vertretenen Künstlern*innen bleibt es ein entscheidendes Interesse der Galerie, Positionen junger Kunst zu vertreten, so auch in den regelmäßigen Ausstellungen WESTSÜD, in denen Studierende der Kunstakademie Karlsruhe präsentiert werden.
Die Galerie ist von Beginn der art Karlsruhe dabei, im Jahr 2026 das 23. Mal.
Die Galerie ist Mitglied im Bundesverband Deutscher Galerien und Kunsthändler e. V. (BVDG) und im Karlsruher Galerienverband.
Künstler und Künstlerinnen auf der art KARLSRUHE 2026
1 Achim Däschner | Malerei
Achim Däschner lässt sich in die Tradition des Künstlers als Multitalent und Forscher einordnen. Um sich künstlerisch auszudrücken, hält sich Däschner nicht mit Genregrenzen oder den Einengungen einzelner Techniken auf, sondern bedient sich aller Mittel, die dem Ausdruck seiner Sicht der Dinge, seiner Gedanken und Erkenntnisse Stärke und Klarheit verschaffen, mal als Bildhauer, Medienkünstler, Grafiker, Fotograf, Musiker und Lyriker. Fehlt auf diesem Weg eine Technik, wird sie kurzerhand in ausführlichen Experimenten als Eigenentwicklung neu erschaffen.
Was hierbei entsteht ist keinesfalls beliebig. Achim Däschner ist in all seinen Ausdrucksformen direkt erkennbar, der rote Faden deutlich sichtbar. In seinem unbändigen Streben, die Welt zu gestalten und mittels seiner Kunst auf den Punkt zu bringen, ist Däschners Mittel der Wahl die Reduktion. Treten bei einem Projekt durch Nachforschungen und Experimente schlussendlich Erkenntnisse zutage, verwirft Däschner einen Großteil der auf diesem Weg angesammelten gestalterischen Schlacken. Die daraus resultierenden Werke kommen oftmals schlicht, fast archaisch daher und lassen genau darin ihre Kraft erkennen. Gemeinsam ist allen Arbeiten, dass sie mit uns in Kommunikation treten und uns dabei genügend Raum für das eigene Wahrnehmen und Interpretieren lassen.
2 Isa Dahl | one artist:show | Malerei
Isa Dahl arbeitet seriell, setzt sich mit Bildformaten in wiederkehrenden Abfolgen auseinander. Ein fester Bestandteil ihres malerischen Werks ist nicht nur das quadratische Bild, besonders das Format in der Größe von ein mal ein Meter, das sich bereits am Ende ihrer Studienzeit in der Werkserie „Fassade“ findet und den abstrahierten Stadtraum zum Thema hat, und sich seither wie ein roter Faden durch das Werk zieht. Auch die Auseinandersetzung mit dem runden Bild, dem sogenannten Tondo, als dessen Ausgangspunkt Isa Dahl die Auseinandersetzung mit der Kunst der Renaissance in ihrer Zeit in der Villa Romana Florenz im Jahr 1995 beschreibt, ist ein Markenzeichen für ihre Arbeit geworden. Ihre Serientitel „wanderung“ „grow“, „als ob“, eben still“ und „bloom“ verdeutlichen Isa Dahls Überlegungen zur Malerei und dem Bild als Reflexionspunkt.
„Auch das Innehalten, zum Beispiel, in der Betrachtung eines Bildes, ist kein Stillstand, jeder Moment ist Vergänglichkeit unterworfen, so gesehen ist alles im Fluss. Ein Bild ist eine Projektionsfläche der eigenen Wahrnehmung, der eigenen Gedanken und ihrer Veränderung.“
Isa Dahl, 2023.
3 Guido Kucznierz | Zeichnungen
Guido Kucznierz, 1944 geboren in Breslau, studierte an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Karlsruhe.
Er hat seit seinem Studium in den 1960er-Jahren ein vielseitiges plastisches, malerisches und grafisches Gesamtwerk aufzuweisen, das in Fachkreisen bekannt ist und einen guten Ruf genießt. Nicht zuletzt sein Spätwerk verdient Beachtung. Wie bei früheren Arbeiten (etwa der Gruppe vegetabil anmutender Großplastiken) ist es geprägt von einem ebenso grundlegenden wie einlässlichen Interesse an der Natur. Sie bildet das Leitthema überaus differenzierter Zeichnungen, die dank ihrer aus mehreren Schichten farbiger Schraffuren aufgebauten Textur mitunter wie Gobelins wirken. Dabei nutzt Kucznierz als Bildträger für seine an Pflanzen, Zellstrukturen und generell an Wachstum erinnernden grafischen Geflechte großformatige Kartonagen, die als Verpackungen dienten. Die Materialwahl ist Programm: Ausdruck eines respektvollen Umgangs mit den Ressourcen, dem sich der Künstler schon lange, bevor er Common Sense wurde, verpflichtet fühlte.
(aus: Michael Hübl 2024)
4 Irmela Maier | Skulptur
Die zumeist plastischen Arbeiten von Irmela Maier zeugen in ihrer Materialkomposition von einem großen handwerklichen Geschick. Dabei arbeitet sie mit skurrilen Materialien wie Terrakotta, Kupferrecyclingmaterial, Drahtgeflecht, Holz und weiteren Abfällen. Die Künstlerin erfasst mit einer unbezweifelbaren Virtuosität Charakteristisches und dies ohne sichtliche Anstrengung. Dr. Kirsten Claudia Voigt in ihrer Rede zur Ausstellung 2014: „Zeichnend studiert sie seit Jahren in verschiedenen Zoos Schimpansen, Orang Utans, Gorillas, Drills und Mandrills. Aus ihrem Schaffen sind uns noch andere Tiere – darunter Elefanten, Marabus, Meerkatzen, Echsen und Wölfe – bekannt. Die Affen porträtiert sie und macht sie zuweilen zu Protagonisten allegorischer Inszenierungen. Es ist nicht zu vergessen und nicht zu übersehen, dass es sich um gefangene Tiere handelt – und wie bei jedem Zoobesuch schwingt auch in der Wahrnehmung dieser Kreaturen die leise Melancholie darüber mit, dass wir diese Tiere ihrer Freiheit beraubt haben, um sie beobachten und teilweise auch bewahren zu können – vor dem Aussterben, an dem wiederum wir vor allen anderen schuld sind. Natürlich werden wir uns schon im Angesicht dieser Überlegung unserer eigenen Befangenheiten und Gefangenschaften auch in verfehlten, gewohnten, politischen und sozialen, auch privaten Verhaltensweisen und psychischen Mechanismen gewahr. Max Ernst sprach im Titel einer kleinen Arbeit, die einen Vogel in einem Käfig zeigt und sich im Kunsthaus Zürich befindet, von den „imaginären Käfigen“. – Er war ein echter Optimist, denn er meinte, Käfige seien immer imaginär. Irmela Maiers Kunst kommt der Realität viel näher – auch ohne, dass sie einen Käfig zeigt.“
5 Franziska Schemel | Bildobjekte/Malerei
Franziska Schemel beschäftigt sich in ihrer Arbeit mit Themen des modernen Alltags, insbesondere im Lebensraum Stadt.
Die Umsetzung dieser Themen ist frei und abstrakt gehalten.
Kennzeichnend für ihre Arbeiten ist die klare und reduzierte formale Gestaltung und weckt so Assoziationen an die architektonische Formensprache der Moderne. Auch verwendet sie verschiedenste Techniken und Materialien wie z.B. Acryl, Pigment, Graphit, Sand, Steinmehle, Metall und auch eigene Fotografien.
Durch ihre individuelle Symbolik erinnern ihre Arbeiten an bestimmte Seheindrücke und Alltagserfahrungen. Die architektonisch inspirierten Raumbilder sind meist farblich und formal stark reduziert. Dank dem raffinierten Mischen von Acrylfarbe mit Pigmenten, Steinmehl und Sand konstruiert sie eine raue und gedämpft wirkende Struktur der Oberfläche, welche die Schwellensituation auf zwei Ebenen darstellt. Ihr Œuvre vereint ein geistiges Energiefeld und dem souveränen Umgang mit dem Raum, der als Flä che erscheint. Franziska Schemel montiert oft kleinformatige eigene Fotografien in ihre großflächigen Bildtafeln, an deren Schnittpunkten der Mensch steht. Entsprechend öffnet sich ein Fenster auf eine einsame Weit, die in die Illusion führt und das Künstliche unserer Umwelt offenbart.
6 Dieter Schosser | Malerei
Ideen suchte sich der Künstler in der Natur und verband gefundene Materialien mit farbigen Flächen und gezeichneten Linien in der Technik der Collage. Farbakzente, dynamische breite Pinselstriche schaffen eine "ästhetische Spannung" wie es Michael Hübl in dem
Katalogtext zur Ausstellung schreibt. Die Farbkombinationen und seine künstlerische Formensprache aus Linien, Kreisen, Dreiecken und Quadraten ist reduziert aber voller Spuren und Entdeckungen, wie es ein Ausstellungstitel Kreis, Dreieck und Quadrat ist nicht vieles und doch fast alles verrät.
7 ULRICH J. WOLFF | Radierungen
Das überraschend gewaltige Format, das fast schon körperliche Schwarz, die verschwenderische Fülle an technischer Finesse – die Radierungen von Ulrich Wolff ziehen den Betrachter mit einem mächtigen Sog in eine vage vertraute Welt, die in der künstlerischen Entfremdung eine unbekannte wie faszinierende Intimität gewinnt.
Aus der geordneten architektonischen Struktur von Mega-Cities und Wohntürmen heraus formt er mit seinem massiven Schwarz und dem reliefhaften, an organische Wachstums- oder geologische Zerfallsspuren erinnernden Carborundum-Prägedruck einen geheimnisvollen Organismus. Das Schwarz wird zum mysteriösen Behälter für das Leben, das die darin eingestreuten hellen Lichtzonen vermuten lassen.
Und dann spürt man noch dieses Atmen in den nicht greifbaren Zwischenräumen im Wechsel von Davor und Dahinter, von Sichtbarem und Erahntem in den Wald-, Feld- oder Wassermotiven.
Wolff lässt offen, wo und ob da in seinen schwarzen Gebilden Leben ist, ob wir die Radierungen als Bedrohung oder Faszinosum erleben sollen. Text: Thomas Kurtz
8 Daniel Wagenblast | Skulpturen | sculpture:place
Der Bildhauer Daniel Wagenblast *1963 in Schwäbisch Gmünd, hat sich in Stuttgart-Heslach eine ehemalige Kneipe zum Atelier umgebaut. Der Tresen, die Eckbänke und Stühle wurden mit Brecheisen und Motorsäge portioniert und zum Sperrmüll gestellt. Dort klopft er nun wochenlang an seinen Holzfiguren und an Wandreliefs. Er arbeitet immer nur an einer Figur, die großen Stämme liegen im nah gelegenen Garten und dort macht er auch die groben Sägearbeiten.
Die fertigen Skulpturen gehen in Ausstellungen oder zur Gießerei, in der Daniel Wagenblast seine teils großformatigen Skulpturen in Aluminium oder Bronze für den Aussenraum gießen lässt. Seine Figuren erzählen Geschichten vom Mensch in seiner Beziehung zur Welt, von Mobilität, teils provokant, teils voll Witz. Er interpretiert Dinge des alltäglichen Lebens. Die Irrationalität der motivischen Verknüpfungen, das Blow up der Gegenstände,die Verkehrung ihrer Proportionen und ihr instabiles Gleichgewicht sind charakteristische Stilmerkmale.
Daniel Wagenblast realisierte zahlreiche Platzgestaltungen und Skulpturen im öffentlichen Raum in ganz Deutschland, England, Polen, Italien und Frankreich.
Galerie Alfred Knecht (Karlsruhe)