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Pressemitteilungen
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12.04.2019 - 22.06.2019 William Anastasi
Thomas Rehbein Galerie (Köln)
Pressemitteilung
Thomas Rehbein Galerie
„William Anastasi ist ein US-amerikanischer Konzeptkünstler, der 1933 geboren wurde. Sein Geburtsjahr siedelt ihn genau zwischen Andy Warhol (*1928) und Robert Smithson (*1938) an. Er ist fünf Jahre jünger als Sol Lewitt (*1928) und zwei Jahre jünger als Robert Morris (*1931). Zu den anderen Künstlern, die heute noch aktiv sind und seiner Altersklasse angehören, zählen John Baldessari (*1931) und Hans Haacke (*1936). In anderen Worten, gehört Anastasi chronologisch zur ersten oder klassischen Generation der Konzeptkünstler.“

So beginnt der Kunsthistoriker Thomas Mc Evilley seinen Aufsatz „Setting the Record Straight: William Anastasi and the History of Conceptual Art“ (2001), in dem er William Anastasi einen prominenten Platz in der Riege der Protagonisten der Konzeptkunst zuweist, den ihm die Kunstgeschichte in ihrer bisweilen selektiven Schreibweise bislang versäumt hatte einzuräumen.

Seit 2002 hat die Thomas Rehbein Galerie das Werk dieses Pioniers der Konzeptkunst in 5 Einzel- und vier Gruppenausstellungen umfassend beleuchtet und die Bedeutung dieses innovativen Oeuvres, welches zahlreiche bekannte Künstler beeinflusste und epochale Werke vorwegnahm, herausgestellt.

Die jetzige Schau setzt in ihrer Sparsamkeit den Fokus auf Werke, die direkt, auch physisch, in den Ausstellungsraum eingreifen und damit die radikale Vorgehensweise von Anastasi besonders deutlich werden lassen, die er mal so zusammenfasste: „Eins, nur eins. Und einfach. So einfach wie einfach. Sogar dumm.“

In den aktuell gezeigten Werken reagiert William Anastasi auf den Akt des Ausstellens als einer Art sinnstiftenden Vorgangs. In dem das Atelierprodukt in einem institutionellen Rahmen (wie einer Galerie oder Museum) gezeigt wird, erlangt es eine Aufwertung und wird zum Kunstwerk erhoben. Im sprachlichen Zusammenhang entspricht diese Form von Wertschöpfung der symbolischen Aufladung von Zeichen und der kontextuellen Bedeutungsbildung. Anastasi reflektiert die Präsentation von Kunst mit allgemeinen Repräsentationsmechanismen, die vorrangig aus der Semiotik stammen.

Ausgehend von dem Verständnis, dass jeder Form ein Inhalt zugewiesen ist, dass jede Buchstabenfolge mit einer Bedeutung behaftet ist und jedes Kunstwerk als bildliche Darstellung eine Idee verkörpert, begibt sich Anastasi daran, diese konventionellen Paarungen, die als Unterscheidung zwischen äußerer Erscheinung und innerem Zustand der Referenzbeziehung zugrunde liegen, zu hinterfragen und aufzulösen. Im erweiterten Zusammenhang geht es Anastasi darum, die Schwelle zwischen Kunst und den Bedingungen ihrer Produktion, aber auch ihrer Präsentation aufzuheben.

In „Issue“ (1966) wird innerhalb der festgelegten Grenzen eines 12 cm breiten, vertikalen Streifens die Farbe und der Putz der Wandfläche zwischen Boden und Decke abgetragen. Das entfernte Material wird am Fuße und in Verlängerung dieses Streifens angehäuft. Durch diesen Eingriff wird die Wand als Ausstellungsfläche selbst zum ausgestellten Gegenstand.

Die Zeile „Reading a Line on the Wall“ (1967) vermittelt keine Aussage, die über sich hinausweist, es wird keine literarische Realitätsebene eröffnet. Die Erkenntnis, die dem Leser/ Betrachter zuteil wird, beschränkt sich einzig auf den Verweis auf den gleichzeitig stattfindenden Akt des Lesens und wirft den Betrachter auf seine gegenwärtige Situation zurück. Diesen selbstreferenziellen Kreislauf trifft man auch in „Free Will“ (1968) an. Eine Filmkamera ist auf einem Fernsehmonitor montiert und auf eine Raumecke gerichtet. Sie zeichnet die Raumecke auf, das resultierende Bild wird auf dem Fernsehmonitor übertragen. Die unmittelbar erfahrene räumliche Realität wird auf die Darstellungsebene gehoben, so dass eine Doppelung entsteht: Man sieht im Bildschirm das, was man auch ohne ihn an der gleichen Stelle sehen würde. In diesen geschlossenen Systemen der Selbstbezüglichkeit („self-sameness“) und Wiederholungen – der Titel erweist sich als ironischer Kommentar zur tautologischen Unausweichlichkeit – lösen sich die Grenzen zwischen Bild und außerbildlicher Realität auf, ebenso wie Sprache und außersprachlicher Referenzbereich in eins fallen.

Es ist nichts, außer was es ist – so könnte man auch die Arbeit „Sink“ (1963) zusammenfassen. Die Anleitung oder das „Rezept“, wie Anastasi sagen würde, lautet: „Legen Sie ein rechteckiges Stück warmgewalzten Kohlenstoffstahls auf den Boden. Gießen Sie ein wenig Leitungswasser darauf, damit die entstehende Pfütze ihre Position kurz vor dem Überlaufen innerhalb der Grenzen der Platte behält. Wiederholen Sie diesen Vorgang jedes Mal, wenn das Wasser verdunstet.“ Dieser scheinbar nüchterne Vorgang fügt dem verarbeiteten Stahl die Substanzen hinzu, die ihm im Zuge seiner Veredelung entzogen wurden und führt ihn mit der Zeit in seinen ursprünglichen Zustand als rohes Eisenerz zurück.

„Ohne Titel (Jacob´s Ladder)“ (1968) besteht aus einer Reihe von Nägeln, die in regelmäßigen Abständen in die Wand geschlagen wurden. Die durch Lichteinfall entstehenden Schatten verbinden die Nägel miteinander, so dass eine Linie entsteht. Die optische Erscheinung entsteht aus der Interaktion der Nägel mit dem Licht und der Wandfläche.

Anastasi überlässt die Dinge sich selbst, stets im Bestreben die ästhetische bzw. künstlerische Entscheidung auszuschließen. In dem er sich als Künstler in einen Zustand der „Dummheit, Ignoranz und Blindheit“ (Anastasi) versetzt, ist seine Handlung nicht kreativ motiviert, sondern wird einzig durch situationsbedingte Gegebenheiten und Zufälle bestimmt.

(Bettina Haiss, 2019)

Thomas Rehbein Galerie (Köln)

12.04.2019 - 14.04.2019 Discovery art fair cologne 12.-14. April 2019
Galerie Augarde (Daun)
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Galerie Augarde
Die Discovery Art Fair Cologne (ehemals KÖLNER LISTE) präsentiert zeitgenössische, junge Kunst in der wichtigsten Kunstwoche des Jahres in der Medienstadt Köln. Parallel zur Art Cologne wird in der imposanten Halle der XPost vom 12. – 14. April 2019 ein breites Spektrum an bezahlbarer Kunst gezeigt.
Die Galerie Augarde zeigt an Stand G16 Werke von folgenden Künstlern: Angelika Ehrhardt-Marschall, Heidrun Pfalzgraf, Lukas Frese, Tobias Stutz, Stefan Noss, Ali Zülfikar und Jhemp Bastin.

Galerie Augarde (Daun)

12.04.2019 - 04.05.2019 Eiko Borcherding - neue Zeichnungen
Kunsthandel Hubertus H. Hoffschild (Lübeck)
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Kunsthandel Hubertus H. Hoffschild
Gezeigt werden über 30 zum größten Teil neue Zeichnungen des Hamburger Künstlers Eiko Borcherding. Zur Eröffnung am 12. April um 19 Uhr spricht Dr. Thomas Gädeke, der Leiter der grafischen Sammlungen des Landesmuseums Schloss Gottorf in Schleswig.

Kunsthandel Hubertus H. Hoffschild (Lübeck)

27.03.2019 - 04.05.2019 Mauricio Salcedo – "Surrounding Periphery"
Galerie Boisserée (Köln)
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Galerie Boisserée
Anlässlich der diesjährigen Art Cologne zeigt die Galerie Boisserée in einer ersten europäischen Einzelausstellung Skulpturen des 26jährigen, in Bogotá/Kolumbien geborenen Künstlers Mauricio Salcedo.

Bogotá ist nicht nur die Hauptstadt von Kolumbien, sondern gehört mit über 8 Mio. Einwohnern auch zu den großen kolumbianischen Städten und liegt in über 2.500 Meter Höhe in einer Hochebene des südamerikanischen Landes. Dort wächst Mauricio Salcedo in bescheidenen Verhältnissen auf. Trotzdem gelingt es ihm, seinem großen Wunsch, Künstler zu werden, nachzukommen. Er schließt erfolgreich ein Kunststudium an der Universidad de Bogotá Jorge Tadeo Lozane ab, in dem er sich insbesondere mit Zeichnung, Graphik und Skulptur beschäftigt.

Sein skulpturales Werk setzt sich mit seinem unmittelbaren Lebensraum auseinander. In den neuen Stadtvierteln an der Peripherie von Bogotá wachsen die einfach aus Ziegeln und Lehm zusammengebauten Wohnräume wie Bienenwaben. Neu hinzugekommene Geschosse überkragen das darunterliegende. Die zum Teil schiefen und unregelmäßigen Gebilde haben eine organisch gewachsene Anmutung.

Als Salcedo bei seinem Großvater, einem Bauern auf dem Land, in der Ecke seines Wohnraumes ein Wespennest vorfindet, weist ihn der Großvater darauf hin, dass man es dort belassen müsse, weil "auch die ihre Existenzberechtigung hätten".

In Anlehnung an derartige Erfahrungen und in Folge der Auseinandersetzung mit architektonischen Formen der Viertel an der Peripherie von Bogotá lässt Mauricio Salcedo eigentümliche Skulpturen entstehen, die zum Teil frei im Raum stehen, an Wänden hängen oder in Raumecken installiert werden. Seine Kunst ist eine Spiegelung seiner unmittelbaren Umgebung, zudem eine Auseinandersetzung mit den gesellschaftlichen Strukturen Südamerikas. Der urbane Lebensraum ist nicht nur Inspiration seines künstlerischen Werks, sondern verweist auch auf die soziale, wirtschaftliche und politische Situation seiner Heimat Kolumbien.

Die erste Einzelausstellung von Mauricio Salcedo findet 2017 in der SGR Gallery in seiner Heimatstadt Bogotá statt. 2018 beteiligt er sich am Wettbewerb YICCA 17/18 (International Contest of Contemporary Art), einem internationalen Wettbewerb für junge Kunst, und gewinnt dort den 1. Preis. Die Abschlussausstellung wird im Mai 2018 in Mailand eröffnet.

Für die erste Einzelausstellung von Mauricio Salcedo in Europa hat ihn Thomas Weber, Galerie Boisserée, zu einem Aufenthalt als Artist in Residence nach Deutschland eingeladen. Für diese kleine Studioausstellung entstehen nur wenige Skulpturen, deren Einzigartigkeit und starke Persönlichkeit von großer Faszination sind.

Während der Ausstellung können diese auf der Homepage www.boisseree.com angesehen werden.

Galerie Boisserée (Köln)

27.03.2019 - 04.05.2019 Antoni Tàpies – Hommage an die Materie. Arbeiten auf Leinwand und Holz, Papierarbeiten und ausgesuchte Graphik.
Galerie Boisserée (Köln)
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Galerie Boisserée
Zum dritten Mal zeigt die Galerie Boisserée auf zwei Ausstellungsebenen eine umfangreiche Einzelausstellung des 2012 verstorbenen, international arrivierten Katalanen Antoni Tàpies, der zu den wichtigsten spanischen Künstlern der Gegenwart gehört.

Sein Name "Tàpies" bedeutet auf Katalanisch "Mauer", und viele seiner Bilder erinnern an von Narben und Zeichen der Jahrhunderte überzogene Mauerflächen. Es sind Gedanken und Erfahrungen des Künstlers, die sich in diesen Bildern verschlüsselt artikulieren. Viele seine Bilder sind folglich sehr materialbetont, entstehen durch Auftragen dicker Farbpasten, dem Abkratzen derselben, verbunden mit Collagen verschiedenster Materialien und Fundstücken sowie an Graffiti erinnernde Übermalungen. Seine Kunst ist voller Spiritualität, voller Rätsel und Geheimnisse. Doch seine Gemälde müssen nicht enträtselt werden, denn erst wenn "der Intellekt an der kurzen Leine ist, kann sich das Unbewusste entfalten" (Antoni Tàpies).

Die 1988 entstandene Leinwand "Pissarra" (Schiefertafel) ist das früheste Materialbild dieser Ausstellung, das viele dieser typischen malerischen Mittel beinhaltet. Es folgen weitere Arbeiten mit Materialcollagen, zum Teil auf Holz montiert, aus dem Spätwerk des Künstlers; darunter "Retrat de K" (2002, 114x146 cm), "Homenatge a la matèria" (2006, 195x130 cm) oder die schwarzweiße Leinwand "Samarreta i mitjó" (2007, 81x100,5 cm), in der Antoni Tàpies ein weißes Unterhemd mit einer schwarzen Socke in einen spannenden malerischen Dialog bringt. Ein Ensemble von fünf großformatigen Papierarbeiten (je ca. 110x70 cm) macht die Sensibilität des Künstlers deutlich, die sich trotz starker Collagen über das Medium Papier manifestiert. Diese Papierarbeiten stammen aus den Jahren 1988-1991 und verkörpern in ihrer souveränen Reduktion das malerische Spätwerk des Künstlers. Zwei dieser Arbeiten, ("Dues fletxes blanques" (Zwei weiße Pfeile) und "Cames" (Beine), waren bereits 1989 in der großen Ausstellung
"Tapiès – die achtziger Jahre" in der Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen in Düsseldorf vertreten.

Das graphische Œuvre von Antoni Tàpies ? dem begeisterten und renommierten "peintre-graveur" ? wird in der Ausstellung besonders mit Radierungen aus den letzten 20 Jahren gewürdigt. Diese, im Handel bisher kaum anzutreffen, können, was den künstlerischen Ausdruck und die Kreativität und Komplexität bei der graphischen Umsetzung betrifft, als Meisterwerke der Graphik bezeichnet werden. Nur ganz wenigen abstrakten Künstlern des 20. und 21. Jahrhunderts ist es gelungen, die Kraft ihrer Malerei auch in ihrer Druckgraphik zu fesseln – Tàpies gehört sicherlich dazu.
Viele seiner zum Teil mit Übermalungen versehenen farbigen Radierungen besitzen aufgrund der Carborundum- und anderer Prägetechniken eine plastische Qualität, die weit über das hinausgeht, was man bei Druckgraphik allgemein gewohnt ist. Beispiele hierfür sind das Blatt "Samaretta“ (Unterhemd, 1972) oder "Cobert de roig" (Bedeckt mit Rot, 1984) sowie "Forma diagonal" (1972). Seine Liebe zur Collage findet sich ebenfalls im graphischen Œuvre wieder. So findet der Betrachter in einigen graphischen Arbeiten Collagen von Stoff ("Díptic", 1988) dünnem Sperrholz ("Empremtes – Spuren“ 2003) oder sogar Stroh ("La paille" – das Stroh, 1969).

Die Galerie Boisserée zeigt über 50 graphische Arbeiten unterschiedlichster Formate, vorwiegend aus den letzten 25 Jahren. Aus dem Rahmen fällt das in Format, Umfang und Komplexität sicherlich außergewöhnliche, von Tàpies illustrierte Buch "Petrificada petrificante" mit Gedichten des mexikanischen Nobelpreisträgers für Literatur Octavio Paz.

Zur Ausstellung in der Galerie Boisserée erscheint ein Katalog mit über 50 Exponaten, 84 Seiten und 66 meist farbigen Abbildungen (Euro 10 inklusive Versand im Inland).

Galerie Boisserée (Köln)

22.03.2019 - 30.04.2019 nichts kommt von nachts
Galerie Köppe Contemporary (Berlin)
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Galerie Köppe Contemporary
Kevin A. Rausch, 1980 in Wolfsberg (Kärnten) geboren und heute in Wien lebend, ist ein exponierter, internationaler Repräsentant der jungen österreichischen Künstlergeneration. Seine Bilder entstehen in einem Mix von Spontaneität, Kalkül und Experiment. Sie sind charakterisiert durch eine spannungsvolle expressive Ästhetik zwischen Realismus und Abstraktion.

Die Kunst von Kevin A. Rausch speist sich aus vielen Inspirationsquellen, Rausch setzt auf die Mischung vieler Einflüsse. Übergänge zwischen ‚High and Low‘ sind charakteristisch. Der rasante Mix seiner Bildsprache aus Kunst, Underground, Street Art und Gestaltelementen des Punks lässt Bezüge zur jungen Protestkultur erkennen.

Sein Malprozess sei, wie Rausch einmal sagte, „ein Zumalen, Aufmalen, Wegmalen, Drübermalen und Auf- und Abtragen!“. Rauschs Bilder sind „Sedimentationen von Materialität!“, formulierte der österreichische Kunsthistoriker Florian Steiniger. Und tatsächlich wirken manche Bilder so, als ob aus den Tiefenschichten eine andere Dimension ins Bewusstsein dringt – oder als ob unter Malschichten Erinnerungsspuren an die Oberfläche hervortreten, gleich rätselhaften archäologischen Artefakten aus einer vergangenen Zeit.

Galerie Köppe Contemporary (Berlin)

14.03.2019 - 11.05.2019 ALTER - vom gelebten Leben und der Vergänglichkeit
GALERIE WIEDMANN (Stuttgart)
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GALERIE WIEDMANN
Jeder der sich die Fähigkeit erhält Schönes zu erkennen wird nie alt.
Franz Kafka
„Altern ist die größtmögliche Zumutung. Es ist grausam“ sagte die Schriftstellerin Angelika Schrobsdorff. Woody Allen meint dazu „du kannst hundert werden, wenn du alles aufgibst wegen dem du hundert werden
willst“.
Da ist Brigitte Bardot schon viel versöhnlicher „Es ist traurig alt zu werden, aber schön zu reifen“ und „Ich bin stolz auf meine Falten. Sie sind das Leben in meinem Gesicht.
Dazu Marc Chagall „Die Leute, die nicht zu altern verstehen, sind die gleichen, die nicht verstanden haben jung zu sein.“
Über das Altwerden und die Jugend gibt es unzählige Zitate. Die Lebensmitte dagegen scheint vergleichsweise uninteressant.
Das Aufgehen der Saat und das Verwelken fasziniert uns am meisten.
Solange wir jung sind, sind wir uns sicher:
ICH WILL ALT WERDEN.
Warum? Weil wir nicht sterben wollen.?
Das ist vielleicht der gewichtigste Grund für den Wunsch nach dem Altwerden. Aber bitte nur selbstbestimmt bei körperlicher und geistiger Fitness. Altwerden ja, aber bitte gesund.
Geht das? Heißt Altwerden nicht auch den Verfall und die Vergänglichkeit zu akzeptieren und anzunehmen?
Die Galerie Wiedmann und der Initiative Demenzfreundliches Bad Cannstatt haben sich gemeinsam diesem schwierigen und faszinierenden Thema angenommen.
Die Künstler Tobias Kamischke, Wolfgang Schulze, Thomas Wagner und Laura Zalenga zeigen den letzten Lebensabschnitt. Teilweise beängstigend und verstörend, emotional und dokumentarisch oder hoffnungsvoll und lebendig.

GALERIE WIEDMANN (Stuttgart)

07.03.2019 - 13.04.2019 „Wo höhere Wesen befahlen“ - Heinrich Nüßlein & Friends
Galerie Guido W. Baudach (Berlin)
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Galerie Guido W. Baudach
Die Galerie Guido W. Baudach freut sich, unter dem Titel „Wo höhere Wesen befahlen, ...“ eine Serie von Bildern des medialen Malers Heinrich Nüsslein (1879 – 1947) zu präsentieren. Der in ihrer Art wohl einmaligen, ursprünglich aus einer Berliner Sammlung stammenden Gruppe typischer, expressiv-phantastischer Landschafts- und Porträtgemälde des wenig rezipierten Außenseiters sind Arbeiten einiger ausgewählter zeitgenössischer Künstler zur Seite gestellt, deren jeweilige Praxis neben der gemeinsame Vorliebe für bestimmte klassische Sujets und unkonventionelle Gestaltungsformen vor allem durch die Neigung zu intuitiven Setzungen eine gewisse Nähe zu Heinrich Nüsslein aufweist, darunter Gotscha Gozalishvili, Thomas Helbig, Andy Hope 1930, Erwin Kneihsl, Markus Selg und Thomas Zipp.
Doch während Nüsslein in okkultem Aberglauben der Überzeugung anhing, in seinen schnell gemalten Öllasuren übersinnliche Eingebungen aus der Geisterwelt auszuführen, weshalb er sich auch nicht als Urheber seiner Werke begriff und diese weitestgehend unsigniert beließ, trifft man bei den genannten Künstlern der Gegenwart auf keinerlei esoterische Verstiegenheit. Vielmehr praktizieren sie eine rational-kalkulierte Offenheit gegenüber Momenten des Grund- und Absichtslosen sowie des Zufälligen innerhalb des eigenen Schaffensprozesses; eine Offenheit, welche sie ebenso selbstverständlich wie pathosfrei für ihre Kunst nutzbar machen; ganz ähnlich, wie dies bekanntlich bereits die Surrealisten und andere Künstler der Moderne und Postmoderne mit ausdrücklichem Bezug auf insbesondere die Art brut getan haben; allerdings ohne die dabei häufig anzutreffende Ironie und Selbstgefälligkeit, sondern mit echtem professionellen Interesse und aufrichtigem kollegialem Respekt für die Kunst von Außenseitern wie Heinrich Nüsslein.

Galerie Guido W. Baudach (Berlin)

23.02.2019 - 18.04.2019 Trilogie-Erzählungen über den Menschen
Galerie Augarde (Daun)
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Galerie Augarde
Angelika Ehrhardt-Marschall/ Ali Zülfikar/ Stefan Noss
Malerei - Zeichnung
Ausstellung vom 23.2.2019 bis 18.4.2019

Angelika Ehrhard-Marschall Angelika Ehrhardt-Marschall (geb. in Bielefeld) ist seit 1994 als freischaffende Künstlerin tätig. In ihrem Schaffen widmet sie sich immer wieder geschichtlichen Themen, ein Schwerpunkt bildet die intensive Auseinandersetzung mit dem Thema „Hexenverfolgung“, mit dem sie in zahlreichen Ausstellungen zu sehen war, u.a. 2015 im Palazzo Albrizzi zur 1. Triennale in Venedig (Begleitveranstaltung zu Biennale). In ihrem aktuellen Werkzyklus „Maikäfer flieg“ spürt sie der Bedeutung der Mutter-Kind-Beziehung in Zeiten von Krieg, Flucht und Migration nach. Mit zartem, reduziertem Strich zeigt sie die Zerbrechlichkeit des Daseins auf.
Angelika Ehrhardt-Marschall lebt in Remagen.

Ali Zülfikar (geb. in Yavuzeli/Türkei) studierte Kunst an der Firat Universität in Elazig bei Prof. Memduh Kuzay und Cemal Arslan. Zülfikar ist ein Meister der Zeichenkunst. Er portraitiert Menschen mit dem Bleistift in überlebensgroßer Dimension, die eindrucksvoll die Physis des menschlichen Gesichts darstellen. Charaktere von außerordentlicher Präsenz werden sichtbar. Für Zülfikar ist künstlerisches Schaffen in besonderer Weise ein Raum der Freiheit, was zuletzt in seinem kritischen Erdogan-Portrait, das in einer Ausstellung in Linz zu sehen war, für eine breite Öffentlichkeit erfahrbar wurde.
Ali Zülfikar lebt in Köln.

Stefan Noss (geb. in Stuttgart) studierte bei Adolf Frohner an der Hochschule für angewandte Kunst in Wien, dann an der Düsseldorfer Kunstakademie in der Meisterklasse von A. R. Penck. Seine Arbeiten begegnen als ein faszinierendes, farbenkräftiges Gewebe, als dessen Leitmotiv in unendlichen Variationen der Mensch erscheint. Gliedmaßen, Physiognomien, Köpfe formieren sich zu einer vielschichtigen Matrix. Große Anziehungskraft haben die Gesichter in ihrer fast skizzenhaften Reduktion. Nie ganz ausgeführt sind sie mehr Andeutung als Festschreibung, flüchtig in ihrer Form und zugleich von außergewöhnlicher Expressivität.
Stefan Noss lebt in Oberwinter.

Die Ausstellung präsentiert drei Künstler, in deren Schaffen der Mensch im Mittelpunkt steht. Ihre Werke verbindet in aller Unterschiedlichkeit ein faszinierendes narratives Element. In authentischen künstlerischen Positionen öffnen sich ihre Zeichnungen, Collagen, Bilder zu expressiven Erzählungen über den Menschen: über seine Geschichtlichkeit (Angelika Ehrhardt-Marschall), Widerständigkeit (Ali Zülfikar) und Vielschichtigkeit (Stefan Noss).


Wir laden Sie, Ihre Familie und Freunde herzlich ein zur Vernissage am
Freitag, den 22. Februar 2019 um 19 Uhr
Einführung in die Ausstellung: Beatrice Fermor, Atelier für Sprache und Literatur Remagen
Musikalische Begleitung: Josef Marschall ( Piano ), Komponist und Musiker
Im Rahmen der Ausstellung bietet die Galerie:
Kunst, Lesung und Musik
Am Freitag, den 22. März 2019 um 19.00 Uhr
Vom Geheimnis der Liebe - eine musikalische Lesung
Poesie und Klavierimprovisationen bringen das geheimnisvolle Gefühl der Liebe, das uns ein Leben lang bewegt, im Zusammenspiel von Wort, Kunst und Klang zum Aufleuchten.
Ausführende:
Sprecherin: Beatrice Fermor
Klavier : Josef Marschall


Galerie Augarde (Daun)

23.02.2019 - 30.03.2019 nature blossom
Thomas Rehbein Galerie (Köln)
Pressemitteilung
Thomas Rehbein Galerie
In seiner aktuellen Werkreihe konzentriert sich Leif Trenkler in formaler und historischer Reflexion auf die malerische Tradition der Darstellung einer Wasser- und Pflanzenwelt. Insbesondere Orte, in denen Vegetation und Architektur eine metaphorische Rolle spielen, werden zum Schauplatz seiner Malerei.

(...) „Es sind magische Momente, die Leif Trenkler in seinen Bildern festhält, und ihre Magie liegt darin, dass sie als genau das kenntlich werden: als Momente. Als kleinste Elemente einer Strecke, die keinen Anfang hat und kein Ende. Augenblicke nur, mehr haben wir nicht. Drei Sekunden lang empfinden wir ein Jetzt, so haben Hirnforscher errechnet, dann taucht die Welt in Vergangenheit.“

(...) So schnell ist das alles vorbei. Ein Flügelschlag, ein Nachmittag (schon wachsen die Schatten), ein Sommer (schon färbt sich das Laub), eine Kindheit, das Leben. Nichts war und nichts wird sein. Keine Geschichte, keine Bestimmung, nur zitterndes Licht und Illusion.
Trenkler ist Maler. Ein Handwerker, streng genommen. Seine Methode, das Größte im Kleinsten sichtbar, nein - ahnbar zu machen, braucht ein paar Hilfsmittel. Die Kamera ist das erste. Trenkler behandelt sie mit der gebotenen Nachlässigkeit. Er fotografiert, was seine Aufmerksamkeit erregt, spontan, ohne mehr als die unbedingt nötige Sympathie für die Technik und das Verfahren, ohne den Ausschnitt zu bestimmen oder präziser zu fokussieren, als der Apparat es von sich aus tut.“

(...) Das zweite Hilfsmittel des Künstlers ist der Ortswechsel. Trenkler bereist Ungarn und China, Brasilien, Polen, die Türkei und Arizona: Das Ziel sei eigentlich zweitrangig, sagt Trenkler. Ihm genüge schon die Tatsache einer Veränderung.“

(...) Sein drittes Hilfsmittel: Trenkler nimmt Bezug auf die Geschichte seiner Zunft. Er erweist Vorläufern und Zeitgenossen ehrfürchtige Referenz, versichert sich ihres Beistands und beugt sich den Exerzitien, die das Genre ihm auferlegt. Er malt auf Holztafeln, wie es die mönchischen Meister der Frührenaissance getan haben, Masaccio und Fra Angelico, Piero della Francesca und Jan van Eyck, die ihr neues Menschenbild der Sprödigkeit des Materials abringen mussten. Solcher Widerstand, sagt auch Trenkler, mache den Kampf um das Bild physisch erlebbar; Holz als Malgrund dämpfe die Farbigkeit und damit die eitle Lust an allzu hurtig gesetzten Glanzlichtern. Es befördere die Demut.“

(...) „Leif Trenkler malt diese Bilder in Öl auf Holz wie die Meister der Renaissance. In Szenen, die aus dem Traum heraufdämmern, wie bei den Surrealisten. Er ist ein Romantiker“

(aus einem Text von Dr. Martin Tschechne, 2009)

Thomas Rehbein Galerie (Köln)

25.01.2019 - 20.04.2019 Oto Piene - Lichtballett
Martina Kaiser Cologne Contemporary Art (Köln)
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Martina Kaiser Cologne Contemporary Art
Ausstellungseröffnung: Otto Piene – Lichtballett am Freitag, 25. Januar 2019

Die Galerie Martina Kaiser freut sich sehr, bereits zum zweiten Mal Werke des Zero-Künstlers Otto Piene, einem der großen Avantgardisten der deutschen Nachkriegskunst in einer Einzelausstellung zeigen zu dürfen. Utopist, Philosoph, Wissenschaftler und Friedensbotschafter: Otto Piene (1928-2014) gehört zu den vielseitigsten und visionärsten deutschen Künstlern des 20. Jahrhunderts und hat als Wegbereiter der Licht- und Feuerkunst sowie der Sky Art Weltruhm erlangt. 

Mit Lichtballett zeigt die Galerie Martina Kaiser einen sorgsam kuratierten Ausschnitt von Otto Pienes lichtkinetischer Kunst, darunter den ikonischen Messingwürfel Pirouette, das Kupferwerk Copper Play sowie Licht- und Keramikraster aus seinem letzten Werkzyklus. Daneben werden auch ausgewählte Keramiken, wie die Luftbilder und Lüster-Arbeiten zu sehen sein. 

Bereits in den 1950er Jahren zeichnete sich ab, dass Otto Piene keine herkömmliche Künstlerkarriere durchlaufen würde. Er brach konsequent mit den Statuten des bis dahin geltenden Kunstkanons; statt des klassischen Tafelbildes oder der rein statischen Skulptur proklamierte der gebürtige Westfale eine Kunst, die sich an der Kinetik sowie den Elementen und den Gesetzen der Natur orientieren und diese gezielt mit einbinden sollte. Sein Ansinnen, der Kunst einen sprichwörtlichen Nullpunkt aufzuerlegen und damit einen symbolischen Neuanfang zu markieren, gipfelte 1957 in der Gründung der ZERO-Bewegung, die er zusammen mit seinem Künstlerkollegen Heinz Mack anstieß. 1961 trat Günther Uecker der ZERO-Gruppe bei und so sollte das Trio von Düsseldorf aus eine wahre Kunst-Revolution lostreten…

Piene fokussierte sich in seinen Werken vor allem auf Licht, das er wahlweise in Rasterbildern sowie motorbetriebenen Objekten und Installationen „tanzen“ ließ - und es damit vom Himmel entkoppelte und in den White Cube überführte. Seine zunächst hand-, dann motorbetriebenen Lichtballette weitete er zu ganzen Lichträumen aus, wo sublime Illuminationseffekte und rhythmische Schwingungen eine Transformation des geschlossenen Raums bewirken. „Wir können gar nicht genug Licht schaffen, denn unsere Welt ist dunkel und zulange dunkel gewesen. Wir brauchen das Licht, es ist deshalb auch ein wesentlicher Teil meiner Arbeit.“, so Otto Piene.

Doch genauso ging er den umgekehrten Weg, vom inneren in den äußeren Raum und konzipierte bahnbrechende Maltechniken und gigantische Plastiken, die als „Kunst für den Luftraum“ nichts weniger als die Eroberung des Himmels anstrebten. Was in einem anmutigen, äußerst poetischen Spiel aus Licht, Luft, Erde und Farbe gipfelte.

Die Virtuosität und Einzigartigkeit von Pienes Arbeiten ist nicht zuletzt seiner wissenschaftlichen Expertise geschuldet. So war er neben seiner Ausbildung an den Kunstakademien von München und Düsseldorf und seinem Philosophiestudium an der Universität Köln auch Resident Fellow und später Direktor am US-amerikanischen Center for Advanced Visual Studies, einem künstlerischen Forschungszentrum mit Anbindung an das weltberühmte MIT in Boston. Dort trieb er die Verschmelzung künstlerischer und technischer Innovationen voran, die sich dann in seinen Licht-Objekten, der Sky Art und den nicht minder berühmten Feuerbildern wiederfinden sollten.

Otto Piene wurde 1928 in Bad Laasphe/Westfalen geboren und verstarb 2014 in Berlin. Er lebte und arbeitete in Düsseldorf, in Groton/Massachusetts sowie in Boston, wo er von 1974-1994 als Direktor des Center for Advanced Visual Studies tätig war. Als Gastprofessor wirkte er an der University of Pennsylvania und am MIT Cambridge. Seine Werke sind in zahlreichen öffentlichen wie privaten Sammlungen auf der ganzen Welt vertreten. Zudem nahm er mehrfach an der documenta teil und gestaltete sowohl 1967 als auch 1971 den deutschen Pavillon auf der Biennale di Venezia. Ausstellungen widmeten ihm unter anderem das Leopold Hoesch Museum in Düren (2010), das Solomon R. Guggenheim Museum in New York (2014), die Neue National Galerie und die Deutsche Bank KunstHalle, Berlin (2014), das Stedelijk Museum in Amsterdam (2015), die Langen Foundation in Neuss (2014) sowie das Tehran Museum of Contemporary Art im Iran (2016). Piene war Träger vieler renommierter und internationaler Kunstpreise sowie des Verdienstkreuzes 1. Klasse der Bundesrepublik Deutschland. (Yorca Schmidt-Junker)

Martina Kaiser Cologne Contemporary Art (Köln)

12.01.2019 - 27.03.2019 Thomas Hoepker - Strange Encounters
in focus Galerie (Köln)
Pressemitteilung
in focus Galerie
Eröffnung am Samstag, den 12. 01. von 19 – 21.30 Uhr. Thomas Hoepker kommt zur Eröffnung.


Thomas Hoepker (*1936, München) gilt als einer der bekanntesten Reportagefotografen der Welt. Anfangs als Fotoreporter und Korrespondent für den “stern” unterwegs, fotografierte er weltweit und machte unter anderem Bilder, die von zeitgeschichtlicher Bedeutung sind. Später wurde er Art Director beim stern, Executive Editor bei GEO und Präsident von Magnum Photos. Damit etablierte sich Hoepker in einigen der wichtigsten Positionen der internationalen Fotoszene. Buchprojekte, Filmproduktionen und unzählige Ausstellungen in den wichtigsten Museen und Galerien der Welt folgten.

Die Ausstellung "Strange Encounters" (merkwürdige Begegnungen) zeigt skurrile und humorvolle Beobachtungen, die Thomas Hoepker auf seinen Reisen machen konnte.

"Als Fotojournalist, arbeitend für Zeitungen und Magazine, ist man oft mit den eher schlechten Situationen konfrontiert. Aber schon bald entdeckte ich, dass dort auch lustige oder merkwürdige Begegnungen zu finden sind, die es wert sind fotografiert zu werden." (T. Hoepker)

Daneben zeigt die in focus Galerie, Köln die berühmtesten Fotografien aus Thomas Hoepkers langer Karriere.

Öffnungszeiten:
Di. - Fr. 16 - 19 Uhr, Sa. 11 - 15 Uhr

über Karneval vom 28.02.2019 bis zum 06.03.2019 geschlossen.

in focus Galerie (Köln)