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Pressemitteilungen
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21.03.2026 - 18.04.2026 – ANIMA MUNDI, Alte Liebe, Neue Liebe, Gartenbild, Cut-up ...
Galerie Boisserée (Köln)
Pressemitteilung
Galerie Boisserée
Die Galerie Boisserée freut sich, eine Einzelausstellung mit Editionen von Imi Knoebel zu eröffnen. Zuletzt waren seine Werke in einer Studioausstellung im Jahr 2024 zu sehen.

Imi Knoebel wurde 1940 in Dessau geboren und hatte seine Kindheit in Dresden verbracht. Bereits im Jahr 1950 zog die Familie nach Mainz, wo er aufwuchs und ab 1962 im nahegelegenen Darmstadt die Werkkunstschule besuchte. Damit wurde der Grundstein für seine künstlerische Laufbahn gelegt, die ihn schon zwei Jahre später, ab 1964 an die Kunstakademie Düsseldorf führte. Fasziniert von der Kunst und vor allem von der Persönlichkeit Joseph Beuys`, strebte Knoebel eine Aufnahme in die berühmte Beuys-Klasse an.

Schon in den ersten Jahren auf der Werkkunstschule erlernte Knoebel konkrete Gestaltungsprinzipien, die auf den Inhalten der Bauhaus-Lehre basierten. Diese Grundlagen trafen auf die Forderungen von Joseph Beuys, den Kunstbegriff und damit auch die Gesellschaft radikal zu verändern. Knoebel interpretierte diese gedanklichen Ansätze für sein eigenes Werk und begann, seine Arbeiten von jeglicher Funktion, von Inhalt und von Erzählung zu befreien. All diejenigen Aspekte, die Kunst eigentlich erst mit Bedeutung erfüllen.

Imi Knoebel gestaltete seine Arbeiten unter der Prämisse einer starken Reduktion der Ausdrucksformen auf Linien und Flächen. Er arbeitete mit Holz- oder Aluminiumplatten, die er teils einzeln, teils übereinandergeschichtet anordnete. Die Werke stehen skulptural im Raum oder werden als Wandinstallationen gezeigt. Durch die klare Reduktion konzentriert sich die Wahrnehmung auf die Präsenz dieser Formen im Raum. Die Prinzipien von Raum, Form und Licht und deren Zusammenwirken übernehmen somit die Funktion, die sonst dem Dargestelltem, dem Bildinhalt zugeschrieben wird.

Ab 1974 hält die Farbe Einzug in Knoebels Werk. Damit eroberte er eine vierte Dimension neben den bisherigen werkbestimmenden Faktoren Raum, Form und Licht. Durch die Farben verstärkt sich die sinnliche Rezeption seiner Arbeiten um ein Vielfaches. Eine weitere Bedeutungsebene fügt Knoebel seinen Arbeiten mit den teils kryptischen Bildtiteln hinzu. Diese sind oft Abkürzungen oder Buchstabenfolgen, die nie erklärt werden und die in der Betrachtung oft nur teilweise entschlüsselt werden können.

In der Ausstellung sind Editionen aus verschiedenen Werkreihen zu sehen, die im Zeitraum von 2002 bis 2023 entstanden sind.

Die Ausstellung ist vom 21. März bis zum 18. April 2026 in der Galerie Boisserée zu sehen.

Galerie Boisserée (Köln)

15.03.2026 - 23.05.2026 Ulrich Grimm - Geschichten eines Druckers
Galerie Tobien GmbH (Husum)
Pressemitteilung
Galerie Tobien GmbH
Im Mittelpunkt der Ausstellung stehen außergewöhnliche Werke aus der Druckwerkstatt von Ulrich Grimm, entstanden in enger Zusammenarbeit mit Künstlerinnen und Künstlern aus dem In- und Ausland.
Anlass ist der bundesweite Tag der Druckkunst, der die traditionellen Drucktechniken würdigt. Am 15. März 2018 wurden die traditionellen Drucktechniken von der Deutschen UNESCO-Kommission in als immaterielles Kulturerbe anerkannt.

Seit Mitte der 1980er Jahre fertigt der Drucker, Verleger und später auch Galerist Originalgrafiken, Grafikmappen, Künstlerbücher und Kalender im Siebdruckverfahren an. Gezeigt werden Werke aus mehreren Jahrzehnten von prägenden Positionen der ostdeutschen Grafikszene und internationalen Künstlerpersönlichkeiten.

Ulrich Grimm gründete 1986 eine eigene Siebdruckwerkstatt, zu einer Zeit, in der künstlerisches Arbeiten in der DDR stark von staatlichen Strukturen bestimmt war. Die Aufnahme in den Verband Bildender Künstler der DDR war Voraussetzung für eine künstlerische Tätigkeit, für einen Drucker jedoch keinesfalls eine Selbstverständlichkeit. Es gelang Ulrich Grimm sich als versierter Drucker zu etablieren. Seine Werkstatt entwickelte sich zu einem gefragten Partner für zahlreiche Kunstschaffende.

Private Druckwerkstätten boten damals Künstlerinnen und Künstlern Möglichkeiten zu unabhängigerem Arbeiten, insbesondere bei kleineren Auflagen, die von der Zensur meist verschont blieben. Damit wurden sie zu wichtigen Orten des kreativen Austausches und der künstlerischen Eigenständigkeit.

Mit dem politischen Umbruch erweiterte sich das künstlerische Netzwerk. Künstlerinnen und Künstler aus Westdeutschland, dem europäischen Ausland und den USA arbeiteten fortan mit der Magdeburger Werkstatt zusammen. Über Jahrzehnte hinweg entstand so eine bedeutende Sammlung, die eindrucksvoll die Entwicklung zeitgenössischer Druckgrafik dokumentiert.

Ulrich Grimm ist zur Ausstellungseröffnung persönlich anwesend. Im Rahmen der Vernissage wird Marid Taubert, die Inhaberin der Galerie Tobien, mit Ulrich Grimm ein Interview führen, in dem er über die Gründung seiner Werkstatt in der DDR, über künstlerische Freiräume, Herausforderungen und über vier Jahrzehnte Zusammenarbeit mit Künstlerinnen und Künstlern berichtet.

Galerie Tobien GmbH (Husum)

14.03.2026 - 24.04.2026 65 Jahre Galerie Rottloff. Elisabeth Nüchtern - Zu bunt? Na und!
Galerie Rottloff (Karlsruhe)
Pressemitteilung
Galerie Rottloff
Foto: Elisabeth Nüchtern, "Und hinter allen Streifen ein Quadrat", 2025, Acryl/Leinwand, 50x70 cm

Galerie Rottloff (Karlsruhe)

30.01.2026 - 04.04.2026 Fluidity of Presence
REHBEIN Galerie (Köln)
Pressemitteilung
REHBEIN Galerie
Anya Janssen malt Menschen, Personen, ihre Auren, ihre Geschichten. Das, was jene umgibt. Sie findet in diesen
Verbindungen eine Essenz, die sie auf die Leinwand bringt. Sie ist fasziniert von Menschen, die scheinbar an
einer Schwelle stehen; in ihrem Denken, ihrem Leben und ihren Emotionen.
Janssen arbeitet mit Musen. Der Begriff der Muse hat in der Kunstgeschichte eine lange Tradition. Häufig ist
dieser mit einem idealisierten, passiven Bild der Frau verbunden, die als Inspirationsquelle für den männlichen
Künstler diente. Doch trägt das Wort Muse im Ursprung den Atem sehr alter Zeiten mit sich. Es stammt aus dem
Griechischen: mo?sa, und bezeichnete ursprünglich kein Modell, kein stilles Gegenüber, sondern eine Göttin des
Klanges, des Wissens, des Erinnerns. So arbeitet Anya Janssen mit ihren Musen im herkömmlichen Sinne des
Wortes. In ihren neuesten Werken arbeitet sie eng mit der Performerin Britt Liberg zusammen.

Britt Liberg ist Tänzerin, Performerin, eine Stimme und ein Körper, der in der Bewegung verrät, dass wirkliche
Präsenz sichtbar gemacht werden kann. Libergs Bewegungen sind ein Flüstern und eine Botschaft. Leise, sanft,
laut und deutlich zugleich. Ihr Tanz ist immer die Aussage eines Moments: spontan, individuell, die Seele
entblößend. Er ist der intuitive Umgang mit Raum und Zeit, der durch die Performance einen Grund erlangt. Und
gleichzeitig ist ihr Tanz eine Gegenhaltung zur überschwemmten, bildüberfluteten und unklaren Welt des
allumgebenden Digitalen. Ihre Perfomances stoßen Gedanken an, zeigen und geben einen Rhythmus, einen
Funken, der ein Stück vom Chaos ordnet und die Betrachtenden erleben lässt, dass das Jetzt ein Ort ist.

Anya Janssen malt in ihren neuen Gemälden Portraits, die auf einer Perfomance von Britt Liberg beruhen, die sie
für die Malerin und die Zusammenarbeit mit ihr entwickelt hat. Doch es geht Janssen nicht um die Nachahmung
von Bewegung, sondern um das Wesen des Ausdrucks. Sie sind ein Echo des Intimen, wie ein in Stille vollzogenes
Ritual, das die Inbrunst des Geborgenen, Persönlichen und Ursprünglichen, wie eine Spur der Bewegung,
nachhallen lässt. Dabei fängt sie stets auch Transformationen ein und erweitert diese durch Farbe. Teilweise
werden Farben eingesetzt, die im Dunkeln leuchten. Durch die Malweise wirken die Portraitierten immer wie in
einem Übergang. Nicht gefangen, sondern gehalten. Anya Janssens Gemälde erkunden die Skala zwischen
Anwesenheit und Abwesenheit, Präsenz und Reminiszenz, Bewegung und Stille. Sie sind Widerhall und Nachhall
und fangen mehrere Zeitlichkeiten in einem Bild ein.
Sie sind das, was da ist und das, was danach bleibt, wenn jemand einen Raum mit Anwesenheit gefüllt hat.
Denn auch Absenz hinterlässt das Gefühl einer Präsenz. Ein sichtbares Loch in der Luft, das eben noch gefüllt
war mit Leben. Die Muse denkt, sinniert, erinnert; sie gibt Bedeutung. Es ist nicht das Schöne, um das es geht
und das betrachtet wird, sondern der Impuls zur Erkenntnis, die innere Erschütterung, in der sich das Bild ergibt.
Die leichte elektrische Schwingung zwischen Welt und Bewusstsein.

Anya Janssen hält in ihrer neuen Werkreihe die Fluidität des Lebens fest, die sich in der Unberechenbarkeit der
Aquarell- in Dialog mit Ölmalerei widerspiegelt. Die subtile, unkontrollierbare Strömung in den Bildern, zeigt ein
Vergehen der Figuren, schwebend zwischen Traum und Wirklichkeit. Aus dieser Stimmung heraus, entsteht ein
tiefes Gefühl von Sehnsucht. Ein Wort, das es nur im Deutschen gibt. Es ist das Sehnen nach etwas, dass wir uns
wünschen, etwas, das einmal da war und jetzt nicht mehr, oder sogar etwas, das nie da war oder unmöglich ist.
Sehnen verbindet das Gefühl von Begehren und Wollen und Lieben, mit dem der Ausweglosigkeit. Hoffen und
Aufgeben reichen sich die Hand und verbinden sich in einem Drang. Denn Sehnsucht ist der Ort dazwischen. Sie
wohnt inmitten der Amibivalenz. Und Sehnsucht ist Intensität. Weil sie uns unsere Machtlosigkeit, unsere
Vergänglichkeit und unsere Sterblichkeit auf bittersüße Weise erklärt. Sie erklärt uns eine Nuance mehr, als
allein Liebe oder Leidenschaft es könnten, auch wenn die drei sich sehr nahestehen. Sie bringt uns an den Rand
von dem, was wir selbst sein können.
Und in einer Kultur, die auf Kontrolle fixiert ist, lädt Sehnsucht uns ein, innezuhalten, das Fehlende zu spüren
und das Präsente, das Geschenk, anzunehmen.

Text: Elisa Mosch

REHBEIN Galerie (Köln)