artports.com
Home  Login  Service  Presse  Newsletter  Marketing/PR  Jobs  Partner  Kontakt/Impressum  
31.07.2010
 

Aussteller/Exhibitors

Ausstellungen/Dates

Presse Aussteller/
Press Exhibitors


Künstler/Artists

Galerienprogramm/
Gallery Programme


Künstlerprogramm/
Artist programme


artports.com Extras

Kunstbücher/ Art Books
Kunst kaufen/ Buy art
artports.com Videos
artports magazine

Kunstmessen/Biennalen
Art Fairs/Biennales
Kunstpresse/Kunstlinks
Art press/art links
Kunstvermittler/
Art Consultants
Art-/Designhotels

Umfrage: "Urlaubszeit - Museumszeit?"
Poll: "Holiday season - museum season?"

Über artports.com
About artports.com

Follow artports on Twitter artports on Twitter

Ihre Meinung

Ranking-Hits

Share/Save/Bookmark

Seite drucken Seite merken Seite weiterempfehlen

Cast Your Art

ZKM Karlsruhe

ONUK Bernhard Schmitt

Kamuna

Art Taipei

Junge Kunst

Der Webseiten Shop

Drei Schätze - Web, Foto, Grafik

Kunst in Form

Franziska Schemel

www.franziska-schemel.de
→ Künstlerportrait
Vertreten durch:
Galerie Alfred Knecht, Karlsruhe
Galerie Mollwo, Basel (CH)
ALP-Galleries, New York (USA)
Galerie Keller, Mannheim
Galerie Doris Hölder, Ravensburg
Galerie Prutscher, Bad Honnef
 
 
Aktuelle Info/News:
4. 3.- 7. 3. 2010: Art Karlsruhe, Stand C27, Halle 2, one-artist-show, Galerie Mollwo,
Öffnungszeiten täglich 12 – 20 Uhr, So. 11 – 19 Uhr www.mollwo.ch

19. 4. 10 bis 15.5. 2010: Galerie Alfred Knecht: Ausstellung "Kijarat" zu den Europäischen Kulturtagen in Karlsruhe mit dem Thema "Budapest"

Bei meinen Foto-Ausflügen nach London, Berlin und Prag, habe ich jetzt auch Budapest fotografisch als überaus interessante Stadt voller Ein-und-Ausgänge mit vielen faszinierenden Kontrasten kennengelernt. Diese volle Foto-Ausbeute und die vielen Eindrücke im Kopf haben mich im Atelier zu einer völlig neuen Bilderserie inspiriert .

In diesem Jahr sind in Karlsruhe die „Europäischen Kulturtage“ mit dem Thema „Budapest und Pesc“. Zu diesem Thema zeigt die Galerie Alfred Knecht vom 19. April – 15. Mai eine Ausstellung mit den ungarischen Künstlern Klàra Orocz, Dòra Palatinus, Zoltán Pal und Attila Pokorny. Als Pendant dazu wird dort meine neue Budapest-Serie gezeigt..(www.galerie-alfred-knecht.de)

Im Juni wird es dann noch eine Einzel-Ausstellung im Kunstverein Hockenheim geben. (Der genaue Termin wird noch rechtzeitig bekannt gegeben).

Über einen Besuch auf einer meiner Ausstellungen und einen Klick in meine brandneue Website (www.franziska-schemel.de) würde ich mich sehr freuen,

Text von Harald Schwiers

Franziska Schemel - unter-wegs

„Unter-wegs“ nennt Franziska Schemel ihre Ausstellung. Sie haben sich sicher gewundert: Unter - Bindestrich - wegs. Das gibt ja schon einiges vor und: Sind wir nicht alle irgendwie, irgendwann - eigentlich immer - unterwegs? Ja doch. Von hier nach dort und meist gehetzt. Aber nicht unter - Bindestrich - wegs. Schließlich gibt es in Baden-Baden keine U-Bahn oder etwas Vergleichbares, von der Kanalisation mal abgesehen. Andererseits sind wir ja alle inzwischen in der Welt zuhause, virtuell und real, und damit zwangsläufig Global Player, im Moment eher Global Payer - wir bezahlen. Und wir sind ständig unterwegs, on the road, aber das war eher die Suche der Beatniks nach Erleuchtung. Andere Baustelle. Übrigens: Wer vor ein paar Jahren klug in Kunst investierte, statt in bad fonds u.ä., der hat sich viel Ärger erspart und gleichzeitig an Lebensqualität gewonnen.

Charakteristisch für die Arbeiten von Franziska Schemel ist Licht; sie leben vom Licht. In ihrem kleinen Atelier im Karlsruher Norden, gibt es im Winter zwar Nordlicht, im Sommer aber Nordschatten, weil da noch ein paar hübsche Bäume stehen, die der Sonne den Zugang verwehren. Aber so sind halt die städtischen Ateliers in der Residenz… .
Licht von oben, von unten, rechts, links, von hinten. Jetzt werden Sie einwenden: Licht? - ich seh’ nix! Aber es gibt da interessante Überschneidungen, Parallelen zwischen der Kunst und einer Rundfunkanstalt. Andererseits gibt es auch Grenzen. Gott-sei-Dank, sonst wären wir vermutlich ja gar nicht hier…
Zu den - natürlichen - Einschränkungen der Gemeinsamkeiten: Sicher, das hier lässt sich alles aufzeichnen, filmen, es könnte ein Interview mit der Künstlerin geben, dazu noch 2, 3 wirklich kurze statements von Vernissagenbesuchern und daraus kann selbst ein Volontär leicht ein 1:30-Stück machen. Oder ein etwas längeres Sprech-Stück für das 2. Programm. Aber: Haben Sie dann etwas von den Bildern wirklich gesehen oder nur 16:9 in Plasmaqualität zweidimensional als vermeintliche Realität an sich vorbeiflimmern lassen?...
Bilder haben sehr viel von Kino im Kopf. Auch das gute alte Radio ist Kino im Kopf, stößt aber bei bildender Kunst an ein Limit. Bilder muss man tatsächlich sehen, in echt, sie riechen, auch mal von der Seite betrachten, über ihre Materie rätseln, über ihr Gewicht spekulieren, um sich in sie verlieben zu können. Und oft rentiert sich auch ein Blick von der Seite oder man kann gelegentlich hinter die Arbeiten spickeln. Das lohnt sich!

Das gilt umso mehr für die Bildobjekte von Franziska Schemel, gleich auf welchem Träger; Leinwand, Holz oder Papier. Das beste Radioprogramm, das schönste Filmstück kann das Spickeln, lugen, nicht leisten. Bildende Kunst ist nicht wirklich tele- oder radiogen. Und es trifft auch ein Umkehrschluss zu. Nicht alles was aus dem Radio oder dem Heimkino plärrt ist Kino im Kopf, also Kunst, und auch an manchen Wänden hängt alles andere als Kunst.
Inzwischen ist mir das Thema „unter - wegs“ völlig verloren gegangen, fürchte ich. Das kommt davon, wenn man seine Gedanken auf freien Fuß setzt. Apropos Fuß: Ein Schemel (ich weiß: no jokes on names - diese Radiomacherweisheit ist so alt wie „Kino im Kopf“) ist eigentlich ein Möbelstück, gedacht zum Ausruhen der Füße. Franziska Schemel jedoch ruht nicht. Nie. Sie rennt, fast wie „Lola“ im Kino…
Mein Film: Ich sehe sie mit ihrer - nicht digitalen - Spiegelreflexkamera durch die Metropolen der Welt pesen, New York, Rio, London, Paris, Berlin - Moskau kommt demnächst dran - Eindrücke sammeln, Architektur aufnehmen, ganze Straßenzüge in sich mit den Augen aufsaugen. Doch nicht nur das. Viele Bilder entstehen, nicht nur als Abbilder im Kopf, sondern auch tatsächlich als Fotos, vermutlich auch oft unter lebensbedrohenden Umständen. Road-Movie: Stellen Sie sich den Verkehr etwa auf der 5th Avenue in New York vor. Es ist an sich schon fast lebensgefährlich hier bei Grün über die Straße zu gehen. Doch da sehe ich eine zarte Frau in den Riesenfluchten der überdimensionalen Hochhäuser mitten auf der Straße knien - die Mitte wegen der Perspektive respektive dem Fluchtpunkt - Kamera in der Hand, den Sucher vor dem Auge, das andere zugedrückt und um sie herum -zig wild hupende Autos, Yellow Cabs mit verzweifelten Exilrussen am Steuer, nicht minder verzweifelte Banker auf dem Weg in die Wall Street, In-Line-Skater, fluchende Fire-Fighter, kopfschüttelnde Busfahrer. Sie mittendrin. Unbeeindruckt. Unbeirrt. Es könnte einem fast übel werden. Es grenzt an ein Wunder, daß sie heute hier ist und nicht überfahren wurde. Solche Horror-Szenen soll es nach Aussagen ihres durchaus glaubwürdigen Galeristen tatsächlich gegeben haben. Ich hege keinen Zweifel.
Ein anderes bewegtes „Fast-Stand-Bild“ aus meinem Kino im Kopf zeigt mir die Künstlerin in den Tiefen, den Eingeweiden der Metropolen. Unter - wegs, also: unten unterwegs, in Schächten, Kanälen, Röhren, Tunneln, in denen üblicherweise Ströme fließen: Menschenströme, die ganz schnell von Bahnsteig A nach Bahnsteig B einer anderen U-Bahnlinie kommen oder einen Fluss unterqueren möchten oder einfach nur raus aus diesem Labyrinth. Hier ist Franziska Schemel ebenso zu Hause wie einst der berühmte Detektiv Knick Knatterton, den älteren unter uns sicher noch ein Begriff, von dem die Rede ging, er habe sämtliche Kanalisationssysteme aller europäischen Städte über 12.000 im hellen Köpfchen.

Wo es andere aus verständlichen Gründen, die von Klaustrophobie bis Drang nach frischer Luft reichen, so schnell als möglich wieder hinaustreibt an Licht und Luft, da treibt es die Künstlerin geradewegs hinein. Mit Foto und gelegentlich einen verzweifelten Galeristen im Schlepptau. Das Kunststück so ganz nebenbei ist, die Tunnel- und röhrensysteme, durch die die Menschen hetzen, Unterführungen und Schächte, deren Ausgang in weiter Ferne zu liegen scheint, fast menschenleer vorzufinden. Zumindest spielen die Menschen darin als Individuen völlig belanglose Statistenrollen. Ohne Text, ohne Gage. Exit.
Wer so wie Franziska Schemel den Ein-, Weit- und Durch- und Über-Blick hat (Über-Blick) mit Bindestrich und großem B), alles aufgenommen (nicht mit der Kamera, sondern mit Verstand und Seele) aufgesogen und verinnerlicht hat, wird mit der Verarbeitung der Grundlagen im Atelier mit den möglichen Bildträgerideen so schnell nicht in Material- oder Themennot geraten, sondern greift nur auf, was an Struktur, an Ordnungsschema gegeben ist. Folgen Sie der Künstlerin einfach auch ihrem Spaziergang durch Straßen- und andere Schluchten oder durch die Unterwelt.
Nun ist es bei all dem - durchaus positiven - Tunnelblick nicht nur die Stadtlandschaft, die man in den Arbeiten findet. Die klassische Landschaft spielt eine ebenso wichtige Rolle, aber natürlich weitergedacht, weiter empfunden im Stil der Künstlerin und mit deren ureigenen Mitteln, Methoden und Ansätzen. Und wer bei einigen Arbeiten mit deutlich sichtbaren Kreisausschnitten plötzlich die Assoziation von Saint-Exupérys „Kleinen Prinzen“ bzw. dessen Planeten hat, der könnte ja durchaus richtig liegen.

Licht spielt eine wesentliche Rolle in den Arbeiten Franziska Schemels, sagt ich eingangs, und dann komme ich mit Schächten, Tunneln, Kanälen, Röhren, Unterwelt - aber das Faszinierende an den Bildobjekten ist deren Transparenz, selbst wenn es sich um dicke, feste Holzplatten handelt. Hier werden Schwerkraft und Erdanziehung schier mühelos überwunden und über die Durchsicht, den Durchblick das „Gewicht der Welt“ auf eine angenehme Erträglichkeit des Seins reduziert, sie erscheint beinahe zerbrechlich.

Abspann meines Filmes: Flirrendes. Sonne, vielleicht, oder auch eine Lampe, viele Lampen? - irgendwo. Irgendwie. Ziemlich hinten, aber unbezweifelbar Licht. Eines ist sicher: Es geht immer weiter. Nach vorne. Wer genau hinschaut, der entdeckt in den Arbeiten Franziska Schemels stets das berühmte „Licht am Ende des Tunnels“. „Way Out“. Das gilt auch, wenn in Baden-Baden just der Michaelstunnel für massive Probleme sorgt. Gerade dann.
© hs 15.01.2009

(Zum Vergrößern Bild anklicken)
Franziska Schemel, o.T., 2008, 35 x 70 cm, Werk.Nr. 127, Acryl, Pigmente, Fotografie(Aludibond/Plexi), Holz,     Franziska Schemel,  Ohne Titel, 2008, 33 x 33 cm, Acryl,Aquarell,Pigmente, Fotografie, Büttenpapier (Werk-Nr.P238),     Franziska Schemel, Ohne Titel, 2009, Acryl, Aquarell, Sand, Büttenpapier, Fotografie,    
Franziska Schemel, Ohne Titel, 2009, 120 x 130 cm, Acryl, Pigmente, Holz, Leinwand, Fotografie (UltraSecP), Werknr. 154,     Franziska Schemel, Ohne Titel, 2010, 40 x 80 cm, Acryl, Pigmente, Leinwand, Holz, Fotografie (UltraSecP) Werknr. 168,     Franziska Schemel, Ohne Titel, 2009, 33 x 33 cm, Acryl, Aquarell, Sand, Büttenpapier, Fotografie,    
Franziska Schemel, Ohne Titel, 2009, 100 x 76 cm, Acryl, Pigmente, Sand, Rost, Holz, Fotografie (UltraSecP) Werknr. 152,     Franziska Schemel,  Ohne Titel, 2008, 120 x 216 cm, Acryl, Pigmente,Torf,Holz, Leinwand, Fotografie (Aludibond/Plexi) Werk-Nr. 107,     Franziska Schemel,  Kunst am Bau, 2003, Sporthalle Eichendorffschule Karlsruhe, 160 x 760 cm, 7-teilig, Acryl, Steinmehl, Fotografie auf Holz,    
Franziska Schemel,  Ohne Titel, 2007, 65 x 130 cm, Acryl,Pigmente, Sand, Holz, Fotografie (Aludibond/Plexi), Werk-Nr. 124,     Franziska Schemel, o. T., 2010, 50 x 50 cm, Werk-Nr.169, Acryl,Pigmente, Sand, Fotografie (UltraSecP),     Franziska Schemel, Ohne Titel, 2010, 160 x 270 cm, Acryl, Pigmente, Sand, Holz, Fotografie (UltraSecP),Werknr. 170,    

Alle Künstler